Inhaltsverzeichnis
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Definition und Merkmale
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Arten, Sorten, Beispiele
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Welche Blumentypen gibt es?
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Wie viele Blumen gibt es auf der Welt?
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Eigenschaften von Blüten
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Blütenfarbe
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Unterschied zwischen gefüllt und ungefüllt
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Funktion der Blumenblätter
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Religiöse Bedeutung
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Besondere, festliche Anlässe
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Mythologie
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Blume des Lebens
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Katalog der Blumenfarben
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Nutzen in Medizin und Naturheilkunde
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Verwendung als Duftpflanzen
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Blumensprache und Blumensymbolik
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Wappenblumen in der Heraldik
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Die größte und seltenste Blume der Welt
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Nutzung als Lebensmittel und Tees in der Küche
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Die beliebtesten Gartenblumen
Definition und Merkmale
Was sind Blumen? Was ist die Definition von Blume? Der Begriff „Blumen” (englisch: flowers) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache, der Gartengestaltung und dem Blumenhandel.
In diesem Lexikon bezeichnet eine Blume den Stängel mit Blüten von überwiegend krautigen Samenpflanzen aus der Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida), deren Triebe – anders als bei Sträuchern – nicht verholzen.
Als bestimmendes Pflanzenmerkmal bringen Blumen eine Blüte oder einen Blütenstand hervor – letzterer als Gruppierung mehrerer Blüten. In der Blütenökologie der Bestäubung wird ein dichter Blütenstand mit mehreren Blüten ebenfalls als Blume bezeichnet, da er für Bestäuber aus der Ferne wie eine Einheit wirkt.
Blumen nutzen ihre vielfältigen Blütenformen nicht nur dafür, Bestäuber auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch dafür, den Zugang zu ihren Blüten so zu gestalten, dass nur bestimmte Bestäuber den Nektar erreichen können. Blumentypen stellen somit die Anpassung an spezialisierte Bestäuber dar.
Als Blumen gelten üblicherweise diejenigen Pflanzen, deren Blüten einen besonderen Zierwert besitzen – sei es durch leuchtende Farben und Farbmuster oder durch auffallende Formen und Größen.
Die Größe, Farbe oder Blütezeit der Blumen (Frühjahrsblüher, Sommerblüher, Herbstblüher, Winterblüher) spielt nach dieser Definition keine Rolle.
Daher werden umgangssprachlich auch Rosen wegen ihrer auffällig schönen Blüten als Blumen bezeichnet, obwohl sie verholzende Sträucher sind. Gleiches gilt für Hortensien, obwohl sie Halbsträucher sind.
Im Garten und im Vorgarten werden Blumen in Blumenbeeten oder im Steingarten gepflanzt und je nach Größe als Topfpflanzen in Blumentöpfen und Blumenkästen oder als Kübelpflanzen im Blumenkübel auf dem Balkon oder der Terrasse verwendet.
Bild: Blumenbeet mit Küchenschellen, Stiefmütterchen, Traubenhyazinthe und Tulpen im Frühling (Mitte April) *
Farne sind ebenfalls krautige Pflanzen, die – von Baumfarnen abgesehen – nicht verholzen. Sie zählen in diesem Blumenlexikon jedoch nicht zu den Blumen, weil sie keine Blüten, sondern Sporen bilden.
„Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig.” (William Shakespeare, englischer Dichter, 1564–1616)
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Arten, Sorten, Beispiele
Was gibt es alles für Blumen? Heimische und exotische Blumenarten und Blumensorten werden im vorliegenden Blumenlexikon nach Blütengestalt, Blütezeit, Eigenschaften wie Duft oder Giftigkeit, Standort, Verwendung und Vorkommen unterschieden.
Angesichts der Vielzahl an Arten und Sorten werden diese der besseren Übersicht halber auf jeweils eigenen Unterseiten beschrieben.
Auch wenn der Begriff „Sorten” umgangssprachlich häufig gleichbedeutend mit „Arten” verwendet wird, sind Sorten (Kultivare) botanisch Varianten von Arten, die durch Züchtung entstehen.
In der Blumenzucht bleiben wesentliche Pflanzenmerkmale erhalten, so dass sich neue Blumensorten meist durch ihre Blütengröße, Blütenfarbe oder Wuchshöhe von ihren Ursprungsarten unterscheiden.
