Nadelbäume und Koniferen
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

2.1 Einheimisch »

2.2 Exotisch »

3. Bestimmung nach Wuchshöhe »

4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien »

5. Besonderheiten von Blüten und Samen »

6. Besonderheiten der Bestäubung »

7. Besonderheiten der Nadeln »

8. Warum werden die Nadeln im Winter behalten ? »

9. Welcher Nadelbaum wirft seine Nadeln ab ? »

10. Verwendung als Holz-Rohstoff und Werkstoff »

11. Bedeutung als Brennholz und Kaminholz »

12. Mythologie und Symbol »

13. Bedeutung als Weihnachtsbäume »

14. Ökologische Bedeutung »

15. Bedeutung in Medizin und Naturheilkunde »

16. Die häufigsten und wichtigsten Nadelbäume »

17. Bedeutung in der Gartengestaltung / Gartenkunst »

18. Rekorde und Superlative (Alter, Höhe) »

19. Schnellwachsend / Langsam wachsend »

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was sind Nadelbäume ? Der Nadelbaum zählt in der Botanik zur Gruppe der Nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae, Nacktsamer, Gymnospermen), bei denen der Samen bzw. die Samenanlage nicht von einem Fruchtknoten eingeschlossen ist und frei auf den Schuppen liegt.

Nadelbäume (englisch: conifers) bilden im Unterschied zu Laubbäumen keine Früchte aus, sondern entwickeln aus den (weiblichen) Blüten Zapfen.

Anstelle von Laubblättern tragen sie außerdem Nadelblätter, die mit Ausnahme der Lärchen (Larix) und Goldlärchen (Pseudolarix) mehrjährig und immergrün am Baum bleiben.

Die Bestimmung der Nadelbäume und Nadelgewächse erfolgt über ihre Rinde, Blüten, Nadeln und Zapfen.

Der Nadelbaum zählt zu den pflegeleichtesten Gartenpflanzen. Nadelgehölze sollten jedoch sparsam im Garten gepflanzt werden, da sie den Boden versäuern und damit zu einer Moos-Bildung auf Rasen und Wiese führen können.

 

Latschenkiefer, Europäischen Lärche und Tanne in einem Garten in Oberbayern
Bild: Bergkiefer, Europäische Lärche und Weiss-Tanne *

 

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht der wichtigsten exotischen und heimischen Nadelbäume in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie man sie auch in der Baumschule kaufen kann:

2.1 Einheimisch

 

Hinweise:

 

Unter den einheimischen Nadelbäumen eignen sich Bergkiefern, Eiben, Fichten und höher wachsende Wacholder-Arten zum Anlegen einer immergrünen Nadelhecke.

Die Eibe und der Wacholder wachsen im Garten und im Wald nicht nur als mittelgroße Nadelbäume, sondern auch als Großstrauch.

Lärchen sind die einzigen einheimischen Nadelgewächse im deutschsprachigen Raum, die als sommergrüner Nadelbaum wachsen.

Die Eibe ist als einziger einheimischer Nadelbaum harzfrei und enthält in den Nadeln und Samen oder der Rinde Pflanzengifte.

Im Gegensatz zu flachwurzelnden Fichten sind Eiben, Kiefern, Lärchen, Tannen und Wacholder keine Flachwurzler, sondern tiefwurzelnde Nadelbäume (Tiefwurzler).

Eine Beschreibung, Bilder und ein Steckbrief mit den Eigenschaften zum Bestimmen der verschiedenen Nadelbaum-Arten folgen sukzessive.

 
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2.2 Exotisch

  • Douglasie (Pseudotsuga)

  • Goldlärche (Pseudolarix amabilis)

  • Hemlocktanne / Schierlingstanne (Tsuga)

  • Lebensbaum (Thuja)

  • Mammutbaum (Sequoioideae)

  • Scheinzypresse (Chamaecyparis)

  • Sicheltanne (Cryptomeria)

  • Wollemie (Wollemia nobilis)

  • Urweltmammutbaum / Chinesisches Rotholz (Metasequoia)

  • Zeder (Cedrus)

  • Zypresse (Cupressus)

 
Hinweise:
 

Douglasien, Goldlärchen, Hemlocktannen, Mammutbäume und Sicheltannen sollen vor der Eiszeit (ca. vor 2,6 Mio. Jahren) in Europa heimische Nadelgehölze gewesen sein.

Sie starben jedoch in der Eiszeit aus und wurden dann im 19. Jahrhundert wieder nach Europa eingeführt.

Wie die Lärche wirft auch die Goldlärche vor dem Winter ihre Nadeln bzw. nadelförmigen Blätter ab und zählt deshalb zu den sommergrünen Nadelbäumen.

Scheinzypressen, Zedern und Zypressen sind im Mittelmeerraum heimisch und wachsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur in sehr milden Lagen.

Unter den exotischen Nadelbäumen sind Thujen, Scheinzypressen und Leyland-Zypressen zum Anlegen einer immergrünen Nadelhecke geeignet.

Zu beachten ist, dass der Lebensbaum in seinen Zweigspitzen und Zapfen wie auch in seinem Holz giftige ätherische Öle enthält und zu den Giftpflanzen zählt.

Die Hemlocktanne ist als einzige exotische Art ein harzloser Nadelbaum, dessen Holz deshalb im Sauna-Bau begehrt und teuer ist.

Im Gegensatz zu tiefwurzelnden Goldlärchen, Mammutbäumen und Zedern, sind Douglasien, Hemlocktannen, Lebensbäume (Thujen), Scheinzypressen, Sicheltannen, Urweltmammutbäume und Zypressen keine Tiefwurzler, sondern flachwurzelnde Nadelbäume (Flachwurzler).

