Welche Giftpflanzen (giftigen Pflanzen) gibt es?

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Liste von Arten und Sorten
    1. Giftige Bäume (Giftbäume)
    2. Giftige Blumen (Giftblumen)
    3. Giftige Sträucher (Giftsträucher) und Hecken
    4. Giftige Stauden (Giftstauden) und Kräuter (Giftkräuter)
    5. Giftige Kletterpflanzen
    6. Giftige Kübelpflanzen
    7. Giftige Nachtschattengewächse
    8. Giftige Hülsenfrüchte (Leguminosen)
    9. Giftige Farne
    10. Giftige Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen und Terrassenpflanzen
    11. Weitere giftige Pflanzen
  3. Ursachen und Umfang der Giftigkeit von Pflanzen
  4. Aussehen ist kein verlässlicher Hinweis auf Giftigkeit
  5. Vorsicht beim Pflanzen im Garten
  6. Hinweis: Pflanzen nicht unnötig berühren
  7. Tipps für Kindergarten-/Kita-Spielplätze und Kinderspielplätze
  8. Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren für Pflanzengifte
  9. Vergiftungen bei Menschen
  10. Gefährliche Pflanzen im Garten
  11. Kann man Giftpflanzen am Geschmack erkennen?
  12. Nach Regionen
    1. Was ist die giftigste Pflanze in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
    2. Was sind die giftigsten Pflanzen in Europa?
    3. Was ist die giftigste Pflanze auf der Welt?

Definition

Was sind Giftpflanzen? Der Begriff „Giftpflanze” stammt nicht aus der Botanik, sondern aus dem täglichen Sprachgebrauch und der gärtnerischen Praxis. Er bezeichnet Blütenpflanzen und Farne, die Pflanzengifte enthalten, welche bei Lebewesen (Menschen und Tiere) Vergiftungen bewirken können.

Giftpflanzen (englisch: poisonous plants) sind in diesem Lexikon giftige Pflanzen, die bei Menschen und nicht zwingend bei Tieren zu Vergiftungen und Krankheiten führen können.

Sei es, wenn sie diese als Ganzes oder deren Bestandteile wie Blätter, Blüten, Früchte, Rinde, Samen und Wurzel zu sich nehmen oder mit ihnen in Berührung kommen.

Giftpflanzen gibt es als Bäume, Blumen, Farne, Kletterpflanzen, Kräuter, Stauden oder Sträucher. Viele in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Giftpflanzen wachsen wild im Wald, im Garten und auf der Wiese.

Nachdem etliche Giftpflanzen besonders auffällige Früchte und bunte Blüten aufweisen, kann man sie auch als Zierpflanzen für den Garten und Park kaufen. Zudem eignen sie sich als Zimmerpflanzen oder Pflanzen im Kübel für Balkon und Wintergarten oder die Terrasse.

Rosa-rote Blüten von einem Roten Fingerhut, botanischer Name Digitalis purpurea
Bild: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) mit Blüten im Sommer (Anfang Juli) *

Welche Giftpflanzen im Garten jeweils welche Pflanzengifte enthalten und in welchen Pflanzenbestandteilen wird auf der Unterseite Pflanzengiftstoffe näher ausgeführt.

Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung sollte man ein regionales Giftinformationszentrum kontaktieren.

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Liste von Arten und Sorten

Die folgende Liste mit Arten und Sorten zeigt Giftpflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterteilt in Bäume, Blumen, Farne, Hülsenfrüchte, Kletterpflanzen, Kübelpflanzen, Stauden und Sträucher. Zu den Pflanzen werden die jeweils giftigen Pflanzenteile genannt.

Leicht giftige Pflanzen, bei denen eine Aufnahme geringer Mengen von Pflanzenteilen überwiegend keine mittelschweren oder schweren Vergiftungen bewirken kann, sind in der Übersicht nur vereinzelt enthalten. Die Übersicht konzentriert sich auf Pflanzen, die erhebliche Vergiftungen verursachen können.

Die bereitgestellten Informationen über die Giftwirkung der Pflanzen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen im Ernstfall keinen ärztlichen Rat oder den Kontakt zum Giftnotruf.

Giftige Bäume (Giftbäume)

Nachfolgend eine Liste giftiger Bäume im Garten mit Hinweisen: 1, 2, 3

  • Europäische Eibe (Taxus baccata): alle Pflanzenteile sind giftig, außer der rote Samenmantel
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Robinie (Robinia pseudoacacia): alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem Wurzeln, Rinde und Früchte

Eibe und Lebensbaum (Thuja) sind mittelgroße, immergrüne Nadelbäume. Die Europäische Eibe ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimisch. Die ebenfalls nicht einheimische Robinie zählt zu den sommergrünen, nicht einheimischen Laubbäumen und Großbäumen im Garten.

Als weitere giftige Bäume können Buchsbaum, Faulbaum, Goldregen, Pfaffenhütchen und Stechpalme genannt werden, die allerdings selten als Kleinbäume und eher als Sträucher wachsen. Sie werden nachfolgend in die Übersicht von Kapitel „Giftsträucher” eingereiht.

Die für Menschen und Tiere giftigen Inhaltsstoffe dieser Bäume werden unter Giftbäume beschrieben.

Junge, hellgrüne Blätter an den Zweigen einer Robinie, botanischer Name Robinia pseudoacacia
Bild: Blätter einer Gewöhnlichen Robinie (Robinia pseudoacacia) im Frühjahr (Mitte Mai) *

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Giftige Blumen (Giftblumen)

Nachfolgend eine Liste giftiger Blumenarten (überwiegend mehrjährige Giftblumen): 4, 5, 6, 7, 8, 9

  • Alpenveilchen (Cyclamen spec.): alle Pflanzenteile der Alpenblume sind giftig, v. a. die Blumenknolle
  • Echte Amaryllis/Belladonnalilie (Amaryllis belladonna): alle Pflanzenteile sind giftig, v. a. die Zwiebel
  • Christrose/Schneerose (Helleborus niger): alle oberirdischen Pflanzenteile sind giftig, Alpenblume
  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus): alle Pflanzenteile sind sehr giftig 10
  • Gelber Eisenhut/Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea): alle Pflanzenteile sind sehr giftig
  • Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale): alle Pflanzenteile sind sehr giftig, v. a. Samen und Knolle 11
  • Gewöhnliche Kuhschelle/Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Narzissen (Narcissus spec.): alle Pflanzenteile der Trauerblume sind giftig, v. a. die Blumenzwiebel
  • Tulpe (Tulipa gesneriana): alle Pflanzenteile der Rabattenblume sind giftig
  • Winterling (Eranthis hyemalis): alle Pflanzenteile der Winterblume sind giftig, v. a. die Wurzelknolle

Die für Menschen und Tiere giftigen Inhaltsstoffe dieser Blumen werden unter Giftblumen beschrieben.

