Nadelbäume und Koniferen
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

2.1 Einheimisch »

2.2 Exotisch »

3. Bestimmung nach Wuchshöhe »

4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien »

5. Besonderheiten der Blüten und Samen »

6. Besonderheiten der Bestäubung »

7. Besonderheiten der Nadeln »

8. Warum werden die Nadeln im Winter behalten ? »

9. Welcher Nadelbaum wirft seine Nadeln ab ? »

10. Bedeutung als Holz-Rohstoff »

11. Bedeutung als Brennholz und Kaminholz »

12. Ökologische Bedeutung »

13. Bedeutung in Medizin und Naturheilkunde »

14. Die häufigsten und wichtigsten Nadelbäume »

15. Bedeutung in der Gartenkunst und Gartengestaltung »

16. Rekorde und Superlative (Alter, Höhe) »

17. Schnellwachsend / Langsam wachsend »

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was sind Nadelbäume ? Der Nadelbaum zählt in der Botanik zur Gruppe der Nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae, Nacktsamer, Gymnospermen), bei denen der Samen bzw. die Samenanlage nicht von einem Fruchtknoten eingeschlossen ist und frei auf den Schuppen liegt.

Nadelbäume (englisch: conifers) bilden im Unterschied zu Laubbäumen keine Früchte aus, sondern entwickeln aus den (weiblichen) Blüten Zapfen.

Anstelle von Laubblättern tragen sie außerdem Nadelblätter, die mit Ausnahme der Lärchen (Larix) und Goldlärchen (Pseudolarix) mehrjährig und immergrün am Baum bleiben.

Die Bestimmung der Nadelbäume und Nadelgewächse erfolgt über ihre Rinde, Blüten, Nadeln und Zapfen.

Der Nadelbaum zählt zu den pflegeleichtesten Gartenpflanzen. Nadelgehölze sollten jedoch sparsam im Garten gepflanzt werden, da sie den Boden versäuern und damit zu einer Moos-Bildung auf Rasen und Wiese führen können.

 

Latschenkiefer, Europäischen Lärche und Tanne in einem Garten in Oberbayern
Bild: Bergkiefer, Europäische Lärche und Weiss-Tanne *

 

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht der wichtigsten exotischen und heimischen Nadelbäume in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie man sie auch in der Baumschule kaufen kann:

2.1 Einheimisch

 

Unter den einheimischen Nadelbäumen eignen sich Bergkiefern, Eiben, Fichten und höher wachsende Wacholder-Arten zum Anlegen einer immergrünen Nadelhecke.

Die Eibe und der Wacholder wachsen im Garten und im Wald nicht nur als mittelgroße Nadelbäume, sondern auch als Großstrauch.

Lärchen sind die einzigen einheimischen Nadelgewächse im deutschsprachigen Raum, die als sommergrüner Nadelbaum wachsen.

Die Eibe ist als einziger einheimischer Nadelbaum harzfrei und enthält in den Nadeln und Samen oder der Rinde Pflanzengifte.

 
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2.2 Exotisch

  • Douglasie (Pseudotsuga)

  • Goldlärche (Pseudolarix amabilis)

  • Hemlocktanne / Schierlingstanne (Tsuga)

  • Lebensbaum (Thuja)

  • Mammutbaum (Sequoioideae)

  • Scheinzypresse (Chamaecyparis)

  • Sicheltanne (Cryptomeria)

  • Zeder (Cedrus)

  • Zypresse (Cupressus)

 

Douglasien, Goldlärchen, Hemlocktannen, Mammutbäume und Sicheltannen sollen vor der Eiszeit (ca. vor 2,6 Mio. Jahren) in Europa heimische Nadelgehölze gewesen sein.

Sie starben jedoch in der Eiszeit aus und wurden dann im 19. Jahrhundert wieder nach Europa eingeführt.

Wie die Lärche wirft auch die Goldlärche vor dem Winter ihre Nadeln bzw. nadelförmigen Blätter ab und zählt deshalb zu den sommergrünen Nadelbäumen.

Scheinzypressen, Zedern und Zypressen sind im Mittelmeerraum heimisch und wachsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur in sehr milden Lagen.

Unter den exotischen Nadelbäumen sind Thujen, Scheinzypressen und Leyland-Zypressen zum Anlegen einer immergrünen Nadelhecke geeignet.

