Bäume
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Beispiele, Einteilung, Arten
    1. Nach Blätterarten
    2. Nach Früchten
    3. Nach Wuchshöhe
    4. Nach Zierwert und Giftigkeit
    5. Nach Wurzeltiefe
    6. Nach Wurzeltypen
    7. Nach Lichtbedarf
    8. Nach Wuchsgeschwindigkeit
  3. Holz als Baustoffe und Werkstoffe
  4. Hartholz, Weichholz, Darrdichte
  5. Brennholz, Kaminholz, Holzpellets
  6. Nutzung als chemischer Rohstoff
  7. Allergie durch Baumpollen
  8. Verwendung als Lebensmittel und Medizin
  9. Nutzen in Gartengestaltung und Gartenkunst
  10. Blüten und Samen
    1. Insekten-Bestäubung
    2. Wind-Bestäubung
  11. Merkmale von Stamm und Rinde
  12. Blätter und Photosynthese
  13. Baumbestand weltweit
  14. Baumrekorde
    1. Die ältesten Bäume der Welt
    2. Älteste Bäume in D, AT, CH
    3. Größte und höchste Bäume der Welt
    4. Die höchsten Bäume in D, AT und CH
    5. Am schnellsten wachsender Baum
    6. Baum mit den größten Blättern
    7. Häufigste Bäume in D, AT und CH
  15. Gründe für Blattabwurf
  16. Unterschiede des Blattabfalls im Herbst
  17. Unterschiedlicher Blattaustrieb im Frühjahr
  18. Baumsymbole und Kulturgeschichte
  19. Ehemalige Gerichtsbäume
  20. Individuelle Baumsymbolik
  21. Warum fressen Tiere Baumrinde ?
  22. Unterschied zu Sträuchern
  23. Bedeutung für Wald, Klimawandel, Ökosystem
  24. Exkurs: Wurzelradius / Wurzeldurchmesser

Definition

Was sind Bäume ? In diesem Lexikon ist ein Baum eine mehrjährige Samenpflanze mit einer dominierenden, vollständig verholzenden Spross-Achse bzw. einem Stamm.

Bäume (englisch: trees) sind die größten Pflanzen und Lebewesen auf der Welt und können mehrere tausend Jahre alt werden.

Außerdem verfügen Bäume über ein sekundäres Dickenwachstum, das parallel zu ihrem Längenwachstum für eine Durchmesserzunahme von Spross bzw. Stamm sorgt und den Baum im Wachstum statisch stabilisiert.

Der Aufbau von Bäumen ist durch einen aus der Wurzel nach oben wachsenden astfreien Stamm gekennzeichnet, der sich nach oben hin verjüngt.

Im oberen Bereich trägt der Baumstamm die Baumkrone aus stärkeren Ästen und dünneren Zweigen mit den Blättern und z.T. Früchten.

Die Baumwurzel befestigt den Baum in der Erde, entzieht dieser Wasser und Nährstoffe und speichert einen Teil der Nährstoffe als Vorratsstoffe.

Zwischen dem ersten (begrünten) Ast und der Baumspitze (auch Baumwipfel) befindet sich die Baum-Krone. Sie kann entweder Nadeln oder Laub-Blätter enthalten.

Die Form der Baumkrone ist ein wichtiges Merkmal zum Bestimmen von Bäumen. Vorausgesetzt, diese haben an ihrem Standort ausreichend Platz und Licht, um eine volle Krone zu entwickeln.

In einem Wald mit sehr eng zueinander stehenden Bäumen sind diese Merkmale oft nicht gegeben, weshalb die Baumkronen dort meist kürzer und schmäler sind.

Die Zweige der Bäume verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, die in der Folge verholzen und laufend an Dicke und Umfang zunehmen.

Die in jüngster Zeit gewachsenen Baum-Zweige werden auch als Triebe bezeichnet.

 

Der Rand von einem Nadel-Blätter-Wald im Spätsommer
Bild: Nadel-Blätter-Wald mit verschiedenen Baumarten im Spätsommer *

 

Hinweis:

 

Baumartige Pflanzen wie Palmen und Baumfarne (vgl. Farne) werden in diesem Baumlexikon nicht zu den Bäumen gezählt, weil sie kein echtes Holz ausbilden.

Ferner besitzen sie kein sekundäres Dickenwachstum mit einem sich nach oben verjüngenden Baumstamm.

 

 

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Beispiele, Einteilung, Arten

Unterteilungen für einheimische Bäume bzw. deutsche Baumarten können nach Blätterarten, Früchten, Zierwert, Giftigkeit, Wuchshöhe, Wurzeltiefe, Wurzeltypen, Lichtbedarf oder nach Wuchsgeschwindigkeit vorgenommen werden.

Diese verschiedenen Baum-Unterteilungen werden nachfolgend vorgestellt.

Nach Blätterarten

Einheimische Bäume können nach den Blätter-Arten Laubblätter und Nadeln eingeteilt werden. Die folgende Übersicht für Laubbäume und Nadelbäume enthält jeweils eine Liste der wichtigsten Arten:

 

  • Laubbaum (Ahorn, Amberbaum, Birke, Blauglockenbaum, Buche, Elsbeere, Eberesche/Vogelbeere, Eiche, Erle, Esche, Gingko, Hainbuche, Linde, Mehlbeere, Pappel/Espe, Platane, Robinie, Roßkastanie, Speierling, Ulme, Weide)

  • Nadelbaum (Douglasie, Eibe, Fichte, Föhre/Kiefer, Goldlärche, Hemlocktanne, Lärche, Lebensbaum, Mammutbaum, Scheinzypresse, Sicheltanne, Tanne, Wacholder, Zeder, Zypresse)
     

Bei Laubbäumen ist die Blattfläche (auch Blattnerven, Blattspreite, Lamina) im Verhältnis zur Blattdicke relativ groß und die Blätter haben eine Netzaderung.

Dagegen sind bei Nadelbäumen "die Blätter" nadelförmig und haben eine Streifenaderung (Paralleladerung). Ferner ist die Blattfläche bei Nadelblättern im Verhältnis zur Blattdicke sehr klein.

Die Gestalt der Blätter wie Form, Aufbau, Anordnung oder Blattrand ist eines der wichtigsten Merkmale zur Bestimmung von Bäumen.

 

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Nach Früchten

Einheimische Bäume können danach unterteilt werden, ob sie für Menschen essbare Obst-Früchte tragen. Dabei werden die folgenden beiden Baumarten unterschieden:

 

  • Nussbaum (z.B. Hasel-Nuss, Kastanie, Marone, Mandel, Schwarznuss, Walnuss)

  • Obstbaum (z.B. Apfelbaum, Birnbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum, Pfirsichbaum)

 

Diese Unterscheidung der Bäume ist unscharf und hat ihre Wurzel in der (gärtnerischen) Umgangssprache, denn Nussbäume tragen Schalenobst (Nüsse) und sind somit ebenfalls Obstbäume.

 

Kastanie im halb geöffneten Fruchtbecher auf einem Felsstein
Bild: Halb geöffnete Kastanie im Fruchtbecher (Castanea sativa) *

 

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Nach Wuchshöhe

Nach der folgenden Liste können einheimische Garten-Bäume nach ihrer Wuchshöhe unterteilt werden:

 

 

Die Wuchshöhe von Bäumen bzw. die Baumgröße wird im Gartenbau nach einem ähnlichen Schema dargestellt:

 

  • Bäume erster Ordnung: Großbäume (hochwüchsig)

  • Bäume zweiter Ordnung: mittelgroße Bäume

  • Bäume dritter Ordnung: Kleinbäume (kleinwüchsig)

 

In Bebauungsplänen und Freiflächengestaltungsplänen für Landkreise, Gemeinden oder Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird ebenfalls diese Baum-Ordnung verwendet.

 

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Nach Zierwert und Giftigkeit

Einheimische Baumarten können auch nach ihrem besonderen Zierwert im Garten oder nach ihrer Giftigkeit für Lebewesen eingeteilt werden:

 

  • Giftbaum (giftige Bäume, deren Blätter, Früchte oder Rinde Pflanzengifte enthalten)

  • Zierbaum (z.B. Gingko-Baum, Hänge-Ulme, Kugel-Ahorn, Magnolie, Säulen-Birke)

 

Fächerförmiges Gingko-Blatt mit Längsstreifen-Zeichnung in Grossaufnahme
Bild: Blatt mit Längsstreifen-Zeichnung von einem Gingko (Ginkgo biloba), dem Baum des Jahrtausends *

 

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Nach Wurzeltiefe

Eine Bestimmung der Baumarten ist außerdem nach der Wurzel-Tiefe möglich, die allerdings innerhalb einer Gattung unterschiedlich ausfallen kann.

Die folgende Übersicht dient somit als grobe Orientierungshilfe:

 

  • Einheimische tiefwurzelnde Bäume (Tiefwurzler)

Eibe, Eßkastanie, Eiche, Esche, Kiefer, Lärche, Linde, Speierling, Tanne, Ulme, Wacholder, Walnussbaum
 

  • Einheimische flachwurzelnde Bäume (Flachwurzler)

Ahorn, Apfelbaum, Birke, Buchs, Espe, Eberesche/Vogelbeere, Fichte, Erle, Hainbuche, Hasel-Baum, Mehlbeere, Pappel, Rosskastanie, Stechpalme, Weide
 

  • Exotische tiefwurzelnde Bäume (Tiefwurzler)

Amberbaum, Blauglockenbaum (Kiri), Goldlärche, Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche, Echter Lorbeer, Mammutbaum, Schwarznussbaum, Zeder
 

  • Exotische flachwurzelnde Bäume (Flachwurzler)

Douglasie, Gingko, Hemlocktanne, Lebensbäume (Thuja), Tulpen-Magnolie, Platane, Robinie, Scheinzypresse, Sicheltanne, Urweltmammutbaum, Zypresse

 

Tiefwurzler-Bäume zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine dominante Hauptwurzel oder Pfahlwurzel bilden, die meist senkrecht sehr tief in den Boden reicht und es dem Baum ermöglicht, auch an mehrere Meter tiefes Grundwasser zu gelangen.

Dagegen ist das Merkmal von Flachwurzler-Bäumen ein weit verzweigtes Seitenwurzelsystem mit gleichmässigen und kleineren Wurzeln, die sich in den oberen Schichten des Erdbodens verteilen.

Dadurch ist der Baum sehr gut für Gegenden mit hohem Grundwasserspiegel oder reichlich verfügbarem Oberflächenwasser durch Regen sowie flachgründige Böden (sog. Rendzina) geeignet.

Ein tiefwurzelnder Baum hat den Vorteil, dass er besser im Boden verwurzelt ist als ein flachwurzelnder Baum und dadurch Windbruch (Windwurf) besser widerstehen kann.

Außerdem beschädigt die Pfahlwurzel-Form in ihrer Ausbreitung selbst bei hausnaher Pflanzung nicht das Fundament und die Drainage oder Terrassen und Wege.

Demgegenüber bieten flachwurzelnde Bäume den Vorteil, dass sie leichter umgepflanzt werden können als tiefwurzelnde Bäume mit ihren sehr tief liegende empfindliche Wurzelspitzen, die noch dazu sehr leicht beschädigt werden können.

