Naturschutzgebiet Dießener Tal und Seitentäler
 

Das Naturschutzgebiet "Dießener Tal und Seitentäler" befindet sich in der Untereinheit "Eyach-Gäuplatten" im Naturraum Obere Gäue.

Es gehört sowohl zur Region Nordschwarzwald (Regierungsbezirk Karlsruhe) als auch zur Region Schwarzwald-Baar-Heuberg (Regierungsbezirk Freiburg).

Insgesamt umfasst das Naturschutzgebiet "Dießener Tal und Seitentäler" eine Fläche von 509 ha, wovon der flächenmässig größte Teil mit 483,19 ha zum Landkreis Freudenstadt in der Region Nordschwarzwald gehört.

Der mit 17,8 ha flächenmässig kleinere Teil befindet sich im Landkreis Rottweil nördlich der Stadt Sulz am Neckar (Ortsteil Dürrenmettstetten).

Das Naturschutzgebiet "Dießener Tal und Seitentäler" ist geprägt durch wellige Hochflächen und flache Bodensenken bis hin zu tiefen Tälern.

Zu den besonders geschützten, botanischen Sehenswürdigkeiten zählen der Bollerfels sowie die Weide- und Wiesen-Gesellschaften mit zahlreichen Wildpflanzen-Arten wie Wildkräuter und Wildblumen.

Das vom Dießenbach durchflossene Dießener Tal wird im Wesentlichen für artenreiche Trocken- und Halbtrocken-Wiesen verwendet.

Auf den Wiesen-Flächen findet sich ein vielseitiges Spektrum von Blumen für trockene, normal-sonnige und schattige Standorte und entlang von Bächen verschiedene Hoch-Stauden, die an feucht-nasse Standorte angepasst sind.

Im Naturschutzgebiet Dießener Tal und Seitentäler gibt es folgende Wiesenarten:

 

  • Tal-Fettwiesen

Je nach Nährstoffen, Sonne und Wasser kommt diese Wiesenart nur gelegentlich im Naturschutzgebiet vor.

 

  • Typische Glatthaferwiesen

Bei dieser Wiesenart finden sich viele Doldenblütler wie z.B. der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris) und der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

 

  • Salbei-Glatthaferwiesen

Bei dieser Wiesenart handelt es sich um eine nährstoffarme Variante der Typischen Glatthaferwiese, auf der v.a. der Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) und die Aufrechte Trespe (Bromus erectus) wachsen.

Im Vergleich zu einer Tal-Fettwiese oder einer Typischen Glatthaferweise gibt es auf einer Salbei-Glatthaferwiesen mehr und buntere Blüten. Deshalb ist diese Wiesenart ein unentbehrlicher Nahrungs- und Lebensraum für viele Kleintiere und Insekten.

 

  • Trespen-Glatthaferwiesen

Hierbei handelt es sich um eine sehr wärmebedürftige Wiesenart, die längere Trockenheit gut verträgt. Dort wachsen bevorzugt kalkliebende Blumen, Gräser und Kräuter, wie sie auch auf einem Halbtrockenrasen oder haltschattigen Standorten zu finden sind.

Zu den kennzeichnenden Arten zählen z.B. Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata), Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor) und Wiesen-Pippau (Crepis biennis).

Zum Schutz der Arten und von Biotopen wird eine Trespen-Glatthaferwiese entweder als Schafweide genutzt oder nur einmal im Jahr gemäht.

 

  • Kohldistel-Glatthafer-Wiesen

Diese im Naturschutzgebiet Dießener Tal und Seitentäler begrenzt vorkommende Wiesenart ist auf einen eher feuchten Standort angewiesen. Sie ist von Aufforstung bedroht und für die Landwirtschaft eher uninteressant.

Feuchtigkeitstolerante Distel-Arten wie z.B. Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) und Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum) oder Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis), Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) sind prägende Arten.

 

  • Kalk-/Trespen-Magerrasen

Diese Wiesenart entsteht an trocken-warmen Standorten, die entweder gar nicht oder zumindest unregelmäßig genutzt werden.

Sie ist häufig an Hängen in Südlage im Übergangsbereich von einer Wiese zu angrenzenden Hecken zu finden.

Auf einem Kalk-/Trespen-Magerrasen wachsen viele gefährdete Pflanzenarten, die bei necktarsuchenden, meist ebenfalls gefährdeten Insekten beliebt sind. Deshalb ist der Schutz dieser Wiesenart besonders wichtig.

Typisch für diesen Halbtrockenrasen sind u.a. Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana), Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), Echter Thymian (Thymus vulgaris), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) und Tauben-Scabiose (Scabiosa columbaria).

Auf einem Kalk-/Trespen-Magerrasen gedeihen auch Orchideenarten, die allerdings durch das Vordringen von Gehölzen oder Aufforstung bedroht werden.

Für den Erhalt eines intakten Halbtrockenrasens sind also sonnige, magere und trockene Standorte die Voraussetzung .

Wenn diese Bedingungen nicht gegeben sind, müssen entsprechende Pflegemaßnahmen erfolgen.

 

Auf den verschiedenen Wiesen-Arten finden Pflanzen-Interessierte viele Anregungen zur Gartengestaltung und Tipps für die Pflanzen-Auswahl in Baumschulen, Gärtnereien und Fachbetrieben im Garten- und Landschaftsbau.

Im Naturschutzgebiet Dießener Tal und Seitentäler sollen ferner Hecken und Feldgehölze aus Wildsträuchern als ökologisch wichtige Übergangsbereiche an Bächen und Flüssen oder Wald-Rändern und Wegen erhalten werden.

Gefährdete und bedrohte Pflanzengesellschaften als begleitende Flora von Acker-Flächen wie Ackerunkräuter sollen ebenfalls erhalten und gefördert werden.

 

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