Stauden (Staudenpflanzen)
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten und Sorten
    1. Nach Eigenschaften
    2. Nach Standort
    3. Nach Licht-Verhältnissen
    4. Blütenstauden (Blühstauden)
  3. Sommergrüne / Immergrüne Beispiele

Definition

Was sind Stauden-Pflanzen ? Der Begriff "Staude" (englisch: perennial plant) stammt nicht aus der Botanik und wird überwiegend im Gärtner-Bereich und der Umgangssprache verwendet.

Er bezeichnet in diesem Lexikon mehrjährige 1, krautige, zweikeimblättrige Samenpflanzen, deren oberirdische Pflanzen-Teile im Unterschied zu den ebenfalls zweikeimblättrigen Gehölzen (Bäume, Sträucher) nicht verholzen.2

Wenn die oberirdischen Pflanzenteile am Ende der Vegetationszeit abgestorben sind, erfolgt die Überwinterung der meisten Gartenstauden durch Sproß-Ausläufer (Stolone), Knollen, Rhizome oder Zwiebeln.

In der neuen Vegetationsperiode, meist im Frühjahr, treiben die Staudenpflanzen schließlich von neuem aus.

Allerdings gibt es auch immergrüne Stauden, die am Ende der Vegetationsperiode nicht ihre oberirdischen Pflanzenteile zurückziehen wie z.B. Bodendecker-Stauden.

Pflanzen-Stauden spielen eine wichtige Rolle in der Steingarten- und Gartengestaltung sowie als Topfpflanzen oder Kübelpflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse.

Die Staude gibt es als Blume, Gemüse, Kletterpflanze, Kraut, Rosen-Gewächs, Teichpflanze (Wasserpflanze) oder Zimmerpflanze.

Stauden-Samen und -Sortimente kann man in großer Auswahl in der Baumschule, dem Pflanzenversand oder der Gärtnerei bestellen und kaufen.

In der gärtnerischen Praxis werden auch viele Zwergstrauch-Arten den Garten-Stauden zugerechnet.

 

Gartenstauden-Beet im Halbschatten an einem Wiesenhügel mit weißer Steintreppe
Bild: Gartenstauden-Beet im Halbschatten im Spätsommer *

 

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Arten und Sorten

Nach folgender Liste können Stauden-Pflanzen für den Garten und den Balkon in folgende Arten und Sorten unterteilt werden:

Nach Eigenschaften

Stauden können nach folgenden Eigenschaften unterteilt werden:

 

  • Sommergrüne und immergrüne/wintergrüne Stauden-Pflanzen

  • Zierstauden (Blattschmuckstauden) mit besonders dekorativen Blättern, Blattformen und Blattmustern (z.B. Ziergemüse, Zierkräuter)

  • Kleinblättrige und großblättrige Stauden-Pflanzen

  • Einheimische und exotische Stauden (z.B. amerikanische, europäische, chinesische, italienische, japanische Stauden)

  • Duftstauden, d.h. stark duftende Stauden wie z.B. mehrjährige Duftblumen und Duftkräuter

  • Kletterstauden wie z.B. mehrjährige Kletterpflanzen

  • Fruchtstauden und Obststauden wie z.B. Bananen (Musa) und Erdbeeren (Fragaria)

  • Farn-Stauden (vgl. Echte Farne) 2

  • Gemüsestauden wie z.B. Staudensellerie (Apium graveolens)

  • Gewürzstauden wie z.B. mehrjährige Küchenkräuter, Salatkräuter, Teekräuter und Wildkräuter

  • Große/Hohe Stauden und kleine/niedrige Stauden (Bodendecker-Stauden)

  • Giftige Stauden (Giftstauden) wie z.B. mehrjährige Giftblumen und Giftkräuter

  • Nach Pflege-Aufwand: anspruchsvolle und pflegeleichte/anspruchslose Stauden

  • Sommerfeste und winterfeste/winterharte Stauden-Pflanzen

 

Wenn Stauden nicht winterhart sind, dann können sie wegen der kalten Winter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz nicht als Gartenpflanzen im Boden gepflanzt werden.

Es sei denn, man gräbt die Pflanzen vor dem Winter wieder aus und überwintert sie wie z.B. die Knollen der Inkawurzel Yacon (vgl. Überwintern der Rhizome).

Nicht winterfeste Stauden können in Töpfen oder Kübeln entweder als Zimmerpflanzen gehalten werden oder die Kübelpflanzen und Topfpflanzen werden zum Überwintern an einen geschützten Standort gebracht.

