Inhaltsverzeichnis
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Definition
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Arten, Sorten, Beispiele
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Ackerunkraut
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Rasenunkraut
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Gemischte Vorkommen
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Superunkräuter (Superweeds)
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Weitere Unterteilung/Gliederung
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Warum sind bestimmte Pflanzen Unkräuter?
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Was ist Beikraut?
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Wie vernichte ich Rasenunkräuter im Garten?
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Vorbeugen mit Gartenvlies und Unkrautvlies
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Ackerunkräuter-Bekämpfung in der Landwirtschaft
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Bedeutung für Menschen, Tiere und Natur
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Definition
Was sind Unkräuter? Was ist Unkraut? Der Begriff „Unkräuter” (englisch: weeds) oder „Unkraut” bezeichnet in diesem Lexikon eine willkürlich vom Menschen geschaffene Bezeichnung für Pflanzen.
Diese Pflanzen werden vom Menschen nicht gezielt angepflanzt und wachsen zufällig durch Samen im Wind, Samenbestände im Boden und oberirdische oder unterirdische Wurzelausläufer (Stolonen).
Bei einem Unkraut handelt es sich um eine Pflanze, die am jeweiligen Standort vom Menschen „unerwünscht”, „ohne Nutzen” oder „störend” ist. In der freien Natur kann es somit kein Unkraut geben, sondern nur in kultivierter und gelenkter Natur.
Die Definition von Unkraut stammt also nicht aus der Botanik, denn Unkräuter sind nur die Pflanzen, welche die Menschen willkürlich dazu bestimmen.
Der Begriff Unkraut beschränkt sich in diesem Lexikon dabei nicht nur auf Kräuter, sondern beinhaltet auch verschiedene Farne wie der Adlerfarn, Gräser, Moose, Blumen (Wildblumen) und verholzende Pflanzen wie Sträucher oder Bäume.
Bild: Blütenstand von einem Wiesen-Sauerampfer *
Die Definition, welche Pflanze als Unkraut gilt und welche nicht, unterliegt meistens zeitlichen Schwankungen. So galten im Mittelalter bestimmte Weizenarten wie der Roggen oder Blattsalate/Blattgemüse wie der Feldsalat als Unkräuter.
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Arten, Sorten, Beispiele
Die nachfolgende Übersicht enthält Beispiele für häufige Unkraut-Arten, unterschieden nach häufigen Standorten. Sei es auf der Gartenwiese (Rasenunkraut), im Ackerbau (Ackerunkraut) oder auf gemischten Vorkommen.
Ackerunkraut
Die folgende Liste zeigt häufig vorkommende Unkrautarten im Acker in der Landwirtschaft (Ackerunkraut):
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Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis)
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Acker-Meier/Acker-Meister (Asperula arvensis)
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Ackerminze (Mentha arvensis)
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Ackersenf/Acker-Senf (Sinapis arvensis)
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Wilder Amarant (Amaranthus retroflexus)
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Ampfer (Rumex): verschiedene Sorten
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Beifuß (Artemisia vulgaris)
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Rote Borstenhirse (Setaria pumila)
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Gezähnter Feldsalat (Valerianella dentata)
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Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina)
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Acker-Flügelknöterich (Fallopia convolvulus): auch Windenknöterich
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Acker-Fuchsschwanzgras (Alopecurus myosuroides)
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Acker-Gänsedistel (Sonchus arvensis)
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Weißer Gänsefuß (Chenopodium album): auch Ackermelde
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Acker-Günsel (Ajuga chamaepitys)
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Flug-Hafer (Avena fatua)
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Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)
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Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis)
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Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum)
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Klatschmohn/Mohnblume (Papaver rhoeas), Dauerblüher, Beetblume und Scheibenblume
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Kletten-Labkraut (Galium aparine)
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Einjähriger Knäuel (Scleranthus annuus)
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Floh-Knöterich (Persicaria maculosa)
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Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense): auch Ackerdistel
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Acker-Lichtnelke (Silene noctiflora)
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Kornblume (Cyanus segetum), ein Dauerblüher
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Langblättrige Melde (Atriplex oblongifolia)
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Spreizende Melde (Atriplex patula)
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Kriech-Quecke (Elymus repens): auch Gewöhnliche Quecke
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Rainfarn (Tanacetum vulgare), giftige Körbchenblume
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Gemeiner Rainkohl (Lapsana communis)
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Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum)
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Acker-Rittersporn (Consolida regalis)
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Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)
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Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)
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Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana)
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Acker-Senf (Sinapis arvensis)
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Acker-Spark (Spergula arvensis)
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Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera), eine Rachenblume
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Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis)
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Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis), ein Dauerblüher
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Wicke (Vicia): verschiedene Arten
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Gemeiner Windhalm (Apera spica-venti)
Die giftige Kornrade/Ackerrade (Agrostemma githago) war früher wegen ihrer starken Pflanzengiftstoffe ein gefürchtetes Ackerunkraut in der Landwirtschaft. Als Folge sehr wirksamer Saatgutreinigung ist die Giftblume mit Stieltellerblüte als Ackerunkraut nahezu ausgerottet und steht heute unter Naturschutz.
