Inhaltsverzeichnis
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Definition
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Beispiele und Bedeutung von Arten und Sorten
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Im Frühjahr
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Im Sommer
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Im Herbst
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Im Winter
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Welche Blumen-Farbe bei einer Beerdigung und Trauerfeier?
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Weiße Farbe
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Schwarze Farbe
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Gelbe und orange Farbe
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Grüne Farbe
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Violette und lila Farbe
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Blaue Farbe
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Rosa Farbe
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Rote Farbe
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Rosen als Grabbepflanzung
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Rote Rosen
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Weiße Rosen
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Gelbe Rosen
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Orange Rosen
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Zusammenhang der Rosenfarben
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Christliche Symbolik
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Blumen fürs Grab im Winter
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Welche Schnittblumen eignen sich bei Frost auf dem Friedhof?
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Welche winterharten Blumen eignen sich als Grabpflanzen?
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Wie kann man den Aufwand für die Grabpflege verringern?
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Vergleich sommer- und immergrüner Grabpflanzen
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Definition
Was sind Grabblumen und Friedhofsblumen? Der Begriff „Grabblume” oder „Friedhofsblume” (englisch: grave flower, cemetery flower) stammt nicht aus der Botanik.
Er bezeichnet in diesem Lexikon einjährige oder mehrjährige Blumenarten, die nach der Beerdigung zum Bepflanzen von Gräbern und Grabstätten auf Friedhöfen verwendet werden.
Der Begriff „Trauerblume” (englisch: funereal flower) bezeichnet darüber hinaus Blumenarten, die bei Trauerfeiern in der Kirche oder Trauerhalle als Sarg- und Urnenschmuck Verwendung finden.
Ferner werden Trauerblumen bei der Trauerfeier in Vasen aufgestellt, den engen Angehörigen als Trauerstrauß im Sinne einer Kondolenzgeste überreicht, bei der Beerdigung ins offene Grab geworfen oder nach der Beerdigung als Grabgestecke oder Grabkränze (Trauerkränze) auf das geschlossene Grab gelegt.
Für die Grabgestaltung eignen sich besonders langblühende Beetblumen, die relativ pflegeleicht und mehrjährig haltbar sind und von ihren Farben und Formen her mit dem Grabmal harmonieren.
Natürlich können auch Blumen für das Grab ausgewählt werden, die dem Trauerndem besonders gefallen oder die dem Verstorbenen besonders gefallen haben bzw. ihn charakterisieren.
Um in der Trauer „Blumen sprechen lassen” zu können, ist es allerdings notwendig, dass bei der Auswahl von Trauerblumen für die Beerdigung deren Bedeutung und Symbolik bekannt sind (vgl. weiter unten).
Bild: Friedhof mit Grabsteinen und bepflanzten Grabstätten im Mai in *
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Beispiele und Bedeutung von Arten und Sorten
Bei Traueranlässen wie Beerdigugen, Trauerfeiern und Grabbesuchen können sich zahlreiche Fragen stellen, welche Arten bzw. Sorten von Trauerblumen und Grabblumen dem Anlass entsprechend passend sind. Typische Fragen sind:
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Welche typischen Grabblumen gibt es?
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Welche Blumen sind Trauerblumen?
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Welche Blumen eignen sich für den Friedhof, die Beerdigung oder fürs Grab?
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Welche Blumen stehen für Trauer?
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Welche Blume steht symbolisch für was?
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Welche Blumen eignen sich für welche Jahreszeit?
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Welche Blumen eignen sich zum Todestag?
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Welche Blumen sind für eine Beerdigung ungeeignet?
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Welche Blumen wirft man bei einer Beerdigung in ein Grab oder Urnengrab?
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Welche Bedeutung haben einzelne Blumen bei einer Beerdigung?
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Welche Beispiele gibt es für eine dauerhafte Grabbepflanzung?
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Welche Blumen passen zu welchem Verwandtschaftsgrad?
Für Trauernde kann die Auswahl geeigneter Grabblumen für eine Beerdigung und die Grabgestaltung keine leichte Aufgabe sein. Gleiches gilt bei der Auswahl geeigneter Trauerblumen für eine Trauerfeier oder einen Trauerstrauß.
Hilfreich kann die Kenntnis der Symbol-Sprache sein, die traditionell mit einer Blume in Verbindung gebracht wird. Nachfolgend eine Übersicht typischer Grabblumen und Friedhofsblumen mit ihrer christlichen Symbolik und Bedeutung in der Blumensprache als Trauerblumen.
Pflanzennamen werden im Deutschen teils mit, teils ohne Bindestrich geschrieben. Beide Schreibweisen sind gebräuchlich und werden – wenn möglich – berücksichtigt.
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Im Frühjahr
Die folgende Liste zeigt mehrjährige Friedhofsblumen und Grabblumen, die zu Frühlingsbeginn und im Frühjahr auf dem Friedhof als Frühjahrsblumen wachsen:
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)
Farbe: blau, blau-violett, rot-violett, weiß blühend
Blütezeit: April bis Juni
Höhe: 30 bis 70 cm
Pflanzentyp: zweijährige Frühlingsblumen oder mehrjährig, winterharte Stauden
Standort: Halbschatten, frisch bis feucht
Symbolsprache als Grabblumen:
Die Akelei symbolisiert in der Blumensprache mit ihren gesenkten und nickenden Blüten Bescheidenheit und Demut, mithin beides Eigenschaften von Jesus Christus und der Gottes-Mutter Maria in der Bibel.
Dieser Bezug auf die Akelei ist in mittelalterlichen Christus-Gemälden zu finden wie beispielsweise bei den Malern Hugo van der Goes (Portinari-Triptychon) oder Gerrit van Haarlem (Maria mit dem Kind).
Außerdem symbolisieren die doppelt dreizähligen Blätter die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Als Trauerblume kann die Akelei somit ein Symbol für die Erlösung und das kommende Seelenheil von Verstorbenen sein, deren Charakter durch Bescheidenheit und Demut geprägt war.
Weiter können Akeleien als Friedhofsblumen eine Danksagung für Menschen zum Ausdruck bringen, die in ihrem Leben Opfer für andere gebracht haben bzw. die sich für andere aufgeopfert haben.
Foto: Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris) mit Rachenblüten in einem Garten-Beet im Frühjahr (Anfang Mai) *
Bartnelke (Dianthus barbatus)
Farbe: rosa, rote, schwarze, violette und weiße Blüten, auch mehrfarbig blühend
Blütezeit: Mai bis August oder September (Dauerblüher)
Wuchshöhe: 40 bis 70 cm
Pflanzentyp: zweijährige, winterfeste Trauerblumen
Standort: sonnig, frisch
Sonstiges: essbare Blüten, stark duftende Schnittblumen
Symbolsprache als Blumen für Friedhof und Grab:
Rote Nelken symbolisierten im Mittelalter das Leiden und Opfer von Jesus Christus und die Liebe der Madonna, der Gottes-Mutter Maria.
Diese christliche Symbolik kommt beispielsweise in den Gemälden „Madonna mit der Nelke” der italienischen Maler Leonardo da Vinci (ca. 1475) und Raffael (ca. 1506) zum Ausdruck.
Darauf greift das Jesus-Kind nach einer roten Nelke, deren Form an einen Nagel und deren Farbe an das Blut Jesu erinnern. Nelken wurden somit als die Nägel der Kreuzigung bzw. als Nagelblumen gedeutet.
