Pflanzenwelt-Attraktionen Region Schwarzwald-Baar-Heuberg
 

Die folgenden Kapitel enthalten Attraktionen, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten der Pflanzenwelt (Flora) in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg für Pflanzen-Interessierte und Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner).

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Naturschutzgebiete im Landkreis Rottweil
    1. Albeck (Sulz am Neckar)
    2. Brandhalde (Oberndorf am Neckar)
    3. Dießener Tal und Seitentäler (Horb am Neckar)
    4. Hungerbühl-Weiherwiesen (Mühlheim am Bach)
    5. Kälberhalde (Altoberndorf)
    6. Linsenbergweiher (Göllsdorf)
    7. Mittlere Bollerhalde (Oberndorf-Altoberndorf)
    8. Neckarburg (Dietingen)
    9. Schlichemtal (Epfendorf)
    10. Schwarzenbach (Balingen)
  2. Verwaltungsgliederung
  3. Geographische Lage

Naturschutzgebiete im Landkreis Rottweil

Im Landkreis Rottweil gibt es die folgenden zehn Naturschutzgebiete mit einer Fläche von insgesamt 437,31 ha:

Albeck (Sulz am Neckar)

Das Naturschutzgebiet Albeck ist 11,7 ha gross und befindet sich im Naturraum Obere Gäue zwischen der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald im Südwesten der Stadt Sulz am Neckar.

Im Wesentlichen besteht das Naturschutzgebiet Albeck im Landkreis Rottweil aus einer alten Schafweide, an die sich ein parkähnliches Waldstück anschließt.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Flora zählen verschiedene Orchideenarten und seltene Enzianarten wie die Fransenenziane.

Zu den Attraktionen der Fauna zählen verschiedene gefährdete Schmetterlingsarten wie die Kappeneule (Calliergis) oder das Widderchen (Zygaena).

Diese Schmetterlinge sind in einem herkömmlichen Schmetterlingsgarten selbst mit einer Schmetterlingshecke nicht mehr oder sehr selten zu finden.

 

Widderchen mit schwarzen Flügeln mit roten Flecken auf einer Löwenzahn-Blüte
Bild: Widderchen (Zygaenidae), ein Nachtfalter, im Juli auf einer Blumen-Wiese

 

Im Naturschutzgebiet Albeck befindet sich der Wanderweg "Qualitätsweg Burgruine Albeck", der am Museum Römerkeller im Stadtteil Sulz-Kastell vorbeiführt.

Das Museum zeigt Nachbildungen von Fundgegenständen von einem zwischen den Jahren 1967 bis 1972 freigelegten, römischen Keller, der auf ein Kastelldorf im 1./2. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht.

Besonderes Ausflugsziel auf diesem Wanderweg ist eine imposante Nadelbaum-Gruppe von über 40 Meter hohen Mammutbäumen aus dem 19. Jhd., die von Liegebänken ("Waldsofas") aus betrachtet werden können.

Die Existenz der Riesenmammutbäume, die im Jahr 1852 in Nordamerika entdeckt wurde, geht zurück auf König Wilhelm I. (1781-1864) von Württemberg, der Samen dieser Koniferen importieren liess.

Der Zierpflanzenbau des Zoologisch-Botanischen Gartens Wilhelma in Stuttgart zog daraus erfolgreich Setzlinge.

Tausende dieser Baum-Riesen wurden durch Gärtner von König Wilhelm I. in den württembergischen Forstdirektionen ausgesät, von denen heute noch etwa 200 Exemplare (sog. Wilhelma-Saat) erhalten sind.

Namensgebend für den "Qualitätsweg Burgruine Albeck" ist die auf einem mit Bäumen bewachsenem Hügel vor Sulz gelegene mittelalterliche Hoch-Burg Albeck (550 Meter ü.d.M.), die noch nicht vollständig freigelegt wurde.

 

Historische Aufnahme von Sulz aus dem Jahr 1643 mit der mittelalterlichen Hoch-Burg Albeck
Bild: Historische Aufnahme von Sulz und der Burg-Albeck

 

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Brandhalde (Oberndorf am Neckar)

Das Naturschutzgebiet Brandhalde im Naturraum Obere Gäue ist knapp 10 ha gross und befindet sich nördlich der Stadt Oberndorf am Neckar im Landkreis Rottweil.