Winterlinge, botanischer Name Eranthis hiemalis, mit gelben Blüten in einem Blumenbeet
Bild: Winterlinge (Eranthis hyemalis, Syn.: Eranthis hiemalis) mit gelben Blüten als Topfblumen im Winter (Anfang März) *
Kleinblütiger Fingerhut, botanischer Name Digitalis parviflora, mit kerzenförmigen, rost-braunen Blüten
Bild: Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora) im Frühsommer (Ende Juni) in Oberbayern *

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Giftige Sträucher (Giftsträucher) und Hecken

Nachfolgend eine Liste giftiger Sträucher (Giftsträucher) und Hecken: 12, 13

  • Besenginster/Besenstrauch (Cytisus scoparius): Blätter und Samen des Zierstrauchs sind giftig
  • Buchsbaum (Buxus sempervirens): alle oberirdischen Pflanzenteile sind giftig
  • Faulbaum (Rhamnus frangula): giftig sind die Früchte und die Rinde, langsam wachsend
  • Deutscher Ginster (Genista germanica): alle Pflanzenteile des Zwergstrauchs sind giftig
  • Färber-Ginster (Genista tinctoria): alle Pflanzenteile des Zwergstrauchs sind giftig
  • Goldregen (Laburnum anagyroides): alle Pflanzenteile des Großstrauchs sind giftig
  • Roter Holunder (Sambucus racemosa): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Früchte
  • Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): Beeren und Rinde sind giftig
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis): alle Pflanzenteile der immergrünen Nadelhecke sind giftig
  • Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare): alle oberirdischen Pflanzenteile sind giftig, Vogelstrauch
  • Lorbeerkirsche/Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): alle Pflanzenteile sind giftig, schnellwachsend
  • Pfaffenhütchen/Spindelstrauch (Euonymus europaeus): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Pfriemenginster (Spartium junceum): alle Pflanzenteile sind giftig, v. a. die Blüten und Samen
  • Rhododendron (Rhododendron spec.): bei einigen Arten sind alle Pflanzenteile und der Nektar giftig
  • Rosmarinheide (Andromeda polifolia): Laubblätter, junge Triebe und Blüten sind giftig 14
  • Sadebaum (Juniperus sabina): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders junge Triebe, immergrün
  • Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus): Blätter, Beeren und Rinde sind giftig
  • Echter Seidelbast (Daphne mezereum): alle Pflanzenteile sind giftig, Zwergstrauch mit Tellerblüten
  • Stechpalme (Ilex aquifolium): Blätter und rote Beeren des immergrünen Wildstrauchs sind giftig
  • Tafeleibe (Taxus baccata 'Repandens'): nur der Samenmantel ist ungiftig, bodendeckender Strauch

Die für Mensch und Tier giftigen Inhaltsstoffe dieser Sträucher werden unter Giftsträucher beschrieben.

Niedrig wachsender Sadebaum-Wacholder, botanischer Name Juniperus sabina, in einem Garten
Bild: Sadebaum-Wacholder (Juniperus sabina) im Frühling (Anfang Juni) *

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Giftige Stauden (Giftstauden) und Kräuter (Giftkräuter)

Nachfolgend eine Liste giftiger Stauden (Giftstauden) und Kräuter (Giftkräuter): 15, 16, 17

  • Gefleckter Aronstab (Arum maculatum): die oberirdischen Pflanzenteile sind giftig
  • Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Früchte
  • Weißer Germer (Veratrum album): alle Pflanzenteile der Giftstaude sind giftig
  • Herkulesstaude/Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Hundspetersilie (Aethusa cynapium): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Samen
  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus): die oberirdischen Pflanzenteile sind giftig
  • Rittersporne (Delphinium spec.): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Samen
  • Gefleckter Schierling (Conium maculatum): alle Pflanzenteile einschließlich der Samen sind giftig
  • Schlafmohn (Papaver somniferum): giftig ist der Milchsaft, insbesondere der unreifen Kapseln
  • Schöllkraut (Chelidonium majus): alle Pflanzenteile einschließlich des Milchsafts sind giftig
  • Wasserschierling (Cicuta virosa): alle Pflanzenteile sind sehr giftig, eine Pflanze mit Scheibenblüten 18
  • Wolfsmilch (Euphorbia spec.): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Milchsaft und Samen
  • Wunderbaum (Ricinus communis): besonders die Samen sind giftig

Die für Mensch und Tier giftigen Inhaltsstoffe von Kräutern werden unter Giftkräuter beschrieben.

Zwei- und dreifach gefiederte Laubblätter von einem Wasserschierling, botanischer Name Cicuta virosa
Bild: Wasserschierling (Cicuta virosa) im Sommer (Ende August) *

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Giftige Kletterpflanzen

Nachfolgend eine Liste winterharter, giftiger Kletterpflanzen: 19, 20, 21, 22

  • Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Samen und Hülsen
  • Gemeiner Efeu (Hedera helix): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Blätter und Früchte
  • Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum): die Früchte sind giftig
  • Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Rotfrüchtige Zaunrübe (Bryonia dioica): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Früchte und Wurzeln
  • Weiße Zaunrübe (Bryonia alba): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Früchte und Wurzeln

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Giftige Kübelpflanzen

Nachfolgend eine Liste giftiger Kübelpflanzen: 23, 24, 25

  • Dieffenbachie (Dieffenbachia spec.): alle Pflanzenteile und der Pflanzensaft sind giftig
  • Engelstrompete (Brugmansia spec.): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders Samen und Blätter
  • Oleander/Rosenlorbeer (Nerium oleander): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Wandelröschen (Lantana camara): Blätter und Früchte sind giftig
  • Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima): der Milchsaft ist schwach giftig

Die Dieffenbachie und der Weihnachtsstern eignen sich als Zimmerpflanzen, während Engelstrompete, Oleander/Rosenlorbeer und Wandelröschen aufgrund ihrer Wuchshöhe und ihres Wuchsumfangs als Kübelpflanzen auf der Terrasse geeignet sind.

Dunkelgrün umrandete, gelblich-grüne Blätter einer Dieffenbachie, botanischer Name Dieffenbachia picta oder Dieffenbachia seguine var. seguine
Bild: Dieffenbachie (Dieffenbachia picta) im Sommer (Ende Juli) als Kübelpflanze auf der Terrasse *

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Giftige Nachtschattengewächse

In der botanischen Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gibt es eine Reihe von Giftpflanzen mit sehr giftigen Pflanzenteilen.26, 27, 28

Folgende Übersicht zeigt giftige Nachtschattengewächse, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz wild wachsen oder als Zierpflanzen kultiviert werden:

  • Gemeine Alraune (Mandragora officinarum): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Engelstrompete (Brugmansia spec.): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum): v. a. grüne Pflanzenteile und unreife Beeren sind giftig
  • Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Tabak (Nicotiana spec.): v. a. Wurzeln von Jungpflanzen und Blätter ausgereifter Pflanzen sind giftig

Die Inhaltsstoffe und Wirkungen dieser Giftpflanzen werden unter Nachtschattengewächse beschrieben.

