Giftige Blumen (Giftblumen)
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Bilder
    1. Mit Knolle
    2. Mit Rhizom
    3. Mit Wurzel
    4. Mit Zwiebel
  3. Umfang der Giftigkeit von Blumen
  4. Notrufzentralen bei Vergiftung
    1. In Deutschland
    2. In Österreich
    3. In der Schweiz

Definition

Was sind Giftblumen ? Der Begriff "Giftblume" stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Blumen, bei denen alle oder einzelne Bestandteile Pflanzengiftstoffe enthalten.

Giftige Bestandteile von Blumen befinden sich in den Blättern, Blüten, Früchten, Samen, Stengeln oder Wurzeln.

Bei der Aufnahme von Pflanzengiften über die Haut (dermal), den Mund (oral) oder die Atmung (inhalativ) dieser giftigen Blumen für Menschen und Tiere können zum Teil sehr schwere Vergiftungserscheinungen auftreten.

Giftblumen (englisch: poisonous flowers) zählen wie auch Giftbäume, Gift-Stauden, Giftkräuter, Giftsträucher, verschiedene Farne und Flechten zu den Giftpflanzen.

 

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Arten, Sorten, Bilder

Die folgende Übersicht zeigt exotische und heimische Giftblumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Garten, auf dem Balkon oder in freier Natur (Feld, Wald, Wiese).

Dabei handelt es sich um eine Liste lebensbedrohlicher, sehr giftiger Blumen für Menschen (besonders für Babys und Kinder) und auch für Tiere, jeweils mit den vergiftungs-relevanten Inhaltsstoffen und deren Wirkungen.

Zum leichteren Bestimmen wird die Auswahl ergänzt um die Blütezeit, d.h. ob die jeweilige Giftblume im Frühling (Frühjahrsblume), im Sommer (Sommerblume), im Herbst (Herbstblume) oder im Winter (Winterblume) blüht.

Mit Knolle

Folgende Knollenblumen sind für Menschen und Tiere sehr giftig:

 

Alpenveilchen (Cyclamen, verschiedene Arten)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Pflanze ist sehr giftig, vor allem die Blätter und die Knollen enthalten das giftige Saponin Cyclamin.

Toxische Wirkung:

Der Verzehr von Alpenveilchen ist für Menschen, insbesondere für Babys und Kinder, lebensbedrohlich und auch für Tiere (Katzen, Hunde, Hasen, Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Esel, Pferde).

Bereits geringe Mengen von weniger als einem Gramm der sehr giftigen Blume können zu Erbrechen und Übelkeit führen. Das gilt besonders für die Knolle, welche die meisten Giftstoffe enthält.

Eine höhere Aufnahmemenge führt zu Schwindel, Atemlähmung und Kreislaufstörungen bis hin zu Herzstillstand.

Blütezeit:

Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum): Februar und März (Winterblume)

Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens): Juli und August (Sommerblume)

Efeublättriges Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium): Juli bis Oktober (Sommer- und Herbstblume)

 

Europäisches Alpenveilchen, botanischer Name Cyclamen purpurascens, mit rosa-violetten Blüten im Wald
Bild: Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) mit violett-rosa Blüten im Sommer (Ende Juni) im Wald

 

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Inhaltsstoffe:

Alle Pflanzenteile, besonders die Knollen, enthalten das sehr giftige Alkaloid Aconitin.

Toxische Wirkung:

Die sehr giftige Blume kann bereits bei kurzem Hautkontakt zu Hautentzündungen und bei längerem Hautkontakt Lähmungserscheinungen bewirken.

Der Verzehr von einem Gramm Aconitin ist für Menschen, besonders für Babys und Kinder, und für Tiere (Hunde, Katzen, Hamster, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Esel, Kühe, Rinder, Schafe, Pferde) lebensbedrohlich.

Ein Verzehr der Giftblume führt zu starker Übelkeit, Darmkrämpfen, Schwindelgefühl und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzversagen bzw. einer Atemlähmung.

Der Blaue Eisenhut zählt nicht nur zu den giftigsten Blumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch zu den giftigsten Pflanzen in Europa.

Daher sollte eine Verwendung als Zierpflanze im Sommer wegen der hohen Vergiftungsgefahr sehr gut überlegt und ggf. auf andere Sommerblumen für den Balkon oder Garten ausgewichen werden.

