Laubbäume
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition, Eigenschaften, Merkmale
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Sommergrün
    2. Immergrün
  3. Bestimmung nach Wuchshöhe
  4. Laub-Holz als Baustoffe, Rohstoffe, Werkstoffe
  5. Verwendung als Brennholz, Kaminholz, Pellets
  6. Nutzung in der Medizin und Naturheilkunde
  7. Bedeutung für Gartengestaltung und Bonsai
  8. Bestimmen von Pflanzen-Familien botanisch
  9. Ursachen für den Blattabwurf
  10. Unterschiedlicher Austrieb im Frühjahr
  11. Johannistrieb
  12. Funktion der Früchte und Blätter in der Natur
  13. Häufigkeit / Vorkommen in D, AT und CH
  14. Symbole und Mythologie
  15. Rekorde und Superlative

Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was sind Laubbäume ? In der Botanik zählt der Laubbaum zur Klasse der Bedecktsamigen Pflanzen (Bedecktsamer), bei denen die Samenanlage im Fruchtknoten eingeschlossen ist.

Einzige Ausnahme ist der Gingkobaum (Ginkgo biloba), der wie die Nadelbäume zu den Nacktsamern innerhalb der Samenpflanzen zählt.

Laubbäume sind in diesem Lexikon Bäume, die im Unterschied zu Nadelbäumen an ihren Ästen Laubblätter statt Nadeln tragen.

Die Blätter können mehrjährig am Baum bleiben (sog. immergrüne Laubbäume) oder nur einjährig von Frühjahr bis Herbst oder dem nächsten Frühlingsbeginn (sog. sommergrüne Laubbäume).

im Unterschied zu Nadelbäumen bilden Laubbäume (englisch: deciduous trees) Früchte aus und keine Zapfen.

Laubbäume, die für den Menschen essbare Obst-Früchte ausbilden wie z.B. Apfelbaum, Birnbaum oder Kirsche, sind in diesem Lexikon aus Gründen der Übersicht unter einem eigenen Begriff → Obstbaumarten zu finden.

Allerdings müsste man sie wegen ihrer Blätter streng genommen den Laubbäumen zuordnen.

Gleiches gilt für die Zuordnung von Laubbaum-Arten, die Nuss-Früchte ausbilden wie der Kastanien-, Haselnuss- oder Walnuss-Baum.

Sie sind aus Gründen der Übersicht in einer eigenen Rubrik → Nussbaumarten zu finden.

 

Freistehende kleine Linde im Sommer auf dem Land mit Baum-Sitzbank und Marterl
Bild: Kleine Linde im Sommer vor dem Dorf Hohendilching (Oberbayern) *

 

Die Bestimmung einheimischer Laubbäume kann nach Blätter/Blattformen, Blüten, Früchte, Knospen oder Rinde erfolgen.

Dabei ist bei der Baumbestimmung die Gestalt der Blätter (Aufbau, Anordnung, Blattrand, Blattformen) eines der wichtigsten Bestimmungsmerkmale der Laubbäume.

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Liste zeigt typische sommergrüne oder immergrüne Laubbaum-Arten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wobei der Schwerpunkt auf einheimische und winterharte Laubbaumarten gelegt wird.

Sommergrün

Die folgende Übersicht zeigt sommergrüne Laubbaumarten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Garten gepflanzt werden können:

 

Sommergrüne, einheimische Laubbäume

 

  • Ahorne (Acer): Bergahorn, Feldahorn, Spitzahorn

  • Birken (Betula): Hänge-Birke (Weißbirke), Moor-Birke

  • Buchen (Fagus): Rotbuche mit zahlreichen Sorten

  • Mehlbeeren (Sorbus): Eberesche/Vogelbeere, Elsbeere, Mehlbeere, Speierling

  • Eichen (Quercus): Stieleiche, Traubeneiche

  • Erlen (Alnus): Grau-, Grün- und Schwarz-Erle

  • Eschen (Fraxinus): Gemeine Esche, Mannaesche, Schmalblättrige Esche

  • Hainbuchen (Carpinus): Gemeine Hainbuche

  • Linden (Tilia): Sommerlinde, Winterlinde (Steinlinde)

  • Pappeln (Populus): Grau-, Schwarz-, Silber-Pappel (Weißpappel), Zitterpappel (Espe)

  • Rosskastanien (Aesculus): Gewöhnliche Rosskastanie, Fleischrote Rosskastanie

  • Ulmen (Ulmus): Bergulme, Feldulme, Flatterulme

  • Weiden (Salix): Bruchweide, Reif-Weide, Silberweide

  • Weißdorne (Crataegus)

 

Sommergrüne exotische Laubbäume

 

 

Hinweise:

 

Unter den genannten Laubbaum-Arten sind Ahorne, Buchen und Hainbuchen auch zum Anlegen einer sommergrünen Hecke im Garten geeignet.