 

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Nach Wurzeltypen

Eine Bestimmung der Baumarten ist nach den folgenden drei Wurzeltypen möglich:

 

  • Bäume mit Herzwurzel (Herzwurzler):

    Feld-Ahorn, Spitz-Ahorn, Amberbaum, Baumhasel, Birke, Buche, Douglasie, Schwarz-Erle, Gingko, Hainbuche, Kirschbaum, Lärche, Linde (Sommerlinde, Winterlinde), Platane

    Bei Herzwurzeln bildet ein Baum mehrere schräg nach unten wachsende kräftige Hauptwurzeln, die sich seitlich verzweigen, wodurch sich ein komplexer halbkugelartiger/herzförmiger Wurzeltyp ergibt.
     

  • Bäume mit Pfahlwurzel:

    Eiche, Kiefer, Tanne, Ulme, Walnuss (ein Herz-Pfahlwurzler)

    Bei Pfahlwurzeln bildet ein Baum eine dominante Hauptwurzel, die senkrecht nach unten wächst mit eher schwachen Seitenwurzeln.
     

  • Bäume mit Senkerwurzelsystem:

    Berg-Ahorn, Eberesche/Vogelbeere, Gemeine Esche, Fichte, Zirbel-Kiefer, Robinie

    Bei einer Senkerwurzel bildet ein Baum mehrere waagrecht wachsende, z.T. meterlange Hauptwurzeln, von denen aus jeweils mehrere kräftige Wurzel, auch Senker genannt, nach unten wachsen.

 

Hinweise:

 

Die Einteilung bestimmter Wurzeltypen hängt bisweilen auch vom Alter der Bäume ab. So bilden z.B. Eschen in jungen Jahren zunächst eine Pfahlwurzel, die mit zunehmendem Alter in die Breite wächst und sich dann zu einem Senkerwurzelsystem entwickelt.

Ebenso bilden z.B. Feld-Ahorn, Buchen und Lärchen in jungen Jahren zunächst eine Pfahlwurzel, die sich mit zunehmendem Alter zu einer Herzwurzel entwickelt.

Bei der Ausbildung des Wurzeltyps spielen die Boden-Beschaffenheit (Verdichtung, Nässe) oder Wuchs-Hindernisse am Standort wie z.B. Felsen oder Bebauung (Häuser, Mauern, Strassen) eine Rolle.

Die Standort-Bedingungen können zu gänzlich anderen als den drei genannten Wurzeltypen von Bäumen führen.

 

Sommerlinde mit Blatt-Austrieb im Spätfrühling neben der Wallfahrtskirche Maria Limbach
Bild: Sommerlinde (Tilia platyphyllos) mit Blatt-Austrieb Mitte Juni (Stammumfang 6,49 Meter in Brusthöhe im Jahr 2011) bei der Wallfahrtskirche Maria Limbach (Landkreis Haßberge, Unterfranken)

 

Zur Frage, mit welchem Durchmesser bzw. Radius sich Baumwurzeln unterirdisch ausbreiten, gibt es am Seitenende einen Exkurs zu → Wurzeldurchmesser und Wurzelradius.

 

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Nach Lichtbedarf

Nach dem Lichtbedarf der Bäume an ihrem Standort im Garten können Lichtbäume und Schattenbäume unterschieden werden:

 

  • Lichtbaumarten: Birke, Eiche, Erle, Esche, Espe, Kiefer, Kirsche, Lärche, Nussbaum, Weide

  • Halbschattenbaumarten: Bergahorn, Douglasie, Hainbuche, Spitzahorn, Ulme

  • Schattenbaumarten: Feldahorn, Buche (Rotbuche), Eibe, Fichte, Linde, Tanne

 

Lichtbaumarten benötigen ca. 10 bis 20 Prozent vom Außenlicht bzw. Sonnenlicht, um wachsen zu können, während Schattenbaumarten während des Wachstums kein volles Sonnenlicht vertragen und auch mit 1 bis 10 Prozent des Außenlichts wachsen können.

Lichtbaumarten weisen in der Jugend im Gegensatz zu den Schattenbaum-Arten ein schnelles Wachstum auf, das nach etwa 15 bis 20 Jahren dann rasch zurückgeht. Bei guter Versorgung mit Nährstoffen und Wasser ist diese Eigenschaft noch ausgeprägter.

 

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Nach Wuchsgeschwindigkeit

Zu guter Letzt lassen sich Bäume nach ihrer Wuchsgeschwindigkeit bestimmen. Dabei ist zu beachten, dass das Wachstum von einem Baum stets von den jeweiligen Standortbedingungen beeinflusst wird.

 

  • Schnellwachsende Bäume:

    Birke, Blauglockenbaum, Eberesche/Vogelbeere, Erle, Esche, Gemeine Fichte, Wald-Kiefer, Vogel-Kirsche, Espe/Pappel, Robinie, Weide
     

  • Sehr langsam wachsende Bäume:

    Amberbaum, Buchsbaum, Ahornarten (z.B. Fächerahorn, japanischer Ahorn, Spitzahorn-Züchtungen), Eibe, Eiche, Baum-Hasel, Grannen-Kiefer, Zypressen

 

Allerdings ist es schwierig, den schnellst wachsenden Baum oder den langsamst wachsenden Baum zu bestimmen, weil immer die Frage ist, nach welchem Zeitraum gemessen wird:

Viele Bäume erreichen erst nach vielen Jahren ihre größte Höhe, während andere in den ersten Jahren sehr schnell wachsen (z.B. neue Baumsorte Paulownia 'Nordmax21', der vermutlich "am schnellsten wachsende Baum der Welt"), und insgesamt nicht so hoch werden.

 

Kleiner heimischer Laubbaum im Frühling vor dem Dorf Hohendilching bei Valley in Oberbayern
Bild: Kleiner heimischer Laubbaum Ende April vor dem Dorf Hohendilching (Valley) in Oberbayern *

 

Einen Steckbrief, Bilder und eine Baum-Beschreibung zur Bestimmung der Sorten und Arten, wie man sie in den meisten Baumschulen und größeren Gartencentern in Deutschland kaufen kann, finden sich in den jeweiligen Unterkategorien zu den Baumarten.

 

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Holz als Baustoffe und Werkstoffe

In der Geschichte der Menschheit spielte der Baum von jeher eine bedeutende Rolle als wichtigster Lieferant vom umweltfreundlichen und nachwachsenden Rohstoff Holz.

Sei es für den Bau von Häusern, Schiffen, Waffen, Werkzeugen, Anhänger, Wagen und oder als Lieferant von Brennholz und Kaminholz zum Heizen oder Kochen.

Als Werkstoff werden Bäume heute z.B. beim Bau von Musikinstrumenten eingesetzt. So liefern z.B. der Ahorn, die Ebenaceae/Diospyros (Ebenholz) und die Fichte das Holz bzw. den Klangkörper für Geigen.

Als natürlicher Baustoff kommt das in der Forstwirtschaft gewonnene Baum-Holz z.B. für Holzhäuser, Möbel, Fenster, Türen, Holzobjekte, Tischplatten, Holzplatten, Holzbeläge, Parkett-Böden und Holzverkleidungen zum Einsatz.

 

 

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Hartholz, Weichholz, Darrdichte

Die Holzhärte der Bäume kann man z.B. nach dem Fällen anhand der Darrdichte bestimmen, d.h. der Rohdichte des Holzes bei null Prozent Holzfeuchtigkeit.

Um so höher die Rohdichte bzw. um so enger die Gefäßstruktur ist, um so härter ist das Holz.

Ab einer Darrdichte größer als 550 kg pro Kubikmeter spricht man von Hartholz, bei weniger von Weichholz.

Das weichste Holz (sog. Weichholz) bei einheimischen Bäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet sich bei Zirbelkiefer (Darrdichte 400 kg/m³), gefolgt von Tanne, Pappel, Fichte, Espe, Douglasie, Erle, Kiefer, Kastanie, Linde, Weide und Lärche (Darrdichte 550 kg/m³).

Das härteste Holz (sog. Hartholz) bei einheimischen Bäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet sich bei der Hainbuche (Darrdichte 750 kg/m³), gefolgt von Robinie, Buche, Eiche, Esche, Ulme, Birke, Ahorn, Hasel-Baum und Schwarzkiefer (Darrdichte 560 kg/m³).

Grob ausgedrückt zählen die meisten Laubbaumarten zum Hartholz (bis auf Erle, Linde, Pappel, Weide) und die meisten Nadelbaumarten zum Weichholz (bis auf Schwarzkiefer und z.T. Lärche).

Eine noch höhere Holzhärte mit bis zu 1200 kg pro Kubikmeter weisen einige Tropenhölzer auf, bei deren Bearbeitung ein erheblicher Kraftaufwand nötig ist:

Die höchste Darrdichte unter allen Holzarten haben das Bongossi-Holz (auch Azobé, Red Ironwood) der Baumart Lophira alata, Swartzia-Bäume (Eisenholz) und Arganholz vom Arganbaum (Argania, Syn.: Syderoxylon).

Ferner das Wüsteneisenholz (Olneya tesota), das Tropenholz Ipe verschiedener Lapacho-Baumarten (Handroanthus, Syn.: Tabebuia), die Eisenhölzer (Metrosideros) und das Holz der Guajak-Bäume (Guaiacum).

Weil die Späne der Guajak-Bäume ein Öl enthalten, das früher auch medizinisch gegen Pocken eingesetzt wurde, wird ihr Holz auch Pockholz genannt.

Bezogen auf die mechanischen und statischen Eigenschaften ist das Holz verschiedener Bambusarten vergleichbar mit dem von Bäumen und bzgl. Elastizität, Leichtigkeit und Zähigkeit sogar überlegen.

Die exakte Holzhärte wird heute nicht mehr mit der Darrdichte ermittelt, sondern nach einem Verfahren des schwedischen Ingenieurs Johan August Brinell (1849 - 1925) aus dem Jahre 1900 (sog. Brinell-Härte).

 

Brennholzstapel, ordentlich gestapelt
Bild: Brennholzstapel, Foto: Christoph Neumüller

 

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Brennholz, Kaminholz, Holzpellets

Bäume werden heute besonders in Entwicklungsländern als Brennholz genutzt und auch in Europa gewinnt das alternative Heizen mit dem regenerativen Energieträger Holz und Holzkohle wieder an Bedeutung (neben der traditionellen Nutzung als Kaminholz für das Kaminfeuer).

Von Feinstaub abgesehen weist richtig gelagertes und getrocknetes Brennholz bezüglich Kohlendioxid und Schwefeldioxid geringe Schadstoffwerte auf.

Zudem entsteht bei der Verbrennung soviel CO2 wie bei der Verrottung der gleichen Menge Holz entstehen würde bzw. entspricht das freigesetzte CO2 der Menge, die der Baum während des Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hat.

Die CO2-Bilanz der Verbrennung von qualitativ hochwertigem Brennholz kann somit als neutral bezeichnet werden, wenn nicht mehr Bäume verbraucht werden als nachwachsen.

Aus diesem Grund werden umweltfreundliche Heizsysteme mit sog. Holzpellets in Zeiten steigender Öl- und Gaspreise immer attraktiver.

Bei Holzpellets handelt es sich um zylinderförmig gepresste Holzreste (Holzspäne, Rinde, Sägemehl), die zuvor zerkleinert und gemahlen wurden.