Wesentlicher Schutzzweck ist die typische Flora des Gebietes mit Magerrasen, der Steppenheide auf dem Bollerfelsen und die ausgedehnten Misch-Wälder mit Nadel- und Laubbäumen.

Die Pflanzenwelt ist geprägt durch Flechten, Gräser, Hochstauden, Kräuter, Moose und vereinzelt auch Sträucher und krüppelwüchsige Bäume, die allerdings den Boden nicht vollständig bedecken.

An nicht zugänglichen Stellen am Bollerfelsen sowie an Nischen und Vorsprüngen wächst eine Kelchsteinkraut-Mauerpfeffer-Gesellschaft (Alysso-Sedetum albi).

In tieferen Felsspalten gibt es vereinzelte Horste folgender Pflanzen:

 

  • Blaugras (Sesleria varia)

  • Berg-Haarstrang (Seseli libanotis)

  • Skabiosenflockenblume (Centaurea scabiosa)

 

Ferner finden sich dort folgende Solitär-Sträucher:

 

  • Felsbirne (Amelanchier ovalis)

  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)

  • Zwergmispel (Cotoneaster integerrima)

 

An den Schutthängen und Felsvorsprüngen gibt es folgende Sträucher:

 

  • Echter Gamander (Teucrium chamaedrys), ein Halbstrauch

  • Mehlbeere (Sorbus aria), wächst auch als mittelgroßer Baum

  • Schwarzes Geißklee (Cytisus nigricans), ein Zwergstrauch

 

Ferner gibt es dort größeren Bestände der folgenden krautigen Pflanzen:

 

  • Berg-Aster (Aster amellus)

  • Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum)

  • Berg-Haarstrang (Seseli libanotis)

  • Blaugrünes Labkraut (Galium glaucum)

  • Blauer Lattich (Lactuca perennis)

  • Roß-Lauch (Allium oleraceum)

  • Weißer Mauerpfeffer (Sedum album)

  • Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)

  • Zwerg-Segge (Carex humilis)

 

Diese größeren Bestände werden ab und zu von knorrigen und nur wenige Meter hohe Kiefern (Pinus) oder Mehlbeeren (Sorbus aria) aufgelockert.

Am Rand dieser im Spätsommer sehr farbenprächtigen Schutthänge und Felsvorsprünge gibt es ein wärmeliebendes Gebüsch mit Schlehen (Prunus spinosa) und Liguster (Ligustrum vulgare), in dem es folgende Bäume gibt:

 

  • Bergahorn (Acer campestre)

  • Winter-Linde (Tilia cordata)

  • Stieleiche (Quercus robur) in Strauch-Form

 

In Boden-Nähe gibt es folgende krautige Pflanzen:

 

  • Berg-Distel (Carduus defloratus)

  • Efeu (Hedera helix)

  • Breitblättriges Laserkraut (Laserpitium latifolium)

  • Berg-Margerite (Chrysanthemum maximum)

  • Blauer Steinsame (Lithospermum purpurocoerulea)

 

Die landwirtschaftlich genutzte Hochfläche wird durch einen unterschiedlich breiten Wald-Gürtel abgegrenzt mit Kiefern und anderen Bäumen mit hohem Lichtbedarf (sog. Lichtbaumarten wie Birken, Eichen, Erlen, Eschen, Espen, Kirschen, Lärchen, Nussbäume, Weiden).

Dort gibt es ergänzend zu den oben genannten krautigen Pflanzen noch Bayerischen Bergflachs (Thesium bavarum) und Purpur-Klee (Trifolium rubens).

Unterhalb des Boller Felsen befinden sich zwischen einzelnen Sträucher-Gruppen folgende krautige Pflanzen:

 

  • Gewöhnlicher Alant (Inula conyza)

  • Blaugras (Sesleria varia)

  • Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

  • Sichel-Hasenohr (Bupleurum falcatum)

  • Schmalblättrigen Hohlzahns (Galeopsietum angustifoliae), an warmen, unbeschatteten Stellen mit Grobschutt

  • Berg-Johanniskraut (Hypericum montanum)

  • Zwerg-Segge (Carex humilis)

 

Weiter talwärts wächst ein lichter Fichten-Wald mit Schlehen-Liguster-Gebüsch und Halbtrockenrasen mit Akelei (Aquilegia vulgaris), Silberdistel (Carlina acaulis), Gemeiner Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und verschiedene Orchideenarten wie die Große Händelwurz (Gymnadenia conopea).

