Laubbäume
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition, Eigenschaften, Merkmale
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Sommergrün
    2. Immergrün
  3. Bestimmung nach Wuchshöhe
  4. Wurzeltiefe: Flachwurzler und Tiefwurzler
  5. Laub-Holz als Baustoffe, Rohstoffe, Werkstoffe
  6. Verwendung als Brennholz, Kaminholz, Pellets
  7. Nutzung in der Medizin als Heilpflanze
  8. Bedeutung in der Gartengestaltung
  9. Bonsai in der Garten-Kunst
  10. Bestimmen von Pflanzen-Familien botanisch
  11. Ursachen für den Blattabwurf
  12. Unterschiedlicher Austrieb im Frühling
  13. Rätsel Johannistrieb (Prolepsis)
  14. Funktion der Früchte und Blätter in der Natur
  15. Häufigkeit / Vorkommen in D, AT und CH
  16. Symbole und Mythologie
  17. Wachstum: Rekorde und Superlative
    1. Schnellwachsende Laubbäume
    2. Laubbaum mit den größten Blättern
    3. Langsam wachsende Laubbäume
    4. Größte Laubbäume

Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was sind Laubbäume ? In der Botanik zählt der Laubbaum zur Klasse der Bedecktsamigen Pflanzen (Bedecktsamer), bei denen die Samenanlage im Fruchtknoten eingeschlossen ist.

Einzige Ausnahme ist der chinesische Gingkobaum (Ginkgo biloba), der wie die Nadelbäume zu den Nacktsamern innerhalb der Samenpflanzen zählt.

Laubbäume sind in diesem Lexikon Bäume, die im Unterschied zu Nadelbäumen an ihren Ästen Laubblätter statt Nadeln tragen.

Die Blätter können mehrjährig am Baum bleiben (sog. immergrüne Laubbäume) oder nur einjährig von Frühjahr bis Herbst oder dem nächsten Frühlingsbeginn (sog. sommergrüne Laubbäume).

im Unterschied zu Nadelbäumen bilden Laubbäume (englisch: deciduous trees, lateinisch: arbor caduca) Früchte aus und keine Zapfen.

Laubbäume, die für den Menschen essbare Obst-Früchte ausbilden wie z.B. Apfelbaum, Birnbaum oder Kirsche, sind in diesem Lexikon aus Gründen der Übersicht unter einem eigenen Begriff → Obstbaumarten zu finden.

Allerdings müsste man sie wegen ihrer Blätter streng genommen den Laubbäumen zuordnen.

Gleiches gilt für die Zuordnung von Laubbaum-Arten, die Nuss-Früchte ausbilden wie der Kastanien-, Haselnuss- oder Walnuss-Baum.

Sie sind aus Gründen der Übersicht jeweils in einer eigenen Rubrik → Nussbaumarten zu finden.

 

Freistehende kleine Linde im Sommer auf dem Land in Bayern mit Baum-Sitzbank und Marterl
Bild: Kleine Linde im Sommer vor dem Dorf Hohendilching (Bayern) *

 

Die Bestimmung einheimischer Laubbäume kann nach Blättern/Blattformen, Blüten, Früchten, Knospen oder Rinde erfolgen.

Für die Baumbestimmung ist die Gestalt der Blätter (Aufbau, Anordnung, Blattrand, Blattformen) eines der wichtigsten Bestimmungsmerkmale der Laubbäume.

Aus diesem Grund wurde in der Botanik bereits im 16. Jahrhundert zum Bestimmen verschiedener Laubbaum-Arten ein Herbarium angelegt.

Dabei handelt es sich um ein Blattalbum als Sammlung von getrockneten, gepressten Blättern sowie weiteren Informationen z.B. zu Fundort und Zeit.

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Welche Laubbäume gibt es ? In der folgenden Übersicht werden typische sommergrüne und immergrüne Laubbaum-Arten unterschieden.

Dabei wird der Schwerpunkt auf einheimische und winterharte, repräsentative Laubbaumarten gelegt, die ihr natürliches Vorkommen im deutschsprachigen Raum haben.

Sommergrün

Die folgende Liste zeigt typische sommergrüne Laubbaumarten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Garten gepflanzt werden können:

 

Sommergrüne, einheimische Laubbäume

 

  • Ahorne (Acer): Bergahorn, Feldahorn, Spitzahorn

  • Birken (Betula): Hänge-Birke (Weißbirke), Moor-Birke

  • Buchen (Fagus): Rotbuche mit zahlreichen Sorten

  • Eichen (Quercus): Stieleiche, Traubeneiche

  • Erlen (Alnus): Grau-, Grün- und Schwarz-Erle

  • Eschen (Fraxinus): Gemeine Esche, Mannaesche, Schmalblättrige Esche

  • Faulbaum (Rhamnus frangul, Syn.: Frangula alnus)

  • Hainbuchen (Carpinus): Gemeine Hainbuche

  • Linden (Tilia): Sommerlinde, Winterlinde (Steinlinde)

  • Mehlbeeren (Sorbus):

    - Eberesche/Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
    - Elsbeere (Sorbus torminalis)
    - Mehlbeere (Sorbus aria)
    - Speierling (Sorbus domestica)
     

  • Pappeln (Populus): Grau-, Schwarz-, Silber-Pappel (Weißpappel), Zitterpappel (Espe)

  • Rosskastanien (Aesculus): Gewöhnliche Rosskastanie, Fleischrote Rosskastanie

  • Ulmen/Rüster (Ulmus): Bergulme, Feldulme, Flatterulme

  • Weiden (Salix): Bruchweide, Reif-Weide, Silberweide

  • Weißdorne (Crataegus)

 

Sommergrüne exotische Laubbäume

 

  • Amberbaum (Liquidambar)

  • Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa)

  • Ginkgobaum (Ginkgo biloba)

  • Amerikanische/Dreidornige Gleditschie (Gleditsia triacanthos), auch Falscher Christusdorn
  • Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangeana)

  • Ahornblättrige Platane (Platanus x hispanica)

  • Robinie (Robinia pseudoacacia): auch Scheinakazie, Falsche Akazie

 

Weitere exotische Laubbäume wie der Rot-Ahorn mit seinen im Herbst leuchtend roten Blättern oder ganzjährig rotblättrige Laubbaum-Arten wie die Blutbuche oder der Fächerahorn finden sich auf der Unterseite → Blätter- und Herbstfärbung von Zierbäumen.