Die folgende Liste zeigt Blumen-Arten mit speziellen Eigenschaften:
Ferner gibt es Blumen für spezielle Verwendungen oder für Anlässe wie Beerdigungen und Hochzeiten:
Die folgende Übersicht untergliedert Blumen-Arten nach ihrer Blütezeit im Garten oder auf dem Balkon:
Ferner kann eine Blumenbestimmung danach erfolgen, ob Blumen einen sonnigen, schattigen, halbschattigen, trockenen oder nass-feuchten Boden-Standort im Garten benötigen:
Im Gartencenter, in Gärtnereien oder im Pflanzenhandel gibt es wildwachsende Blumenarten zu kaufen, von denen einige, wenn sie in freier Natur vorkommen, unter Naturschutz stehen:
Alpen- und Bergblumen eignen sich besonders als winterfeste Steingartenpflanzen für einen Steingarten. Eine weitere Unterscheidung kann nach einjährigen und zweijährigen Blumen-Arten sowie mehrjährigen Blumen-Stauden vorgenommen werden.
Die symbolische Bedeutung von blauen, gelben, orangen, roten, violetten oder weißen Blumenarten wird im Abschnitt → Blumenfarben erklärt.
Hinweise:
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Zum eindeutigen Bestimmen von Blumenarten und Blumensorten werden auf den Kategorieseiten im Lexikon sowohl die umgangssprachlichen Blumennamen als auch die botanischen Namen genannt.
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Auf den jeweiligen Unterseiten finden sich Hunderte von Blumenfotos, die einen Eindruck von Schönheit und Vielfalt der Farben und Formen vermitteln.
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Die meisten dieser Blumen sind im Blumenladen oder im Online-Blumenversand wie BLUME2000, FloraPrima, Fleurop, Bloom & Wild u.a. erhältlich.
Bild: Schnittblumen-Vase mit rosaroten Rosen sowie weißen und violetten Tulpen
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Welche Blumentypen gibt es?
Der Begriff „Blumentyp” charakterisiert verschiedene Gestalttypen von Blüten, mit denen sich verschiedene Blumenarten und -sorten an potentielle Bestäuber anpassen.
Nach der Blütengestalt (auch Blumentyp, Blumenform) lassen sich folgende Blumenarten bestimmen:
Mit ihrer Blumenform bzw. Blütengestalt stellen sich Blumen auf die Mundwerkzeuge, den Körperbau oder das Gewicht von potentiellen Bestäubern ein. Typische Blumen-Bestäuber sind Bienen, Hummeln, Wespen oder Ameisen, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge.
Neben dem jeweiligen Blumentyp mit den verschiedenen Blütenformen sind es der Blütenduft und die Blütenfarbe, mit denen Blumen potentielle Bestäuber anlocken.
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Wie viele Blumen gibt es auf der Welt?
Die Frage, wie viele Blumenarten gibt es auf der Welt oder in Deutschland, Österreich und der Schweiz, lässt sich nicht eindeutig beantworten.
Denn eine eindeutige Festlegung möglicher Blumenarten aus den über 200.000 weltweit existierenden Bedecktsamern innerhalb der Samenpflanzen (Spermatophytina) ist schwierig bis unmöglich.
Wie eingangs ausgeführt (vgl. → Definition) ist bereits eine eindeutige Blumen-Definition nicht möglich, weil sich Blumen nach ihrem besonderen Zierwert bestimmen, den sie für Menschen haben.
Der Zierwert von Blumen unterliegt auf der ganzen Welt einem sich laufend verändernden Zeitgeist und einem jeweils regional geltenden Geschmack.
Hinzu kommt, dass es von vielen Blumen-Pflanzen mittlerweile eine Vielzahl von Züchtungen gibt, was sich wiederum durch eine nicht zu zählende Anzahl von Sorten-Kultivaren und Hybriden ausdrückt.
Als die „Königin der Blumen” gelten seit dem Altertum die Orchidee (Orchidaceae) und die Rose (Rosa) aus der Gattung der Rosengewächse (Rosaceae), von denen es weltweit etwa 150 bis 250 Arten und wahrscheinlich 50.000 Sorten gibt.
