Vogelschutzhecken - Vogelschutzgehölze
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Mit Früchten
    2. Immergrün
    3. Sommergrün
  3. Warum nur heimische Heckenpflanzen für Vögel ?
  4. Bedeutung von Fall-Laub und Ästen
  5. Warum sollten Vogelschutzhecken Früchte tragen ?
  6. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition

Was sind Vogelhecken ? Der Begriff "Vogelhecke" (auch Vogelschutzhecke, Vogelschutzgehölze) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache.

Gemeint sind relativ freiwachsende früchtetragende Hecken, die eine besondere ökologische Bedeutung für Vogelarten, Singvögel und den Vogelschutz haben.

Vogelschutzhecken bestehen meist aus einheimischen Heckenpflanzen (Vogelsträucher), die weitgehend in das nahe Ökosystem eingebunden sind.

Sie stellen für viele Vögel mit ihren Blüten, Knospen und Früchten eine wichtige Nahrungsgrundlage bereit.

Bei den Solitär-Heckenpflanzen handelt es sich überwiegend um heimische Wildsträucher, weil die Früchte exotischer Sträucher oft nicht als Nahrung für die einheimische Vogel-Welt geeignet sind.

 

Spatz auf einem Eingriffeligem Weißdorn in weisser Blüte
Bild: Spatz (Passer domesticus) auf Eingriffeligem Weißdorn (Crataegus monogyna)

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Übersicht zeigt typische Beispiele für Heckenpflanzen, die dem Vogelschutz dienen:

Mit Früchten

Die nachfolgende Liste zeigt Beispiele für ungiftige Heckenpflanzen für Vögel mit Früchten, die roh essbar sind oder nach dem Kochen verwendet werden können:

 

  • Gewöhnliche Berberitze/Sauerdorn (Berberis vulgaris)

  • Echte Brombeere (Rubus fruticosus)

  • Bocksdorn (Lycium)

  • Gewöhnliche Felsenbirne/Felsenmispel (Amelanchier ovalis)

  • Haselnuss/Gemeine Hasel (Corylus avellana)

  • Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
  • Roter Holunder (Sambucus racemosa)

  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

  • Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)

  • Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)

  • Kornelkirsche/Gelber Hartriegel (Cornus mas)

  • Kratzbeere/Bereifte Brombeere (Rubus caesius)

  • Echte Mehlbeere (Sorbus aria)

  • Sanddorn/Sandbeere (Hippophae rhamnoides)

  • Scheinquitte (Chaenomelis japonica)

  • Schlehe/Schwarzdorn (Prunus spinosa)

  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)

  • Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)

  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

  • Wildapfel/Holzapfel (Malus sylvestris)

  • Wildbirne (Pyrus pyraster)

 

Hinweis zur Übersicht:

 

Die Früchte vom Bocksdorn, einem Nachtschattengewächs, zählen unter der Bezeichnung "Goji-Beeren" als Nahrungsergänzung zum sog. → Superfood.

Ergänzt werden kann eine Vogelschutzhecke durch schnellwachsende Bäume wie eine Vogelbeere / Eberesche (Sorbus aucuparia) oder eine Vogel-Kirsche (Prunus avium):

Denn die Früchte beider Baumarten werden gemäß einschlägiger Literatur von über 50 Vogelarten genutzt.

Darüber hinaus sind die Blüten der Vogelkirsche eine sehr wichtige Nektarquelle für Bienen und Hummeln.

Die Haselnuss/Gemeine Hasel zählt zu den Nußsträuchern und kann zum Teil auch als Nussbaum wachsen.

Die Brombeere ist eine Kletterpflanze und benötigt eine Kletterhilfe. Die Heidelbeere ist ein Zwergstrauch.

 

Rotkehlchen im Frühjahr auf einem noch nicht ausgetriebenem Laub-Ast
Bild: Rotkehlchen (Erithacus rubecula) im Frühling auf Laub-Ast, Vogel des Jahres 1992

 

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Immergrün

Die folgende Liste zeigt Beispiele für Heckenpflanzen, mit denen eine immergrüne Hecke für Vögel angelegt werden kann:

 

  • Buchsbaum/Buchs (Buxus sempervirens)

  • Eibe (Taxus baccata)

  • Feuerdorn (Pyracantha)

  • Schwarzgrüner Liguster (Ligustrum vulgare 'Atrovirens')

  • Mahonie (Mahonia aquifolium)

  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

 

Hinweise zur Übersicht:

 

Die Liguster-Sorte 'Atrovirens' wächst nur bei mildem Klima als immergrüne Vogel-Hecke.

