Trauerblumen: Grabblumen und Friedhofsblumen
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Im Frühjahr
    2. Im Sommer
    3. Im Herbst
    4. Im Winter
  3. Bedeutung von Farben
  4. Rosen als Grabbepflanzung
  5. Blumen fürs Grab im Winter
  6. Aufwand der Grabpflege verringern
  7. Vergleich sommer-/immergrüner Grabpflanzen
  8. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition

Was sind Grabblumen und Friedhofsblumen ? Der Begriff "Grabblume" oder "Friedhofsblume" (englisch: grave flowers, cemetery flowers) stammt nicht aus der Botanik.

Er bezeichnet in diesem Lexikon einjährige oder mehrjährige Blumen-Arten, die nach der Beerdigung zum Bepflanzen von Gräbern und Grabstätten auf Friedhöfen verwendet werden.

Der Begriff "Trauerblume" (englisch: funereal flower) bezeichnet darüber hinaus Blumenarten, die als Sarg- und Urnen-Schmuck zum Einsatz kommen.

Ferner werden Trauerblumen bei der Trauerfeier in Vasen aufgestellt, den engen Angehörigen als Trauerstrauß überreicht und nach der Beerdigung als Grabgestecke oder Grabkränze aufs Grab gelegt.

Für die Grabgestaltung eignen sich besonders langblühende Beetblumen, die relativ pflegeleicht und mehrjährig haltbar sind und von ihren Farben und Formen her mit dem Grabmal harmonieren.

Natürlich können auch Blumen für das Grab ausgewählt werden, die dem Trauerndem besonders gefallen oder die dem Verstorbenen besonders gefallen haben bzw. ihn charakterisieren.

Um in der Trauer "Blumen sprechen lassen" zu können, ist es allerdings notwendig, dass bei der Auswahl von Trauerblumen für die Beerdigung deren Bedeutung und Symbolik bekannt sind (vgl. weiter unten).

 

Friedhof mit Grabsteinen und bepflanzten Grabstätten im Oktober
Bild: Friedhof mit Grabsteinen und bepflanzten Grabstätten im Mai in Oberbayern *

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Welche Blumen eignen sich für den Friedhof, die Beerdigung oder fürs Grab ? Welche Blumen stehen für Trauer ?

Für Trauernde kann die Auswahl geeigneter Grabblumen für eine Beerdigung und die Grabgestaltung oder die Auswahl geeigneter Trauerblumen für eine Trauerfeier oder einen Trauerstrauß keine leichte Aufgabe sein.

Hilfreich kann die Kenntnis der Symbol-Sprache sein, die traditionell mit einer Blume in Verbindung gebracht wird.

Nachfolgend eine Übersicht typischer Grabblumen und Friedhofsblumen mit ihrer christlichen Symbolik und Bedeutung in der Blumensprache als Trauerblumen:

Im Frühjahr

Die folgende Liste zeigt mehrjährige Friedhofsblumen und Grabblumen, die zu Frühlingsbeginn und im Frühjahr auf dem Friedhof als Frühjahrsblumen wachsen:

 

Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)

Farbe: blau, blau-violett, rot-violett, weiß blühend

Blütezeit: April - Juni

Höhe: 30 - 70 cm

Pflanzen-Typ: zweijährige Frühlingsblumen oder mehrjährig, winterharte Stauden

Standort: Halbschatten, frisch bis feucht

Symbol-Sprache als Grabblumen:

Die Akelei symbolisiert mit ihren gesenkten und nickenden Blüten-Köpfen Bescheidenheit und Demut, mithin beides Eigenschaften, die Jesus Christus und der Gottes-Mutter Maria in der Bibel zugeschrieben werden.

Dieser Bezug auf die Akelei ist in einigen mittelalterlichen Christus-Gemälden zu finden wie z.B. bei den Malern Hugo van der Goes (Portinari-Triptychon) oder Gerrit van Haarlem (Maria mit dem Kind).

Außerdem symbolisieren die doppelt dreizähligen Blätter die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Als Trauerblume kann die Akelei somit ein Symbol für die Erlösung und das kommende Seelenheil von Verstorbenen sein, deren Charakter durch Bescheidenheit und Demut geprägt war.

Weiter kann die Akelei in der Blumensprache als Danksagung und Trauerblume für Menschen verstanden werden, die in ihrem Leben Opfer für andere gebracht haben bzw. die sich für andere aufgeopfert haben.

 

Blass rosa-violette Röhren-Blüten einer Gemeinen Akeleien, botanischer Name Aquilegia vulgaris, in einem Garten-Beet
Foto: Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris) mit Rachenblüten in einem Garten-Beet im Frühjahr (Anfang Mai) *

 

Bartnelke (Dianthus barbatus)

Farbe: rosa, rote, schwarze, violette und weiße Blüten, auch mehrfarbig blühend

Blütezeit: Dauerblüher von Mai - August / September

Wuchs-Höhe: 40 - 70 cm

Pflanzen-Typ: zweijährige, winterfeste Trauerblumen

Standort: sonnig, frisch

Sonstiges: essbare Blüten, stark duftende Schnittblumen

Symbol-Sprache für Friedhof und Grab:

Rote Nelken symbolisierten im Mittelalter das Leiden und Opfer von Jesus Christus und die Liebe der Madonna, der Gottes-Mutter Maria.

Diese christliche Symbolik kommen z.B. in den Gemälden "Madonna mit der Nelke" der italienischen Maler Leonardo da Vinci (ca. 1475) und Raffael (ca. 1506) zum Ausdruck.