Blütezeit der blauen Sommer-Blume:

Juli bis September

 

Lila-blaue Blüten von einem Blauen Eisenhut, botanischer Name Aconitum napellus, auf einer Wiese in den Alpen
Bild: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) mit blau-lila Blüten auf einer Alpen-Wiese im Sommer (August), die giftigste Blume in Europa

 

Herbstzeitlose (Colchicum, verschiedene Arten)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Knollen-Pflanze enthält das sehr giftige und in der Wirkung dem Arsen ähnliche Colchicin sowie weitere Alkaloide. Die Konzentration ist in den rosa-violetten Blüten am höchsten.

Toxische Wirkung:

Die Herbstzeitlose ist für Menschen (besonders für Babys und Kinder) und für Kleintiere (Hamster, Hasen, Hunde, Kaninchen, Katzen, Meerschweinchen) und Großtiere (Esel, Rinder, Schafe, Schweine, Kühe, Pferde) giftig.

Der Verzehr der sehr giftigen Blume kann zu starker Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Nierenversagen bis hin zu Atemlähmung führen.

Deshalb sollte eine Verwendung als Zierpflanze im Herbst wegen der hohen Vergiftungsgefahr reiflich überlegt und ggf. andere Herbstblumen für den Garten oder den Balkon ausgewählt werden.

Sammler von Wildgemüse im Wald verwechseln bisweilen die Herbstzeitlosen-Blätter mit Bärlauch-Blättern, einem beliebten Küchenkraut, oder sammeln es aus Versehen mit, weshalb immer wieder Vergiftungen durch die Herbstzeitlose stattfinden.

Blütezeit der rosa-violetten Herbst-Blume:

September bis Oktober, einige Arten blühen bereits ab August

 

Rosa-violett-farbene Blüten der Neapler Herbstzeitlose, botanischer Name Colchicum neapolitanum, im Garten
Bild: Neapler Herbstzeitlose (Colchicum neapolitanum) mit violett-rosa Blüten im Herbst (September) im Garten *

 

Winterling (Eranthis hyemalis)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Knollen-Pflanze ist sehr giftig, besonders in der Blumenknolle befinden sich herzwirksame Digitaloide (Khellinin) und die Steroidglykoside Eranthin A und Eranthin B.

Toxische Wirkung:

Der Verzehr der sehr giftigen Blume bewirkt zunächst Erbrechen, Übelkeit, Durchfall oder Darmkoliken und führt schließlich zu Atemnot, verlangsamtem Herzschlag und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzstillstand.

Winterlinge sind nicht nur Menschen, insbesondere für Babys und Kinder, giftig, sondern auch für Tiere wie Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Esel, Schafe, Kühe, Rinder und Pferde.

Zu beachten ist allerdings, dass die Giftblume wegen ihres bitteren Geschmacks von Tieren oft verschmäht wird.

Blütezeit der gelben Winter-Blume:

Februar bis März

 

Gelbe Blüten vom Winterling, botanischer Name Eranthis hyemalis, im Garten
Bild: Winterling (Eranthis hyemalis) mit gelben Blüten im Spät-Winter (Anfang März) in einem Garten in Bayern *

 

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Mit Rhizom

Folgende Blumen mit Speicher-Rhizom sind für Menschen und Tiere sehr giftig:

 

Christrose/Schneerose (Helleborus niger)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Pflanze ist sehr giftig, vor allem die schwarzen Wurzeln unterhalb des ebenfalls schwarzen Rhizoms enthalten das giftige Lacton Protoanemonin, Ranuncosid und Herzglykoside wie das Saponin Helleborin.

Toxische Wirkung:

Bei Verzehr kann die immergrüne Giftstaude zu Durchfall und Erbrechen, Schwindel, Entzündungen und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Atemlähmung führen.

Die Christrose/Schneerose ist für Menschen eine sehr giftige Blume, und ganz besonders für Babys und Kinder.

Das gilt auch für Tiere wie Katzen, Hunde, Esel, Hamster, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Pferde, Kühe, Rinder und Schafe.

Blütezeit der weißen Winter-Blume:

Februar bis April

 

Weiße Blüten von Christrosen (Schneerosen), botanischer Name Helleborus niger, mit gelben Kronblättern und Staubblättern im Garten
Bild: Weiße Blüten einer Christrose/Schneerose (Helleborus niger) im Frühling (Anfang März) in einem Garten *

 

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Inhaltsstoffe:

Alle Pflanzenteile sind sehr giftig, besonders die stark duftenden, weißen Blüten und orange-roten Früchte enthalten sehr giftige Digitalisglykoside (Herzglykoside) wie Convallatoxin.