Allerdings verholzen Rosen und zählen – gemäß der Definition von Blumen als krautige Pflanzen – zu den Sträuchern. Rosen werden aus umgangssprachlichen Gründen zu den Blumenarten gezählt und aufgrund der gängigen Praxis von Blumenläden und dem Blumenversand, Rosen als Blumen zu verkaufen.
Rosen findet man in Parks, Gärten und Vorgärten oder auf Terrassen und Balkonen. Ferner als Schnittblumen und Gartenpflanzen bei Floristen und Gartencenter. Auch teilweise verholzende Hortensien (Hydrangea) werden im Blumenhandel als Blumen bezeichnet, obwohl sie botanisch Halbsträucher sind.
Aus den genannten Gründen ist eine sichere Aussage darüber nicht möglich, wie viele Blumen es auf der Welt oder in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt.
Bild: Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) mit purpur-rot-weißer und grün-weißer Blüten-Tüpfelung im Mai
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Eigenschaften von Blüten
Die Blüten sichern meist Fortbestand und Vermehrung von Blumen und haben durch durch ihre Eigenschaften wie Farbe, Duft oder Form die Funktion, Insekten anzulocken für die Bestäubung.
Insekten suchen die Blüten der Blumen auf, weil sie sich vom süßen Blütennektar oder von den Pollen (auch Blütenstaub) ernähren, die sich im Inneren der Blüte befinden. Dabei streifen die Insekten an den Staubgefäßen der Blüte entlang und etwas vom Blütenstaub bleibt am Körper der Insekten haften.
Wenn das Insekt die nächste Blumenblüte aufsucht, kommt der Blütenstaub dort auf die Narbe und in der Blüte kann sich neuer Samen entwickeln. Die Blüte ist Teil vom Pflanzenspross und eigentlich ein stark modifizierte Blatt. Sie gliedert sich in Blütenhülle, Staubblätter und Fruchtblätter.
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Blütenfarbe
Die Farbe von Blüten ist eines der wichtigsten Merkmale zum Bestimmen von Blumenarten und -sorten.
Dabei muß die Blütenfarbe von Blumen in der Blütezeit nicht konstant bleiben. Sie ändert sich beispielsweise beim Vergissmeinnicht (Myosotis) und beim Gefleckten Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) von rosa/rosarot zu blau.
Ferner gibt es Blumen, die gleichzeitig mehrere Blütenfarben aufweisen, wie beim Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) rötlich und weiß oder beim Leberblümchen (Hepatica nobilis, Syn.: Anemone hepatica) hellblau bis rötlich-violett.
Abhängig vom Standort und von der Bodenbeschaffenheit ist es außerdem möglich, dass Blumen verschiedene Blühfarben aufweisen. In beiden Fällen erhöht die Mehrfarbigkeit der Blüten das „Anlockungspotential” für mehr bestäubende Insekten.
Bild: Buntes mehrjähriges Blumen- und Stauden-Beet im Frühsommer (Ende Juni) in *
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Unterschied zwischen gefüllt und ungefüllt
Blumen mit ungefüllten Blüten sind die Ursprungsform einer Art und für Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge eine wertvollere Nahrungsquelle als Blumen mit gefüllten Blüten.
Denn bei gezüchteten, gefüllten Blüten wurde die Zahl der Blütenblätter durch Umwandlung von Staublättern in Blütenblätter vermehrt, wodurch die Staubblätter kleiner sind oder vollständig fehlen. Im Ergebnis sind die Staubblätter von außen kaum erkennbar und für Bestäuber schwer oder gar nicht erreichbar.
Auch die Nektarien im Inneren der Blüte, die den Nektar herstellen, eine Art von Zuckerwasser mit Duftstoffen, sind bei Blumen mit gefüllten Blüten schwach ausgebildet und schwer für Bestäuber erreichbar.
So sind im Vergleich zu Hornveilchen (Viola cornuta) die Nektarien bei Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana) kleiner und das Nektarangebot geringer, da die Blumen auf Schönheit hin gezüchtet werden.
Im Ergebnis bieten gefüllte Blüten potentiellen Bestäubern wenig bis keine Nektar- und Pollen-Nahrung und werden im Vergleich zu ungefüllten Blüten länger nicht oder überhaupt nicht bestäubt.