 

Staudenbeet mit verschiedenen Gartenrittersporn-Hybriden und hellblauen, blauen und violetten Blüten
Bild: Staudenbeet mit Gartenrittersporn-Hybriden (Delphinium Elatum) Ende Juni in Oberbayern *

 

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Nach Standort

Eine weitere Unterteilung von Stauden ist nach dem Standort der krautigen Pflanzen möglich:

 

 

Etwa 1 Meter hohe, blühende Mutterkraut-Staude mit weiß-gelben Blüten in einem Staudenbeet
Bild: Mutterkraut (Tanacetum parthenium, Syn.: Chrysanthemum parthenium) Ende Juni *

 

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Nach Licht-Verhältnissen

Ferner können Stauden nach den jeweiligen Licht-Verhältnissen unterteilt werden:

 

 

"Stauden sind Blumen, die im Winter aus scheußlichem Gestrüpp bestehen oder gar nicht
vorhanden sind, falls man nicht in der Erde nachwühlt. Bei einem Mindestmaß an Freundlichkeit
blühen sie jedes Jahr wieder. Hat man sie lieb, bedanken sie sich überschwänglich."

(Karl Foerster, deutscher Gärtner, Staudenzüchter, Garten-Philosoph, 1874-1970)

 

Herzförmig-runde, dunkelgrüne Blätter einer Löffelblatt-Funkie der Sorte Tokudama mit blass-violetter Blüte
Bild: Tokudama-Funkie/Löffelblatt-Funkie (Hosta sieboldiana 'Tokudama'), eine Schattenstaude, im Juni *

 

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Blütenstauden (Blühstauden)

Blütenstauden (Blühstauden) können nach folgenden Kriterien unterteilt werden:

 

  • Blüte: Nichtblühende und blühende Stauden.Pflanzen

  • Blütedauer: kurzblühende und langblühende Stauden-Pflanzen

  • Blütenfarbe: z.B. blaublühende, gelbblühende, orange blühende, rosa blühende, rotblühende, weißblühende Stauden

  • Blütehäufigkeit: pro Jahr einmalblühende und zweimalblühende (remontierende) Stauden

  • Blütezeit der Stauden im Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter (z.B. sommerblühende, herbstblühende und winterblühende Stauden)

 

Bzgl. der Blütezeit finden sich Beispiele für Blumen-Stauden in folgender Übersicht:

 

 

Staudengarten mit Gräsern und orangen Begonien
Bild: Staudengarten mit Gräsern und orangen Begonien im Sommer in Niederbayern *

 

Anmerkung: Eine Unterteilung in einjährige Stauden und mehrjährige Stauden macht keinen Sinn, da Staudenpflanzen per Definition mehrjährige krautige Pflanzen sind.

 

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Sommergrüne / Immergrüne Beispiele

Die folgende Liste zeigt Beispiele für mehrjährige winterharte und/oder immergrüne Garten-Stauden und Freiflächenstauden:

 

  • Wild-Alpenveilchen (Cyclamen coum): winterhart, nicht immergrün, eine giftige Knollenblume

  • Bergenie (Bergenia cordifolia, Bergenia Hybriden): winterhart und immergrün

  • Bitterwurz (Lewisia): winterhart, immergrün

  • Blaukissen (Aubrieta): immergrün und winterhart

  • Christrosen/Lenzrosen (Helleborus): winterhart, nicht immergrün

  • Herbst-Chrysanthemen (Dendranthema-Hybriden): winterhart, nicht immergrün, eine Schnittblume

  • Schwefel-Elfenblume (Epimedium x versicolor 'Sulphureum'): winterhart, nicht immergrün

  • Federmohn (Macleaya cordata): eine der größten Gartenstauden bis 250 cm Höhe, winterhart, sommergrün

  • Funkien (Hosta): winterhart, sommergrün (Blätter werden bei Frost matschig)

  • Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia): winterhart, nicht immergrün

  • Hyazinthen (Hyacinthus): winterhart, sommergrün, Zwiebelpflanze, stark duftende Stauden

  • Kaiserkrone (Fritillaria imperialis): winterhart, nicht immergrün, eine Zwiebelblume

  • Kleines Immergrün (Vinca minor): winterhart, immergrün, ein sog. → Halbstrauch

  • Königskerzen (Verbascum): winterhart, immergrün, überwiegend Freiflächenstauden

