Sträucher - Sträucherarten
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
  3. Weitere Kriterien zum Bestimmen
  4. Unterschied zu Hecken
  5. Was sind Halbsträucher ?
  6. Die ältesten Sträucher
  7. Ideale Pflanzzeit und Zeitpunkt zum Umsetzen
  8. Tipps zum Schneiden und zur Pflege
  9. Bedeutung in der Gartengestaltung

Definition

Was sind Sträucher ? Der Begriff "Strauch" stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache und wird oft synonym mit Busch / Gebüsch verwendet.

Unter dem Begriff "Sträucher" (englisch: bushes, shrubs) werden in diesem Lexikon mehrjährige Pflanzen verstanden, deren Sprossachsen im Unterschied zu Stauden vollständig verholzen.

Im Unterschied zu Bäumen weisen Sträucher keinen durchgehenden Haupt-Stamm auf, sondern viele, dünne Stämme (verholzte Triebe).

Sträucher sind Gehölze, deren Äste entweder bodennah verzweigen oder direkt aus der Erde wachsen können ohne einen Stamm zu bilden.

An diesen Verzweigungen können sich Blätter oder Nadeln befinden, die entweder wintergrün (immergrün) oder sommergrün (laubabwerfend) im Winter sind.

Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Strauch-Pflanzen jedoch Laub-Gehölze.

Denn der Begriff "Nadelstrauch" ist für kleine Nadel-Bäume und Koniferen wie z.B. der Bergkiefer/Latschenkiefer in der gärtnerischen Umgangssprache nicht geläufig.

 

Sträucher-Garten in einer Reihenhaus-Siedlung in Oberbayern
Bild: Sträucher-Garten im Sommer in einer Reihenhaus-Siedlung in Oberbayern *

 

Im weiteren Sinne können Sträucher als eine Art Zwischenstufe von Bäumen und sehr flach wachsenden Bodendeckern definiert werden.

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Garten-Sträucher werden in vielen Varianten von der Baumschule und Gärtnerei oder dem Online-Pflanzen-Versand angeboten.

Nach folgender Übersicht lassen sich einheimische Sträucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach ihren Eigenschaften bestimmen.

Dazu zählen in diesem Lexikon besonders schöne Blüten, Dornen bzw. Stacheln, angenehmer Duft, essbare Früchte, Giftigkeit, Schmuck-Wert, winterfeste Blätter oder Wildwuchs:

 

 

Blüten-Sträucher lassen sich nach folgender Liste weiter nach dem Zeitpunkt bestimmen und unterteilen, an dem sie blühen:

 

 

Hinweis zur Übersicht:

 

Frühblühende Sträucher, die im Frühling blühen, werden in der gärtnerischen Umgangssprache auch Frühblüher, Frühlingsblüher oder Frühjahrsblüher genannt.

Sträucher, die den ganzen Sommer blühen oder zeitweise im Sommer, werden auch Sommerblüher genannt.

Spätblühende Sträucher, die im Herbst blühen, werden auch Herbstblüher oder Spätblüher genannt.

Sträucher, die im Winter blühen, werden auch Winterblüher oder winterharte, blühende Sträucher genannt.

 

Gelbe Blüten einer Garten-Forsythie im Frühjahr
Bild: Blühende Garten-Forsythie (Forsythia x intermedia) im Frühjahr *

 

Eine weitere Unterteilung für blühende Sträucher ist nach folgender Liste möglich:

 

  • Blüten-Farbe (z.B. blaublühende, weißblühende oder gelbe, rosa und rote Sträucher)

  • Blüte-Dauer (z.B. kurzblühende und langblühende Sträucher) → ein besonders langblühender Strauch ist der Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)

 

Heimische Gartensträucher lassen sich außerdem nach ihrer Wuchshöhe und Größe unterteilen.

Nach folgender Liste gibt es niedrige, kleine, schlanke, grosse, hochwachsende oder hohe Sträucher:

 

 

Hinweis zur Übersicht:

 

Einige der sehr hochwachsenden Sträucher können auch als Kleinbäume im Garten wachsen.