Die vielen offenen Felswände und Steinbrüche mit Höhlen und Nischen sind ein wichtiger Brutort für den Wanderfalken (Falco peregrinus) in Baden-Württemberg und andere Vogelarten.

Aufgrund dieser vielfältigen Fauna ist das Naturschutzgebiet Brandhalde auch als Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

 

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Dießener Tal und Seitentäler (Horb am Neckar)

Vom insgesamt 509 ha grossen Naturschutzgebiet "Dießener Tal und Seitentäler" befinden sich 17,8 ha im Landkreis Rottweil westlich der Stadt Horb am Neckar und nördlich der Stadt Sulz am Neckar.

Das Naturschutzgebiet "Dießener Tal und Seitentäler" befindet sich in der Untereinheit "Eyach-Gäuplatten" im Naturraum Obere Gäue, der durch wellige Hochflächen von flachen Bodensenken bis hin zu tiefen Tälern geprägt ist.

Zu den besonders geschützten Sehenswürdigkeiten zählen der Bollerfels und vielseitige Wiesen- und Weide-Gesellschaften mit Wildpflanzen-Arten wie Wildblumen und Wildkräutern.

Das Dießener Tal wird vom Dießenbach durchflossen und hauptsächlich für artenreiche Halbtrocken- und Trocken-Wiesen genutzt mit Blumen für trockene Standorte und Flure entlang von Bächen mit Hoch-Stauden, die sich an feucht-nasse Standorte angepasst haben.

Folgende Wiesenarten gibt es im Naturschutzgebiet Dießener Tal und Seitentäler:

 

  • Tal-Fettwiesen

Diese Wiesenart kommt je nach Nährstoffen, Sonne und Wasser nur vereinzelt im Naturschutzgebiet vor.

 

  • Typische Glatthaferwiesen

Hier finden sich viele Doldenblütler wie den Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) und der Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris).

 

  • Salbei-Glatthaferwiesen

Diese nährstoffarme Variante der Typischen Glatthaferwiese ist v.a. durch Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) und Aufrechte Trespe (Bromus erectus) gekennzeichnet.

Im Vergleich zu den beiden vorgenannten Wiesentypen weisen Salbei-Glatthaferwiesen mehr und buntere Blüten auf und sind deshalb ein unverzichtbarer Lebens- und Nahrungsraum für viele Insekten- und Kleintiere.

 

  • Trespen-Glatthaferwiesen

Diese Wiesenart ist sehr wärmebedürftig, verträgt längere Trockenheit und weist kalkliebende Kräuter, Gräser und Blumen auf, die auch bei haltschattigen Standorten wie einem Halbtrockenrasen vorkommen.

Kennzeichnende Arten sind z.B. Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata), Wiesen-Pippau (Crepis biennis), Aufrechte Trespe (Bromus erectus) und Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor).

Im Sinne des Artenschutzes und Biotopschutzes werden die Trespen-Glatthaferwiesen nur einmal im Jahr gemäht oder als Schafweide genutzt.

 

  • Kohldistel-Glatthafer-Wiesen

Diese kleinräumig vorkommende Wiesenart benötigt eher feuchte Standorte und ist für die Landwirtschaft eher uninteressant und ist von Aufforstung bedroht.

Hier finden sich feuchtigkeitstolerante Distel-Arten wie Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum) und Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare), Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis), Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) oder Sumpfdotterblume (Caltha palustris).

 

  • Kalk-/Trespen-Magerrasen

Dieser Grünlandtyp gehört nicht zu den Glatthaferwiesen und entsteht dort, wo an trocken-warmen Standorten die Nutzung unterbleibt oder zumindest unregelmäßig durchgeführt wird.

Man findet ihn häufig an südexponierten Hängen im Übergangsbereich von der Wiese zum Heckensaum.

Ihr Reichtum an gefährdeten Pflanzenarten und ihre Beliebtheit bei necktarsuchenden, oft ebenfalls gefährdeten Insekten machen ihren Schutz besonders dringlich.