 

 

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3. Bestimmung nach Wuchshöhe

Die folgende Übersicht zeigt drei mögliche Unterteilungen, bis zu welcher Höhe ein Nadelbaum wachsen kann.

Nach der jeweiligen Baumgröße unterteilen sich heimische Nadelbäume in:

 

 

Hinweis: Welche Wuchshöhe im Garten tatsächlich erreicht wird, hängt immer auch vom Standort und den klimatischen Bedingungen ab.

Langsam wachsende, kleine Nadelbäume eignen sich auch als mobile Kübelpflanzen für den Balkon, die Terrasse oder den Wintergarten.

 

Nadelbäume im naturgeschützten Moos-Gebiet vorm Kirchsee in Oberbayern, im Vordergrund wachsen Latschenkiefern
Foto: Wald mit Nadelbäumen im Naturschutz-Moor am Kirchsee in Oberbayern Ende April, im Vordergrund Latschenkiefern *

 

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4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien

Im Rahmen der botanischen Taxonomie lassen sich die folgenden drei einheimischen Pflanzenfamilien innerhalb der Nadelholzgewächse (Pinophyta) bzw. Nadelbäume bestimmen:

 

  • Eibengewächse (Taxaceae): Eiben (Taxus)

  • Kieferngewächse (Pinaceae): Douglasien (Pseudotsuga), Fichten (Picea), Goldlärche (Pseudolarix), Hemlocktannen (Tsuga), Kiefern (Pinus), Lärchen (Larix), Tannen (Abies), Zedern (Cedrus)

  • Zypressengewächse (Cupressaceae): Lebensbäume/Thujen (Thuja), Mammutbäume (Sequoioideae), Scheinzypressen (Chamaecyparis), Sicheltannen (Cryptomeria japonica), Wacholder (Juniperus), Zypressen (Cupressus)

 

Insgesamt gibt es sieben Nadelbaum-Familien weltweit. Allerdings sind die zuvor vier ungenannten Familien in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht heimisch, sondern auf der Südhalbkugel der Erde.

Zu nennen sind hier die Nadelbaumarten der Araukariengewächse (Araucariaceae), der Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae), der Schirmtannengewächse (Sciadopityaceae) mit ihrer einzigen (monotypischen) Art und Gattung der Schirmtanne (Sciadopitys verticillata) und die Steineibengewächse (Podocarpaceae).

Wie viele Nadelbaumarten gibt es weltweit ? Je nach Klassifizierung können etwa 650 bis 800 Arten auf der Erde unterschieden werden.

 

 

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5. Besonderheiten von Blüten und Samen

Bei den Nadelbäumen befinden sich männliche und weibliche Blüten niemals an ein und demselben Blütenstand, sondern sie sind immer auf getrennte Zapfen verteilt.

Unterschieden werden dabei die sogenannte Einhäusigkeit (Monözie) und Zweihäusigkeit (Diözie):

Die Mehrheit der Nadelbaum-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt voneinander auf einem Baum.

Wacholder (Juniperus) und Weiden (Salix) sind mit Ausnahme weniger Arten zweihäusig getrenntgeschlechtlich (diözisch) mit männlichen und weiblichen Blüten an verschiedenen Bäumen.

Außerdem gibt es wenige Nadelbaumarten wie die Europäische Eibe (Taxus baccata), die Echte Trauerweide (Salix babylonica) oder den Gemeinen Wacholder (Juniperus communis), die eigentlich zweihäusig sind, aber in seltenen Fällen auch einhäusig vorkommen.

Wenn die Zapfen reif sind, verholzen die Samen- und Deckschuppen. Der Samen liegt dann frei zwischen dem verholzten Kegel und den sich aufspreizenden Schuppen.

Die geflügelten Samen fallen aus den Zapfen heraus und werden vom Wind verweht. Schließlich fallen die leeren Zapfen als Ganzes auf die Erde.

 

Weibliche Bergkiefer-Zapfen
Bild: Weibliche Zapfen einer Bergkiefer (Pinus mugo)

 

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6. Besonderheiten der Bestäubung

Alle Nadelbäume haben sog. anemogame Blüten (→ Anemogamie) ohne Blütenblätter und sind wie die Gräser windblütig.

Das bedeutet, daß beim Nadelbaum nur eine Windbestäubung zum Fortbestand der Arten stattfindet, während beim Laubbaum die Bestäubung auch Tiere (z.B. Bienen) bestimmen können.

Allerdings können auch bei den Nadelbaumarten Tiere wie das Eichhörnchen oder der Fichtenkreuzschnabel bei der Nahrungssuche zur Verbreitung der Samen beitragen.

Diese Bestäubung wäre aber rein zufällig im biologischen Befruchtungskonzept der Nadelbäume ("Vom Winde verweht"):

Denn wegen ihrer kleinen, nektarlosen, geruchslosen und unauffälligen Blüten sind sie in erster Linie auf Windbestäubung angewiesen.

Die anemogamen Blüten aller Nadelbäume produzieren dabei eine sehr große Menge an Pollen, wovon besonders Allergiker in der Pollenzeit geplagt werden.

Die Pollen der Nadelbäume haben keinen Pollenkitt und große frei liegenden Narben, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass bei der ungerichteten Windbestäubung die Baumpollen auf eine weibliche Blüte der gleichen Art gelangen können.

Der Samen bestimmter Nadelbaum-Arten kann auch im Boden überwintern und keimt dann erst angeregt durch die Winterkälte im nächsten Frühjahr.