Weisen die gepressten Stücke einen Durchmesser von mehr als 2,5 cm auf, werden diese als sog. Holzbriketts im Handel verkauft.

Holzpellets finden auch als sog. Grill-Pellets für Pelletgrills (Barbecue-Smoker) Verwendung zum Backen, Grillen und Räuchern.

 

 

Beim Kauf von Brennholz und Kaminholz lohnt es sich, die spezifischen Holz-Eigenschaften der angebotenen Baumarten beim Preisvergleich und der Wahl der Holzart zu berücksichtigen:

Aufgrund der höheren Dichte (Rohdichte) brennt Hartholz langsamer ab und trocknet langsamer als Weichholz.

Es weist jedoch einen geringeren Brennwert pro kg als Weichholz auf durch seinen geringeren Harz-Anteil und wärmt den Wohnraum langsamer auf.

Bezogen auf Volumeneinheiten ist der Brennwert von Weichholz dagegen niedriger als der von Hartholz wegen der geringeren Dichte.

Zu beachten ist außerdem, dass harzhaltiges Nadelbaumholz beim Abbrennen wegen aufplatzender Harzblasen zum Funkenflug neigt und deshalb nicht als Kaminholz für offene Kamine geeignet ist.

Für die Nutzung als Brennholz, Kaminholz und Anzündholz (Anfeuerholz) wird bevorzugt das Holz der folgenden Baumarten eingesetzt:

Ahorn, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Kiefer, Lärche, Robinie, Ulme und Weide.

 

Zylinderförmig gepresste Holzpellets, entnommen einer Sackware
Bild: Holzpellets, entnommen aus einer Sackware

 

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Nutzung als chemischer Rohstoff

Das Holz der Bäume ist weltweit nicht nur ein nachwachsender Rohstoff für Brennholz, Kaminholz und Holzpellets (vgl. vorheriges Kapitel), sondern auch ein chemischer Rohstofflieferant.

So werden aus dem Holz von Bäumen die folgenden Rohstoffe gewonnen:

 

  • Nutzung als Cellulose (Zellulose): Herstellung von Papier aus Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne oder Birke, Buche, Eukalyptus und Pappel

  • Nutzung von Viskose-Fasern: Gewinnung aus Cellulose für die Herstellung von Kleidung und Textilien

  • Nutzung als Biokraftstoff/Ethanol: Aufspaltung von Cellulose in Zucker und Vergärung zu Alkohol mit Hilfe von Säure

  • Nutzung von Campher (Kampfer): Destillation aus Blättern, Holz und Zweigen vom Kampferbaum (Cinnamomum camphora)

  • Nutzung von Gerbextrakten: Gewinnung hochkonzentrierter Gerbstoffe aus Gerbholz (Eichenholz, Kastanienholz) und Rinde (Birke, Eiche, Fichte)

 

Die Äste, Blätter, Rinde und Säfte verschiedener Bäume sind Rohstofflieferanten in folgenden Bereichen:

 

  • Gerbstoffe aus Eichenrinde, Fichtenrinde und Weidenrinde zum pflanzlichen Gerben von Leder

  • Farbstoffe aus Färberpflanzen wie Birken (gelbfärbend), Echte Walnuss und Gingko (braunfärbend) oder Edelkastanie und Eichen (schwarzfärbend)

  • Chinin, hergestellt aus der Rinde des Chinarindenbaums (Cinchona)

  • Kautschuk (Naturkautschuk), hergestellt aus dem Milchsaft (Latex) vom Kautschukbaum bzw. Gummibaum (Hevea brasiliensis)

  • Harze und Terpentin (Balsamöl, Terpentinöl) hauptsächlich von Kiefern und Lärchen für Siegellacke, Firnis, Ätzen, Dichtungs- und Klebemittel (Kitt), Pflaster, Salben, Seifen und Ölfarben bzw. Verdünnungsmittel in der Ölmalerei

  • Ätherische Öle (überwiegend aus Wasserdampfdestillation gewonnene Konzentrate von Duftstoffen und Wirkstoffen) wie z.B. Eukalyptusöl, Fichtenöl, Kiefernöl, Tannenöl, Teebaumöl, Wacholderöl, Zedernöl, Zirbenöl, Zypressenöl

  • Kork aus der Rinde der Korkeiche (Quercus suber) für Dämmstoffe, Dichtungen, Gläser- und Flaschen-Korken, Pinnwände, Schuheinlagen oder Fußboden-Beläge

 

Korken von einer Weinflasche mit der Aufschrift Balma Vénitia
Bild: Korken einer Weinflasche

 

 

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Allergie durch Baumpollen

Bäume als windbestäubende Pflanzen können als Frühblüher (Februar bis April) und Mittelblüher (Mai bis August) starke Allergien bei Allergikern auslösen.

Eine Allergie ist eine Überreaktion des menschlichen Immunsystems auf Kontakt mit bestimmten Umweltstoffen wie Nahrungsmittel, Tierhaare oder Pollen.

Sie können zu Symptomen wie Bauch-Koliken, Hautausschlägen oder Entzündungen wie z.B. allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) führen.

Die Windbestäubung (Anemogamie) bei Pflanzen ist im Vergleich zur Bestäubung durch Insekten nicht sehr wirkungsvoll:

Durch den Wind weitergetragene Pollen müssen über weite Strecken zufällig auf den Blüten anderer Bäume landen.

Deshalb ist die Verbreitung von Baumpollen durch den Wind mit großen Streuverlusten verbunden.

Um die Bestäubung zu sichern, müssen Bäume mit Windbestäubung in ihrer Blütezeit große Mengen von Vermehrungs-Pollen in ihre Umgebung abgeben.

Welche Bäume bzw. welche Baumpollen lösen Allergien aus ? In erster Linie handelt es sich um aggressive Baumpollen von Birke, Erle, Esche und Hasel.

Pollenallergene dieser Laubbäume zählen wie die hunderter Gräser (z.B. Roggen), vom Beifuß und vom Beifußblättrigen Traubenkraut (auch Ragweed, Ambrosia, Beifuß-Ambrosie) zu den stärksten Pflanzen-Allergenen in Europa.

Die Pollen von Buche, Eiche, Hainbuche, Kastanie, Kiefer, Linde, Pappel, Platane, Ulme und Weide gehören zu den weniger aggressiven Allergieauslösern.

 

 

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Verwendung als Lebensmittel und Medizin

Zahlreiche Bäume werden In der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Gewinnung von Lebensmitteln verwendet.

Geerntet werden von Bäumen essbare Samen wie von der Pinie (Pinus pinea), Zirbelkiefer/Arve (Pinus cembra) oder Zuckerkiefer (Pinus lambertiana).

Zu den Bäumen mit essbaren Blüten (vgl. → Baumblüten) zählen die Linde (Tilia), der Kulturapfel (Malus domestica) oder die Zitrone (Citrus x limon).

Ferner werden im Obstbau Bäume mit Nuss-Früchten und Obst-Früchten (Beerenobst, Kernobst, Steinobst, Zitrusfrüchte) als Lebensmittel kultiviert:

Ein Baum mit Beeren ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), der als einziger Baum Beerenobst trägt.

Zu den Kernobst-Bäumen zählen Apfel, Birne, Mispel, Quitte, Speierling und Vogelbeere (Eberesche).

Steinobst-Bäume sind Aprikose, Feige, Kirsche, Kornelkirsche, Kirschpflaume, Olive, Pfirsich (inkl. Nektarine), Pflaume (inkl. Mirabelle, Zwetschge) und Pistazie.

Bäume mit Zitrusfrüchten als Lebensmittel sind Bitterorange (Pomeranze), Clementine, Grapefruit, Kaki, Kumquat (Fortunella, Zwergorange), Limette, Mandarine, Orange (Apfelsine), Pampelmuse, Pomelo, Satsuma und Zitrone.

Bäume mit Nussfrüchten als Lebensmittel sind Cashew-Nuss, Esskastanie (Marone), Gemeine Hasel, Haselnuss, Mandel, Paranuss, Pekannuss, Pistazie, Schwarznuss und Walnuss.

Auch Bitterstoffe und Gewürze wie Lorbeer-Blätter, Muskat, Nelken, Wacholder-Beeren und Zimt werden aus Bäumen gewonnen.

Nicht zu vergessen finden viele Bäume in der Medizin als Arzneipflanzen und in der Naturheilkunde als Heilpflanzen Verwendung:

Beispiele sind Ahornsirup, Birkenblättertee, Birkenrinde, Birkensaft, Birkensirup, Birkenzucker (Xylit), Weiden- und Eichen-Rinde als Rindentee, Lindenblüten der Sommerlinde als Blütentee oder Gingko-Blätter als Blättertee.

Einige Baum-Arten wie die Eibe oder der Lebensbaum sind giftig und zählen wegen Pflanzengiftstoffen in ihren Blättern, Blüten, Früchten oder Rinde zu den Giftpflanzen.

Die Inhaltsstoffe dieser giftigen Bäume werden schwach dosiert zur Herstellung von Medikamenten verwendet.

Ferner finden gesundheitsfördernde Bestandteile von Bäumen als Teekräuter (Blättertee, Blütentee, Früchtetee oder Rindentee) in der Medizin und Naturheilkunde Verwendung.

 

 

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Nutzen in der Gartengestaltung und Gartenkunst

Genau wie Hecken und Sträucher haben auch Bäume einen großen Nutzen für die künstlerische Gartengestaltung.

Sie prägen als Blickfang den Garten-Eindruck, verleihen ihm Kontur, schaffen Bereiche oder erzeugen eine perspektivische Tiefenwirkung.

Ein Baum bringt durch seine Größe, Wuchsform, Blüten, Früchte oder Blätter und Nadeln eine stimmungsvolle Atmosphäre und Lebendigkeit in jeden Garten.

Nicht zu vergessen, dass Bäume für den Garten funktional vor Regen und Wind schützen, Schatten spenden, die Luft reinigen und dem Gartenklima durch die Anreicherung mit Sauerstoff und Feuchtigkeit nutzen.

Ein größerer Garten ab 500 m² wirkt ohne Bäume meistens kahl, fast vereinsamt und akzentlos, weil das Spiel von Licht und Schatten sowie ein Blickfang fehlt.

Umgekehrt wirkt ein kleiner Garten oder Vorgarten überfüllt und dunkel, wenn er mit zu großen Bäumen mit weiträumigen Baumkronen bepflanzt wird.

Immergrüne Laubbäume und immergrüne Nadelbäume bieten das gesamte Jahr über einen konstanten Sichtschutz und setzen auch im Winter farbige Akzente im Garten.

Zudem verleihen dick mit Schnee bedeckte, immergrüne Laub- und Nadelbäume im Winter einem Garten eine feste Struktur und malerische Form.

Sommergrüne Laubbäume und sommergrüne Nadelbäume erfreuen dagegen im Frühling, Sommer und Herbst durch das jahreszeitlich wechselnde Farbenspiel ihrer Blätter und Nadeln.

 

Orange-kupferfarbene Nadeln am Ast von einem Urweltmammutbaum im Herbst
Bild: Urweltmammutbaum/Chinesisches Rotholz (Metasequoia glyptostroboides) im Herbst

 

Steht nur wenig Raum zu Verfügung, bietet es sich an, kleine Bäume als mobile Kübelpflanzen zu nutzen.