Dadurch bleiben Blumen mit gefüllten Blüten länger „schön” als ungefüllte, weil Blüten nach der Bestäubung ihre Farbe verlieren und verwelken. Wer im Garten oder auf dem Balkon Blumen für Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge pflanzen möchte, sollte Ursprungsarten mit ungefüllten Blüten kaufen.
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Funktion der Blumenblätter
Die Blätter der Blumen haben die Funktion, möglichst viel Licht im Rahmen der Energiegewinnung einzufangen. Im Rahmen der Photosynthese ermöglicht das der Blume ein optimales Wachstum und Gedeihen in der Vegetationszeit.
Damit sich die Blumenblätter nicht gegenseitig das Sonnenlicht wegnehmen, sind die oberen Blätter der Pflanze meistens kleiner als die unteren Blätter.
„Die Blume ist das Lächeln der Pflanze.” (Peter Hille, deutscher Schriftsteller, 1854-1904, in: Ausgewählte Dichtungen)
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Religiöse Bedeutung
Blumen haben weltweit eine nicht wegzudenkende Bedeutung bei religiösen Anlässen (Fronleichnamsprozession, Blumenopfer, Beerdigung/Bestattung). Eine Übersicht zur Symbolik und religiösen Bedeutung von Blumen auf dem Friedhof oder bei Trauerfällen findet sich auf der Unterseite → Trauerblumen.
Dabei ist zu beachten, dass jede Religion, Gesellschaft oder Kultur ihre eigene Blumensymbolik hat.
So ist es zum Beispiel unüblich, in China Blumen als Geschenk mitzubringen oder in der jüdischen und islamischen Religion wird eine Beerdigung nicht mit umfangreichen Blumenarrangements ausgestattet.
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Besondere, festliche Anlässe
Blumen haben weltweit eine nicht wegzudenkende Bedeutung für weltliche Anlässe, sei es als Brautstrauß bei der Hochzeit oder als Blumenstrauß bei Ehrungen und Jubiläen.
Auch das Blumen-Verschenken – beispielsweise eines Blumenstraußes aus Schnittblumen – an privaten oder gesellschaftlichen Anlässen (Einladung, Geburtstag, Muttertag oder Valentinstag) ist ein fester Bestandteil des täglichen Lebens.
Darüber hinaus werden Blumen wegen ihrer auffallenden und farbenprächtigen Blüten bei Anlässen als Dekoration wie Gestecke und Blumenkränze verwendet oder dienen im Garten als Vorlage für eine Gartendekoration wie Glasblumen.
Bild: Hochzeitsstrauß mit weißen Callas (Zantedeschia), orangen und rosa-weißen Rosen (Rosa) *
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Mythologie
Bereits im Altertum hatten Blumen eine große Bedeutung, so dass ihnen sogar Gottheiten zugeteilt wurden. So war in der Römischen Mythologie Flora (von lateinisch floris/flos = Blume, Blüte) die Göttin der Blumen, des Frühjahrs und der Blüten – vor allem der Getreide-Blüten.
In der Literatur finden sich Belege hierfür im fünften Buch des antiken Lehrgedichts Fasti des antiken Dichters Ovid (43 v. Chr.–17 n. Chr.).
Dort wurde die Nymphe Chloris durch Zephyr, den Gott des Westwindes in der Griechischen Mythologie, in die Göttin Flora verwandelt, der die Frühlingsblumen und die blühende Natur zugeordnet waren.
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Blume des Lebens
In der heiligen Geometrie für religiöse Symbole und Formen ist das Symbol der „Blume des Lebens” bekannt. Dieses Symbol ist weltweit in Kirchen, Pyramiden, heiligen Stätten wie dem Tempel der Osiris und auf Bildern und Abbildungen zu finden.
Die Blume des Lebens war schon im Altertum bei den Ägyptern oder Assyrern bekannt und ist eine symmetrisch aufgebaute Figur aus mehreren sich überlappenden Kreisen.
In der Mitte dieser Kreise befinden sich sechs kreisförmig angeordnete spitze Blütenblätter mit einer bikonvexen und länglichen Form. Als Symbol steht die Blume des Lebens für die Schöpfung der Welt und das harmonische Muster von allem Leben.