Buchs, Eibe und Wacholder sind giftig und können als Giftbäume wachsen: Eibe und Wacholder als Nadelbaum und der Buchsbaum als Laubbaum.

 

Kohlmeise auf dem Ast von einem Fichtenbaum
Bild: Kohlmeise (Parus Major) auf dem Ast einer Fichte (Picea)

 

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Sommergrün

Die folgende Liste zeigt Beispiele für Heckenpflanzen, mit denen eine sommergrüne Hecke für Vögel angelegt werden kann:

 

  • Feld-Ahorn (Acer campestre)
  • Flieder (Syringa)

  • Hainbuche (Carpinus betulus)

  • Rote/Gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)

  • Heckenrose/Hunds-Rose (Rosa canina)

  • Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) und weitere Kreuzdorngewächse

  • Rote Heckenberberitze (Berberis thunbergii)

  • Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)

  • Bibernell-Rose (Rosa spinosissima)

  • Wein-Rose (Rosa rubiginosa): auch Apfel- oder Zaun-Rose

  • Rotbuche (Fagus silvatica)

  • Echter Rotdorn (Crataegus laevigata "Paul’s Scarlet")

  • Schneelball-Arten:

- Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)

- Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)

  • Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus)

  • Schönfrucht/Liebesperlenstrauch (Callicarpa bodinieri)

  • Späte Traubenkirsche (Prunus serotina)

  • Korb-Weide (Salix viminalis): mit bürstenförmigen Blüten

  • Sal-Weide (Salix caprea)

  • Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna): eine Heilpflanze

 

Hinweise zur Übersicht der Vogelschutzgehölze:

 

Unter den genannten Hecken für Vögel hat die Salweide (auch Palmweide) eine besondere Bedeutung:

Der schnellwachsende Großstrauch oder kleine Baum ist wegen seiner frühen Blüte eine wichtige Futterpflanze für Bienen im Frühjahr.

Außerdem zieht die Salweide Hunderte von Insekten an, von denen sich wiederum viele Vogelarten ernähren.

Weitere schnellwachsende Hecken für Vögel sind die Hainbuche und der Feldahorn, die auch als Großbaum (Hainbuche) oder mittelgroßer Baum (Feld-Ahorn) wachsen.

Das Pfaffenhütchen bzw. der Spindelstrauch ist eine Giftpflanze, die auch als Kleinbaum wächst.

 

Haussperling im Frühling auf dem Ast von einem nicht ausgetriebenem Laubgehölze-Ast
Bild: Haussperling (Passer domesticus) auf Laubgehölze-Ast im Frühjahr, Vogel des Jahres 2002

 

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Warum nur heimische Heckenpflanzen für Vögel ?

Die Blätter einer einheimischen Heckenpflanze stellen eine Nahrung für viele Insekten und ihre Larven dar, die sich in der Hecke ansiedeln.

Viele Vogel-Arten ernähren sich von diesen Insekten und lassen sich bevorzugt in insekten-reichen Hecken nieder zum nisten und brüten.

Allerdings erfüllen etliche (exotische) Zier- und Heckenpflanzen wie der Kirschlorbeer oder Koniferen wie Zypresse und Thuja (Lebensbaum) diese Voraussetzungen nicht:

Sie bieten für Vögel nur eine Versteck-Möglichkeit. Diese Hecken sind daher als Vogelschutzgehölz nur bedingt geeignet.

Darüber hinaus finden sich in vielen Vogelhecken auch Rosensträucher oder Dornensträucher wie die Berberitze, der Feuerdorn, die Himbeere, der Sanddorn, die Schlehe, der Weißdorn oder die Zierquitte.

Sie können durch ihre Dornen bzw. Stacheln die Vögel sehr wirksam vor Angreifern und Frassfeinden (z.B. Katzen) schützen.

Vogelschutzhecken sind daher ein unverzichtbares Element in einem naturnahen und ökologisch ausgerichteten Garten.

