Trauerblumen: Grabblumen und Friedhofsblumen
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
  3. Geeignete Symbol-Sprache
  4. Bedeutung von Farben
  5. Rosen als Grabbepflanzung
  6. Blumen fürs Grab im Winter
  7. Aufwand der Grabpflege verringern
  8. Vergleich sommer-/immergrüner Grabpflanzen
  9. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition

Was sind Grabblumen und Friedhofsblumen ? Der Begriff "Grabblume" oder "Friedhofsblume" (englisch: grave flowers, cemetery flowers) stammt nicht aus der Botanik.

Er bezeichnet in diesem Lexikon einjährige oder mehrjährige Blumen-Arten, die nach der Beerdigung zum Bepflanzen von Gräbern und Grabstätten auf Friedhöfen verwendet werden.

Der Begriff "Trauerblume" (englisch: funereal flower) bezeichnet darüber hinaus Blumenarten, die als Sarg- und Urnen-Schmuck zum Einsatz kommen.

Ferner werden Trauerblumen bei der Trauerfeier in Vasen aufgestellt, den engen Angehörigen als Trauerstrauß überreicht und nach der Beerdigung als Grabgestecke oder Grabkränze aufs Grab gelegt.

Für die Grabgestaltung eignen sich besonders Beetblumen, die relativ pflegeleicht und mehrjährig haltbar sind und von ihren Farben und Formen her mit dem Grabmal harmonieren.

Natürlich können auch Blumen für das Grab ausgewählt werden, die dem Grabpfleger besonders gefallen oder die dem Verstorbenen besonders gefallen haben bzw. ihn charakterisieren.

Um in der Trauer "Blumen sprechen lassen" zu können, ist es allerdings notwendig, dass bei der Auswahl von Trauerblumen für die Beerdigung deren Bedeutung und Symbolik bekannt sind (vgl. weiter unten).

 

Friedhof mit Grabsteinen und bepflanzten Grabstätten im Oktober
Bild: Friedhof mit Grabsteinen und bepflanzten Grabstätten im Mai in Oberbayern *

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt typische Grabblumen, Friedhofsblumen und Trauerblumen, wie man sie auch in der Gärtnerei (Friedhofsgärtnerei) oder Trauerfloristik kaufen kann.

 

  • Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris)

  • Semperflorens-Begonien/Eisbegonien (Begonia x semperflorens-cultorum)

  • Chrysanthemen (Chrysanthemum)

  • Gerbera (Gerbera)

  • Calla-Lilien/Zantedeschien (Zantedeschia)

  • Weisse Lilien (Lilium)

  • Margeriten (Leucanthemum)

  • Nelken (Dianthus)

  • Pfingstrosen (Paeonia)

  • Primeln/Schlüsselblumen (Primula)

  • Ringelblume (Calendula)

  • Stiefmütterchen/Veilchen (Viola)

  • Studentenblume/Sammetblume (Tagetes)

  • Tulpe (Tulipa)

  • Vergissmeinnicht (Myosotis)

 

 

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Geeignete Symbol-Sprache

Die Auswahl geeigneter Grabblumen für eine Beerdigung oder die Grabgestaltung ist stets keine leichte Aufgabe.

Hilfreich kann die Kenntnis der Symbol-Sprache sein, die traditionell mit einer Blume in Verbindung gebracht wird.

Die folgende Übersicht zeigt die christliche Symbolik und Bedeutung typischer Grabblumen:

 

Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris)

Traditionell symbolisieren Akeleien mit ihren doppelt dreizähligen Blättern die Dreifaltigkeit, den Heiligen Geist und das kommende Heil.

Darüber hinaus ist die Akelei wegen ihren gesenkten und nickenden Blütenköpfen ein Zeichen für Demut.

Semperflorens-Begonien/Eisbegonien (Begonia x semperflorens-cultorum)

Eisbegonien oder Semperflorens-Begonien sind traditionell ein Symbol für Melancholie.

Chrysanthemen (Chrysanthemum)

Die Chrysantheme ist eine traditionelle Totenblume und ein Symbol für Liebe über den Tod hinaus.

Gerbera (Gerbera)

Die Gebera symbolisiert, dass der Verstorbene das Leben schöner gemacht hat, und ist ein typischer Urnen- und Sarg-Schmuck.

Calla-Lilien/Zantedeschien (Zantedeschia)

Die Calla-Lilie oder Zantedesche ist eine traditionelle Totenblume und steht in der Blumen-Symbolik für Bewunderung und Unsterblichkeit.

Sie ist nicht zu verwechseln mit der zu einer anderen botanischen Pflanzengattung gehörenden Drachenwurz (Calla palustris).

