Laubbäume
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

2.1 Sommergrün »

2.2 Immergrün »

3. Bestimmung nach Wuchshöhe »

4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien »

5. Die häufigsten und wichtigsten Laubbäume »

6. Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab ? »

7. Unterschiedlicher Austrieb im Frühjahr »

8. Johannistrieb »

9. Bedeutung der Früchte und Blätter in der Natur »

10. Bedeutung für Garten und Gartengestaltung »

11. Bedeutung in der Medizin »

12. Bedeutung als Holz und Rohstoff »

13. Symbolik und Mythos »

14. Rekorde und Superlative »

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was sind Laubbäume ? In der Botanik zählt der Laubbaum zur Pflanzen-Familie der Bedecktsamer (Angiospermen) wie auch Hülsenfrüchte, Getreide oder Nachtschattengewächse, bei denen die Samenanlage im Fruchtknoten eingeschlossen ist.

Laubbäume (englisch: deciduous trees) sind in diesem Lexikon Bäume, die keine essbaren Obst-Früchte oder Nüsse tragen und im Unterschied zu Nadelbäumen an ihren Ästen Laubblätter statt Nadeln aufweisen.

Laubbäume, die für den Menschen essbare Obst-Früchte tragen wie z.B. Apfelbaum, Birnbaum oder Kirschen, sind in diesem Lexikon aus Gründen der Übersicht unter einem eigenen Begriff → Obstbaumarten zu finden, auch wenn sie wegen ihrer Blätter zu den Laubbäumen zählen.

Auch blätter-tragende Nussbäume wie der Kastanien-, Haselnuss- oder Walnuss-Baum gehören zu den Laubbaum-Arten und sind aus Gründen der Übersicht in einer eigenen Rubrik → Nussbaumarten zu finden.

Die Bestimmung einheimischer Laubbäume kann nach Blätter/Blattformen, Blüten, Früchte, Knospen oder Rinde erfolgen, wobei bei der Baumbestimmung die Gestalt der Blätter (Aufbau, Anordnung, Blattrand, Blattformen) eines der wichtigsten Bestimmungsmerkmale der Laubbäume ist.

 

Freistehende kleine Linde im Sommer auf dem Land mit Baum-Sitzbank und Marterl
Bild: Kleine Linde im Sommer vor dem Dorf Hohendilching (Oberbayern) *

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Liste zeigt typische sommergrüne oder immergrüne Laubbaum-Arten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei der Schwerpunkt auf einheimische und winterharte Laubbaumarten gelegt wird.

2.1 Sommergrün

Als sommergrüne Laubbäume in Deutschland kommen nach folgender Übersicht z.B. diese Bäume in Frage:

 

  • Ahornbaum (Acer): z.B. Bergahorn, Blutahorn, Feldahorn, Spitzahorn, z.T. schnell wachsend

  • Amberbaum (Liquidambar): sehr langsam wachsend

  • Birke (Betula): z.B. Weißbirke oder Strauch-Birke, die auch als Zwergstrauch und Kleinstrauch wächst, schnellwachsend

  • Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa): wächst sehr schnell

  • Buche (Fagus): z.B. Rotbuche mit ihren Sorten Blutbuche und Hänge-Buche

  • Mehlbeere (Sorbus): z.B. Eberesche/Vogelbeere, Elsbeere, Mehlbeere, Speierling, schnellwachsend

  • Eichenbaum (Quercus): z.B. Roteiche, Spree-Eiche, Stieleiche, Traubeneiche, wächst langsam

  • Erle (Alnus): z.B. Grau-Erle, Schwarzerle, schnellwachsende Baumarten

  • Eschenbaum (Fraxinus): z.B. Gemeine Esche, Mannaesche, Schmalblättrige Esche, schnellwachsend

  • Ginkgobaum (Ginkgo biloba): seit dem 18. Jahrhundert ein Parkbaum in Europa

  • Hainbuche (Carpinus): z.B. Weißbuche (Carpinus betulus)

  • Linde (Tilia): z.B. Silber-Linde, Sommerlinde, Winterlinde/Steinlinde

  • Pappel (Populus): Balsampappel, Espe, Schwarzpappel, Silberpappel/Weißpappel, schnell wachsend