Charakterarten dieser Halbtrockenrasen sind u. a. Fieder-Zwenke, Karthäuser-Nelke, Frühlings-Fingerkraut, Tauben-Scabiose und Thymian.

Auch Orchideenarten gedeihen hier, werden aber durch das Vordringen von Gehölzen oder auch durch Aufforstung bedroht.

Magere, sonnige und trockene Standorte sind also Voraussetzung für den Erhalt eines intakten Halbtrockenrasens.

Fehlen diese Bedingungen, sind entsprechende Pflegemaßnahmen erforderlich.

 

 

Des Weiteren sollen im Dießener Tal und in den Seitentälern Feldgehölze und Hecken aus Wildsträuchern an Wald-Rändern, Wegen, Bächen und Flüssen als ökologisch wichtige Übergangsbereiche erhalten werden.

Bedrohte und gefährdete Pflanzengesellschaften in der Begleit-Flora von Acker-Flächen wie Ackerunkräuter sollen ebenfalls gefördert und erhalten werden.

 

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Hungerbühl-Weiherwiesen (Mühlheim am Bach)

Das Naturschutzgebiet Hungerbühl-Weiherwiesen im Naturraum Obere Gäue ist 38,1 ha gross und befindet sich im Osten der Stadt Mühlheim am Bach und der Stadt Sulz am Neckar im Landkreis Rottweil.

Geschützt werden soll im Naturschutzgebiet die Pflanzenwelt in Brachen, Feuchtwiesen, Hecken, Hochstaudenfluren an Bächen, Mäh-Wiesen, Magerweiden, Schilf-Röhrichte (Phragmitetum australis), Seggen-Sauergräser (Seggenriede), Streuobstwiesen oder Acker-Wildkräuter.

Das Naturschutzgebiet Hungerbühl-Weiherwiesen bietet außerhalb der Bäche und deren Umgebung einen wichtigen Lebensraum für folgende seltene Pflanzen-Arten der Flora:

 

  • Acker-Ehrenpreis (Veronica agrestis)

  • Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana)

  • Acker-Fuchsschwanz (Alopecurus myosuroides)

  • Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis)

  • Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)

  • Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus)

  • Feld-Hainsimse (Luzula campestris)

  • Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)

  • Frühlings-Hungerblümchen (Erophila verna)

  • Kammgras (Cynosurus cristatus)

  • Faden-Klee (Trifolium dubium)

  • Kleb-Labkraut (Gahum aparine)

  • Roß-Lauch (Allium oleraceum)

  • Löwenzahn (Taraxacum officinalis)

  • Odermennig (Agrimonia eupatorium)

  • Erdnuß-Platterbse (Lathyrus tuberosus)

  • Stein-Quendel (Calamintha acinos)

  • Feld-Rittersporn (Consolida regalis)

  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

  • Schafschwingel (Festuca ovina agg.)

  • Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha)

  • Tormentill (Potentilla erechta)

  • Aufrechte Trespe (Bromus erectus)

  • Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

  • Feld-Thymian (Thymus pulegioides)

  • Kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua)

  • Wundklee (Anthyllis vulneraria)

  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum)

 

Im Bach-Bereich gibt es im Naturschutzgebiet Hungerbühl-Weiherwiesen folgende seltene Pflanzen-Arten der Flora:

 

  • Gewöhnlicher Beinwell (Symphytum officinale)

  • Blauer Wasser-Ehrenpreis (Veronica anagallis-aquatica)

  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), eine Giftblume

  • Pfirsichblättriger Knöterich (Polygonum persicaria)

  • Sumpf-Labkraut (Galium palustre)

  • Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)

  • Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)

  • Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)

  • Rasen-Schmiele (Deschampsia caespitosa)

  • Schlankseggen-Ried (Caricetum gracilis)

  • Sumpf-Segge (Carex acutiformis)

  • Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus)

  • Dreiteiliger Zweizahn (Bidens tripartita)



Im Bach selbst gibt es Faltsüßgras-Bestände (Glycerietum plicatae) und eine Brunnenkresse-Gesellschaft (Nasturtietum microphylli) mit folgenden Pflanzen:

 

  • Bachbunge (Veronica beccabunga)

  • Echtes Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

  • Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus)

  • Bitteres Schaunikraut (Cardamine amara)

  • Sumpf-Teichfaden (Zannichellia palustris), als Besonderheit untergetaucht im Bach

  • Sumpf-Vergißmeinnicht (Myosotis palustris)

 

Einige Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste in Baden-Württemberg gemäß Bundesartenschutzverordnung (BartSchVO).