Dieser christlichen Bedeutung folgend können Bartnelken als Grabblumen und Trauerblumen den Dank für einen selbstlosen Einsatz und edlen Charakter der Verstorbenen zum Ausdruck bringen.
In der Blumensprache symbolisieren rote Nelken Leidenschaft, Liebe, Romantik und Zuneigung, während weiße Nelken ein Symbol für Trauer und Hoffnung sowie für Freundschaft, Eheschließung (Hochzeit) und Treue sind.
Die stark duftenden Nelken eignen sich sehr gut als Schnittblumen für eine Beerdigung beispielsweise als Strauß und Gestecke oder als langblühende Friedhofsblumen.
Bild: Bartnelke (Dianthus barbatus) als Grabbepflanzung im Frühling (Mitte Mai)
Eis-Begonien (Begonia x semperflorens-cultorum)
Farbe: rosa, rot, weiß
und zweifarbig blühend
Blütezeit: Mai bis Oktober (Dauerblüher)
Höhe: 15 bis 30 cm
Pflanzentyp: einjährige Frühlingsblumen
Standort: Halbschatten, trocken bis frisch
Symbolsprache als Trauerblumen:
Eisbegonien oder Semperflorens-Begonien haben als Trauerblumen traditionell die Bedeutung und Symbolik von Freundschaft, Loyalität, Zuverlässigkeit und einem gegenseitigen Versprechen, stets für einander da zu sein.
Sie können außerdem auf emotionaler Ebene ein Gefühl der Melancholie und Traurigkeit als Friedhofsblumen auf einem Grab zum Ausdruck bringen.
Foto: Immerblühende Eis-Begonien (Begonia x semperflorens-cultorum) auf einem Grab im Frühjahr (Mitte Mai) *
Gerbera-Hybriden (Gerbera)
Farbe: gelb, rosa oder weiß blühend (Körbchenblüte)
Blütezeit: Mai bis September (Dauerblüher)
Höhe: 20 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, nicht frostfeste Frühlingsblumen (Stauden), als Topfpflanzen geeignet
Standort: sonnig, frisch bis mäßig feucht
Sonstiges: in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weltweit eine der beliebtesten Schnittblumen
Bedeutung und Symbolik als Friedhofsblumen:
Die Gerbera als ein Zeichen für Hoffnung und Wärme symbolisiert in der Blumensprache, dass der Verstorbene das Leben schöner gemacht hat und ist ein Urnen- und Sargschmuck zur Danksagung bei einer Beerdigung.
Neben dieser Bedeutung als Trauerblumen sind Gerbera auch ein positives Symbol für Freundschaft und sollen unabhängig von ihrer Farbe die Botschaft vermitteln „Durch dich wird das Leben schöner und glücklicher”.
Für eine Beerdigung eignen sich die Gerbera vorzüglich als Grab- und Friedhofsblumen für Gestecke oder Blumensträuße.
Bild: Gerbera-Hybriden für die Trauerfloristik und Trauergestecke
Hornveilchen (Viola cornuta)
Farbe: lila und violett – zahlreiche Sorten blühen blau, gelb, rosa, schwarz, dunkel-violett oder weiß
Blütezeit: März bis Oktober (Dauerblüher), je nach Sorte auch erst ab April
Höhe: 15 bis 25 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden
Sonstiges: als Steingartenpflanze geeignet
Bedeutung als Trauersymbol:
Warum gelten Hornveilchen traditionell als Trauerblumen? Die zierlichen, leicht geneigten Blüten dieser Veilchen wirken wie ein stiller, bescheidener Blick nach unten. Sie wurden deshalb im Volksglauben als Sinnbild für Bescheidenheit, Unschuld, Demut, Erinnerung, Gedenken und stille Anteilnahme gedeutet.
Somit waren Hornveilchen prädestiniert als Friedhofsbepflanzung oder Grabschmuck und von Bedeutung als Trauerblumen für alle kirchlichen Feste des Gedenkens im Monat November.
Sei es an den katholischen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen oder am stillen evangelischen Feiertag, dem Ewigkeitssonntag bzw. Totensonntag. Dreifarbige Hornveilchen gelten zudel als Symbol für die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist im Christentum.
Da Hornveilchen zu den ersten Blumen gehören, die nach dem Winter wieder erscheinen, können sie auf einem Grab als Zeichen der Hoffnung auf Wiedergeburt nach dem Tod, der Erneuerung und des Neubeginns verstanden werden.
Diese Verbindung aus frühjährlicher Erneuerung, symbolischer Bescheidenheit und zurückhaltender Erscheinung hat dazu geführt, dass Hornveilchen bis heute als typische Grab‑ und Friedhofsblumen gelten.
„Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein, und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.”(In früheren Zeiten beliebter Spruch zur Blumensprache fürs Poesie-Album)
Foto: Hornveilchen (Viola cornuta) als Grabbepflanzung im Frühling (Anfang Mai) *
Weiße Lilien (Lilium candidum), auch Madonnen-Lilie
Farbe: weiß blühend
Blütezeit: Mai bis Juli
Höhe: 80 bis 120 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig, trocken bis frisch
Bedeutung als Trauer- und Grabblumen:
Die Weiße Lilie ist eine traditionelle Totenblume und steht für das Licht. Sie wird auf einem Friedhof gepflanzt als ein Symbol für die Reinheit des Herzens, Hoffnung und Liebe über den Tod hinaus.
Im Christentum stehen Weiße Lilien in engem Zusammenhang mit der Gottes-Mutter Maria (Madonna) und symbolisieren Unschuld und Würde sowie die Auferstehung reiner Seelen und Unsterblichkeit (ewiges Leben).
Als Trauerblumen und Friedhofsblumen können Weiße Lilien als Symbol für Verstorbene von Bedeutung sein, die in Hingabe ein sehr christlich gläubiges Leben geführt haben. Die stark duftenden Lilien eignen sich sehr gut als Schnittblumen für eine Beerdigung wie beispielsweise Gestecke und Sträuße.
Bild: Weiße Lilie/Madonnen-Lilie (Lilium candidum) im Hochsommer (Anfang August) in einem Klostergarten
Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
Blütenfarbe: gelbe Körbchenblüte mit Röhrenblüten umgeben von weißen Zungenblüten
Blütezeit: Mai bis Juli
Höhe: 30 bis 60 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig bis halbschattig, trocken bis frisch
Sonstiges: wächst auch natürlich als Wildkraut in der Natur
Symbolische Bedeutung als Grab- und Trauerblume:
Die Margerite ist wegen ihrer vielen kleinen Blütenblätter (genauer: den vielen weißen Zungenblüten um einen honig-gelben Blütenkorb herum) ein Symbol für vergossene Tränen.
Außerdem symbolisieren Margeriten als Trauerblumen Bescheidenheit, Dankbarkeit, Natürlichkeit und Reinheit. Sie eignen sich vorzüglich als Schnittblumen für eine Beerdigung, beispielsweise für Blumensträuße und Gestecke.
Foto: Magerwiesen-Margeriten (Leucanthemum vulgare) als Bepflanzung einer Grabstelle im Frühjahr (Mitte Mai)
Gelbe Narzissen/Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus)
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: März und April (um Ostern herum)
Höhe: bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch bis feucht
Symbol-Bedeutung für Grab und Friedhof:
Gelbe Narzissen bzw. Osterglocken zählen zu den ersten Trauerblumen nach dem Winter und können als Grabbepflanzung einen Neuanfang und die Überwindung des Todes symbolisieren.