 

Äste und Zweige einer Amerikanischen Gleditschie ohne Blätter im Frühling mit Dornen, die auch Falscher Christusdorn genannt wird.
Bild: Amerikanische/Dreidornige Gleditschie (Gleditsia triacanthos) ohne Blätter im Frühling, ein Laubbaum mit Dornen

 

Hinweise:

 

  • Unter den genannten heimischen Laubbaum-Arten sind Ahorne, Buchen und Hainbuchen auch zum Anlegen einer sommergrünen Hecke im Garten geeignet.

  • Die Eiche und die Hainbuche behalten ihre Blätter nach der Herbstfärbung den Winter über bis zum Abwurf im nächsten Frühjahr.

  • Der Blauglockenbaum (Kiribaum) ist ein exotischer, chinesischer Laubbaum, der wegen seinen auffallend violetten Blüten als Zierbaum in Europa gepflanzt wird.

  • Blätter, Früchte, Samen und Rinde der Robinie/Falschen Akazie enthalten Pflanzengifte (z.B. Phasin, Robin); die Pollen enthalten Allergene, die bei empfindlichen Menschen Heuschnupfen auslösen können.

  • Der Ahorn ist ein Laubbaum, dessen Samen wie Propeller langsam zu Boden fallen und dadurch bei Wind weiter verweht werden können.

  • Erle, Espe, Hainbuche, Pappel und Weide sind Laubbäume, die im Frühling Kätzchen (Palmkätzchen) ausbilden, d.h. flauschige Blütenstände, die sich wie ein weiches Katzenfell anfühlen.

  • Die Esche ist der einzige heimische Laubbaum, der im Herbst und Winter seine Blätter in grünem Zustand abwirft.

  • Eine im Kreuzworträtsel typische Frage ist die nach einem heimischen Laubbaum mit 4 Buchstaben, welche nur mit Erle, Espe und Ulme zu beantworten ist.

  • Ein Großteil der regelmäßig im Quiz gesuchten einheimischen Laubbäume wird mit 5 Buchstaben geschrieben wie Ahorn, Birke, Buche, Buchs, Eiche, Esche, Linde und Weide.

 

Verschieden hohe Laubgehölze im Winter auf einer Wiese mit Reif bedeckten Ästen
Bild: Sommergrüne Laubgehölze im Winter mit Reif bedeckten Ästen

 

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Immergrün

Die folgende Übersicht zeigt typische immergrüne Laubbaum-Arten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr Blätter behalten:

 

Einheimische, immergrüne Laubbäume

 

  • Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)

  • Echter Lorbeer (Laurus nobilis): Blätter als Gewürzkraut nutzbar

  • Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)

 

Exotische, immergrüne Laubbäume

 

  • Wintergrüne/Immergrüne Eiche (Quercus turneri 'Pseudoturneri')

  • Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus)

  • Steineiche (Quercus ilex)

 

Gelbgrüne, ovale Blätter von einem Echten Lorbeer
Bild: Gewürzlorbeer/Echter Lorbeer (Laurus nobilis) Ende Juni, ein Laubbaum, der seine Blätter nicht verliert *

 

Hinweise:

 

  • Der Echte Lorbeer ist wie die Stein-Eiche ein typischer Laubbaum, der sein natürliches Vorkommen im Mittelmeergebiet hat und im deutschsprachigen Raum nur in sehr milden Lagen winterhart ist.

  • Zu beachten ist, dass die Lorbeerkirsche, der Buchsbaum und die Stechpalme zu den Giftpflanzen zählen.

  • Unter den genannten immergrünen Laubbaum-Arten ohne Blattabwurf eignen sich Buchs, Kirschlorbeer und Stechpalme zum Anlegen einer immergrünen Hecke im Garten.

  • Die beiden Eichenarten Stein-Eiche und Immergrüne Eiche sind die beiden einzigen Buchengewächs-Arten, die als immergrüner Laubbaum wachsen und bisweilen im Kreuzworträtsel gesucht werden.

  • Die zwei einzigen Laubbaum-Arten mit Dornen bzw. Stacheln sind die Stechpalme, deren Blätter-Rand auf beiden Seiten Stacheln aufweist, und die Gleditschie, deren Stamm und Zweige Dornen aufweisen.

  • Wer einen pflegeleichten Laubbaum für einen kleinen Garten oder Vorgarten sucht, findet eine entsprechende Liste auf der Unterseite über sommergrüne und immergrüne → Kleinbäume.

 

Ovale Blatt-Dornen einer Europäischen Stechpalme, ein Laubbaum, der seine Blätter nicht verliert
Bild: Ovale Blatt-Dornen einer Stechpalme (Ilex aquifolium) im Juli, ein Laubbaum, der keine Blätter verliert *

 

Eine Beschreibung und ein Steckbrief mit Fotos der verschiedenen sommer- und immergrünen Laub-Baumarten folgt in Kürze.