Toxische Wirkung:

Bereits ein Hautkontakt mit der Giftblume führt zu Reizungen. Der Verzehr kann zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und Schwindel bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand führen.

Die sehr giftige Blume ist für Menschen (speziell für Babys und Kinder) lebensbedrohlich und auch für Tiere wie Hunde, Katzen, Pferde, Hasen, Kaninchen, Esel, Kühe, Rinder und Nagetiere (Hamster, Meerschweinchen).

Maiglöckchen-Blätter werden bisweilen von Wildkräuter-Sammlern im Wald mit Bärlauch-Blättern, einem beliebten Salatgewürz, verwechselt oder aus Versehen mit gesammelt, weshalb es immer wieder zu Vergiftungen kommt.

Blütezeit der weißen Frühlings-Blume:

April bis Juni

 

Weiße Blüten von Maiglöckchen, botanischer Name Convallaria majalis, im Wald
Bild: Maiglöckchen (Convallaria majalis) mit weißen Blüten, auch Maieriesli (Schweiz), im Wald im Frühling (Mai)

 

Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Pflanze enthält wirksame Herzglykoside wie Helleborein und Hellebrin, das Lacton Protoanemonin und das sehr giftige Saponin Helleborin, das die roten Blutkörperchen zerstört, wenn es in die Blutbahn gelangt.

Toxische Wirkung:

Die sehr giftige Blume reizt stark die Haut und Schleimhäute und kann zu Entzündungen und Verätzungen führen.

Bei Verzehr der immergrünen Stinkenden Nieswurz wird das zentrale Nervensystem beeinträchtigt und es können sich Übelkeit, Durchfälle, Krämpfe, Kreislaufstörungen und Lähmungen ergeben bis hin zum Herzstillstand.

Die Giftblume gefährdet nicht nur Menschen (besonders Babys und Kinder), sondern auch Tiere wie Hunde, Katzen, Pferde, Kühe, Rinder, Schafe, Hasen, Kaninchen, Nagetiere (Meerschweinchen, Hamster, Mäuse).

Angesichts der starken Kontakt-Giftwirkung ist von einer Verwendung als Zierpflanze im Spät-Winter eher abzuraten und es sollten ggf. andere Winterblumen für den Garten oder den Balkon in Erwägung gezogen werden.

Blütezeit der gelb-grünen Winter-Blume:

Februar bis April

 

Hellgrüne bis grüne Blüten mit orange-rotem Blütenrand einer Stinkenden Nieswurz, botanischer Name Helleborus foetidus, am Wegrand
Bild: Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) am Wegrand im Frühling (März), mit dem reichhaltigen Nektar-Angebot ihrer grünen Blüten ist die giftige Blume für Bienen und Hummeln ein Anziehungspunkt im Garten

 

Grüne Nieswurz (Helleborus viridis)

Inhaltsstoffe:

Die Grüne Nieswurz enthält dieselben Giftstoffe wie die mit ihr verwandte Stinkende Nieswurz (vgl. zuvor).

Toxische Wirkung:

Die sehr giftige Blume bewirkt dieselben Vergiftungen wie die Stinkende Nieswurz (vgl. zuvor).

Blütezeit der grünen Winter-Blume:

Februar bis April

 

Gelb-grüne Blüten einer Grünen Nieswurz, botanischer Name Helleborus viridis, im Wald umgeben von verwelkten, bräunlichen Laubbaum-Blättern
Bild: Grüne Nieswurz (Helleborus viridis) mit gelb-grünen Blüten im Frühling (März) im Wald

 

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Inhaltsstoffe:

Alle Pflanzen-Bestandteile sind sehr giftig, speziell der Milchsaft sowie die Wurzel im Herbst durch Alkaloide wie Chelerythrin, Chelidonin, Coptisin, Sanguinarin oder Spartein.

Toxische Wirkung:

Der Verzehr der sehr giftigen Blume bewirkt zunächst schmerzhafte Magen- und Darm-Beschwerden, Durchfall, Erbrechen, starkes Brennen und Blasenbildung im Mund und Rachen, Übelkeit und erhöhten Speichelfluss.