Weil die Grabblumen ihrem Namen entsprechend um Ostern herum blühen, sind Osterglocken im Christentum ein Symbol für die Wiederauferstehung von Jesus Christus sowie die Hoffnung auf Wiedergeburt und ewiges Leben.
Narzissen eignen sich vortrefflich als Friedhofsblumen für eine Beerdigung, beispielsweise als Blumensträuße oder Gestecke.
Bild: Gelbe Narzissen/Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus) auf einem Friedhof im Frühling (Mitte März) *
Echte/Gemeine Pfingstrose (Paeonia officinalis) 1
Farbe: kräftig rosa blühend (andersfarbige Sorten in rot oder weiß)
Blütezeit: Mai bis Juni
Höhe: 60 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch
Sonstiges: stark duftend
Symbolik für Grab und Beerdigung:
Die Pfingstrose ist ein Symbol für Pfingsten, dem christlichen Fest des Heiligen Geistes nach der Auferstehung von Jesus Christus.
Sie ist ein Mariensymbol für Demut und Liebe und auf diversen christlichen Darstellungen der Madonna (Maria, Mutter Jesu) zu finden.
Als Rosen ohne Dornen symbolisieren Pfingstrosen ein Ende von Leid, das sich in Freude, Erlösung und Hoffnung gewandelt hat. Sie finden als Grabblumen und Trauerblumen Verwendung für Verstorbene, die großes Leid erfahren haben.
Ferner eignen sich die stark duftenden Pfingstrosen sehr gut als Friedhofsblumen für eine Beerdigung in Form von einem Strauß oder als Gestecke.
Foto: Gemeine/Echte Pfingstrose (Paeonia officinalis) als Bepflanzung einer Grabstelle im Frühling (Mitte Mai) *
Echte Schlüsselblume (Primula veris), auch Primel
Farbe: gelb blühend (Stieltellerblüten)
Blütezeit: April bis Mai
Größe: 10 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, mäßig trocken bis frisch
Sonstiges: eine Arzneipflanze
Symbolische Bedeutung als Trauerblumen auf einem Friedhof:
Vgl. Ausführungen zur Symbolik von Primeln als Grabblumen und Friedhofsblumen → weiter unten
Bild: Echte Schlüsselblume/Primel (Primula veris) als Grabbepflanzung im Frühling (Ende April) *
Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana)
Farbe: gelb, lila, orange, rosa, rot, schwarz, violett oder weiß blühend
Blütezeit: April bis November (Dauerblüher), je nach Sorte auch bereits ab März
Größe: 10 bis 20 cm
Pflanzentyp: zweijährige Frühlingsblumen, winterfest
Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden
Bedeutung und Symbolik auf einem Friedhof:
Warum gelten Garten‑Stiefmütterchen traditionell als Trauerblumen? Die zur Pflanzengattung der Veilchen (Viola) gehörenden Blumen symbolisieren als Trauerblumen Unschuld, Demut, Bescheidenheit und tiefgehende Erinnerungen.
Ihre gesenkten und leicht „blickenden” Blüten erinnern an ein nachdenkliches oder trauerndes Gesicht, was im Volksglauben als Sinnbild für liebevolle Gedanken an Verstorbene gedeutet wurde.
Darüber hinaus sind diese Veilchen aufgrund ihrer leuchtenden Farben, ihrer Robustheit und der langen Blütezeit von Frühling bis Herbst als saisonale Grabbepflanzung beliebt.
Zudem finden sie traditionell als Friedhofsblumen oder Grabblumen (je nach Klima) Verwendung bei den christlichen Gedenkfesten im Monat November.
Sei es an den katholischen Feiertagen Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) oder am stillen evangelischen Feiertag, dem Totensonntag (Ewigkeitssonntag) – dem letzten Sonntag im November vor dem ersten Adventssonntag zum Gedenken der Toten.
Foto: Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana 'Riesen Vorbote Goldgelb') als Bepflanzung von einem Grab *
Wildes Stiefmütterchen/Ackerveilchen (Viola tricolor)
Blütenfarbe: dreifarbig weiß, gelb und blau-violett
Blütezeit: April oder Mai bis Oktober (Dauerblüher)
Wuchshöhe: 10 bis 40 cm
Pflanzentyp: einjährige bis mehrjährige Frühlingsblumen
Standort: Sonne, frischer Boden
Symbolik und christliche Bedeutung:
Warum gelten Wilde Stiefmütterchen traditionell als Trauerblumen? Ihre dreifarbigen Blüten wurden im Volksglauben seit dem Mittelalter als Sinnbild für das Leiden Christi und die Dreifaltigkeit (Trinität) gedeutet.
Daher sind diese Veilchen traditionelle Symbol‑Blumen des Dreifaltigkeitssonntags im Christentum – dem ersten Sonntag nach Pfingsten und Fest der Heiligen Dreifaltigkeit in der katholischen Kirche.
Diese christlich-religiöse Symbolkraft verbunden mit den volkstümlichen Namen „Muttergottesschuh” oder „Christusauge”, machte das Wilde Stiefmütterchen im Volksmund zu einer Blume des Gedenkens und der Fürbitte.
Ihr Ursprung als Trauerblume geht zurück auf die Blütenform und die dreifarbige Blüte (oft Gelb, Weiß und Violett), die als Symbol für die Dreifaltigkeit und die Augen der Gottesmutter oder Christi interpretiert wurden.
Zugleich sind diese Veilchen aufgrund ihrer zarten Erscheinung, ihrer langen Blütezeit und ihres natürlichen Vorkommens sowie als Ausdruck einer schlichten, ehrlichen Erinnerung und guter Gedanken an Verstorbene beliebte Grab‑ und Friedhofsblumen.
Darüber hinaus ist das Stiefmütterchen seit dem Mittelalter ein Symbol der Freidenker, insbesondere in Frankreich und Österreich. Es gilt als Sinnbild für gute Gedanken und humanistisches Gedankengut.
Bild: Ackerveilchen/Gewöhnliches Stiefmütterchen (Viola tricolor) als Friedhofsblumen im Spätfrühling (Juni) *
Tulpen (Tulipa)
Farbe: gelb, grün, lila, orange, rosa, rot, schwarz, violett oder weiß blühend (zahlreiche Arten und Sorten)
Blütezeit: Frühblüher (März bis Mai, frühblühende Sorten), Frühlingsblumen (Mai bis Juni, spätblühende Sorten)
Höhe: 15 bis 50 cm (frühblühende Sorten), 30 bis 70 cm (spätblühende Sorten)
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln
Standort: sonnig, nach dem Pflanzen frischer Boden, später mäßig trocken
Bedeutung als Grabblumen:
Traditionell sind Tulpen ein Symbol für Schönheit, Zuneigung und Liebe (je dunkler, um so tiefer) sowie als Folge ihrer kurzen Blütezeit für die Vergänglichkeit. Sie können als Trauerblumen und Friedhofsblumen oder für Trauersträuße besonders von engen Angehörigen und Freunden Verwendung finden.
Vielfarbige Tulpen (Tulipa polychroma) duften am stärksten von allen Tulpenarten und eignen sich als Schnittblumen bei einer Beerdigung, beispielsweise als Blumensträuße und Gestecke.