 

 

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Bestimmung nach Wuchshöhe

Die nachfolgende Übersicht zeigt drei Wuchsklassen, nach denen man die Höhe bzw. Größe von einem Laubbaum unterscheiden kann:

 

 

Von besonderer Bedeutung ist die erreichbare Höhe und Größe von einem Laubbaum, wenn der Garten oder Vorgarten nicht zu groß ist und wenn die Grenze zu einem Nachbargrundstück beachtet werden soll.

Denn eine falsche Wahl von Laubbäumen bzw. eine Fehleinschätzung ihrer Wuchshöhe und des notwendigen Pflanzabstandes kann in späteren Jahren zu Schwierigkeiten führen.

Ein Platzmangel im Vorgarten oder Garten zeigt sich erst, wenn der Laubbaum eine gewisse Größe erreicht hat und ein einfaches Umpflanzen nicht mehr zu bewerkstelligen ist.

Einerseits führen zu groß wachsende Bäume zu einer starken Verschattung des eigenen Gartens und Hauses.

Anderseits kann ein starker Ast-Überhang von XXL-Laubbaum-Arten über die Grundstücksgrenze hinaus ins Nachbar-Grundstück stattfinden.

Das und eine starke Verschattung von Nachbargebäuden führt häufig zu Streitigkeiten mit dem oder den Nachbarn.

Welche Baumgröße tatsächlich erreicht wird, hängt allerdings stets vom Standort der Laubgehölze im Garten und von den klimatischen Bedingungen ab.

Einige Laubbäume wachsen auch als → Zwergstrauch (z.B. Zwerg-Weiden), → Kleinstrauch (z.B. Lorbeerkirsche / Kirschlorbeer) oder → Großstrauch (z.B. Faulbaum).

 

Rosskastanie mit goldgelb gefärbtem Herbst-Laub und gleichmässiger Silhouette an einem See in Bayern
Bild: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) mit gelben Blättern Anfang Oktober in Bayern *

 

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Wurzeltiefe: Flachwurzler und Tiefwurzler

Laubbaum-Arten lassen sich nach ihrer Wurzel-Tiefe bestimmen, die sich innerhalb einer botanischen Gattung unterscheiden kann.

Die folgende Übersicht dient deshalb als eine grobe Orientierungshilfe:

 

  • Einheimische tiefwurzelnde Laubbäume (Tiefwurzler): Eiche, Esche, Linde, Speierling, Ulme/Rüster

  • Einheimische flachwurzelnde Laubbäume (Flachwurzler): Ahorn, Birke, Buchs, Espe/Pappel, Eberesche/Vogelbeere, Erle, Hainbuche, Mehlbeere, Rosskastanie, Stechpalme, Weide

  • Exotische tiefwurzelnde Laubbäume (Tiefwurzler): Amberbaum, Blauglockenbaum (Kiri), Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche, Echter Lorbeer

  • Exotische flachwurzelnde Laubbäume (Flachwurzler): Gingko, Tulpen-Magnolie, Platane, Robinie

 

Merkmale, Vorteile und Nachteile von Tiefwurzler- und Flachwurzler-Laubbäumen werden in der Hauptkategorie Bäume im Kapitel → Wurzeltiefe beschrieben.

Das Vorkommen der drei Wurzeltypen bei Laubbaum-Arten (Pfahlwurzel, Herzwurzel, Senkerwurzel) wird in der Hauptkategorie Bäume im Kapitel → Wurzeltypen ausführlicher beschrieben.

 

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Laub-Holz als Baustoffe, Rohstoffe und Werkstoffe

Bedingt durch die enge Gefäßstruktur und den hohen Anteil von Fasern ist das Holz der Laubbäume im Vergleich zu dem von Nadelbäumen relativ hart und schwer.

Laubbaum-Holz zählt mit Ausnahme von Erlen, Linden, Pappeln und Weiden zum Hartholz mit einer Darrdichte von mehr als 550 kg pro Kubikmeter.

Hartes Laubbholz mit Ausnahme von Birkenholz eignet sich als Baustoff und Werkstoff, wenn lange Haltbarkeit und hohe mechanische oder witterungsunabhängige Belastbarkeit (mit Imprägnierung) gefragt sind.

So finden Laubholzarten wie Eichenholz und Robinienholz im Außenbereich Verwendung als Baustoff für Terrassen und Zäune, Brücken, Brückenpfeiler, Eisenbahnschwellen und Schiffe.

Im Innenbereich dienen Laubholz-Arten als Werkstoff zur Herstellung von Arbeitsplatten, Tischplatten, Fussböden, Fenster, Türen, Treppen, Geländer, Fertigparkett oder Parkett.

Ferner eignet sich harte Laubbaum-Holzarten als Werkstoff für

 

  • Möbel (Betten, Schränke, Tische, Regale, Schreibtische, Esstische)

  • Musikinstrumente (Gitarre, Flöte, Geige, Harfe, Schlagzeug-Kessel)

  • Spielzeug (Schaukelpferde, Holzeisenbahn, Holzbausteine, Spielbretter)

  • Sportgeräte (Schlitten, Baseballschläger, Eishockeyschläger, Paddel, Ruder) 

  • Werkzeuge-Bestandteile (Werkzeuggriffe, Werkzeugstiele)

 

Nicht zu vergessen findet Laubholz Verwendung als Bauholz und Konstruktionsholz im Innen- und Außenbereich sowie als Rohstoff zur Papierherstellung.

 

 

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Verwendung als Brennholz, Kaminholz, Pellets

Als Brennholz und Kaminholz brennen die harten Laubbaum-Holzarten wegen ihrer höheren Dichte langsamer ab als das zum Weichholz zählende Nadelholz (Ausnahme: Lärche, Schwarzkiefer).

