Inhaltsverzeichnis
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Definition
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Arten, Sorten, Beispiele
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Bestimmen von Stacheln und Dornen
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Immergrün
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Sommergrün
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Bedeutung in der Literatur und in der Bibel
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Tipps zum Bekämpfen und Entfernen
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Definition
Was sind Dornensträucher? Der Begriff „Dornenstrauch” (englisch: briar) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache. Er bezeichnet in diesem Lexikon Sträucher innerhalb der Samenpflanzen, an deren Ästen sich spitze Dornen (Blattdornen, Sprossdornen) oder spitze Stacheln befinden.
Speziell größere Dornensträucher haben eine wichtige Funktion für Vögel gegenüber natürlichen Angreifern wie einer Katze, einem Marder oder einem größeren Raubvogel. Sie dienen als Nistplatz, Nisthilfe, Ruheplatz oder Schutzraum und eignen sich deshalb zum Anlegen einer Vogelschutzhecke.
Zudem eignen sich größere Dornensträucher zum Pflanzen einer unüberwindbaren und undurchdringbaren Schutzhecke, die den Garten wie ein natürlicher Zaun abgrenzt. Zahlreiche Beeren- und Obststräucher sind Sträucher mit Dornen oder Stacheln, die auf diese Weise ihre Früchte vor Tierverbiss schützen.
Bild: Stacheln einer Heckenrose (Rosa corymbifera) mit Blättern *
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Arten, Sorten, Beispiele
Die nachfolgende Übersicht enthält Beispiele für winterharte Sträucher mit Dornen oder Stacheln, die man in Deutschland, Österreich und der Schweiz im einschlägigen Pflanzenhandel kaufen kann.
Dabei werden die Sträucherarten zunächst nach ihrem Blattabwurf nach sommergrünen und immergrünen Arten unterschieden.
Anschließend erfolgt in jeder Liste eine Bestimmung der Wuchshöhe, Wuchsgeschwindigkeit (langsam wachsend, schnellwachsend), Herkunft (einheimisch, nicht heimisch) und Lichtbedürfnisse (Sonne, Halbschatten, Schatten).
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Immergrün
Die folgende Liste zeigt immergrüne Dornensträucher mit Angabe der Wuchshöhe:
Einheimisch:
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Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus): Blätter mit Stacheln, bis 1 m
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Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium): mit Blattdornen, 2 bis 4 m
Nicht heimisch:
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Frikarts Berberitze (Berberis x frikartii 'Verrucandi'): mit Blattdornen, bis 1,5 m
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Julianes Berberitze/Großblättrige Berberitze (Berberis julianae): mit Blattdornen, bis 3 m
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Europäischer/Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): sehr lange Dornen, bis 3 m
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Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium): mit Blatt-Stacheln, bis 1,5 m
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Beals/Beales Mahonie (Mahonia bealei): mit Blattdornen, bis 2 m
Hinweis zur Übersicht:
Langsam wachsende, immergrüne Sträucher mit Dornen oder Stacheln (Zuwachs höchstens 20 cm pro Jahr) sind die Frikarts Berberitze und die Mahonien.
Schnellwachsende Sträucher mit Dornen oder Stacheln (Zuwachs 30 bis 50 cm pro Jahr) sind der Feuerdorn sowie die Julianes Berberitze und Stechpalme.
Was den Standort betrifft benötigen alle genannten Sträucher einen Platz im Garten mit Sonne bis Halbschatten. Die Mahonien und die Europäische Stechpalme können darüber hinaus an einem Standort mit Schatten wachsen.
Zu beachten ist, dass der Stechende Mäusedorn und die Europäische Stechpalme und die Europäische Stechpalme giftige Dornensträucher sind. Sie enthalten in ihren Beeren Pflanzengiftstoffe wie Ruscogenin oder Theobromin und zählen zu den Giftpflanzen.
Der als Zwergstrauch wachsende Stechende Mäusedorn zählt nur in der Schweiz (Tessin, Wallis) und nicht in Deutschland und Österreich zu den einheimischen Sträucher-Arten.
