Welche Giftpflanzen (giftigen Pflanzen) gibt es?

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Liste von Arten und Sorten
    1. Giftige Bäume (Giftbäume)
    2. Giftige Blumen (Giftblumen)
    3. Giftige Sträucher (Giftsträucher)
    4. Giftige Stauden (Giftstauden)
    5. Giftige Kletterpflanzen
    6. Giftige Kübelpflanzen
    7. Giftige Nachtschattengewächse
    8. Giftige Hülsenfrüchte (Leguminosen)
    9. Giftige Farne
    10. Weitere giftige Pflanzen
  3. Ursachen und Umfang der Giftigkeit von Pflanzen
  4. Aussehen ist kein verlässlicher Hinweis auf Giftigkeit
  5. Vorsicht beim Pflanzen im Garten
  6. Hinweis: Pflanzen nicht unnötig berühren
  7. Tipps für Kindergarten-/Kita-Spielplätze und Kinderspielplatz
  8. Zentrale Information über Pflanzengifte
  9. Vergiftungen bei Menschen
  10. Gefährliche Pflanzen im Garten
  11. Kann man Giftpflanzen am Geschmack erkennen?
  12. Nach Regionen
    1. Was sind die giftigsten Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
    2. Was sind die giftigsten Pflanzen in Europa?
    3. Was ist die giftigste Pflanze auf der Welt?

Definition

Was sind Giftpflanzen? Der Begriff „Giftpflanze” stammt nicht aus der Botanik, sondern aus dem täglichen Sprachgebrauch und der gärtnerischen Praxis. Er bezeichnet Blütenpflanzen und Farne, die Pflanzengifte enthalten, welche bei Lebewesen (Menschen und Tiere) Vergiftungen bewirken können.

Giftpflanzen (englisch: poisonous plants) sind in diesem Lexikon giftige Pflanzen, die bei Menschen und nicht zwingend bei Tieren zu Vergiftungen und Krankheiten führen können.

Sei es, wenn sie diese als Ganzes oder deren Bestandteile wie Blätter, Blüten, Früchte, Rinde, Samen und Wurzel zu sich nehmen oder mit ihnen in Berührung kommen.

Giftpflanzen gibt es als Bäume, Blumen, Farne, Flechten, Kletterpflanzen, Kräuter, Stauden oder Sträucher. Viele in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Giftpflanzen wachsen wild im Wald, im Garten und auf der Wiese.

Nachdem etliche Giftpflanzen besonders auffällige Früchte und bunte Blüten aufweisen, kann man sie auch als Zierpflanzen für den Garten und Park kaufen. Zudem eignen sie sich als Zimmerpflanzen oder Pflanzen im Kübel für Balkon und Wintergarten oder die Terrasse.

Rosa-rote Blüten von einem Roten Fingerhut, botanischer Name Digitalis purpurea
Bild: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) mit Blüten im Sommer (Anfang Juli) *

Welche Giftpflanzen im Garten jeweils welche Pflanzengifte enthalten und in welchen Pflanzenbestandteilen wird auf der Unterseite Pflanzengiftstoffe näher ausgeführt.

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Liste von Arten und Sorten

Die folgende Liste mit Arten und Sorten zeigt einheimische Giftpflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterteilt in Bäume, Blumen, Farne, Hülsenfrüchte, Kletterpflanzen, Kübelpflanzen, Stauden und Sträucher. Pflanzen, die für Menschen sehr giftig sind, werden mit einem Hinweis gekennzeichnet.

Leicht giftige Pflanzen, bei denen eine Aufnahme geringer Mengen von Pflanzen-Teilen überwiegend keine mittelschweren oder schweren Vergiftungen bewirken können, sind in der Übersicht nicht enthalten.

Giftige Bäume (Giftbäume)

Nachfolgend eine Liste einheimischer, giftiger Bäume (Giftbäume) im Garten:

  • Europäische Eibe (Taxus baccata): immergrüne, mittelgroße, sehr giftige Bäume
  • Japanische Eibe (Taxus cuspidata): vgl. zuvor
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis): immergrüner, mittelgroßer und mittelschwer giftiger Baum
  • Robinie (Robinia pseudoacacia): sommergrüner, großer und stark giftiger Baum

Hinweis zur Übersicht:

Eibe und Lebensbaum (Thuja) sind immergrüne Nadelbäume und die Robinie ist ein sommergrüner Laubbaum. Als weitere giftige Bäume können Buchsbaum, Faulbaum, Goldregen, Pfaffenhütchen und Stechpalme genannt werden, die allerdings selten als Kleinbäume und eher als Sträucher wachsen.

Ihre für Menschen und Tiere giftigen Inhaltsstoffe werden auf der Seite → Giftbäume beschrieben.