  • Platane (Platanus): z.B. Ahornblättrige Platane

  • Robinie (Robinia): auch Scheinakazie oder Silberregen genannt, schnellwachsend

  • Roßkastanie (Aesculus): z.B. Gemeine Rosskastanie, Fleischrote Rosskastanie

  • Ulme (Ulmus): z.B. Bergulme, Feldulme, Flatterulme

  • Weide (Salix): z.B. Bruchweide, Salweide, Silberweide, können auch als Großstrauch schnell wachsen

  • Weißdorn (Crataegus)

 

Unter den genannten Laubbaum-Arten sind einige auch zum Anlegen einer sommergrünen Hecke im Garten geeignet.

Ein exotischer und sommergrüner Laubbaum aus China ist der Kiribaum, der wegen seinen auffallend violetten Blüten als Zierbaum in Europa gepflanzt wird.

 

Verschieden hohe Laubgehölze im Winter auf einer Wiese mit Reif bedeckten Blättern
Bild: Laubgehölze im Winter mit Reif bedeckten Blättern

 

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2.2 Immergrün

Als immergrüne Laubbaum-Arten im Winter kommen nach folgender Übersicht z.B. diese Bäume in Frage:

 

  • Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)

  • Wintergrüne/Immergrüne Eiche (Quercus turneri 'Pseudoturneri')

  • Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus)

  • Echter Lorbeer (Laurus nobilis): wächst nur in milden Lagen, Blätter als Gewürzkraut nutzbar

  • Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)

  • Steineiche (Quercus ilex): nur in sehr milden Lagen winterhart

 

Auch vom Rhododendron gibt es Arten, die als immergrüne Laubbäume im Garten gepflanzt werden können und bis zu 5 Meter hoch wachsen.

Zu beachten ist, dass Buchsbaum, Ilex, Lorbeerkirsche und Robinie in ihren Blättern, Blüten, Früchten oder Rinde Pflanzengifte enthalten und zu den Giftpflanzen zählen.

Unter den genannten immergrünen Laubbaum-Arten eignen sich Buchs, Kirschlorbeer und Stechpalme zum Anlegen einer immergrünen Hecke im Garten.

Exotische immergrüne Laubbäume sind die Eukalypten (Eucalyptus) in Indonesien, Australien oder Tasmanien.

Ein besonders markanter Vertreter dieser Laubbaumart ist der Riesen-Eukalyptus, der als höchster und größter Laubbaum auf der Welt gilt.

Eine Beschreibung und ein Steckbrief mit Fotos der verschiedenen Laub-Baumarten folgt in Kürze.

 

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3. Bestimmung nach Wuchshöhe

Die nachfolgende Übersicht zeigt drei Unterteilungen, bis zu welcher Höhe ein Laubbaum wachsen kann. Nach der jeweiligen Wuchshöhe unterteilen sich Laubbäume in:

 

 

Hinweis: Welche Baumgröße tatsächlich erreicht wird, hängt stets vom Standort der Laubgehölze im Garten und von den klimatischen Bedingungen ab.

 

Rosskastanie mit goldgelb gefärbtem Herbst-Laub an einem See
Bild: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) Anfang Oktober in Oberbayern *

 

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4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien

Im Rahmen der botanischen Taxonomie lassen sich die folgenden Pflanzenfamilien innerhalb der Laubbäume bestimmen:

 

  • Altingiaceae: Amberbäume (Liquidambar)

  • Birkengewächse (Betulaceae): Birken (Betula), Erlen (Alnus), Hainbuchen (Carpinus)

  • Buchengewächse (Fagaceae): Buchen (Fagus), Eichen (Quercus)

  • Buchsbaumgewächse (Buxaceae): Buchsbäume (Buxus)

  • Ginkgogewächse: Ginko (Ginkgo biloba)

  • Hartriegelgewächse (Cornaceae): Hartriegel (Cornus)

  • Hülsenfrüchtler (Fabaceae): Goldregen (Laburnum), Judasbäume (Cercis), Robinien (Robinia)

  • Kernobstgewächse (Pyrinae): Weißdorn (Crataegus)

  • Lindengewächse (Tilioideae): Linden (Tilia)

  • Lorbeergewächse (Lauraceae): Lorbeeren (Laurus)