Bild: Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus) mit Stachelblättern im November
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Sommergrün
Die folgend Liste zeigt sommergrüne Dornensträucher mit Angabe der Wuchshöhe:
Einheimisch:
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Gewöhnliche Berberitze/Sauerdorn (Berberis vulgaris): mit Blattdornen, 1 bis 3 m
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Hecken-Rose (Rosa corymbifera): auch Busch-Rose, mit wenig Stacheln, 2 bis 3 m
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Wein-Rose (Rosa rubiginosa): mit Stacheln, 1 bis 3 m
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Himbeere (Rubus idaeus): mit Stacheln, 1 bis 2 m
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Hundsrose/Hagrose (Rosa canina): mit Stacheln, 2 bis 3 m
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Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): an ausgewachsenen Kurztrieben Dornen, 2 bis 3 m
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Sanddorn/Sandbeere (Hippophae rhamnoides): mit Dornen (verdornte Kurztriebe), 3 bis 6 m
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Schlehe/Schlehdorn/Schwarzdorn (Prunus spinosa): mit Dornen (verdornte Kurztriebe), 3 bis 6 m
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Stachelbeere (Ribes uva-crispa): mit Dornen, die Beeren haben feine Stacheln, 1 bis 1,5 m
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Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna): mit Dornen, 5 bis 10 m
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Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata): mit Dornen, 5 bis 10 m
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Zierquitten (Chaenomeles): Straucharten mit sehr kräftigen Dornen, 1 bis 2 m
Nicht heimisch:
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Japanische Aralie (Aralia elata): mit Stacheln, 3 bis 5 m
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Rote Hecken-Berberitze/Blutberberitze (Berberis thunbergii 'Atropurpurea'): mit Blattdornen, 2 bis 3 m
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Kartoffel-Rose (Rosa rugosa): auch Apfel- oder Japan-Rose, mit Stacheln, bis 1,5 m
Hinweis zur Übersicht:
Langsam wachsende, sommergrüne Sträucher mit Dornen oder Stacheln (Zuwachs höchstens 20 cm pro Jahr) sind die Hecken-Rose, Schlehe und Stachelbeere sowie der Eingriffelige Weißdorn.
Schnellwachsende Sträucher mit Dornen oder Stacheln (Zuwachs 30 bis 50 cm pro Jahr) sind die Gewöhnliche Berberitze, Himbeere, Hundsrose, Blutberberitze, Kartoffel-Rose und Zierquitten sowie der Sanddorn und Zweigriffelige Weißdorn.
Was den Standort betrifft benötigen alle genannten Sträucher einen Platz mit Sonne bis Halbschatten im Garten. Die Kartoffel-Rose ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilweise ein → invasiver Neophyt und drängt einheimische Pflanzen zu Ungunsten der Artenvielfalt zurück.
Bild: Ast mit Blätterknospen und Stacheln einer Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) Anfang März
Nachfolgend wird erläutert, woran man erkennen kann, ob ein Strauch Dornen oder Stacheln aufweist.
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Bestimmen von Stacheln und Dornen
Sträucher bilden Dornen aus den Sprossachsen (sog. Sprossdornen) oder Blättern und Nebenblättern. Sprossachsen transportieren Kohlenstoff, Mineralien, Phosphat, Stickstoff, Schwefel und Wasser zwischen Blättern und Wurzeln und stabilisieren die Pflanze.
Weil Dornen aus dem Pflanzenkörper herauswachsen und fest mit diesem verbunden sind, können sie nicht abgebrochen werden, ohne den Zweig abzubrechen, auf dem sie sich befinden.
Im Unterschied dazu bilden Sträucher Stacheln aus äußerem Gewebe der Sprossachse, Blätter (Epidermis) und Rinde an ihren Langtrieben. Stacheln befinden sich folglich auf der Außenhaut einer Pflanze und können relativ leicht abgebrochen werden.
Weil Dornen aus Sprossachsen oder Blätter entstehen, enthalten sie Leitungsbahnen (Leitbündel), was bei Stacheln nicht der Fall ist. Entgegen dieser Definition werden die Begriffe Dornen und Stacheln umgangssprachlich synonym verwendet.
So weisen Stachelbeeren botanisch Dornen statt Stacheln auf und Rosen besitzen botanisch Stacheln anstelle von Dornen. Ebenso werden Blattdorne an den Langtrieben von Sträuchern in der Umgangssprache gerne Stacheln genannt.
Bild: Blattdornen der Julianes Berberitze (Berberis julianae) Mitte September *
Bedeutung in der Literatur und in der Bibel
Dornensträucher und Dornenbüsche werden in den folgenden Erzählungen und Gedichten thematisiert: Der Dornenstrauch ist Hauptthema im gleichnamigen Gedicht von Wilhelm Busch (1832–1908):
Darin beobachtet ein Herr Quesel mehrmals mit Vergnügen, wie andere schmerzhaft in einem Dornengebüsch hängen bleiben, das an der Ecke seines Grundstücks wächst.