Junge, hellgrüne Blätter an den Zweigen einer Robinie, botanischer Name Robinia pseudoacacia
Bild: Blätter einer Gewöhnlichen Robinie (Robinia pseudoacacia) im Frühjahr (Mitte Mai) *

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Giftige Blumen (Giftblumen)

Nachfolgend eine Liste sehr giftiger Blumenarten (überwiegend mehrjährige Giftblumen):

  • Alpenveilchen (Cyclamen): hauptsächlich die Wurzelknolle der drei folgenden Arten ist giftig

    - Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum): Blüte im Winter und Frühjahr (Februar–März)

    - Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens): Blüte im Sommer (Juli–September)

    - Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium): Blüte im Sommer und Herbst (August–November)

  • Echte Amaryllis/Belladonnalilie (Amaryllis belladonna): speziell die Blumenzwiebel ist giftig
  • Gefleckter Aronstab (Arum maculatum): eine Giftstaude und Kesselfallenblume
  • Christrose/Schneerose (Helleborus niger): sehr giftige Alpenblume, immergrüne Giftstaude
  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus): sehr giftige Pflanze und giftigste Pflanze in Europa
  • Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum), auch Wolfs-Eisenhut, sehr giftig, eher selten in Europa
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea): zweijährig, gesamte krautige Pflanze ist sehr giftig im Sommer
  • Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora): Giftstaude, bei der alle Pflanzen-Teile sehr giftig sind
  • Weißer Fingerhut (Digitalis purpurea 'Alba'): enthält die gleichen Gifte wie der Rote Fingerhut
  • Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale): sehr giftige Pflanze und Herbstblume mit Blumenknolle
  • Gewöhnliche Kuhschelle/Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris): die gesamte Pflanze ist sehr hautreizend
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis): eine Schnittblume mit sehr giftigen Blüten und Früchten
  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus): sehr giftige Inhaltsstoffe, die Haut und Schleimhaut reizen
  • Schöllkraut (Chelidonium majus): im Herbst sammeln sich Gifte zentral in der hoch giftigen Wurzel
  • Tulpe (Tulipa gesneriana): stark hautreizend, typische Frühlingsblume, Rabattenblume, Trauerblume
  • Winterling (Eranthis hyemalis): sehr giftige Winterblume, insbesondere das Essen der Knollen
  • Wolfsmilch (Euphorbia): Wildblume mit sehr hautreizendem und ätzendem Milchsaft bei Hautkontakt

Die für Menschen und Tiere Inhaltsstoffe dieser sehr giftigen Blumen werden auf der Unterseite → Giftblumen genauer beschrieben.

Winterlinge, botanischer Name Eranthis hiemalis, mit gelben Blüten in einem Blumenbeet
Bild: Winterlinge (Eranthis hyemalis, Syn.: Eranthis hiemalis) mit gelben Blüten im Winter (Anfang März) *
Mehrere Pflanzen vom Kleinblütigen Fingerhut, botanischer Name Digitalis parviflora, mit kerzenförmigen, rost-braunen Blüten
Bild: Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora) im Frühsommer (Ende Juni) in Oberbayern *

Darüber hinaus gibt folgende leicht giftige Beetblumen und Topfblumen aus der botanischen Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse:

  • Lampionblume (Physalis alkekengi)
  • Garten-Petunie (Petunia x hybrida)
  • Bauernorchidee (Schizanthus x wisetonensis), auch Spaltblume

Auch wenn sie weniger giftig sind als die Giftblumen zuvor, sollte ihre Giftigkeit berücksichtigt werden.

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Giftige Sträucher (Giftsträucher)

Nachfolgend eine Liste giftiger Sträucher (Giftsträucher):

  • Besenginster (Cytisus scoparius), auch Besenstrauch, in allen Pflanzen-Teilen leicht giftig bis giftig
  • Buchsbaum (Buxus sempervirens): immergrüne Heckenpflanze
  • Dickmännchen (Pachysandra terminalis): immergrüner Halbstrauch
  • Faulbaum (Rhamnus frangula): hautreizende Laubgehölze, wichtiger Vogelstrauch und Rindentee
  • Goldregen (Laburnum anagyroides): die Hülsenfrüchtler wachsen als Grossstrauch und Zierstrauch
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis): eine sehr giftige Nadelhecke
  • Gewöhnlicher/Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Lorbeerkirsche/Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): immergrüne, schnellwachsende Heckenpflanze
  • Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus): immergrün, giftig sind besonders die Beeren
  • Pfaffenhütchen/Spindelstrauch (Euonymus europaea): langsam wachsende Hecke
  • Rhododendron: viele Rhododendren-Arten und -Sorten sind giftig und Giftsträucher
  • Rosmarinheide (Andromeda polifolia): ein immergrüner Zwergstrauch
  • Sadebaum (Juniperus sabina): auch stark hautreizend, immergrüner Giftstrauch
  • Seidelbast-Arten (z.B. Daphne mezereum oder Daphne cneorum): sehr giftige Pflanze mit Tellerblüten
  • Stechpalme (Ilex aquifolium): wächst auch in freier Natur als immergrüner Wildstrauch
  • Tafeleibe (Taxus baccata 'Repandens'): immergrüner, bodendeckender Strauch
Niedrig wachsender Sadebaum-Wacholder, botanischer Name Juniperus sabina, in einem Garten
Bild: Sadebaum-Wacholder (Juniperus sabina) im Frühling (Anfang Juni) *

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Giftige Stauden (Giftstauden)

Nachfolgend eine Liste giftiger Stauden (Giftstauden, Giftkräuter):

  • Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia): sehr giftige Pflanze und Giftstaude
  • Weißer Germer (Veratrum album): sehr giftige Giftstaude
  • Färber-Ginster (Genista tinctoria): ein Zwergstrauch aus der Familie der Leguminosen
  • Herkulesstaude/Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum): stark phototoxische Giftstaude
  • Hundspetersilie (Aethusa cynapium): sehr giftige Pflanze
  • Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus): Dauerblüher und Giftstauden aus der Familie der Hülsenfrüchte
  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus): immergrüner Halbstrauch
  • Rainfarn/Wurmkraut (Tanacetum vulgare): immergrüne Giftstaude mit Körbchenblüte
  • Gefleckter Schierling (Conium maculatum): sehr giftige Pflanze
  • Schlafmohn (Papaver somniferum): Anbau ist in Deutschland verboten
  • Schöllkraut (Chelidonium majus): speziell die Wurzel ist im Herbst sehr giftig, ein Dauerblüher
  • Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)
  • Wasserschierling (Cicuta virosa): sehr giftige Pflanze und Giftstaude mit Scheibenblüten
  • Wunderbaum (Ricinus communis): einjährige und sehr giftige Zimmerpflanze
Zwei- und dreifach gefiederte Laubblätter von einem Wasserschierling, botanischer Name Cicuta virosa
Bild: Wasserschierling (Cicuta virosa) im Sommer (Ende August) *

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Giftige Kletterpflanzen

Nachfolgend eine Liste winterharter, giftiger Kletterpflanzen:

  • Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis): eine sommergrüne, giftige Kletterpflanze (Früchte, Rinde, Samen, Wurzel, Zweige)
  • Gemeiner/Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix): eine immergrüne, mittelschwer giftige Kletterpflanze (Blätter, Beeren)
  • Geißblatt/Heckenkirsche (Lonicera): einige Arten wachsen als Kletterpflanzen, die alle giftige Beeren aufweisen
  • Rote/Rotfrüchtige Zaunrübe (Bryonia dioica): mittelschwer giftige Kletterpflanze (Beeren, Samen, Wurzel)
  • Weiße/Schwarzbeerige Zaunrübe (Bryonia alba): mittelschwer giftige Kletterpflanze (Beeren, Samen, Wurzel)

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Giftige Kübelpflanzen

Nachfolgend eine Liste giftiger Kübelpflanzen:

  • Dieffenbachie (Dieffenbachia): mittelschwer giftige, immergrüne Zimmerpflanzen und Giftstauden
  • Engelstrompete (Brugmansia): sommergrüne Kübelpflanzen mit großen, auffälligen Blüten
  • Enzianstrauch/Kartoffelbaum (Lycianthes rantonnetii): je nach Überwinterungstemperatur immergrün
  • Oleander/Rosenlorbeer (Nerium oleander): immergrüner Strauch
  • Schellenbaum (Thevetia peruviana): immergrüner Strauch
  • Wandelröschen (Lantana camara): sommergrüner, giftiger Fruchtstrauch
Grün umrandete blass-gelblich-hellgrüne Blätter einer Dieffenbachia, botanischer Name Dieffenbachia picta oder Dieffenbachia seguine var. seguine
Bild: Dieffenbachie (Dieffenbachia picta) im Sommer (Ende Juli) in einem Staudenbeet *

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Giftige Nachtschattengewächse

In der botanischen Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse gibt es eine Reihe von Giftpflanzen mit sehr giftigen Pflanzenteilen. Sie enthalten sogenannte Tropan-Alkaloide, die sehr gut über die Haut aufgenommen werden können.

Folgende Übersicht zeigt einheimische Giftpflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse, die zu den giftigsten Pflanzen überhaupt zählen, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu finden sind:

  • Alraune/Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)
  • Bilsenkraut/Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
  • Engelstrompete (Brugmansia)
  • Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
  • Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)
  • Stechapfel (Datura stramonium): auch Asthmakraut
  • Tabak (Nicotiana)

Diese Nachtschattengewächse zählen zu den → „Bio-Drogen”, deren Konsum eine lang anhaltende Wirkung auf den menschlichen Organismus haben kann bis hin zu einer dauerhaften Schädigung.

Stachelige Frucht vom Dornigen Stechapfel, botanischer Name Datura ferox
Bild: Frucht vom Dornigen Stechapfel (Datura ferox) im Sommer (Ende Juli)
Grüne Blätter einer Wald-Tabak-Pflanze der Sorte Niobe, botanischer Name Nicotiana sylvestris
Bild: Wald-Tabak (Nicotiana sylvestris 'Niobe') im Frühsommer (Ende Juni) *

Bei essbaren Nachtschattengewächsen wie der

  • Aubergine (Solanum melongena)
  • Kartoffel (Solanum tuberosum)
  • Tomate (Solanum lycopersicum)

enthalten die grünen Teile das Pflanzengift Solanin, dass die Pflanzen vor Pilzen und Schädlingen schützt.

Solanin ist ein → Alkaloid, das als Nervengift (Neurotoxin) bei einer Vergiftung erregend und psychoaktiv wirkt. Frühe Kartoffeln weisen dabei den höchsten Solaningehalt auf, der um so höher ist, je länger das Knollengemüse dem Licht preisgegeben wird.

Die zum Fruchtgemüse zählenden Auberginen und Tomaten sowie die zum Wurzelgemüse zählende Kartoffel zählen deshalb in unreifer Form ebenfalls zu den Giftpflanzen.