Auf diesen greift das Jesus-Kind nach einer roten Nelke, deren Form an einen Nagel und deren Farbe an das Blut Jesu erinnern. Somit können Nelken als die Nägel der Kreuzigung bzw. als Nagelblumen gedeutet werden.

Diesem christlichen Bezug folgend können Bartnelken als Trauerblumen den Dank für einen selbstlosen Einsatz und edlen Charakter der Verstorbenen in der Blumensprache zum Ausdruck bringen.

In der Blumensprache symbolisieren rote Nelken Leidenschaft, Liebe, Romantik und Zuneigung, während weiße Nelken ein Symbol für Trauer und Hoffnung sowie für Freundschaft, Eheschließung (Hochzeit) und Treue sind.

Die stark duftenden Nelken eignen sich sehr gut als Schnittblumen für eine Beerdigung (z.B. Strauss, Gestecke).

 

Purpurrote Blüten einer Bartnelke mit weißem Rand als Grabbepflanzung, botanischer Name Dianthus barbatus
Bild: Bartnelke (Dianthus barbatus) als Grabbepflanzung im Frühling (Mitte Mai)

 

Eis-Begonien (Begonia x semperflorens-cultorum)

Farbe: rosa, rot, weiß
 und zweifarbig blühend

Blütezeit: Dauerblüher von Mai - Oktober

Höhe: 15 - 30 cm

Pflanzen-Typ: einjährige Frühlingsblumen

Standort: Halbschatten, trocken bis frisch

Symbol-Sprache als Trauer-Blume:

Eisbegonien oder Semperflorens-Begonien sind als Trauerblumen traditionell ein Symbol für Freundschaft, Loyalität, Zuverlässigkeit und einem gegenseitigen Versprechen, stets für einander da zu sein.

Sie können außerdem auf emotionaler Ebene ein Gefühl der Melancholie und Traurigkeit zum Ausdruck bringen.

 

Rosa blühende Semperflorens-/Immerblühende Begonien mit gelben Staubfäden auf einem Grab, botanischer Name Begonia x semperflorens
Foto: Immerblühende Eis-Begonien (Begonia x semperflorens-cultorum) auf einem Grab im Frühjahr (Mitte Mai) *

 

Gerbera-Hybriden (Gerbera)

Farbe: gelb, rosa oder weiß blühend (Körbchen-Blüte)

Blütezeit: Dauerblüher von Mai - September

Höhe: 20 - 50 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, nicht frosfeste Frühlingsblumen (Stauden), als Topfpflanzen geeignet

Standort: sonnig, frisch bis mässig feucht

Sonstiges: in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weltweit eine der beliebtesten Schnittblumen

Bedeutung und Symbolik als Friedhofs-Blumen:

Die Gerbera als ein Zeichen für Hoffnung und Wärme symbolisiert in der Blumensprache, dass der Verstorbene das Leben schöner gemacht hat und ist ein Urnen- und Sarg-Schmuck zur Danksagung bei einer Beerdigung.

Wenn Gerbera nicht als Trauerblumen Verwendung finden, sind sie ein positives Symbol für Freundschaft und sollen unabhängig von ihrer Farbe die Botschaft vermitteln "Durch dich wird das Leben schöner und glücklicher".

Für eine Beerdigung eignen sich die Gerbera vorzüglich als Schnittblumen für Gestecke oder Blumensträuße.

 

Dunkel-gelbe und orange Gerbera-Hybriden für die Trauerfloristik und Trauergestecke
Bild: Gerbera-Hybriden für die Trauerfloristik und Trauergestecke

 

Hornveilchen (Viola cornuta)

Farbe: lila oder violett blühend (zahlreiche Sorten in blau, gelb, rosa, schwarz, dunkel-violett, weiß)

Blütezeit: Dauerblüher von März - Oktober (je nach Sorte auch erst ab April)

Höhe: 15 - 25 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)

Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden

Sonstiges: als Steingartenpflanze geeignet

Bedeutung als Trauer-Symbol:

Die zierlichen Veilchen symbolisieren in der Blumensprache Bescheidenheit, Unschuld, Demut, Erinnerung und Gedenken.

Somit sind sie prädestiniert als Friedhofsbepflanzung (je nach Klima), Grabschmuck oder Trauerblumen für alle kirchlichen Feste des Gedenkens im Monat November.

Sei es an den katholischen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen oder am stillen evangelischen Feiertag, dem Ewigkeitssonntag bzw. Totensonntag.

Dreifarbige Hornveilchen sind ein Symbol für die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und heiligem Geist im Christentum.

Als eine der ersten Frühlingsblumen können Hornveilchen als ein Symbol für Erneuerung und die Hoffnung auf Wiedergeburt nach dem Tod verstanden werden.

 

"Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein,
und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein."
(In früheren Zeiten beliebter Spruch fürs Poesie-Album)

 

Honig-gelbe Blüten von Horn-Veilchen, botanischer Name Viola cornuta, mit schwarz-purpur-farbener Umrandung und Zeichnung als Grabbepflanzung
Foto: Hornveilchen (Viola cornuta) als Grabbepflanzung im Frühling (Anfang Mai) *

 

Weiße Lilien (Lilium candidum), auch Madonnen-Lilie

Farbe: weiß blühend

Blütezeit: Mai - Juli

Höhe: 80 - 120 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)

Standort: sonnig, trocken bis frisch

Bedeutung als Trauer- und Grabblumen:

Die Weiße Lilie ist eine traditionelle Totenblume und steht für das Licht. Sie wird auf einem Friedhof gepflanzt als ein Symbol für die Reinheit des Herzens, Hoffnung und Liebe über den Tod hinaus.