  • Ölbaumgewächse (Oleaceae): Eschen (Fraxinus)

  • Platanengewächse (Platanaceae): Platanen (Platanus)

  • Rosengewächse (Rosaceae): Ebereschen/Vogelbeeren (Sorbus), Prunus-Arten

  • Seifenbaumgewächse (Sapindaceae): Ahorne (Acer), Rosskastanien (Aesculus)

  • Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae): Stechpalmen (Ilex)

  • Ulmengewächse (Ulmaceae): Ulmen (Ulmus)

  • Weidengewächse (Salicaceae): Pappeln (Populus), Weiden (Salix)

 

Hinweis: Bei Kleinbäumen, die auch als Kleinsträucher oder Großsträucher wachsen (z.B. Faulbaum, Magnolien) oder bei exotischen Laubbäumen (z.B. Japanischer Kuchenbaum, Losbaum, Paulownien, Trompetenbaum) lassen sich weitere botanische Pflanzenfamilien bestimmen.

 

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5. Die häufigsten und wichtigsten Laubbäume

Die häufigsten, einheimischen Laubbäume in Deutschland`s Wäldern sind die Buche und die Eiche: Dabei nimmt die Rotbuche (Fagus sylvatica) 16% der deutschen Wald-Fläche ein und ist damit der häufigste Laubbaum.¹

Als zweithäufigste Laubbaumarten folgen Traubeneiche (Quercus petraea) und Stieleiche (Quercus robur), die zusammen 9% der deutschen Wälder besiedeln.²

Buchen und Eichen zählen damit nicht nur zu den häufigsten Laubbäumen in Deutschland, sondern nach den häufigsten Nadelbäumen wie der Fichte und der Föhre auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland`s Wäldern überhaupt.³

 

Stieleiche bzw. Deutsche Eiche als frei stehender Baum auf dem Land
Bild: Stieleiche / Deutsche Eiche (Quercus robur) Ende September in Oberbayern *

 

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6. Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab ?

Die meisten einheimischen Laubbäume können erst durch das Abwerfen der Blätter (Herbstlaub) überwintern.

Denn im Herst und Winter können ihre Wurzeln aus dem kalten Boden kein Wasser mehr aufnehmen, um damit die Blätter für die Photosynthese zu versorgen.

Hinzukommt, dass das in den Blättern gespeicherte Wasser bei Winter-Frost das Blatt zerstören würde.

Aus diesem Grund entziehen die Laubbäume im Herbst den Blättern Nährstoffe (Chlorophyll) und Wasser.

Das erklärt auch, warum die Blätter im Herbst braun bzw. rot oder bunt werden bzw. die Gelbfärbung und Rotfärbung der Blätter.

Mit dem Abwurf der welken Laubblätter kommt die Verdunstung der Laubbäume im Winter dann nahezu zum Stillstand.

Der Laubabwurf zum Überwintern ist außerdem für viele Laubbäume ein Schutz vor Schneebruch.

Eine Ausnahme bei den Laubbäumen sind Eiche, Hainbuche und Rotbuche, die ihre braunen Laubblätter den ganzen Winter über behalten und erst im Frühjahr abwerfen.

Bleibt die Frage: Warum werfen Laubbäume ihre Blätter im Herbst und Winter ab und Nadelbäume nicht ?

Dafür gibt es mehrere Gründe, die im Kapitel "Warum behalten Nadelbäume im Winter ihre Nadeln ?" beschrieben werden.

 

Orange-rotes Herbstlaub im Wald
Bild: Orange-rotes Herbstlaub im Wald

 

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7. Unterschiedlicher Austrieb im Frühjahr

Warum treiben Laubbäume im Frühjahr unterschiedlich schnell ihre Blätter aus ?

Damit ein Laubbaum Blätter austreiben kann, muß er mit Hilfe seiner Wurzeln und speziellen Zellen im Stamm (den sog. Tracheen) Wasser und Nährstoffe aus der Erde zu den Ästen nach oben transportieren.

Je nach der Holzstruktur vom Stamm bzw. dem Splintholz kann das unterschiedlich schnell und effektiv passieren.

Laubbäume mit einer ringporigen Holzstruktur wie Eiche, Esche, Kastanie/Edelkastanie, Robinie oder Ulme nutzen für den Wassertransport nur den äußersten und jüngsten Jahresring, der im Frühjahr erst gebildet werden muß.

Laubbäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Buche, Linde oder Pappel nutzen für den Wassertransport den gesamten Jahresring und treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.

 

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8. Johannistrieb

Verschiedene Laubbaum-Arten wie Ahorn, Birke, Buche (Rot-Buche), Eberesche, Eiche, Hainbuche und Linde weisen das Phänomen vom Johannistrieb auf.

Dieser "zweite Frühling" bewirkt, dass die Bäume unterm Jahr ein zweites Mal ihre Blätter austreiben.

Der Johannistrieb verdankt seinen Namen dem Umstand, dass er etwa um den Johannistag am 21. Juni stattfindet.

Er wird auf Witterungseinflüsse zurückgeführt und dient der Regeneration von Fraßschäden am Blätter-Bestand, der zu diesem Zeitpunkt bereits durch Tiere stattgefunden hat.

Der Johannistrieb ist aber nicht nur bei Laubbäumen zu beobachten, sondern auch bei Nadelbäumen wie der Lärche.

 

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9. Bedeutung der Früchte und Blätter in der Natur

Der Laubbaum liefert im Herbst durch seine herabfallenden Blätter für viele Tiere, Pilze und Pflanzen eine Überlebensgrundlage.

So überwintern im Falllaub Kleintiere und Insekten wie zum Beispiel Asseln, Frösche, Grille, Käfer (Marienkäfer, Laufkäfer), Lurchen, Motten, Ohrwürmer oder Regenwürmer.

Auch größere Tiere wie die Igel oder die Spitzmaus überwintern im Falllaub und Herbstlaub der Laubbäume.

Die Blätter schützen außerdem tierische und pflanzliche Boden-Organismen, also die Bodenflora und Bodenfauna, sowie die Wurzeln von Pflanzen vor Sonne, Erosion, Austrocknung, extremer Kälte und Frost.

Nicht zu vergessen, dass Laubblätter einen sehr guten Dünger und Kompost zum Mulchen im Garten (z.B. für Beete, Hecken, Sträucher) liefert, aber auch allgemein Humus in der freien Natur bereitstellen.

Die Früchte und Blätter vieler Laubbäume in der Natur sind auch die Nahrungsgrundlage von Larven wie z.B. von Blattwespen oder der Raupen von Schmetterlingen (→ vgl. Schmetterlingsgarten).

Einige Laubbäume sind ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer Rinde ansiedeln.

 

In einem lichten Wald mit heimischen Laubbäumen und grünen Blättern
Bild: Wald mit heimischen Laubbäumen in der Nähe vom Mangfall-Fluß in Oberbayern *

 

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10. Bedeutung für Garten und Gartengestaltung

Bei der Gartengestaltung sind einheimische Laubbäume (wie auch immergrüne Nadelbäume) in Deutschland sehr verbreitet, weil sie nach der Anwuchsphase sowie dem Schneiden der Wuchsform sehr robust sind und kaum Pflege benötigen.

Kleine Laubbaum-Arten wie der Fächer-Ahorn (Acer palmatum), der Feuer-Ahorn (Acer ginnala) oder der Japan-Ahorn (Acer japonicum) eignen sich auch als dekorative, mobile Kübelpflanzen für die Terrasse, den Balkon oder den Wintergarten.

In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") eine traditionelle Form der Gartenkunst, bei der Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern durch einen speziellen Formschnitt klein gehalten werden.

Für Bonsai eignen sich z.B. Laubbaumarten wie verschiedene Ahorne, Buchen und Ulmen.

Und im Herbst zaubern die nicht-immergrünen (laubabwerfenden) Laubbäume ein wahres Feuerwerk von Farben mit ihren verwelkenden Blättern in den Garten.

 

Gingkobaum mit leuchtend orange-gelben Blättern im Herbst
Bild: Ginkobaum (Ginkgo biloba) mit leuchtender Herbstfärbung Mitte November in Rheinland-Pfalz *

 

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11. Bedeutung in der Medizin

Verschiedene Laubbaum-Arten wie die Eiche, Eberesche, Edelkastanie, Espe, Linde und die Rosskastanie zählen zu den Arzneipflanzen und Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde.