Als starkes Schwingungsmuster soll die Blume des Lebens positive Energie ausstrahlen und bisweilen werden ihr auch magische Kräfte nachgesagt.
Bild: Zeichnung aus dem Codex Atlanticus, einer Sammlung von Notizen und Skizzen geometrischer Strukturen des Universalgelehrten Leonardo da Vinci (1452–1519), die im Zusammenhang mit der Struktur der Blume des Lebens (Flower of Life) steht
Bild: Saat/Samen des Lebens (Seed of life). Vorstufe der Blume des Lebens in der heiligen Geometrie. Sechs äußere Kreise, die sechs Schöpfungstage symbolisieren, treffen sich in der Mitte eines inneren Kreises als Symbol des ersten Schöpfungstages
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Katalog der Blumenfarben
Blumenfarben und Blumenarten sind einem Katalog von Gefühlen, Botschaften und Stimmungen zugeordnet, die sie widerspiegeln. Nachfolgend eine Liste wichtiger Blumenfarben mit ihrer Bedeutung:
Welche Bedeutung haben blaue Blumen?
Blaue Blumen zu verschenken und zu verschicken bedeutet in der Blumensprache, dass man dem Empfänger gegenüber Beständigkeit ausdrücken möchte und bei tiefer Beziehung auch romantische Treue.
Die eher kühle Blumenfarbe blau hat eine beruhigende, heilende und kreative Wirkung, denn blau als Farbe des Wassers und des Himmels ist ein Symbol für Reinigung, Tiefe, Grenzenlosigkeit und Entspannung.
Abhängig vom Anlass kann das Schenken von blauen Blumen also bedeuten, dass man das Unterbewusstsein des Beschenkten positiv mit Erholung, Klarheit, Ruhe und Kreativität stärken will.
In der Kultur-Epoche der Romantik vom Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die blaue Blume ein Symbol für das Streben nach Unendlichkeit und Ewigkeit in der Metaphysik. Außerdem nach Freiheit, Selbsterkenntnis und Erkenntnis über die tieferen Zusammenhänge der Natur und der Welt.
Zurückzuführen war die Sonderstellung der Blumenfarbe blau in der Romantik durch den Umstand, dass in der Natur blaue Blumen eher selten sind und andere Blumenfarben dominieren.
Bild: Biene auf einer Traubenhyazinthe (Muscari) mit blauen Blüten im Frühling (Ende Mai)
Welche Bedeutung haben rosa Blumen?
Die Farbe rosa symbolisiert zarte Gefühle, Jugend, Schönheit, Weiblichkeit und Romantik. Rosa Blumen eignen sich besonders gut als Geschenk zu Beginn einer Beziehung, wenn sich die junge Liebe gerade entwickelt.
Das Schenken eines Blumenstraußes mit rosa Blumen ist im Unterschied zur Farbe rot eine unaufdringliche Liebeserklärung und ein Kompliment für die Schönheit der geliebten Frau beim ersten Treffen/Date.
Mit der Blumenfarbe rosa kann man aufkommende romantische Gefühle und Zärtlichkeit dezent mitteilen und der Hoffnung respektvoll Ausdruck verleihen, dass sich eine Beziehung entwickeln könnte.
Bild: Orchidee (Phalaenopsis-Sorte), die Königin der Blumen, im Frühjahr (Mitte Mai)
Welche Bedeutung haben rote Blumen?
Das Schenken von roten Blumen wie roten Rosen (Rosa) und roten Nelken (Dianthus) gilt in der Blumensprache als ein Symbol für „Ich liebe Dich”, Leidenschaft und Zuneigung.
Gleiches gilt für das Verschicken roter Tulpen (Tulipa) als Symbolik für die ewige Liebe. Um so kräftiger der Farbton ist, um so stärker soll die Liebe zum Ausdruck gebracht werden. Eine intensive rote Blumenfarbe ist auch der intensivste Ausdruck von romantischer und leidenschaftlicher Liebe.
Bild: Tulpen (Tulipa) im Frühling (Anfang Mai) mit rosa und roter Blumenfarbe
Welche Bedeutung haben weiße Blumen?
Traditionell ist die Blumenfarbe weiß sowohl ein Symbol für Reinheit und Unschuld als auch für Trauer und Tod. Aus diesem Grund ist es bei Geburten, Hochzeiten, Trauerfällen und Todesfällen üblich, weiße Blumen zu versenden oder zu verschenken.