„Gift in den Händen eines Weisen ist ein Heilmittel, ein Heilmittel in den Händen des Toren ist Gift.” (Giacomo Casanova, italienischer Abenteurer und Schriftsteller, 1725–1798, in: Memoiren)

Dunkel-violette Aubergine, botanischer Name Solanum melongena, im Gemüse-Beet
Foto: Aubergine (Solanum melongena) im Sommer (Mitte August)

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Giftige Hülsenfrüchte (Leguminosen)

Einige Arten und Sorten der Hülsenfrüchte (Leguminosen) wie Bohnen, Kichererbsen (Cicer arietinum) und Linsen enthalten in roher Form giftige Inhaltsstoffe wie das Pflanzengift Phasin, ein Hämagglutinin.

Hämagglutinine führen zu einer Verklumpung der roten Blutkörperchen und können Entzündungen der Darmschleimhaut bewirken. Deshalb kann der rohe Verzehr dieser Hülsenfrüchte bei einer höheren Dosierung sogar lebensbedrohlich sein, insbesondere für Kinder.

Bohnen, Kichererbsen und Linsen sollten deshalb mindestens eine Viertelstunde lang vor dem Verzehr gekocht, blanchiert oder gegart werden, um Hämagglutinine und giftige oder schwer verdauliche Inhaltsstoffe abzubauen.

Allerdings müssen nicht alle Hülsenfrüchte vor dem Essen gekocht werden: Weil Erbsen (Pisum sativum) nur wenig Lektine wie Phasin enthalten, können sie auch roh gegessen werden.

Zuckerschoten (Zuckererbsen) sind ein Sonderfall unter Leguminosen, weil sie überhaupt kein Phasin enthalten. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass rohe Erbsen unverdauliche Ballaststoffe enthalten, die schwerer verdaulich sind, als wenn sie gegart oder gekocht werden.

Rosa blühende Garten-Lupine der Sorte Gallery Blue, botanischer Name Lupinus x hybrida, in einem Beet
Bild: Garten-Lupine (Lupinus x hybrida 'Gallery Blue') im Sommer (Mitte August), eine Fahnenblume *

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Giftige Farne

Alle Farne sind grundsätzlich als giftige Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz einzustufen. Allerdings ist ihre Wirkung als Giftpflanzen für Menschen (speziell für Kinder) oder für Tiere wie Hunde, Katzen und Pferde unterschiedlich stark.

Der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) ist dabei neben dem Wurmfarn (Dryopteris) der giftigste Farn für Menschen im deutschsprachigen Raum:

So sollten die Sporen des Adlerfarns nicht eingeatmet werden, weil das darin enthaltene Enzym Thiaminase im Verdacht steht, Krebs und Tumore auszulösen. Ungeachtet dessen wird der Adlerfarn gebietsweise in Japan, auf Neuseeland oder in den USA als Blattgemüse (z.B. Blattsalat, Wildsalat) zubereitet.

Der Echte Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) wurde in früheren Zeiten zur Entwurmung verwendet. Allerdings kam es wegen Überdosierungen häufiger zu Vergiftungen wie z.B. Erbrechen, Leibschmerzen, Übelkeit bis hin zu Sehstörungen, Atem- und Herz-Kreislauf-Störungen.

Eine Reihe mehrerer, leuchtend grüner Echter Wurmfarne, botanischer Name Dryopteris filix-mas
Bild: Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) im Sommer (Ende August) in Bayern *

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Weitere giftige Pflanzen

Je nachdem, wie man Giftpflanze definiert, könnten selbst Obstsorten wie die Aprikose oder die Marille unter die Giftpflanzen fallen: Denn ihre Kerne bzw. Steine enthalten den Pflanzengiftstoff Amygdalin, der im Organismus mit Hilfe von Wasser zu Blausäure umgewandelt wird.

Das weit verbreitete, als Unkraut geltende Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), ist keine Giftpflanze im eigentlichen Sinn. Der Blütenstaub dieser Pflanze zählt allerdings in der Blütezeit zu den stärksten Pollenallergenen für Allergiker.

Giftige Pilze sind botanisch keine Pflanzen, sondern stellen neben Tieren und Pflanzen einen eigenständigen Bereich in der Biologie dar. Deshalb sind Giftpilze wie der Knollenblätterpilz in diesem Giftpflanzen-Lexikon nicht in der Übersicht giftiger Pflanzen zu finden.

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Ursachen und Umfang der Giftigkeit von Pflanzen

Viele Pflanzen schützen sich vor potentiellen Fraßfeinden und Schädlingen (z.B. Pilze) durch bestimmte Inhaltsstoffe in Blättern, Blüten, Früchten, Samen oder Wurzeln. Diese Inhaltsstoffe können giftig sein und im Körper von Lebewesen Krankheiten, Schädigungen oder sogar den Tod hervorrufen.

Entscheidend ist, um welches Lebewesen es sich handelt – ob um Mensch oder Tier – und in welcher Menge der Pflanzengiftstoff vom Körper des Lebewesens aufgenommen.

So schrieb schon der Schweizer Arzt, Alchemist und Philosoph Paracelsus (1493–1541) in seinem Werk „Septem Defensiones” (Die Sieben Verteidigungsreden) von 1538:

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.” ¹

Dabei ist zu beachten, dass die Dosis eines Giftes auch von der Körpergröße und der Entwicklung von einem Lebewesen abhängt. Wie stark bestimmte Giftpflanzen giftig sind, ist bei kleinen Kindern und Säuglingen anders zu beurteilen als bei Erwachsenen.