Hierfür eignen sich z.B. der Fächer-Ahorn (Acer palmatum) oder mediterrane Bäume wie der Zitronenbaum (Citrus limon).

Kleine Bäume lassen sich auf diese Weise nicht nur zur Gartengestaltung, sondern auch auf dem Balkon oder der Terrasse als Umrahmung nutzen.

 

 

In China und Japan wird Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Jahrhunderten als spezielle Form der künstlerischen Gartengestaltung genutzt.

Bei dieser Gartenkunst werden Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern oder Nadeln durch einen speziellen Formschnitt klein gehalten und in eine bestimmte künstlerische Form gebracht.

Für das Schneiden von Bäumen als Bonsai eignen sich Laubbaumarten wie z.B. Ahorn, Buche, Esche und Ulme oder Nadelbaumarten wie Fichte, Hemlocktanne (Tsuga), Kiefer/Föhre, Lärche und Wacholder.

Bonsai-Bäume gibt es im Pflanzenhandel und in Baumschulen für die Freiland-Gartengestaltung oder für kleine Pflanzgefäße im Indoor-Bereich zu kaufen.

 

Ficus-Bonsai im Pflanzen-Topf, eine Feigenbaumart
Bild: Nutzung von einem Feigenbaum-Bonsai (Ficus Bonsai) als Indoor-Bonsai

 

Eine einzigartige künstlerische Pflanzung verschiedenster z.T. exotischer Bäume (und Blütensträucher) findet sich auf der gut 2 km langen Lichtentaler Allee im Stadtkreis Baden-Baden (Region Mittlerer Oberrhein), die auch als "Straße der Bäume" weltweit bekannt ist.

 

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Blüten und Samen

Bäume gehören botanisch zu den Samenpflanzen (Spermatophytina). Sie zählen sowohl zur Pflanzen-Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida) wie z.B. Laubbäume als auch zur Pflanzen-Klasse der Nacktsamer (Gymnospermae) wie z.B. Nadelbäume.

Die Bezeichnungen "Bedecktsamer" und "Nacktsamer" rühren daher, dass beim Laubbaum die Samen von einer Frucht umschlossen werden (z.B. Kirschen, Eicheln), also "bedeckt" sind, während beim Nadelbaum die Samen offen auf den Schuppen der Zapfen liegen, also "nackt" sind.

Die Blüten der Bäume haben die Funktion, die Fortpflanzung der Arten und Sorten zu sichern.

Die Blüte besteht bei allen Bäumen aus einem Stempel mit Samenanlagen und den Staubgefäßen, in denen die Pollen (der Blütenstaub) enthalten ist.

Die Befruchtung der Blüten für die Vermehrung der Bäume erfolgt mit Hilfe von Windbestäubung oder Bestäubung durch Insekten.

 

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Insekten-Bestäubung

Bei der Bestäubung durch Insekten (auch Insektenblütigkeit, Entomophilie) haben die Blüten der Bäume wie bei den Blumen die Funktion, durch Farbe, Duft oder Form Insekten anzulocken für die Bestäubung.

Die Insekten suchen die Baumblüten deswegen auf, weil sie sich vom süßen Blüten-Nektar ernähren, der sich im Inneren der Blüte befindet.

Dabei streifen die Insekten an den Staubgefäßen der Blüte entlang und etwas vom Blütenstaub bleibt am Körper der Insekten haften.

Wenn das Insekt nun die nächste Baum-Blüte aufsucht, kommt der Blütenstaub dort auf die Narbe und in der Blüte kann sich neuer Samen entwickeln.

Die optisch auffälligsten Baum-Blüten findet man beim Apfelbaum, Kastanienbaum und Kirschbaum, die deshalb auch als dekorative Blütenbäume im Garten angepflanzt werden.

Speziell für Schmetterlinge interessant sind Hainbuche (Carpinus betulus), Hängebirke/Weißbirke (Betula pendula), Rotbuche (Fagus sylvatica), Schwarz-Pappel (Populus nigra) oder Zitterpappel/Espe (Populus tremula).

 

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Wind-Bestäubung

Bei der Windbestäubung der Bäume (auch Windblütigkeit, Anemophilie) übernimmt der Wind die Funktion, den Blütenstaub von der männlichen Blüte zur weiblichen Blüte zu transportieren.

Bei diesen Bäumen besitzen die männlichen Blüten die Staubgefäße mit dem Blütenstaub und die weiblichen Blüten die Samenanlagen.

Unterschieden werden dabei sog. einhäusige Blüten und zweihäusige Blüten:

Bei Baum-Arten mit einhäusigen Blüten befinden sich männliche und weibliche Blüten auf dem gleichen Baum (z.B. Birke, Buche, Eiche, Erle, Fichte, Hainbuche, Lärche, Kiefer, Nussbaum). Sie werden in der Botanik auch als monözisch bezeichnet (einhäusig getrenntgeschlechtig).

Bei Baum-Arten mit zweihäusigen Blüten befinden sich männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Bäumen (z.B. Gingko-Baum, Pappeln, Wacholder oder Weiden).

Sie werden in der Botanik auch als diözisch bezeichnet (zweihäusig getrenntgeschlechtig).

Obstbäume und Rosskastanien besitzen sog. Zwitterblüten, in denen sich sowohl die Staubgefäße für die Pollen-Produktion als auch der weibliche Fruchtknoten befinden.

Bei den Nadelbäumen erfolgt die Bestäubung nur durch den Wind und ihre Blüten haben die Form von Zapfen, deren Samen- und Deckschuppen verholzen, wenn sie reif sind.

Dann spreizen sich die Zapfen-Schuppen auseinander, der geflügelte Samen liegt frei und wird vom Wind weitergetragen.

 

Reifer Zapfen am Zweig einer Küsten-Drehkiefer
Bild: Küsten-Drehkiefer (Pinus contorta) im September in Oberbayern *

 

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Merkmale von Stamm und Rinde

Der Aufbau von einem Baumstamm setzt sich von innen nach außen zusammen aus Mark, Kernholz, Splintholz, Kambium und Rinde (bestehend aus Bast und Borke).

Das alte und dunklere Kernholz wird nicht mehr aktiv für die Wasserleitung von den Wurzeln zu den Ästen eingesetzt und ist sog. totes Holz.

Das Kernholz entsteht durch Einlagerung von Lignin in die Zellwände und ist zuständig für die statische Stabilität der Bäume.

Das junge und hellere Splintholz speichert Stärke und Zucker und leitet Nährstoffe und Wasser von den Wurzeln in die Baumkrone weiter.

Merkmal des inneren Kernholzes der Bäume ist, dass es härter, schwerer und trockener als das äußere, weiche Splintholz ist.

Das Kambium ist die drittäußerste Stamm-Schicht und zuständig für das sekundäre Dickenwachstum der Bäume sowie für die Reparatur von Verletzungen mit Hilfe des Kallus-Gewebes.

Der Kambiumring verläuft zwischen Holz und Rinde und ist der Ort für die Zellteilung.

In Richtung des Baum-Inneren entsteht im Kambium das Holz (das sog. Xylem) und in Richtung des Baum-Äußeren der Bast (das sog. Phloem).

Als zweitäußerste Stamm-Schicht transportiert die Bastschicht mit Hilfe von Siebröhren assimilierte Nährstoffe aus den Blättern von der Baumkrone nach unten in den Stamm und die Wurzeln.

Die Borke umgibt den Stamm als äußerste Schutz-Schicht. Bei der Borke handelt es sich um abgestorbene und verkorkte Zellen, die besonders das Kambium vor UV-Strahlung und Hitze durch die Sonne, vor Befall durch Insekten und Pilz oder mechanischer Beschädigung schützen.

Bast und Borke zusammen werden auch als Baumrinde bezeichnet. Auf der Rinde können sich Moose und Flechten ansiedeln, weshalb Bäume ein wichtiger Lebensraum für diese Sporenpflanzen darstellen.

Und schließlich gibt es noch die sog. Markstrahlen, die der Speicherung und dem horizontalen Transport von Nährstoffen zwischen Mark und Rinde dienen.

Bäume, die sich im Wachstum befinden, bilden jedes Jahr im Innern des Stammes eine neue Ring-Schicht (Jahresring).

Mit der Bildung von einem neueren äußersten Ring aus Splintholz (auch Frühholz) werden innere Splintholzringe nicht mehr als Leitung benötigt und in Kernholz (auch Spätholz) umgewandelt.

In der sog. Dendrochronologie (von griechisch dendron = Baum) wird das Alter von einem Baum an der Anzahl der in seinem Stamm gebildeten Jahresringe abgelesen.

 

Am Mark ausgehöhlter Baumstamm aufgeschnitten
Bild: Am Mark ausgehöhlter Baumstamm aufgeschnitten mit Kernholz, Splintholz, Kambium und Rinde *

 

Zusammenfassend hat ein Baumstamm also drei wichtige Funktionen bzw. Merkmale:

 

  • Herstellung der Festigkeit des Baumes durch das Kernholz

  • Speicherung von Reservestoffen durch das Splintholz

  • Transport von Nährstoffen und Wasser mit Hilfe von Bast, Splintholz und Markstrahlen

 

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Blätter und Photosynthese

Das Blatt spielt eine wichtige Rolle für das Wachstum der Bäume. Im Rahmen der Assimilation oder Photosynthese nehmen Blätter durch kleine Spaltöffnungen auf ihrer Unterseite anorganisches Kohlendioxid (CO2) aus der Luft auf, die sich in den Hohlräumen der Blattzellen verteilt.

Das Kohlendioxid wird dann mit Hilfe

 

  • vom Blattgrün (Chlorophyll) der Blätter,

  • der Energie vom Sonnenlicht, die auf das Blatt strahlt und

  • von Wasser und Mineralstoffen aus der Baumwurzel

 

in Sauerstoff, Kohlenhydrate (Zucker) und Wasserdampf umgewandelt. Der Baum "atmet".

Während das Blatt den Sauerstoff an die umgebende Luft abgibt, werden die Kohlenhydrate als Traubenzucker (Assimilate) und Stärke in den Baum-Bast weitergeleitet, wo sie für das Wachstum des Baumes und den Aufbau weiterer organischer Substanz und Biomasse zum Einsatz kommen.

Allgemein werden beim Vorgang der Fotosynthese also aus anorganischen, energiearmen Stoffen (Luft, Wasser) mit Hilfe von Licht und lichtabsorbierenden Stoffen organische, energiereiche Stoffe (Stärke) aufgebaut.

Bäume sind dabei autotroph, d.h. nicht auf andere Lebewesen angewiesen, weshalb diese Ernährungsweise auch Autotrophie genannt wird.

Im Gegensatz dazu sind z.B. Menschen auf die Biomasse andere Lebewesen (z.B. Pflanzen) angewiesen und ernähren sich heterotroph.

Die Bäume haben als Blätter entweder Laubblätter oder schmale, harte Nadeln (Nadelblätter), die sie laufend (immergrüne Bäume) oder am Ende ihrer Vegetationsperiode (sommergrüne Arten) abwerfen.

Die sommergrünen Baum-Arten können ihre Blätter im Herbst oder nach dem Winter abwerfen.