Blasse weiß-gelbe, trichterförmige Blüte einer Duftenden Engelstrompete, botanischer Name Brugmansia suaveolens
Bild: Duftende Engelstrompete (Brugmansia suaveolens) im Sommer (Mitte Juli) als Kübelpflanze auf der Terrasse *
Grüne Blätter einer Wald-Tabak-Pflanze der Sorte Niobe, botanischer Name Nicotiana sylvestris
Bild: Wald-Tabak (Nicotiana sylvestris 'Niobe') im Frühsommer (Ende Juni) *

Unter den essbaren Nachtschattengewächsen gibt es Arten, deren Früchte oder Knollen in rohem, reifem oder unreifem Zustand giftig sind oder bei denen bestimmte Pflanzenteile wie Beeren, Blätter, Blüten, Früchte, Knollen und Wurzeln giftig sind.

In der Fachliteratur werden beispielsweise die zum Fruchtgemüse zählenden Auberginen (Solanum melongena) und Tomaten (Solanum lycopersicum) sowie die zum Knollengemüse zählenden Kartoffeln (Solanum tuberosum) als Giftpflanzen genannt.29

Welche Pflanzenteile bei diesen Nachtschattengewächsen giftig sind und was hinsichtlich Ernte, Lagerung, Reifegrad, Lichteinwirkung, Keimung und Zubereitung zu beachten ist, wird nachfolgend erläutert.

(a) Tomaten

Rot reifende Tomaten enthalten im unreifen, grünen Zustand giftige Inhaltsstoffe, deren Gehalt während der Reifung abnimmt, deshalb ist es sinnvoll, sie vor dem Verzehr nachreifen zu lassen.30

Zudem enthalten unreife Tomaten den hitzebeständigen Giftstoff Tomatin, der, wie ein Labortest zeigt, auch nach fünfminütigem Kochen nahezu erhalten bleibt.31

Zu beachten ist allerdings, dass es spezielle Tomatensorten gibt, die im reifen Zustand grün bleiben. Hierzu zählen die Sorten 'Green Zebra', 'Giant Green', 'German Green', 'Emerald Apple' oder 'Grüne Ananas'. Eine grüne Fruchtfarbe weist daher nicht immer zuverlässig darauf hin, dass eine Tomate unreif ist.

(b) Auberginen

Bei Auberginen sind die Früchte essbar, während die Blätter und Stängel giftig sind.32 Um die Früchte verzehren zu können, werden sie vor der vollständigen Samenreife geerntet, da ein weiteres Ausreifen ihren Giftstoffgehalt deutlich erhöhen kann.33

(c) Kartoffeln

Bei Kartoffeln sollten grüne Stellen, sogenannte Augen oder kleine Keimansätze großzügig entfernt werden und stark ergrünte oder stark keimende Kartoffeln sollten nicht mehr verzehrt werden.34

Ein hoher Giftstoffgehalt kann auch nach dem Kochen noch gesundheitsschädlich sein.35

Kartoffeln sollten vor dem Verzehr gegart werden, beispielsweise durch Kochen oder Braten, wobei Kochwasser im Anschluss nicht weiterverwendbar ist, da sich beim Kochen giftige Inhaltsstoffe darin sammeln können.36

Die Speicherknollen von Kartoffeln wachsen als Wurzelgemüse unter der Erde und werden grün, wenn sie zu viel Licht ausgesetzt werden. Sei es, weil sie auf dem Feld oder Gemüsebeet mit zu wenig Erde bedeckt waren oder sei es, weil sie nach der Ernte nicht im Dunkeln gelagert wurden.

„Medizin in den Händen eines Unbesonnenen ist Gift, wie Gift in den Händen eines Weisen zur Medizin wird.” (Giacomo Casanova, italienischer Abenteurer und Schriftsteller, 1725–1798) 37

Dunkel-violette Aubergine, botanischer Name Solanum melongena, im Gemüse-Beet
Foto: Aubergine (Solanum melongena) im Sommer (Mitte August)

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Giftige Hülsenfrüchte (Leguminosen)

Einige Hülsenfrüchte (Leguminosen) wie Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris), Kidneybohnen (eine Varietät der Gartenbohne), Kichererbsen (Cicer arietinum) und Linsen (Lens culinaris) zählen zu den Giftpflanzen, da sie im rohen Zustand gesundheitlich relevante bzw. giftige Inhaltsstoffe wie Lektine enthalten.38

Beim Verzehr roher Hülsenfrüchte können Kinder wegen ihres geringeren Körpergewichts besonders gefährdet sein.39

Deshalb empfehlen sich vor dem Verzehr folgende Maßnahmen zur Entgiftung dieser Hülsenfrüchte: 40

  • Frische grüne Bohnen mindestens eine halbe Stunde lang bei 100 °C kochen
  • Getrocknete Hülsenfrüchte mindestens fünf Stunden lang einweichen und das Einweichwasser anschließend wegschütten
  • Zuvor eingeweichte Hülsenfrüchte in frischem Wasser 30 Minuten kochen.

Schonende Garmethoden wie Dünsten oder Dämpfen werden für diese Hülsenfrüchte nicht empfohlen, weil dabei möglicherweise keine ausreichende Temperatur erreicht wird.41

Von dieser Einweich- und Kochregel ausgenommen sind Erbsen (Pisum sativum) und Zuckerschoten/Zuckererbsen (Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium): Sie enthalten nur geringe Mengen an Lektinen und können deshalb in kleinen Mengen auch roh verzehrt werden.42

Auch die Samen von Lupinen (Lupinus) können giftige Inhaltsstoffe enthalten.43 Lupinensorten, die für die Verwendung als Lebensmittel gezüchtet wurden und einen eher niedrigen Alkaloidgehalt aufweisen, bezeichnet man als Süßlupinen; Lupinen mit höherem Alkaloidgehalt und bitterem Geschmack bezeichnet man als Bitterlupinen.44

Rosa blühende Garten-Lupine der Sorte Gallery Blue, botanischer Name Lupinus x hybrida, in einem Beet
Bild: Garten-Lupine (Lupinus x hybrida 'Gallery Blue') im Sommer, eine Fahnenblume und Dauerblüher *

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Giftige Farne

Einige in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorkommende Farne enthalten giftige Inhaltsstoffe.

Ihre Giftwirkung hängt davon ab, welche Farnart in welcher Menge aufgenommen wurde und welches Lebewesen betroffen ist: Menschen, insbesondere Kinder, oder Tiere wie Esel, Hunde, Katzen, Kühe, Pferde, Rinder oder Schafe – sie alle reagieren unterschiedlich empfindlich auf diese giftigen Inhaltsstoffe.

