Giftblumen (giftige Blumen)
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition »

2. Arten, Sorten und Beispiele »

3. Umfang der Giftigkeit von Blumen »

4. Weitere Bilder und Detail-Fotos »

1. Definition

Was sind Giftblumen ? Der Begriff "Giftblume" stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Blumen-Stauden, bei denen alle oder einzelne Bestandteile Pflanzengiftstoffe enthalten.

Beim Verzehr von Bestandteilen dieser Giftblumen wie z.B. Blätter, Blüten, Stengel und Wurzel können beim Menschen Vergiftungserscheinungen auftreten.

Giftblumen (englisch: poisonous flowers) zählen wie auch Giftbäume, Giftkräuter, Giftsträucher und verschiedene Farne und Flechten zu den Giftpflanzen im Garten.

 

Purpurfarbige Blüten einer Digitalis Purpurea
Bild: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) Mitte Juni *

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Übersicht zeigt eine Liste von exotischen und einheimischen Giftblumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

 

  • Gemeine Akelei/Wald-Akelei (Aquilegia vulgaris): insb. die Samen enthalten leicht giftige Glykoside

  • Alpenveilchen (Cyclamen): giftige Blume (speziell Blätter und Knolle)

  • Belladonnalilie (Amaryllis belladonna): bes. die Blumenzwiebel enthält giftige Alkaloide (Lycorin)

  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus): alle Pflanzenteile enthalten das sehr giftige Aconitin

  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea): enthält hochgiftige Herzglykoside (Digitalisglykoside)

  • Weisser Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba'): enthält die gleichen Gifte wie der Rote Fingerhut

  • Herbstzeitlose/Herbst-Zeitlose (Colchicum, versch. Arten): enthält das sehr giftige Colchicin

  • Christrose/Schneerose (Helleborus niger): immergrüne Giftstaude mit sehr giftigen Herzglykosiden

  • Maiglöckchen (Convallaria majalis): in Deutschland unter Naturschutz, sehr giftige Digitalisglykoside

  • Garten-Petunie/Gartenpetunie (Petunia x hybrida): ein Nachtschattengewächs, wirkt halluzinogen

  • Echtes Salomonssiegel/Wohlriechende Weißwurz (Polygonatum odoratum): leicht giftig

  • Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis): leicht giftig, v.a. die Zwiebel, auch für Hunde und Katzen

  • Schöllkraut (Chelidonium majus): speziell die Wurzel ist im Herbst giftig durch Alkaloide

  • Tulpen (Tulipa): enthalten giftige Tuliposide in allen Pflanzenteilen

  • Winterling (Eranthis hyemalis): insb. die Blumenknolle hat herzwirksame Digitaloide (Khellinin)

 

Die Gemeine Akelei, das Europäische Alpenveilchen, die Christrose, der Blaue Eisenhut, der Rote und Weisse Fingerhut, die Herbstzeitlose, das Maiglöckchen, das Salomonssiegel, das Schöllkraut, das Schneeglöckchen, die Wilde Tulpe und der Winterling stehen in Deutschland unter Naturschutz.

 

Gelbe Schöllkraut-Blüte im Garten
Bild: Schöllkraut (Chelidonium majus) Ende Mai mit gelber Blüte im Garten *

 

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3. Umfang der Giftigkeit von Blumen

 Ob eine Blume giftig ist, hängt stets vom Lebewesen ab (Mensch oder Tier), vom Alter (Erwachsene oder Kinder) sowie vom persönlichen Körpergewicht und Gesundheitszustand.

Viele Blumen im Garten, die für Menschen keine Gefährdung darstellen, sind z.B. für Katzen giftige Pflanzen. Auf Fragen wie z.B. "Welche Pflanzen sind nicht giftig für Katzen?" wird jedoch nicht näher eingegangen, weil es in diesem Pflanzenlexikon nur um giftige Blumen für Menschen geht.

Umgekehrt gibt es auch Blumen, die für Menschen giftig sind, aber nicht für Tiere. Von großer Bedeutung für die Zuordnung von Blumen-Arten zu den Giftblumen ist die Menge der aufgenommenen giftigen Pflanzenteile.

Nicht zu vergessen, dass in der Medizin bestimmte Inhaltsstoffe von giftigen Pflanzen in geringer Dosierung auch zur Behandlung von Krankheiten oder für Operationen und zur Betäubung verwendet werden.

Aus diesem Grund verläuft die Grenze zwischen Giftpflanzen und Heilpflanzen/Arzneipflanzen für den Menschen meistens fliessend.

Bei Unklarheiten über giftige Blumen in Deutschland kann z.B. die 24-Stunden-Hotline vom GIZ-Nord in Göttingen für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein schnelle Aufklärung über giftige Pflanzen und Toxikologie bieten.

Informativ ist außerdem die Giftpflanzen-Broschüre vom Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Nicht zu vergessen informiert in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) in Wien über Vergiftungen und in der Schweiz das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox Info Suisse) in Zürich.

 

 

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4. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von giftigen Blumen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Pink-farbene Blüten der Neapler Herbstzeitlose
Bild: Neapler Herbstzeitlose (Colchicum neapolitanum) Ende September, eine Trichterblume *

Lila Blüten und grüne Samenkapseln einer Gemeinen Akelei
Bild: Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) Ende Mai mit den speziell giftigen Samenkapseln, eine Röhrenblume für halbschattige Standorte *

Vier hochgewachsene Exemplare vom Weißen Fingerhut Digitalis purpurea der Sorte Alba, umrahmt von mehreren Roten Fingerhüten
Bild: Weißer Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba') im Juni umrahmt von Roten Fingerhüten *

Echter Salomonssiegel, auch Wohlriechender Weißwurz
Bild: Echtes Salomonssiegel/Wohlriechender Weißwurz (Polygonatum odoratum) Anfang Mai

Europäisches Alpenveilchen mit purpur-farbigen Blüten auf einem Waldboden
Bild: Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) im Juni auf einem Waldboden

Gelbe Winterling-Blüten
Bild: Winterling (Eranthis hyemalis) Anfang März in München *

Weiße Christrosen-Blüten
Bild: Christrose/Schneerose (Helleborus niger) Anfang März in München *

Blass-gelb-rosa Blüte einer Tulpe aus der Sortengruppe Einfache Späte
Bild: Tulpe (Tulipa) aus der Sorten-Gruppe "Einfache Späte" Mitte April

* Foto © Oliver Fries

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)