Bild: Frühblühende Tulpen (Tulipa) als Bepflanzung auf einem Friedhof im Frühjahr (Mitte April)
Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)
Blütenfarbe: hellblaue Stieltellerblüten (einige Sorten in blau, rosa und weiß)
Blütezeit: Mai bis Juli
Höhe: 15 bis 45 cm
Pflanzentyp: zweijährige Frühlingsblumen
Standort: nicht pralle Sonne bis Halbschatten oder lichter Schatten, frischer Boden
Spirituelle Bedeutung und Symbolik:
Vergissmeinnicht symbolisieren als Trauerblumen Liebe über den Tod hinaus, Treue, Zusammengehörigkeit und zärtlichen Abschied in Liebe. Im Umkehrschluss des Namens kann mit diesen Grabblumen zum Ausdruck gebracht werden „Ich vergesse dich nicht bzw. Ich denke an dich”.
Vergissmeinnicht zählen traditionell zu den typischen Friedhofsblumen im Frühjahr.
Foto: Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) als Grabbepflanzung im Frühjahr auf einem Friedhof (Mitte Mai)
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Im Sommer
Welche Grabblumen im Sommer gibt es? Die folgende Übersicht zeigt typische Friedhofsblumen und Grabblumen, die sich zum Sommeranfang und im Sommer auf einem Grab als Sommerblumen eignen:
Calla-Lilien/Zantedeschien (Zantedeschia)
Farbe: cremefarben, weiß, selten gelb oder rot blühend
Blütezeit: Juni bis August
Höhe: 80 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, nicht winterfeste Sommerblumen (Stauden), mind. + 10 Grad als Kübelpflanzen
Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden
Symbolik als Grabblumen und Friedhofsblumen bei einer Beerdigung:
Die Calla-Lilie (Zantedeschia) ist eine typische Totenblume und steht in der Blumensymbolik für Anerkennung, Bewunderung über den Tod hinaus und Unsterblichkeit.
In einem Schnittblumen-Strauss oder in Grab- und Sarg-Gestecken haben Calla-Lilien als Trauerblumen die Bedeutung, Wertschätzung, Eleganz, Glück oder Schönheit zu symbolisieren. Sie sind nicht zu verwechseln mit der Drachenwurz (Calla palustris), einer anderen botanischen Pflanzengattung.
Bild: Weiße Calla-Lilien (Zantedeschia aethiopica) in einem Trauer-Blumenstrauß
Edel-Nelke (Dianthus caryophyllus), auch Landnelke, Gartennelke
Blütenfarbe: rosa bis rot, einige Sorten auch gelb oder weiß
Blütezeit: Mitte Juni bis September
Wuchshöhe: 40 bis 50 cm
Pflanzentyp: in Deutschland, Österreich und der Schweiz überwiegend einjährige Sommerblumen
Standort: Sonne, frisch bis feucht
Zur Symbolik als Friedhofsblumen und Grabblumen:
Vgl. zur symbolischen Bedeutung von Nelken als Trauerblumen die Ausführungen ↑ weiter oben ↑
Foto: Gartennelken (Dianthus caryophyllus), auch Landnelkne, Edel-Nelken im Sommer (Ende Juli)
Garten-Ringelblume (Calendula officinalis)
Farbe: gelb oder orange blühend (Körbchenblume)
Blütezeit: Juni bis Oktober (Dauerblüher)
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Pflanzentyp: einjährige Sommerblumen
Standort: sonnig, trocken bis frisch
Sonstiges: eine Heilpflanze
Symbolische Bedeutung als Blumenschmuck und Trauerblumen:
In christlicher Symbolik werden Ringelblumen wegen ihrer vielseitigen, medizinischen Heilkraft mit der Muttergottes Maria in Verbindung gebracht. Traditionell kommt das auch in ihrem englischen Namen „Marigold” oder Mary's Gold (Maria`s Gold) zum Ausdruck.
Darüber hinaus haben die pflegeleichten Ringelblumen in der Blumensprache eine große Bedeutung als typische Totenblumen: Sie blühen sehr lange bis zum ersten Frost im Herbst und bilden während ihrer Blütezeit unablässig neue Blüten als Symbol der Erneuerung.
Durch ihre große Lebenskraft sind Ringelblumen als Grabblumen und Friedhofsblumen ein Symbol für die Sonne, treue Liebe, Unvergänglichkeit, Erlösung nach dem Tod und ewiges Leben.
Bild: Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) auf einem Grab im Sommer (Mitte August)
Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta)
Farbe: gelb oder orange blühend
Blütezeit: Juni bis November (Dauerblüher)
Höhe: 50 bis 80 cm
Pflanzentyp: einjährige Sommerblumen
Standort: Sonne bis Halbschatten, frischer Boden
Bedeutung als Grabbepflanzung auf dem Friedhof:
In Mexiko wird jedes Jahr in der Nacht vom 1. auf den 2. November der „Tag der Toten” (spanisch: Día de los Muertos) gefeiert, bei dem die Seelen der Verstorbenen ihre Hinterbliebenen besuchen sollen.
Das zusammen mit den katholisch-christlichen Hochfesten Allerheiligen und Allerseelen stattfindende Volksfest dient dem Gedenken der Verstorbenen und ihrer Ehrerweisung.
Traditionell wird der Weg vom Friedhof nach Hause mit gelben und orangen Trauerblumen geschmückt, ausgehend von der Vorstellung, dass Seelen orange und gelbe Blüten besonders gut erkennen können.
Als Totenblumen kommen neben gelben Chrysanthemen und orangen Ringelblumen den leuchtend orange oder gelb blühenden Tagetes eine besondere Bedeutung zu.
Traditionell sind Tagetes als Grabblumen und Friedhofsblumen in Mexiko dem Erzengel Michael geweiht.
Foto: Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta) im Sommer (Mitte August) als Grabbepflanzung
Bild: Aufrechte Studentenblume (Tagetes erecta) als Sommer- und Herbstblumen im Oktober auf einem Friedhofsgrab
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Im Herbst
Die folgende Liste zeigt Friedhofsblumen und Grabblumen, die im Herbst und zum Herbstanfang auf dem Friedhof als Herbstblumen wachsen:
Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum x grandiflorum)
Farbe: gelb, grün, lila, orange, purpur, rosa, rot oder weiß blühend (tausende Sorten mit Körbchenblüte)
Blütezeit: September bis November (Dezember)
Höhe: 60 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, bis etwa -15 Grad winterharte Herbstblumen (Stauden)
Standort: sonnig, mäßig trocken bis frisch
Sonstiges: auch typische Trauerblumen in Japan 2
Symbolik fürs Grab und Bedeutung als Grabgesteck:
Chrysanthemen sind als klassische Totenblumen, Todesblumen und Grabschmuck auf einem Friedhof ein Symbol für Liebe und Treue über den Tod hinaus. Sie sind als Trauerblumen mit Allerheiligen verbunden, dem jährlich stattfindenden christlich-katholischen Fest zum Gedenken aller Heiligen am 1. November.
In der Blumensprache kann das Gedenken über den Tod hinaus mit Chrysanthemen dadurch begründet werden, dass die Herbstblumen erst zu blühen beginnen, wenn sich andere Pflanzen bereits zurückziehen und verwelken.
Chrysanthemen eignen sich nicht nur als Grabblumen im Herbst, sondern auch sehr gut als Schnittblumen bei einer Beerdigung für Gestecke oder als Blumenstrauß.