Demzufolge sind auch weiße Lilien (Lilium) und weiße Rosen seit dem Altertum sowohl ein Symbol für Reinheit und Schönheit als auch für den Tod. Das Schenken von einem Blumenstrauß mit weißen Nelken (Dianthus) bedeutet in der Blumensprache so viel wie „Ich bin noch zu haben”.
Weiße Callas (auch Calla-Lilien, Zantedeschien, Calla Lily) als Brautstrauß oder Geschenk sind ein Ausdruck von Bewunderung und Schönheit.
Als elegante Trauer-Blume (Totenblume) ist die weiße Calla bei Beerdigungen und zum Schmücken von Gräbern von Bedeutung, um Unsterblichkeit und Bewunderung über den Tod hinaus zu symbolisieren.
Bild: Weiße Zantedeschie (Zantedeschia aethiopica), auch Calla-Lilie genannt mit Trivialname
Welche Bedeutung haben lila/violette Blumen?
Lila Blumen unterstreichen in der Blumensymbolik, dass Schenker und Beschenkter phantasievolle und charmante Menschen sind. Die Blumenfarbe lila soll auch sensible Menschen kennzeichnen.
Dunkel-violette Blumen stellen stets etwas Geheimnisvolles, Würdevolles und Individuelles dar, womit beispielsweise ein spiritueller Anlass gewürdigt werden kann.
Neben dieser spirituellen Bedeutung steht die Blumenfarbe violett außerdem für eine Verführung oder eine tiefe mystische Beziehung.
Bild: Stängellose Schlüsselblume/Erd-Primel (Primula vulgaris Hybride, Syn.: Primula acaulis) Anfang April in *
Welche Bedeutung haben gelbe Blumen?
Gelb als helle Farbe der Sonne ist in der Blumensprache ein Symbol für Energie, Lebensfreude und Wärme. Ein gelber Blumenstrauß wird daher als Zeichen der Freude, Freundschaft und als Glückwunsch zur baldigen Genesung bei Krankheiten geschenkt.
Gelbe Blumen übermitteln dem Beschenkten also Aktivität, Kraft, Heiterkeit, Licht und Lebendigkeit. Doch Vorsicht: In einer Beziehung kann die Blumenfarbe gelb auf nachlassende Gefühle hindeuten.
Bild: Gelbe Rose (Rosa) mit Biene in einem Rosengarten im Sommer (Anfang Juli)
Welche Bedeutung haben orange Blumen?
Eine ähnliche Bedeutung wie die Farbe Gelb hat auch die kräftige Farbe Orange in der Blumensymbolik:
Orange Blumen sollen dem Empfänger Eigenschaften wie Ausdauer, Energie, Aufmunterung, Lebenslust, Fröhlichkeit, Optimismus und Wärme als Symbolik vermitteln.
Bild: Orange Blüte einer Ringelblume (Calendula officinalis) im Herbst (Anfang Oktober)
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Nutzen in Medizin und Naturheilkunde
Eine wichtige Bedeutung haben Blumen auch in der Medizin als Heilpflanzen und Arzneipflanzen (z.B. Wald-Akelei, Alpenveilchen, Arnika, Johanniskraut, Löwenzahn, Ringelblume).
Daneben werden giftige Blumen wie der Blaue Eisenhut oder das Maiglöckchen in der Homöopathie und Naturheilkunde zur Behandlung verschiedenster Krankheiten eingesetzt.
Wie bei anderen Giftpflanzen (z.B. Belladonna aus den Inhaltsstoffen der Tollkirsche, einem Nachtschattengewächs) nutzt man auch hier die Pflanzengifte in homöopathischer Dosierung für die Therapie.
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Verwendung als Duftpflanzen
Viele Blumen verströmen einen besonders intensiven Duft, um Insekten für die Bestäubung anzulocken und werden deshalb als Duftpflanzen in Duftgärten oder Schmetterlingsgärten gepflanzt.
Eine Übersicht von ganztägig oder nur abends und nachts intensiv duftenden Blumenarten findet sich auf der Unterseite → Duftblumen.