Darüber hinaus entscheidet die Art der Aufnahme von pflanzlichen Inhaltsstoffen zentral darüber, in welchem Maße Giftpflanzen giftig sind: Eine Vergiftung (Intoxikation) kann durch Aufnahme von Giftstoffen über die Atmung (Inhalation), über den Mund (oral) oder über die Haut (dermal, percutan) erfolgen.

Herbstzeitlose, botanischer Name Colchicum autumnale, mit rosa-weißen Blüten
Bild: Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) in Jena (Thüringen), im Herbst (Ende September), eine Trichterblume *

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Aussehen ist kein verlässlicher Hinweis auf Giftigkeit

Viele Giftpflanzen wirken auf den ersten Blick harmlos oder sogar besonders dekorativ. Ihr äußeres Erscheinungsbild gibt jedoch keinen zuverlässigen Hinweis darauf, ob sie giftige Inhaltsstoffe enthalten.

Einige der giftigsten Pflanzen Mitteleuropas besitzen unscheinbare Blätter und Blüten oder attraktive Früchte, die keinerlei Warnsignal vermitteln. Zu den harmlos aussehenden, aber stark giftigen Pflanzen zählen unter anderem:

  • Alpenveilchen (Cyclamen) – giftige Knolle, häufig als Zimmer- und Dekopflanze verwendet
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis) – duftend und beliebt, aber mit hochgiftigen Blüten und Beeren
  • Goldregen (Laburnum anagyroides) – dekorative gelbe Blütentrauben, jedoch stark giftige Samen
  • Eibe (Taxus baccata) – unscheinbare Nadeln, hochgiftige Samen und Nadeln
  • Christrose / Schneerose (Helleborus niger) – beliebte Winterblume, aber sehr giftig
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) – zarte Blüte, enthält das hochgiftige Colchicin
  • Oleander (Nerium oleander) – mediterraner Zierstrauch mit stark reizendem und giftigem Pflanzensaft

Diese Beispiele zeigen, dass Giftpflanzen nicht immer durch auffällige Farben, ungewöhnliche Formen oder „bedrohliches“ Aussehen erkennbar sind. Viele wirken im Gegenteil besonders attraktiv und werden deshalb häufig in Gärten, Parks, Restaurants oder Innenräumen eingesetzt.

Weiße Blüten einer Christrose/Schneerose, botanischer Name Helleborus niger, mit gelben Staubblättern
Bild: Schneerose/Christrose (Helleborus niger), eine Friedhofsblume und Schnittblume im Frühling (Mitte April)

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Vorsicht beim Pflanzen im Garten

Giftpflanzen können bereits bei der Aufnahme von kleinen Mengen oder Bestandteilen gefährlich für die Gesundheit sein. Sie sollten deshalb nur mit Vorsicht im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung sorgfältig gepflanzt werden, um Vergiftungen für Säuglinge, Kinder und Erwachsene zu vermeiden.

Oft wird bei der Gartengestaltung allerdings vergessen, dass viele Giftpflanzen auch für Tiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten oder Wellensittiche giftig sind.

Und nicht nur kleinere Haustiere sollten beim Standort einer Giftpflanze berücksichtigt werden, sondern auch Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen auf der Nachbarweide.

Traditionelles Piktogramm und Symbol für Gift mit einem Schädel mit gekreuzten Knochen auf weissem Hintergrund
Traditionelles Piktogramm und Symbol für Gift
EU-Gefahrensymbol für giftige Substanzen mit einem Schädel mit gekreuzten Knochen auf orangem Hintergrund
EU-Gefahrensymbol für giftige Substanzen

Allerdings sollten Giftpflanzen und ihre Wirkung auf Tiere und Menschen differenziert betrachtet werden.

Oder anders ausgedrückt: Giftpflanzen, die für Tiere tödlich sind, müssen für Menschen noch lange nicht giftig sein. So ist beispielsweise der Lavendel für Tiere wie Hamster, Hasen, Kaninchen oder Meerschweinchen giftig, während er bei Menschen als wohlriechende Heilpflanze verwendet wird.

Weiter gibt es Giftpflanzen, die nur für bestimmte Tiere giftig sind wie Geranien für Hamster, Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen oder Hortensien zusätzlich auch für Hunde, Katzen und Vögel.

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Hinweis: Pflanzen nicht unnötig berühren

Einige Giftpflanzen können bereits über ihren Pflanzensaft Hautreizungen, Rötungen oder phototoxische Reaktionen auslösen. Dazu gehören etwa Wolfsmilchgewächse (Euphorbia), Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), Aronstabgewächse oder Oleander.

Daher gilt als allgemeine Vorsichtsregel:

Pflanzen in der Natur oder im botanischen Garten sollten nicht unnötig berührt werden. Bei Giftpflanzen empfiehlt sich der Umgang nur mit Handschuhen. Diese Empfehlung schützt besonders empfindliche Personen, Kinder und Menschen, die nicht wissen, welche Pflanzen sie vor sich haben.