 

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7. Besonderheiten der Nadeln

Die Nadeln der verschiedenen Nadelbaumarten unterscheiden sich z.T. markant hinsichtlich ihrer Länge und Spitze sowie ihres maximal erreichbaren Alters.

So weisen Kiefernnadeln die höchste Länge auf, allerdings handelt es sich um exotische Kiefern, die im deutschsprachigen Raum nicht winterhart sind:

Die Michoaca-Kiefer (Pinus devoniana) und die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) gehören mit einer Nadellänge von bis zu 40 cm und bis zu 30 cm zu den Nadelbäumen mit den längsten Nadeln.

Tannennadeln wiederum können etwas über 10 Jahre alt werden und erreichen unter allen einheimischen Nadelbaumarten das höchste Alter, bevor sie abgeworfen werden, während Lärchennadeln am wenigstens alt werden:

Lärchennadeln weisen im Unterschied zu anderen Nadelbaumarten keine schützende Wachsschicht und versenkte Spaltöffnungen auf, weshalb sie von den Bäumen bei großer Kälte abgeworfen werden (→ vgl. weiter unten).

Douglasiennadeln, Eibennadeln, Lärchennadeln, Tannennadeln und die Nadeln von Goldlärchen und Zypressen sind weich, biegsam und stumpf bzw. stechen sehr wenig.

Demgegenüber sind Fichtennadeln, Kiefernadeln, Wacholdernadeln, Zedernnadeln oder die Nadeln von Hemlocktannen überwiegend spitz und starr.

 

Wildwachsende Kanarische Kiefern auf Teneriffa mit langen Nadeln auf dem Land
Bild: Wildwachsende Kanarische Kiefern (Pinus canariensis) mit langen Nadeln auf Teneriffa im Dezember

 

Übrigens handelt es sich in dem Weihnachtslied "O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter" nicht um einen semantischen Fehler.

Denn Nadeln zählen in der Botanik ebenfalls zu den Blättern und werden dort als Nadelblätter bezeichnet.

Die kleinere Oberfläche von Nadelblätten im Vergleich zu Laubblättern erklärt sich als eine Anpassung der Bäume an Trockenheit und im Fall von immergrünen Nadelhölzern auch an Frost (vgl. nachfolgende Kapitel).

 

 

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8. Warum werden die Nadeln im Winter behalten ?

Warum behalten Nadelbäume bis auf Lärchen, Goldlärchen und Urweltmammutbäume (auch Chinesisches Rotholz) im Winter ihre Nadeln ?

Wie die Laubblätter beim Laubbaum sind auch die Nadeln beim Nadelbaum für die Photosynthese und damit für die Nährstoffgewinnung zuständig.

Die Nadeln der Nadelbäume sind wegen ihrer kleineren Oberfläche im Vergleich zu den Blättern der Laubbäume besser gegen Frost und Kälte geschützt.

Nadeln sind auch robuster als Blätter, benötigen weniger Nährstoffe und sind durch eine Harzschicht bzw. Wachsschicht (Cuticula) im Winter besser vor Verdunstung, Austrocknung und Frost geschützt.

Die Wachsschicht der Nadeln und die im Gegensatz zu Laubbäumen versenkten Spaltöffnungen verhindern letztlich, daß die Bäume im Winter austrocknen.

Denn über die Wurzeln kann im Winter kein gefrorenes Wasser aufgenommen werden.

Hinzukommt, dass Nadelbäume bei Kälte glykolartige Substanzen entwicklen, die wie bei modernen Frostschutzmitteln den Gefrierpunkt des in den Nadeln enthaltenen Wassers herabsetzen.

Durch die größere Oberfläche von Laubblättern gegenüber Nadeln können Laubbäume eine größere Photosynthese umsetzen und wachsen im Durchschnitt schneller als Nadelbäume.

Dafür benötigen sie aber auch nährstoffreichere und feuchtere Böden als Nadelbäume.

 

Zapfen und lange Nadeln an einem Zweig einer Waldkiefer
Bild: Zweig einer Waldkiefer (Pinus sylvestris) mit Zapfen und langen Nadeln

 

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9. Welcher Nadelbaum wirft seine Nadeln ab ?

Die Nadeln von einem Baum können wie z.B. bei der Tanne bis zu zehn Jahre alt werden und fallen das ganze Jahr über in der Reihenfolge ihres Alters ab.

Gleichzeitig wachsen das ganze Jahr über neue Nadeln nach.

Zwei sommergrüne Nadelbäume, die im Herbst ihre Nadeln abwerfen, sind die Goldlärche (Pseudolarix amabilis) und der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides).

Die in China heimischen Bäume sind jeweils die einzigen Vertreter innerhalb ihrer botanischen Pflanzen-Gattung.

Der Urweltmammutbaum zählt wegen seines Jahrmillionen zurückreichenden Vorkommens auf der Erde zu den lebenden Fossilien. ³

Ein dritter sommergrüner Nadelbaum, der nach einer Gelbfärbung im Herbst und Winter seine Nadeln abwirft, ist die Europäische Lärche (Larix decidua).

Sie ist auch der einzige in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische, sommergrüne Nadelbaum, der seine Nadeln  abwirft.

Ursache dafür ist, dass ihre Nadeln wie auch die der Goldlärche nicht durch eine Harz- oder Wachsschicht geschützt sind.

Bei immergrünen Nadelholzgewächsen verhindert diese Harz- oder Wachsschicht sowohl ein Austrocknen bei Kälte als auch eine Wasseraufnahme bei Frost.

Hinzukommt, dass bei Lärchen und Goldlärchen die Spaltöffnungen der Nadeln nicht versenkt sind und über diese bei der Photosynthese Wasser bzw. Wasserdampf abgegeben wird.