Allerdings gibt es auch sehr übel riechende Blumenarten wie die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) oder die größten Exemplare der Aronstabgewächse (Araceae) wie Gemeiner Drachenwurz (Dracunculus vulgaris), Aronstab (Arum) und Titanwurz/Titanenwurz (Amorphophallus titanum).
„Farben sind das Lächeln der Natur und Blumen sind ihr Lachen.” (James Henry Leigh Hunt, 1784–1859, englischer Schriftsteller)
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Blumensprache und Blumensymbolik
Blumen und Blumengrüße werden als Botschaften nonverbaler zwischenmenschlicher Kommunikation verwendet. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Blumensprache oder Blumensymbolik.
Das stark duftende Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Veilchen (Viola) sind sowohl ein Symbol für Bescheidenheit, Demut, Reinheit und Unschuld als auch ein Symbol für den Frühling und Fruchtbarkeit.
Der duftende Goldlack (Erysimum cheiri) ist ein Symbol für Sehnsucht oder „Ich sehne mich nach Dir”.
Traditionell sind rote Rosen und rote Tulpen ein Symbol der Liebe und Leidenschaft. Sie drücken unmißverständlich die Botschaft „Ich liebe Dich” aus, während ihre andersfarbigen Vertreter wie gelbe Rosen oder weiße Rosen je nach Land und Kultur unterschiedliche Bedeutungen haben können.
Die unter Naturschutz stehenden Enzian-Arten (Gentiana) und der Alpen-Edelweiß (Gentiana alpina) symbolisieren ein Kompliment für einzigartige Schönheit und Treue.
Das Alpen-Edelweiß ist darüber hinaus ein Symbol für Glück, Mut, Tapferkeit und Liebe, weil es im Gebirge an oft sehr schwer erreichbaren Stellen wächst und es einer Mutprobe entsprach, die Alpenblume zu erreichen.
Vergissmeinnicht (Myosotis) zu schenken bedeutet in der Blumensprache (wie schon der Name der Blumen aussagt) so viel wie „Vergiss mich nicht” oder auch ewige Liebe, Treue und Verbundensein.
Wer sicherstellen will, dass er beim Verschenken von Blumen nicht ungewollt eine Botschaft übermittelt, der sollte am besten einen möglichst bunten und gemischten Blumenstrauß zusammenstellen, um die einzelnen Blumen-Arten und Blumenfarben zu neutralisieren.
Denn traditionell wird auch den Farben von Blumen ein Katalog von Botschaften, Gefühlen und Stimmungen zugeordnet, die sie widerspiegeln (vgl. Liste von → Blumenfarben).
Allerdings ist die Blumensprache in der heutigen Zeit nicht mehr so bedeutend wie früher und der persönliche Geschmack fernab jeglicher Symbolik ist in den Vordergrund getreten.
Bild: Stängelloser Kalk-Enzian (Gentiana clusii) im Sommer (Mitte Juli) in den bayerischen Alpen *
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Wappenblumen in der Heraldik
Als Gemeine Figuren sind Blumen in der Heraldik ein wichtiges Gestaltungsmittel für das Wappenschild. Zu den wichtigsten Wappenblumen zählt dabei die Lilie.
Als heraldische Lilie wird eine Schwertlilie (Iris) mit dreiteiliger Blüte stilisiert, die ein Symbol für Reinheit und Unschuld ist sowie ein Sinnbild der Heiligen Maria.
Eine weitere häufige Wappenblume ist neben der Lilie die Rose, bei der eine fünfblättrige, geöffnete Blüte einer Heckenrose stilisiert wird. Bekannte Sonderformen der Wappenrose sind die Lippische Rose, Lutherrose und Tudor-Rose.
Die weiße Rose ist eine historische Wappenblume in England und Irland. Als Symbol ist sie zu finden im Wappen der englischen Grafschaft Yorkshire oder der irischen Grafschaft Londonderry in Nordirland.
Weitere häufige Wappenblumen sind die Distel (Edeldistel), die Mohnblume, die Sonnenblume, die Tulpe, das Veilchen und die Kornblume.
Foto: Kornblume/Zyane (Cyanus segetum, Syn.: Centaurea cyanus) im Frühling (Mai), Dauerblüher im Getreide
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Die größte und seltenste Blume der Welt
Den Rekord als größte Blume der Welt hält die selten blühende und unangenehm riechende Titanwurz oder Titanenwurz (Amorphophallus titanum) aus dem Dschungel der Insel Sumatra (Indonesien).