Bei der Aufnahme größerer Giftstoff-Mengen können Krämpfe, Kreislaufstörungen und Schwindel bis hin zu Kreislaufversagen auftreten.

Das Schöllkraut ist für Menschen und speziell für Babys und Kinder giftig sowie für Tiere wie Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Esel, Kühe, Rinder, Pferde, Schafe und für Nager (Hamster, Meerschweinchen).

Blütezeit der gelben Frühlings-Blume:

Mai bis Oktober

 

Gelbe Schöllkraut-Blüte, botanischer Name Chelidonium majus, im Wald
Bild: Schöllkraut (Chelidonium majus) im Frühling (Ende Mai) mit gelber Blüte im Wald *

 

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Mit Wurzel

Folgende Blumen mit Wurzeln sind für Menschen und Tiere sehr giftig:

 

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Pflanze, besonders die Wurzel, enthält sehr giftige Herzglykoside, genauer Digitaloide (Digitalis-Glykoside) mit Cardenoliden.

Toxische Wirkung:

Der Verzehr von Blättern der sehr giftigen Blume kann zu großer Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Herzversagen und Herzrhytmusstörungen führen.

Die Giftpflanze ist sowohl für Menschen (speziell für Babys und Kinder), als auch für Tiere (Hasen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Hunde, Katzen, Esel, Kühe, Rinder, Pferde, Schafe) giftig.

Allerdings kommt es wegen des sehr bitteren Geschmacks vom Roten Fingerhut nur selten zu Vergiftungen.

Blütezeit der roten Sommer-Blume:

Juni bis August

 

Rosa-violette Blüten eines Roten Fingerhutes, botanischer Name Digitalis Purpurea, mit Röhren- und Glocken-Form im Garten
Bild: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) mit violett-roten Blüten im Garten zu Sommer-Beginn (Ende Juni) *

 

Weißer Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba')

Inhaltsstoffe:

Der Weiße Fingerhut enthält dieselben Giftstoffe wie der Rote Fingerhut (vgl. zuvor).

Toxische Wirkung:

Die Giftblume bewirkt identische Vergiftungen wie der Rote Fingerhut (vgl. zuvor).

Blütezeit der weißen Sommer-Blume:

Juni bis Juli

 

Vier hochgewachsene Exemplare vom Weißen Fingerhut der Sorte Alba, botanischer Name Digitalis purpurea, umrahmt von mehreren Roten Fingerhüten in einem Garten-Beet
Bild: Weißer Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba') zu Sommer-Beginn (Ende Juni) umrahmt von Roten Fingerhüten in einem Garten-Beet *

 

Gewöhnliche Kuhschelle/Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Pflanze ist giftig, besonders die frischen, grünen Teile, die das Lacton Protoanemonin enthalten. Im getrockneten Zustand verringert sich die Giftigkeit erheblich.

Toxische Wirkung:

Bei Kontakt mit der Haut oder den Schleimhäuten verursacht die Küchenschelle (Kuhschelle) Entzündungen, Blasen und Schwellungen bis hin zu Verätzungen.

Bei Verzehr der Giftblume können Magen- und Darmprobleme, Übelkeit und Erbrechen, Entzündungen der Nieren bis hin zu Krämpfen und Lähmungen des zentralen Nervensystems resultieren.

Die giftige Blume ist für Menschen, insbesondere Babys und Kinder, giftig und je nach Körpergröße, Körpergewicht und Aufnahmemenge auch für Tiere wie Esel, Hunde, Katzen oder Pferde.

Blütezeit der violetten Frühlings-Blume:

März bis Mai

 

Violette Blüten von Gewöhnlichen Küchenschellen oder Kuhschellen, botanischer Name Pulsatilla vulgaris, am Wegesrand
Bild: Gewöhnliche Küchenschelle/Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris) mit violetten Blüten am Wegesrand im Frühling (Mai)

 

Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Inhaltsstoffe:

Alle Pflanzen-Bestandteile sind sehr giftig, besonders der Milchsaft und die Samen. Alle Wolfsmilch-Arten enthalten hautreizende und ätzende Terpene bzw. Triterpene wie Euphorbon.

Toxische Wirkung:

Bei Hautkontakt mit der sehr giftigen Blume entstehen schmerzhafte Blasen und Hautentzündungen (Dermatitis).