 

Eine Baumreihe mit Europäischen Lärchen in einem Villen-Garten mit gelber Herbstfärbung im Herbst
Bild: Europäische Lärchen (Larix decidua) Ende Oktober mit typischer gelber Herbstfärbung

 

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10. Verwendung als Holz-Rohstoff und Werkstoff

Das Holz der Nadelbäume ist relativ weich und zählt mit Ausnahme des Holzes von Eibe, Lärche und Schwarzkiefer zum Weichholz mit einer Darrdichte von weniger als 550 kg pro Kubikmeter.

Wofür wird Weichholz von Nadelbäumen als Rohstoff und Werkstoff überwiegend verwendet ?

Nadelbaumholz wird bevorzugt dort eingesetzt, wo ein geringes Gewicht und eine einfache Bearbeitung von Oberflächen von Bedeutung sind.

In Frage kommen hierfür alle Holz-Verarbeitungen mit Ornamenten und Schnitzereien, Holzdecken, Geländer, Fenster, Türen, Wände im Innenausbau.

Ferner findet Nadelholz Verwendung bei der Herstellung von Landhaus-Möbeln wie Betten, Schränke, Stühle, Tische, Regale, Kommoden oder Vitrinen.

Im Innenbereich ist zu beachten, dass harzhaltiges Nadelbaumholz Terpene ausdampfen kann, die bei empfindlichen Menschen zu Schleimhaut-Reizungen führen können.

Allerdings zählt das harzreiche Holz der Zirbelkiefer (Pinus cembra) gerade wegen seines lang anhaltenden aromatisch-süßen Duftes zu einem der begehrtesten Möbel-Hölzer im Schlafzimmer- und Wohnbereich.

Das gilt besonders für Zirben-Betten und andere Schlafzimmermöbel aus Zirbenholz, von denen sich viele einen besonders erholsamen Schlaf erhoffen.

Weichholz von Nadelbäumen ist meistens heller als Hartholz und seine im Vergleich zu Hartholz durchlässigere Oberfläche läßt sich leichter mit Farbe, Öl oder Wachs behandeln.

Weil Weichholz schneller nachwächst als Hartholz, ist es preiswerter und findet deshalb auch als Bauholz und Holzwerkstoff (Faserplatten, Leimholz, Sperrholz und Spanplatten) Verwendung.

Im Außenbereich zeichnen sich unter den einheimischen Nadelholzarten besonders Lärchenholz als chemikalien- oder witterungsbeständig und Tannenholz als wasserbeständig aus.

 

Lärchenholz-Brett bzw. -Scheibe mit Rinde
Foto: Lärchenholz-Brett

 

Doch auch Douglasienholz, Fichtenholz, Kiefernholz und Tannenholz eignen sich für den Außenbereich nach entsprechender Imprägnierung mittels druckloser Verfahren oder Druckverfahren.

Nadelholz findet ferner als Rohstoff Verwendung in der Papierindustrie zur Papierherstellung. Als Rohstoff im deutschsprachigen Raum dient dabei das Holz der häufigsten Nadelbäume (Fichte, Kiefer, Tannen).

Als sog. Resonanzholz für den Klangkörper von Musikinstrumenten wie Streichinstrumente oder Orgeln eignen sich Fichten- und Tannen-Holz.

So wurde z.B. von einem der besten Geigenbauer der Geschichte, Antonio Stradivari, zum Bau seiner Geigen (Violinen) Fichtenholz verwendet.

Im Sauna-Innenausbau werden wegen des angenehmen Duftes und der geringen Splitterneigung bevorzugt weiche, einheimische Nadelholzarten eingesetzt.

Hierzu zählen Douglasienholz, Fichtenholz (speziell "Nordische Fichte" aus Alaska, Russland und Skandinavien), Hemlock-Holz und Kiefernholz (speziell "Keloholz").

 

 

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11. Bedeutung als Brennholz und Kaminholz

Als Brennholz brennt weiches Nadelbaum-Holz (Ausnahme: Eiben-Holz) wegen seiner geringeren Dichte schneller ab als hartes Laubbaum-Holz (Ausnahme: Erlen-, Linden-, Pappel-Holz).

Bezogen auf Volumeneinheiten (Raummeter rm oder Ster st) ist der Brennwert von weichen Nadelhölzern somit geringer als der von harten Laubhölzern.

Bezogen auf das Gewicht (kg) weist Nadelbaum-Holz allerdings wegen dem hohen Harz-Anteil (Ausnahme: Eibe und Tanne) einen höheren Brennwert auf als Laubholz.

Denn das harzhaltige Nadelholz brennt mit höheren Temperaturen ab und wärmt schneller den Wohnraum als harzfreies Laubholz.

Bei Nadelbaumholz mit hohem Harzgehalt kommt es zu dem typischen Knistern und lauten Knacken beim Abbrennen.

Die Ursache hierfür ist, dass Nadelbaumharz, genauer: ein Harzeinschluß, durch die Hitze des Feuers aufplatzt.

Bei der Verwendung von harzhaltigem Nadelbaumholz als Brennholz oder Kaminholz können deshalb Funken sprühen.

Dieser Funkenflug ist zu beachten bzgl. einer Brandgefahr von brennbaren Gegenständen um einen offenen Kamin und Ofen oder eine offene Feuerstelle herum.

Obwohl harzhaltiges Nadelholz einen geringen Brennwert hat und zu Funkenflug neigt, bietet es als Kaminholz und Brennholz den Vorteil, dass es beim knisternden Abbrennen einen angenehmen Harz-Duft verbreitet.