Zur Anwendung kommt dabei die Heilwirkung von den Blättern (z.B. Kastanienblätter, Gingko), den Blüten (z.B. Lindenblüten), den Früchten (z.B. Vogelbeeren), den Knospen (z.B. Pappel), der Rinde (z.B. Birkenwasser, Eichenrinde) oder dem Stamm (z.B. Ahornsirup oder Birkensirup).

Die verschiedenen Bestandteile von Laubbäumen werden dabei auch als Teekraut für Blättertees, Blütentees, Früchtetees oder Rindentees genutzt.

Die ätherischen Öle des exotischen Blauen Eukalyptus (Eucalyptus globulus) werden nicht nur in der Aroma- und Sauna-Therapie wegen ihrer erfrischenden Wirkung eingesetzt:

Das aus den Blättern gewonnene Eukalyptusöl ist auch im Europäischen Arzneibuch als Heilmittel aufgeführt und findet z.B. dank seiner desinfizierenden Wirkung bei Atemwegs-Erkältungen, Grippe oder Rheuma Anwendung.

 

 

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12. Bedeutung als Rohstoff und Holz

Bedingt durch seine enge Gefäßstruktur und einen hohen Anteil von Fasern ist das Holz der Laubbäume relativ hart und schwer.

Laubbaum-Holz zählt mit Ausnahme von Erlen, Linden, Pappeln und Weiden zum Hartholz mit einer Darrdichte von mehr als 550 kg pro Kubikmeter.

Wofür wird Hartholz verwendet?

Als Baustoff wird Laubbaumholz bevorzugt dort eingesetzt, wo Holz lange haltbar sein soll sowie mechanische und witterungsbedingte Belastungen aushalten muss (z.B. Bauholz, Terrassen und Zäune im Gartenbau, Fussböden, Möbel, Konstruktionsholz, Musikinstrumente, Werkzeuge).

Wegen seiner höheren Dichte brennt das Hartholz der Laubbäume langsamer ab als Nadelbaum-Holz. Allerdings weist es wegen dem geringen Harz-Anteil einen geringeren Brennwert pro kg auf.

Das Hartholz der Laubhölzer wärmt deshalb langsamer den Wohnraum auf (bezogen auf Volumeneinheiten ist der Brennwert von Nadelbäumen wegen der geringeren Dichte niedriger).

 

Holzstoß mit großen runden Stammstücken am Rande von einem Wald
Bild: Holzstoß mit runden Stammstücken am Wald-Rand in Oberbayern *

 

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13. Symbolik und Mythos

Der Laubbaum ist wegen seiner stetigen Lauberneuerung ein Symbol für den Sieg über den Tod und die Wiedergeburt des Lebens.

Einzelnen Laubbäumen werden in der Baumsymbolik traditionell bestimmte Eigenschaften zugeordnet:

So gilt die majestätische, deutsche Eiche als Symbol für Ehre, Härte, Kraft, Männlichkeit, Unsterblichkeit, Unbeugsamkeit oder Standfestigkeit.

Die Eiche gilt als der "weise Vaterbaum" und "König der Bäume", der den Menschen hilft, die Herrschaft über ihre Emotionen zu gewinnen.

Wegen ihrer angeblichen Fähigkeit, Blitze anzuziehen, wurde die Eiche bei den Germanen, Griechen und Römern als heiliger Donnerbaum oder Blitzbaum verehrt.

In der germanischen und nordischen Mythologie wurde die Esche als heiliger Baum bzw. Weltenbaum Yggdrasil verehrt.

Im germanischen Glauben wurden verschiedenen Laubbäumen magische Eigenschaften zugeordnet und die Nähe zu bestimmten Göttern.

Aus diesem Grund gab es typische Gerichtsbäume wie die Eiche, Esche, Linde oder Ulme, unter deren Baumkrone Gericht gehalten wurde.

Bedeutendster Gerichtsbaum war dabei die Linde und noch heute kann man in Deutschland zahlreiche ehemalige Gerichtslinden finden.

Beispiele sind die Linde in Schenklengsfeld (Schenklengsfelder Dorflinde), eine Tausendjährige Linde in der Nähe von Bad Hersfeld (Hessen) oder die Bordesholmer Linde, eine ehemalige ca. 700 Jahre alte Gerichtslinde in Bordesholm (Schleswig-Holstein).