Die Eiche und die Hainbuche behalten ihre Blätter nach der Herbstfärbung den Winter über bis zum Abwurf im nächsten Frühjahr.

Der Blauglockenbaum (Kiribaum) ist ein exotischer und sommergrüner Laubbaum aus China, der wegen seinen auffallend violetten Blüten als Zierbaum in Europa gepflanzt wird.

Zu beachten ist, dass die Robinie in ihren Blättern, Früchten, Samen und ihrer Rinde Pflanzengifte (z.B. Phasin, Robin) enthält.

Ferner enthalten ihre Pollen Allergene, die bei empfindlichen Menschen Heuschnupfen auslösen können.

 

Verschieden hohe Laubgehölze im Winter auf einer Wiese mit Reif bedeckten Blättern
Bild: Laubgehölze im Winter mit Reif bedeckten Blättern

 

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Immergrün

Die folgende Übersicht zeigt immergrüne Laubbaum-Arten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Garten gepflanzt werden können

 

Einheimische, immergrüne Laubbäume

 

  • Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)

  • Echter Lorbeer (Laurus nobilis): wächst nur in milden Lagen, Blätter als Gewürzkraut nutzbar

  • Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)

 

Exotische, immergrüne Laubbäume

 

  • Wintergrüne/Immergrüne Eiche (Quercus turneri 'Pseudoturneri')

  • Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus)

  • Steineiche (Quercus ilex): nur in sehr milden Lagen winterhart

 

Hinweise:

 

Zu beachten ist, dass der Buchsbaum, die Lorbeerkirsche und die Stechpalme zu den Giftpflanzen zählen.

Unter den genannten immergrünen Laubbaum-Arten eignen sich Buchs, Kirschlorbeer und Stechpalme zum Anlegen einer immergrünen Hecke im Garten.

 

Gelbgrüne Blätter von einem Echten Lorbeer
Bild: Gewürzlorbeer/Echter Lorbeer (Laurus nobilis) Ende Juni *

 

Eine Beschreibung und ein Steckbrief mit Fotos der verschiedenen sommer- und immergrünen Laub-Baumarten folgt in Kürze.

 

 

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Bestimmung nach Wuchshöhe

Die nachfolgende Übersicht zeigt drei Unterteilungen, bis zu welcher Höhe ein Laubbaum wachsen kann. Nach der jeweiligen Wuchshöhe unterteilen sich Laubbäume in:

 

 

Hinweise:

 

Welche Baumgröße tatsächlich erreicht wird, hängt stets vom Standort der Laubgehölze im Garten und von den klimatischen Bedingungen ab.

Einige Laubbäume wachsen auch als ZwergstrauchKleinstrauch oder Großstrauch (z.B. Faulbaum).

 

Rosskastanie mit goldgelb gefärbtem Herbst-Laub an einem See
Bild: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) Anfang Oktober in Oberbayern *

 

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Laub-Holz als Baustoffe, Rohstoffe und Werkstoffe

Bedingt durch die enge Gefäßstruktur und den hohen Anteil von Fasern ist das Holz der Laubbäume relativ hart und schwer.

Laubbaum-Holz zählt mit Ausnahme von Erlen, Linden, Pappeln und Weiden zum Hartholz mit einer Darrdichte von mehr als 550 kg pro Kubikmeter.

Hartes Laubbholz mit Ausnahme von Birkenholz eignet sich als Baustoff und Werkstoff, wenn lange Haltbarkeit und hohe mechanische oder witterungsunabhängige Belastbarkeit (mit Imprägnierung) gefragt sind.

So finden Laubholzarten wie Eichenholz und Robinienholz im Außenbereich Verwendung als Baustoff für Terrassen und Zäune, Brücken, Brückenpfeiler, Eisenbahnschwellen und Schiffe.

Im Innenbereich dienen Laubholz-Arten als Werkstoff zur Herstellung von Arbeitsplatten, Tischplatten, Fussböden, Fenster, Türen, Treppen, Geländer, Fertigparkett oder Parkett.