Weisse Lilien (Lilium)

Die weisse Lilie ist eine traditionelle Totenblume und ein Symbol für Reinheit des Herzens und Würde, Liebe über den Tod hinaus sowie Auferstehung reiner Seelen.

Margeriten (Leucanthemum)

Die Margerite ist wegen ihrer vielen kleinen Blütenblätter ein typisches Symbol für vergossene Tränen.

Nelken (Dianthus)

Die Nelke symbolisiert in weisser Farbe ewige Treue. Außerdem ist sie ein Symbol für die Nägel bei der Kreuzigung und die Passion, den Leidensweg Jesu Christi.

Pfingstrosen (Paeonia)

Die Pfingstrose ist ein Mariensymbol und als Rose ohne Dornen auf diversen Darstellungen der Madonna (Maria bzw. Mutter Jesu) zu finden.

Darüber hinaus sind Pfingstrosen ein Symbol für die Demut und Liebe Marias.

Primeln/Schlüsselblumen (Primula)

Die Primel ist ein Mariensymbol und galt früher wegen ihrer Blüten-Form als der vom Himmel gefallene Schlüssel von Petrus "zum Aufsperren des Himmels" (Himmelsschlüssel).

Traditionell sind Primeln ein Symbol der Hoffnung und für den Frühling als Neubeginn nach dem Winter.

Ringelblume (Calendula)

Wegen ihrer farbenfrohen Wuchskraft ist die Ringelblume eine traditionelle Totenblume, auf die Vorstellung zurück gehend, dass die Seele gelbe bzw. orange Blumen besonders gut erkennen können soll.

Ringelblumen sind ein christliches Symbol für die Erlösung nach dem Tod und die Ewigkeit.

Stiefmütterchen/Veilchen (Viola)

Viola-Arten wie das Gartenstiefmütterchen (Viola wittrockiana) oder das Hornveilchen (Viola cornuta) sind durch ihre dreifarbigen Blüten ein Symbol für das Leiden Christi und die Dreifaltigkeit (Trinität).

Außerdem symbolisieren Veilchen Bescheidenheit, Unschuld, Demut, Erinnerung und Freidenkertum.

Studentenblume/Sammetblume (Tagetes)

Die Studentenblume ist eine traditionelle Totenblume, der Vorstellung folgend, dass die Seele eine orange bzw. gelbe Blütenfarbe besonders gut erkennen können soll.

Tulpe (Tulipa)

Traditionell sind Tulpen ein Symbol für Schönheit und Liebe (je dunkler, um so tiefer) sowie für Vergänglichkeit.

Vergissmeinnicht (Myosotis)

Vergissmeinnicht symbolisieren Liebe über den Tod hinaus, Zusammengehörigkeit und zärtlichen Abschied.

 

Die symbolische Bedeutung weiterer Blumen-Arten wird im Kapitel → Blumensprache auf der Hauptseite für Blumen erläutert.

 

 

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Bedeutung von Farben

Traditionell werden für Grabsträuße Trauerblumen mit überwiegend weißen Blütenblättern gewählt wie z.B. weiße Lilien, weiße Nelken oder weiße Rosen.

Grund hierfür ist, dass die Farbe weiß in der Blumensprache für Licht, Reinheit und Tod steht sowie frei von negativen Besetzungen ist.

Die Farben gelb und orange sollen etwas Licht und Wärme in die Zeit der Trauer bringen, während grün die Hoffnung symbolisiert und blau die treue Erinnerung.

Rosa oder rote Blumenfarben sollen traditionell tiefe Gefühle, Liebe und enge Verbundenheit ausdrücken.

Dunkle Blumen-Töne (dunkelblau, dunkelrot, violett oder schwarz) sind ein Symbol für eine tiefe (spirituelle) Leidenschaft über den Tod hinaus.

 

Grab mit Stiefmütterchen und gelben Rosen ohne Grabschmuck und Gestecke
Bild: Grab mit Stiefmütterchen und gelben Rosen ohne Grabschmuck bei München (Bayern) *

 

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Rosen als Grabbepflanzung

Auch verschiedene Rosenarten wie die Beetrose (Polyantha-Rosen oder Floribundarosen) werden bei der Grabgestaltung oder als Trauerblumen gewählt.

Rosen zählen allerdings als verholzende Pflanzen nicht zu den Blumen, sondern zu den Sträuchern.

Als Symbole haben Rosen abhängig von ihrer Farbe verschiedene Bedeutungen:

Rote Rosen stellen ein Sinnbild der Liebe dar (christlich: das Blut Christi), während weiße Rose für Reinheit, Tod und Vergänglichkeit stehen (christlich: Sinnbild von Maria).

Allgemein drücken Rosen eine sehr starke Anteilnahme und enge Verbundenheit aus.

