Inhaltsverzeichnis
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Definition
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Arten, Sorten, Beispiele
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Obststrauch
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Nussstrauch
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Hinweise zur Systematik
Definition
Was sind Fruchtsträucher? Der Begriff „Fruchtstrauch” (englisch: fruit bush) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache. Er bezeichnet in diesem Lexikon Sträucherarten innerhalb der Samenpflanzen, die für den Menschen essbare Früchte tragen.
Früchte werden botanisch von Bedecktsamern (Angiospermen) gebildet, d.h. von Pflanzen mit geschlossenem Fruchtknoten, der die Samen bis zu ihrer Reife enthält.
Nacktsamer (Gymnospermen) wie Nadelbäume und Nadelsträucher bilden im Unterschied dazu frei liegende Samen, die von einem Samenmantel (Arillus) umgeben sind.
Fruchtsträucher sind eine wertvolle Nahrungsgrundlage für viele Insekten, Säugetiere und Vögel. Sie spielen deshalb eine wichtige Rolle beim Pflanzen einer Vogelschutzhecke oder Schmetterlingshecke.
Das gilt in erster Linie für einheimische Fruchtsträucher, denn exotische Fruchtstrauch-Arten aus anderen Klimazonen bieten heimischen Tieren kaum eine Lebensgrundlage.
Exotische Fruchtsträucher benötigen darüber hinaus meist mehr Pflege als heimische Fruchtsträucher wie biologische oder synthetische Düngemittel und Spritzmittel gegen Schädlinge.
Bild: Himbeeren (Rubus idaeus) am Zweig im Sommer (Ende August)
Im Frühjahr und Sommer gefallen Fruchtsträucher durch die leuchtenden Farben ihrer Blüten und Früchte. Deshalb werden sie in der Gartengestaltung bevorzugt, um kräftige Farbakzente im Garten zu setzen.
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Arten, Sorten, Beispiele
Fruchtsträucher-Arten mit für Menschen essbaren Früchten können gärtnerisch in Obststräucher mit unmittelbar essbaren Weichfrüchten und Nusssträucher mit harten Schalenfrüchten unterteilt werden, deren Schale vor dem Verzehr geöffnet bzw. „geknackt” werden muss.
Obststrauch
Obststräucher sind Sträucher mit essbaren Beeren, Sammelsteinfrüchten und Steinfrüchten. Dazu zählen folgende Fruchtsträucher:
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Felsenbirne (Amelanchier)
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Heidelbeere (Vaccinium)
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Himbeere (Rubus idaeus)
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Holunder (Sambucus)
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Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
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Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)
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Jostabeere (Ribes x nidigrolaria)
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Kornelkirsche (Cornus mas)
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Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)
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Sauerdorn (Berberis vulgaris)
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Sauerkirsche (Prunus cerasus)
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Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
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Wildapfel/Holzapfel (Malus sylvestris)
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Zierquitte (Chaenomeles)
Weitere Informationen über Obststräucher gibt es auf der Unterseite → Obststrauch-Arten
Hinweis zur Liste:
An den genannten Obststräuchern lassen sich unterschiedliche botanische Fruchttypen bestimmen.
Hierzu zählen echte Beeren (Heidelbeere, Preiselbeere, Stachelbeere, Johannisbeere, Holunder, Sauerdorn), Sammelsteinfrüchte (Himbeere, Jostabeere), Steinfrüchte (Kornelkirsche), Sammelbalgfrüchte (Felsenbirne) und Apfelfrüchte bzw. Scheinfrüchte (Zierquitte).
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Nussstrauch
Nusssträucher sind Sträucher mit essbaren Schalenfrüchten (Nussfrüchten). Dazu zählen folgende Fruchtsträucher:
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Bluthasel (Corylus maxima 'Purpurea')
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Gemeine Hasel (Corylus avellana): auch Haselnussstrauch
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Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana 'Contorta')
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Lambertshasel (Corylus maxima)
Weitere Informationen Nusssträucher gibt es auf der Unterseite → Nussstrauch
Hinweise zur Übersicht:
Umgangssprachlich werden die Begriffe „Beerensträucher” und „Beerenobststräucher” bzw. „Obststräucher” synonym verwendet. Das ist jedoch begrifflich nicht korrekt, weil es Fruchtstrauch-Arten gibt, die kein für Menschen essbares Obst tragen und Pflanzengifte aufweisen.
Beispiele für Fruchtsträucher mit giftigen Früchten (Samen) sind die Eibe, der Faulbaum, der Purgier-Kreuzdorn, das Pfaffenhütchen, der Seidelbast oder die Zwergmispel.
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Hinweise zur Systematik
Sträucher mit essbaren Nussfrüchten bzw. Nüssen (Nusssträucher) zählen nach botanischer Definition ebenfalls zu den Obststräuchern. Der einfacheren Übersicht halber sind diese Straucharten in einer eigenständigen Rubrik → Nusssträucher » zu finden.
Alle Sträucher mit Nussfrüchten können entweder als Busch oder als kleiner Nussbaum im heimischen Garten wachsen. Im Unterschied zu Obstfrüchten sind bei Nussfrüchten die Fruchtwände vollständig verholzt und nicht wie bei den Beeren vollständig fleischig.
Nussfrüchte sind ferner nicht wie Steinfrüchte gestaltet, die einen verholzten Kern aufweisen, der von einer fleischigen Fruchthülle umgeben ist. Sträucher mit Früchten, die für Menschen giftig sind, zählen zu den Giftpflanzen und sind in einer eigenständigen Rubrik → Giftsträucher » zu finden.
Diese Giftsträucher sind jedoch nicht für Tiere wie Vögel oder Insekten (Raupen, Schmetterlinge) giftig.
In der Umgangssprache wird gelegentlich fälschlicherweise der Begriff „Brombeersträucher” verwendet. Botanisch sind Brombeeren (Rubus sectio Rubus) jedoch strauchig wachsende Kletterpflanzen und keine echten Sträucher.
Nicht winterharte, exotische Sträucher mit Früchten wie Feige, Granatapfel, Olive, Pepino (Melonenbirne) und verschiedene Zitruspflanzen (Citrus) eignen sich für Terrasse, Balkon oder Wintergarten:
Sie können je nachdem, ob es sich um Zwergsträucher, Kleinsträucher und Großsträucher handelt, als mobile Topfpflanzen oder Kübelpflanzen kultiviert werden.
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