Ferner eignet sich harte Laubbaum-Holzarten als Werkstoff für

 

  • Möbel (Betten, Schränke, Tische, Regale, Schreibtische, Esstische)

  • Musikinstrumente (Gitarre, Flöte, Geige, Harfe, Schlagzeug-Kessel)

  • Spielzeug (Schaukelpferde, Holzeisenbahn, Holzbausteine, Spielbretter)

  • Sportgeräte (Schlitten, Baseballschläger, Eishockeyschläger, Paddel, Ruder) 

  • Werkzeuge-Bestandteile (Werkzeuggriffe, Werkzeugstiele)

 

Nicht zu vergessen findet Laubholz Verwendung als Bauholz und Konstruktionsholz im Innen- und Außenbereich sowie als Rohstoff zur Papierherstellung.

 

 

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Verwendung als Brennholz, Kaminholz, Pellets

Als Brennholz und Kaminholz brennen die harten Laubbaum-Holzarten wegen ihrer höheren Dichte langsamer ab als das zum Weichholz zählende Nadelholz (Ausnahme: Lärche, Schwarzkiefer).

Bezogen auf Volumeneinheiten (Raummeter rm oder Ster st) ist der Brennwert/Heizwert von harten Laubhölzern somit höher als der von weichen Nadelhölzern.

Bezogen auf das Gewicht (kg) weist Laubbaum-Holz allerdings wegen dem fehlenden Harz-Anteil einen geringeren Brennwert auf als Nadelbaum-Holz.

Im Kamin brennt Laubholz mit geringeren Temperaturen ab und wärmt weniger schnell den Wohnraum als harzhaltiges Nadelholz (Ausnahme: Eibe).

Aufgrund dieser Brenneigenschaften eignet sich Laubholz deshalb hervorragend als Brennholz für den Kaminofen, Kachelofen und Kamin.

Ebenso als Holzpellets und Holzbriketts für eine Pelletheizung bzw. einen Pelletsofen zum Heizen von Häusern oder als Grill-Pellets für einen Barbecue-Smoker (auch als Pelletgrill, Pelletsmoker oder Bullsmoker bei größeren Grills bezeichnet).

Weil das Holz von Laubbäumen harzfrei ist, zeichnet es sich ferner durch einen geringen Funkenflug, eine gute Glutbildung und ein gleichmässiges Flammenbild (außer gerbsäuerhalties Eichenholz) aus.

Ein besonders schönes Flammenbild ergibt sich dabei mit Buchenholz, während Birkenholz ein schwaches Knistern wie Nadelholz bewirkt und Eichenholz sehr langsam abbrennt.

Allerdings stehen diesen Vorteilen auch Nachteile bei der Handhabung gegenüber:

Das zum Hartholz zählende Laubholz läßt sich schwerer spalten als das zum Weichholz zählende Nadelholz und ist wegen der hohen Darrdichte relativ schwer.

 

Hochstamm-Stücke als Holzstoß gestapelt an einem Waldrand
Bild: Hochstamm-Holzstoß mit runden Stammstücken am Wald-Rand in Oberbayern *

 

Hinweise:

 

Wie Nadelholz muss man auch Laubholz sorgfältig trocknen vor seiner Verwendung als Kaminholz, Brennholz, Pellets oder Anzündholz (Anfeuerholz).

Dabei benötigt hartes Laubholz nach der Spaltung etwa doppelt so lange zum Trocknen wie weiches Nadelholz, das schon nach einem Jahr ausreichend trocken sein kann.

Feuchtes Holz mit einem Feuchtegrad über 20% führt bei der Verbrennung zu einer größeren Rauchentwicklung und zu höheren Schadstoffwerten (Abgaswerten).

Zudem sinkt der Brennwert (Energiewert) von Kaminholz, Brennholz oder Pellets und der höhere Ruß- und Wasseranteil in den Verbrennungsabgasen schädigt die Kamin-Mauer (sog. Versottung).