Vielfarbige Wolfsmilch, botanischer Name Euphorbia epithymoides, mit gelben Blüten
Bild: Vielfarbige Wolfsmilch mit gelben Blüten (Euphorbia epithymoides) im Frühling (Mitte Mai) *

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Tipps für Kindergarten-/Kita-Spielplätze und Kinderspielplatz

Bei der Standortwahl von Giftpflanzen sollte darauf geachtet werden, dass sich in der Nachbarschaft keine Kita-/Kindergarten-Spielplätze oder ein Garten-Kinderspielplatz befinden.

Dadurch werden Kinder nicht dem Risiko ausgesetzt, dass sie aus Neugier die oft verlockenden Früchte von Giftpflanzen probieren oder in Kontakt mit anderen Pflanzenteilen kommen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in Deutschland (Berlin) empfiehlt deshalb, giftige Pflanzen nicht in der Nähe von Anlagen anzupflanzen, die für Kinder leicht zugänglich sind (z.B. Kindergarten, Schwimmbad, Spielplatz).

In seiner Informationsbroschüre „Naturnahe Spielräume” (GUV-SI 8014) empfiehlt der Bundesverband der Unfallkassen (DGUV) in Bayern, folgende Liste von heimischen Giftpflanzen (Giftsträucher) keinesfalls auf Spielplätzen für Kinder anzupflanzen:

  • Goldregen (Laburnum anagyroides)
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)
  • Seidelbast (Daphne mezereum)
  • Stechpalme (Ilex aquifolium)

Zusätzlich empfiehlt der Verband in Bayern stark ätzende Giftpflanzen wie den Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzium) aus den Spielbereichen von einem Kinderspielplatz und Kindergarten zu entfernen.

Auch auf das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) sollte als Bepflanzung für Kinder-/Kita-Spielplätze verzichtet werden.

Die Pollen von dem einjährigen Unkraut und der Hautkontakt mit den Blüten können sehr starke Allergien auslösen. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz Meldestellen für Ambrosia-Bestände, um einer weiteren Ausbreitung entgegenwirken zu können.

Ansonsten verbietet sich von selbst die zuvor vorgestellte → Liste von Arten und Sorten weiterer Giftpflanzen für Kindergarten-/Kita-Spielplätze.

Wer sich bei der Wahl einer Giftpflanze, ihrem Standort und allen zu berücksichtigenden Faktoren für einen Kinderspielplatz nicht sicher ist, sollte den Rat von professionellen Landschaftsgärtnern, Gartenarchitekten oder Landschaftsarchitekten einzuholen.

Rosa-gelbe Blüten von einem Pfaffenhütchen, botanischer Name Euonymus europaeus
Bild: Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) im Frühjahr (Anfang Juni) *

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Zentrale Information über Pflanzengifte

Zentrale Informationen über heimische Giftpflanzen in Deutschland gibt es beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales vom Bundesland Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium in Düsseldorf hat eine Broschüre über Pflanzengifte veröffentlicht mit dem Titel "Giftpflanzen - Beschauen, nicht kauen".

In der 40-seitigen Broschüre wird besonders auf Gefahren von Giftpflanzen für Kinder im öffentlichen Grünland eingegangen. Ferner werden Tipps gegeben, wie man sich im Falle einer Vergiftung durch Pflanzengifte von Kindern und Erwachsenen verhalten soll.

Nicht zu vergessen das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ) in Göttingen für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Das GIZ führt zum Beispiel rund um die Uhr telefonische Beratungen über giftige Pflanzen und Toxikologie durch.

Außerdem veröffentlicht die Giftzentrale regelmäßig im Internet die jeweils aktuellen Kontaktdaten anderer deutscher Giftzentralen in Berlin, Bonn, Erfurt, Freiburg, Göttingen, Homburg, Mainz und München.

In Österreich informiert zentral die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) in Wien über Vergiftungen und in der Schweiz zentral das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox Info Suisse) in Zürich.

Speziell beim Kontakt von Kindern mit Giftpflanzen sollte, wenn die Möglichkeit einer Vergiftung besteht, schnellstmöglich die nächstgelegene Giftnotrufzentrale kontaktiert werden.

Dort kann man sich dann über die Giftigkeit und Wirkungen der jeweiligen Giftpflanze informieren.

Bestehen bereits Symptome einer Vergiftung muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Symptome von Pflanzengiften können beispielsweise sein:

Schwindel, Kreislaufprobleme, Durchfall, Bauchschmerzen, Verfärbung der Lippen, erweiterte Pupillen oder Schweißausbrüche. Ebenso Atemprobleme, Übelkeit, Herz-Rhythmus-Störungen wie langsamer Herzschlag (Bradykardie) und Herzrasen (Tachykardie).

Vorfruehlings-Alpenveilchen, botanischer Name Cyclamen coum, mit rosa-roter Blüte und hell gezeichneten dunkelgrünen Blättern umgeben von Laubblättern
Bild: Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) im Winter (Mitte Februar)

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Vergiftungen bei Menschen

Je nach eingenommener Menge und Körpergewicht können durch eine Giftpflanze Vergiftungen bei Menschen entstehen mit folgenden Symptome:

  • Herzbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, Herz- und Kreislaufstörungen
  • Bewusstseinsstörungen wie Halluzinationen, Schwindel und Tobsucht
  • Verdauungsstörungen wie Brechreiz, Durchfall, Erbrechen, Magen-Krämpfe, Übelkeit

Bei sehr giftigen Pflanzen kann es zentral auch zu folgender Wirkung kommen:

  • Dauerhafte Schädigung der Nieren und anderer innere Organe
  • Dauerhafte Nervenschädigungen und klinische Psychosen
  • Atemlähmung, Herzversagen und Kreislaufkollaps bis hin zum Tod

Ferner gibt es Giftpflanzen, deren Blätter oder Pflanzensaft bei direktem Hautkontakt zu Hautirritationen führen können wie allergische Kontaktdermatitis, Blasen, Juckreiz, Rötungen und Verbrennungen.