Jeder Gepeinigte bittet Herrn Quesel, den Dornenstrauch zu beseitigen, doch er ruft mit Wohlbehagen jedes Mal aus „Ich spüre nichts” und lässt das Dornengebüsch stehen.
Erst als ihn sein Esel in den Dornenbusch wirft, lernt er die damit verbundenen Schmerzen kennen und seine Vorgänger rufen mit Wohlbehagen aus: „Wir spüren nichts”. Nun beseitigt er die Dornenbüsche.
Der brennende Dornenbusch (Dornbusch) ist eine Erzählung im Alten Testament in der Bibel (Buch der Bücher), 2. Buch Mose (auch Exodus genannt):
Danach soll Moses einmal am Berg Horeb beim Schafehüten ein brennendes Dornengebüsch entdeckt haben, das trotz des Feuers nicht verbrannte. Als Moses sich neugierig dem Dornenbusch näherte, soll sich ihm Gott in dem brennenden Busch gezeigt haben.
Gott soll Moses befohlen haben, das Volk der Israeliten aus der Gewalt der Ägypter zu befreien und es ins gelobte Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen.
Die Dornenbüsche bzw. Dornenhecken kommen außerdem in den Märchen „Die Rosenkönigin” von Ludwig Bechstein (1801–1860) und in „Dornröschen” der Brüder Grimm von 1812 vor.
Bild: Moses und der brennende Dornenbusch (Dornbusch), aus dem Buch von Charles Foster (1897): Bible pictures and what they teach us, mit 400 illustrationen vom Alten und Neuen Testament mit kurzen Beschreibungen, S. 60
„Warum ärgerst du dich darüber, dass Rosen Dornen haben? Freue dich lieber daran, dass die Dornenbüsche Rosenblüten tragen.”(Arabisches Sprichwort)
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Tipps zum Bekämpfen und Entfernen
Stark wuchernde Dornensträucher können sich störend auf einer Wiese oder einem Rasen bemerkbar machen. Denn aufgrund der bodennahen Dornen oder Stacheln sind die Grünflächen dann nicht mehr ohne Schuhe begehbar.
Eine Bekämpfung durch regelmäßiges Abschneiden der Ausläufer führt meist nicht zum gewünschten Erfolg. Und selbst nach dem Entfernen des Wurzelstocks können Dornensträucher durch im Boden verbliebenes Wurzelgeflecht immer wieder neu im Garten austreiben.
Daher sollte beim Bekämpfen von Dornensträuchern der Wurzelstock möglichst tief ausgegraben werden. Weil die meisten Dornensträucher Sonne oder Halbschatten benötigen, kann nach der Wurzelentfernung die entsprechende Stelle mit einer dunklen Teichfolie oder mit Kies abgedeckt werden.
Auf diese Weise lassen sich Dornensträucher dauerhaft entfernen, weil eine Photosynthese mangels Lichtaufnahme über die Blätter nicht mehr möglich ist und restliche Wurzeln im Boden absterben.
Abgeschnittene Wurzelbestandteile sollte man nicht auf dem Komposthaufen, sondern außerhalb des Gartens beispielsweise in der Biotonne oder im Wertstoffhof entsorgen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass stark wuchernde Dornensträucher nicht erneut im Garten austreiben.
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend weitere Bilder von Dornensträuchern in freier Natur und als Zierpflanzen mit Detail-Fotos von Dornen oder Blättern mit Stachelzähnen bzw. Blattdornen:
Bild: Blutberberitze/Rote Hecken-Berberitze (Berberis thunbergii 'Atropurpurea'), ein *
Bild: Himbeere (Rubus idaeus) mit feinen Stacheln Mitte Juli
Bild: Stacheln einer Hunds-Rose/Heckenrose (Rosa canina) im Winter (Mitte Februar)
Bild: Blattdornen einer Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) Anfang März *
Bild: Sanddorn (Hippophae rhamnoides), ein mit Früchten und Dornen (verdornte Kurztriebe) im Oktober
Bild: Immergrüner Mittelmeer-Feuerdorn/Europäischer Feuerdorn (Pyracantha coccinea) mit Dornen Ende März
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