 

Gefährdet:

 

  • Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)

  • Finkensame (Neslia paniculata)

  • Möhren-Haftdolde (Caucalis platycarpos)

  • Blaßgelber Klee (Trifolium ochroleucon)

  • Schnittlauch (AlIum schoenoprasum)

  • Echtes Tännelkraut (Kickxia elatine)

 

Schonungsbedürftig:

 

  • Deutscher Enzian (Gentianella germanica)

  • Fransen-Enzian (Gentianella ciliata)

  • Flügel-Ginster (Genista sagittalis)

  • Golddistel (Carlina vulgaris), auch Gemeine / Kleine Eberwurz

  • Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis)

  • Berg-Klee (Trifolium montanum)

  • Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum)

  • Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha)

  • Silberdistel (Carlina acaulis)

  • Kleines Tausendgüldenkraut (Centaurium pulchellum)

  • Wacholder (Juniperus communis)

 

Im Naturschutzgebiet Hungerbühl-Weiherwiesen gibt es folgende seltenen Bäume und Sträucher in der Flora:

 

  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)

  • Hundsrose (Rosa canina)

  • Kreuzdorn (Rhamnus catharticus),

  • Liguster (Ligustrum vulgare)

  • Wein-Rose (Rosa rubiginosa)

  • Schlehe (Prunus spinosa)

  • Wacholder (Juniperus communis)

  • Bruch-Weide (Salix fragilis)

  • Grau-Weide (Salix cinerea)

  • Mandel-Weide (Salix triandra)

  • Purpur-Weide (Salix purpurea)

  • Sal-Weide (Salix caprea)

  • Silber-Weide (Salix alba)

 

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Kälberhalde (Altoberndorf)

Das Naturschutzgebiet Kälberhalde im Naturraum Obere Gäue ist 4,1 ha gross und befindet sich südöstlcih der Stadt Oberndorf am Neckar und östlich der Stadt Altoberndorf im Landkreis Rottweil.

Dort befindet sich eine für das obere Neckartal typische Flora mit seltenen und z. T. vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten wie einer Wacholderheide.

Früher gab es im oberen Neckartal zahlreiche Wacholderheiden, von denen heute nur noch wenige vorhanden sind.

Die Wacholderheiden im Naturschutzgebiet Kälberhalde gelten als die typischsten und schönsten im Raum Oberndorf.

Das z. T. sehr steile Hang-Gebiet der Kälberhalde ist bunt und mosaikartig bewachsen mit Bäumen, HaIbtrockenrasen, Gebüsch-Gruppen und Sträuchern.

Auf dem Halbtrockenrasen wachsen Pflanzen, die sich an die jahrhundertelange, ehemalige Beweidung mit Schafen und ohne Düngung angepasst haben.

Diese Pflanzen haben verschiedene Abwehrmechanismen entwickelt, um sich vor Fraßschäden zu schützen

Sei es durch spitze Stacheln, einen Geschmack, den Schafe nicht mögen, oder durch Pflanzengiftstoffe.

Giftige Pflanzen (Giftpflanzen):

 

  • Nieswurz (Helleborus foetidus)

  • Schwalbwurz (Vincetoxicum hirundinaria)

 

Distel-Pflanzen mit Stacheln:

 

  • Golddistel (Carlina vulgaris)

  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acoulon)

  • Wollköpfige Kratzdistel (Cirsium eriophorum)

  • Silberdistel (Carlina acaulis)

 

Pflanzen mit bitterem Geschmack oder würzig-scharfem Geruch:

 

  • Enzian (Gentiana), verschiedene Arten

  • Dost (Origanum vulgore)

  • Quendel (Thymus serpyllum)

  • Schafgarbe (Achillea millefohum)

  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

 