Zu den giftigen bis stark giftigen Farnen zählen der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und der Gemeine Wurmfarn (Dryopteris filix-mas).45

Beim Adlerfarn können die Giftstoffe über die oberirdischen Pflanzenteile aufgenommen werden; außerdem können sie in die Milch von Kühen übergehen, die zuvor Adlerfarn gefressen haben.46 Beim Echten Wurmfarn ist insbesondere der giftige Wurzelstock (Rhizom) toxikologisch relevant.47

Ungeachtet seiner Giftwirkung wird der Adlerfarn in verschiedenen Regionen als Nahrungsmittel genutzt: 48

  • In China, Korea und Japan werden junge, noch eingerollte Farnwedel als Blattgemüse (z.B. Blattsalat, Wildsalat) verwendet und auf lokalen Märkten angeboten.
  • Aus der Stärke der Wurzelstöcke werden außerdem Lebensmittel wie Süßspeisen hergestellt.

Für indigene Gemeinschaften in British Columbia in Kanada und im US-Bundesstaat Washington ist der Verzehr gekochter junger Adlerfarnwedel dokumentiert; außerdem ist an der pazifischen Küste Nordamerikas die traditionelle Verwendung der stärkereichen Wurzelstöcke als Nahrung überliefert.49

Eine Verwendung der Wurzelstöcke des Adlerfarns als Nahrung ist auch für Nordeuropa in Notzeiten sowie für den Südwesten der USA dokumentiert.50

Für Neuseeland ist zudem die traditionelle Verwendung der Wurzelstöcke der verwandten Farnart Pteridium esculentum durch Māori als Nahrung überliefert.51

Die traditionelle Verwendung bedeutet jedoch nicht, dass der Verzehr gesundheitlich unbedenklich ist:

In einer Laboruntersuchung an isolierten Rattenleberzellen blieb bei Wurzelstockproben vom Australischen Adlerfarn (Pteridium esculentum) auch nach den untersuchten Vorbehandlungen durch Rösten, Lagern oder Wässern eine hohe Zelltoxizität bestehen.52

Die kanadische First Nations Health Authority empfiehlt die früher gegessenen Adlerfarn-Wurzelstöcke wegen potenziell schädlicher Inhaltsstoffe nicht mehr zum Verzehr.53

Die Inhaltsstoffe und Wirkungen dieser beiden Giftpflanzen werden unter Farnpflanzen beschrieben.

Eine Reihe mehrerer, leuchtend grüner Echter Wurmfarne, botanischer Name Dryopteris filix-mas
Bild: Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) im Sommer (Ende August) in Niederbayern *

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Giftige Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen und Terrassenpflanzen

Die folgende Übersicht giftiger Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen und Terrassenpflanzen basiert auf den Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): 54

  • Dieffenbachie (Dieffenbachia picta): alle Pflanzenteile sind giftig
  • Feuerbohne (Phaseolus coccineus): giftig sind die Blätter und unreife, rohe Früchte
  • Korallenkirsche (Solanum pseudocapsicum): vorwiegend unreife Beeren sind giftig
  • Laternenblume (Physalis alkekengi): grüne Teile, unreife Beeren und Wurzelstock sind giftig
  • Oleander (Nerium oleander): Blätter, Blüten und Rinde sind giftig
  • Becher-/Gift-Primel (Primula obconica): vorwiegend Blätter, Blüten und Wurzeln sind giftig
  • Riemenblume, Riemenblatt (Clivia miniata): gesamte Pflanze ist giftig
  • Wandelröschen (Lantana camara): giftig sind die Beeren und das Kraut
  • Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima): gesamte Pflanze ist giftig, v. a. der Milchsaft
  • Wunderbaum (Ricinus sanguinea): sehr giftig sind die Samen

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Weitere giftige Pflanzen

Je nachdem, wie man Giftpflanzen definiert, könnten selbst Obstsorten wie die Aprikose (Prunus armeniaca) beziehungsweise Marille unter die Giftpflanzen fallen. Denn die Kerne von Aprikosen (Marillen) enthalten das cyanogene Pflanzenglykosid Amygdalin.55

Das weit verbreitete, als Unkraut geltende Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) ist keine typische Giftpflanze. Dessen Pollen können bei empfindlichen Menschen heftige allergische Beschwerden an den Augen und Atemwegen bis hin zu Asthma auslösen.56

Giftige Pilze (Fungi) sind botanisch keine Pflanzen, sondern bilden neben Tieren und Pflanzen ein eigenständiges Reich in der Biologie. Deshalb sind Giftpilze wie der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) in diesem Giftpflanzen-Lexikon nicht in der Übersicht giftiger Pflanzen zu finden.

Flechten (Lichen) werden in der Biologie den Pilzen zugeordnet und sind somit ebenfalls keine Giftpflanzen. Die Wolfsflechte (Letharia vulpina) wird in Deutschland als eine wirklich giftige, zugleich sehr seltene und gefährdete Flechte beschrieben; sie enthält Vulpinsäure.57

Die Inhaltsstoffe und Wirkungen der Wolfsflechte werden unter Flechten beschrieben.

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Ursachen und Umfang der Giftigkeit von Pflanzen

Viele Pflanzen schützen sich vor potentiellen Fraßfeinden und Schädlingen (z.B. Pilze) durch bestimmte Inhaltsstoffe in Blättern, Blüten, Früchten, Samen oder Wurzeln. Diese Inhaltsstoffe können giftig sein und im Körper von Lebewesen Krankheiten, Schädigungen oder sogar den Tod hervorrufen.

Entscheidend ist, um welches Lebewesen es sich handelt – ob um einen Menschen oder ein Tier – und in welcher Menge der Pflanzengiftstoff vom Körper aufgenommen wird.

So schrieb schon der Schweizer Arzt, Alchemist und Philosoph Paracelsus (1493–1541) in seinem Werk „Septem Defensiones” („Die Sieben Verteidigungsreden”) von 1538:

„Alle Dinge sind Gift, nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.” 58

Dabei ist zu beachten, dass die Wirkung eines Giftstoffs auch von der Körpergröße und dem Entwicklungsstand eines Lebewesens abhängt. Wie toxisch bestimmte Giftpflanzen wirken, ist bei kleinen Kindern und Säuglingen anders zu beurteilen als bei Erwachsenen.

Darüber hinaus entscheidet der Aufnahmeweg pflanzlicher Inhaltsstoffe maßgeblich darüber, wie stark die Giftstoffe wirken: Eine Vergiftung (Intoxikation) kann durch die Aufnahme von Giftstoffen über die Atmung (Inhalation), über den Mund (oral) oder über die Haut (dermal, perkutan) erfolgen.

Herbstzeitlose, botanischer Name Colchicum autumnale, mit rosa-weißen Blüten
Bild: Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) im Herbst (Ende September), eine Herbstblume, Wildblume und Trichterblume *

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Aussehen ist kein verlässlicher Hinweis auf Giftigkeit

Viele Giftpflanzen wirken auf den ersten Blick harmlos oder sogar besonders dekorativ. Ihr äußeres Erscheinungsbild gibt jedoch keinen zuverlässigen Hinweis darauf, ob sie giftige Inhaltsstoffe enthalten.