 

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Bedeutung von Fall-Laub und Ästen

Das Laub von Bäumen und Sträuchern im Umfeld einer Vogelschutz-Hecke und auch am Vogelstrauch selbst sollte im Herbst möglichst liegen gelassen werden.

Es dient nicht nur dem Düngen des Bodens, sondern schafft auch die Voraussetzung, dass viele Vögel wie z.B. Drosseln im modernden Laub Insekten und Würmer finden können. 

Die Äste von Vogelschutz-Hecken sollte man nur begrenzt bis gar nicht schneiden, weil dort viele Insekten nisten, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vogelarten wie z.B. Rotkehlchen oder Zaunkönige sind.

Auf einen Formschnitt dieser Pflanzen sollte deshalb sinnvoller Weise verzichtet werden.

Ferner empfiehlt es sich, eine Vogelhecke etwas enger zu pflanzen, damit sie für die Vögel wirklich einen dichten und sicheren Schutz bietet.

 

Buchfink mit orangebraunem Körper auf einem Ast
Bild: Buchfink (Fringilla coelebs) auf einem Ast *

 

 

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Warum sollten Vogelschutzhecken Früchte tragen ?

Die Beeren und Früchte der Vogelhecken bleiben meist bis lange in den Winter hinein hängen und bieten für die Vögel auch in der kalten Jahreszeit eine natürliche Nahrungsgrundlage.

Aktiver Vogelschutz beginnt also bereits mit der Auswahl der richtigen Hecken-Pflanzen und Vogelsträucher im heimischen Garten.

Fernab von Vogelhäuschen wären viele Vögel im Winter dann nicht auf eine Fütterung durch den Menschen angewiesen.

Bei einer Gartengestaltung mit fruchttragenden Hecken für einheimische Vögel sollte allerdings darauf geachtet werden, dass nicht immer alle Früchte und Pflanzenteile der verwendeten Fruchtsträucher für Menschen verträglich sind.

So gibt es Sträucher, die zu den Giftpflanzen zählen, weil sie giftige Früchte tragen und/oder Pflanzengifte in anderen Pflanzenteilen wie Blättern, Blüten, Rinde, Samen oder Wurzel aufweisen wie z.B. Buchsbaum, Eibe und Pfaffenhütchen.

Die Giftigkeit von Heckenpflanzen ist besonders dann von Bedeutung, wenn

 

  • sich Kinder im Garten aufhalten,

  • die Gartenhecke in der Nähe von Kinderspielplätzen gepflanzt wird,

  • die Gartenhecke an hoch frequentierte Wege und Strassen grenzt oder

  • sich Haus-Tiere wie z.B. Hunde, Katzen, Kaninchen im Garten aufhalten.

 

Wenn sich also der Standort einer Vogelschutzhecke nicht mit giftigen Heckenpflanzen vereinbaren lässt, dann können alternativ Obststräucher mit essbaren Früchten wie Brombeeren und Haselnüsse gepflanzt werden.

Ferner können auch Heckenpflanzen gepflanzt werden, die zu den Arzneipflanzen oder Heilkräutern zählen wie z.B. Holunder, Sanddorn, Sal-Weide oder Weißdorn, die sich je nach Pflanze auch als Teekraut für Blättertee, Blütentee oder Früchtetee eignen.

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder einheimischer Vögel im Garten und Detail-Fotos zum Bestimmen der Art:

 

Amsel, auch Schwarzdrossel, auf einem Maulwurfshügel im Garten
Bild: Amsel/Schwarzdrossel (Turdus merula) auf einem Maulwurfshügel im Garten

 

Buntspecht im Frühjahr auf einem Ast von einem Birnbaum
Bild: Buntspecht (Dendrocopos major) Ende April, Vogel des Jahres 1997 *

 

Eisvogel mit orangem Körper sowie grünblauen Flügeln und Oberkopf auf einem Ast
Bild: Eisvogel (Alcedo atthis) auf einem Ast, Vogel des Jahres 1973 und 2009

 

Auf der Unterseite für Vogelsträucher, d.h. Sträucher-Arten, die speziell für heimische Gartenvögel als Lebensraum und Nahrungsquelle dienen, sind weitere Vogelbilder abrufbar: → Mehr Gartenvögel

 

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