Bezogen auf Volumeneinheiten (Raummeter rm oder Ster st) ist der Brennwert/Heizwert von harten Laubhölzern somit höher als der von weichen Nadelhölzern.

Bezogen auf das Gewicht (kg) weist Laubbaum-Holz allerdings wegen dem fehlenden Harz-Anteil einen geringeren Brennwert auf als Nadelbaum-Holz.

Im Kamin brennt Laubholz mit geringeren Temperaturen ab und wärmt weniger schnell den Wohnraum als harzhaltiges Nadelholz (Ausnahme: Eibe).

Aufgrund dieser Brenneigenschaften eignet sich Laubholz deshalb hervorragend als Brennholz für den Kaminofen, Kachelofen und Kamin.

Ebenso als Holzpellets und Holzbriketts für eine Pelletheizung bzw. einen Pelletsofen, die man zum Heizen von Häusern kaufen kann.

Oder als Grill-Pellets für einen Barbecue-Smoker (auch als Pelletgrill, Pelletsmoker oder Bullsmoker bei größeren Grills bezeichnet).

Weil das Holz von Laubbäumen harzfrei ist, zeichnet es sich ferner durch einen geringen Funkenflug, eine gute Glutbildung und ein gleichmässiges Flammenbild (außer gerbsäuerhalties Eichenholz) aus.

Ein besonders schönes Flammenbild ergibt sich dabei mit Buchenholz, während Birkenholz ein schwaches Knistern wie Nadelholz bewirkt und Eichenholz sehr langsam abbrennt.

Allerdings stehen diesen Vorteilen auch Nachteile bei der Handhabung gegenüber:

Das zum Hartholz zählende Laubholz läßt sich schwerer spalten als das zum Weichholz zählende Nadelholz und ist wegen der hohen Darrdichte relativ schwer.

 

Hochstamm-Stücke als Holzstoß gestapelt an einem Waldrand beleuchtet mit Sonnen-Licht und Schatten
Bild: Hochstamm-Holzstoß mit runden Stammstücken am Wald-Rand in Oberbayern *

 

Hinweise:

 

Wie Nadelholz muss man auch Laubholz sorgfältig trocknen vor seiner Verwendung als Kaminholz, Brennholz, Pellets oder Anzündholz (Anfeuerholz).

Dabei benötigt hartes Laubholz nach der Spaltung etwa doppelt so lange zum Trocknen im Vergleich zu weichem Nadelholz, das schon nach einem Jahr ausreichend trocken sein kann.

Feuchtes Holz mit einem Feuchtegrad über 20% führt bei der Verbrennung zu einer größeren Rauchentwicklung und zu höheren Schadstoffwerten (Abgaswerten).

Zudem sinkt der Brennwert (Energiewert) von Kaminholz, Brennholz oder Pellets und der höhere Ruß- und Wasseranteil in den Verbrennungsabgasen schädigt die Kamin-Mauer (sog. Versottung).

 

 

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Nutzung in der Medizin als Heilpflanze

Verschiedene Laubbaum-Arten zählen zu den Arzneipflanzen und Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde.

wie die Ahorn, Birke, Eiche, Eberesche, Edelkastanie, Esche, Espe, Eukalyptus, Linde und die Rosskastanie

Zur Anwendung kommt dabei die Heilwirkung von folgenden Baum-Bestandteilen:

 

  • Blätter (z.B. Birkenblättertee, Birkenblätterextrakt, Ebereschen-Tee, Eschenblättertee, Eukalyptusöl, Gingkoblätter-Extrakt, Kastanienblätter-Extrakt)

  • Blüten (z.B. Eiche "Bachblüten Oak", Lindenblütentee)

  • Früchte (z.B. Eicheln, Rosskastanien, Vogelbeeren, Weißdorn)

  • Knospen (z.B. Birkenknospenöl und -tee, Pappelsalbe)

  • Rinde (z.B. Birkenwasser, Birkenzucker/Xylit, Birkenöl, Eichenrindentee, Amberbaum-Storax/-Styrax) 

  • Stamm (z.B. Ahornsirup, Birkensaft, Birkensirup, Eschenmanna/Mannit)

 

Die verschiedenen Bestandteile von Laubbäumen werden dabei auch als Teekraut für Blättertees, Blütentees, Früchtetees oder Rindentees und für Nahrungsergänzung genutzt.

Die ätherischen Öle des exotischen Blauen Eukalyptus (Eucalyptus globulus) werden nicht nur in der Aroma- und Sauna-Therapie wegen ihrer erfrischenden Wirkung eingesetzt:

Das aus den Blättern gewonnene Eukalyptusöl ist auch im Europäischen Arzneibuch als Heilmittel aufgeführt und findet z.B. dank seiner desinfizierenden Wirkung bei Atemwegs-Erkältungen, Grippe oder Rheuma Anwendung.

 

Zwei reagenzglas-breite Glasröhrchen mit Kunststoff-Verschluß mit extrahiertem reinem ätherischen Eukalyptusöl, links schwach braun vom Zitroneneukalyptus, rechts durchsichtig vom Gewöhnlichen oder Blauen Eukalyptus
Bild: Ätherisches Eukalyptusöl, links vom Zitroneneukalyptus (Corymbia citriodora), rechts vom Blauen / Gewöhnlichen Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

 

 

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Bedeutung in der Gartengestaltung

Laubbäume finden in der Gartengestaltung in Deutschland, Österreich und der Schweiz häufige Verwendung.

Denn ein Laubbaum ist nach seiner Anwuchsphase und ggf. dem Schneiden einer Wuchsform sehr robust und benötigt kaum Pflege.