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Rasenunkraut
Die nachfolgende Liste zeigt häufig vorkommende Unkrautarten im Gartenrasen (Rasenunkraut) und auf Wiesenflächen (Wiesenunkraut):
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Breitwegerich (Plantago major), eine Bürstenblume
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Brennesseln/Brennnesseln (Urtica)
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Ehrenpreis (Veronica)
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Fuchsschwanz (Alopecurus)
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Gänseblümchen (Bellis perennis), ein Dauerblüher
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Giersch/Girsch (Aegopodium podagraria)
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Kriechende Günsel (Ajuga reptans)
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Hahnenfuß (Ranunculus)
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Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia), ein Dauerblüher
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Garten-Melde (Atriplex hortensis)
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Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
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Reiherschnabel (Erodium)
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Rispengras (Poa)
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Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
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Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
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Weiße Taubnessel (Lamium album), ein Dauerblüher
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Beifußblättriges Traubenkraut/Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
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Weiß-Klee/Kriech-Klee (Trifolium repens)
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Wiesen-Klee/Rot-Klee (Trifolium pratense), eine Fahnenblume
Bild: Brennesseln mit Marienkäfer *
„Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.“ (Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller, 1835–1910)
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Gemischte Vorkommen
Die folgende Liste zeigt häufige Unkraut-Arten, deren Bekämpfung im Garten und im Ackerbau stattfindet:
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Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
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Feld-Ehrenpreis (Veronica arvensis)
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Persischer Ehrenpreis (Veronica persica)
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Gewöhnliche Erdrauch (Fumaria officinalis)
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Blutrote Fingerhirse (Digitaria sanguinalis): auch Blut-Fingergras
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Gewöhnliche Gänsedistel (Sonchus oleraceus)
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Gewöhnliches/Gemeines Greiskraut (Senecio vulgaris)
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Gewöhnliches Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
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Knäuel-Hornkraut (Cerastium glomeratum)
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Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli)
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Hundspetersilie (Aethusa cynapium), giftig
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Behaartes Knopfkraut (Galinsoga ciliata): auch Franzosenkraut
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Kreuzkraut (Senecio)
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Portulak (Portulaca oleracea): ein Wildgemüse
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Aufrechte Sauerklee (Oxalis stricta)
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Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
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Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
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Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis)
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Schlitzblättriger Storchschnabel (Geranium dissectum)
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Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum), ein Dauerblüher
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Stängelumfassende Taubnessel (Lamium amplexicaule)
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Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media)
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Wolfsmilch (Euphorbia): verschiedene Sorten
Hinweis zur Übersicht:
Seltene Unkräuter, die kaum noch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wild wachsen und in der Liste nicht aufgeführt, werden, sind: Ackerrittersporn, Frauenspiegel, Leinrade, Kornblume und Eiblättriges Tännelkraut.
„Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig.” (William Shakespeare, englischer Dichter, 1564–1616)
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Superunkräuter (Superweeds)
Unkräuter, die von sich aus eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) wie z.B. Glyphosat / Roundup entwickelt haben, werden Superunkräuter genannt.
Der Begriff Superunkräuter (englisch: Superweeds) findet insbesondere in der Landwirtschaft Verwendung, wo sie im konventionellen Ackerbau erhebliche Ertragsminderungen bewirken.