Besonders ein Augenkontakt mit dem Milchsaft kann zu schwerwiegenden Entzündungen der Bindehaut und der Netzhaut führen.

Allgemein kann der Milchsaft der Zypressen-Wolfsmilch die Wirkung von krebsauslösenden Stoffen verstärken.

Der Verzehr der Giftblume kann blutige Durchfälle, blutigen Harn, Magen- und Darm-Koliken und Krämpfe bis hin zu Leberschädigungen, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen und Kreislaufzusammenbruch bewirken.

Die Zypressen-Wolfsmilch ist nicht nur für Menschen (speziell Babys und Kinder) giftig, sondern auch für Tiere wie Hunde, Katzen, Rinder, Kühe, Schafe, Pferde, Esel, Schafe, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster.

Zu beachten ist, dass die Frühjahrsblume von Weidetieren wegen ihres scharfen Geschmacks und intensiven Geruchs verschmäht wird.

Weil die Giftigkeit wie bei der Herbstzeitlosen auch im trockenen Zustand erhalten bleibt, können Tiere im Frühling die Zypressen-Wolfsmilch beim Fressen von Heu nur schwer erkennen und sich dennoch vergiften.

Blütezeit der gelb-grünen Frühjahrs-Blume:

April bis Juni

 

Gelb-grüne Blüten einer Zypressen-Wolfsmilch, botanischer Name Euphorbia cyparissias, im Garten
Bild: Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) mit gelb-grünen Blüten im Frühling (Anfang Mai) im Garten

 

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Mit Zwiebel

Folgende Zwiebelblumen sind für Menschen und Tiere sehr giftig:

 

Echte Amaryllis/Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)

Inhaltsstoffe:

Alle Pflanzen-Teile sind sehr giftig, v.a. die Blumenzwiebel und die Samen enthalten Lycorin, ein sehr giftiges Alkaloid.

Toxische Wirkung:

Bereits ein geringer Verzehr ab zwei Gramm der sehr giftigen Blume kann starke Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen und Übelkeit, Nierenversagen bis hin zu Atemlähmung und Herzstillstand hervorrufen.

Die Giftigkeit der Amaryllis (Belladonnalilie) besteht für Menschen, besonders für Babys und Kinder, und auch für Tiere (Katzen, Hunde, Hamster, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Esel, Schafe, Rinder, Kühe, Pferde).

Blütezeit der rosa-roten Sommer-Blume:

Februar bis April, die Zwiebelblume ist nicht winterhart

 

Trompetenförmige, rot-rosa Blüten einer Belladonna-Lilie, botanischer Name Amaryllis belladonna, auf einem langen, dunkelroten Stängel in einem Vorgarten
Bild: Echte Amaryllis/Belladonnalilie (Amaryllis belladonna) mit rosa-roten Blüten im Winter (März) im Vorgarten

 

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Pflanze ist giftig, v.a. die Blumen-Zwiebeln, und enthält Alkaloide wie Fritillin oder Imperialin.

Toxische Wirkung:

Bei Hautkontakt kann es zu Hautreizungen kommen (Kontaktdermatitis). Ein Verzehr kann Erbrechen und Übelbkeit, Magen-Darm-Krämpfe und Kreislaufstörungen bis hin zu Herzstillstand hervorrufen.

Die Giftigkeit der Kaiserkrone besteht für Menschen, speziell für Babys und Kinder, sowie für Tiere (Hunde, Katzen, Hamster, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Schafe, Esel, Rinder, Kühe, Pferde).

Blütezeit der orangen Winter-Blume:

Februar bis April

 

Hängende orange Blüte einer Kaiserkrone, botanischer Name Fritillaria imperialis, mit grünem, kronen-förmigem Blätter-Schopf
Bild: Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) mit oranger Blüte in einem Garten Anfang April

 

Tulpen (Tulipa)

Inhaltsstoffe:

Die gesamte Zwiebel-Pflanze ist sehr giftig und enthält das giftige Tulipanin, ein Tuliposid.

Toxische Wirkung:

Ein längerer Hautkontakt mit Pflanzen-Bestandteilen der giftigen Blume kann zu einer sog. "Tulpen-Zwiebel-Dermatitis" mit Ekzemen, Haut-Rissen, Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen führen.