Eine Mischform stellen die halbimmergrünen Baum-Arten dar, die am Ende der Vegetationsperiode nur einen Teil ihrer Blätter abwerfen und diese dann durch neue Triebe ersetzen.

 

Hainbuchen-Blatt-Größe in günstiger, sonniger Photosynthese-Umgebung
Bild: Blatt-Größe einer Hainbuche (Carpinus) in günstiger Photosynthese-Umgebung *

 

Laubbäume wie Ahorn, Birke, Buche, Eberesche, Eiche und Linde sowie einige Nadelbäume wie die Lärche können unterm Jahr einen zweiten Blatt-Trieb bilden (auch sog. Johannistrieb).

Durch diesen "zweiten Frühling" können sich diese Bäume z.B. von Fraßschäden durch Tiere regenerieren und ihre Photosynthese-Leistung erhalten.

Durch die größere Oberfläche von Laubblättern gegenüber Nadeln können Laubbäume eine größere Photosynthese umsetzen und wachsen im Durchschnitt schneller als Nadelbäume.

Dafür benötigen Laubbäume meistens auch nährstoffreichere und feuchtere Böden als Nadelbäume.

 

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Baumbestand weltweit

Wie viele Baumarten gibt es auf der Welt ? Diese Frage läßt sich nicht eindeutig für die Gesamtheit aller Bäume beantworten.

Bei den Nadelbäumen gibt es je nach botanischer Klassifizierung zwischen 600 und 800 Baumarten weltweit.

Die Situation bei den Nadelgewächsen ist also überschaubar. Anders verhält es sich bei den Laubbäumen, deren meisten Arten in den tropischen Regenwäldern heimisch sind.

Dort befindet sich auch die größte Artenvielfalt auf der Erde, die bis heute nur bruchstückhaft erforscht ist.

Somit kann die Frage, wie viele Baumarten es auf der Erde gibt, nur mit einer groben Schätzung beantwortet werden, die im mehrfach fünfstelligen Bereich liegen dürfte.

Wie viele Bäume gibt es auf der Welt ? Auch diese Frage läßt sich nicht eindeutig beantworten.

Als grober Anhaltspunkt könnte z.B. die Untersuchung der Vereinten Nationen von 1990 bis 2005 herangezogen werden, wonach knapp ein Drittel der Erde mit Wald bedeckt ist.1

Allerdings ist der Wuchsabstand von Bäumen nicht überall einheitlich groß, im Regenwald ist er beispielweise sehr dicht.

Wie viele Bäume pro qm Wald es also weltweit gibt, ist aus diesem Grund nicht bekannt.

Nicht zu vergessen, dass es keine konkreten Zahlen darüber gibt, wie viele Bäume außerhalb der großen Wälder auf der Welt wachsen.

Sei es in privaten Gärten, in Parks, in Dörfern und Städten oder auf dem freien Land.

 

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Baumrekorde

Eine Reihe von Beispielen für Baumrekorde in Deutschland, Europa und auf der gesamten Welt bzgl. Alter, Größe, Höhe und Häufigkeit werden nachfolgend vorgestellt.

Die ältesten Bäume der Welt

Was ist der älteste Baum auf der Welt und wie alt kann ein Baum sein ? Die ältesten Bäume und Baumarten der Welt, die bisher gefunden wurden, sind

 

  • Old Tjikko, ein stetig nachwachsender Baumklon einer Gemeinen Fichte im Nationalpark Fulufjället in Schweden in der Provinz Dalarna (Alter: ca. 9500 Jahre),

  • Methuselah, eine Langlebige Grannenkiefer (Pinus longaeva) vom Methuselah Grove des Inyo National Forest im kalifornischen White-Mountains-Hochgebirge (Alter: ca. 4700 - 5000 Jahre) und

  • einige ca. 4000 Jahre Jahre alten Sahara-Zypressen (Cupressus dupreziana Camus) im Tassili n'Ajjer-Gebirge in Algerien.

  • Kastanienbaum der hundert Pferde (Castagno dei cento Cavalli) auf Sizilien am östlichen Hang des Ätnas, dessen Alter auf 2.000 - 4.000 Jahre geschätzt wird und der als dickster und ältester Baum in Europa gilt.9

 

Gemälde vom Kastanienbaum der hundert Pferde (Castagno dei cento Cavalli) auf Sizilien ca. aus dem Jahr 1777 vom Maler Jean-Pierre Houël
Bild: Gemälde vom Kastanienbaum der hundert Pferde (Castagno dei cento Cavalli) aus dem 18. Jahrhundert

 

Ferner gibt es einige Mammutbaum/Riesenmammutbaum-Exemplare in den USA (bis zu 3000 Jahre alt) oder auch die Zeder, die bis zu 2500 Jahre alt werden kann.

Die älteste Baumart auf der Erde und das älteste lebende Fossil in der Pflanzenwelt ist der Gingko-Baum, dessen geschichtliche Wurzeln 180 Millionen Jahre zurückreichen und der über 1000 Jahre alt werden kann.

Als der Baum mit dem ältesten Wurzelsystem gilt die Kiefernart "Huon Pine" (auch Lagarostrobos franklinii) auf dem Berg "Mount Read" der australischen Insel Tasmanien. Aus den etwa 10.000 Jahre alten Wurzel der Kiefer wachsen immer wieder neue, genetisch identische Kiefern (Klone).

Der älteste lebende Baum von diesem Klon ist etwa 2000 Jahre alt. Der "Huon Pine" in Australien ist allerdings nicht die älteste Pflanze der Welt:

Ebenfalls auf Tasmanien wächst der Strauch "Lomatia tasmanica" (auch "King's Lomatia" oder "King's Holly" genannt nach ihrem Entdecker Deny King).

Die "Lomatia tasmanica" ist die älteste Pflanze der Welt und besteht aus mehreren hundert Stämmen, deren 1,2 km langes Wurzelsystem über 43.000 Jahre alt sein soll.

 

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Älteste Bäume in Deutschland (D), Österreich (AT), Schweiz (CH)

Unter den heimischen Bäumen in Deutschland sind die Alters-Spitzenreiter unter den alten Bäumen die Eiche, die Eibe und die Linde, die ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen können.

Bei den Eichen ist der älteste Baum in Deutschland die sog. Femeiche in Erle im Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen.

Die komplett ausgehöhlte Stieleiche wird wegen ihres Stammumfangs von rund 12 Metern und historischen Überlieferungen auf ein Alter zwischen 800 und 1.500 Jahre geschätzt.

Einer der ältesten Bäume in Deutschland dürfte auch eine Eibe in Balderschwang sein (Schwaben) sein, deren Alter vor Ort auf 2.000 bis 4.000 Jahre geschätzt wird.

Die Alte Eibe von Balderschwang im Landkreis Oberallgäu wäre somit auch der älteste Baum Bayerns.

Einer der ältesten Bäume in Deutschland ist außerdem eine Sommer-Linde in Schenklengsfeld (auch Schenklengsfelder Dorflinde, Riesenlinde oder Tanzlinde genannt).

Sie befindet sich etwa zehn Kilometer südöstlich von Bad Hersfeld (Hessen) und ihr Alter wird auf über 1200 Jahre geschätzt.

 

Die Schenklengsfelder Dorflinde mit hellgrünen Blättern an einem Sonnentag im Frühling
Bild: Schenklengsfelder Dorflinde, eine über 1.000 Jahre alte Sommerlinde (Tilia platyphyllos) auf dem ehemaligen Marktplatz von Schenklengsfeld Anfang Mai im Jahr 2007

 

Zu den ältesten Bäumen in der Schweiz zählt die etwa 900 Jahre alte Methusalem-Lärche auf einer Bergweide (Alp) überhalb der Gemeinde Isérables im Kanton Wallis.

Ein weiterer sehr alter Baum ist die Linner Linde in der Gemeinde Bözberg im Kanton Aargau, deren Alter auf etwa 800 Jahre geschätzt wird.

Der vermutlich älteste Baum der Schweiz ist eine Lärche in Obergesteln (Gemeinde Obergoms, Kanton Wallis), deren Alter auf 1.500 Jahre geschätzt wird.

Zu den ältesten Bäumen in Österreich zählt die 1000-jährige Eiche in Bad Blumau (Steiermark), die auch die älteste Eiche in Europa sein soll.

 

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Größte und höchste Bäume der Erde

Der vom Volumen her größte lebende Baum auf der Welt ist der etwa 2200 bis 2500 Jahre alte Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) "General Sherman Tree" im Sequoia-Nationalpark in Kalifornien.

Der hohe Baum hat einen Stammumfang von über 30 Metern und ist mit einer Höhe von 83,8 Meter allerdings noch nicht der höchste Baum auf der Welt.

Wie groß ist der größte Baum auf der Welt und wo sind die größten Bäume auf der Welt ?

Diesen Rekord halten zwei große Bäume aus der Gattung der Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens), die auch als höchste Nadelbäume auf der Erde und größten Pflanzen der Erde gelten:

 

  • der "Stratosphere Giant" im Humboldt Redwoods State Park in Kalifornien - mit einer Stammhöhe von 112,87 Meter der zweithöchste Baum auf der Erde und

  • der "Hyperion" im Redwood-Nationalpark in Kalifornien - mit einer Stammhöhe von 115,55 Meter der aktuell höchste Baum auf der Welt.

 

Wo steht bzw. stand der größte Baum der Welt ? Der bis heute bekannte höchste Baum auf der Welt war ein Riesen-Eukalyptus bzw. Königs-Eukalyptus (Eukalyptus regnans), der 1872 in Australien gefällt wurde.

Der Eukalyptusbaum hatte eine Höhe von 132,58 Meter und einen Stammdurchmesser von 5,5 Meter. Dem Rieseneukalyptus wird die Fähigkeit zugeschrieben, bis 150 Meter hoch zu werden, weshalb er der höchste Laubbaum auf der Welt ist.

Etwa die gleiche Höhe bzw. sogar ein wenig größer soll ein Baum im us-amerikanischen Sequoia-Nationalpark in der Sierra-Nevada gewesen sein. Der "Vater des Waldes" genannte Riesenmammutbaum soll eine Länge von 135 Meter gehabt haben, als er durch einen Sturm umstürzte.

Die Frage ist also, ob der Mammutbaum auch in der Zukunft der höchste Baum sein wird und den derzeitigen Rekord halten kann.

Der dickste Baum der Welt bzw. der Baum mit dem dicksten Stamm ist der "Árbol del Tule" (Baum von Tule), eine mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum, auch Ahuehuete-Baum) in der Stadt Santa Maria del Tule im Bundesstaat Oaxaca in Mexiko:

Die 42 Meter hohe Zypresse hat einen Stamm-Durchmesser von 14,05 Meter und einen maximalen Stamm-Umfang von 58 Meter.

 

Die Mexikanische Sumpfzypresse Arbol del tule in Santa Maria del Tule in Mexiko
Bild: Mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum) "Árbol del Tule" in Santa Maria del Tule im Bundesstaat Oaxaca, Mexiko

 

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Die höchsten Bäume in Deutschland (D), Österreich (AT), Schweiz (CH)

Welches ist der höchste Baum in Deutschland ? Als höchste Bäume in Deutschland gelten drei Douglasien in Baden-Württemberg mit einer Wuchshöhe von über 63 Metern:

Eine steht in Eberbach (Odenwald) und die anderen beiden (Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" und "Douglasie Nr. 3") stehen in Freiburg im Breisgau (Schwarzwald).