Bild: Garten-Chrysanthemen (Chrysanthemum x grandiflorum) als Grabbepflanzung im Herbst (Mitte Oktober)
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Im Winter
Nachfolgend eine Übersicht typischer Friedhofsblumen und Grabblumen, die sich zum Winteranfang und im Winter auf einem Grab als Winterblumen eignen:
Christrose/Schneerose (Helleborus niger)
Farbe: weiß blühend (Schalenblüten)
Blütezeit: Februar bis April, zum Teil bereits ab November
Höhe: 10 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte, immergrüne Winterblumen (Stauden)
Standort: Halbschatten im Sommer, Sonne im Winter, frischer Boden
Sonstiges: sehr giftige Giftpflanze mit Digitalisglykosiden
Symbolische Bedeutung auf einem Grab und Friedhof:
Christrosen blühen im Dezember und damit zu Weihnachten, dem christlichen Fest zur Geburt Jesu Christi. Sie sind deshalb traditionell Jesus Christus gewidmet, der als Retter und Erlöser Hoffnung in die Welt bringt.
Für die Symbolik von Christrosen als Trauerblumen ist von Bedeutung, dass sie zu den wenigen Blumen zählen, die in der dunklen, kalten und leblosen Winter-Zeit blühen, welche auf das Absterben der Natur im Herbst folgt.
In dieser zunächst als trostlos und hoffnungslos erscheinenden Winter-Zeit kann sich die weiße Christrose mit ihrer Blüte gegen diese Widrigkeiten der Natur durchsetzen.
Daher können in der Blumensprache weiße Christrosen als Symbol der Hoffnung interpretiert werden. Sie haben als Grab- und Trauerblumen im Winter die Bedeutung, den Menschen ihre Angst zu nehmen.
Foto: Schneerosen/Christrosen (Helleborus niger) auf einem Grab als Beispiel für Trauerblumen im Winter (Februar) *
Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)
Farbe: hell gelb blühend (Stieltellerblüten)
Blütezeit: Frühblüher Anfang März bis April
Höhe: 10 bis 20 cm (an günstigen Standorten bis 30 cm)
Pflanzentyp: mehrjährig, frostfeste Winterblumen (Stauden)
Standort: Halbschatten bis Sonne, frisch bis feucht
Symbolische Bedeutung als Trauerblumen:
Primeln galten früher wegen ihrer Blütenform als der vom Himmel gefallene goldene Schlüssel von Petrus „zum Aufsperren des Himmels”. Sie symbolisierten also die Himmelsschlüssel.
Einer Legende nach sollen an der Stelle, wo einst der goldene Schlüssel auf die Erde fiel, Schlüsselblumen gewachsen sein, die der Form des Himmelschlüssels ähnelten.
In der Tat ähnelt mit etwas Abstand betrachtet der gesamte Blütenstand von Primeln optisch einem altertümlichen Schlüsselbund, dessen einzelne Schlüssel durch die gelben Blüten dargestellt werden.
Einzelne Primelblüten weisen in Verbindung mit dem Stängel eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schlüssel auf, wobei der Stängel als Schlüsselhalm und die Blüte als Schlüsselbart interpretiert werden können.
Traditionell sind die zu den Primeln gehörenden Schlüsselblumen als Trauerblumen ein christliches Mariensymbol, nachdem Maria, die Mutter Jesu, durch ihren Sohn Jesus für die Menschen die Himmelstür aufgeschlossen hat.
Allgemein können Primeln wegen ihrer frühen Blütezeit als ein Symbol für den Frühling und einen Neubeginn nach dem Winter verstanden werden. In Verbindung mit ihrer gelben Blütenfarbe sind sie als Friedhofsblumen ein Symbol der Hoffnung, des Trostes und der Wärme auf einem Friedhof.
Hohe Schlüsselblumen eignen sich nicht nur als Grabblumen im Spätwinter und Frühling, sondern auch vortrefflich als Schnittblumen für eine Beerdigung als Strauß oder Gestecke.
Foto: Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) auf einer Wiese von einem Friedhof im Spät-Winter (Anfang März) *
Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris, Syn.: Primula acaulis), auch Erd-Primel
Blütenfarbe: Die Ursprungsform hat gelbe Stieltellerblüten (einige Sorten mit dem gärtnerischen Namen „Gartenprimel” blühen blau, lila, orange, rosa, rot, violett oder weiß meist mit gelbem Schlund)
Blütezeit: Ende Februar/Anfang März bis April
Höhe: 5 bis 10 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Winterblumen (Stauden)
Standort: Halbschatten, frisch bis mäßig feucht
Symbolik als Grabbepflanzung:
Vgl. hierzu die symbolische Bedeutung von Primeln als Grabblumen und Trauerblumen → weiter oben
Bild: Violette Gartenprimel (Primula acaulis) im Winter (Ende Februar) auf einem Grab mit Rest-Schnee *
Die symbolische Bedeutung weiterer Blumenarten wird im Kapitel → Blumensprache auf der Hauptseite für Blumen erläutert. Alle genannten Grabblumen bzw. Friedhofsblumen und Trauerblumen kann man online bestellen oder im Gartencenter und in der Gärtnerei (Friedhofsgärtnerei) und Trauerfloristik kaufen.
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Welche Blumen-Farbe bei Beerdigung und Trauerfeier?
Bei der Auswahl von Blumen für eine Beerdigung oder Trauerfeier und bei der Grabgestaltung kann sich die Frage stellen, welche Farben bei Grabblumen, Friedhofsblumen und Trauerblumen welche Bedeutung und Symbolik haben. Die wichtigsten Farbsymboliken im Überblick – beginnend mit der Farbe Weiß:
Weiße Farbe
Weiße Grabblumen und Trauerblumen gehören zu den am häufigsten gewählten Blütenfarben auf Friedhöfen. In Trauersträußen und bei der Grabbepflanzung dominieren oft weiße Lilien, Nelken oder Rosen, da sie eine besonders ruhige und tröstliche Wirkung entfalten.
In der Trauer-Blumensprache steht Weiß für Frieden, Licht, Reinheit, Unsterblichkeit und den Übergang vom irdischen Leben in eine andere Form der Existenz. Die Farbe vermittelt Stille, Klarheit und Trost und wird deshalb auch bei offiziellen Gedenkfeiern und kirchlichen Trauergottesdiensten häufig verwendet.
In der christlichen Symbolik ist Weiß eng mit Jesus Christus und seiner Mutter Maria verbunden. In der Liturgie der evangelischen, jüdischen und römisch-katholischen Kirche symbolisiert Weiß das Licht, Unschuld, Vollkommenheit und Wahrheit.
Entsprechend findet die Farbe an hohen Festtagen wie Ostern und Weihnachten sowie an Gedenktagen wie Allerheiligen oder dem evangelischen Ewigkeitssonntag eine besondere Bedeutung.
In vielen asiatischen Ländern ist die Farbe Weiß zudem eine traditionelle Trauerfarbe und steht für den Übergang, die Loslösung und die spirituelle Reinheit des Verstorbenen.
Weiße Friedhofsblumen gelten allgemein als besonders würdevoll und sind universell einsetzbar – sowohl für nahe Angehörige als auch für Freunde, die ein stilles Zeichen des Gedenkens setzen möchten.
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Schwarze Farbe
Schwarze Grabblumen und Trauerblumen werden in westlich-christlich geprägten Kulturen traditionell mit Trauer, Abschied und Ernsthaftigkeit verbunden.
Besonders bei Friedhofsblumen tauchen dunkle Blütenfarben wie Schwarz, Dunkelviolett oder sehr dunkles Rot auf, da sie eine würdige, zurückhaltende Atmosphäre schaffen.
