Naturschutzgebiet Neckarburg (Dietingen)
 

Das Naturschutzgebiet Neckarburg im Naturraum Obere Gäue ist 66,2 ha gross und befindet sich zwischen der Stadt Rottweil und der Stadt Oberndorf am Neckar sowie etwa einen Kilometer im Südwesten der Gemeinde Dietingen.

An den steilen Hängen am Bergle und der Brunnenhalde gibt es seltene Wacholderheiden, die früher im Neckartal weit verbreitet waren.

An flachgründigen Stellen am Bergle und der Brunnenhalde finden sich folgende überwiegend einjährige Pflanzen:

 

  • Feld-Ehrenpreis (Veronica arvensis)

  • Stengelumfassendes Hellerkraut (Thlaspi perfoliatum)

  • Frühlings-Hungerkraut (Erophila verna)

  • Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia)

  • Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides)

  • Steinquendel (Calamintha acinos)


In der Hauptblüte-Zeit von April bis Mai wird die ansonsten eintönig grau wirkende Wacholderheide durch die leuchtend gelben und weißen Blüten folgender Pflanzen aufgelockert:

 

  • Weißer Mauerpfeffer (Sedum album)

  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)

  • Acker-Hornkraut (Cerastium arvense)

  • Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna)

 

Bis auf das Fingerkraut eignen sich diese seltene Arten auch als Steingartenpflanzen. Außerdem blühen in den Magerrasen folgende Frühlingsblumen:

 

  • Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)

  • Rauhhaariges Veilchen (Viola hirta)

 

In der Hauptblüte-Zeit zwischen Juni und September finden sich in den Magerrasen folgende seltenen Pflanzenarten:

 

  • Berg-Aster (Aster amellus)

  • Deutscher Enzian (Gentiana germanica)

  • Fransen-Enzian (Gentiana ciliata)

  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)

  • Rispige Graslilie (Anthericum ramosum)

  • Händelwurz (Gymnadenia conopea)

  • Dornige Hauhechel (Onosis spinosa)

  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaulon)

  • Silberdistel (Carlina acaulis)

 

Im Gebüsch-Mantel am Bergle wachsen folgende Pflanzen in der Krautschicht:

 

  • Wald-Gelbstern (Gagea lutea)

  • Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

  • Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)

 

An den Hängen am Schloßberg und der Zwielhalde findet sich vereinzelt ein artenreicher Magerrasen mit folgenden seltenen Pflanzen:

 

  • Rauhes Berufskraut (Erigeron acris)

  • Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum)

  • Woll-Kratzdistel (Cirsiurn eriophorum)

  • Roter Zahntrost (Odontitis rubra)

  • Deutscher Zist (Stachys germanica)



Im Nordwesten geht dieser Magerrasen in eine moos-reiche Blaugrashalde über mit Pflanzen, die Magerkeit anzeigen, wie z.B.:

 

  • Blaugras (Sesleria varia)

  • Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)

 

Vermutlich gab es an den Hängen am Schloßberg unterhalb der mittelalterlichen Burgruine Neckarburg bis ins 16. Jahrhundert keinen Wald.

Nachdem die Burg in ein Schloß ohne Verteidigungsaufgabe umgebaut worden war, bildete sich wieder ein natürlicher Wald mit folgenden Laubbäumen:
 

  • Bergulme (Ulmus glabra)

  • Buche/Rotbuche (Fagus sylvatica)

  • Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior)

  • Sommerlinde (Tilia platyphyllos)


An der fast nicht zugänglichen Zwielhalde gibt es einen Mischwald mit je nach Standort folgenden Baumarten:

 

  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

  • Buche/Rotbuche (Fagus sylvatica)

  • Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

  • Gewöhnliche Kiefer / Föhre (Pinus sylvestris)

  • Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)

  • Echte / Gewöhnliche Mehlbeere (Sorbus aria)

  • Berg-Ulme (Ulmus glabra)

 

Ferner wachsen an der Zwielhalde die folgenden wärmeliebenden Sträucher-Arten:

 

  • Felsenbirne (Amelanchiar ovalis)

  • Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)

  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)

 

Auf Felsen und offenen Schuttstellen der Zwielhalde wächst eine Kelchsteinkraut-Mauerpfeffer-Gesellschaft (Alysso-Sedetum albi):

 

  • Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana)

  • Trauben-Gamander (Teucrium botrys)

  • Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare)

  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)

  • Gemeiner Natterkopf (Echium vulgare)

  • Platthalm-Rispengras (Poa compressa)

  • Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia)

  • Dreifinger Steinbrech (Saxifraga tridactylites)

  • Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides)

  • Stängelumfassendes Täschelkraut (Thlaspi perfoliatum)

 

In dieser Kelchsteinkraut-Mauerpfeffer-Gesellschaft finden sich auch Moose wie das Mauer-Drehzahnmoos (Tortula muralis) und Flechten wie die Echte Becherflechte (Cladonia pyxidata).

Zu den botanischen Sehenswürdigkeiten zählen folgende seltene, krautige Pflanzen, die vereinzelt auf den Feld-Vorsprüngen und Schutthalden der Zwielhalde wachsen:

 

  • Blaugras (Sesleria veria)

  • Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum)

  • Erdsegge (Carex humillis)

  • Echter Gamander (Teucrium chamaedrys)

  • Berg-Haarstrang (Seseli libanotis)

  • Blauer Lattich (Lactuca perennis)

  • Weißer Mauerpfeffer (Sedum album)

  • Wimpern-Perlgras (Melica ciliata)

  • Bleicher Schaf-Schwingel (Festuca pallens)



Unterschiedlich stark ausgeprägt findet sich an der Zwielhalde auch eine Moos-Schicht, die überwiegend aus Runzelmoos / Hasenpfotenmoos (Rhytidium rugosum) besteht.

 

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