 

 

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Nutzung in der Medizin und Naturheilkunde

Verschiedene Laubbaum-Arten zählen zu den Arzneipflanzen und Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde.

wie die Ahorn, Birke, Eiche, Eberesche, Edelkastanie, Esche, Espe, Eukalyptus, Linde und die Rosskastanie

Zur Anwendung kommt dabei die Heilwirkung von folgenden Baum-Bestandteilen:

 

  • Blätter (z.B. Birkenblättertee, Birkenblätterextrakt, Ebereschen-Tee, Eschenblättertee, Eukalyptusöl, Gingkoblätter-Extrakt, Kastanienblätter-Extrakt)

  • Blüten (z.B. Eiche "Bachblüten Oak", Lindenblütentee)

  • Früchte (z.B. Eicheln, Rosskastanien, Vogelbeeren, Weißdorn)

  • Knospen (z.B. Birkenknospenöl und -tee, Pappelsalbe)

  • Rinde (z.B. Birkenwasser, Birkenzucker/Xylit, Birkenöl, Eichenrindentee, Amberbaum-Storax/-Styrax) 

  • Stamm (z.B. Ahornsirup, Birkensaft, Birkensirup, Eschenmanna/Mannit)

 

Die verschiedenen Bestandteile von Laubbäumen werden dabei auch als Teekraut für Blättertees, Blütentees, Früchtetees oder Rindentees und für Nahrungsergänzung genutzt.

Die ätherischen Öle des exotischen Blauen Eukalyptus (Eucalyptus globulus) werden nicht nur in der Aroma- und Sauna-Therapie wegen ihrer erfrischenden Wirkung eingesetzt:

Das aus den Blättern gewonnene Eukalyptusöl ist auch im Europäischen Arzneibuch als Heilmittel aufgeführt und findet z.B. dank seiner desinfizierenden Wirkung bei Atemwegs-Erkältungen, Grippe oder Rheuma Anwendung.

 

Zwei reagenzglas-breite Glasröhrchen mit Kunststoff-Verschluß mit extrahiertem reinem ätherischen Eukalyptusöl, links schwach braun vom Zitroneneukalyptus, rechts durchsichtig vom Gewöhnlichen oder Blauen Eukalyptus
Bild: Ätherisches Eukalyptusöl, links vom Zitroneneukalyptus (Corymbia citriodora), rechts vom Blauen / Gewöhnlichen Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

 

 

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Bedeutung für Gartengestaltung und Bonsai

Bei der Gartengestaltung sind einheimische Laubbäume (wie auch immergrüne Nadelbäume) in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr verbreitet.

Der Grund hierfür ist, dass ein Laubbaum nach der Anwuchsphase und dem Schneiden der Wuchsform sehr robust ist und somit kaum Pflege benötigt.

Nicht zu vergessen, dass im Herbst nicht-immergrüne (laubabwerfende) Laubbäume ein wahres Feuerwerk von Farben mit ihren verwelkenden Blättern in den Garten zaubern.

 

Gingkobaum mit leuchtend orange-gelben Blättern im Herbst
Bild: Ginkobaum (Ginkgo biloba) mit leuchtender Herbstfärbung Mitte November in Rheinland-Pfalz, seit dem 18. Jahrhundert ein Parkbaum in Europa *

 

Kleine Laubbaum-Arten eignen sich ferner als dekorative, mobile Kübelpflanzen für die Terrasse, den Balkon oder den Wintergarten. Zu nennen sind zum Beispiel:

 

  • Fächer-Ahorn (Acer palmatum)

  • Feuer-Ahorn (Acer ginnala)

  • Japan-Ahorn (Acer japonicum)

  • Kugel-Ginkgo (Ginkgo biloba 'Mariken')

 

In Japan und China ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") eine traditionelle Form der Gartenkunst und künstlerischen Gartengestaltung.

Dabei werden Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern (oder kleinen Nadeln) durch eine speziellen Schnitt-Technik in eine bestimmte künstlerische Form gebracht und klein gehalten.

Für eine Kultivierung als Bonsai eignen sich bei den Laubbaumarten die Ahornbäume (Acer), Buchen (Fagus), Eschenbäume (Fraxinus) und Ulmen (Ulmus).

 

Jungpflanze eines Gingko-Bonsai im Innenbereich zum Überwintern
Bild: Gingko-Bonsai (Ginkgo biloba) zum Überwintern im Innenbereich

 

Diese Bonsai-Pflanzen kann man in Baumschulen und im Pflanzenhandel entweder für kleine Pflanzgefäße im Indoor-Bereich oder für das Freiland zur Gartengestaltung kaufen.