Im Naturschutzgebiet Kälberhalde bei Altoberndorf und Oberndorf gibt es eine wärmeliebenden Blutstorchschnabel-Hirschhaarstrang-Saumgesellschaft (Geranio-Peucedanetum) mit folgenden Pflanzen:

 

  • Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)

  • Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

  • Kalkaster (Aster amellus)

  • Schwalbwurz (Vincetoxicum hirundinaria)

 

Zu den z. T. sehr seltenen, besonders geschützten und vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten auf der Kälberhalde zählen:

 

  • Akelei (Aquilegia vulgaris)

  • Rauhes Berufskraut (Erigeron acris)

  • Deutscher Enzian (Gentiana germanica)

  • Fransen-Enzian (Gentiana ciliata),

  • Frühlings-Enzian (Gentiana verna)

  • Händelwurz (Gymnadenia conopea)

  • Mittleres Leinblatt (Thesium linophyllon)

  • Ohnsporn (Aceras anthropophorum)

  • Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)

  • Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)

  • Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora)

  • Weißes Waldvögelein (Cephalanthera domasonium)


Wegen der mittlerweile fehlenden Beweidung haben sich im gesamten Naturschutzgebiet Kälberhalde v.a. dicht wachsende Kiefern (Pinus) und Wacholder (Juniperus) ausgebreitet.

Vereinzelt wachsen noch wärmeliebende Gebüsch-Arten und Natur-Hecken bestehend aus Liguster (Ligustrum) und Schlehe (Prunus spinosa).

Im Naturschutzgebiet Kälberhalde sind die Gebüsch-Gruppen innerhalb der Wacholder-Heide wichtig als Brutstätte und Lebensraum für seltene Vogelarten wie den Neuntöter (Lanius collurio).

 

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Linsenbergweiher (Göllsdorf)

Das Naturschutzgebiet Linsenbergweiher im Naturraum Obere Gäue ist 29,4 ha gross und befindet sich im Norden von Göllsdorf, einem Stadtteil der Stadt Rottweil.

Es ist geprägt durch Wacholder-Heiden, Ufer-Bereiche mit Binsenrieden, Großseggenrieden, Schilf-Röhrichten sowie feuchten und bewirtschafteten Wiesen mit einer bunten Blumen-Welt.

Das Naturschutzgebiet Linsenbergweiher ist ein wichtiger Lebensraum für gefährdete und seltene Vogelarten.

 

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Mittlere Bollerhalde (Oberndorf-Altoberndorf)

Das Naturschutzgebiet Mittlere Bollerhalde im Naturraum Obere Gäue ist 3,1 ha gross und befindet sich südöstlcih der Stadt Oberndorf am Neckar und nördlich der Stadt Altoberndorf im Landkreis Rottweil.

 

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Neckarburg (Dietingen)

Das Naturschutzgebiet Neckarburg im Naturraum Obere Gäue ist 66,2 ha gross und befindet sich zwischen der Stadt Rottweil und der Stadt Oberndorf am Neckar sowie etwa einen Kilometer im Südwesten der Gemeinde Dietingen.

 

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Schlichemtal (Epfendorf)

Das Schlichemtal im Naturraum Obere Gäue ist mit einer Fläche von 216,6 ha das größte Naturschutzgebiet im Landkreis Rottweil und befindet sich zu 90% in der Gemeinde Epfendorf und zu 10% in der Gemeinde Dietingen.

Geprägt ist das Naturschutzgebiet Schlichemtal durch Feuchtwiesen, Magerrasen, bewirtschaftete Schafweiden, Steppenheiden und verschiedene Wald-Arten.

In der Flora und Fauna leben viele gefährdete und seltene Tier- und Pflanzenarten.

 

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Schwarzenbach (Balingen)

Etwa die Hälfte (40,6 ha) vom insgesamt 82 ha grossen Naturschutzgebiet Schwarzenbach befindet sich im Landkreis Rottweil ca. 12,5 km südwestlich von Balingen und ca. 7,5 km nordöstlich der Kreisstadt Rottweil.

Die andere, größere Hälfte (54,48 ha) befindet sich im Landkreis Zollernalbkreis in der Region Neckar-Alb und gehört zur Stadt Schömberg und zur Gemeinde Zimmern unter der Burg.