 

 

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Weitere Kriterien zum Bestimmen

Nach folgender Liste ist eine Bestimmung von Sträucher-Pflanzen nach zusätzlichen Kriterien möglich:

 

  • Wurzeln (z.B. flachwurzelnde oder tiefwurzelnde Sträucher)

  • Standort (z.B. Sträucher im Wald, im Garten, im Vorgarten)

  • Standort-Bedingungen (z.B. anspruchslose, robuste oder schattenverträgliche Sträucher)

  • Eignung für Tiere wie Bienen, Schmetterlinge und Vögel (vgl. Vogelhecke, Schmetterlingshecke)

  • Herkunft (z.B. deutsche / heimische oder japanische Sträucher)

  • Blattform (z.B. Laubblätter oder Nadeln wie bei Nadelgewächsen)

  • Giftigkeit und Heilwirkung (z.B. Sträucher als Heilpflanzen oder Giftpflanzen mit Pflanzengiften)

  • Wuchsgeschwindigkeit (vgl. langsamwachsende oder schnellwachsende Heckenpflanzen)

  • Wuchsform (z.B. dichte oder schlanke Sträucher)

 

Felsenbirne und Holunder als Beispiele für blühende Sträucher im Frühjahr
Bild: Felsenbirne und Holunder als Beispiele blühende Sträucher im Frühjahr *

 

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Unterschied zu Hecken

Was ist der Unterschied zwischen einem Strauch und einer Hecke im allgemeinen Sprachgebrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ?

Gemeinhin sind Sträucher im Garten relativ freistehende Einzelpflanzen (Solitär-Pflanzen) mit einem größerem Pflanzabstand zur nächsten Pflanze.

Im Unterschied zu einem Strauch werden Hecken linienförmig, dicht und langgestreckt gepflanzt.

Verwendet werden für Hecken mehrere gleiche bzw. verschiedene Sträucher (Heckensträucher) und/oder Bäume.

Gartensträucher können also eine Teilmenge von Hecken sein, wenn zum Pflanzen der Hecke mehrere Sträucher verwendet werden.

Allerdings muß das nicht zwingend der Fall sein, weil eine Hecke auch nur aus formgeschnittenen Bäumen (z.B. Ahorn) bestehen kann.

Ein Strauch kann entweder fest im Boden gepflanzt werden oder je nach Wuchsgröße als Kübelpflanze und Topfpflanze im Garten, auf dem Balkon oder auf die Terrasse gestellt werden.

Wenn Sträucher nicht winterhart sind, hat eine mobile Pflanzung auch den Vorteil, dass die Pflanzen zum Überwintern auf wettergeschütze, frostfreie Plätze im Haus (z.B. Keller, Treppenhaus, Wintergarten) gestellt werden können.

 

 

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Was sind Halbsträucher ?

Halbsträucher sind mehrjährige Pflanzen, die im Unterschied zu Sträuchern und Bäumen nur oberirdisch im bodennahen Bereich verholzen.

In ihrer aktiven Wachstumsphase (Vegetationszeit) wachsen ihre austreibenden Zweige und Äste krautig, d.h. ohne zu verhärten.

Ein Halbstrauch ist nach dieser Definition somit nur teilweise verholzt und eine Sonderform neben Gehölzen (Bäume, Sträucher) und Stauden.

Vor Beginn der Vegetationsruhe bzw. vor dem Winter sterben die krautigen Pflanzenteile der Halbsträucher schließlich ab.

Im Unterschied zu Stauden, die aus dem Wurzelballen neu austreiben zu Beginn der neuen Vegetationszeit, treiben Halbsträucher aus der oberirdischen Basis mit den verbliebenen, verholzten Pflanzenteilen neu aus.

Die abgestorbenen Triebe der Halbsträucher sollte man nur während der Vegetationszeit schneiden, damit sich die Schnittstellen vorm Winter wieder schliessen können und die Pflanze vor Frost geschützt ist.

Die folgende Liste enthält Halbsträucher, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz pflanzbar sind:

 

  • Winter-Bohnenkraut (Satureja montana)

  • Currykraut / Italienische Strohblume (Helichrysum italicum)

  • Färber-Ginster (Genista tinctoria)

  • Kleines Immergrün (Vinca minor)

  • Großes Immergrün (Vinca major)

  • Echter Lavendel  (Lavandula angustifolia)

  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

  • Echter Salbei (Salvia officinalis)

  • Schneeheide / Winterheide (Erica carnea)

  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)

  • Echter Thymian (Thymus vulgaris)

 

Immergrüne Stinkende Nieswurz von Schnee umgeben in einem Garten im Winter
Bild: Immergrüne Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) in einem Garten in München Mitte Januar *

 

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Die ältesten Sträucher

Der älteste Strauch der Welt und gleichzeitig die älteste Pflanze der Welt wächst im Südwesten der zu Australien gehörenden Insel Tasmanien.

Die "Lomatia tasmanica" gehört zur Pflanzenfamilie der Silberbaumgewächse (Proteaceae) und wird auch King's Holly oder King's Lomatia genannt nach ihrem Entdecker Deny King.

Der älteste Strauch besteht aus annährend 500 Einzelpflanzen, deren 1,2 km langes Wurzelsystem über 43.000 Jahre alt sein soll.