 

Schwarz-Weiss-Zeichnung der Gerichtslinde in Bordesholm
Bild: Gerichtslinde in Bordesholm, ein Gerichtsbaum gezeichnet um 1895 vom deutschen Maler Julius Fürst (1861-1938)

 

Bekannte Gerichtsbäume sind außerdem die Femeiche, eine je nach Schätzung zwischen 600 und 1.500 Jahre alte, ehemalige Gerichtseiche in Erle (Gemeinde Raesfeld, Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen) oder die je nach Schätzung bis zu 600 Jahre alte Gerichtseiche bei Holzhausen (Immenhausen) am Junkernkopf im Reinhardswald (Hessen).

Die Symbolik verschiedener Laubbäume findet sich ferner in der Heraldik (Wappenkunde) wieder, wo der jeweils stilisierte Laubbaum als Ganzes oder seine Bestandteile wie Blatt, Blüte, Frucht, Stamm oder Zweig bestimmte Eigenschaften des Wappenträgers (Mensch oder Gemeinschaft) ausdrücken sollen.

 

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14. Rekorde und Superlative

Wer schnellwachsende Laubbäume in seinem Garten haben möchte, der sollte eine Birke, Erle, Esche, Vogel-Kirsche, Pappel, Robinie, Vogelbeere/Eberesche oder Weide oder einen Kaiserbaum (Paulownia) pflanzen.

Der schnellst wachsende Laubbaum mit einem Zuwachs von über 2 Meter pro Jahr soll die Sorte Paulownia 'Nordmax21' der Firma WeGrow in Bonn (Nordrhein-Westfalen) sein.

Oder wenn es etwas ausgefallenes sein soll, dann kommt als schnellwachsender Laubbaum auch der Eucalyptus-Baum in Frage (z.B. die frostharten Eucalyptus debeuzevillei und Eucalyptus niphophila).

Zu den langsam wachsenden Laubbäumen zählen dagegen Amberbaum, Eiche und Baum-Hasel.

Mit einer Wuchshöhe von bis zu 45 Metern zählen Laubbäume nicht zu den höchsten Bäumen in Deutschland und Europa, sondern Nadelbäume, die Wuchshöhen von über 60 Metern erreichen können.

Die größten und höchsten Laubbäume in Deutschland sind mit bis zu 40-45 Meter Wuchshöhe der Berg-Ahorn, die Buche (Rotbuche), die Stiel-Eiche, die Europäische Lärche und die Esche.

Die größten und höchsten Laubbäume auf der Welt sind die Eukalypten in Australien wie z.B. der Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans), der auch Königs-Eukalyptus genannt wird.

Zu den größten Exemplaren zählt der Icarus Dream auf der Insel Tasmanien, der eine Höhe von knapp 100 Meter aufweist.

Der größte Riesen-Eukalyptus wurde 1872 nach dem Fällen mit einer Höhe von 132 Meter und einem Stammumfang von 20 Meter gemessen. Er war damit auch der höchste und größte Laubbaum auf der Erde, der bis heute gemessen wurde.

Zu den kleinsten deutschen Laubbäumen mit bis zu 10 Meter Wuchshöhe zählen Blumen-Esche, Kugel-Robinie oder Kugel-Ahorn.

Übrigens: Die Esche ist der einzige Laubbaum, der im Herbst und Winter seine Blätter in grünem Zustand abwirft.

 

Schattiger Rotbuchenwald im Herbst mit gelb-roter Blattfärbung
Bild: Wald mit Rotbuchen (Fagus sylvatica) im Herbst *

 

Eine einzigartige Ansammlung verschiedenster z.T. exotischer Laubbäume (und Blütensträucher) findet sich auf der gut 2 km langen über 350 Jahre alten Lichtentaler Allee.

Sie befindet sich im Stadtkreis Baden-Baden in der Region Mittlerer Oberrhein (Baden-Württemberg) und ist weltweit bekannt als "Straße der Bäume".

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

[1] Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.13 (→ zum PDF).

[2] Ebenda, S.16.

[3] Ebenda, S.6, 8, 13, 16.

* Foto © Oliver Fries