Der Verzehr von größeren Mengen der Giftblume kann zu Bauchschmerzen, Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und erhöhtem Speichelfluß bis hin zu Apathie, Schock-Zuständen und Atemstillstand führen.

Tulpen sind nicht nur für Menschen und besonders für Babys und Kinder giftig, sondern auch für Hasen, Kaninchen, Hunde, Katzen, Esel, Pferde, Schafe, Kühe, Rinder und Nagetiere (Hamster, Meerschweinchen).

Allerdings ist die kritische Aufnahmemenge der Pflanzengifte von Tulpen im Verhältnis zur jeweiigen Körpergröße nicht genau bekannt.

Blütezeit der Frühlingsblumen:

Frühe Tulpen: Ende März bis April

Mittlere Tulpen: Apri bis Anfang Mai

Späte Tulpen: Mai bis Anfang Juni

 

Blass-gelb-rosa Blüte einer Tulpe, botanischer Name Tulipa, aus der Sortengruppe Einfache Späte im Garten
Bild: Tulpe (Tulipa) aus der Sorten-Gruppe "Einfache Späte" im Garten mit blass-gelb-rosa Blüte im Frühling (Mitte April)

 

Hinweise:

 

Es gibt noch eine Vielzahl von leicht giftigen Blumen, deren Aufzählung allerdings den Rahmen dieser Übersicht übersteigen würde.

So könnten die Garten-Petunie (Petunia x hybrida), ein halluzinogen wirkendes Nachtschattengewächs, einige Sorten der Chrysanthemen (Chrysanthemum) und der Calla/Drachenwurz (Calla palustris), ebenfalls zu den Giftblumen gezählt werden.

Die Gartenpetunien, Chrysanthemen und Callas zählen jedoch nicht zu den sehr giftigen Blumen.

Alpenveilchen, Christrose, Blauer Eisenhut, Roter Fingerhut, Weißer Fingerhut, Küchenschelle (Kuhschelle), Maiglöckchen und Nieswurz stehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Naturschutz.

 

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Umfang der Giftigkeit von Blumen

Ob eine Blume giftig ist, hängt stets vom Alter (Kinder oder Erwachsene), Körpergewicht, Gesundheitszustand und Lebewesen (Menschen oder Tiere) ab.1

Es gibt z.B. Blumen im Garten, auf dem Balkon, im Wald oder auf der Wiese, die für Menschen ungiftig sind und für sie keine Gefährdung darstellen, jedoch für Tiere giftig sind.

So ist der Milchsaft des Gewöhnlichen Löwenzahns (Taraxacum sect. Ruderalia) beispielsweise für Katzen giftig.2

Von großer Bedeutung für die Zuordnung von Blumen-Arten zu den Giftblumen ist die Menge der aufgenommenen giftigen Pflanzenteile, die Art der Aufnahme oder die Art des Giftes.

Nicht zu vergessen, dass in der Medizin bestimmte Inhaltsstoffe von giftigen Pflanzen in geringer Dosierung auch zur Behandlung von Krankheiten oder für Operationen und zur Betäubung verwendet werden.

Aus diesem Grund verläuft die Grenze zwischen Giftpflanzen und Heilpflanzen oder Arzneipflanzen für den Menschen meistens fließend.

Allgemein gilt, dass das Pflanzen von giftigen Blumen immer ein Risiko für die Gesundheit bedeutet.

Das gilt ganz besonders für den Garten, Vorgarten, Balkon und Spielplatz oder für Außenanlagen von Häusern und Gebäuden, wo Kinder spielen und mit giftigen Blumen in Berührung kommen können.

Und natürlich sollte beim Pflanzen von Giftblumen immer darauf geachtet werden, ob sie auch für Tiere wie Hunde, Katzen und Pferde eine gesundheitliche Gefahr darstellen.

 

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Notrufzentralen bei Vergiftung

Bei einer Vergiftungen mit giftigen Blumen oder dem Verdacht einer Vergiftung gibt es folgende Notruf-Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In Deutschland

Nach §16e des Chemikaliengesetzes (ChemG) sind die Bundesländer in Deutschland verpflichtet, Informations- und Behandlungszentren für Vergiftungen zu bezeichnen.

Diese sollen Erkenntnisse über gesundheitliche Auswirkungen gefährlicher Stoffe oder gefährliche Zubereitungen sammeln und auswerten und bei stoffbezogenen Erkrankungen durch Beratung und Behandlung Hilfe leisten.