In vielen Ländern gilt Schwarz als klassische Trauerfarbe, was sich in der Kleidung bei Beerdigungen oder am Karfreitag widerspiegelt. Schwarze Blüten – etwa tiefdunkle Tulpen, fast schwarze Rosen oder dunkle Calla-Sorten – stehen symbolisch für Würde, Respekt, Stille und die Endgültigkeit des Abschieds.
Gleichzeitig kann die Farbe Schwarz im Kontext von Trauerblumen auch Stärke, Schutz und eine tiefe, unvergängliche Verbundenheit ausdrücken. In der Blumensymbolik wird Schwarz gelegentlich mit dem Übergang, dem Geheimnisvollen und der Unfassbarkeit des Todes in Verbindung gebracht.
In anderen Kulturkreisen hat Schwarz eine weniger dominante Rolle als Trauerfarbe, da dort Weiß oder andere Farben den Tod symbolisieren. Diese Unterschiede verdeutlichen, dass schwarze Friedhofsblumen vor allem im europäischen Raum eine besondere Bedeutung besitzen.
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Gelbe und orange Farbe
Gelbe und orange Trauerblumen werden häufig gewählt, um in einer schweren Zeit der Trauer symbolisch ein Gefühl von Licht, Wärme und Trost zu spenden.
Besonders auf Friedhöfen wirken gelbe oder orange Grabblumen wie Chrysanthemen, Gerbera oder Tagetes freundlich und hoffnungsvoll, ohne die Würde des Ortes zu beeinträchtigen.
In der Trauer-Blumensprache stehen Gelb und Orange für Energie, Kraft, Lebenskraft, Zuversicht und ein leises, warmes Leuchten. Freunde und Bekannte der Verstorbenen greifen oft zu gelben Blüten, manchmal auch kombiniert mit Weiß, um ein tröstendes und zugleich respektvolles Zeichen zu setzen.
Einen liturgischen Bezug besitzen Gelb und Orange nicht; sie gehören nicht zu den offiziellen Farben des Kirchenjahres. Dennoch werden sie im kirchlichen Blumenschmuck häufig verwendet, weil sie Licht, Trost und die Hoffnung auf einen neuen Anfang symbolisieren.
Als Friedhofsblumen eignen sich gelbe und orange Sorten besonders gut, da sie auch an trüben Tagen farblichen Trost und Wärme spenden und ein Gefühl von Verbundenheit und Dankbarkeit ausdrücken.
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Grüne Farbe
Grüne Grabblumen und Pflanzen allgemein symbolisieren Hoffnung, Erneuerung und das fortwährende Leben. In der christlichen Liturgie ist Grün der „Zeit im Jahreskreis“ bzw. der festlosen Zeit und steht dort für Wachstum, Reife, Beständigkeit und die wiederkehrende Kraft der Natur und Erneuerung des Lebens.
Deshalb werden grüne Elemente häufig in Trauersträußen und bei der Grabbepflanzung verwendet, etwa in Form von grünen Hortensien, Ziergräsern oder immergrünen Pflanzen.
Grün vermittelt Ruhe, Beständigkeit und die Vorstellung, dass das Leben in anderer Form weitergeht. Als Friedhofsblumen oder Begleitgrün wirken sie harmonisierend und verbinden die Grabstätte mit dem natürlichen Kreislauf der Jahreszeiten.
Die Farbe Grün ist damit ein stilles, aber kraftvolles Symbol für Hoffnung und die Zuversicht, dass der Tod nicht das Ende aller Dinge ist.
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Violette und lila Farbe
Violette und lila Trauerblumen stehen für Besinnung, Würde, Demut und innere Einkehr. Auf Friedhöfen werden dunkle violette oder lilafarbene Grabblumen wie Stiefmütterchen, Chrysanthemen oder Calla häufig gewählt, weil sie eine feierliche und zugleich spirituelle Atmosphäre schaffen.
In der Trauer-Blumensprache symbolisieren Violett und Lila auch Mystik, Weisheit, Spiritualität und die Verbindung zum Jenseits. Diese Farben drücken die Vorstellung von Ewigkeit und Unendlichkeit aus und eignen sich für Menschen, die eine tiefe, nach innen gerichtete Form des Gedenkens bevorzugen.
In der christlichen Liturgie findet Violett in der Advents-, Fasten- und Passionszeit eine Entsprechung und steht dort für innere Umkehr, Buße und die Vorbereitung auf große Feierlichkeiten wie Ostern und Weihnachten. Als Friedhofsblumen wirken violette Blüten würdevoll, ernst und zugleich hoffnungsvoll.
Violett und Lila sind keine universelle Trauerfarben bei Trauergottesdiensten und Beerdigungen, sondern symbolisieren eine besonders würdevolle Melancholie und Trauer in Verbindung mit Selbstprüfung, Umkehr, Übergang und Hoffnung auf Wandlung.
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Blaue Farbe
Blaue Grabblumen und Trauerblumen symbolisieren Treue, Ruhe, Sehnsucht und stille Erinnerung. Besonders beliebt sind blaue Hortensien, Vergissmeinnicht oder Kornblumen, die auf Friedhöfen eine friedliche, fast meditative Stimmung erzeugen.
Blau ist traditionell die Farbe des Himmels und des Wassers und steht damit für Weite, Freiheit und die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits. In der Trauer-Blumensprache drückt Blau Vertrauen, tiefe Verbundenheit und eine treue Erinnerung aus, die über den Tod hinaus Bestand hat.
Als Friedhofsblumen wirken blaue Blüten besonders harmonisch, wenn sie mit Weiß oder Grün kombiniert werden, da diese Farbkombination Ruhe und Klarheit ausstrahlt. In der christlichen Symbolik ist Blau vor allem mit Maria, Himmelssehnsucht, Treue und Hoffnung verbunden.
In der christlichen Liturgie steht Blau für Treue, Hoffnung und himmlische Sehnsucht; in der Symbolik der „blauen Blume“ verkörpert es die romantische Suche nach dem Unerreichbaren und das Streben nach Transzendenz.
Auf einem Friedhof sind blaue Sorten der Passionsblume (Passiflora) eines der stärksten botanischen Symbole für die Leidensgeschichte Christi.
Fünf Staubblätter erinnern an die Wundmale, drei Griffel an die Nägel und die filigrane Krone an die Dornenkrone. Darüber hinaus stehen fünf Kelchblätter für die fünf Wunden, während die Strahlenkrone die göttliche Herrlichkeit symbolisiert.
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Rosa Farbe
Rosa Grabblumen und Trauerblumen stehen traditionell für zarte Zuneigung, Mitgefühl und eine behutsame Form der Nähe. Auf Friedhöfen werden rosafarbene Grabblumen wie Rosen, Nelken oder Dahlien häufig gewählt, um ein liebevolles, aber nicht zu intensives Zeichen des Gedenkens zu setzen.
Rosa wirkt tröstlich, warm und sanft und eignet sich besonders für Menschen, die eine feinfühlige, zurückhaltende Symbolik bevorzugen. Als Friedhofsblumen vermitteln rosafarbene Blüten eine sanfte Hoffnung und stille, herzliche Verbundenheit.
In der christlichen Liturgie besitzt Rosa eine besondere Bedeutung: Es ist die Farbe des 3. Adventssonntags (Gaudete) und des 4. Fastensonntags (Laetare) – zwei Tage, an denen die ernste violette Grundstimmung für einen Moment aufgehellt wird.