Einige giftige Pflanzen besitzen unscheinbare Blätter und Blüten oder attraktive Früchte, die keinerlei Warnsignal vermitteln. Zu den harmlos aussehenden, aber giftigen Pflanzen zählen unter anderem:

  • Alpenveilchen (Cyclamen spec.)
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis)
  • Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)
  • Europäische Eibe (Taxus baccata)
  • Christrose/Schneerose (Helleborus niger)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Oleander (Nerium oleander)

Diese Beispiele zeigen, dass Giftpflanzen nicht immer durch auffällige Farben, ungewöhnliche Formen oder „bedrohliches“ Aussehen erkennbar sind. Viele wirken im Gegenteil besonders attraktiv und werden deshalb häufig in Gärten, Parks oder Innenräumen gepflanzt.

Hinzu kommt, dass giftige Pflanzen ohne Blüten ungiftigen Pflanzen ähnlich sehen können. So besteht beispielsweise Verwechslungsgefahr zwischen dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen und dem Bärlauch (Allium ursinum).

Weiße, glockenförmige Blüten von einem Maiglöckchen, botanischer Name Convallaria majalis
Bild: Maiglöckchen (Convallaria majalis) im Frühling (Mitte Mai), eine Frühlingsblume und Duftblume

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Vorsicht beim Pflanzen im Garten

Giftpflanzen können bereits bei der Aufnahme kleiner Mengen gesundheitlich gefährlich sein. Sie sollten deshalb nur mit Vorsicht im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung gepflanzt werden, um Vergiftungen bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen oder auch von Haustieren zu vermeiden.

Oft wird bei der Gartengestaltung allerdings vergessen, dass viele Giftpflanzen auch für Tiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten oder Wellensittiche giftig sind.

Nicht nur kleinere Haustiere sollten bei der Standortwahl einer Giftpflanze berücksichtigt werden, sondern auch Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen auf der benachbarten Weide.

Besonders sorgfältig sollte beachtet werden, dass bei bestimmten Giftpflanzen auch getrocknetes Pflanzenmaterial oder daraus hergestelltes Futter giftig und damit gefährlich bleiben kann.

Traditionelles Piktogramm und Symbol für Gift mit einem Schädel mit gekreuzten Knochen auf weissem Hintergrund
Traditionelles Piktogramm und Symbol für Gift
EU-Gefahrensymbol für giftige Substanzen mit einem Schädel mit gekreuzten Knochen auf orangem Hintergrund
EU-Gefahrensymbol für giftige Substanzen

Allerdings sollte die Wirkung von Giftpflanzen auf Tiere und Menschen differenziert betrachtet werden:

Giftpflanzen, die für bestimmte Tiere tödlich oder lebensgefährlich sind, müssen für Menschen nicht in gleicher Weise giftig oder gleich gefährlich sein.

So sind beispielsweise Knoblauch und Zwiebeln für Hunde und Katzen giftig, da die enthaltenen Schwefelverbindungen eine Hämolyse (Zersetzung der roten Blutkörperchen) bewirken, während Knoblauch und Zwiebeln von Menschen als Lebensmittel und traditionelle Heilpflanzen verwendet werden.59

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Hinweis: Pflanzen nicht unnötig berühren

Einige Giftpflanzen können bereits durch den Kontakt mit ihrem Pflanzensaft Hautreizungen, Rötungen oder phototoxische Hautreaktionen auslösen.

Dazu gehören beispielsweise Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), bestimmte Aronstabgewächse (Araceae), Bärenklau-Arten (Heracleum) und der Oleander (Nerium oleander).

Daher gilt als allgemeine Vorsichtsregel:

Pflanzen in der Natur oder im botanischen Garten sollten nicht unnötig berührt werden. Wenn der Umgang mit einer Giftpflanze erforderlich ist, empfiehlt es sich, geeignete Schutzhandschuhe zu tragen und den direkten Kontakt mit Pflanzensaft zu vermeiden.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sind besonders bei empfindlichen Personen und Kindern wichtig sowie bei Menschen, die nicht sicher wissen, welche Pflanze sie vor sich haben.

Vielfarbige Wolfsmilch, botanischer Name Euphorbia epithymoides, mit gelben Blüten
Bild: Vielfarbige Wolfsmilch mit gelben Blüten (Euphorbia epithymoides) im Frühling (Mitte Mai) *

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Tipps für Kindergarten-/Kita-Spielplätze und Kinderspielplätze

Bei der Standortwahl von Giftpflanzen sollte darauf geachtet werden, dass sich in der Nachbarschaft keine Spielplätze von Kindergärten, Kindertagesstätten (Kitas) und Grundschulen, öffentliche Kinderspielplätze, Freibäder oder allgemein Plätze befinden, an denen sich bevorzugt Kinder aufhalten.

Dadurch lässt sich das Risiko verringern, dass Kinder aus Neugier die oft verlockenden Früchte von Giftpflanzen probieren oder in Kontakt mit anderen giftigen Pflanzenteilen kommen.

Abhängig von der Dosis verwischen die Grenzen zwischen Heilkräutern und Giftpflanzen. Umso schwieriger gestaltet sich die Aufgabe, eine gültige Liste von Giftpflanzen zu erstellen, die im Bereich von Kindergärten, Kindertagesstätten (Kitas) oder Grundschulen nicht gepflanzt werden sollten.

Die Informationsbroschüre „Pflanzen in Kindertageseinrichtungen und Schulen” (Ausgabe 202-023) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) in Berlin enthält eine Liste heimischer und exotischer Giftpflanzen.

Sie enthält Giftbäume, Giftsträucher und Giftstauden, die nicht auf dem Gelände von Kindergärten, Kindertagesstätten (Kitas) und Grundschulen oder auf Spielplätzen für Kinder gepflanzt werden sollten: 60

  • Ambrosie (Ambrosia spec.), auch Beifußblättriges Traubenkraut
  • Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
  • Eisenhut (Aconitum spec.), eine der giftigsten Pflanzen in Mitteleuropa
  • Fingerhut (Digitalis spec.)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Herkulesstaude/Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
  • Gefleckter Schierling (Conium maculatum)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Stechapfel (Datura stramonium)
  • Tollkirsche (Atropa belladonna)
  • Wasserschierling (Cicuta virosa)
  • Wunderbaum (Ricinus communis)

Laut der Broschüre der DGUV sollten folgende giftige Pflanzen mit mittelschwerer Vergiftungssymptomatik auf dem Außengelände von Kindergärten und Kindertagesstätten (Kitas) nicht wachsen, wenn sich dort Kinder aufhalten, die jünger als drei Jahre sind (U3-Bereich): 61

  • Blauregen (Wisteria sinensis)
  • Christrose/Schneerose (Helleborus niger)
  • Europäische Eibe (Taxus baccata)
  • Feuerbohne (Phaseolus coccineus)
  • Gartenbohne (Phaseolus vulgaris)
  • Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis)
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis)
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)

Diese Pflanzen sollten in Bereichen für ältere Kinder in Kindergärten und Kindertagesstätten (Kitas) sowie in Grundschulen und auf Spielplätzen nur in Verbindung mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie einer erschwerten Erreichbarkeit für Kinder vorkommen.