Zu beachten ist, dass der Lebensbaum in seinen Zweigspitzen und Zapfen wie auch in seinem Holz giftige ätherische Öle enthält und zu den Giftpflanzen zählt.

Die Hemlocktanne ist als einzige exotische Art ein harzloser Nadelbaum, dessen Holz deshalb im Sauna-Bau begehrt und teuer ist.

Eine Beschreibung, Bilder und ein Steckbrief mit den Eigenschaften zum Bestimmen der exotischen Nadelbaum-Arten folgt in Kürze.

 

 

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3. Bestimmung nach Wuchshöhe

Die folgende Übersicht zeigt drei mögliche Unterteilungen, bis zu welcher Höhe ein Nadelbaum wachsen kann.

Nach der jeweiligen Baumgröße unterteilen sich heimische Nadelbäume in:

 

 

Hinweis: Welche Wuchshöhe im Garten tatsächlich erreicht wird, hängt immer auch vom Standort und den klimatischen Bedingungen ab.

Langsam wachsende, kleine Nadelbäume eignen sich auch als mobile Kübelpflanzen für den Balkon, die Terrasse oder den Wintergarten (→ Zu den Beispielen).

 

Nadelbäume im naturgeschützten Moos-Gebiet vorm Kirchsee in Oberbayern, im Vordergrund wachsen Latschenkiefern
Foto: Wald mit Nadelbäumen im Naturschutz-Moor am Kirchsee in Oberbayern Ende April, im Vordergrund Latschenkiefern *

 

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4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien

Im Rahmen der botanischen Taxonomie lassen sich die folgenden drei einheimischen Pflanzenfamilien innerhalb der Nadelholzgewächse (Pinophyta) bzw. Nadelbäume bestimmen:

 

  • Eibengewächse (Taxaceae): Eiben (Taxus)

  • Kieferngewächse (Pinaceae): Douglasien (Pseudotsuga), Fichten (Picea), Goldlärche (Pseudolarix), Hemlocktannen (Tsuga), Kiefern (Pinus), Lärchen (Larix), Tannen (Abies), Zedern (Cedrus)

  • Zypressengewächse (Cupressaceae): Lebensbäume/Thujen (Thuja), Mammutbäume (Sequoioideae), Scheinzypressen (Chamaecyparis), Sicheltannen (Cryptomeria japonica), Wacholder (Juniperus), Zypressen (Cupressus)

 

Insgesamt gibt es sieben Nadelbaum-Familien weltweit. Allerdings sind die zuvor vier ungenannten Familien in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht heimisch, sondern auf der Südhalbkugel der Erde.

Zu nennen sind hier die Nadelbaumarten der Araukariengewächse (Araucariaceae), der Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae), der Schirmtannengewächse (Sciadopityaceae) mit ihrer einzigen (monotypischen) Art und Gattung der Schirmtanne (Sciadopitys verticillata) und die Steineibengewächse (Podocarpaceae).

Wie viele Nadelbaumarten gibt es weltweit ? Je nach Klassifizierung können etwa 650 bis 800 Arten auf der Erde unterschieden werden.

 

 

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5. Besonderheiten der Blüten und Samen

Bei den Nadelbäumen befinden sich männliche und weibliche Blüten niemals an ein und demselben Blütenstand, sondern sie sind immer auf getrennte Zapfen verteilt.

Unterschieden werden dabei die sogenannte Einhäusigkeit (Monözie) und Zweihäusigkeit (Diözie):

Die Mehrheit der Nadelbaum-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt voneinander auf einem Baum.

Wacholder (Juniperus) und Weiden (Salix) sind mit Ausnahme weniger Arten zweihäusig getrenntgeschlechtlich (diözisch) mit männlichen und weiblichen Blüten an verschiedenen Bäumen.

Außerdem gibt es wenige Nadelbaumarten wie die Europäische Eibe (Taxus baccata), die Echte Trauerweide (Salix babylonica) oder den Gemeinen Wacholder (Juniperus communis), die eigentlich zweihäusig sind, aber in seltenen Fällen auch einhäusig vorkommen.

Wenn die Zapfen reif sind, verholzen die Samen- und Deckschuppen. Der Samen liegt dann frei zwischen dem verholzten Kegel und den sich aufspreizenden Schuppen.