Im Christentum stehen Weiße Lilien in engem Zusammenhang mit der Gottes-Mutter Maria (Madonna) und symbolisieren Unschuld und Würde sowie die Auferstehung reiner Seelen und Unsterblichkeit (ewiges Leben).

Als Trauerblumen können Weiße Lilien insbesondere als Symbol für Verstorbene Verwendung finden, die in Hingabe ein sehr christlich gläubiges Leben geführt haben.

Die stark duftenden Lilien eignen sich sehr gut als Schnittblumen für eine Beerdigung (z.B. Gestecke, Strauss).

 

Weiß blühende Madonnen-Lilie, botanischer Name Lilium candidum, mit orange-gelben Staubblättern in einem Kloster-Garten
Bild: Weiße Lilie / Madonnen-Lilie (Lilium candidum) im Hochsommer (Anfang August) in einem Kloster-Garten

 

Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)

Farbe: gelbe Körbchen-Blüte mit Röhrenblüten umgeben von weißen Zungenblüten

Blütezeit: Mai - Juli

Höhe: 30 - 60 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)

Standort: sonnig bis halbschattig, trocken bis frisch

Sonstiges: wächst auch natürlich als Wildkraut in der Natur

Symbolische Bedeutung als Grab- und Trauerblume:

Die Margerite ist wegen ihrer vielen kleinen Blütenblätter (genauer: den vielen weißen Zungenblüten um einen honig-gelben Blütenkorb herum) ein Symbol für vergossene Tränen.

Außerdem symbolisieren Margeriten als Trauer-Blumen Bescheidenheit, Dankbarkeit, Natürlichkeit und Reinheit. Sie eignen sich vorzüglich als Schnittblumen für eine Beerdigung (z.B. Blumen-Strauss, Gestecke).

 

Blühende Magerwiesen-Margerite mit gelbem Blütenkorb und weißen Zungenblüten, botanischer Name Leucanthemum vulgare, als Bepflanzung einer Grabstelle
Foto: Magerwiesen-Margeriten (Leucanthemum vulgare) als Bepflanzung einer Grabstelle im Frühjahr (Mitte Mai)

 

Gelbe Narzissen / Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus)

Farbe: gelb

Blütezeit: März und April (um Ostern herum)

Höhe: bis 50 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln

Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch bis feucht

Symbol-Bedeutung für Grab und Friedhof:

Gelbe Narzissen bzw. Osterglocken zählen zu den ersten Trauerblumen nach dem Winter und können als Grabbepflanzung einen Neuanfang und die Überwindung des Todes symbolisieren.

Weil die Grabblumen ihrem Namen entsprechend um Ostern herum blühen, sind Osterglocken im Christentum ein Symbol für die Wiederauferstehung von Jesus Christus sowie die Hoffnung auf Wiedergeburt und ewiges Leben.

Narzissen eignen sich vortrefflich als Schnittblumen für eine Beerdigung z.B. als Blumen-Strauss oder Gestecke.

 

Gelb blühende Osterglocken (Narzissen), botanisch Narcissus pseudonarcissus, auf dem Gelände von einem Friedhof
Bild: Gelbe Narzissen / Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus) auf einem Friedhof im Frühling (Mitte März) *

 

Echte / Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) 1

Farbe: kräftig rosa blühend (andersfarbige Sorten in rot oder weiß)

Blütezeit: Mai - Juni

Höhe: 60 - 100 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)

Standort: sonnig, frisch

Sonstiges: stark duftend

Symbolik für Grab und Beerdigung:

Die Pfingstrose ist ein Symbol für Pfingsten, dem christlichen Fest des Heiligen Geistes nach der Auferstehung von Jesus Christus.

Sie ist ein Mariensymbol für Demut und Liebe und auf diversen christilichen Darstellungen der Madonna (Maria, Mutter Jesu) zu finden.

Als Rosen ohne Dornen symbolisieren Pfingstrosen ein Ende von Leid, das sich in Freude, Erlösung und Hoffnung gewandelt hat. Sie können als Trauerblumen Verwendung finden für Verstorbene, die großes Leid erfahren haben.

Die stark duftenden Pfingstrosen eignen sich sehr gut als Schnittblumen für eine Beerdigung (Strauss, Gestecke).

 

Pink-farbene Blüte mit mittigen gelben Staubblättern einer Gemeinen Pfingstrose, botanischer Name Paeonia officinalis, als Bepflanzung einer Grabstelle
Foto: Gemeine / Echte Pfingstrose (Paeonia officinalis) als Bepflanzung einer Grabstelle im Frühling (Mitte Mai) *

 

Echte Schlüsselblume (Primula veris), auch Primel

Farbe: gelb blühend (Stieltellerblüten)

Blütezeit: April - Mai

Größe: 10 - 30 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)

Standort: Sonne bis Halbschatten, mäßig trocken bis frisch

Sonstiges: eine Arzneipflanze

Symbolische Bedeutung auf einem Friedhof:

Vgl. hierzu die Ausführungen zur Symbolik von Primeln als Trauerblumen → weiter unten

 

Echte Schlüsselblume (Primel), botanischer Name Primula veris, mit gelben Blüten und fünf orangen Punkten um den Kronschlund herum als Grabbepflanzung
Bild: Echte Schlüsselblume / Primel (Primula veris) als Grabbepflanzung im Fruehling (Ende April) *

 

Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana)

Farbe: gelb, lila, orange, rosa, rot, schwarz, violett oder weiß blühend

Blütezeit: Dauerblüher von April - November (je nach Sorte auch ab März)

Größe: 10 - 20 cm

Pflanzen-Typ: zweijährige Frühlingsblumen, winterfest

Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden

Bedeutung und Symbolik auf einem Friedhof

Die zur Pflanzen-Gattung der Veilchen gehörenden Stiefmütterchen symbolisieren als Trauerblumen Unschuld, Demut, Bescheidenheit, tiefgehende Erinnerungen und liebevolles Gedanken.

