Pflanzenwelt (Flora)

Das Verzeichnis enthält Tipps zur Flora Deutschlands mit Attraktionen, Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten der Pflanzenwelt wie Botanische Gärten, Schlossgärten, Parkanlagen, Nationalparks, Naturschutzgebiete oder Themengärten.

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Es folgt eine weiterführende Bestimmung des Begriffes „Flora” und damit in Zusammenhang stehender Begriffe.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition und Erklärung
  2. Was ist ein Florenreich?
  3. Was bedeutet Vegetation?
  4. Woher kommt der Name Flora?
  5. Unterschied zu Botanik und Floristik
  6. Geographische Bezugsgrößen
  7. Bedeutung Botanischer Gärten

Definition und Erklärung

Was bedeutet Fauna und Flora? Beide Begriffe stammen aus der Biologie, der Wissenschaft aller Lebewesen auf der Erde. Im Deutschen werden sie synonym für Tierwelt und Pflanzenwelt verwendet. Der Begriff Flora, der auf die gleichnamige römische Göttin zurückgeht, bezeichnet die Gesamtheit aller Pflanzen eines bestimmten Gebietes, die wissenschaftlich erforscht werden.

Analog dazu bezeichnet der Begriff Fauna die Gesamtheit aller Tiere eines bestimmten Gebietes, die wissenschaftlich erforscht werden. Nach derselben klassischen Unterteilung lässt sich auch für Pilze eine gebietsbezogene Definition bilden:

Der Begriff Funga – auch Pilzflora oder Pilzwelt – bezeichnet die Gesamtheit aller Pilze eines bestimmten Gebietes, die wissenschaftlich erforscht werden. Pilze zählen seit 1969 in der Biologie nicht mehr zu den Pflanzen, sondern bilden ein eigenes Reich.

Hintergrund dieser Dreiteilung in Pflanzenwelt (Flora), Tierwelt (Fauna) und Pilzwelt (Funga) ist, dass in der Biologie je nach Modell mehrere Reiche von Lebewesen unterschieden werden können. Dazu zählen:

  • das Reich der Pflanzen (Plantae),
  • das Reich der Tiere (Animalia),
  • das Reich der Pilze (Fungi),
  • das Reich der Urbakterien (Archaea),
  • das Reich der Echten Bakterien (Bacteria),
  • das Reich der Protisten (Protista), zu denen unter anderem Einzeller und einfache Mehrzeller wie Algen und Amöben gehören.

Für diese Reiche existieren in der Biologie Dokumentationsformen wie Verzeichnisse und Kataloge, die einen Überblick über die in einem Gebiet vorkommenden Pflanzen, Tiere und Pilze geben.

Verzeichnisse sind einfache Auflistungen, meist ohne systematische Gliederung oder Bestimmungshilfen.

Kataloge hingegen sind systematisch aufgebaute Nachschlagewerke, die Organismen nach einem festen Ordnungssystem und Bestimmungsschlüssel erfassen und häufig Merkmale und Abbildungen zur eindeutigen Bestimmung der Arten enthalten.

Solche Verzeichnisse und Kataloge werden im botanischen Zusammenhang ebenfalls als Flora bezeichnet.

Foto eines Terracotta‑Modells <em> Triumph der römischen Göttin Flora </em> im Musée des Beaux‑Arts de Valenciennes
Foto von einem Terracotta-Modell: » Triumph der römischen Göttin Flora « vom französischen Bildhauer Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875) im Museum der Schönen Künste von Valenciennes in Frankreich (Musée des Beaux-Arts de Valenciennes)
 
 

Hinweis: In der Biologie werden die Pflanzen in der Botanik, die Tiere in der Zoologie und die Pilze in der Mykologie erforscht.

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Was ist ein Florenreich?

Ein Florenreich ist ein geographisches Großgebiet auf der Erde, das sich durch eine besonders eigenständige Pflanzenwelt auszeichnet. Wenn bestimmte Arten, Gattungen, Familien und Ordnungen von Pflanzen (vgl. Taxonomie) überwiegend oder ausschließlich in einem bestimmten Gebiet vorkommen, wird dieses Gebiet als Florenreich bezeichnet.

Mit abnehmendem Anteil solcher charakteristischen Pflanzen am gesamten Pflanzenvorkommen in einem geographischen Gebiet lassen sich unterhalb der Florenreiche Florenregionen, Florenprovinzen und Florenbezirke unterscheiden. Sie stellen hierarchisch untergeordnete Gliederungen und spezielle Ausprägungen der Flora dar.