Nach aktueller Laservermessung ist die Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" im Freiburger Stadtwald der höchste Baum in Deutschland.8

Der höchste Baum in Österreich ist mit einer Wuchshöhe von 58 Metern die unter Naturschutz stehende Notburga-Fichte in der Nähe der Rottenburg oberhalb von Buch (Tirol).7

Zu den ebenfalls höchsten Bäumen in Österreich gehört ein über 55 Meter hoher Riesenmammutbaum im Ortsteil Gütle der Stadt Dornbirn (Vorarlberg). Er ist auch der höchste Riesenmammutbaum in Österreich.

Der höchste Baum in der Schweiz soll eine 61 Meter hohe Douglasie im Schmidwald in der Gemeinde Madiswil (Oberaargau, Kantons Bern) sein sowie eine Fichte im Dürsrüti-Wald im Emmental (Gemeinde Lauperswil, Kanton Bern) mit über 55 Meter Wuchshöhe.

Der höchste Baum in Europa ist die Weißtanne mit einer Wuchshöhe von bis zu 65 Metern; in Deutschland sind Exemplare bis zu 50 Meter Wuchshöhe bekannt.

 

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Am schnellsten wachsender Baum

Der am schnellsten wachsende Baum im deutschsprachigen Raum ist eine neuartige Züchtung des Blauglockenbaums (Paulownia tomentosa), der auch Kiribaum genannt wird.

So soll die Sorte → NordMax21® laut ihrem Züchter, der Firma We Grow, ein Höhen-Wachstum pro Jahr von bis zu 6 Metern erreichen.

Damit wächst der ursprünglich aus China stammende Baum rund zehn mal schneller als eine Deutsche Eiche / Stieleiche (Quercus robur).

Der am schnellsten wachsende Baum auf der Welt dürfte vermutlich der Balsabaum (Ochroma pyramidale) sein, der in den tropischen Regenwäldern beheimatet ist.

Dieser durch sein sehr leichtes Holz im Modellbau verwendete Laubbaum kann bereits nach etwa 5 Jahren seine maximale Wuchshöhe von 30 Metern erreichen.

 

Habt Ehrfurcht vor dem Baum. Er ist ein einziges großes Wunder und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindseligkeit gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des einzelnen.

(Alexander von Humboldt, 1769 - 1859, deutscher Naturforscher)

 

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Baum mit den größten Blättern

Der Blauglockenbaum (Paulownia) ist neben dem tropischen Balsabaum (Ochroma pyramidale) nicht nur der schnellst wachsende Baum der Welt, sondern auch der Baum mit den größten Blättern.

Denn die herzförmigen Blätter vom "Kaiserbaum" werden nach dem Austrieb ab Mitte Mai bis zu 40 cm breit.

Größere Blätter weisen nur Palmen auf, die jedoch nicht zu den Bäumen gezählt werden, weil ihr verholzender Stamm kein sekundäres Dickenwachstum aufweist.

 

Große Blätter von einer Blauglockenbaum-Jungpflanze auf einer Garten-Wiese
Bild: Große Blätter von einer Blauglockenbaum-Jungpflanze (Paulownia tomentosa) im Herbst in Baden-Württemberg

 

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Häufigste Bäume in Deutschland (D), Österreich (AT), Schweiz (CH)

Ahorn, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne zählen zu den typischen deutschen Baumarten.

Sie sind auch die häufigsten Bäume in Deutschland`s Wäldern, die 32% der Landesfläche bedecken.4

Dabei ist unter den Nadelgehölzen die Gemeine Fichte (Picea abies) mit 25% Wald-Anteil der häufigste Nadelbaum und der häufigste Baum.4

Der Nadelbaum und Baum mit der zweitgrößten Häufigkeit in Deutschland ist die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris), die auf 22% der Waldfläche vorkommt.4

Es folgen die Europäische Lärche (Larix decidua) mit 2,8%, die Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii) mit 2% und die Weiß-Tanne (Abies alba) mit 1,7%.4

Bei den Laubgehölzen besiedelt die Rotbuche (Fagus sylvatica) 15% der deutschen Wald-Fläche und ist damit der häufigste Laubbaum in Deutschland.4

Die zweihäufigsten Laubbäume sind die Eichen (Traubeneiche und Stieleiche), die zusammen in 10% der deutschen Wälder vorkommen.4

Es folgen die Birken (Hänge-/Weiß- und Moor-Birke) mit 4,5%, die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) mit 2,4%, die Erlen (Grau-, Grün- und Schwarzerle) mit 2,2% und die Ahorne (Berg-, Feld- und Spitzahorn) mit 2,1%.4

Ahorn, Buche, Esche, Fichte, Kastanie, Kiefer (Föhre), Lärche und Tanne zählen zu den typischen schweizer Baumarten.

Sie sind auch die häufigsten Bäume in den schweizer Wäldern, die 31% der Fläche der Schweiz bedecken.5

Bei den Nadelgehölzen ist die Gewöhnliche Fichte der häufigste einheimische Nadelbaum und häufigste Baum in der Schweiz.5

Sie hat in der Schweiz einen Wald-Anteil von 44,1% vor der Weißtanne mit 14,8%, den Lärchen mit 5,5%, den Föhren mit 3,1% und der Arve (Zirbelkiefer) mit 0,6%.5

Bei den Laubgehölzen ist die Rotbuche mit 18,1% Wald-Anteil der häufigste Laubbaum und zweithäufigste Baum in der Schweiz.5

Ein deutlich geringeres Vorkommen haben Eschen mit einer Häufigkeit von 3,7%, Ahorne mit 2,9%, Eichen mit 2,2% und Kastanien mit 1,2% Wald-Anteil.5

Nachdem der Fichten-Bestand fast 2,5 mal so groß ist in schweizer Wäldern wie der Buchen-Bestand, ist die Fichte auch der häufigste Baum in der Schweiz.5

Ein ähnliches Bild der Häufigkeit ergibt sich in österreichischen Wäldern, die fast die Hälfte der Fläche von Österreich bedecken.6

Dort ist bei den Nadelgehölzen die Gemeine Fichte mit knapp 60% Wald-Anteil vor Waldkiefer mit 4,3%, Europäischer Lärche mit 4,1% und Tanne mit 2,4% der häufigste einheimische Nadelbaum in Österreich.7

Bei den Laubgehölzen sind die Rotbuche mit 10,2%, die Esche mit 3,1%, die Hainbuche mit 2,7%, der Berg-Ahorn mit 1,9%, die Eiche mit 1,8% und die Weiß-Erle mit 1,6% Wald-Anteil die häufigsten Laubbäume in Österreich.7

Die Fichte ist somit der häufigste Baum in Österreichs Wäldern und ihr Vorkommen ist fast sechs Mal so groß wie das der Rotbuche.7

 

Bergwald in den schweizer Alpen in Talnähe mit einem Steinbock und einer Latschenkiefer im Vordergrund
Bild: Bergwald in den schweizer Alpen Mitte Juli, im Vordergrund ein Steinbock/Alpensteinbock (Capra ibex) vor einer Bergkiefer (Pinus mugo subsp. mugo), auch Latschenkiefer/Latsche *

 

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Gründe für Blattabwurf

Warum verlieren Bäume ihre Blätter ? Durch das Abwerfen ihrer Blätter im Herbst und Winter können viele Bäume erst überwintern:

Denn im Winter steht Bäumen einerseits weniger Tageslicht zur Verfügung und andererseits können ihre Wurzeln im kalten Boden kein Wasser mehr aufnehmen, um ihre Blätter für die Photosynthese zu versorgen.

Vom Laubabwurf betroffen sind Laubbäume und die Lärche, die als einziger nicht-wintergrüner Nadelbaum im Herbst ihre Nadeln abwirft, um z.B. in Hochgebirgslagen noch höhere Minusgrade bis Minus 40 Grad Celsius aushalten zu können.

Ohne den Blatt-Abwurf würden viele Bäume austrocknen, weil nur so die Verdunstung von Wasser im Rahmen der Photosynthese gestoppt werden kann.

Hinzukommt, dass das in den Blättern gespeicherte Wasser bei Frost das Blatt zerstören würde. Deshalb entziehen die Laubbäume den Blättern Wasser, Nährstoffe und das Chlorophyll (Blattgrün), wodurch sich auch die Gelb- und Rotfärbung der welken Blätter im Herbst erklärt.

Die aus den Blättern abgezogenen Nährstoffe werden dann im Baumstamm und in der Baum-Wurzel bis zum Frühjahr gespeichert.

Der Laubabwurf zum Überwintern ist außerdem bei vielen Laubbäumen ein Schutz vor Schneebruch.

Nadelbäume müssen abgesehen von Lärche, Goldlärche und Urweltmammutbaum nicht ihre Nadeln im Winter abwerfen:

Nadeln haben im Vergleich zu den Blättern der Laubbäume eine kleinere Oberfläche und sind so besser gegen Frost und Kälte geschützt.

Außerdem sind Nadeln robuster als Blätter, benötigen weniger Nährstoffe und sind durch eine Harz- und Wachsschicht (Cuticula) besser vor Frost und Verdunstung geschützt.

 

"Nur der Einsame findet den Wald. Wo ihn mehrere suchen, da flieht er.
Und nur die Bäume bleiben zurück."

(Baum-Gedicht von Peter Rossegger, 1843-1918, österreichischer Dichter)

 

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Unterschiede des Blattabfalls im Herbst

Beim Laubabwurf ist zu beachten, dass es Bäume gibt, die im Herbst ihre Blätter abwerfen durch den Aufbau von Trenngewebe an den Blattstielen.

Zu dieser Gruppe zählen die meisten Laubbäume (englisch: deciduous trees).

Innerhalb dieser Gruppe ist der Zeitpunkt des Blattabwurfes vom Feuchtigkeitsbedarf des Baumes abhängig:

Bäume mit einem geringeren Wasserbedarf können es "sich leisten", auch länger ihre Blätter an den Ästen zu lassen.

Eine weitere Rolle spielt der Baum-Standort und dessen Schutz vor starkem Wind oder Sturm:

Denn Luftbewegungen trocknen einen Baum über die Blätter nicht nur weiter aus, sondern bewirken auch ein stärkeres Abfallen der Blattstiele vom Trenngewebe.

Daneben gibt es auch Bäume wie die Hainbuche oder die Eiche (Stieleiche), die bis zum Frühjahr ihre welken Blätter behalten.

Sie bilden kein Trenngewebe an den Blattstielen, sondern verstopfen lediglich die Nährstoffbahn zu den Blättern mit sog. Thyllen.

Aus diesem Grund fallen die letzten Blätter oft erst bei größeren Stürmen im Frühjahr von den Zweigen ab.

 

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Unterschiedlicher Blattaustrieb im Frühjahr

Warum treiben Bäume ungleich schnell im Frühjahr aus ?

Damit ein Baum Blätter austreiben kann, muß er mit Hilfe der Wurzeln und speziellen Zellen im Splintholz (sog. Tracheen) Wasser und gelöste Nährstoffe aus der Erde zu den Ästen nach oben transportieren.

Je nach der Holzstruktur des Splintholzes kann das unterschiedlich schnell und effektiv passieren.