Das Naturschutzgebiet umfasst das Tal des Schwarzenbachs, einem südlichen und linken Zufluss der Schlichem, und seiner Zuflüsse zwischen Schömberg und Zimmern unter der Burg.

Getrennt wird das Naturschutzgebiet Schwarzenbach von den beiden Regierungsbezirken Freiburg und Tübingen und es befindet sich im Naturraum "Vorland der westlichen Schwäbischen Alb".

Die natürliche Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet kann als eine Labkraut-Tannenwald mit Eichen-Beständen beschrieben werden.

Es kommen hauptsächlich immergrüne Nadelbäume wie die Gemeine Fichte (Picea abies) und Weiß-Tanne (Abies alba) in dieser Wald-Gesellschaft vor, die eher saure Böden bevorzugen.

In geringem Umfang gibt es Laubbäume wie die Rotbuche (Fagus sylvatica) und Eichen wie die Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercus petraea).

Wegen menschlicher Eingriffe in die Pflanzenwelt (Forstwirtschaft, Landwirtschaft) kommen neben den bereits genannten Laub- und Nadelbäumen die folgenden Laubbäume nur seltener vor:

 

 

Ferner folgende Straucharten:

 

 

Der gegenwartig bei den Bächen gelegene Ahorn-Eschen-Wald und Erlen-Eschenwald mit Röhricht, Seggen (Sauergräsern) und Hochstaudenfluren würden sich bei Aufgabe jeglicher Bewirtschaftung und Pflege zu einem Traubenkirschen-Erlen-Eschen-Auwald entwickeln.

In dieser Wald-Gesellschaft kämen dann vor allem folgende Baum-Arten vor:

 

  • Hänge-Birke (Betula pendula)

  • Stiel-Eiche (Quercus robur)

  • Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)

  • Gemeine Esche (Fraxinus excelsior),

  • Hainbuche (Carpinus betulus)

  • Trauben-Kirsche (Prunus padus)

  • Flatter-Ulme (Ulmus laevis)

 

Außerdem die folgenden Straucharten

 

 

Die bestimmende krautige Schicht in der Flora besteht aus dem immergrünen Rundblättrigen Labkraut (Galium rotundifolium), das der Wald-Gesellschaft auch den Namen gibt.

Zu den Attraktionen im Naturschutzgebiet Schwarzenbach zählen die im Frühling blühenden Streuobstwiesen mit hochstämmigen Obstbäumen, die sich v.a. westlich der Gemeinde Zimmern unter der Burg befinden.

 

Streuobstwiese mit blühenden Kirschpflaumen im Naturschutzgebiet Schwarzenbach
Bild: Streuobstwiese mit blühenden Obstbäumen wie der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) im Naturschutzgebiet Schwarzenbach

 

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Verwaltungsgliederung

In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gibt es die folgenden Landkreise mit einer Liste der jeweils größten Gemeinden, Orte und Städte:

 

Landkreis Rottweil

 

Aichhalden, Deißlingen, Dornhan, Dunningen, Oberndorf am Neckar, Rottweil, Schiltach, Schramberg, Sulz am Neckar und Zimmern ob Rottweil.

Die Stadt Rottweil ist die älteste Stadt von Baden-Württemberg und wurde im Jahre 73 n. Chr. von den Römern unter Kaiser Vespasian gegründet beim Bau der römischen Kinzigtalstraße.

 

Schwarzwald-Baar-Kreis

 

Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen, Furtwangen im Schwarzwald, Hüfingen, Königsfeld im Schwarzwald, Niedereschach, St. Georgen im Schwarzwald, Triberg im Schwarzwald, Villingen-Schwenningen und Vöhrenbach.

Die Stadt Villingen-Schwenningen ist der Hauptort bzw. das Oberzentrum der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.

 

Landkreis Tuttlingen

 

Aldingen, Fridingen an der Donau, Geisingen, Immendingen, Mühlheim an der Donau, Spaichingen, Trossingen und Tuttlingen.

 

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Geographische Lage

Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg grenzt im Süden an den Kanton Schaffhausen in der Schweiz und gehört zum Regierungsbezirk Freiburg in Baden-Württemberg.

Geografisch umfasst die Region das östliche Gebiet vom südlichen Schwarzwald, die Hochebene Baar und den Naturraum Heuberg im Westen der Schwäbischen Alb.

 

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