Der Verband weist darauf hin, dass viele Zimmerpflanzen zwar Wirkstoffe enthalten, die für den Menschen giftig sein können; aus der praktischen Erfahrung heraus seien jedoch kaum Vergiftungen oder Verletzungen mit Zimmerpflanzen bekannt.

Einzig auf zwei giftige Zimmerpflanzen in Kindertageseinrichtungen (Kitas) und Schulen weist der Verband hin: die Dieffenbachie (Dieffenbachia), die nicht im Aufenthaltsbereich von Kindern unter drei Jahren (U3-Bereich) aufgestellt werden sollte, und die Birkenfeige (Ficus benjamina).62

Wer sich bei der Wahl einer Giftpflanze, ihrem Standort und allen zu berücksichtigenden Faktoren für einen Kinderspielplatz nicht sicher ist, sollte den Rat von professionellen Landschaftsgärtnern, Gartenarchitekten oder Landschaftsarchitekten einholen.

Rosa-gelbe Blüten von einem Pfaffenhütchen, botanischer Name Euonymus europaeus
Bild: Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) im Frühjahr (Anfang Juni) *

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Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren für Pflanzengifte

Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Pflanzengiften sollte unverzüglich eine der nachfolgenden Giftnotrufzentralen (Giftinformationszentren) kontaktiert werden, die rund um die Uhr einen Giftnotruf mit telefonischer Beratung über giftige Pflanzen und Toxikologie bereitstellen.

Damit die Giftnotrufzentrale schneller eine mögliche Vergiftung einschätzen kann, empfiehlt es sich, die Giftpflanze, die Art und Menge der aufgenommenen Pflanzenteile, den Zeitpunkt, sowie Alter, Größe, Gewicht und aktuelle Beschwerden zu nennen.

Bei lebensbedrohlichen Symptomen durch Pflanzengifte wie Atemstillstand, Bewusstlosigkeit, Herz-Kreislauf-Stillstand, Krampfanfällen, starken Verbrennungen im Mundbereich oder anhaltendem blutigen Erbrechen muss sofort der Rettungsdienst beziehungsweise der Notarzt alarmiert werden.

Zu den typischen Symptomen einer Pflanzenvergiftung zählen Schwindel, Kreislaufprobleme, Durchfall, Bauchschmerzen, Verfärbung der Lippen, erweiterte Pupillen, Schweißausbrüche, Übelkeit, Herz-Rhythmus-Störungen wie langsamer Herzschlag (Bradykardie) und Herzrasen (Tachykardie).


(1) Deutschland

Das Giftinformationszentrum an der Charité für die Region Berlin-Brandenburg:

» GIZ Berlin-Brandenburg

Das gemeinsame Giftinformationszentrum im Helios Klinikum in Erfurt für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:

» GIZ Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Das gemeinsame Giftinformationszentrum der Universitätsmedizin Mainz für Rheinland-Pfalz und Hessen sowie das Saarland:

» GIZ Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland

Das Giftinformationszentrum des TUM Klinikums Rechts der Isar in München:

» GIZ Bayern

Die Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum Freiburg für Baden-Württemberg:

» GIZ Baden-Württemberg

Das Giftinformationszentrum-Nord der Universitätsmedizin Göttingen für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord):

» GIZ Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Das Giftinformationszentrum am Universitätsklinikum Bonn für Nordrhein-Westfalen:

» GIZ Nordrhein-Westfalen


(2) Österreich

Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) in Wien veröffentlicht die aktuellen Kontaktdaten der Giftnotrufzentrale für Österreich:

» Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) Österreich


(3) Schweiz

Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum in Zürich mit Giftnotruf:

» Tox Info Suisse – Vergiftungsnotruf 145



Speziell beim Kontakt von Kindern mit Giftpflanzen sollte, wenn die Möglichkeit einer Vergiftung besteht, schnellstmöglich die nächstgelegene Giftnotrufzentrale kontaktiert werden.

Dort informieren medizinische Experten über die Giftigkeit und Wirkungen der jeweiligen Giftpflanze.

Vorfruehlings-Alpenveilchen, botanischer Name Cyclamen coum, mit rosaroter Blüte und hell gezeichneten dunkelgrünen Blättern
Bild: Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) im Winter (Mitte Februar) *

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Vergiftungen bei Menschen

Ob und wie schwer eine Pflanzenvergiftung bei Menschen verläuft, hängt unter anderem von der Pflanzenart, der aufgenommenen Menge und dem Körpergewicht ab.63

Zu den möglichen Symptomen zählen: 64

  • Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen sowie Herz- und Kreislaufstörungen
  • Bewusstseinsstörungen, Schwindel, Halluzinationen und starke Erregungszustände
  • Verdauungsstörungen wie Brechreiz, Durchfall, Erbrechen, Magenkrämpfe und Übelkeit

Bei schweren Pflanzenvergiftungen sind darüber hinaus folgende Wirkungen möglich:

  • Schädigungen der Nieren bis hin zu Nierenversagen und bleibenden Funktionsverlusten 65
  • Schädigungen weiterer innerer Organe, etwa der Leber, sowie ein Versagen mehrerer Organe (Multiorganversagen) 66
  • Störungen der Nerven- und Muskelfunktion, die mehrere Wochen anhalten können 67
  • Krampfanfälle und Koma sowie Atemlähmung, Herzversagen und Kreislaufkollaps bis hin zum Tod 68

Beim Konsum psychoaktiver Pflanzen als Rauschmittel können außerdem schwerwiegende, mitunter dauerhafte Psychosen auftreten.69

Ferner gibt es Giftpflanzen, deren Pflanzensaft bei Hautkontakt zu Hautreizungen, Juckreiz, Rötungen, Blasenbildung und verbrennungsähnlichen Hautschäden führen kann.

Beispiele sind der Weihnachtsstern, Gemeine Efeu, Riesen-Bärenklau und Blaue Eisenhut, wobei bei einem Hautkontakt ergänzend folgende Einzelwirkungen zu beachten sind: 70, 71

  • die phototoxische Wirkung des Riesen-Bärenklaus entsteht im Zusammenwirken mit Sonnenlicht,
  • beim Gemeinen Efeu sind auch allergische Hautreaktionen möglich und
  • beim Eisenhut können Vergiftungserscheinungen auftreten, die den gesamten Körper betreffen.

Die Grenze zwischen Arzneipflanzen und Giftpflanzen verläuft dabei oft fließend: Zahlreiche giftige Pflanzen werden in der Medizin zur Gewinnung von Arzneistoffen oder in der Homöopathie zur Herstellung homöopathischer Präparate verwendet.