Beispiele hierfür sind der Riesen-Bärenklau, der Eisenhut, bestimmte Efeu-Arten oder der exotische Weihnachtsstern. Die Grenze zwischen Heil- und Giftpflanzen sowie essbaren Pflanzen verläuft dabei oft fließend:

Viele giftige Pflanzen werden in der Medizin in geringer Dosierung als Heilpflanzen oder Arzneistoffe und in der Homöopathie als Heilmittel verwendet.

„Dosis sola facit venenum" – auf deutsch: „Allein die Dosis macht das Gift.” (Paracelsus, Schweizer Arzt und Alchemist, ca. 1493–1541, in: dritte defensio, 1538)¹

Darüber hinaus gibt es essbare Pflanzen, die nur in rohem oder unreifem Zustand giftig sind bzw. bei denen nur bestimmte Bestandteile wie Beeren, Blätter, Blüte oder Früchte giftig sind.

Das ist der Fall bei bestimmten Nachtschattengewächsen und Hülsenfrüchten, die in gekochtem oder ausgereiftem Zustand ungiftige Pflanzen sind, wie grüne Bohnen, Kartoffeln und Tomaten.

Schwarze Beere einer Schwarzen Tollkirsche, botanischer Name Atropa belladonna
Bild: Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna) im Sommer (Mitte August), ein Nachtschattengewächs *

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Gefährliche Pflanzen im Garten

Die Frage, welche gefährlichen Pflanzen im Garten es gibt oder welches die giftigste Pflanze in Deutschland (Österreich, Schweiz) oder in Europa ist, lässt sich auf Anhieb nicht eindeutig beantworten.

Es gibt mehrere Faktoren, die eine Rolle spielen, ob Pflanzen als sehr giftig oder als tödliche Giftpflanzen einzustufen sind:

  • Individuelle genetische Veranlagung des Aufnehmenden
  • Art des Lebewesens (Menschen oder Tiere, wie z.B. Hunde, Kaninchen, Katzen, Pferde, Vögel)
  • Alter des Aufnehmenden (Baby, Kinder, Erwachsene) und Körpergewicht
  • Aufnahme-Art der Pflanzengifte über die Atmung, die Haut oder den Mund
  • Schnelligkeit der Giftwirkung bzw. Zeitraum bis zur Entfernung der Pflanzengifte aus dem Organismus
  • Alter und Reifegrad der Giftpflanze sowie Jahreszeit der Ernte
  • Notwendige Giftmenge für eine Vergiftung
  • Verfügbarkeit von Gegenmitteln im Fall einer Vergiftung
Doldenrispige, gelbe Blütenkörbchen von einem Rainfarn oder Wurmkraut, botanischer Name Tanacetum vulgare oder Chrysanthemum vulgare
Bild: Rainfarn/Wurmkraut (Tanacetum vulgare, Syn.: Chrysanthemum vulgare) im Sommer (Mitte Juli)

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Kann man Giftpflanzen am Geschmack erkennen?

Obwohl viele giftige Pflanzen einen bitteren Geschmack aufweisen, kann man Giftpflanzen nicht immer nach dem Geschmack erkennen. So haben die Beeren der Schwarzen Tollkirsche (Atropa belladonna) einen süßen Geschmack und lösen daher kein Warnsignal in Form eines natürlichen Ekelgefühls aus.

Diese Eigenschaft ist gerade für Kinder tückisch und gefährlich, weil sich für sie bereits der Verzehr weniger Beerenfrüchte tödlich auswirken kann.

Ähnlich verhält es sich bei den Samen vom Wunderbaum (Ricinus communis), die ebenfalls einen eher angenehmen Geschmack aufweisen, wie auch die rote Samenhülle der Eibe (Taxus baccata). Im Ergebnis sollte man nicht dem Irrtum unterliegen, Giftpflanzen nach dem Geschmack erkennen zu können.

Es gilt das Motto „Beschauen, nicht kauen”, unter dem auch ein gleichlautender Giftpflanzen-Ratgeber von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Berlin herausgegeben wurde.

Und selbst bei Giftpflanzen mit bitterem Geschmack kann man sich bei Kleinkindern und Kindern nicht darauf verlassen, dass sie einen natürlichen Ekel empfinden und aufgenommene Pflanzenteile wieder ausspucken.

Denn Kinder und speziell Kleinkinder haben noch keinen so feinen Geschmackssinn wie Erwachsene.

Leuchtend orange-rote Früchte und dunkelgrüne Blätter von einem Gefleckten Aronstab, botanischer Name Arum maculatum
Bild: Leuchtende Früchte von einem Gefleckten Aronstab (Arum maculatum) im Sommer (Mitte Juli)

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Was sind die giftigsten Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Als giftigste Pflanze (bzw. giftigste Blume) in Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt der Blaue Eisenhut.