Sie eignen sich sehr gut als Friedhofsblumen (je nach Klima) oder Trauerblumen für alle Feste des Gedenkens von christlichen Kirchen im Monat November.

Sei es an den katholischen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen oder am stillen evangelischen Feiertag, dem Totensonntag bzw. Ewigkeitssonntag.

Garten-Stiefmütterchen mit dreifarbigen Blüten wie das Wilde Veilchen/Ackerveilchen (Viola tricolor) gelten im Christentum als ein Symbol für das Leiden Christi und die Dreifaltigkeit (Trinität).

Sie sind Symbol-Blumen vom Dreifaltigkeitssonntag, dem 1. Sonntag nach Pfingsten, in der katholischen Kirche.

 

Gelb blühende Garten-Stiefmütterchen der Sorte Riesen-Vorbote Goldgelb, botanischer Name Viola wittrockiana, als Bepflanzung von einem Grab
Foto: Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana 'Riesen-Vorbote Goldgelb') als Bepflanzung von einem Grab *

 

Tulpen (Tulipa)

Farbe: gelb, grün, lila, orange, rosa, rot, schwarz, violett oder weiß blühend (zahlreiche Arten und Sorten)

Blütezeit: Frühblüher (März - Mai, frühblühende Sorten), Frühlingsblumen (Mai - Juni, spätblühende Sorten)

Höhe: 15 - 50 cm (frühblühende Sorten), 30 - 70 cm (spätblühende Sorten)

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln

Standort: sonnig, nach dem Pflanzen frischer Boden, später mässig trocken

Bedeutung als Grabblumen:

Traditionell sind Tulpen ein Symbol für Schönheit, Zuneigung und Liebe (je dunkler, um so tiefer) sowie als Folge ihrer kurzen Blütezeit für die Vergänglichkeit.

Sie können als Trauerblumen und Friedhofsblumen oder für Trauersträuße besonders von engen Angehörigen und Freunden Verwendung finden.

Vielfarbige Tulpen (Tulipa polychroma) duften am stärksten von allen Tulpen-Arten und können sehr gut als Schnittblumen bei einer Beerdigung (z.B. als Blumen-Strauss, Gestecke) verwendet werden.

 

Orange-rote, frühblühende Tulpen-Blüten, botanischer Name Tulipa, als Bepflanzung auf einem Friedhof
Bild: Frühblühende Tulpen (Tulipa) als Bepflanzung auf einem Friedhof im Frühjahr (Mitte April)

 

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

Farbe: hellblaue Stieltellerblüten (einige Sorten in blau, rosa und weiß)

Blütezeit: Mai - Juli

Höhe: 15 - 45 cm

Pflanzen-Typ: zweijährige Frühlingsblumen

Standort: nicht pralle Sonne bis Halbschatten oder lichter Schatten, frischer Boden

Spirituelle Bedeutung und Symbolik:

Vergissmeinnicht symbolisieren als Trauerblumen Liebe über den Tod hinaus, Treue, Zusammengehörigkeit und zärtlichen Abschied in Liebe.

Im Umkehrschluß des Namens kann mit dieser Trauerblume zum Ausdruck gebracht werden "Ich vergesse dich nicht bzw. Ich denke an dich".

Vergissmeinnicht zählen traditionell zu den typischen Frühlingsblumen für den Friedhof.

 

Hellblaue Blüten mit mittiger, gelb umrandeter Kronröhre von einem Wald-Vergissmeinnicht, botanischer Name Myosotis sylvatica, als Grabbepflanzung
Foto: Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) als Grabbepflanzung im Frühjahr (Mitte Mai)

 

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Im Sommer

Die folgende Übersicht zeigt typische Friedhofsblumen und Grabblumen, die sich zum Sommeranfang und im Sommer auf einem Grab als Sommerblumen eignen:

 

Calla-Lilien/Zantedeschien (Zantedeschia)

Farbe: cremefarben, weiß, selten gelb oder rot blühend

Blütezeit: Juni - August

Höhe: 80 - 100 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, nicht winterfeste Sommerblumen (Stauden), mind. + 10 Grad als Kübelpflanzen

Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden

Symbolik als Friedhofsblumen bei einer Beerdigung:

Die Calla-Lilie (Zantedeschia) ist eine typische Totenblume und steht in der Blumen-Symbolik für Anerkennung, Bewunderung über den Tod hinaus und Unsterblichkeit.

In einem Schnittblumen-Strauss oder als Bestandteil von Grab- oder Sarg-Gestecken können Calla-Lilien als Trauerblumen Wertschätzung, Eleganz, Glück oder Schönheit symbolisieren.