Bäume mit einer ringporigen Holzstruktur wie Eiche, Esche, Kastanie (Edelkastanie), Maulbeere, Robinie oder Ulme nutzen für den Wassertransport nur den äußersten und jüngsten Jahresring, der im Frühjahr zuerst gebildet werden muß.

Die Bäume mit einer ringporigen Holzstruktur treiben deshalb später im Frühjahr ihre Blätter aus, wobei die Esche sich von allen einheimischen Laubbäumen am längsten bis Juni Zeit läßt und als letzter Laubbaum austreibt.

Bäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Birne, Buche (Hainbuche, Rotbuche), Linde, Pappel, Roßkastanie oder Weide nutzen für den Wassertransport den gesamten Jahresring und treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.

 

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Baumsymbole und Kulturgeschichte

Bäume und Baumsymbole haben von jeher eine besondere kulturelle Bedeutung im Leben der Menschen und zählen zu den sog. Archetypen im kollektiven Unbewussten:

Nach diesem Konzept des analytischen Psychologen Carl Gustav Jung (1875 - 1961) hat jeder Mensch ein überpersönliches Unterbewußtsein von seinen Ahnen ererbt, das sich nicht aus persönlichen Erfahrungen speist und auf seine Vorstellungen, Motive und Verhaltensweisen einwirkt.2

Archetypen kommen in verschiedenen Epochen der Kulturgeschichte z.B. zum Ausdruck in Brauchtum, Märchen, Mythen und Ritualen.

So auch im Zusammenhang mit Bäumen, die in alten Religionen und Mythologien als heilige und göttliche Pflanzen zu finden sind.

Traditionelles Beispiel für Bäume im Brauchtum in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Glück symbolisierende Richtbaum beim Richtfest.

Mit dem Richtbaum wird anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus mit dem Dachstuhl das Dach von einem Neubau geschmückt.

Verbunden mit dem Aufstellen des Richtbaums ist das Richtfest (auch Hebfeier, Hebauf, Hebweih, Gleichenfeier, Dachgleiche, Aufrichte), bei dem sich der Bauherr bei allen beteiligten Handwerkern und Helfern mit Speis und Trank bedankt (sog. Richtschmaus).

 

Kleiner Richtbaum ohne Blätter auf einem Dachstuhl in Sandwichplatten-Bauweise mit der Bedeutung einer symbolischen Strafe der Zimmerleute für einen geizigen Bauherren
Bild: Richtbaum ohne Blätter mit der Bedeutung einer symbolischen Strafe der Zimmerleute für einen geizigen Bauherren
Maibaum in Bayern mit blau-weissem Rautenmuster sowie Girlanden am unteren Ende und einem Kranz am oberen Ende aus Nadelzweigen
Foto: Maibaum in Oberbayern mit bayerischem Rauten-Muster als Symbol für den weiß-blauen Himmel sowie Girlanden und Kranz *

 

Ebenso gibt es den Brauch des Aufstellens von einem Maibaum in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz, der besonders in ländlichen Gegenden verbreitet ist.

Dabei wird an zentralen öffentlichen Plätzen am 30. April oder 1. Mai bzw. an Pfingsten der Stamm eines Baumes als mögliches Symbol für Fruchtbarkeit, Liebe und Zuneigung aufgestellt.

Als Maibaum finden dabei Birken Verwendung oder in Süddeutschland, Österreich und Tschechien (Böhmen) überwiegend Nadelbäume.

Dabei wird in Bayern der Stamm des Maibaumes meist vollkommen entastet und als Symbol des weiß-blauen bayerischen Himmels weiß-blau bemalt.

In Oberschwaben (Baden-Württemberg), Österreich und Tschechien ist es dagegen üblich, den Stamm nur bis zum Baumwipfel zu entasten und nicht zu bemalen.

In Bayern gibt es ferner in bestimmten Gebieten die Tradition vom sog. Hungerbaum: Einer Frau und einem Mann, die seit 7 Jahren unverheiratet zusammenleben, wird von ihren Freunden als Hungerbaum ein junger, geschmückter Baum in den Garten gepflanzt.

Bis zu ihrer Hochzeit muß das Paar dann an jedem Jahrestag eine Feier oder eine Brotzeit für seine Freunde ausgeben.

Nicht zu vergessen gibt es Garten-Bäume, die bei der Geburt eines Kindes oder bei einer Hochzeit gepflanzt werden und den Weihnachtsbaum (vgl. → Bedeutung als Weihnachtsbäume).

 

Kleiner Weihnachtsbaum geschmückt mit verschieden farbigen Christbaumkugeln und einem auf die Baumspitze aufgesetzten, goldenen Weihnachtsstern mit fünf Zacken
Bild: Bild: Kleiner Christbaum geschmückt mit Deko-Glaskugeln und einem golden Weihnachtsstern als christliches Symbol für den Stern von Betlehem
Namens-Holzschild vom Hochzeitswald der Stadt Tauberbischofsheim als ausgewiesene Fläche zum Pflanzen von einem Hochzeitsbaum für Hochzeitspaare ohne eigenen Garten
Foto: Hochzeitswald von Tauberbischofsheim, eine ausgewiesene Fläche zum Pflanzen von einem Hochzeitsbaum für Hochzeitspaare ohne eigenen Garten

 

Beim Ostereierbaum handelt es sich um einen mit bunt bemalten und verzierten Eiern behängten Laubbaum vor dessen Blattaustrieb im Frühjahr.

Die wie die Blüten vieler Pflanzen bunten und farbenfrohen Ostereier sollen dabei ein Symbol darstellen für Fruchtbarkeit, die beginnende Blütezeit oder den Frühlings-Beginn als Zeit der Wiedergeburt der Natur und den Sieg über die kalte und karge Winter-Zeit.

Einer der im deutschsprachigen Raum bekanntesten und umfangreichsten Ostereierbäume wird jedes Jahr in Saalfeld in Thüringen geschmückt.

Dieser Brauch geht zurück auf einen Apfelbaum im Garten der Familie Kraft, den diese von 1965 bis 2015 als Ostereierbaum mit mundgeblasenen Ostereiern schmückten, und wird seit 2016 mit jedes Jahr neu bestimmten Bäumen in Saalfeld fortgeführt.

 

Größter Ostereierbaum in Saalfeld, ein Apfelbaum mit über 9.000 Ostereiern im Frühjahr am 24. März 2009
Bild: Ostereierbaum in Saalfeld, ein mit über 9.000 Ostereiern geschmückter Apfelbaum Ende März 2009

 

Während der Laubbaum durch seine stetige Lauberneuerung ein Symbol für den Sieg über den Tod und die Wiedergeburt des Lebens ist, symbolisiert der immergrüne Nadelbaum die Unsterblichkeit.

Die Symbolik von Bäumen wird ferner in der Heraldik (Wappenkunde) aufgegriffen, wo der jeweils stilisierte Baum als Ganzes oder seine Bestandteile wie Blätter, Blüten, Früchte, Stamm oder Zweige auf die Eigenschaften des Wappenträgers (Mensch oder Gemeinschaft) hinweisen sollen.

 

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Ehemalige Gerichtsbäume

Vielen Bäumen wurden im germanischen Glauben magische Eigenschaften zugeschrieben sowie eine Nähe zu den Göttern.

Deshalb gab es typische Gerichtsbäume wie die Linde, die Eiche, die Esche, die Ulme oder auch die Fichte, unter denen unter freiem Himmel Gericht gehalten wurde.

Dahinter stand die Vorstellung der Menschen, durch die Nähe zu diesen Bäumen auch den Göttern näher zu sein und in deren Sinne weise und gerechte Urteile fällen zu können.

Wichtigster Gerichtsbaum war die Linde und noch heute finden sich in Deutschland mehrere ehemalige Gerichtslinden:

 

  • Linde in Schenklengsfeld (Schenklengsfelder Dorflinde) bei Bad Hersfeld (Hessen)

  • Euschertsfurther Linde in der Gemeinde Lalling (Niederbayern): sie zählt zu den ältesten und größten Linden in Europa

  • Kasberger Linde / Kunigundenlinde im Ortsteil Kasberg der Stadt Gräfenberg (Oberfranken)

 

Ehemalige Gerichtseichen gibt es in Deutschland an folgenden Orten:

 

  • Gerichtseiche in Holzhausen (Immenhausen) am Junkernkopf im Reinhardswald (Hessen), die je nach Schätzung bis zu 600 Jahre alt sein soll

  • Femeiche im Ortsteil Erle der Gemeinde Raesfeld (Nordrhein-Westfalen), die je nach Schätzung zwischen 600 und 1.500 Jahre alt sein soll.

    Die Ferneiche soll nicht nur der älteste, erhaltene Gerichtsbaum in Mitteleuropa sein, sondern zählt auch zu den → ältesten Bäumen Deutschlands

 

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Individuelle Baumsymbolik

Einzelnen Bäumen werden in der Baumsymbolik traditionell bestimmte Eigenschaften zugeordnet:

Nussbäume und ihre Früchte, die Nüsse, waren schon bei den Germanen, Griechen und Römern ein Symbol für Fruchtbarkeit.

Bei den Germanen und in der nordischen Mythologie wurde die Esche als heiliger Baum bzw. Weltenbaum → Yggdrasil verehrt.

 

"Wie der Geist in den Blumen ist, so ist er auch in den Bäumen."

(Philipp Otto Runge, 1777-1810, bedeutendster deutscher Maler der Frühromantik)

 

In der Bibel haben verschiedene Bäume wie der Olivenbaum oder der Feigenbaum eine Schlüsselrolle: So heißt es in der Genesis im 1. Buch Moses, dass sich Adam und Eva im Garten Eden mit Feigenblättern vom Feigenbaum bedeckten, als sie, angestiftet durch die Schlange, vom Baum der Erkenntnis den Apfel aßen.

Nach diesem Sündenfall war den Menschen fortan auch der Zugang zum Baum des Lebens im Garten Eden versperrt, dessen Früchte ewiges Leben schenken sollten.3

Der "Baum des Lebens" war als Symbol nicht nur im Christentum, sondern auch bereits bei den alten Ägyptern und anderen Religionen bekannt.

Die majestätische deutsche Eiche steht als Baumsymbol für Werte wie "Standfestigkeit, Härte, Ehre, Kraft, Männlichkeit, Unsterblichkeit und Unbeugsamkeit".

Die Eiche gilt auch als der "König der Bäume" und "weise Vaterbaum", der den Menschen hilft, die Herrschaft über ihre Emotionen zu gewinnen.

Von jeher war der Eichenkranz ein Symbol für die Ehrung von herausragenden Leistungen im Bereich von Bürgertum, Militär, Sport oder staatlichen Ämtern.

 

Weisse Büste des römischen Kaisers Augustus mit Eichenkranz
Bild: Büste im Museo dell’ Ara Pacis in Rom vom ersten römischen Kaiser Augustus, auch Gaius Octavius, (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) mit Eichenkranz. Im Römischen Reich war die Corona civica (deutsch: Bürgerkrone), ein Kranz aus Eichenblättern, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen, die einem römischen Bürger verliehen wurde, wenn er einem anderen Bürger in der Schlacht das Leben gerettet hatte. Foto: Giovanni Dall'Orto

 

Die Linde war neben ihrer Funktion als Gerichtsbaum auch ein Baum des Volkes oder des Dorfes und wurde als Freudenbaum zum Feiern von Festen häufig in der Ortsmitte gepflanzt.