Typisches Beispiel für ein multiresistentes Unkraut ist der Ackerfuchsschwanz (Alopecurus myosuroides), der in Getreide-Feldern wuchert und zu Ernteausfällen führt.
„Ein Unkraut ist nichts anderes als eine ungeliebte Blume.“ (Ella Wheeler Wilcox, amerikanische Schriftstellerin, 1850–1919)
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Weitere Unterteilung/Gliederung
In einer weiteren Übersicht können Unkraut-Arten nach folgender Liste weiter unterteilt werden in:
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Einjährige Unkräuter und mehrjährige Unkräuter (Stauden)
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Samenunkräuter wie Brennessel/Brennnessel, Weiß-Klee, Knopfkraut, Kreuzkraut und Vogelmiere
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Wurzelunkräuter wie Ackerschachtelhalm, Große Brennessel, Disteln, Giersch und Quecke
Samenunkräuter sind meistens einjährige Unkraut-Pflanzen, die sich durch ihren Samen vermehren, der durch Tiere oder den Wind verbreitet wird. Samenunkräuter zählen außerdem zu den Unkraut-Arten mit flachen Wurzeln, die relativ leicht im Garten zu entfernen sind.
Allerdings wachsen Samenunkräuter sehr schnell und produzieren sehr viele Samen, die mehrere Jahre Bestände im Boden für ihre weitere Ausbreitung bilden können. Deshalb sollte das Unkraut-Jähen bei diesen Pflanzen speziell vor der Samen-Reife erfolgen, um neues Unkraut zu verhindern.
Wurzelunkräuter sind dagegen ausdauernde, mehrjährige Pflanzen, die ein wahres Wurzelimperium bilden können, das vom Hobbygärtner oder Gärtner sehr schwer zu beseitigen ist. Besonders auf Wurzelunkräuter trifft die alte Volksweisheit zu: Unkraut vergeht nicht.
Foto: Echter Ehrenpreis/Wald-Ehrenpreis (Veronica officinalis) mit eiförmig-lanzettlicher oder ovat-lanzeolater Blattform Ende Juni in Oberbayern *
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Warum sind bestimmte Pflanzen Unkräuter?
Pflanzen können deshalb als Unkraut gelten, weil sie
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andere gewünschte Pflanzen-Arten verdrängen durch Wegnahme von Licht, Wasser oder Nährstoffen,
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optisch und ästhetisch unerwünscht sind wie zum Beispiel auf dem Rasen, im Park oder im Ziergarten,
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sich im Garten, im Park oder auf Feldern schnell ausbreiten, stark wuchern und arbeitsaufwendig zu entfernen sind,
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aus praktischen Gründen unerwünscht sind wie stachelige Disteln auf der Rasenfläche,
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die Ernte von Nutzpflanzen auf bewirtschafteten Bodenflächen verunreinigen oder als Giftpflanze durch ihre Pflanzengifte unbrauchbar machen,
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für den Menschen keinen (gewinnbringenden) Nutzen haben,
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starke Pollenallergene enthalten und bei Menschen starke Allergien auslösen können.
Foto: Blüten, Blätter und unreife, grüne Früchte vom Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) Ende April; es handelt sich um ein und sehr giftiges Unkraut
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Was ist Beikraut?
Philosophisch betrachtet grenzt die materielle, anthropozentrische Haltung vieler Menschen an Hochmut und an Fahrlässigkeit, wenn sie alle Pflanzen als Unkraut bezeichnen, die ihnen keinen Nutzen bringen.
Zum einen ist heute noch nicht der Nutzen aller Pflanzen für den Menschen bekannt und zum anderen wurden noch nicht alle Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Pflanzen untereinander sowie zwischen Pflanzen und Tieren bzw. Insekten erforscht.
Eine Vernichtung bestimmter Unkräuter verringert allgemein das genetische Potential auf der Erde und birgt ein nicht kalkulierbares Risiko für die Bedürfnisse zukünftiger Generationen.
Infolgedessen liegt es aus umweltethischer/philosophischer Perspektive nahe, den negativ geprägten Namen „Unkraut” durch die neutrale Bezeichnung „Beikraut” bzw. „Beikräuter” zu ersetzen.