 

Bei Unklarheiten über giftige Blumen kann in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die 24-Stunden-Hotline vom GIZ-Nord in Göttingen eine schnelle Aufklärung über giftige Pflanzen und Toxikologie bieten.

Zur GIZ-Nord-Webseite

 

Das "Klinikum Charité - Universitätsmedizin Berlin" betreibt ein Giftinformationszentrum, das rund um die Uhr und ganzjährig bei Vergiftungsverdacht durch giftige Blumen und andere Pflanzen in den Bundesländern Berlin und Brandenburg berät.

Zur Charité-Webseite

 

Das Gemeinsame Giftinformations­zentrum (GIZ) für die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im HELIOS Klinikum Erfurt berät 24-Stunden bei akuten und chronischen Vergiftungen mit giftigen Blumen, wenn möglich auch bei Vergiftungsfällen von Tieren.

Zur GIZ-Webseite

 

Das Universitätsklinikum Freiburg in Baden-Württemberg hat eine Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) eingerichtet, die über Vergiftungen mit giftigen Blumen und anderen Pflanzen-Arten, Drogen oder die Einwirkung von Medikamenten informiert.

Zur VIZ-Webseite

 

Das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) und die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes bieten ein Informations- und Behandlungszentrum für akute Vergiftungsnotfälle und Vergiftungen im Saarland mit Giftblumen und anderen Pflanzen-Arten.

Zur UKS-Webseite

 

Die Abteilung für Klinische Toxikologie vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) hat den Giftnotruf München eingerichtet, der bei Vergiftungs- und Vergiftungsverdachtsfällen in Bayern mit Giftblumen und allen anderen Vergiftungsgründen informiert.

Zur TUM-Webseite

 

Das Giftinformationszentrum der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) bietet rund um die Uhr professionelle und ärztliche Beratung bei Vergiftungen mit giftigen Blumen und anderen Pflanzen-Arten.

Zur JGU-Webseite

 

Das Zentrum für Kinderheilkunde vom Universitätsklinikum Bonn (UKB) in Nordrhein-Westfalen hat eine Informationszentrale gegen Vergiftungen eingerichtet, die als Giftnotruf in Deutschland rund um die Uhr medizinisches Fachpersonal und Laien bei chronischen oder akuten Vergiftungen berät.

Zur UKB-Webseite

 

Informationen über giftige Blumen in Deutschland liefert außerdem die Broschüre "Giftpflanzen - beschauen nicht kauen !" vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Bundeslandes NRW in Düsseldorf.

Zur MAGS-Webseite

 

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In Österreich

In Wien informiert die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) als offizielle Informationsstelle von Österreich über Vergiftungen und bietet toxikologische Beratung bei Vergiftungsverdacht durch giftige Blumen und andere Pflanzen in Österreich.

Darüber hinaus wird auch über weitere Auslöser von Vergiftungen wie Haushaltsprodukte, Medikamente, Sucht- und Genussmittel, chemische Stoffe, Tiere oder unbekannte Stoff-Arten informiert.

Zur VIZ-Webseite

 

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In der Schweiz

Als offizielle Informationsstelle der Schweiz In Zürich gibt das Tox Info Suisse (Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum) rund um die Uhr ärztliche Auskunft bei dem Verdacht auf eine Vergiftung durch giftige Blumen und andere Pflanzen in der Schweiz.

Zusätzlich erfolgt eine Beratung für alle anderen Arten von Vergiftungen durch Chemikalien, Medikamente, Lebensmittel, Tiere und andere Produkte.

Zur Tox Info Suisse Webseite

 

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[1] Bei der Frage der Giftigkeit von Pflanzen für verschiedene Lebewesen gibt es z.B. Gemüse-Pflanzen, die für Menschen ungiftig und für Tiere giftig sind. So sind der Knoblauch (→ ein Wurzelgemüse) und die Zwiebel (→ ein Zwiebelgemüse) für Hunde und Katzen abhängig vom Körpergewicht und der aufgenommenen Menge schädlich oder sogar giftig.

[2] In diesem Pflanzen-Lexikon wird auf Fragen wie "Welche Pflanzen sind (nicht) giftig für Katzen?" nur eingegangen, wenn diese Pflanzen auch für Menschen giftig sind, weil es primär um giftige Blumen für Menschen geht.