Darüber hinaus bieten laubabwerfende Laubbäume gestalterisch in allen Jahreszeiten ein wahrlich vielseitiges Erscheinungsbild:

So sind der Frühling und der Sommer geprägt von einer oft farbenfrohen Blütezeit und der Entwicklung von Blättern und Früchten.

Im Herbst zaubern Laubbäume ein wahres Feuerwerk von leuchtenden Farben mit ihren verwelkenden Blättern in den heimischen Garten.

Und im Winter spiegeln mit Reif bedeckte Äste und Zweige der Laubgehölze passend die Winterruhe aller Pflanzen (Vegetation) wieder.

 

Chinesischer Gingkobaum mit leuchtend orange-gelben Blättern im Herbst mit Säulenform-Silhouette in einem Vorgarten
Bild: Ginkobaum (Ginkgo biloba) mit leuchtender Herbst-Färbung Mitte November in Rheinland-Pfalz, seit dem 18. Jahrhundert ein Parkbaum in Europa *

 

Im Vergleich dazu bieten Immergrüne Laubbäume nicht diese gestalterische Vielfalt in allen Jahreszeiten (wie auch Nadelbäume mit Ausnahme der Lärche).

Dafür verzaubern ihre idyllisch mit Schnee bedeckten Blätter im Winter und sie bieten einen durchgehenden Sichtschutz im Jahresverlauf.

Kleine Laubbaum-Arten eignen sich ferner als dekorative, verschiebbare Kübelpflanzen für die Terrasse, den Balkon oder den Wintergarten. Zu nennen sind zum Beispiel:

 

  • Fächer-Ahorn (Acer palmatum)

  • Feuer-Ahorn (Acer ginnala)

  • Japan-Ahorn (Acer japonicum)

  • Kugel-Ginkgo (Ginkgo biloba 'Mariken')

 

Beim Pflanzen von einem Laubbaum im Kübel sollte dessen Umfang mindestens so groß sein wie die Baumkrone, damit die Wurzeln ausreichend Platz haben.

 

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Bonsai in der Garten-Kunst

In Japan und China ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") eine traditionelle Form der Gartenkunst und künstlerischen Gartengestaltung.

Dabei handelt es sich um das Veredeln von Laubbäumen und Nadelbäumen sowie Sträuchern mit kleinen Blättern (oder kleinen Nadeln) durch eine speziellen Schnitt-Technik, um sie in eine bestimmte künstlerische Form zu bringen und klein zu halten.

Für eine Kultivierung als Bonsai eignen sich bei den Laubbaumarten die Ahornbäume (Acer), Buchen (Fagus), Eschenbäume (Fraxinus) und Ulmen/Rüster (Ulmus).

 

Jungpflanze eines chinesischen Gingko-Bonsai im Innenbereich zum Überwintern
Bild: Gingko-Bonsai (Ginkgo biloba), ein chinesischer Laubbaum, zum Überwintern im Innenbereich

 

Diese Bonsai-Pflanzen kann man in Baumschulen und im Pflanzenhandel entweder für kleine Pflanzgefäße im Indoor-Bereich oder für das Freiland zur Gartengestaltung kaufen.

 

 

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Bestimmen von Pflanzen-Familien botanisch

Im Rahmen der botanischen Taxonomie lassen sich die folgenden Pflanzenfamilien innerhalb der Laubbäume bestimmen:

 

  • Altingiaceae: Amberbäume (Liquidambar)

  • Birkengewächse (Betulaceae): Birken (Betula), Erlen (Alnus), Hainbuchen (Carpinus)

  • Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae): Blauglockenbaum

  • Buchengewächse (Fagaceae): Buchen (Fagus), Eichen (Quercus)

  • Buchsbaumgewächse (Buxaceae): Buchsbäume (Buxus)

  • Ginkgogewächse: Ginko (Ginkgo biloba)

  • Hartriegelgewächse (Cornaceae): Hartriegel (Cornus)

  • Hülsenfrüchtler (Fabaceae): Goldregen (Laburnum), Judasbäume (Cercis), Robinien (Robinia)

  • Kernobstgewächse (Pyrinae): Weißdorn (Crataegus)

  • Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae): Faulbaum (Rhamnus frangul, Syn.: Frangula alnus)

  • Lindengewächse (Tilioideae): Linden (Tilia)

  • Lorbeergewächse (Lauraceae): Lorbeeren (Laurus)

  • Ölbaumgewächse (Oleaceae): Eschen (Fraxinus)

  • Platanengewächse (Platanaceae): Platanen (Platanus)

  • Rosengewächse (Rosaceae): Ebereschen/Vogelbeeren (Sorbus), Prunus-Arten

  • Seifenbaumgewächse (Sapindaceae): Ahorne (Acer), Rosskastanien (Aesculus)

  • Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae): Stechpalmen (Ilex)

  • Ulmengewächse (Ulmaceae): Ulmen/Rüster (Ulmus)

  • Weidengewächse (Salicaceae): Pappeln (Populus), Weiden (Salix)

 

Helle, glatte Rinde bzw. Borke und Äste mit ovalen Blättern einer Himalaya-Birke in Bayern
Bild: Äste mit ovalen Blättern und glatter Rinde (Borke) einer Himalaya-Birke (Betula utilis) im Herbst *

 

Darüber hinaus lassen sich weitere botanische Pflanzenfamilien für exotische Laubbäume bestimmen:

 

  • Kuchenbaumgewächse (Cercidiphyllaceae): Kuchenbaum/Katsurabaum/Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum)

  • Lippenblütler (Lamiaceae): Losbaum (Clerodendrum)

  • Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae): Trompetenbaum (Catalpa)

 

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Ursachen für den Blattabwurf

Warum werfen Laubbäume ihre Blätter ab ? Die meisten einheimischen Laubbäume können erst durch das Abwerfen der Blätter (Herbstlaub) überwintern.