Sie sind nicht zu verwechseln mit der Drachenwurz (Calla palustris), einer anderen botanischen Pflanzen-Gattung.

 

Weiße Blüten von Calla-Lilien (Zantedeschien), botanischer Name Zantedeschia aethiopica, in einem Trauer-Blumenstrauß
Bild: Weiße Calla-Lilien (Zantedeschia aethiopica) in einem Trauer-Blumenstrauß

 

Edel-Nelke (Dianthus caryophyllus), auch Landnelke, Gartennelke

Farbe: rosa bis rot blühend, einige Sorten auch in gelb oder weiß

Blütezeit: Mitte Juni - September

Wuchs-Höhe: 40 - 50 cm

Pflanzen-Typ: in Deutschland, Österreich und der Schweiz überwiegend einjährige Sommerblumen

Standort: Sonne, frisch bis feucht

Symbolik als Friedhofsblumen und Grabblumen:

Vgl. zur symbolischen Bedeutung von Nelken als Trauerblumen die Ausführungen ↑  weiter oben  ↑

 

 

Creme-weiß, hell-rot, rosa-rot und dunkel-violette blühende Garten-/Edel-Nelken, botanischer Name Dianthus caryophyllus
Foto: Gartennelken (Dianthus caryophyllus), auch Landnelkne, Edel-Nelken im Sommer (Ende Juli)

 

Garten-Ringelblume (Calendula officinalis)

Farbe: gelb oder orange blühend (Körbchenblume)

Blütezeit: Dauerblüher von Juni - Oktober

Wuchshöhe: 30 - 60 cm

Pflanzen-Typ: einjährige Sommerblumen

Standort: sonnig, trocken bis frisch

Sonstiges: eine Heilpflanze

Symbolische Bedeutung als Blumenschmuck:

In christlicher Symbolik werden Ringelblumen wegen ihrer vielseitigen, medizinischen Heilkraft mit der Gottes-Mutter Maria in Verbindung gebracht, was auch in ihrem englischen Namen "Marigold" (Maria`s Gold) zum Ausdruck kommt.

Darüber hinaus sind die pflegeleichten Trauerblumen typische Totenblumen, weil sie sehr lange bis zum ersten Frost im Herbst blühen und während ihrer Blütezeit unablässig neue Blüten bilden als Symbol der Erneuerung.

Durch diese außerordentlich große Lebenskraft sind Ringelblumen in der Blumensprache ein Symbol für die Sonne, treue Liebe, Unvergänglichkeit, Erlösung nach dem Tod und ewiges Leben.

 

Orange Körbchen-Blüte einer Garten-Ringelblume, botanischer Name Calendula officinalis, auf einem Grab
Bild: Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) auf einem Grab im Sommer (Mitte August)

 

Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta)

Farbe: gelb oder orange blühend

Blütezeit: Dauerblüher von Juni - November

Höhe: 50 - 80 cm

Pflanzen-Typ: einjährige Sommerblumen

Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden

Bedeutung als Grabbepflanzung auf dem Friedhof:

In Mexiko wird jedes Jahr in der Nacht vom 1. auf den 2. November der "Tag der Toten" (spanisch: Día de los Muertos) gefeiert, bei dem die Seelen der Verstorbenen ihre Hinterbliebenen besuchen sollen.

Das zusammen mit den katholisch-christlichen Hochfesten Allerheiligen und Allerseelen stattfindende Volksfest dient dem Gedenken der Verstorbenen und ihrer Ehrerweisung.

Traditionell wird der Weg vom Friedhof nach Hause mit gelben und orangen Trauerblumen geschmückt, ausgehend von der Vorstellung, dass die Seele orange und gelbe Blüten besonders gut erkennen können soll.

Als Totenblumen kommen neben gelben Chrysanthemen und orangen Ringelblumen den leuchtend orange oder gelb blühenden Tagetes eine besondere Bedeutung zu, die in Mexiko dem Erzengel Michael geweiht sind.

 

Gelbe Blüte einer Aufrechten Studentenblume, botanischer Name Tagetes erecta, als Grabbepflanzung
Foto: Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta) im Sommer (Mitte August) als Grabbepflanzung

 

Orange Blüte einer Aufrechten Studentenblume, botanischer Name Tagetes erecta, auf einem Friedhofs-Grab
Bild: Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta) als Sommer- und Herbstblumen im Oktober auf einem Friedhofs-Grab

 

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Im Herbst

Die folgende Liste zeigt Friedhofsblumen und Grabblumen, die zum Herbstanfang und im Herbst auf dem Friedhof als Herbstblumen wachsen:

 

Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum x grandiflorum)

Farbe: gelb, grün, lila, orang, purpur, rosa, rot oder weiß blühend (tausende Sorten mit Körbchenblüte)

Blütezeit: September - November (Dezember)

Höhe: 60 - 100 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, bis etwa -15 Grad winterharte Herbstblumen (Stauden)

Standort: sonnig, mäßig trocken bis frisch

Sonstiges: auch typische Trauerblumen in Japan 2

Symbolik fürs Grab und als Grabgesteck

Chrysanthemen sind als klassische Totenblumen, Todesblumen und Grabschmuck auf einem Friedhof ein Symbol für Liebe und Treue über den Tod hinaus.

Sie sind als Trauerblumen eng mit Allerheiligen verbunden, dem jährlich stattfindenden christlich-katholischen Fest zum Gedenken aller Heiligen am am 1. November.