Rosa steht hier für Freude, Trost und Hoffnung inmitten einer schweren Zeit. Diese liturgische Symbolik macht Rosa zu einer Farbe, die im Trauerkontext nicht nur Zuneigung ausdrückt, sondern auch die leise Zuversicht, dass Licht und Freude wiederkehren können.
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Rote Farbe
Rote Trauerblumen symbolisieren traditionell tiefe Gefühle, Liebe, Leidenschaft, Romantik und eine starke emotionale Bindung. Sie stehen für eine enge und tiefe Verbundenheit, die über den Tod hinausreicht.
Besonders nahe Angehörige und in Liebe verbundene Partner wählen rote Blumen in Trauersträußen oder rote Grabblumen wie Dahlien, Rosen oder Nelken, um ihre starken Gefühle, die Intensität ihrer Beziehung und eine unerschütterliche, innere Nähe auszudrücken
In der Trauer-Blumensprache steht Rot für Kraft, Intensität und die Tiefe menschlicher Gefühle. Die Farbe verkörpert die Stärke der Liebe ebenso wie die Leidenschaft des Herzens.
In der christlichen Liturgie ist Rot die Farbe des Heiligen Geistes, des Blutes und des Feuers der göttlichen Liebe. Sie steht dort für Leidenschaft, Kraft, Mut und Zeugnis der Märtyrer, was der Farbe eine zusätzliche spirituelle Bedeutung verleiht.
Deshalb findet Rot an Festen wie Pfingsten (Ausgießung des heiligen Geistes) und an Gedenktagen der Heiligen, die ihr Leben für den Glauben gegeben haben, eine besondere Entsprechung.
Als Friedhofsblumen wirken rote Blüten besonders eindrucksvoll und würdevoll, wenn eine starke, persönliche Beziehung sichtbar werden soll.
Dunkle Rottöne oder tiefes Violett werden häufig als Friedhofsblumen verwendet, wenn eine besonders intensive, spirituelle oder leidenschaftliche Erinnerung ausgedrückt werden soll.
Allgemein sind dunkle Blumen-Töne – dunkelblau, dunkelrot, violett oder schwarz – ein Symbol für eine tiefe, spirituelle Leidenschaft über den Tod hinaus.
Bild: Grab mit Stiefmütterchen und gelben Rosen ohne Grabschmuck bei München () *
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Rosen als Grabbepflanzung
Auch verschiedene Rosenarten wie Beetrosen (Polyantha-Rosen oder Floribundarosen) werden bei der Grabgestaltung oder als Trauerblumen gewählt. Rosen verholzen jedoch und zählen im gärtnerischen Sinne nicht zu den Blumen, sondern zu den Sträuchern bzw. Dornensträuchern.
Rosen gelten als klassische Trauerblumen und werden je nach Blütenfarbe von unterschiedlichen Gruppen von Trauernden gewählt, um ihre Beziehung zum Verstorbenen auszudrücken. Jede Rosenfarbe besitzt im Trauerfall eine eigene Symbolik.
Der Grad an Emotionalität und Nähe steigert sich von Weiß, nach Gelb, nach Orange und Rot.
Rote Rosen
Bei Beerdigungen haben rote Rosen als Friedhofs- und Grabblumen traditionell die Bedeutung, als Sinnbild der Liebe eine tiefe Verbundenheit und innere Nähe mit dem Verstorbenen auszudrücken. In christlicher Deutung verweisen sie symbolisch auf das Blut Christi sowie auf Opfer und Erlösung.
In der Trauerfloristik werden rote Rosen typischerweise von Ehepartnern und Lebenspartnern, sehr nahen Angehörigen und Menschen mit besonders intensiver emotionaler Bindung zu den Verstorbenen als Trauerblumen gewählt.
Weiße Rosen
Bei Beerdigungen haben weiße Rosen als Friedhofs- und Grabblumen traditionell die Bedeutung, Reinheit, Vergänglichkeit, Unschuld, Sündenlosigkeit und die Hoffnung auf Auferstehung zu symbolisieren.
In der Trauerfloristik werden weiße Rosen typischerweise von Angehörigen aller Nähegrade ausgewählt. Ebenso von Menschen, die ein stilles, würdiges und reines Zeichen setzen möchten oder Trauernden, die mit Trauerblumen gerne Frieden und Trost neutral ausdrücken möchten.
Gelbe Rosen
Bei Beerdigungen haben gelbe Rosen als Friedhofs- und Grabblumen traditionell die Bedeutung, Freundschaft, Licht und Trost zum Ausdruck zu bringen. Sie werden in der Trauerfloristik meist zurückhaltender eingesetzt. Gelb kann symbolisch auch für einen respektvollen Abschied oder eine gewisse Zurückhaltung stehen, etwa wenn die Beziehung zum Verstorbenen nicht sehr eng war.
In der Trauerfloristik werden gelbe Rosen typischerweise von Bekannten, Nachbarn und Kollegen gewählt. Ebenso von Menschen, die Anteilnahme zeigen möchten, ohne intime Nähe auszudrücken. Auch Trauernde, denen ein warmer, jedoch zurückhaltender Abschiedsgruß wichtig ist, bevorzugen gelbe Rosen als Trauerblumen.
Orange Rosen
Bei Beerdigungen haben orange Rosen als Friedhofs- und Grabblumen traditionell die Bedeutung, Wärme, Wertschätzung, Dankbarkeit, positive Erinnerung und Trost auszudrücken, ohne die intensivere Symbolik roter Rosen zu verwenden.
In der Trauerfloristik werden orange Rosen typischerweise von Freunden ausgewählt, die dem Verstorbenen nahestanden, aber nicht zum engsten Familienkreis zählten. Ebenso eignen sie sich für Nachbarn, Vereinsmitglieder und Kollegen sowie für Menschen, die zurückhaltender Zuwendung und Trost ausdrücken möchten. Auch Angehörige bevorzugen orange Rosen als Trauerblumen, die bewusst eine hoffnungsvolle, warme Note setzen wollen.
Zusammenhang der Rosenfarben
Zwischen den Rosenfarben im Trauerfall besteht eine Art emotionaler Abstufung, die sich an der Nähe zum Verstorbenen orientiert.
Weiß gilt als neutrale und universelle Trauerfarbe mit der geringsten Emotionalität. Weiße Rosen können von allen Trauernden gewählt werden, unabhängig vom Nähegrad, und stehen für Reinheit, Würde und einen stillen, respektvollen Abschied.
Gelb eignet sich, wenn die Beziehung nicht eng, aber respektvoll war. Gelbe Rosen wirken zurückhaltend, freundlich und höflich und drücken Anteilnahme aus, ohne eine persönliche Nähe zu behaupten.
Orange wird gewählt, wenn die Beziehung persönlich, aber nicht intim war. Orange Rosen wirken wärmer und wertschätzender als Gelb und drücken Zuwendung, Dankbarkeit und Trost aus, ohne die Intensität roter Rosen zu erreichen.
Rot steht für die stärkste Form emotionaler Verbundenheit. Rote Rosen eignen sich, wenn die Beziehung sehr tiefgehend oder von Liebe geprägt war und die höchste Emotionalität zum Ausdruck kommen soll.
Rosa kann als zarte Vorstufe von Rot verstanden werden und wird in der Trauerfloristik seltener gewählt. Rosa Rosen drücken im Unterschied zu roten Rosen auf eine sanfte und liebevolle Art eine weniger leidenschaftliche Nähe aus. Sie eignen sich für Trauerfeiern, bei denen eine zarte, behutsame Form der Zuneigung im Vordergrund steht.