Denn im Herst und Winter können ihre Wurzeln aus dem kalten Boden kein Wasser mehr aufnehmen, um damit die Blätter für die Photosynthese zu versorgen.

Hinzukommt, dass das in den Blättern gespeicherte Wasser bei Winter-Frost das Blatt zerstören würde.

Aus diesem Grund entziehen die Laubbäume im Herbst den Blättern Nährstoffe (Chlorophyll) und Wasser.

Das erklärt auch, warum die Blätter im Herbst braun bzw. rot oder bunt werden bzw. die Gelbfärbung und Rotfärbung der Blätter.

Mit dem Abwurf der welken Laubblätter kommt die Verdunstung der Laubbäume im Winter dann nahezu zum Stillstand.

Der Blattabwurf zum Überwintern ist außerdem für viele Laubbäume ein Schutz vor Schneebruch.

Ausnahme bei den Laubbäumen sind Eiche, Hainbuche und Rotbuche, die ihre braunen Laubblätter den ganzen Winter über behalten und erst im Frühjahr abwerfen.

Bleibt die Frage: Warum werfen Laubbäume ihre Blätter im Herbst und Winter ab und Nadelbäume nicht ?

Für dieses Rätsel gibt es mehrere Erklärungen, die im Kapitel "Warum behalten Nadelbäume im Winter ihre Nadeln ?" beschrieben werden.

 

Gelbes, orange-rotes Herbstlaub im Wald
Bild: Gelbes, orange-rotes Herbstlaub im Wald

 

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Unterschiedlicher Austrieb im Frühling

Warum treiben Laubbäume im Frühjahr unterschiedlich schnell ihre Blätter aus ? Die Botanik hat für dieses Rätsel eine plausible Erklärung:

Damit ein Laubbaum Blätter austreiben kann, muß er mit Hilfe seiner Wurzeln und speziellen Zellen im Stamm (den sog. Tracheen) Wasser und Nährstoffe aus der Erde zu den Ästen nach oben zur Baumkrone transportieren.

Je nach der Holzstruktur vom Stamm bzw. dem Splintholz kann das unterschiedlich schnell und effektiv passieren.

Laubbäume mit einer ringporigen Holzstruktur wie Eiche, Esche, Kastanie/Edelkastanie, Robinie (Falsche Akazie) oder Ulme (Rüster) nutzen für den Wassertransport nur den äußersten und jüngsten Jahresring, der im Frühjahr erst gebildet werden muß.

Laubbäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Buche, Linde oder Pappel nutzen für den Wassertransport den gesamten Jahresring und treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.

 

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Rätsel Johannistrieb (Prolepsis)

In früheren Zeiten war es für die Menschen ein Rätsel, dass verschiedene Laubbaum-Arten in der Jahresmitte ein zweites Mal ihre Blätter aus der bereits für den nächsten Frühling geblildeten Endknospe austreiben.

Dieser "zweite Frühling" oder "Johannistrieb" im Jahresverlauf kann bei heimischen Laubbäumen wie Ahorn, Birke, Buche (Rot-Buche), Eberesche, Eiche, Hainbuche und Linde vorkommen.

Der Johannistrieb verdankt seinen Namen dem Umstand, dass er etwa um den Johannistag am 24. Juni stattfindet, einem katholischen und christlich-orthodoxen Feiertag zur Ehre des Predigers Johannes dem Täufer.

Die Biologie bzw. Botanik lieferte schließlich zwei Erklärungen für das Rätsel vom Johannistrieb bei Laubbäumen:

Einerseits kann sich ein Laubbaum durch den Johannistrieb einen Wuchsvorteil gegenüber umliegenden Bäumen und Sträuchern verschaffen.

Andererseits kann ein Laubbaum den Abbau seines Blätter regenerieren, der durch Fraßschäden von Tieren wie Schmetterlingsraupen (z.B. Gespinstmotten, Eichen-Prozessionsspinner) oder Maikäfer entstehen kann.

Der Johannistrieb gab den Menschen nicht nur bei sommergrünen Laubbäumen ein Rätsel auf, sondern auch bei sommergrünen Nadelbäumen wie der Lärche.

In der Botanik wird zurückgehend auf Carl von Linne die Vorwegnahme des Sprossen-Austriebes von Bäumen um eine Vegetationsperiode als Prolepsis bezeichnet.

 

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Funktion der Früchte und Blätter in der Natur

Ein Laubbaum liefert im Herbst durch seine herabfallenden Blätter für viele Tiere, Pilze und Pflanzen eine Überlebensgrundlage.

So überwintern im Falllaub Kleintiere und Insekten wie zum Beispiel Asseln, Frösche, Grille, Käfer (Marienkäfer, Laufkäfer), Lurchen, Motten, Ohrwürmer oder Regenwürmer.

Auch größere Tiere wie die Igel oder die Spitzmaus überwintern im Falllaub und Herbstlaub der Laubbäume.

Die Blätter schützen außerdem tierische und pflanzliche Boden-Organismen, also die Bodenflora und Bodenfauna, sowie die Wurzeln von Pflanzen vor Sonne, Erosion, Austrocknung, extremer Kälte und Frost.

Nicht zu vergessen, dass Laubblätter einen sehr guten Dünger und Kompost zum Mulchen im Garten (z.B. für Beete, Hecken, Sträucher) liefern und allgemein Humus in der freien Natur bereitstellen.

Die Blätter und Früchte vieler Laubbäume in der Natur sind auch die Nahrungsgrundlage von Larven wie z.B. von Blattwespen oder der Raupen von Schmetterlingen (→ vgl. Schmetterlingsgarten).

Einige Laubbäume sind ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer Rinde ansiedeln.