In der Blumensprache kann das Gedenken über den Tod hinaus mit Chrysanthemen dadurch begründet werden, dass die Herbstblumen erst zu blühen beginnen, wenn andere Pflanzen sich bereits zurückziehen und verwelken.

Chrysanthemen eignen sich sehr gut als Schnittblumen bei einer Beerdigung als Blumenstrauß oder für Gestecke.

 

Weiß-gelbe, orange und rot-purpur-farbene Blüten von Garten-Chrysanthemen, botanischer Name Chrysanthemum x grandiflorum, als Grabbepflanzung auf einem Friedhof
Bild: Garten-Chrysanthemen (Chrysanthemum x grandiflorum) als Grabbepflanzung im Herbst (Mitte Oktober)

 

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Im Winter

Nachfolgend eine Übersicht typischer Friedhofsblumen und Grabblumen, die sich zum Winteranfang und im Winter auf einem Grab als Winterblumen eignen:

 

Christrose / Schneerose (Helleborus niger)

Farbe: weiß blühend (Schalenblüten)

Blütezeit: Februar - April, z.T. bereits ab November

Höhe: 10 - 30 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte, immergrüne Winterblumen (Stauden)

Standort: Halbschatten im Sommer, Sonne im Winter, frischer Boden

Sonstiges: sehr giftige Giftpflanze mit Digitalisglykosiden

Symbolische Bedeutung auf einem Grab und Friedhof:

Christrosen blühen im Dezember und damit zu Weihnachten, dem christlichen Fest zur Geburt Jesu Christi. Sie sind deshalb traditionell Jesus Christus gewidmet, der als Retter und Erlöser Hoffnung in die Welt bringt.

Für die Symbolik von Christrosen ist von Bedeutung, dass sie zu den wenigen Blumenarten zählen, die in der dunklen, kalten und leblosen Winter-Zeit blühen, welche auf das Absterben der Natur im Herbst folgt.

In dieser zunächst als trostlos und hoffnungslos erscheinenden Winter-Zeit kann sich die Christrose mit ihrer Blüte gegen diese Widrigkeiten der Natur durchsetzen.

Deshalb können in der Blumensprache Christrosen als ein Symbol der Hoffnung interpretiert werden und als Grab- und Trauerblumen, die den Menschen die Angst nehmen sollen.

 

Schneerosen (Christrosen), botanischer Name Helleborus niger, mit weißen Blüten und gelben Staubblättern auf einem Grab mit Schnee-Resten
Foto: Schneerosen / Christrosen (Helleborus niger) auf einem Grab als Beispiel für Trauerblumen im Winter (Februar) *

 

Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)

Farbe: hell gelb blühend (Stieltellerblüten)

Blütezeit: Frühblüher Anfang März - April

Höhe: 10 - 20 cm (an günstigen Standorten bis 30 cm)

Pflanzen-Typ: mehrjährig, frostfeste Winterblumen (Stauden)

Standort: Halbschatten bis Sonne, frisch bis feucht

Symbolische Bedeutung auf einem Friedhof:

Primeln galten früher wegen ihrer Blüten-Form als der vom Himmel gefallene goldene Schlüssel von Petrus "zum Aufsperren des Himmels", also als Himmelsschlüssel.

Einer Legende nach sollen an der Stelle, wo einst der goldene Schlüssel auf die Erde fiel, Schlüsselblumen gewachsen sein, die der Form des Himmelschlüssels ähnelten.

In der Tat ähnelt mit etwas Abstand betrachtet der gesamte Blütenstand von Primeln optisch einem altertümlichen Schlüsselbund, dessen einzelne Schlüssel durch die Blüten dargestellt werden.

Oder einzelne Primel-Blüten haben in Verbindung mit dem Stängel eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schlüssel, wobei der Stängel als Schlüssel-Halm und die Blüte als Schlüsselbart interpretiert werden kann.

Traditionell sind die zu den Primeln gehörenden Schlüsselblumen als Trauerblumen ein christliches Mariensymbol, nachdem Maria, die Mutter Jesu, durch ihren Sohn Jesus für die Menschen die Himmelstür aufgeschlossen hat.

Allgemein können Primeln wegen ihrer frühen Blütezeit als ein Symbol für den Frühling und einen Neubeginn nach dem Winter verstanden werden, mithin also als ein Symbol der Hoffnung.

Hohe Schlüsselblumen eignen sich vortrefflich als Schnittblumen für eine Beerdiung als Strauss oder Gestecke.

 

Blass-gelb blühende Hohe Schlüsselblume mit dunkelgelbem Blütenschlund, botanischer Name Primula elatior, auf einer Friedhofswiese
Foto: Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) auf einer Wiese von einem Friedhof im Spät-Winter (Anfang März) *

 

Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris, Syn.: Primula acaulis), auch Erd-Primel

Farbe: gelb blühend (Stieltellerblüten)

Einige Sorten mit Namen Gartenprimel in blau, lila, orange, rosa, rot, violett oder weiß meist mit gelbem Schlund

Blütezeit: Ende Februar / Anfang März - April

Höhe: 5 - 10 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Winterblumen (Stauden)

Standort: Halbschatten, frisch bis mässig feucht

Symbolik als Grabbepflanzung:

Vgl. hierzu die Hinweise zur symbolischen Bedeutung von Primeln als Trauerblumen → weiter oben

 

Violett blühende Gartenprimel, botanischer Name Primula acaulis, mit gelbem Blütenschlund auf einem Grab mit Rest-Schnee
Bild: Gartenprimel (Primula acaulis) im Winter (Ende Februar) auf einem Grab mit Rest-Schnee *

 

Die symbolische Bedeutung weiterer Blumen-Arten wird im Kapitel → Blumensprache auf der Hauptseite für Blumen erläutert.