Von der "Lomatia tasmanica" existiert im Wildbestand nur noch ein Exemplar am zweiten Fundort von 1965, das durch verschiedene Maßnahmen erhalten werden soll:

Sei es, dass der Strauch durch eine Art Quarantänebereich gegen Buschbrand oder Erreger geschützt, der genaue Standort geheim gehalten oder eine Kultivierung versucht wird.

 

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Ideale Pflanzzeit und Zeitpunkt zum Umsetzen

Wann sollte man Sträucher pflanzen ? Die beste Pflanzzeit für Sträucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist im Frühjahr, wenn der Boden vollständig aufgetaut ist und nicht zu nass ist.

Der gleiche Zeitpunkt gilt für das Umsetzen bzw. Umpflanzen von Sträuchern.

Wer im Herbst Sträucher pflanzen möchte, der sollte darauf achten, dass frostempfindliche Straucharten dabei spätestens Ende August oder Anfang September gepflanzt werden.

Das lässt den Wurzeln der Pflanzen ausreichend Zeit, sich vor dem Winter-Frost noch ausreichend im Boden verankern zu können.

 

Gelblaubiger Hartriegel der Sorte Aurea
Bild: Gelblaubiger Hartriegel (Cornus alba 'Aurea') Mitte September *

 

 

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Tipps zum Schneiden und zur Pflege

Wie einheimische Bäume benötigen auch einheimische Sträucher kaum zusätzlichen Dünger, weil sie mit ihren weitläufigen Wurzeln die benötigten Nährstoffe problemlos aus dem Boden aufnehmen können.

Außer in extremen Trockenzeiten oder unmittelbar nach dem Pflanzen und im Wachstum muß ein Strauch nicht zusätzlich mit Wasser gegossen werden.

Ferner benötigen heimische Sträucher kaum zusätzliche Pflege, die sich auf einen regelmäßigen Schnitt und Rückschnitt beschränkt.

Dabei werden Sträucher im Gegensatz zu Hecken meistens nicht formgeschnitten, sondern ausgelichtet.

Heimische Sträucher kann man im Vergleich zu exotischen Ziersträuchern günstiger kaufen und sie weisen weitere Vorteile auf:

 

  • keine zusätzliche Düngung

  • weniger Schnitt-Pflege

  • keine Maßnahmen zur Überwinterung

 

Wie bei den Bäumen sollte auch das welke Laub der Sträucher-Pflanzen im Garten möglichst liegen gelassen werden:

Denn Blätter-Laub schafft wichtige Lebensräume für viele Pilze, kleine Pflanzen oder Insekten und andere Klein-Tiere.

Zudem bewirkt Blätter-Laub nach seiner Zersetzung eine natürliche Anreicherung des Bodens mit Humus, Magnesium und Phosphat.

Allgemein ist die Fläche unter einem Strauch ein idealer Ort zum Mulchen und damit für die biologische Entsorgung der Gartenabfälle.

So können z.B. gemähter Rasen, anfallende Äste und Zweige beim Zurückschneiden, eingesammelte Laub-Blätter oder gerupftes Unkraut einfach unter die Sträucher gelegt werden, wo sie unauffällig zu wertvollem Humus und Natur-Dünger verrotten.

 

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Bedeutung in der Gartengestaltung

Bei der Gestaltung von Gärten können mit Sträuchern folgende Funktionen umgesetzt werden:

 

  • Abgrenzung zu Nachbargrundstücken und Strassen

  • Sichtschutz (immergrüne Sträucher eignen sich besonders als dauerhafter Sichtschutz auch im Winter)

  • Verringerung und Filterung von Emissionen (Abgase, Staub) und Lärm aus der Garten-Umgebung

  • Aufteilung der Gartenfläche zur Schaffung von Räumen im Garten

  • Schutz vor Wind und Zugluft und Schaffung von Schattenplätzen mit Hilfe großer Sträucher

  • Verbesserung des Kleinklimas im Garten

  • Verringerung des Austrocknens von Böden und Erosion durch Wind und Sturm

  • Vermehrung von Schmetterlingen im Garten

 

Nicht zu vergessen, dass Sträucher mit für Menschen essbaren Beeren oder Früchten die Grundlage für die Zubereitung von Marmelade und Kompott liefern oder im rohen Zustand Obst bereitstellen. Vorausgesetzt das sind Ziele bei der Gartengestaltung.

 

Verblühter Schmetterlingsflieder / Sommerflieder mit einem Tagpfauenauge-Schmetterling
Bild: Verblühter Schmetterlingsflieder/Sommerflieder (Buddleja davidii) mit Tagpfauenauge-Schmetterling (Aglais io, Synonyme: Inachis io, Nymphalis io) Ende September in Oberbayern *

 

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