 

 

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Bestimmen von Pflanzen-Familien botanisch

Im Rahmen der botanischen Taxonomie lassen sich die folgenden Pflanzenfamilien innerhalb der Laubbäume bestimmen:

 

  • Altingiaceae: Amberbäume (Liquidambar)

  • Birkengewächse (Betulaceae): Birken (Betula), Erlen (Alnus), Hainbuchen (Carpinus)

  • Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae): Blauglockenbaum

  • Buchengewächse (Fagaceae): Buchen (Fagus), Eichen (Quercus)

  • Buchsbaumgewächse (Buxaceae): Buchsbäume (Buxus)

  • Ginkgogewächse: Ginko (Ginkgo biloba)

  • Hartriegelgewächse (Cornaceae): Hartriegel (Cornus)

  • Hülsenfrüchtler (Fabaceae): Goldregen (Laburnum), Judasbäume (Cercis), Robinien (Robinia)

  • Kernobstgewächse (Pyrinae): Weißdorn (Crataegus)

  • Lindengewächse (Tilioideae): Linden (Tilia)

  • Lorbeergewächse (Lauraceae): Lorbeeren (Laurus)

  • Ölbaumgewächse (Oleaceae): Eschen (Fraxinus)

  • Platanengewächse (Platanaceae): Platanen (Platanus)

  • Rosengewächse (Rosaceae): Ebereschen/Vogelbeeren (Sorbus), Prunus-Arten

  • Seifenbaumgewächse (Sapindaceae): Ahorne (Acer), Rosskastanien (Aesculus)

  • Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae): Stechpalmen (Ilex)

  • Ulmengewächse (Ulmaceae): Ulmen (Ulmus)

  • Weidengewächse (Salicaceae): Pappeln (Populus), Weiden (Salix)

 

Helle Borke und Äste mit Blättern Himalaya-Birke Betula utilis
Bild: Äste mit Blättern und Borke einer Himalaya-Birke (Betula utilis) im Herbst *

 

Darüber hinaus lassen sich weitere botanische Pflanzenfamilien für exotische Laubbäume bestimmen:

 

  • Kuchenbaumgewächse (Cercidiphyllaceae): Kuchenbaum/Katsurabaum/Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum)

  • Lippenblütler (Lamiaceae): Losbaum (Clerodendrum)

  • Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae): Trompetenbaum (Catalpa)

 

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Ursachen für den Blattabwurf

Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab ? Die meisten einheimischen Laubbäume können erst durch das Abwerfen der Blätter (Herbstlaub) überwintern.

Denn im Herst und Winter können ihre Wurzeln aus dem kalten Boden kein Wasser mehr aufnehmen, um damit die Blätter für die Photosynthese zu versorgen.

Hinzukommt, dass das in den Blättern gespeicherte Wasser bei Winter-Frost das Blatt zerstören würde.

Aus diesem Grund entziehen die Laubbäume im Herbst den Blättern Nährstoffe (Chlorophyll) und Wasser.

Das erklärt auch, warum die Blätter im Herbst braun bzw. rot oder bunt werden bzw. die Gelbfärbung und Rotfärbung der Blätter.

Mit dem Abwurf der welken Laubblätter kommt die Verdunstung der Laubbäume im Winter dann nahezu zum Stillstand.

Der Blattabwurf zum Überwintern ist außerdem für viele Laubbäume ein Schutz vor Schneebruch.

Eine Ausnahme bei den Laubbäumen sind Eiche, Hainbuche und Rotbuche, die ihre braunen Laubblätter den ganzen Winter über behalten und erst im Frühjahr abwerfen.

Bleibt die Frage: Warum werfen Laubbäume ihre Blätter im Herbst und Winter ab und Nadelbäume nicht ?

Dafür gibt es mehrere Gründe, die im Kapitel "Warum behalten Nadelbäume im Winter ihre Nadeln ?" beschrieben werden.

 

Orange-rotes Herbstlaub im Wald
Bild: Orange-rotes Herbstlaub im Wald

 

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Unterschiedlicher Austrieb im Frühjahr

Warum treiben Laubbäume im Frühjahr unterschiedlich schnell ihre Blätter aus ?

Damit ein Laubbaum Blätter austreiben kann, muß er mit Hilfe seiner Wurzeln und speziellen Zellen im Stamm (den sog. Tracheen) Wasser und Nährstoffe aus der Erde zu den Ästen nach oben transportieren.

Je nach der Holzstruktur vom Stamm bzw. dem Splintholz kann das unterschiedlich schnell und effektiv passieren.

Laubbäume mit einer ringporigen Holzstruktur wie Eiche, Esche, Kastanie/Edelkastanie, Robinie oder Ulme nutzen für den Wassertransport nur den äußersten und jüngsten Jahresring, der im Frühjahr erst gebildet werden muß.

Laubbäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Buche, Linde oder Pappel nutzen für den Wassertransport den gesamten Jahresring und treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.

 

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Johannistrieb

Verschiedene sommergrüne Laubbaum-Arten wie Ahorn, Birke, Buche (Rot-Buche), Eberesche, Eiche, Hainbuche und Linde weisen das Phänomen vom Johannistrieb auf.

Dieser "zweite Frühling" bewirkt, dass die Bäume unterm Jahr ein zweites Mal ihre Blätter aus der bereits für den nächsten Frühling geblildeten Endknospe austreiben.

Der Johannistrieb verdankt seinen Namen dem Umstand, dass er etwa um den Johannistag am 24. Juni stattfindet, einem katholischen und christlich-orthodoxen Feiertag zur Ehre des Predigers Johannes dem Täufer.

Bei guten Witterungsverhältnissen, die einen erfolgreichen zweiten Austrieb mit neuer Endknospe bis zum Herbst ermöglichen, kann sich der Baum durch den Johannistrieb einerseits einen Wuchsvorteil gegenüber umliegenden Bäumen und Sträuchern verschaffen.

Andererseits kann ein Laubbaum einen Abbau seines Blätter-Bestandes regenerieren, der durch Fraßschäden von Tieren wie dem Maikäfer oder Schmetterlingsraupen (z.B. Eichenspinner / Eichenprozessionsspinner, Gespinstmotten) entstanden ist.

Der Johannistrieb ist allerdings nicht nur bei sommergrünen Laubbäumen zu beobachten, sondern auch bei sommergrünen Nadelbäumen wie der Lärche.

 

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Funktion der Früchte und Blätter in der Natur

Ein Laubbaum liefert im Herbst durch seine herabfallenden Blätter für viele Tiere, Pilze und Pflanzen eine Überlebensgrundlage.

So überwintern im Falllaub Kleintiere und Insekten wie zum Beispiel Asseln, Frösche, Grille, Käfer (Marienkäfer, Laufkäfer), Lurchen, Motten, Ohrwürmer oder Regenwürmer.

Auch größere Tiere wie die Igel oder die Spitzmaus überwintern im Falllaub und Herbstlaub der Laubbäume.

Die Blätter schützen außerdem tierische und pflanzliche Boden-Organismen, also die Bodenflora und Bodenfauna, sowie die Wurzeln von Pflanzen vor Sonne, Erosion, Austrocknung, extremer Kälte und Frost.

Nicht zu vergessen, dass Laubblätter einen sehr guten Dünger und Kompost zum Mulchen im Garten (z.B. für Beete, Hecken, Sträucher) liefert, aber auch allgemein Humus in der freien Natur bereitstellen.

Die Früchte und Blätter vieler Laubbäume in der Natur sind auch die Nahrungsgrundlage von Larven wie z.B. von Blattwespen oder der Raupen von Schmetterlingen (→ vgl. Schmetterlingsgarten).

Einige Laubbäume sind ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer Rinde ansiedeln.

 

In einem lichten Laub-Wald mit heimischen Bäumen und grünen Blättern an einem sonnigen Frühlingstag
Bild: Laub-Wald mit heimischen Laubbäumen im Mai in Oberbayern *

 

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Häufigkeit / Vorkommen in D, AT und CH

Unter den einheimischen Laubbaumarten in Deutschland`s Wäldern, die 32% der Fläche bedecken, sind Buche und Eiche die wichtigsten und häufigsten Laubbäume:1

Dabei nimmt die Rotbuche (Fagus sylvatica) 15% der deutschen Wald-Fläche ein und ist damit der häufigste Laubbaum.1

Als zweit-häufigste Laubbaumart folgt die Eiche mit ihren Arten Traubeneiche und Stieleiche, die zusammen mit einem Anteil von 10% in deutschen Wäldern vorkommen.1

Buchen und Eichen zählen damit nicht nur zu den häufigsten Laubbäumen in Deutschland, sondern nach den häufigsten Nadelbäumen wie der Fichte (25%) und der Föhre (22%) auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland`s Wäldern.1

Ein deutlich geringeres Vorkommen haben die Birken (Hänge-/Weiß- und Moor-Birke) mit 4,5%, die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) mit 2,4%, die Erlen (Grau-, Grün- und Schwarzerle) mit 2,2% und die Ahorne (Berg-, Feld- und Spitzahorn) mit 2,1% Wald-Anteil.1

In der Schweiz, wo knapp ein Drittel der Landesfläche mit Wald bedeckt ist, ergibt sich bzgl. der Verbreitung der Eiche ein anderes Bild.2

Ihre Bestände wurden wegen ihrer Eichel-Früchte zur Schweinemast jahrhundertelang gefördert.