Außerdem ist es leicht entzündbar, weshalb es als Anheiz-Holz (Anzündholz) und für Energieprodukte wie Hackschnitzel, Holzbriketts oder Holzpellets verwendet wird.

 

Brennendes Kaminholz in einem offenen Kamin
Foto: Brennendes Kaminholz

 

Hinweise:

 

Wie Laubholz muss man auch Nadelholz vor seiner Verwendung als Kaminholz, Brennholz oder Pellets gründlich trocknen.

Dabei benötigt weiches Nadelholz nach der Spaltung etwa halb so lange zum Trocknen wie hartes Laubholz, das zwei bis drei Jahre zum trocknen benötigt.

Wenn Holzbrennstoffe einen Feuchtegrad über 20% aufweisen, führt das bei der Verbrennung zu höheren Schadstoffwerten (Abgaswerten) und zu einer größeren Rauchentwicklung.

Außerdem sinkt der Energiewert (Brennwert) von Brennholz, Kaminholz oder Pellets und der höhere Wasser- und Rußanteil in den Verbrennungsabgasen kann die Kamin-Mauer (sog. Versottung) schädigen.

 

 

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12. Mythologie und Symbol

Von je her galt ein Nadelbaum wegen seiner Fähigkeit, auch bei Winter-Temperaturen seine immergrünen Nadeln zu behalten, als Symbol von Kraft und Unsterblichkeit.

Die Menschen verbanden mit immergrünen Nadelbäumen den Glauben an ewiges Leben und erhofften sich von ihnen Schutz vor schlechten Energien und bösen Geistern.

Daraus entwickelte sich der Brauch, ein Haus durch Nadelbaum-Zweige zu schützen und später durch das Aufstellen eines ganzen Nadelbaums in der Weihnachtszeit (vgl. weiter unten → Bedeutung als Weihnachtsbäume).

Was die Menschen früher noch nicht wissen konnten, war der Umstand, dass Nadelbäume (Ausnahme: Lärchen) ihre Nadel-Blätter mit einer Wachsschicht schützen und glykolartige Verbindungen bei Kälte bilden.

Diese wie moderne Frostschutzmittel wirkende Verbindungen verhindern ein Gefrieren des in den Nadeln enthaltenen Wassers und ermöglichen den Bäumen, die grünen Nadeln im Winter zu behalten.

Die traditionelle Symbolik von Nadelbäumen als besondere Kraftpflanzen zeigt sich auch in der Redewendung "auf einen grünen Zweig kommen".

Darin enthalten ist die Vorstellung, dass ein grüner Zweig ein Symbol für Fruchtbarkeit, Erfolg und Glück ist, ganz besonders wenn es sich um einen immergrünen Zweig handelt wie bei einem Nadelbaum.

So ist es nicht verwunderlich, dass sommergrüne Lärchen (Larix), deren Nadeln im Herbst braun werden, nicht in diesen Zusammenhang gebracht wurden.

Auch für Weihnachten und als Weihnachtsbaum hat die Lärche keine symbolische Bedeutung wie andere Nadelbäume, weil sie keine immergrünen Nadeln aufweist.

Weniger symbolische als praktische Bedeutung haben Nadelbäume in Süddeutschland, Österreich und Tschechien (Böhmen), wo ihr Stamm als Maibaum an zentralen öffentlichen Plätzen in Dörfern und Städten am 30. April, am 1. Mai oder an Pfingsten aufgestellt wird.

In Bayern wird der Stamm des Maibaumes meistens vollständig entastet und mit weiss-blauen Rauten als Symbol des weiß-blauen bayerischen Himmels bemalt, während in Oberschwaben (Baden-Württemberg), Österreich und Tschechien der Stamm nur bis zum Baumwipfel entastet und nicht bemalt wird.

 

Unterer Teil vom Maibaum auf dem Viktualienmarkt München mit Maibaumschildern und weiss-blauer Bemalung
Foto: Maibaum am Viktualienmarkt der Stadt München mit Maibaumschildern *

 

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13. Bedeutung als Weihnachtsbäume

Etwa seit der Neuzeit (16. Jhrd.) gibt es neben Äpfeln, Weihnachtssternen oder Gewürzkräutern wie z.B. Gewürznelken kaum Pflanzen im Christentum, die enger mit Weihnachten verbunden sind, wie Nadelbäume.

Speziell seit dem 19. Jhrd. werden sie geschmückt als Weihnachtsbaum bzw. Christbaum in Häusern, Wohnungen, Kirchen und öffentlichen Plätzen aufgestellt.

Zum typischen Weihnachtsschmuck zählen Kerzen, elektrische Lichter und Lichterketten, Christbaumkugeln / Weihnachtskugeln aus Kunststoff oder Glas (vgl. → Glaskugeln), Äpfel und Nüsse, Gebäck, Schleifen und Lametta oder Figuren aus verschiedenen Materialien (z.B. Engel, Sterne).

Dabei zählen Tannen zu den beliebtesten Adventskränzen und Weihnachtsbäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor Fichten und Kiefern.

Ein Grund hierfür ist, dass Tannennadeln im Vergleich zu Fichtennadeln und Kiefernnadeln eher weich und nicht spitz sind, also beim Schmücken des Baumes oder des Adventskranzes kaum stechen.

Auch behalten Tannenbäume und Tannenäste im Innenbereich länger ihre Nadeln bzw. beginnen weniger schnell zu nadeln wie andere Nadelbaum-Arten.

Das gilt besonders für die nicht einheimischen Nobilis-Tannen und Nordmann-Tannen, die in Plantagen für die Weihnachtszeit angebaut werden.