Außerdem war sie in der Baumsymbolik wegen ihrer herzförmigen und weichen Blätter auch ein Symbol der Liebe.

Ebenso steht der Lorbeer-Baum als Baumsymbol für Sieg, Triumph und Unsterblichkeit, was durch den aus Blättern und Zweigen geflochtenen Lorbeerkranz zum Ausdruck kam.

Der Lorbeerkranz wurde bereits im antiken Griechenland und Rom verliehen als besonders ehrenhafte Auszeichnung für Erfolge, militärische und sportliche Leistungen oder Ruhm und Sieg.

 

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Warum fressen Tiere Baumrinde ?

Durch zu große Wildbestände und fehlende Biotope kommt es zu Wildschäden an Waldbäumen, weil Wild-Tiere wie Biber, Hasen, Mäuse, Hirsche (Damhirsch, Rothirsch, Sikahirsch), Mufflon oder Rehe nicht mehr genügend andere Nahrung finden und die Rinde, Blätter oder Knospen junger Bäume abfressen.

Dabei ist das Abnagen von Rinde (Schälung) durch Hirsche gerade im Winter durch die lange Jahre betriebene Monokultur bei der Aufforstung der Wälder mit Fichten- und Kiefer-Bäumen begünstigt worden.

Wer einmal durch einen reinen Nadelwald geht, kann erkennen, dass Nadelwälder den Boden stärker austrocknen als Laubwälder oder als ein Laubmischwald.

In der Folge können um den Nadelbaum herum weniger Sträucher und andere Futter-Pflanzen wachsen.

Ist die Baumrinde durch starken Wild-Verbiss verletzt, dann verliert ein Baum seine natürliche Schutzschicht und kann leichter von Parasiten wie z.B. dem Borkenkäfer oder Pilzen befallen werden. Man sagt auch der Baum wird "krank". Er muß dann oft zum Schutz der umstehenden Bäume gefällt werden.

Abgestorbene Bäume werden auch als sog. Totholz bezeichnet. Bäume sterben entweder altersbedingt ab oder durch äußere Einflüsse wie Blitzeinschlag, Parasiten, Sturmschaden, Waldbrand und Wildverbiss.

Ein weiterer Grund, der Bäume absterben lässt, ist die Verdrängung eines bestehenden Baumbestandes durch konkurrenzstärkere Bäume, die diesem mit ihrem raumfordernden Wachstum Licht und Nährstoffe entziehen.

Frisches Totholz bietet Holzbewohnern (Xylobionten) wie Käfern (z.B. Bockkäfer, Borkenkäfer, Prachtkäfer), Holzwespen oder Pilzen/Baumpilzen Nahrungsgrundlage und Nestschutz.

Die Xylobionten zersetzen das Totholz über mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte vollständig zu Humus.

 

Baumpilze auf einem Stockholz am Hang
Bild: Baumpilze, neben Bockkäfern und Borkenkäfern die häufigsten Xylobionten (Holzbewohner) *

 

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Unterschied zu Sträuchern

Was ist der Unterschied zwischen Sträuchern und Bäumen ?

Sträucher kann man daran erkennen, dass sie im Unterschied zu Bäumen keinen durchgehenden Stamm haben, sondern viele, dünne Stämme (verholzte Triebe).

Sträucher können entweder direkt mit ihren Ästen aus der Erde wachsen ohne einen Stamm zu bilden oder sich bereits sehr bodennah verzweigen.

 

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Bedeutung für Wald, Klimawandel, Ökosystem

Durch die Umwandlung von Kohlendioxyd (CO2) in Sauerstoff (O2) bei der Assimilation oder Fotosynthese sind Bäume und Wälder unverzichtbare Sauerstoffspender im weltweiten Ökosystem.

Abhängig von Baumart und Größe speichern Bäume dabei große Mengen von CO2 und leisten einen wichtigen Beitrag gegen den Klimawandel.

Ferner kann ein alter, gesunder und großer Baum durchschnittlich pro Tag problemlos die Sauerstoff-Menge freisetzen, die 10 Menschen pro Tag zum Atmen benötigen.

Neben den Weltmeeren kann man Bäume daher als die grüne "Lunge der Erde" bezeichnen.

Bäume sind Luftreiniger besonders in Ballungsräumen, Industriegebieten und Städten, denn ein Baum filtert giftige Abgase, radioaktive Stoffe, Ruß und Staub aus der Luft.

Zudem verbessern Bäume die Atemluft, weil sie z.T. mehrere hundert Liter Wasser am Tag verdunsten.

Diese Erhöhung der Luftfeuchtigkeit hat einen Verbrauch von Energie bzw. Wärme zu Folge, weshalb um einen Baum herum ein kühleres Klima herrscht.

Bäume gleichen in ihrem Umfeld somit Temperaturunterschiede aus und verbessern so das für Menschen wichtige bodennahe Klima (Mikroklima) bis etwa  2 Meter Höhe.

In der Stadt dämpfen Bäume außerdem den Lärm von Haushalten, Menschen und Strassenverkehr.

In Form der Wälder verhindern Bäume speziell in Steillagen durch ihre Wurzeln zudem Boden-Erosion, d.h. einen zu starken Abtrag von Boden durch Wasser, Lawinen und Wind.

Die Hinterlassenschaft gerodeter Tropenwälder spricht hier eine deutliche und erschreckende Sprache.

Bäume haben außerdem eine große Bedeutung im Wald zum Erhalt von sauberem Grundwasser und einem hohen Grundwasserspiegel als Schutz vor Überschwemmungen:

Durch die hohe Speicherfähigkeit von Waldböden regulieren Bäume den natürlichen Wasserhaushalt in der Natur und verhindern einen Oberflächenabfluss von Regenwasser, das dann gefiltert ins Grundwasser abfließen kann.

Und nicht zu vergessen sind Baum-Wälder und insbesondere die tropischen Regenwälder eine unverzichtbare Grundlage für die Artenvielfalt von Flora (Gesamtheit aller Pflanzen-Arten) und Fauna (Gesamtheit aller Tier-Arten), denen sie einen Lebensraum bieten oder ermöglichen.

So leben und nisten zum Beispiel in den Baumkronen Eichhörnchen, Raupen, Schmetterlinge, Spinnen und viele Vögel-Arten, in den Asthöhlen nisten Fledermaus, Steinkauz und Waldkauz oder unter der Baum-Rinde leben unzählige Insekten wie Baumwanzen, Käfer, Langbeinfliegen oder Spinnen.

 

Eichhörnchen im Wald auf dem Weg auf einen Baum-Stamm
Bild: Eichhörnchen im Wald auf dem Weg auf einen Baum *

 

Und unter dem Schutz der Wurzeln von Bäumen leben und überwintern in Höhlen Dachse, Füchse, Mäuse oder Kaninchen.

Dem stetig zurückgehenden Baum-Bestand auf der Welt durch Abholzung der Wälder, Baum-Krankheiten, Raubbau der Tropenwälder sowie Waldschäden durch Schadstoffe sollte der Mensch deshalb in seinem eigenen Interesse Einhalt gebieten.

Auch wenn der bei der Photosynthese entstehende Sauerstoff "nur" ein Abfallstoff der Bäume ist; Menschen und Tiere sind auf ihn angewiesen.

 

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Exkurs: Wurzelradius / Wurzeldurchmesser

Wie weit breiten sich die Wurzeln eines Baumes im Radius bzw. Durchmesser unter der Erde aus ?


Als Anhaltspunkt gilt im gärtnerischen Bereich die Faustformel, dass sich Wurzeln etwa so weit ausbreiten wie die Krone eines Baumes.


Dem zufolge würde ein Baum, der regelmäßig zurückgeschnitten wird, seinen Wurzelradius nicht ausbreiten, sondern in der Größe halten wie die Baumkrone.



Allerdings hängt der Wurzelradius eines Baumes immer auch vom Boden ab, auf dem er steht.



So wird ein Baum auf magerem und durchlässigem Boden seine Wurzeln sehr weit „ausschicken" auf der Suche nach Halt, Nährstoffen und Wasser.



In einem für den Baum guten Boden (z.B. Lehmboden) kann auch ein größerer Baum bisweilen mit weniger Wurzeldurchmesser als seine Äste auskommen.


Hinzukommt, dass ein Baum an einem Standort seine Wurzeln auch ungleichmässig und deutlich weiter als seine Baumkrone ausbreiten kann z.B. in die Richtung, die für ihn am förder­lichsten ist, was die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen betrifft.


Das gilt besonders für Bäume in Hanglage, um sich mit ihren Wurzeln im Boden gegen die Schwerkraft zu halten.

Nicht zu vergessen kann für den Wurzelradius eines Baumes bestimmend sein, ob er in einer Gruppe von anderen Bäumen vor Wind geschützt steht und/oder von deren Bodenverdichtung profitiert.



Dass also Wurzeln unterirdisch nur so weit reichen wie die oberirdischen Äste, d.h. dass der Wurzeldurchmesser dem Durchmesser der Baumkrone entsprecht, ist nur ein grober Anhaltspunkt.



Wer wirklich sicher stellen will, dass ein bestimmter Wurzeldurchmesser nicht überschritten wird, legt am besten eine Wurzelsperre um den Baum herum an.

 

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[1] Food and Agriculture Organization of the United Nations (2012): Global forest land-use change 1990–2005, S.1

[2] Carl Gustav Jung, Gesammelte Werke, Band 9/1, Die Archetypen und das kollektive Unbewußte, §89

[3] Die zugehörige Textpassage im Pflanzenportal ist z.B. in einer Luther-Bibel im 1. Buch Mose, Kapitel 2 zu finden

[4] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland, Referat 533 für nationale Waldpolitik und Jagd (2015): Entdecke den Wald in Deutschland, Die kleine Waldfibel, S.6, 10, 16, 20, 24, 30, 34, 54, 62, 66, 70, 80

[5] Schweizerisches Landesforstinventar, Ergebnisse der dritten Erhebung 2004 – 2006, Hrsg.: Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wald des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Vorrat nach Hauptbaumart in % pro Produktionsregion, Auswertungseinheit: zugänglicher Wald ohne Gebüschwald, S.34, 70, 84, 296, 297, 298, 299, 301

Hinweise zur genauen Bezeichnung und Bestimmung der untersuchten Bäume in der Schweiz finden sich auf den oben genannten Seiten im Pflanzenverzeichnis des Landesforstinventars.

[6] Österreichisches Bundesforschungszentrum für Wald (2016): Österreichs Wald, 3. Auflage, S.5

[7] Österreichische Waldinventur 2007 - 2009 vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) in Österreich, erschienen in: BFW-Praxisinformation Nr. 24 - 2011, S.5, 12, 18

[8] Wolferstetter, Isabella (2013): Wald - Deine Natur  - Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii), erschienen in: Zeitschrift "Unser Wald", 4. Ausgabe Juli/August 2013, S. 21 - 24, Hrsg.: Bundesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Bonn

[9] Stobinsky, Hans (2018): Streifzüge durch die Naturwissenschaften, Internet-Akademie, Folge 29 Esskastanie, Akademie für Ältere in Heidelberg

 

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