  • Lavendel (Lavendula): winterhart, immergrün, viele Arten sind Halbsträucher und Sträucher

  • Türkischer Mohn (Papaver orientale): winterhart, sommergrün

  • Montbretien (Crocosmia): nicht winterfeste Knollen, immergrün

 

Orange blühende Gold-Montbretien in einem Staudenbeet, botanischer Name Crocosmia aurea
Foto: Gold-Montbretie (Crocosmia aurea) in einem Staudenbeet Mitte August

 

  • Mutterkraut (Tanacetum parthenium): winterhart, sommergrün, stark duftende Sommerblume

  • Palmlilie (Yucca filamentosa): bedingt winterhart, immergrün

  • Pfingstrose (Paeonia): winterhart, sommergrün, stark duftend

  • Platterbse (Lathyrus vernus): Hülsenfrüchtler, winterhart, sommergrün

  • Prachtkerze (Gaura lindheimeri): winterhart, sommergrün

  • Rittersporn (Delphinium): winterhart, sommergrün

  • Gelbe Schafgarbe (Achillea tomentosa): winterhart, sommergrün

  • Schleifenblume (Iberis sempervirens): winterhart, sommergrün

  • Schmucklilien (Agapanthus): winterhart, sommergrün

  • Bärenfell-Schwingel / Bärenfellgras (Festuca gautieri): winterhart, nicht immergrün

  • Gemeine Seidenpflanze (Asclepias syriaca): sommergrün, winterfest, stark duftend, Fallenblume

  • Sonnenblumen (Helianthus): verschiedene Arten sind winterhart und sommergrün

  • Staudenwicke (Lathyrus oderatus): Hülsenfrüchtler, sommergrün, winterhart

  • Steinkraut (Alyssum): winterhart, sommergrün

  • Steinquendel (Acinos): winterhart, sommergrün

  • Garten-Stockrose (Alcea rosea): winterhart, sommergrün

  • Tafelblatt (Astilboides tabularis): sommergrün, winterfest

  • Taglilien (Hemerocallis): winterhart, nicht alle Sorten sind immergrün

  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum): winterhart, sommergrün

  • Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata): winterhart, sommergrün

  • Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis): winterhart, giftig, sommergrün

  • Wollziest (Stachys byzantina): winterhart, sommergrün

  • Ysander (Pachysandra terminalis): winterhart, immergrün

 

Hinweise zur Übersicht:

 

Zu beachten ist, dass wintergrüne/immergrüne Stauden, egal ob sie im Garten-Boden oder als Topfpflanzen und Kübelpflanzen gepflanzt werden, zwar winterhart bzw. frosthart sind.

Sie sollten jedoch im Winter vor zu starkem Frost, Sonne, Wind geschützt werden (Schutz vor Austrocknung).

Sei es mit Laub und Reisig von Nadelbäumen und Laubbäumen oder mit Bambusmatten, Gartenvlies und Schilfmatten aus dem Gartencenter.

Bei den Pfingstrosen gibt es verholzende Arten wie die Strauch-Pfingstrose (Paeonia rockii), die zu den Blütensträuchern und nicht zu den Staudenpflanzen zählen.

 

Grüne Blätter und weiße Blüte von einer Edel-Pfingstrose, auch Päonie
Bild: Garten-Päonie (Paeonia lactiflora), auch Edel-Pfingstrose

 

"Ein Garten ohne Phlox ist nicht nur ein bloßer Irrtum,
sondern eine Versündigung gegen den Sommer."

(Karl Foerster, deutscher Gärtner, Stauden-Züchter, 1874-1970)

 

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[1] Mehrjährige Pflanzen werden botanisch auch als ausdauernde oder perennierende Pflanzen bezeichnet.

[2] Hinweis: Gräser zählen je nach Pflanzensystematik zur Klasse der Monokotylodonen (Einkeimblättrige Pflanzen) und damit nicht zu den Gartenstauden, die (fast) alle zur Klasse der Zweikeimblättrigen Pflanzen (Dikotyledonen) gehören. Im gärtnerischen Bereich wird überwiegend von Stauden gesprochen, wenn es sich um krautige, mehrjährige Pflanzen aus der Klasse der Dikotylodonen (Zweikeimblättrige) handelt. Farne können ebenfalls mehrjährig vorkommen; sie zählen jedoch im Gärtner-Bereich nicht zu den Staudenpflanzen, weil sie keine Samenpflanzen sind und eine eigenständige Gruppe innerhalb der Pflanzen bilden.