Doch mit dem Beginn des Kartoffelanbaus ab dem 18. Jahrhundert sank die Bedeutung von Eicheln als Futtermittel für die Schweinemast und damit ihre Häufigkeit.

Zu einem weiteren Rückgang der Eichen-Bestände in der Schweiz kam es durch den Bau von Eisenbahnen und dem damit verbundenen Bedarf an Eisenbahnschwellen aus Eichenholz.

Aus den genannten Gründen hat die Eiche heute nur noch einen geringen Anteil in schweizer Wäldern:

Dort ist die Rotbuche mit 18,1% Wald-Anteil der häufigste Laubbaum und nach der Fichte mit 44,1% der zweithäufigste Baum in der Schweiz.2

Mit deutlichem Abstand folgen Eschen mit 3,7%, Ahorne mit 2,9%, Eichen mit 2,2% und die Kastanie mit 1,2% Wald-Anteil.2

In Österreich, wo die Hälfte der Landesfläche mit Wald bedeckt sind,3 ist die Rotbuche mit 10,2% Wald-Anteil der wichtigste und häufigste Laubbaum.4

Mit großem Abstand folgen die Gemeine Esche mit 3,1%, die Hainbuche mit 2,7%, der Berg-Ahorn mit 1,9%, die Eiche mit 1,8% und die Weiß-Erle mit 1,6% Wald-Anteil als häufigste Laubbäume in österreichischen Wäldern.4

 

Stieleiche bzw. Deutsche Eiche als frei stehender Baum auf dem Land
Bild: Stieleiche / Deutsche Eiche (Quercus robur) Ende September in Oberbayern *

 

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Symbole und Mythologie

Der Laubbaum ist wegen seiner stetigen Lauberneuerung ein Symbol für den Sieg über den Tod und die Wiedergeburt des Lebens.

Einzelnen Laubbäumen werden in der Baumsymbolik traditionell bestimmte symbolische Eigenschaften zugeordnet:

So gilt die majestätische, deutsche Eiche als Symbol für Ehre, Härte, Kraft, Männlichkeit, Unsterblichkeit, Unbeugsamkeit oder Standfestigkeit.

Die Eiche gilt als der "weise Vaterbaum" und "König der Bäume", der den Menschen hilft, die Herrschaft über ihre Emotionen zu gewinnen.

Wegen ihrer angeblichen Fähigkeit, Blitze anzuziehen, wurde die Eiche bei den Germanen, Griechen und Römern als heiliger Donnerbaum oder Blitzbaum verehrt.

In der germanischen und nordischen Mythologie wurde die Esche als heiliger Baum bzw. Weltenbaum Yggdrasil verehrt.

Generell wurde in der germanischen Mythologie verschiedenen Laubbäumen ein ganzer Katalog magischer Eigenschaften zugeordnet und eine Nähe zu bestimmten Göttern.

Aus diesem Grund gab es typische Gerichtsbäume wie die Eiche, Esche, Linde oder Ulme, unter deren Baumkrone Gericht gehalten wurde.

Bedeutendster Gerichtsbaum war dabei die Linde und noch heute kann man in Deutschland zahlreiche ehemalige Gerichtslinden finden.

Beispiele sind die Linde in Schenklengsfeld (Schenklengsfelder Dorflinde), eine Tausendjährige Linde in der Nähe von Bad Hersfeld (Hessen).

Oder die Bordesholmer Linde, eine ehemalige ca. 700 Jahre alte Gerichtslinde in Bordesholm (Schleswig-Holstein).

 

Schwarz-Weiss-Zeichnung der Gerichtslinde in Bordesholm
Bild: Gerichtslinde in Bordesholm, ein Gerichtsbaum gezeichnet um 1895 vom deutschen Maler Julius Fürst (1861-1938)

 

Zu den weiteren bekannten Gerichtsbäumen zählt die Femeiche, eine je nach Schätzung zwischen 600 und 1.500 Jahre alte, ehemalige Gerichtseiche in Erle (Gemeinde Raesfeld, Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen).

Oder die je nach Schätzung bis zu 600 Jahre alte Gerichtseiche bei Holzhausen (Immenhausen) am Junkernkopf im Reinhardswald (Hessen).