Die geflügelten Samen fallen aus den Zapfen heraus und werden vom Wind verweht. Schließlich fallen die leeren Zapfen als Ganzes auf die Erde.

 

Weibliche Bergkiefer-Zapfen
Bild: Weibliche Zapfen einer Bergkiefer (Pinus mugo)

 

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6. Besonderheiten der Bestäubung

Alle Nadelbäume haben sog. anemogame Blüten (→ Anemogamie) ohne Blütenblätter und sind wie die Gräser windblütig.

Das bedeutet, daß beim Nadelbaum nur eine Windbestäubung zum Fortbestand der Arten stattfindet, während beim Laubbaum die Bestäubung auch Tiere (z.B. Bienen) bestimmen können.

Allerdings können auch bei den Nadelbaumarten Tiere wie das Eichhörnchen oder der Fichtenkreuzschnabel bei der Nahrungssuche zur Verbreitung der Samen beitragen.

Diese Bestäubung wäre aber rein zufällig im biologischen Befruchtungskonzept der Nadelbäume ("Vom Winde verweht"):

Denn wegen ihrer kleinen, nektarlosen, geruchslosen und unauffälligen Blüten sind sie in erster Linie auf Windbestäubung angewiesen.

Die anemogamen Blüten aller Nadelbäume produzieren dabei eine sehr große Menge an Pollen, wovon besonders Allergiker in der Pollenzeit geplagt werden.

Die Pollen der Nadelbäume haben keinen Pollenkitt und große frei liegenden Narben, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass bei der ungerichteten Windbestäubung die Baumpollen auf eine weibliche Blüte der gleichen Art gelangen können.

Der Samen bestimmter Nadelbaum-Arten kann auch im Boden überwintern und keimt dann erst angeregt durch die Winterkälte im nächsten Frühjahr.

 

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7. Besonderheiten der Nadeln

Die Nadeln der verschiedenen Nadelbaumarten unterscheiden sich z.T. markant hinsichtlich ihrer Länge, ihres maximal erreichbaren Alters oder auch der Spitzigkeit.

So weisen z.B. Kiefernnadeln die höchste Länge auf, während Tannennadeln das höchste Alter unter allen Nadelbaumarten erreichen.

Und Eibennadeln oder Douglasiennadeln sind z.B. weich, biegsam und stumpf, während Kiefernadeln überwiegend spitz und starr sind.

 

Zapfen und lange Nadeln an einem Zweig einer Waldkiefer
Bild: Zweig einer Waldkiefer (Pinus sylvestris) mit Zapfen und langen Nadeln

 

 

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8. Warum werden die Nadeln im Winter behalten ?

Warum behalten Nadelbäume bis auf die Lärchen und die Goldlärchen im Winter ihre Nadeln ?

Wie die Laubblätter beim Laubbaum sind auch die Nadeln beim Nadelbaum für die Photosynthese und damit für die Nährstoffgewinnung zuständig.

Die Nadeln der Nadelbäume sind wegen ihrer kleineren Oberfläche im Vergleich zu den Blättern der Laubbäume besser gegen Frost und Kälte geschützt.

Nadeln sind auch robuster als Blätter, benötigen weniger Nährstoffe und sind durch eine Harzschicht bzw. Wachsschicht (Cuticula) im Winter besser vor Verdunstung, Austrocknung und Frost geschützt.

Die Wachsschicht der Nadeln und die im Gegensatz zu Laubbäumen versenkten Spaltöffnungen verhindern letztlich, daß die Bäume im Winter austrocknen.

Denn über die Wurzeln kann im Winter kein gefrorenes Wasser aufgenommen werden.

Durch die größere Oberfläche von Laubblättern gegenüber Nadeln können Laubbäume eine größere Photosynthese umsetzen und wachsen im Durchschnitt schneller als Nadelbäume.

Dafür benötigen sie aber auch nährstoffreichere und feuchtere Böden als Nadelbäume.

 

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9. Welcher Nadelbaum wirft seine Nadeln ab ?

Die Nadeln von einem Baum können wie z.B. bei der Tanne bis zu zehn Jahre alt werden und fallen das ganze Jahr über in der Reihenfolge ihres Alters ab. Gleichzeitig wachsen das ganze Jahr über neue Nadeln nach.