Beispielsweise dienen die giftigen Inhaltsstoffe der Tollkirsche zur Herstellung von Arzneimitteln und zur Herstellung homöopathischer Präparate.72

Schwarze Beere einer Schwarzen Tollkirsche, botanischer Name Atropa belladonna
Bild: Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna) im Sommer (Mitte August), ein Nachtschattengewächs *

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Gefährliche Pflanzen im Garten

Die Frage, welche gefährlichen Pflanzen im Garten es gibt oder welches die giftigste Pflanze in Deutschland (Österreich, Schweiz) oder in Europa ist, lässt sich auf Anhieb nicht eindeutig beantworten.

Es gibt mehrere Faktoren, die einerseits beeinflussen, wie schwer eine Vergiftung durch Pflanzen verläuft, und andererseits, ob die betreffenden Pflanzen als giftig, sehr giftig oder als tödliche Giftpflanzen einzustufen sind:

  • Individuelle Empfindlichkeit und aktueller Gesundheitszustand
  • Art des Lebewesens (Menschen oder Tiere, wie Hunde, Kaninchen, Katzen, Pferde, Vögel)
  • Alter des Aufnehmenden (Baby, Kinder, Erwachsene) und Körpergewicht
  • Aufnahmeweg der Pflanzengifte über die Atmung, die Haut oder den Mund
  • Geschwindigkeit der Giftaufnahme und Giftwirkung sowie des Abbaus und der Ausscheidung der Pflanzengifte
  • Alter und Entwicklungszustand der Giftpflanze, Jahreszeit der Ernte und eingenommener Pflanzenteil
  • Aufgenommene Giftmenge im Verhältnis zum Körpergewicht
  • Verfügbarkeit und rechtzeitiger Beginn einer geeigneten Behandlung bei einer Vergiftung

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Kann man Giftpflanzen am Geschmack erkennen?

Die nachfolgenden Giftpflanzen lassen sich nicht immer an einem unangenehmen oder scharfen Geschmack erkennen, der ein Warnsignal in Form eines natürlichen Ekelgefühls auslöst: 73

  • Beeren der Schwarzen Tollkirsche (Atropa belladonna) haben einen süßen Geschmack.
  • Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) haben einen angenehmen, haselnussartigen Geschmack.

Diese geschmackliche Eigenschaft ist gerade für Kinder tückisch und gefährlich, weil sich für sie aufgrund ihres kleineren Körpers bereits der Verzehr weniger Pflanzenteile tödlich auswirken kann.

Man sollte also nicht dem Irrtum unterliegen, Giftpflanzen nach dem Geschmack erkennen zu können: Auch ein unangenehmer oder bitter-saurer Geschmack hält Kinder nicht zuverlässig davon ab, Pflanzenteile zu verzehren anstatt sie wieder auszuspucken.74

Leuchtend orange-rote Früchte und dunkelgrüne Blätter von einem Gefleckten Aronstab, botanischer Name Arum maculatum
Bild: Leuchtende Früchte von einem Gefleckten Aronstab (Arum maculatum) im Sommer (Mitte Juli), eine Kesselfallenblume

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Nach Regionen

Die folgenden Abschnitte stellen besonders giftige Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Europa und weltweit vor. Wie bereits erläutert, hängt die Wirkung unter anderem vom aufgenommenen Pflanzenteil, der Menge, dem Alter und Körpergewicht der betroffenen Person sowie vom Aufnahmeweg (oral, inhalativ oder dermal/perkutan) ab.

Eine exakte Rangfolge der Giftigkeit von Pflanzen für Menschen lässt sich daher aus einzelnen, dokumentierten Angaben zu tödlichen Dosen bei Vergiftungsfällen mit Pflanzengiften nicht ohne Weiteres ableiten.

Hinzu kommt, dass vergleichende Versuche, in denen tödliche Dosen gezielt an Menschen getestet würden, ethisch nicht vertretbar wären.

Auch Tierversuche sind aus ethischer Sicht äußerst kritisch zu hinterfragen, weil Tiere dabei Belastungen, Qualen und gesundheitlichen Schäden ausgesetzt werden (vgl. pathozentrische Ethik).

Insbesondere belegen Ergebnisse aus Tierversuchen für sich allein nicht, dass ein bestimmtes Pflanzengift bei Menschen dieselben Wirkungen hervorruft oder in vergleichbaren Mengen giftig ist (vgl. hierzu Ärzte gegen Tierversuche).

Die folgenden Bezeichnungen zur „giftigsten Pflanze“ in einer bestimmten Region dienen daher lediglich der Einordnung besonders giftiger Arten. Ebenso stellen die in den Listen genannten Beispiele von Giftpflanzen keine Rangfolge dar.

Was ist die giftigste Pflanze in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) gilt als giftigste Pflanze Europas und damit auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.75

Alle Pflanzenteile enthalten das stark giftige Alkaloid Aconitin, das bereits bei Aufnahme geringer Mengen schwere Vergiftungen verursachen und auch über die intakte Haut aufgenommen werden kann.76

Blass-violette Blüte von einem Blauen Eisenhut, botanischer Name Aconitum napellus
Bild: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) im Sommer (Ende Juli), eine Sommerblume mit Rachenblüte

Darüber hinaus zählen folgende im Gebiet Deutschlands, Österreichs oder der Schweiz auch wild vorkommende Giftpflanzen zu den giftigsten Pflanzen: 77, 78, 79

  • Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
  • Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
  • Europäische Eibe (Taxus baccata)
  • Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum)
  • Gewöhnlicher Feldrittersporn (Consolida regalis)
  • Fingerhut (Digitalis)
    – Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)
    – Gelber Fingerhut (Digitalis lutea)
    – Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora)
    – Wolliger Fingerhut (Digitalis lanata)
  • Germer (Veratrum)
    – Schwarzer Germer (Veratrum nigrum)
    – Weißer Germer (Veratrum album)
  • Goldregen (Laburnum)
    – Alpen-Goldregen (Laburnum alpinum)
    – Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Nieswurz (Helleborus)
    – Christrose/Schneerose (Helleborus niger)
    – Grüne Nieswurz (Helleborus viridis)
    – Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)
  • Sadebaum (Juniperus sabina), auch Stink-Wacholder
  • Gefleckter Schierling (Conium maculatum)
  • Seidelbast (Daphne)
    – Echter Seidelbast (Daphne mezereum)
    – Gestreifter Seidelbast (Daphne striata)
    – Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)
    – Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum): Steingartenpflanze
  • Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)
  • Stechäpfel (Datura)
    – Dorniger Stechapfel (Datura ferox) 80
    – Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium)
  • Krainer Tollkraut (Scopolia carniolica)
  • Wunderbaum (Ricinus communis), in Österreich unbeständig verwildert
Weiße Blüten einer Christrose/Schneerose, botanischer Name Helleborus niger, mit gelben Staubblättern
Bild: Schneerose/Christrose (Helleborus niger) als Friedhofsblume und Schnittblume im Frühling (Mitte April)

Besondere Vorsicht ist auch beim Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) geboten, einer ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Giftpflanze, die in Mitteleuropa als invasiver Neophyt verbreitet ist.81

Die Giftpflanze wird u. a. in der Schweiz als invasive gebietsfremde Pflanzenart (Neophyt) geführt, deren Pflanzensaft bei Hautkontakt in Verbindung mit Sonnenlicht Hautschäden bis zu Verbrennungen zweiten Grades verursachen kann.82

Da Pilze (Fungi) keine Pflanzen (Plantae) sind, werden in der Giftpflanzen-Liste die Giftpilze wie der sehr giftige Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) nicht erwähnt.83

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Was sind die giftigsten Pflanzen in Europa?