Sie werden daher von Angehörigen und sehr nahestehenden Freunden als Trauerblumen für den Trauerstrauß ausgewählt.

 

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Blumen fürs Grab im Winter

Im Winter, wenn die Temperaturen unter Null Grad liegen, kann man zwar keine Grabblumen anpflanzen, doch als Alternative können Blumen aufs Grab gelegt werden.

Dafür eignen sich besonders gut Schnittblumenarten und Zierpflanzen aus dem Blumenladen wie zum Beispiel Rosen, Chrysanthemen und Nelken, weil sie auch bei Frost mehrere Wochen haltbar sind.

Als frostfeste und winterharte Blumen für Gräber zum anpflanzen eignen sich z.B. Winterblumen wie verschiedene Narzissen-Sorten (Narcissus) und Christrosen bzw. Schneerosen (Helleborus).

 

 

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Wie kann man den Aufwand für die Grabpflege verringern?

Ein Grab komplett mit Pflanzen zu bestücken, die im Jahr mehrmals ausgetauscht werden, bedeutet wie auch bei einem Garten-Beet einen relativ hohen Pflegeaufwand.

Zudem müssen viele Grabblumen bei normaler Witterung im Frühjahr und Sommer regelmässig gegossen werden, was eine Dauergrabpflege erforderlich macht.

Ein Friedhof gilt jedoch gemeinhin als Ort des stillen Gedenkens und nicht der zeitaufwendigen Pflichtarbeit. Anspruchslose und pflegeleichte Pflanzen sollten deshalb bei der Grabgestaltung bevorzugt werden.

Wohnt der Grabpfleger außerdem weiter weg, ist eine mehrmalige Pflege der Friedhofsblumen auf der Grabanlage aus zeitlichen Gründen oft nicht möglich.

Wenn für die laufende Grabpflege nicht die Dienste von einem Gärtner bzw. Friedhofsgärtner in Anspruch genommen werden sollen, kann beispielsweise nur ein Teil des Grabes als Wechselbeet ausgespart werden, um saisonale Grabblumen für den Herbst, das Frühjahr oder den Sommer zu pflanzen.

Für die restliche Grabfläche kommt eine pflegeleichtere, immergrüne Dauer- und Winterbepflanzung zum Einsatz.

Zur Auswahl stehen dazu immergrüne Bodendecker (z.B. Efeu, Immergrün, Kriech-Wacholder, Teppich-Zwergmispel), Kleinbäume (z.B. Buchs, Eibe, Lebensbaum, Zwergkiefer) oder winterharte Stauden-Pflanzen (z.B. immergrüne Bergenien).

Noch pflegeleichter ist es, die Grabfläche mit Kieselsteinen aufzufüllen und größtenteils mit einer wetterfesten Gartendeko wie einer Stahlskulptur, Steinfigur oder Glasblume zu dekorieren.

 

Grabbepflanzung mit Koniferen wie einer Zwerg-Kiefer und einem Lebensbaum 'Forever Goldy', Bodendeckern wie einer Zwergmispel und gelben Blumen
Bild: Grabbepflanzung mit Koniferen wie einer Zwerg-Kiefer (Pinus mugo pumilio) und einem Lebensbaum 'Forever Goldy' (Thuja plicata 'Forever Goldy'), Bodendeckern wie einer Zwergmispel (Cotoneaster) und gelben Stiefmütterchen Anfang April *

 

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Vergleich sommer-/immergrüner Grabpflanzen

Immergrüne, langsam wachsende Grabeinfassungen bieten den Vorteil, dass die Gräber auch bei geringer Pflege und Bepflanzung nicht übermäßig vernachlässigt wirken.

Das gilt selbst dann, wenn saisonale Trauergestecke oder Friedhofsblumen im Herbst und Winter verwelkt sind.

Außerdem symbolisieren immergrüne Friedhofspflanzen gleichzeitig ewiges Leben und Unsterblichkeit.

Eine sommergrüne Grabbepflanzung mit dem Wechsel von Blüte (Frühjahr), Wachstum (Sommer), Verwelken (Herbst) und Absterben (Winter) symbolisiert dagegen den Kreislauf des Lebens von Geburt, Leben und Tod.

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von Grabblumen, Friedhofsblumen und Trauerblumen sowie Detail-Fotos:

 

Grabblumen und Beispiele für die Grabbepflanzung auf einem Friedhof mit Kriech-Wacholder und Buchsbaum
Bild: Grabblumen und Beispiele der Grabbepflanzung auf einem Friedhof mit Kriech-Wacholder und Buchs *

 

Friedhofsblumen auf einem Grab mit Grabkerzen-Lampe
Foto: Friedhofsblumen auf einem Grab ohne Gestecke mit brennender Grabkerzen-Lampe bei Miesbach *

 

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