Lärche und Goldlärche sind die in Deutschland einzigen sommergrünen Nadelbäume, die ihre Nadeln nach einer Gelbfärbung im Herbst und Winter abwerfen.

Ursache dafür ist, dass ihre Nadeln nicht wie bei anderen, immergrünen Nadelholzgewächsen durch eine Wachsschicht geschützt sind, die sowohl ein Austrocknen bei Kälte als auch eine Wasseraufnahme bei Frost verhindert.

Hinzukommt, dass bei Lärche und Goldlärche die Spaltöffnungen der Nadeln nicht versenkt sind und über diese bei der Photosynthese Wasser bzw. Wasserdampf abgegeben wird.

Ein weiterer sommergrüner Nadelbaum ist der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), der auch Chinesisches Rotholz oder Wassertanne genannt wird.

Dieser einzige Vertreter innerhalb der Metasequoia-Baumgattung zählt ähnlich wie der Gingko-Baum oder die Baumfarne (verholzende Farnarten in den Tropen) aufgrund seines Jahrmillionen zurückreichenden Vorkommens auf der Erde zu den lebenden Fossilien.

 

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10. Bedeutung als Holz-Rohstoff

Das Holz der Nadelbäume ist relativ weich und zählt mit Ausnahme der Schwarzkiefer zum Weichholz mit einer Darrdichte von weniger als 550 kg pro Kubikmeter.

Wofür wird Weichholz von Nadelbäumen als Rohstoff verwendet?

Nadelbaumholz wird bevorzugt dort eingesetzt, wo ein geringes Gewicht und eine einfache Bearbeitung von Oberflächen von Bedeutung sind.

In Frage kommen hierfür z.B. leichte Möbel ggf. mit Ornamenten und Schnitzereien oder Holzdecken, Türen und Wände im Innenausbau.

Weichholz ist meistens heller als Hartholz und seine Oberfläche läßt sich leichter mit Farbe, Öl oder Wachs behandeln.

Weil Weichholz schneller nachwächst als Hartholz, ist es preiswerter und findet deshalb auch als Bauholz Verwendung.

 

 

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11. Bedeutung als Brennholz und Kaminholz

Als Brennholz brennt weiches Nadelbaum-Holz (Ausnahme: Eiben-Holz) wegen seiner geringeren Dichte schneller ab als hartes Laubbaum-Holz (Ausnahme: Erlen-, Linden-, Pappel-Holz).

Bezogen auf Volumeneinheiten (Raummeter rm oder Ster st) ist der Brennwert von weichen Nadelhölzern somit geringer als der von harten Laubhölzern.

Bezogen auf das Gewicht (kg) weist Nadelbaum-Holz allerdings wegen dem hohen Harz-Anteil (Ausnahme: Eibe und Tanne) einen höheren Brennwert auf als Laubholz.

Denn das harzhaltige Nadelholz brennt mit höheren Temperaturen ab und wärmt schneller den Wohnraum als harzfreies Laubholz.

Bei Nadelbaumholz mit hohem Harzgehalt kommt es zu dem typischen Knistern und lauten Knacken beim Abbrennen.

Die Ursache hierfür ist, dass Nadelbaumharz, genauer: ein Harzeinschluß, durch die Hitze des Feuers aufplatzt.

Bei der Verwendung von harzhaltigem Nadelbaumholz als Brennholz oder Kaminholz können deshalb Funken sprühen.

Dieser Funkenflug ist zu beachten bzgl. einer Brandgefahr von brennbaren Gegenständen um einen offenen Kamin und Ofen oder eine offene Feuerstelle herum.

Obwohl harzhaltiges Nadelholz einen geringen Brennwert hat und zu Funkenflug neigt, bietet es als Kaminholz und Brennholz den Vorteil, dass es beim knisternden Abbrennen einen angenehmen Harz-Duft verbreitet.

Außerdem ist es leicht entzündbar, weshalb es als Anheiz-Holz (Anzündholz) und für Energieprodukte wie Hackschnitzel, Holzbriketts oder Holzpellets verwendet wird.

 

Brennendes Kaminholz in einem offenen Kamin
Foto: Brennendes Kaminholz

 

 

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12. Ökologische Bedeutung

Nadelbäume sind anfällig für Krankheiten durch Luftschadstoffe, weil sie beispielsweise im Vergleich zu Laubbäumen ihre Nadeln jahrelang behalten und sie nicht jährlich regenerieren.