Allerdings sind diese beiden langsam wachsenden Tannenarten im Handel als Weihnachtsbaum relativ teuer im Vergleich zu anderen Nadelbäumen, weil sie 10 bis 15 Jahre Wuchszeit benötigen.

 

Weihnachtsbaumverkauf kleiner Nordmanntannen in der Stadtmitte von München
Foto: Weihnachtsbaumverkauf von kleinen Nordmann-Tannen in der Stadt München Anfang Dezember *

 

Fichten dagegen kann man als Weihnachtsbäume günstiger im Handel kaufen, weil sie mit 7 Jahren Wuchszeit schnell wachsen und somit früher als Christbäume verwendet werden können wie Tannenbäume.

Bei den Fichten werden dabei überwiegend die Gemeine Fichte (Picea abies) und die etwas teurere Blaufichte (Picea pungens 'Glauca') als Christbaum genutzt.

Die Blaufichte gefällt durch ihren ausgeprägten Tannennadel-Duft und wird wegen ihrer bläulichen Nadeln im Handel auch Blautanne genannt.

Im Vergleich zu Fichten und Kiefern haben Tannenbäume sehr stabile Äste, die mit schwerer Weihnachtsdekoration wie z.B. Glaskugeln und Äpfel behängt werden können.

Gerade Kiefern eignen sich mit ihren dünnen und feinen Zweigen nicht für schweren Weihnachtsbaumschmuck und müssen sehr vorsichtig transportiert werden, damit die Zweige nicht brechen.

Bei Tannenbäumen überwiegt also die Summe ihrer positiven Eigenschaften, weshalb sie die populärsten Christbäume in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden.

Das zeigt sich auch in Weihnachtsmärchen wie "Der Tannenbaum" von Hans Christian Andersen, Weihnachtsgedichten wie "Die Legende vom Tannenbaum" von Marx Möller oder Weihnachtsliedern wie dem in vielen Sprachen bekannten "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind Deine Blätter".

In der Weihnachtszeit gibt es etwa seit dem 15. Jhdt. traditionelle Weihnachtsmärkte im deutschsprachigen Raum, auf denen bis heute Nadelbäume als Christbäume aufgestellt werden.

Zu den bekanntesten und ältesten zählen der Dresdner Striezelmarkt, der Bautzener Wenzelsmarkt, der Christkindlesmarkt in Nürnberg, der Christkindelmarkt in Wien und Salzburg oder die Christkindlmärkte in Augsburg, Berlin, Frankfurt, Nürnberg und München.

 

Der Christkindlmarkt am Marienplatz in München mit fast 30 Meter hohem Christbaum bzw. Weihnachtsbaum, der mit über 2.500 Lichtern geschmückt ist
Bild: Christkindlmarkt am Marienplatz in München Anfang Dezember mit ca. 30 Meter hohem und mit ca. 2.500 Lichtern geschmücktem Weihnachtsbaum, einer der ältesten Weihnachtsmärkte im deutschsprachigen Raum *

 

Als Alternative zur Verwendung von echten Nadelbäumen kann man seit einigen Jahren auch künstliche Weihnachtsbäume im Handel kaufen.

Diese künstlichen Christbäume sind echten Tannen täuschend ähnlich und bieten den Vorteil, dass sie ihre Nadeln nicht verlieren, gleichbleibend schön bleiben und schwer entzündbar sind.

Hinzukommt, dass künstliche Weihnachtsbäume mehrjährig sind und damit eine günstige und umweltfreundliche Alternative darstellen zu echten Tannenbäumen.

 

 

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14. Ökologische Bedeutung

Nadelbäume sind anfällig für Krankheiten durch Luftschadstoffe, weil sie beispielsweise im Vergleich zu Laubbäumen ihre Nadeln jahrelang behalten und sie nicht jährlich regenerieren.

Nadelbäume bieten aus ökologischer Sicht Insekten (z.B. Bienen, Schmetterlinge) und Vogelarten deutlich weniger Lebensraum und Nahrung als Laubbäume. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Nadelbaum-Marienkäfer, der vorzugsweise im Nadelwald mit Fichten, Tannen und Kiefern vorkommt.

Exzessives Pflanzen von nicht-heimischen Nadelbäumen kann jedoch zu einem Rückgang vieler Singvogel-Arten führen, weil diese auf einheimische Laubsträucher und Laubbäume angewiesen sind.

Wer also viele Vögel und Schmetterlinge in seinem Garten haben möchte, sollte wenig Nadelbäume pflanzen und anstelle dessen Laubbäume, Vogelsträucher/Vogelhecken und Schmetterlingshecken bzw. Sträucher für Schmetterlinge (vgl. Schmetterlingsgärten).

Nadelbäume sind allerdings ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer zumeist sauren Rinde ansiedeln.

 

Blass-dunkelgrüne Blasenflechte auf dem Ast einer Europäischen Lärche
Bild: Blasenflechte (Hypogymnia physodes) auf dem Ast einer Europäischen Lärche (Larix decidua)

 

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15. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

Nadelbäume finden traditionell Verwendung als Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde wie z.B. bei der Benediktinerin und Kräuter-Gelehrten Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) im Mittelalter.

Ebenso beim schweizer Arzt Paracelsus (ca. 1494 - 1541) zu Beginn der Neuzeit oder beim bayerischen Pfarrer Sebastian Kneipp (1821 - 1897) in der Moderne.

Die ätherischen Öle von Nadelbaumarten wie Fichte (Rotfichte), Kiefer (Latschenkiefer) oder Tanne haben nicht nur eine erfrischende, sondern auch eine desinfizierende Wirkung.