Beikraut ist eine neutrale Definition für umgangssprachlich als Unkraut bezeichnete Pflanzen, deren Nutzen für den Menschen noch unklar ist. Bei diesen Pflanzen wird ihre „schädliche Wirkung” auf verschiedene menschliche Ziele zugunsten gesamtheitlicher und ökologischer Überlegungen vernachlässigt.
Dazu passt, dass als Unkraut geltende Pflanzen wegen ihrer Bedeutung für das Ökosystem (vgl. weiter unten) in der ökologischen Landwirtschaft nicht mehr nur als Schädlinge eingestuft werden.
Dort wird dem Artenschutz eine größere Priorität eingeräumt als in der konventionellen Landwirtschaft und ihrer Unkrautbekämpfung mit Herbiziden.
„Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.” (Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Schriftsteller und Philosoph, 1803–1882)
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Wie vernichte ich Rasenunkräuter im Garten?
Um Unkraut im Garten-Rasen dauerhaft zu entfernen können biologische oder chemische Methoden eingesetzt werden. Im Handel sind eine ganze Liste chemischer Unkrautvertilgungsmittel erhältlich:
Compo Rasenunkraut-Vernichter Banvel Quattro, Dicotex Rasen-Unkrautfrei, Finalsan Unkraut Frei Plus, Glyphosat, Roundup Unkrautfrei Express, Simplex Pflanzenschutzmittel, Substral Celaflor Rasen-Unkrautfrei Weedex, Vorox Unkrautfrei Ultra oder Wolf-Garten Unkrautvernichter plus Rasendünger.
Diese können allerdings bei unsachgemäßer Handhabung nicht nur Gartenunkraut, sondern auch gewünschte Pflanzen unterdrücken und verschiedene Tierarten beeinträchtigen.
Gerade beim Anlegen einer Schmetterlingshecke oder von Schmetterlingsgärten wird deshalb zum Schutz der Schmetterlinge empfohlen, wucherndes Unkraut im Garten biologisch zu entfernen – oder noch besser: es stehen zu lassen.
Als effektive Methode ist hier das Mulchen von Flächen zu nennen, auf denen sich das Unkraut nicht selbst ansiedeln soll. Als Mulch, d.h. unverrottete organische Materialien, eignen sich Laub, Äste oder Gras-Schnittgut. Kalk, Sägemehl oder auch Rindenmulch gegen Unkraut sind weitere bewährte Mittel.
Durch Mulchen werden die Bodenfeuchtigkeit besser erhalten und Wurzeln vor Austrockung geschützt.
Das Jähten und Entfernen von Unkraut aus Mauer-Fugen, in Pflasterfugen oder im Pflaster kann mit einem geeigneten Gartengerät wie einem Ausstecher/Stecher, Messer, Fugenkratzer oder einer (Elektro-) Fugenbürste erfolgen.
Unkrautjäten sollte vor der Samenreife der Pflanzen vorgenommen werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das Abflammen der Unkräuter im Rasen mit einem Abflammgerät oder Brenner/Gasbrenner und das Unkraut-Rupfen von Hand sind weitere Mittel zur Bekämpfung von Wildwuchs im Garten.
Die manuelle Unkrautbeseitigung kann bei größeren Flächen zu einer zeitaufwendigen Arbeit werden.
Bild: Verblühter Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia), auch Pusteblume *
Man kann von Anfang an Unkraut verhindern durch das Pflanzen licht-nehmender Bodendecker oder bodendeckender Sträucher. Einige Gartenbesitzer schwören auch auf den Einsatz von Essigessenz bzw. Essigreiniger gegen Unkraut, wobei dabei jedoch der Boden übersäuern kann.
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Vorbeugen mit Unkrautvlies und Gartenvlies
Im Baumarkt gibt es darüber hinaus schwarze Mulchfolien oder ein Gartenvlies/Unkrautvlies bzw. eine Anti-Unkraut-Plane, um den Wildwuchs in Schach zu halten.
Diese Folien und Vliese werden an den gewünschten Pflanzstellen ausgeschnitten und können unter Beeten, Terrassen, Pflasterwegen oder auch einem Kiesgarten verlegt werden. Dadurch lässt sich verhindern, dass Unkraut zwischen den gewünschten Pflanzen oder Spalten und Fugen wachsen kann.