Nadelbäume bieten aus ökologischer Sicht Insekten (z.B. Bienen, Schmetterlinge) und Vogelarten deutlich weniger Lebensraum und Nahrung als Laubbäume. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Nadelbaum-Marienkäfer, der vorzugsweise im Nadelwald mit Fichten, Tannen und Kiefern vorkommt.

Exzessives Pflanzen von nicht-heimischen Nadelbäumen kann jedoch zu einem Rückgang vieler Singvogel-Arten führen, weil diese auf einheimische Laubsträucher und Laubbäume angewiesen sind.

Wer also viele Vögel und Schmetterlinge in seinem Garten haben möchte, sollte wenig Nadelbäume pflanzen und anstelle dessen Laubbäume, Vogelsträucher/Vogelhecken und Schmetterlingshecken bzw. Sträucher für Schmetterlinge (vgl. Schmetterlingsgärten).

Nadelbäume sind allerdings ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer zumeist sauren Rinde ansiedeln.

 

Blass-dunkelgrüne Blasenflechte auf dem Ast einer Europäischen Lärche
Bild: Blasenflechte (Hypogymnia physodes) auf dem Ast einer Europäischen Lärche (Larix decidua)

 

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13. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

Nadelbäume finden traditionell Verwendung als Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde wie z.B. bei der Benediktinerin und Kräuter-Gelehrten Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) im Mittelalter und beim Schweizer Arzt Paracelsus (ca. 1494 - 1541) zu Beginn der Neuzeit.

Denn die ätherischen Öle von Nadelbaumarten wie Fichte (Rotfichte), Kiefer (Latschenkiefer) oder Tanne haben nicht nur eine erfrischende, sondern auch eine desinfizierende Wirkung.

Sie kommen deshalb in der Sauna als Zusatz für ein Salz-Peeling beim Salzaufguss oder als würzig-aromatischer Saunaduft in Frage. Oder auch in der Aromatherapie, für Badezusätze, Parfüms, Seifen und Dampfbäder.

Als Teekräuter sind die Bestandteile verschiedener Nadelbäume bei Tee-Zubereitung verwendbar. So kann aus jungen Trieben und Nadeln von Fichten, Kiefern oder Tannen ein Tee zubereitet werden oder aus den Beeren des Wacholder ein Früchtetee.

 

 

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14. Die wichtigsten und häufigsten Nadelbäume

Die häufigsten Nadelbäume in Deutschland sind die Gemeine Fichte (Picea abies) und die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris):

Dabei nimmt die Fichte 26% der deutschen Waldfläche ein und ist damit der häufigste Nadelbaum, dicht gefolgt von der Kiefer, mit ca. 23% der zweithäufigste Nadelbaum.¹

Fichten und Kiefern zählen damit nicht nur zu den häufigsten einheimischen Nadelbaumarten in Deutschland, sondern vor den häufigsten Laubbäumen wie der Buche und der Eiche auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland`s Wäldern.¹

 

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15. Bedeutung in der Gartenkunst und Gartengestaltung

Nadelbäume eignen sich für die Gartengestaltung wegen ihrer dekorativen Zapfen und ihrer dekorativen grün oder grün-blau schimmernden Nadeln.

Im Unterschied zu sommergrünen Laubbäumen und Lärchen sind Nadelbäume immergrün.

Sie bieten somit auch im Winter einen Sichtschutz und bringen farbige Akzente in den Garten.

In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine spezielle Form der künstlerischen Gartengestaltung, bei der Bäume und Sträucher mit kleinen Nadeln durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt klein gehalten werden.

Für Bonsai eignen sich Nadelbaumarten wie die Eiben (Taxus), Fichten (Picea), Hemlocktannen (Tsuga), Kiefernbäume/Föhren (Pinus), Lärchen (Larix) und der Wacholder (Juniperus).

Allerdings eignen sich auch kleinblättrige Laubbaumarten wie Ahornbäume (Acer), Buchen (Fagus), Eschenbäume (Fraxinus) und Ulmen (Ulmus) zur Kultivierung als Bonsai.