Zu den größten Florenreichen der Welt zählen: Antarktis, Australien (mit Tasmanien), Capensis (Kapregion von Südwestafrika), Holarktis (Großteil der Nordhalbkugel ohne Tropen), Paläotropis (Tropen der alten Welt) und Neotropis (Tropen der neuen Welt).

Von diesen ist die Holarktis das größte Florenreich. Zu ihren wichtigsten Pflanzenfamilien gehören in alphabetischer Reihenfolge:

  • Binsengewächse (Juncaceae)
  • Birkengewächse (Betulaceae)
  • Buchengewächse (Fagaceae)
  • Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
  • Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Kieferngewächse (Pinaceae)
  • Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
  • Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Rosengewächse (Rosaceae)
  • Seggen (Carex)
  • Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
  • Weidengewächse (Salicaceae)

„Als Gärtner braucht man einen gusseisernen Rücken mit einem Scharnier.” (Charles Dudley Warner, amerikanischer Schriftsteller und Gartenliebhaber, 1829–1900)

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Was bedeutet Vegetation?

Was ist der Unterschied zwischen Vegetation und Flora? Der Begriff Vegetation wird bisweilen alltagssprachlich als Synonym für Flora oder Pflanzenwelt verwendet. Bei genauer Betrachtung bezeichnen beide Begriffe jedoch unterschiedliche Aspekte der Pflanzenkunde (Botanik), wenngleich sich beide auf die Erforschung eines bestimmten Gebietes beziehen:

Die Flora beschreibt die Gesamtheit aller Pflanzen in einem geographischen Gebiet oder Lebensraum (Habitat). Sie ist eine systematische Auflistung nach taxonomischen Gesichtspunkten wie Art, Gattung, Familie oder Ordnung und dient der wissenschaftlichen Erfassung der Pflanzenvielfalt.

Die Vegetation beschreibt hingegen die räumliche und ökologische Struktur der Pflanzenwelt in Form von Pflanzenformationen und Pflanzengesellschaften in einem geographischen Gebiet. Diese können geprägt sein von Laub- oder Nadelwälder, Regenwälder, Moore, Heiden, Wüsten, Steppen oder Gebirge.

Im Unterschied zum Begriff der Flora wird bei der Vegetation auch die Zusammensetzung von Pflanzenarten innerhalb einer solchen Pflanzenformation berücksichtigt wie beispielsweise bei Birken-Eichen-Wäldern.

Dabei wird auch erläutert, wie diese Pflanzengesellschaften durch klimatische Bedingungen, Boden- und Wasserverhältnisse oder den Einfluss von Menschen und Tieren geprägt worden sind.

Es können verschiedene Vegetationstypen unterschieden werden, wie sie häufig in Naturschutzgebieten vorkommen, etwa an Flüssen bzw. Flussufern, auf Wiesen, an Hängen, in Moorgebieten oder in Wäldern.

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Woher kommt der Name Flora?

Der Name Flora geht auf die gleichnamige römische Göttin in der römischen Mythologie zurück. Flora war die Göttin der Blüte, insbesondere der Getreide-Blüte, der Blumen und des Frühlings. Der Begriff Flora leitet sich von lateinisch flos, floris ab, was so viel wie Blume, Blüte, Jugendkraft, blühendes Leben bedeutet.

Analog zur Namensgebung von Flora findet sich auch die Erklärung für den Namen Fauna in der römischen Mythologie.

Danach geht der Name Fauna auf die römische Göttin Bona Dea (lateinisch: die gute Göttin) zurück, einer Tochter oder Gattin des Gottes Faunus. Faunus war der Gott der freien Natur und Beschützer der Tiere, Wälder und Ackerflächen von Bauern und Hirten.

Neben ihrer Rolle als Göttin der Frauen und Fruchtbarkeit, wurde Fauna ebenfalls als Beschützerin von Tieren und Feldern verehrt.

Ölgemälde auf Leinwand aus dem Jahr 1631 <em> Das Reich der Göttin Flora </em> in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden
Bild eines Ölgemäldes auf Leinwand in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden: » Das Reich der römischen Göttin Flora « in der Mythologie von Nicolas Poussin (1594–1665), französischer Maler des klassizistischen Barocks
 
 

Unterschied zu Botanik und Floristik

Die Botanik als Wissenschaft der Pflanzen beschäftigt sich mit der Erforschung aller Pflanzen auf der Erde. Im Unterschied dazu beschäftigt sich die Floristik – auch Floristische Geobotanik – mit der Erforschung von Pflanzen, die in einem bestimmten geographischen Gebiet vorkommen.