Die exotische Blumenart wurde 1878 von dem Botaniker Odoardo Beccari aus Florenz (Italien) bei einer Expedition auf Sumatra entdeckt.
Den bislang bekannten Rekord als größte Blume in Deutschland hält eine Titanenwurz/Titanwurz in der Wilhelma (Zoologisch-Botanischer Garten in Stuttgart, Baden-Württemberg).
Bild: Titanwurz im Botanischen Garten in Washington im Juli
Ihr Blütenstand erreichte 2005 eine Höhe von 2,94 Metern und einen Umfang von 1,50 Metern.
Als Blume mit der größten Blüte der Welt, auch unter allen Pflanzen, mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter und einem Gewicht von bis zu 11 kg gilt die Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldii).
Die nach verwesendem Fleisch riechende tropische Pflanze ohne Blätter und Wurzeln wächst nur im Regenwald von Südostasien auf den Inseln Borneo und Sumatra.
Neben der seltenen Titanenwurz gilt auch die Kärntner Wulfenie (Wulfenia carinthiaca) als seltenste Blume der Welt. Sie wächst nur auf einem kleinen Gebiet (ca. 10 km²) der Karnischen Alpen zwischen Österreich und Italien.
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Nutzung als Lebensmittel und Tees in der Küche
Viele Blumen sind essbar und können als Lebensmittel in der Küche für einen Blütensalat, als Gewürze für Speisen (Salate, Suppen, Nachspeisen/Süßspeisen) oder als Zutaten für Kräutertees verwendet werden.
Als Blättertee eignen sich beispielsweise die Blätter folgenden Blumen: Baldrian, Beinwell, Huflattich, Löwenzahn, Mädesüß, Schafgarbe oder Spitzwegerich.
Als Blütentee eignen sich beispielsweise die Blüten folgender Blumen: Arnika, Johanniskraut, Großblütige Königskerze, Mädesüß, Wilde Malve, Ringelblume, Schafgarbe, Echte und Hohe Schlüsselblume oder Studentenblume.
Als Wurzeltee eigenen sich beispielsweise die Wurzeln folgender Blumen: Baldrian, Beinwell, Gelber Enzian, Löwenzahn oder Stiefmütterchen (Wildes Veilchen).
Allerdings sollte beim Anbau der Blumen im Garten wie bei allen essbaren Pflanzen auf starke Düngung oder Pflanzenschutzmittel verzichtet werden. Auch ein Anbau essbarer Blumen an stark befahrenen Straßen empfiehlt sich nicht wegen der dort auftretenden Schadstoffbelastung.
Aus den gleichen Gründen sind auch Blumen aus dem Blumenladen nicht für den Verzehr geeignet und sind für die Nutzung als Lebensmittel in der Küche nicht geeignet.
Als Alternative zum Selberpflücken von Blumenblüten gibt es getrocknete Blumenblüten wie Hibiskusblüten, Kornblumenblüten, Malvenblüten, Ringelblumenblüten, Rosenblüten oder Veilchenblüten zu kaufen.
Diese getrockneten Blumen-Blüten werden im Handel auch als Blütenmischung (Blütenmix) angeboten.
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Die beliebteste Gartenblumen der Deutschen
Nach einer Studie vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) e.V. in Berlin mit der Universität Kassel in deutschen Kleingärten von 2003 bis 2008 war die Ringelblume (Calendula officinalis) die beliebteste Garten-Blume in Deutschland.
Die Ringelblume zählte damit neben der Petersilie (Küchenkraut), der Tomate (Fruchtgemüse), der Roten Johannisbeere (Obststräucher) und dem Echten Lavendel (immergrüner Blütenstrauch) zu den fünf häufigsten Pflanzen in deutschen Kleingärten.
Zu den meistverkauftesten und beliebtesten Schnittblumenarten in Deutschland zählen die Pflanzen-Familie der Orchideen (Orchidaceae) sowie Tulpen (Tulipa) und die zu den Dornensträuchern zählenden Rosen (Rosa).
„Blumen sind die schönen Symbole der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.” (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749–1832)
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