Einen dauerhaften Unkrautschutz bietet diese Lösung in der gärtnerischen Praxis jedoch nicht. Für einige Jahre stellt ein Unkrautschutzvlies oder eine Unkrautschutzfolie jedoch eine brauchbare Lösung dar.
„Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume, dem Betrübten jede Blume ein Unkraut.” (Finnisches Sprichwort)
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Ackerunkräuter-Bekämpfung in der Landwirtschaft
Speziell in der Landwirtschaft stellt Unkraut (Ackerunkraut) wie Wilder Amarant oder Klatschmohn ein Problem dar für die Erntequalität und -quantität. Daher werden in der konventionellen Landwirtschaft zur Bekämpfung von Unkraut chemische Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) eingesetzt.
In der ökologischen Landwirtschaft sind dagegen Unkrautbekämpfungsmittel verboten, weil sie die Ernte chemisch verunreinigen oder das Ökosystem bedrohen können. Diesen Gedanken greift auch das Bundesprogramm „Ökologischer Landbau zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung” in Deutschland auf.
Alternativ greift die ökologische Landwirtschaft auf abwechselnde Fruchtfolgen, mechanisches Unkraut-Bekämpfen, optimale Schnitthöhe und Mähzeitpunkte der Felder und Wiesen zurück.
Auch das Pflanzen von Hülsenfrüchten zur biologischen Stickstoffanreicherung des Bodens und weitere natürliche Regulationsmechanismen zur Unkrautregulierung finden Anwendung.
Foto: Klatschmohnwiese (Papaver rhoeas), die / ist ein „Unkraut” in Getreide und Raps *
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Bedeutung für Menschen, Tiere und Natur
Unter den über 600 „Unkrautarten” in Europa sind viele essbare Wildkräuter und Heilpflanzen wie beispielsweise Acker-Schachtelhalm, Brennessel, Löwenzahn oder Spitzwegerich.
Diese können die Menschen auch für die Zubereitung von Wildsalaten, Smoothies, Arzneimittel, Heilmittel oder Tees/Blättertees nutzen. Allerdings gibt es auch Pflanzen, die durch ihre Pollen stärkste Allergien auslösen können und deshalb als Unkräuter gelten.
Bestes Beispiel ist das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), einer ursprünglich aus Nordamerika stammenden Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die dem Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris) ähnelt.
Fast die Hälfte der Unkräuter zählen zu den gefährdeten Pflanzen oder sind vom Aussterben bedroht. Ursachen dafür sind
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der großflächige Einsatz von Herbiziden,
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die vollständige Saatgut-Reinigung von Unkrautsamen oder
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die zunehmende Wuchsfreude von gezüchteten Nutzpflanzen.
Dieser Rückgang der Arten-Vielfalt bedroht die Existenz vieler Insekten (Bienen, Hummeln, Schmetterlinge), Kleintiere und Vögel, die von den Blättern, Pollen, Stängeln, Samen, Wurzeln oder auch vom Nektar der Unkrautarten leben.
Ferner stellen Unkräuter eine wichtige genetische Quelle für die Pflanzenzucht und Gesundhaltung der Böden sowie einen Schutz vor Bodenerosion dar. Daher gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz für den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt sogenannte Ackerrandstreifen-Aktionen.
Mit diesen Aktionen wird versucht, Landwirte mit einer Ernteausfall-Entschädigung zu verpflichten, dass sie Randstreifen ihres Ackerlandes nicht mit Unkrautvernichtungsmitteln oder Düngemitteln behandeln.
„Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner.” (Oskar Kokoschka, österreichischer Maler und Schriftsteller des Expressionismus, 1886–1980)
Die Landwirtschaft profitiert von Ackerrandstreifen-Aktionen auch indirekt, denn viele Unkraut-Arten sind wie auch Flechten und Moose sog. Zeigerpflanzen oder Bioindikatoren, die durch ihr Vorkommen den Zustand eines Bodens anzeigen wie z.B. Feuchtigkeit, Säuregehalt oder Stickstoffgehalt.
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend weitere Bilder von Unkräutern und Detail-Fotos:
Bild: Rainfarn (Tanacetum vulgare, Syn.: Chrysanthemum vulgare), auch Wurmkraut, Ende September *
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