Aus diesem Grund werden sie im Sauna-Bereich verwendet als Zusatz für Salz-Peelings beim Salzaufguss oder als aromatischer Saunaduft für Aufgüsse.

Außerdem finden sich ätherische Nadelbaum-Öle in der Aromatherapie sowie in Badezusätzen, Parfüms, Seifen und Dampfbädern.

Für die Tee-Zubereitung eignen sich die Bestandteile verschiedener Nadelbäume als Teekräuter. So kann aus jungen Trieben und Nadeln von Fichten, Kiefern und Tannen ein Blättertee oder aus den Beeren des Wacholder ein Früchtetee zubereitet werden.

 

 

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16. Die wichtigsten und häufigsten Nadelbäume

Die häufigsten Nadelbäume in Deutschland sind die Gemeine Fichte (Picea abies) und die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris):

Dabei nimmt die Fichte 26% der deutschen Waldfläche ein und ist damit der häufigste Nadelbaum, dicht gefolgt von der Kiefer, mit ca. 23% der zweithäufigste Nadelbaum.1

Fichten und Kiefern zählen damit nicht nur zu den häufigsten einheimischen Nadelbaumarten in Deutschland, sondern vor den häufigsten Laubbäumen wie der Buche und der Eiche auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland`s Wäldern.1

In Österreich ist die Gemeine Fichte (Picea abies) mit großem Abstand vor der Europäischen Lärche (Larix decidua) und der Waldkiefer (Pinus sylvestris) der häufigste einheimische Nadelbaum.4

Darüber hinaus ist die Fichte auch der häufigste Baum in Österreichs Wäldern weit vor der Rotbuche (Fagus sylvatica) und der Stieleiche (Quercus robur).4

Auch in der Schweiz ist die Fichte mit großem Abstand der häufigste einheimische Nadelbaum, gefolgt von der Weißtanne und der Lärche.5

Zu beachten ist, dass in der Schweiz die Verbreitung dieser Nadelbaumarten in den verschiedenen Regionen (Alpen, Alpensüdseite, Jura, Mittelland, Voralpen) sehr unterschiedlich ist.

 

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17. Bedeutung in der Gartengestaltung / Gartenkunst

Nadelbäume eignen sich für die Gartengestaltung wegen ihrer dekorativen Zapfen und ihrer dekorativen grün oder grün-blau schimmernden Nadeln.

Im Unterschied zu sommergrünen Laubbäumen sind die meisten Nadelbäume immergrün.

Sie bieten somit auch im Spätherbst und im Winter einen Sichtschutz und bringen farbige Akzente in den Garten.

Letzteres gilt besonders für Gegenden, in denen ergiebig Schnee fällt und längere Zeit liegen bleibt.

Denn egal wie groß sie sind: dick mit Schnee bedeckte, immergrüne Nadelbäume verleihen einem Garten im Winter eine malerische Form und eine feste Struktur.

 

Schneebedeckte Nadelzweige einer großen Kiefer im Winter am Strassenrand, gegenüber ein kleiner Laubbaum ohne Blätter
Bild: Schneebedeckte Nadelzweige einer großen Kiefer im Winter am Strassenrand *

 

Doch auch sommergrüne Nadelbäume wie die Lärche, die Goldlärche und der Urweltmammutbaum eignen sich für farbige Akzente in der Gartengestaltung.

Denn im Herbst verfärben sich ihre Nadeln vor dem Abwurf gelb-orange bis goldgelb, um dann im Frühjahr wieder mit frischer, hellgrüner Farbe neu auszutreiben.

 

 

In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine spezielle Form der Gartenkunst und künstlerischen Gartengestaltung.

Dabei werden Bäume und Sträucher mit kleinen Nadeln (oder kleinen Blättern) durch einen speziellen Rückschnitt klein gehalten und in eine bestimmte künstlerische Form gebracht.

Für eine Kultivierung als Bonsai eignen sich bei den Nadelbaumarten die Eibe (Taxus), Fichte (Picea), Hemlocktanne (Tsuga), Kiefer/Föhre (Pinus), Lärche (Larix) und der Wacholder (Juniperus).

Diese kann man in Baumschulen und im Pflanzenhandel entweder für das Freiland zur Gartengestaltung oder für kleine Pflanzgefäße im Indoor-Bereich kaufen.

 

Große Bonsai-Eibe
Bild: Bonsai-Eibe (Taxus baccata) in der Gartengestaltung auf einem Firmengelände *

 

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18. Rekorde und Superlative (Alter, Höhe)

Die ältesten Nadelbäume bzw. Nadelgehölze auf der Welt sind die Ableger einer schwedischen Fichte (ca. 9.500 Jahre alt) im Nationalpark Fulufjället und eine Langlebige Kiefer (Pinus longaeva) mit dem Namen "Methuselah" (5.062 Jahre alt) in den White Mountains, einem Hochgebirge in Kalifornien.²

Ferner ein Mammutbaum/Riesenmammutbaum in den USA (ca. 3.600 Jahre alt), einige algerische Zypressen (ca. 4.000 Jahre) im Tassili-Gebirge oder auch Zedern, die bis zu 2.500 Jahre alt werden können.

Die Douglasie, Gemeine Fichte und die Weiß-Tanne zählen mit Wuchshöhen von 40 bis 65 Metern zu den größten einheimischen Nadelbäumen und Bäumen in Europa (vgl. Großbäume).

So gelten auch drei Douglasien in Baden-Württemberg mit einer Wuchshöhe von über 63 Metern als höchste Nadelbäume in Deutschland.

Zwei Exemplare ("Waldtraut vom Mühlenwald" und "Douglasie Nr. 3") befinden sich in Freiburg im Breisgau (Schwarzwald) und ein anderes Exemplar im Odenwald in Eberbach (Region Rhein Neckar).