Die genannten Grabblumen bzw. Friedhofsblumen und Trauerblumen kann man online bestellen oder im Gartencenter und in der Gärtnerei (Friedhofsgärtnerei) und Trauerfloristik kaufen.

 

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Bedeutung von Farben

Traditionell werden für Grabsträuße Trauerblumen mit überwiegend weißen Blütenblättern gewählt wie z.B. weiße Lilien, weiße Nelken oder weiße Rosen.

Grund hierfür ist, dass die Farbe Weiß in der Trauer-Blumensprache für Licht, Reinheit und Tod steht und frei von negativen Besetzungen ist, was in christlicher Symbolik mit Jesus Christus und seiner Mutter Maria verbunden ist.

In der Liturgie (Gottesdienst-Ordnung) der evangelischen, jüdischen und römisch-katholischen Kirche symbolisiert die Farbe Weiß das Licht (Jesus Christus als das Licht der Welt) sowie Unschuld, Wahrheit und Vollkommenheit.

Die Farbe Weiß findet deshalb eine Entsprechung an hohen christlichen Festtagen wie Ostern und Weihnachten oder dem katholischen Allerheiligen und dem evangelischen Ewigkeitssonntag.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Farben Weiß und Schwarz in verschiedenen Kulturen und Ländern eine unterschiedliche Bedeutung haben.

So gilt in asiatischen Ländern die Farbe Weiß als Symbol für Tod und Trauer, während in westlichen Ländern der Farbe Schwarz diese Bedeutung zukommt.

Traditionell ist in christlich geprägten, westlichen Ländern die Farbe Schwarz eine Trauerfarbe, was an Karfreitag und allgemein bei Begräbnissen (evangelische Pfarrer können dabei Weiß tragen) zum Ausdruck kommt.

Die Farben Gelb und Orange sollen symbolisch etwas Licht, Trost und Wärme in die Zeit der Trauer bringen und können von Freunden und Bekannten der Verstorbenen auch als Trost-Farbe mit Weiß gemischt gewählt werden.

Grün ist die Farbe des Lebens und symbolisiert allgemein und in der Liturgie christlicher Kirchen Hoffnung, Reife, Fruchtbarkeit und Wachstum sowie die immer wieder stattfindende Erneuerung des Lebens in der Natur.

Die Farbe Violett ist ein Symbol für Besinnung, Buße und innere Umkehr, was auch in christlichen Kirchen in der Adventszeit oder Fastenzeit / Passionszeit als Vorbereitung für Ostern und Weihnachten eine Entsprechung findet.

Die edle Farbe Blau ist die Farbe des Himmels und symbolisiert Treue, treue Erinnerung, Sehnsucht und Freiheit.

Rosa oder rote Blumenfarben sollen traditionell tiefe Gefühle, Liebe und enge Verbundenheit ausdrücken und werden meist von nahen Angehörigen in Trauersträußen oder als Trauerblumen gewählt.

In der Liturgie christlicher Kirchen symbolisiert die Farbe Rot das Feuer und den Heiligen Geist und findet an Festen wie Pfingsten (Fest zur Ausgiessung des heiligen Geistes) Gedenktag der Heiligen eine Entsprechung.

Dunkle Blumen-Töne (dunkelblau, dunkelrot, violett oder schwarz) sind ein Symbol für eine tiefe (spirituelle) Leidenschaft über den Tod hinaus.

 

Grab mit Stiefmütterchen und gelben Rosen ohne Grabschmuck und Gestecke
Bild: Grab mit Stiefmütterchen und gelben Rosen ohne Grabschmuck bei München (Bayern) *

 

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Rosen als Grabbepflanzung

Auch verschiedene Rosenarten wie die Beetrose (Polyantha-Rosen oder Floribundarosen) werden bei der Grabgestaltung oder als Trauerblumen gewählt.

Allerdings verholzen Rosen und zählen nicht zu den Blumen, sondern zu den Sträuchern bzw. Dornensträuchern.

Welche Farbe eignet sich für Rosen zur Beerdigung ? Als Blumensprache haben Rosen abhängig von ihrer Blüten-Farbe verschiedene Bedeutungen:

Rote Rosen stellen ein Sinnbild der Liebe dar (christlich: das Blut Christi) und können die Liebe zum Verstorbenen symbolisieren.

Was bedeutet eine weiße Rose zur Beerdigung ? Weiße Rosen sind ein Symbol für Reinheit, Vergänglichkeit und Tod und damit aus christlicher Perspektive ein Sinnbild von Maria und Mariensymbol.

Gelbe und orange Rosen können als ein Symbol für Freundschaft verstanden werden und allgemein etwas Wärme und Trost zum Ausdruck bringen.

Rosen drücken als Trauerblumen eine starke Anteilnahme und enge Verbundenheit aus. Sie werden bevorzugt von Angehörigen und nahestehenden Freunden als Trauerblumen für den Trauerstrauß ausgewählt.

 

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Blumen fürs Grab im Winter

Im Winter, wenn die Temperaturen unter Null Grad liegen, kann man zwar keine Grabblumen anpflanzen, doch als Alternative können Blumen aufs Grab gelegt werden.