Christliche Symbolik
Aus christlicher Perspektive gelten Rosen als Sinnbild von Maria und des Mariensymbols. Als Trauerblumen drücken sie große Anteilnahme und enge Verbundenheit aus und werden von Angehörigen und nahestehenden Freunden als Trauerstrauß bevorzugt.
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Blumen fürs Grab im Winter
Im Winter können nur wenige Blumen dauerhaft auf einem Grab gepflanzt werden, da viele Arten Frost und anhaltende Minusgrade nicht überstehen. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf einem Friedhof ein Grab im Freien auch in der kalten Jahreszeit würdevoll und gepflegt wirken zu lassen.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Grabblumen im Winter zwischen frosttoleranten Schnittblumen, die aufs Grab gelegt werden können, und Winterblumen, die sich für eine dauerhafte Bepflanzung eignen, wenn die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen.
Welche Schnittblumen eignen sich bei Frost auf dem Friedhof?
Einige Schnittblumen halten sehr gut und können bei Frost mehrere Wochen auf einem Grab liegen, ohne zu welken. Dafür sind besonders gut folgende Schnittblumenarten aus dem Blumenladen geeignet:
-
Chrysanthemen (Chrysanthema)
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Nelken (Dianthus)
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Gerbera-Hybriden (Gerbera)
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Alstroemerien/Inkalilien (Alstroemeria)
Diese Blumen gefrieren zwar, behalten jedoch bei Minusgraden ihre Form und Farbe. Sie wirken dadurch lange frisch und sind auch bei Frost mehrere Wochen haltbar.
Auch verholzte Zierpflanzen wie geschnittene Rosen können Frost sehr gut überstehen. Die genannten Pflanzen sind ideal, wenn das Grab im Winter regelmäßig besucht wird und keine Pflanzung möglich ist.
Frosttolerante Schnittblumen weisen stabile Blütenblätter und Zellwände auf. Zudem ist ihr Wassergehalt geringer als der von anderen Blumenarten, wodurch sie weniger Frostschäden ausgesetzt sind. Außerdem enthalten sie natürliche „Frostschutzmittel“ wie ätherische Öle, Bitterstoffe oder Gerbstoffe.
Aus diesen Gründen können sie Frost überstehen, obwohl sie keine Winterblumen sind.3
Welche winterharten Blumen eignen sich als Grabpflanzen?
Die folgenden drei Trauerblumenarten sind so frostfest und winterhart, dass sie sich auch im Winter dauerhaft als Grabbepflanzung auf einem Friedhof eignen. Dazu gehören:
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Christrosen/Schneerosen (Helleborus niger)
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Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)
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Stängellose Schlüsselblume/Erd-Primel (Primula vulgaris)
Diese Grabblumen gehören zu den wenigen Pflanzen, die bereits im Winter oder Spätwinter saisonal Farbe auf ein Grab bringen können. Sie eignen sich besonders gut für Gräber, die auch in der kalten Jahreszeit ein gepflegtes Erscheinungsbild behalten sollen.
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Wie kann man den Aufwand für die Grabpflege verringern?
Ein Grab komplett mit Pflanzen zu bestücken, die im Jahr mehrmals ausgetauscht werden, bedeutet wie auch bei einem Gartenbeet einen relativ hohen Pflegeaufwand.
Zudem müssen viele Grabblumen bei normaler Witterung im Frühjahr und Sommer regelmäßig gegossen werden, was eine Dauergrabpflege erforderlich macht.
Ein Friedhof gilt jedoch gemeinhin als Ort des stillen Gedenkens und nicht der zeitaufwendigen Pflichtarbeit. Anspruchslose und pflegeleichte Pflanzen sollten deshalb bei der Grabgestaltung bevorzugt werden.
Hierzu bieten sich dauerhafte Trauerblumen an, die mehrere Monate oder zusammenhängende Jahreszeiten lang blühen (vgl. → Dauerblüher) und keinen Wechsel der Bepflanzung im Gartenjahr erfordern.
Wohnt der Grabpfleger außerdem weiter weg, ist eine mehrmalige Pflege der Friedhofsblumen auf der Grabanlage aus zeitlichen Gründen oft nicht möglich.
Wenn für die laufende Grabpflege nicht die Dienste von einem Gärtner bzw. Friedhofsgärtner in Anspruch genommen werden sollen, kann beispielsweise nur ein Teil des Grabes als Wechselbeet ausgespart werden, um saisonale Grabblumen für den Herbst, das Frühjahr oder den Sommer zu pflanzen.
Für die restliche Grabfläche empfiehlt sich eine pflegeleichtere, immergrüne Dauer- und Winterbepflanzung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Grab auch in der kalten Jahreszeit ansprechend mit immergrünen Pflanzen zu gestalten und zu strukturieren.
Zur Auswahl stehen dazu immergrüne Bodendecker wie z.B. Efeu, Immergrün, Kriech-Wacholder und Teppich-Zwergmispel oder winterharte Staudenpflanzen wie immergrüne Bergenien).
Auch immergrüne Kleinbäume wie Buchs, Eibe, Lebensbaum und Zwergkiefer reduzieren den Aufwand der Grabpflege, wobei der Eibe eine besondere Bedeutung für die Grabbepflanzung zukommt.
So galt die Eibe traditionell als Totenbaum. Denn der Nadelbaum kann auch im Schatten wachsen und wurde deshalb symbolisch als Verbindung zum Jenseits bzw. zur Unterwelt verstanden.
Noch pflegeleichter ist es, die Grabfläche mit Kieselsteinen aufzufüllen und größtenteils mit einer wetterfesten Gartendeko wie einer Stahlskulptur, Steinfigur oder Glasblume zu dekorieren.
Bild: Grabbepflanzung mit Koniferen wie einer Zwerg-Kiefer (Pinus mugo pumilio) und einem Lebensbaum 'Forever Goldy' (Thuja plicata 'Forever Goldy'), Bodendeckern wie einer Zwergmispel (Cotoneaster) und gelben Stiefmütterchen Anfang April *
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Vergleich sommer- und immergrüner Grabpflanzen
Immergrüne, langsam wachsende Grabeinfassungen bieten den Vorteil, dass die Gräber auch bei geringer Pflege und Bepflanzung nicht übermäßig vernachlässigt wirken. Das gilt selbst dann, wenn saisonale Trauergestecke oder Friedhofsblumen im Herbst und Winter verwelkt sind.
Außerdem symbolisieren immergrüne Friedhofspflanzen gleichzeitig ewiges Leben und Unsterblichkeit.
Eine sommergrüne Grabbepflanzung mit dem Wechsel von Blüte (Frühjahr), Wachstum (Sommer), Verwelken (Herbst) und Absterben (Winter) symbolisiert dagegen den Kreislauf des Lebens mit Geburt, Leben und Tod – und in spiritueller oder religiöser Deutung auch die Vorstellung von Wiedergeburt.
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend weitere Bilder von Grabblumen, Friedhofsblumen und Trauerblumen sowie Detail-Fotos:
Bild: Grabblumen und Beispiele der Grabbepflanzung auf einem Friedhof mit Kriech-Wacholder und Buchs *
Foto: Friedhofsblumen auf einem Grab ohne Gestecke mit brennender Grabkerzen-Lampe im Früh-Herbst *
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