Verschiedene Laubbäume finden sich als Symbole ferner in der Heraldik, auch Wappenkunde oder Wappenkunst, wieder.

Dort sollen der jeweils stilisierte Laubbaum als Ganzes oder seine Bestandteile wie Blatt, Blüte, Frucht, Stamm oder Zweig bestimmte Eigenschaften des Wappenträgers (Mensch oder Gemeinschaft) ausdrücken.

 

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Rekorde und Superlative

Zu den einheimischen, schnellwachsenden Laubbäumen im Garten zählen Birke, Erle, Esche, Vogel-Kirsche, Pappel, Vogelbeere/Eberesche oder Weide.

Exotische, schnellwachsende Laubbäume sind Eucalyptus (z.B. frostharte Eucalyptus debeuzevillei und Eucalyptus niphophila), Kaiserbaum (Paulownia) oder Robinie.

Der schnellst wachsende Laubbaum mit einem Zuwachs von über 2 Meter pro Jahr soll die Sorte Paulownia 'Nordmax21' der Firma WeGrow in Bonn (Nordrhein-Westfalen) sein.

Zu den langsam wachsenden Laubbäumen zählen Amberbaum, Eiche und Baum-Hasel.

Mit einer Wuchshöhe von bis zu 45 Metern zählen Laubbäume nicht zu den höchsten Bäumen im deutschsprachigen Raum.

Denn Nadelbäume wie Douglasien, Fichten oder Tannen können Wuchshöhen von 50-60 Meter erreichen.

Zu den größten und höchsten Laubbäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit über 40 Metern Wuchshöhe zählen Berg-Ahorn, Buche (Rotbuche), Stiel- und Trauben-Eiche, Ahornblättrige Platane und Esche.

Die größten und höchsten Laubbäume auf der Welt sind die immergrünen Eukalypten in Australien, Indonesien oder Tasmanien.

Der höchst wachsende Vertreter dieser exotischen Laubbaumart ist der Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans), der auch Königs-Eukalyptus genannt wird.

Zu den größten Exemplaren zählt der Icarus Dream auf der Insel Tasmanien, der eine Höhe von knapp 100 Meter aufweist.

Allerdings wurde der größte Riesen-Eukalyptus 1872 nach dem Fällen mit einer Höhe von 132 Meter und einem Stammumfang von 20 Meter gemessen.

Er war damit auch der höchste und größte Laubbaum auf der Erde, der bis heute gemessen wurde.

Zu den kleinsten deutschen Laubbäumen mit bis zu 10 Meter Wuchshöhe zählen Blumen-Esche, Kugel-Robinie oder Kugel-Ahorn.

Übrigens: Die Esche ist der einzige Laubbaum, der im Herbst und Winter seine Blätter in grünem Zustand abwirft.

 

Schattiger Rotbuchenwald im Herbst mit gelb-roter Blattfärbung
Bild: Wald mit Rotbuchen (Fagus sylvatica) im Herbst *

 

Eine einzigartige Ansammlung verschiedenster z.T. exotischer Laubbäume (und Blütensträucher) findet sich auf der gut 2 km langen über 350 Jahre alten Lichtentaler Allee.

Sie befindet sich im Stadtkreis Baden-Baden in der Region Mittlerer Oberrhein (Baden-Württemberg) und ist weltweit bekannt als "Straße der Bäume".

 

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[1] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland, Referat 533 für nationale Waldpolitik und Jagd  (2015): Entdecke den Wald in Deutschland, Die kleine Waldfibel, S.6, 10, 16, 24, 34, 54, 62, 66, 80

[2] Schweizerisches Landesforstinventar, Ergebnisse der dritten Erhebung 2004 – 2006, Hrsg. Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wald des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Vorrat nach Hauptbaumart in % pro Produktionsregion, Auswertungseinheit: zugänglicher Wald ohne Gebüschwald, S.34, 70, 84, 296, 297, 299

Hinweis: die genaue Bezeichnung und Bestimmung der untersuchten Nadel- und Laubbäume in der Schweiz finden sich auf den oben genannten Seiten im Pflanzenverzeichnis des Landesforstinventars.

[3] Österreichisches Bundesforschungszentrum für Wald (2016), Österreichs Wald, 3. Auflage, S.5

[4] Österreichische Waldinventur 2007 - 2009 vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) in Österreich, erschienen in: BFW-Praxisinformation Nr. 24 - 2011, S.5, 12, 18

 

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