Dafür eignen sich besonders gut Schnittblumenarten und Zierpflanzen aus dem Blumenladen wie zum Beispiel Rosen, Chrysanthemen und Nelken, weil sie auch bei Frost mehrere Wochen haltbar sind.

Als frostfeste und winterharte Blumen für Gräber zum pflanzen eignen sich Winterblumen wie Schlüsselblumen und Christrosen / Schneerosen (Helleborus) oder verschiedene Narzissen-Sorten (Narcissus).

 

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Wie kann man den Aufwand für die Grabpflege verringern?

Ein Grab komplett mit Pflanzen zu bestücken, die im Jahr mehrmals ausgetauscht werden, bedeutet wie auch bei einem Garten-Beet einen relativ hohen Pflegeaufwand.

Zudem müssen viele Grabblumen bei normaler Witterung im Frühjahr und Sommer regelmässig gegossen werden, was eine Dauergrabpflege erforderlich macht.

Ein Friedhof gilt jedoch gemeinhin als Ort des stillen Gedenkens und nicht der zeitaufwendigen Pflichtarbeit. Anspruchslose und pflegeleichte Pflanzen sollten deshalb bei der Grabgestaltung bevorzugt werden.

Hierzu bieten sich z.B. dauerhafte Trauerblumen an, die mehrere Monate oder zusammenhängende Jahreszeiten lang blühen (vgl. → Dauerblüher) und keinen Wechsel der Bepflanzung im Garten-Jahr erfordern.

Wohnt der Grabpfleger außerdem weiter weg, ist eine mehrmalige Pflege der Friedhofsblumen auf der Grabanlage aus zeitlichen Gründen oft nicht möglich.

Wenn für die laufende Grabpflege nicht die Dienste von einem Gärtner bzw. Friedhofsgärtner in Anspruch genommen werden sollen, kann beispielsweise nur ein Teil des Grabes als Wechselbeet ausgespart werden, um saisonale Grabblumen für den Herbst, das Frühjahr oder den Sommer zu pflanzen.

Für die restliche Grabfläche kommt eine pflegeleichtere, immergrüne Dauer- und Winterbepflanzung zum Einsatz.

Zur Auswahl stehen dazu immergrüne Bodendecker wie z.B. Efeu, Immergrün, Kriech-Wacholder und Teppich-Zwergmispel oder winterharte Stauden-Pflanzen (z.B. immergrüne Bergenien).

Auch immergrüne Kleinbäume wie z.B. Buchs, Eibe, Lebensbaum und Zwergkiefer reduzieren den Aufwand der Grabpflege, wobei der Eibe eine besondere Bedeutung für die Grabbepflanzung zukommt.

So galt die Eibe traditionell als Totenbaum. Denn der Nadelbaum kann auch im Schatten wachsen und wurde deshalb symbolisch als Verbindung zum Jenseits bzw. zur Unterwelt verstanden.

Noch pflegeleichter ist es, die Grabfläche mit Kieselsteinen aufzufüllen und größtenteils mit einer wetterfesten Gartendeko wie einer Stahlskulptur, Steinfigur oder Glasblume zu dekorieren.

 

Grabbepflanzung mit Koniferen wie einer Zwerg-Kiefer und einem Lebensbaum 'Forever Goldy', Bodendeckern wie einer Zwergmispel und gelben Blumen
Bild: Grabbepflanzung mit Koniferen wie einer Zwerg-Kiefer (Pinus mugo pumilio) und einem Lebensbaum 'Forever Goldy' (Thuja plicata 'Forever Goldy'), Bodendeckern wie einer Zwergmispel (Cotoneaster) und gelben Stiefmütterchen Anfang April *

 

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Vergleich sommer-/immergrüner Grabpflanzen

Immergrüne, langsam wachsende Grabeinfassungen bieten den Vorteil, dass die Gräber auch bei geringer Pflege und Bepflanzung nicht übermäßig vernachlässigt wirken.

Das gilt selbst dann, wenn saisonale Trauergestecke oder Friedhofsblumen im Herbst und Winter verwelkt sind.

Außerdem symbolisieren immergrüne Friedhofspflanzen gleichzeitig ewiges Leben und Unsterblichkeit.

Eine sommergrüne Grabbepflanzung mit dem Wechsel von Blüte (Frühjahr), Wachstum (Sommer), Verwelken (Herbst) und Absterben (Winter) symbolisiert dagegen den Kreislauf des Lebens   Geburt, Leben und Tod.

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von Grabblumen, Friedhofsblumen und Trauerblumen sowie Detail-Fotos:

 

Grabblumen und Beispiele für die Grabbepflanzung auf einem Friedhof mit Kriech-Wacholder und Buchsbaum
Bild: Grabblumen und Beispiele der Grabbepflanzung auf einem Friedhof mit Kriech-Wacholder und Buchs *

 

Friedhofsblumen auf einem Grab mit Grabkerzen-Lampe
Foto: Friedhofsblumen auf einem Grab ohne Gestecke mit brennender Grabkerzen-Lampe im Früh-Herbst *

 

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[1] Es gibt verholzende Pfingstrosen-Arten, wie die Strauch-Pfingstrose (Paeonia rockii), die zu den Blütensträuchern und nicht zu den Friedhofsblumen / Grabblumen zählt.

[2] In Japan sind weiße Chrysanthemen nicht nur klassische Trauerblumen für Beerdigungen, sondern haben auch Bedeutung als Siegel oder für einige Staatswappen und sind Symbol des japanischen Kaiserhauses.