 

Lichter Laub-Wald mit heimischen Laubbäumen und grünen Blättern an einem sonnigen Frühlingstag in Bayern
Bild: Laub-Wald mit heimischen Laubbäumen im Mai in Bayern *

 

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Häufigkeit / Vorkommen in D, AT und CH

Unter den einheimischen Laubbaumarten in Deutschland`s Wäldern, die 32% der Fläche bedecken, sind Buche und Eiche die wichtigsten und häufigsten Laubbäume:1

Dabei nimmt die Rotbuche (Fagus sylvatica) 15% der deutschen Wald-Fläche ein und ist damit der häufigste Laubbaum.1

Als zweit-häufigste Laubbaumart folgt die Eiche mit ihren Arten Traubeneiche und Stieleiche, die zusammen mit einem Anteil von 10% in deutschen Wäldern vorkommen.1

Buchen und Eichen zählen damit nicht nur zu den häufigsten Laubbäumen in Deutschland, sondern nach den häufigsten Nadelbäumen wie der Fichte (25%) und der Föhre (22%) auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland`s Wäldern.1

Ein deutlich geringeres Vorkommen haben die Birken (Hänge-/Weiß- und Moor-Birke) mit 4,5%, die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) mit 2,4%, die Erlen (Grau-, Grün- und Schwarzerle) mit 2,2% und die Ahorne (Berg-, Feld- und Spitzahorn) mit 2,1% Wald-Anteil.1

Im Vergleich dazu ergibt sich in der Schweiz, wo knapp ein Drittel der Landesfläche mit Wald bedeckt ist, bzgl. der Verbreitung der Eiche ein anderes Bild.2

Zwar wurden ihre Bestände wegen ihrer Eichel-Früchte zur Schweinemast jahrhundertelang gefördert.

Doch mit dem Beginn des Kartoffelanbaus ab dem 18. Jahrhundert sank die Bedeutung von Eicheln als Futtermittel für die Schweinemast und damit ihre Häufigkeit.

Zu einem weiteren Rückgang der Eichen-Bestände in der Schweiz kam es durch den Bau von Eisenbahnen und dem damit verbundenen Bedarf an Eisenbahnschwellen aus Eichenholz.

Aus den genannten Gründen hat die Eiche heute nur noch einen geringen Anteil in schweizer Wäldern:

Dort ist die Rotbuche mit 18,1% Wald-Anteil der häufigste Laubbaum und nach der Fichte mit 44,1% der zweithäufigste Baum in der Schweiz.2

Mit deutlichem Abstand folgen Eschen mit 3,7%, Ahorne mit 2,9%, Eichen mit 2,2% und die Kastanie mit 1,2% Wald-Anteil.2

In Österreich, wo die Hälfte der Landesfläche mit Wald bedeckt sind,3 ist die Rotbuche mit 10,2% Wald-Anteil der wichtigste und häufigste Laubbaum.4

Mit großem Abstand folgen die Gemeine Esche mit 3,1%, die Hainbuche mit 2,7%, der Berg-Ahorn mit 1,9%, die Eiche mit 1,8% und die Weiß-Erle mit 1,6% Wald-Anteil als häufigste Laubbäume in österreichischen Wäldern.4

 

Stieleiche bzw. Deutsche Eiche in Bayern als frei stehender Baum auf dem Land
Bild: Stieleiche / Deutsche Eiche (Quercus robur) im September in Bayern, ein Buchengewächs *

 

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Symbole und Mythologie

Der Laubbaum ist wegen seiner stetigen Lauberneuerung ein Symbol für den Sieg über den Tod und die Wiedergeburt des Lebens.

Einzelnen Laubbäumen werden in der Baumsymbolik traditionell bestimmte symbolische Eigenschaften zugeordnet:

So gilt die majestätische, deutsche Eiche als Symbol für Ehre, Härte, Kraft, Männlichkeit, Unsterblichkeit, Unbeugsamkeit oder Standfestigkeit.

Die Eiche gilt als der "weise Vaterbaum" und "König der Bäume", der den Menschen hilft, die Herrschaft über ihre Emotionen zu gewinnen.

Wegen ihrer angeblichen Fähigkeit, Blitze anzuziehen, wurde die Eiche bei den Germanen, Griechen und Römern als heiliger Donnerbaum oder Blitzbaum verehrt.

In der germanischen und nordischen Mythologie wurde die Esche als heiliger Baum bzw. Weltenbaum Yggdrasil verehrt.

Generell wurde in der germanischen Mythologie verschiedenen Laubbäumen ein ganzer Katalog magischer Eigenschaften zugeordnet und eine Nähe zu bestimmten Göttern.

Aus diesem Grund gab es typische Gerichtsbäume wie die Eiche, Esche, Linde oder Ulme (Rüster), unter deren Baumkrone früher Gericht gehalten wurde.

Bedeutendster Gerichtsbaum war dabei die Linde und noch heute kann man in Deutschland zahlreiche ehemalige Gerichtslinden finden.

Beispiele sind die Gerichtslinde in Schenklengsfeld (Schenklengsfelder Dorflinde), eine Tausendjährige Linde in der Nähe von Bad Hersfeld (Hessen).

Oder die ca. 700 Jahre alte Bordesholmer Linde in Bordesholm (Schleswig-Holstein) und die ca. 750 Jahre alte Euschertsfurther Linde in der Gemeinde Lalling (Niederbayern), die zu den größten und ältesten Linden in Europa zählt.