Nach aktueller Laservermessung soll die Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" im Freiburger Stadtwald dabei nicht nur der höchste Nadelbaum, sondern auch der höchste Baum in Deutschland sein.

Im Schlosspark von Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis befindet sich eine ca. im Jahre 1720 gepflanzte Libanon-Zeder (Cedrus libani), die vermutlich die älteste und größte Zeder in Deutschland ist.

Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) gilt als der höchste Nadelbaum auf der Erde und die größte Pflanze auf der Welt.

Als höchste Exemplare dieser Mammutbäume, die gleichzeitig auch die höchsten Bäume der Welt sind, können z.B. zwei Bäume in Kalifornien genannt werden:

 

  • "Stratosphere Giant" im Humboldt Redwoods State Park (Stammhöhe 112,87 Meter, zweithöchster Baum auf der Erde) und

  • "Hyperion" im Redwood-Nationalpark (Stammhöhe 115,55 Meter, aktuell höchster Baum auf der Welt)

 

Welcher Baum hat die größten Zapfen der Welt ?

Ein weiteres Superlativ bezüglich der Zapfengröße findet sich bei der Zuckerkiefer (Pinus lambertiana), die in Nordamerika beheimatet ist.

Diese Kiefernart hat mit einer Länge von bis zu 60 cm und einer Breite von 25 cm die größten und längsten Zapfen von Nadelbäumen auf der Welt.

Darüber hinaus ist die Zucker-Kiefer mit Wuchshöhen um die 80 Meter auch die höchste aller Kiefernarten.

 

Riesen-Zapfen am Ast einer Zuckerkiefer
Bild: Riesen-Zapfen einer Zuckerkiefer (Pinus lambertiana)

 

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19. Schnellwachsend / Langsam wachsend

Wer auf der Suche nach sehr langsam wachsenden Bäumen im Garten ist mit weniger als 30 cm Längen-Wachstum im Jahr, kann von den einheimischen Nadelbäumen die folgenden pflanzen:

 

  • Gewöhnliche Eibe (Taxus baccata)

  • Gewöhnlicher Wacholder (Juniperus communis)

 

Unter den exotischen Nadelgehölzen zählen die folgenden Pflanzen zu den langsam wachsenden Nadelbäumen:

 

  • Nobilis-Tanne (Abies procera, Syn.: Abies nobilis)

  • Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana)

  • Korea-Tanne (Abies koreana)

  • Grannen-Kiefer (Pinus aristata)

  • Goldlärche (Pseudolarix amabilis)

  • Hemlocktanne/Schierlingstanne (Tsuga)

  • Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana 'Conica')

 

Wer auf der Suche nach schnellwachsenden Bäumen ist mit mehr als 30 cm Längen-Wachstum im Jahr, kann von den einheimischen Nadelbäumen die folgenden pflanzen:

 

  • Gemeine Fichte (Picea abies)

  • Österreichische Schwarz-Kiefer (Pinus nigra austriaca)

  • Waldkiefer (Pinus sylvestris)

  • Europäische Lärche (Larix decidua)

 

Unter den exotischen Nadelgehölzen zählen die folgenden Pflanzen zu den schnellwachsenden Nadelbäumen:

 

  • Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

  • Lebensbaum (Thuja)

  • Leyland-Zypresse (x Cuprocyparis leylandii)

  • Koloradotanne (Abies concolor)

  • Große Küstentanne (Abies grandis)

  • Scheinzypressen (Chamaecyparis)

  • Sicheltanne (Cryptomeria japonica)

  • Urweltmammutbaum/Chinesisches Rotholz (Metasequoia glyptostroboides)

  • Wollemie (Wollemia nobilis)

  • Zypressen (Cupressus)

 

Hinweis: ob ein Nadelbaum schnell oder langsam wächst, wird auch stets von den jeweiligen Licht-, Boden- und Witterungsverhältnissen an seinem Standort beinflusst.

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

[1] Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.6, 8, 13, 16 (→ zum PDF).

[2] Vgl. Liste vom Rocky Mountain Tree-Ring Research, eine 1997 gegründete nicht-kommerzielle Organisation in den Rocky Mountains, die sich auf die Erfassung und Bestimmung von Jahresringen der Nadelbäume und Laubbäume in den USA spezialisiert hat.

[3] Definition: Unter dem Begriff "Fossilien" können alle Funde aus der Erdgeschichte von Pflanzen und Tieren oder Abdrücken und Lebensspuren in Ablagerungsgesteinen (Sedimenten) verstanden werden, die älter als 10.000 Jahre sind. Fossilien werden von der Paläontologie erforscht, d.h. der Wissenschaft urzeitlicher Lebewesen und einem Teilgebiet der Biologie. Zu lebenden Fossilien werden somit alle heute existierenden Lebewesen (Pflanzen und Tiere) gezählt, die es bereits vor mehr als 10.000 Jahren auf der Erde gab. Bei den Pflanzen zählen hierzu z.B. der Gingko-Baum (Ginkgo biloba), die Baumfarne (verholzende Farnarten in den Tropen), die Schachtelhalme (Equisetum), der Taubenbaum (Cathaya argyrophylla) oder Nadelbäume (Koniferen) wie der Urwaldmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) und die Wollemie-Konifere (Wollemia nobilis).

[4] Vgl. Österreichische Waldinventur 2007 - 2009 vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)

[5] Vgl. Schweizerisches Landesforstinventar LFI3 Zustand 2004/06 „Die häufigsten Waldbäume der Schweiz“ der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wald des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)

 

* Foto © Oliver Fries