 

Große Bonsai-Eibe
Bild: Bonsai-Eibe (Taxus baccata) *

 

 

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16. Rekorde und Superlative (Alter, Höhe)

Die ältesten Nadelbäume bzw. Nadelgehölze auf der Welt sind die Ableger einer schwedischen Fichte (ca. 9.500 Jahre alt) im Nationalpark Fulufjället und eine Langlebige Kiefer (Pinus longaeva) mit dem Namen "Methuselah" (5.062 Jahre alt) in den White Mountains, einem Hochgebirge in Kalifornien.²

Ferner ein Mammutbaum/Riesenmammutbaum in den USA (ca. 3.600 Jahre alt), einige algerische Zypressen (ca. 4.000 Jahre) im Tassili-Gebirge oder auch Zedern, die bis zu 2.500 Jahre alt werden können.

Die Douglasie, Gemeine Fichte und die Weiß-Tanne zählen mit Wuchshöhen von 40 bis 65 Metern zu den größten einheimischen Nadelbäumen und Bäumen in Europa (vgl. Großbäume).

So gelten auch drei Douglasien in Baden-Württemberg mit einer Wuchshöhe von über 63 Metern als höchste Nadelbäume in Deutschland.

Zwei Exemplare ("Waldtraut vom Mühlenwald" und "Douglasie Nr. 3") befinden sich in Freiburg im Breisgau (Schwarzwald) und ein anderes Exemplar im Odenwald in Eberbach (Region Rhein Neckar).

Nach aktueller Laservermessung soll die Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" im Freiburger Stadtwald dabei nicht nur der höchste Nadelbaum, sondern auch der höchste Baum in Deutschland sein.

Im Schlosspark von Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis befindet sich eine ca. im Jahre 1720 gepflanzte Libanon-Zeder (Cedrus libani), die vermutlich die älteste und größte Zeder in Deutschland ist.

Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) gilt als der höchste Nadelbaum auf der Erde und die größte Pflanze auf der Welt.

Als höchste Exemplare dieser Mammutbäume, die gleichzeitig auch die höchsten Bäume der Welt sind, können z.B. zwei Bäume in Kalifornien genannt werden:

 

  • "Stratosphere Giant" im Humboldt Redwoods State Park (Stammhöhe 112,87 Meter, zweithöchster Baum auf der Erde) und

  • "Hyperion" im Redwood-Nationalpark (Stammhöhe 115,55 Meter, aktuell höchster Baum auf der Welt)

 

Welcher Baum hat die größten Zapfen der Welt ?

Ein weiteres Superlativ bezüglich der Zapfengröße findet sich bei der Zuckerkiefer (Pinus lambertiana), die in Nordamerika beheimatet ist.

Diese Kiefernart hat mit einer Länge von bis zu 60 cm und einer Breite von 25 cm die größten und längsten Zapfen von Nadelbäumen auf der Welt.

Darüber hinaus ist die Zucker-Kiefer mit Wuchshöhen um die 80 Meter auch die höchste aller Kiefernarten.

 

Riesen-Zapfen am Ast einer Zuckerkiefer
Bild: Riesen-Zapfen einer Zuckerkiefer (Pinus lambertiana)

 

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17. Schnellwachsend / Langsam wachsend

Wer auf der Suche nach sehr langsam wachsenden Bäumen im Garten ist, der sollte eine Gewöhnliche Eibe (Taxus baccata), Grannen-Kiefer (Pinus aristata) oder Korea-Tanne (Abies koreana) pflanzen.

Auch die Nobilis-Tanne (Abies procera, Syn.: Abies nobilis) und die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) zählen zu den langsam wachsensen Nadelbäumen.

Wer auf der Suche nach schnellwachsenden Bäumen ist mit mehr als 30 cm Längenwachstum im Jahr, der sollte eine Gemeine Fichte (Picea abies), Koloradotanne (Abies concolor) pflanzen.

Auch die Waldkiefer (Pinus sylvestris) und die Große Küstentanne (Abies grandis) zählen zu den schnellwachsenden Nadelbäumen.

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹ Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.6, 8, 13, 16 (→ zum PDF).

² Vgl. Liste vom Rocky Mountain Tree-Ring Research, eine 1997 gegründete nicht-kommerzielle Organisation in den Rocky Mountains, die sich auf die Erfassung und Bestimmung von Jahresringen der Nadelbäume und Laubbäume in den USA spezialisiert hat.

* Foto © Oliver Fries