 

Schwarz-Weiss-Zeichnung der Gerichtslinde in Bordesholm mit kegelförmiger Silhouette
Bild: Gerichtslinde in Bordesholm, ein Gerichtsbaum gezeichnet um 1895 vom deutschen Maler Julius Fürst (1861-1938)

 

Zu den weiteren bekannten Gerichtsbäumen zählt die Femeiche, eine je nach Schätzung zwischen 600 und 1.500 Jahre alte, ehemalige Gerichtseiche in Erle (Gemeinde Raesfeld, Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen).

Oder die je nach Schätzung bis zu 600 Jahre alte Gerichtseiche bei Holzhausen (Immenhausen) am Junkernkopf im Reinhardswald (Hessen).

Verschiedene Laubbäume finden sich als Baumsymbole ferner in der Heraldik, auch Wappenkunde oder Wappenkunst, wieder.

Dort sollen der jeweils stilisierte Laubbaum als Ganzes oder seine Bestandteile wie Blatt, Blüte, Frucht, Stamm oder Zweig bestimmte Eigenschaften des Wappenträgers (Mensch oder Gemeinschaft) ausdrücken.

 

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Wachstum: Rekorde und Superlative

Nachfolgend wird den Fragen nachgegangen, welche Laubbäume wachsen am schnellsten, welcher Laub-Baum hat die größten Blätter oder welche Laubbäume werden am größten.

Schnellwachsende Laubbäume

In diesem Lexikon weisen schnellwachsende Laubbäume ein jährliches Wachstum von mehr als 40 cm auf.

Zu den einheimischen, schnellwachsenden Laubbäumen im Garten zählen Berg-Ahorn, Birke, Erle, Esche, Vogel-Kirsche, Pappel, Vogelbeere/Eberesche, Spitzahorn und Weide.

Exotische, schnellwachsende Laubbäume sind Eucalyptus (z.B. frostharte Eucalyptus debeuzevillei und Eucalyptus niphophila), Kaiserbaum (Paulownia) und Robinie (Falsche Akazie).

Der schnellst wachsende Laubbaum mit einem Zuwachs von über 2 Meter pro Jahr soll die Sorte Paulownia 'Nordmax21' der Firma WeGrow in Bonn sein.

 

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Laubbaum mit den größten Blättern

Mit bis zu 40 cm breiten Blättern dürfte die Paulownia bzw. der Blauglockenbaum auch der Baum mit den größten Blättern sein.

Nur Palmen weisen noch größere Blätter auf, sie werden allerdings nicht zu den Bäumen gezählt, weil ihr verholzender Stamm über kein sekundäres Dickenwachstum verfügt.

 

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Langsam wachsende Laubbäume

In diesem Lexikon weisen langsam wachsende Laubbäume ein jährliches Wachstum von weniger als 40 cm auf.

Zu den einheimischen, langsam wachsenden Laubbäumen zählen Fächer-Ahorn, Buchsbaum, Eiche und Baum-Hasel.

Exotische, langsam wachsende Laubbäume sind Amberbaum und Japanischer Ahorn.

 

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Größte Laubbäume

Mit einer Wuchshöhe von bis zu 45 Metern zählen Laubbäume nicht zu den höchsten Bäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Denn Nadelbäume wie Douglasien, Fichten oder Tannen können Wuchshöhen von 50-60 Meter erreichen.

Zu den größten und höchsten Laubbäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit über 40 Metern Wuchshöhe zählen Berg-Ahorn, Buche (Rotbuche), Stiel- und Trauben-Eiche, Ahornblättrige Platane und Esche.

Die größten und höchsten Laubbäume auf der Welt sind die immergrünen Eukalypten in Australien, Indonesien oder Tasmanien.

Der höchst wachsende Vertreter dieser exotischen Laubbaumart ist der Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans), der auch Königs-Eukalyptus genannt wird.

Zu den größten Exemplaren zählt der Icarus Dream auf der Insel Tasmanien (Australien), der eine Höhe von knapp 100 Meter aufweist.

Allerdings wurde der größte Riesen-Eukalyptus 1872 nach dem Fällen mit einer Höhe von 132 Meter und einem Stammumfang von 20 Meter gemessen.

Er war damit auch der höchste und größte Laubbaum auf der Erde, der bis heute gemessen wurde.

 

Schattiger Rotbuchenwald im Herbst mit orange-gelber, roter Blattfärbung
Bild: Rotbuchen (Fagus sylvatica) im Wald mit orange-gelben Blättern im Herbst *

 

Eine einzigartige Ansammlung verschiedenster z.T. exotischer Laubbäume (und Blütensträucher) findet sich auf der gut 2 km langen über 350 Jahre alten Lichtentaler Allee.

Sie befindet sich im Stadtkreis Baden-Baden in der Region Mittlerer Oberrhein (Baden-Württemberg) und ist weltweit bekannt als "Straße der Bäume".

 

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[1] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland, Referat 533 für nationale Waldpolitik und Jagd  (2015): Entdecke den Wald in Deutschland, Die kleine Waldfibel, S.6, 10, 16, 24, 34, 54, 62, 66, 80

[2] Schweizerisches Landesforstinventar, Ergebnisse der dritten Erhebung 2004 – 2006, Hrsg. Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wald des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Vorrat nach Hauptbaumart in % pro Produktionsregion, Auswertungseinheit: zugänglicher Wald ohne Gebüschwald, S.34, 70, 84, 296, 297, 299

Hinweis: die genaue Bezeichnung und Bestimmung der untersuchten Nadel- und Laubbäume in der Schweiz finden sich auf den oben genannten Seiten im Pflanzenverzeichnis des Landesforstinventars.

[3] Österreichisches Bundesforschungszentrum für Wald (2016), Österreichs Wald, 3. Auflage, S.5

[4] Österreichische Waldinventur 2007 - 2009 vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) in Österreich, erschienen in: BFW-Praxisinformation Nr. 24 - 2011, S.5, 12, 18

 

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