Der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) gilt als giftigste Pflanze Europas.84 Auch der bereits im vorherigen Abschnitt genannte Wunderbaum (Ricinus communis), der beispielsweise in Österreich und Deutschland unbeständig vorkommt, zählt in Europa zu den besonders giftigen Pflanzen.85, 86, 87

Weiter zählen zu den giftigsten Pflanzen in Europa beispielsweise die bereits im vorherigen Abschnitt („Was sind die giftigsten Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?”) aufgeführten und auch wild vorkommenden Giftpflanzen: 88, 89, 90, 91

  • Europäische Eibe (Taxus baccata)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Stechapfel (Datura)
  • Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)
Stachelige Frucht vom Dornigen Stechapfel, botanischer Name Datura ferox
Bild: Frucht vom Dornigen Stechapfel (Datura ferox) im Sommer (Ende Juli)

Hervorzuheben sind ferner zwei in Südeuropa heimische Giftpflanzen:

  • Gemeine Alraune (Mandragora officinarum) 92, 93
  • Oleander (Nerium oleander) 94, 95

Eine allgemein anerkannte Rangliste der giftigsten Pflanzen in Europa gibt es nicht. Deshalb bilden die genannten Beispiele weder eine Rangfolge noch bedeutet ihr Vorkommen, dass jede dieser Arten in ganz Europa verbreitet ist.

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Was ist die giftigste Pflanze auf der Welt?

Eine einzelne Pflanze lässt sich nicht eindeutig als giftigste Pflanze der Welt bestimmen. Stattdessen kommen die nachfolgenden sechs Beispiele in Betracht:

  • Manchinelbaum (Hippomane mancinella)
  • Paternostererbse (Abrus precatorius)
  • Wunderbaum (Ricinus communis)
  • Zerberusbaum (Cerbera odollam)
  • Verschiedene Curare-Lianen
  • Eisenhut-Arten (Aconitum)

Die Giftigkeit dieser Pflanzen beziehungsweise Pflanzengruppen wird im Folgenden anhand der jeweils zugeordneten Quellen kurz beschrieben. Dabei werden, soweit die Quellen dies ausweisen, besonders stark wirkende Pflanzengifte und ihre Wirkungen erläutert.

Manchinelbaum

Ein besonders giftiger Baum auf der Welt ist der Manchinelbaum beziehungsweise Manzanillobaum (Hippomane mancinella), der in allen Pflanzenteilen starke Gifte enthält.96

Die Giftpflanze wächst unter anderem an den Küsten der Karibik, Mittelamerikas und des nördlichen Südamerikas sowie im äußersten Süden Floridas.97

Bereits von dem Giftbaum heruntertropfendes Regen- oder Tauwasser kann den Milchsaft des Baumes enthalten und bei Haut- oder Augenkontakt schwere Reizungen und Entzündungen verursachen.98

Der Verzehr der giftigen Früchte kann schwere Vergiftungserscheinungen verursachen; auch der Rauch seines verbrannten Holzes sollte gemieden werden.99

Paternostererbse/Paternosterbohne

Ebenfalls in den Tropen wächst die hochgiftige Paternostererbse/Paternosterbohne (Abrus precatorius), eine Leguminose.100 Die Giftpflanze enthält vor allem in ihren Samen das Pflanzengift Abrin – eines der stärksten Pflanzengifte weltweit.101

Der Verzehr, speziell das Zerkauen der Samen, kann schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen.102

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung können bei Kindern bereits ein bis zwei Samen tödlich wirken, wenn das Abrin aus den Samen freigesetzt wird; bei Kleinkindern kann bereits eine geringere Menge tödlich sein.103

Schon die in einem einzelnen Samen enthaltene Abrinmenge kann bei Erwachsenen schwere Vergiftungen auslösen, wenn das Gift durch eine beschädigte oder zerkaute Samenschale freigesetzt wird.104

Wunderbaum

Auch der Wunderbaum (Ricinus communis) zählt zu den giftigsten Pflanzen auf der Welt: Alle Pflanzenteile sind giftig, wobei die Samen besonders hohe Gehalte des Toxins Rizin enthalten.105

Rizin kann ähnliche Vergiftungserscheinungen wie Abrin verursachen.106 Das Pflanzengift fällt unter die Biowaffenkonvention (BTWC).107 Rizin ist in Liste 1 der Chemiewaffenkonvention (CWC) aufgeführt.108

Die tropische Giftpflanze wird auch „Palma christi” genannt und als Zierpflanze kultiviert.109

Wunderbaum, botanischer Name Ricinus communis, mit großen, sternförmigen, wechselständigen Blättern und roten Früchten
Bild: Wunderbaum (Ricinus communis) in Oberbayern im Frühsommer (Ende Juni) *

Zerberusbaum

Eine der giftigsten Pflanzen auf der Welt ist auch der Zerberusbaum (Cerbera odollam), der unter anderem in Südindien und Südostasien wächst.110

Der Giftbaum enthält hochwirksame Glykoside in den Samen und kann schwere Herzrhythmusstörungen und tödliche Vergiftungen bewirken.111 Der Zerberusbaum soll für Mord und Selbstmord genutzt werden und wird deshalb auch „Selbstmordbaum” genannt.112

Verschiedene Curare-Lianen

Die Liste von den giftigsten Pflanzen auf der Welt lässt sich durch verschiedene tropische Lianen (Kletterpflanzen) aus dem Regenwald ergänzen, aus denen Curare hergestellt wird.113

Curare ist ein Sammelbegriff für verschiedene hochgiftige, alkaloidhaltige Pfeilgiftzubereitungen, die aus den Giftpflanzen gewonnen werden.114

Curare wirkt als stark muskellähmendes Nervengift und wurde von der indigenen Bevölkerung in den Tropenwäldern Südamerikas traditionell als Pfeilgift für die Jagd verwendet.115

Eisenhut-Arten

Auch die Eisenhut-Arten (Aconitum) zählen zu den giftigsten Pflanzen auf der Welt.116 Der, wie zuvor erläutert, in Europa natürlich vorkommende Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) gehört ebenfalls zu diesen hochgiftigen Pflanzen.117

Einige Unterarten dieser giftigsten Wildpflanze Europas werden als Zierpflanzen kultiviert und bereits kleinste Mengen eines beliebigen Pflanzenteils der Giftpflanzen kann für Menschen tödlich sein.118

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Quellen und weiterführende Literatur:

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