Der wissenschaftliche Begriff Floristik ist vom handwerklichen Begriff und Ausbildungsberuf der Floristik, auch Blumenkunst und Blumenbinderei, zu unterscheiden. Dieser bezeichnet die künstlerische Gestaltung von Pflanzen- und Blumenarten (insbesondere von Schnittblumen und Trauerblumen) für Gedecke, Gestecke, Kränze und Sträuße.

Botanik und wissenschaftliche Floristik (Geobotanik) sind somit beide Teilbereiche der Biologie, der Wissenschaft aller Lebewesen. Innerhalb dieser Systematik stellt die Floristik einen Spezialbereich der Botanik dar, der sich auf die regionale Pflanzenwelt konzentriert.

Die Dokumentation und Erforschung aller in einem geographischen Gebiet gefundenen Pflanzenarten wird als Flora bezeichnet.

Ergibt die floristische Untersuchung, dass bestimmte Arten, Gattungen, Familien und Ordnungen von Pflanzen ausschließlich in einem bestimmten Gebiet vorkommen und dieses eine besonders eigenständige Flora aufweist, so wird dieses Gebiet als Florenreich bezeichnet (vgl. oben).

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Geographische Bezugsgrößen

Für die Untersuchung der Pflanzenwelt in einem bestimmten Gebiet – also dessen Flora – können unterschiedliche geographische Bezugsgrößen herangezogen werden. Typische Beispiele sind:

  • Stadt: zum Beispiel Flora von Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln oder Stuttgart.
  • Region: zum Beispiel Flora der Toskana, am Gardasee, von Oberbayern oder einer Wüste.
  • Land: zum Beispiel Flora von Kanada, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien oder Südafrika.
  • Insel: zum Beispiel Flora von Mallorca, den Kanaren, Neuseeland, Grönland oder Madagaskar.
  • Kontinent: zum Beispiel Flora von Afrika, Amerika (Nordamerika, Südamerika), Antarktis, Asien, Australien oder Europa.

Innerhalb dieser geographischen Bezugsgrößen können die wichtigsten vorkommenden Pflanzenarten erfasst werden, darunter Blumen, Gräser, Gehölze (Bäume, Sträucher, Hecken), Gemüsepflanzen, Kräuter, Sporenpflanzen sowie wild wachsende Wald- und Wiesenpflanzen.

Die Untersuchung der Pflanzenwelt in einem geographischen Gebiet kann sich zudem auf eine bestimmte Jahreszeit beziehen wie beispielsweise auf die Flora im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.

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Bedeutung Botanischer Gärten

Für alle, die sich für die Pflanzenwelt eines geographischen Gebietes interessieren, das weiter von ihrem Wohnort oder sogar außerhalb ihres eigenen Landes liegt, bietet sich ein Besuch in einem Botanischen Garten an.

So zeigt zum Beispiel der Botanische Garten München-Nymphenburg ein Alpinum mit einem Überblick der alpinen Flora (Alpenflora) aus verschiedenen Gebirgsregionen der Welt. In mehreren Gewächshäusern wird zudem die tropische Pflanzenwelt präsentiert.

Im Freigelände des Botanischen Gartens finden sich zahlreiche Beispiele der mediterranen Pflanzenwelt (Flora) in Form mobiler Kübelpflanzen, die den Winter über an kältegeschützte Orte gebracht werden.

Wie viele Botanische Gärten verfügt auch der Botanische Garten in München über ein Arboretum, also eine Sammlung von Gehölzen wie Laubbäumen und Nadelbäumen verschiedener Wuchshöhen und Sträucher verschiedener Größen.

Zur Erkundung gebietsfremder Flora tragen auch botanische Alpengärten im deutschen, österreichischen und schweizerischen Raum bei. Ein Beispiel ist der vom Botanischen Garten München unterhaltene Alpengarten auf dem Schachen im Wettersteingebirge in den Ostalpen.

Der historische Alpengarten aus dem Jahr 1891 liegt in 1.860 m ü. M. und bietet einen Überblick über kultivierte Alpenpflanzen und Alpenblumen beispielsweise aus dem Himalaja-Gebirge zwischen Indien und Tibet.

Tipp: Auch öffentlich zugängliche Gärtnereien oder Baumschulen können spezialisierte Sortimente führen und so einen Überblick über die Flora bestimmter Regionen sowie über die dort vorkommenden Pflanzenarten bieten.

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