Blass-violette Blüte von einem Blauen Eisenhut, botanischer Name Aconitum napellus
Bild: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) im Sommer (Ende Juli), eine Sommerblume mit Rachenblüte

Er enthält u.a. das tödliche Pflanzengift Aconitin, ein Alkaloid, das in allen Teilen der Pflanze enthalten ist und bereits eine Wirkung bei geringer Menge oder Haut-Kontakt aufweist.

Darüber hinaus zählen zu den giftigsten Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • Alraune/Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)
  • Bilsenkraut/Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
  • Europäische Eibe (Taxus baccata)
  • Engelstrompete (Brugmansia)
  • Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis)
  • Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)
  • Gefleckter Schierling (Conium maculatum)
  • Seidelbast-Arten (Daphne)
  • Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna)
  • Stechapfel (Datura stramonium): auch Asthmakraut
  • Wasserschierling (Cicuta virosa)
Weiße, glockenförmige Blüten von einem Maiglöckchen, botanischer Name Convallaria majalis
Bild: Maiglöckchen (Convallaria majalis) im Frühling (Mitte Mai), eine Duftblume

Weiter kann der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) zu den giftigsten Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezählt werden.

Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Pflanze hat sich in ganz Mitteleuropa invasionsartig angesiedelt und steht auf der Schwarzen Liste der invasiven Neophyten der Schweiz.

Der Riesen-Bärenklau wirkt mittels sogenannter Furocumarine bereits bei Hautkontakt und UV-Licht sehr stark phototoxisch und kann Verbrennungen 1. und 2. Grades hervorrufen.

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Was sind die giftigsten Pflanzen in Europa?

Zu den giftigsten Pflanzen in Europa (Mitteleuropa) zählen folgende Arten:

  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), gilt als die giftigste Pflanze Europas
  • Engelstrompete (Brugmansia)
  • Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Bärenkralle, Herkuleskraut, Herkulesstaude
Blasse weiß-gelbe, trichterförmige Blüte einer Duftenden Engelstrompete, botanischer Name Brugmansia suaveolens
Bild: Duftende Engelstrompete (Brugmansia suaveolens) im Sommer (Mitte Juli) *

Darüber hinaus kommen die meisten der zuvor genannten giftigsten Pflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch europaweit vor und zählen somit zu den giftigsten Pflanzen in Europa.

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Was ist die giftigste Pflanze auf der Welt?

Zu den giftigsten Pflanzen auf der Welt zählen der Manchinelbaum und der Wunderbaum. Der Manchinelbaum/Manzanillobaum (Hippomane mancinella) enthält in allen Pflanzenteilen starke Gifte.

Sein natürliches Vorkommen liegt in Nordamerika, im nördlichen Südamerika, in der Karibik, auf den Bahamas und durch Einführung auch in Westafrika und auf den Galápagosinseln.

Bereits von dem Giftbaum heruntertropfendes Regenwasser ist ätzend und kann zu schweren Kontakt-Ekzemen, Verbrennungen und Hautentzündungen führen.

Der Verzehr der giftigen Früchte kann tödlich für Menschen sein und selbst der Rauch seines verbrannten Holzes sollte gemieden werden. Ebenso gilt der Wunderbaum (Ricinus communis) von je her wegen seinem tödlichen Inhaltsstoff Rizin als giftigste Pflanze der Welt.

Die nordafrikanische und tropische Giftpflanze wird in Liste 1 der Chemiewaffen-Konvention (CWC) der Vereinten Nationen genannt und in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Zierpflanze kultiviert.

Ricinus-Wunderbaum, botanischer Name Ricinus communis, mit großen, sternförmigen, wechselständigen Blättern und roten Früchten
Bild: Wunderbaum (Ricinus communis) in Oberbayern im Frühsommer (Ende Juni) *

Als die giftigsten Pflanzen auf der Welt sind ferner verschiedene Lianen (Kletterpflanzen) aus dem Regenwald zu nennen, die das hochgiftige Pflanzengift Curare enthalten.

Die alkaloidhaltige Substanz Curare der tropischen Giftpflanzen ist ein stark muskellähmendes Nervengift, das beispielsweise von Indios in Südamerika als Pfeilgift für die Jagd verwendet wird.

Ebenfalls in den Tropen wächst die Paternostererbse/Paternosterbohne (Abrus precatorius), eine Leguminose, die das dem Rizin ähnliche Pflanzengift Abrin enthält. Die Samen der giftigen Kletterpflanze sind hochgiftig und bereits eine rohe Erbse kann tödlich für Menschen sein.

Eine der giftigsten Pflanzen auf der Welt ist auch der Zerberusbaum (Cerbera odollam), der an den Küsten von Indien, Madagaskar und im Westpazifik wächst. Der Zerberusbaum soll für Mord und Selbstmord weitaus öfter genutzt werden als jede andere Pflanze und wird daher auch Selbstmordbaum genannt.

Zu den giftigsten Pflanzen auf der Welt zählt ferner der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus), der natürlich in Europa vorkommt, wo er als die giftigste Pflanze gilt.

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[1] Paracelsus, Septem Defensiones 1538, Werke Band 2, Darmstadt 1965, S. 510.