Brandenburg: Attraktionen der Pflanzenwelt (Flora), Ausflugsziele, Highlights und Sehenswürdigkeiten

Die nachfolgenden Kapitel enthalten Attraktionen, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten der Pflanzenwelt (Flora) in Brandenburg für Pflanzeninteressierte und Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner).

Inhaltsverzeichnis

  1. Naturparks
  2. Botanische Gärten
  3. Aromagärten
  4. Schlossgärten
  5. Rosengärten
  6. Gemüseanbau
  7. Naturschutzgebiete
  8. Verwaltungsgliederung

Naturparks

Ein Naturpark ist weitgehend vor landschaftsarchitektonischen Eingriffen geschützt und eine verändernde Landschaftsplanung und gärtnerische Parkgestaltung findet so gut wie nicht statt.

Naturparks sind sehr großflächige Gebiete, die so weit wie möglich naturbelassen bleiben und in denen der Erhalt der Artenvielfalt und die Pflege im Vordergrund steht und nicht die Veränderung.

Ein Beispiel hierfür im Bundesland Brandenburg ist der ca. 750 Quadratkilometer große Naturpark Barnim als ein länderübergreifendes Naturschutzgebiet der Bundesländer Berlin und Brandenburg.

Er wurde im Jahr 1999 gegründet und nur ein kleiner Teil von knapp 5,5 % entfällt davon auf die Berliner Stadtbezirke Reinickendorf und Pankow:

Fast 95% der Fläche des Naturparks Barnim liegt in Brandenburg zwischen Bernau, Bad Freienwalde, Eberswalde, Liebenwalde und Oranienburg. Etwas mehr als die Hälfte des Parks bestehen aus Wald und der Rest aus Seen, Mooren, natürlichen Fließtälern und landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen.

Der Schluss vom Malzer-Kanal bei Oranienburg im Naturpark Barnim
Foto: Der Schluss vom Malzerkanal bei Oranienburg im Naturpark Barnim

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Botanische Gärten

Der Botanische Garten Potsdam der Universität Potsdam wurde im Jahr 1950 angelegt und liegt in direkter Nähe zur Parkanlage Sanssouci von Schloss Sanssouci.

Dort befinden sich im Bereich Zierpflanzenbau auf einer Fläche von 5 ha etwa 10.000 Pflanzenarten aus eigenen Gärtnereien und Gewächshäuser mit einer Größe von 3.000 m².

Im Freilandbereich gibt es ein Alpinum (Alpengarten) mit Pflanzen aus Gebirgen Europas, Asiens und Nordamerikas und einen Wassergarten mit winterharten Sumpfpflanzen und Wasserpflanzen wie Schilf (Phragmites australis).

In der Systematischen Abteilung erwarten die Besucher einkeimblättrige und zweikeimblättrige Pflanzen, die nach ihrer botanischen Verwandtschaftsgeschichte angepflanzt wurden.

Weiter gibt es einen Hang mit Rhododendren, eine Wiese mit Wildkräutern und Wildblumen sowie eine Rosensammlung mit Wildformen und Zuchtsorten.

In der Nähe des naturnah gestalteten Laubwaldes mit im Frühjahr blühenden Blütenbäumen und Blütensträuchern befinden sich zwei Arboreten. Dabei handelt es sich um eine Sammlung verschiedener mittelgroßer Gehölze oder Großbäume wie einheimische und exotische Laubbäume und Nadelbäume.

Im Arboretum der Laubgehölze finden sich die wichtigsten einheimischen Laubgehölze wie zum Beispiel:

Ahorn (Acer pseudoplatanus, Acer platanoides), Birke (Betula pendula), Buche (Fagus sylvatica), Eiche (Quercus robur, Quercus petraea), Esche (Fraxinus excelsior, Fraxinus ornus, Fraxinus angustifolia), Hainbuche (Carpinus betulus), Linde (Tilia cordata, Tilia platyphyllos), Pappeln (Populus tremula) oder Ulmen (Ulmus glabra).

Ebenso gibt es im Laubbaum-Arboretum verschiedene Obstgehölze wie Obstbaum, Obststrauch, Nussbaum und Nussstrauch sowie exotische Laubbaumarten wie Amberbäume (Liquidambar) oder Blauglockenbäume (Paulownia).

Im Arboretum der Nadelgehölze wurden die wichtigsten einheimischen, immergrünen Nadelbäume wie Fichte (Picea), Kiefer (Pinus) und Tanne (Abies) sowie exotische Koniferen (Coniferales, Kiefernartige) angepflanzt.

In einer Abteiltung mit Sporenpflanzen werden Farne, Flechten und Moose präsentiert und in eine weiteren Abteilung Nutzpflanzen. Je nach ihrer Verwendung werden Pflanzen in Färbepflanzen, Faserpflanzen oder Nahrungspflanzen wie Getreide und Gemüse gegliedert.

Ferner werden Heilpflanzen in der Phytotherapie gezeigt und Gewürzpflanzen wie Gewürzkräuter, Salatkräuter und Teekräuter. Im Sommer können eine Reihe von Kübelpflanzen und Topfpflanzen bewundert werden, die im Kalthaus den Winter über frostfrei überwintert werden.

Blumenrabatte im Park Sanssouci im Botanischen Garten Potsdam
Foto: Blumenbeet im Park Sanssouci des Botanischen Gartens Potsdam

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Aromagärten

Liebhaber besonders aromatischer Duftpflanzen können am idyllischen Südufer des Finowkanals einen der wenigen Aromagärten und Duftgärten in Deutschland besuchen. Der 17 ha große Familiengarten Eberswalde wurde anlässlich der 2. Brandenburgischen Landesgartenschau im Jahr 2002 angelegt.

Dort befinden sich eine einmalige Märchenspiellandschaft mit Fabelwesen und Gartenzwergen sowie zahlreiche Themengärten wie einen Japanischen Garten mit Bambus- und Kleinbäumen).

Außerdem erwarten die Besucher in einem Duftgarten die aromatischen Düfte zahlreicher Duftblumen, Dufthecken, Duftkräuter, Duftmoose und höher wachsender Duftsträucher.

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Schloßgärten

In Brandenburg gibt es eine Reihe von Schlossgärten und Schlossparks als Beispiele herausragender Gartenkunst und Gartenarchitektur. Sie werden zusammen mit den Schlössern von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet.

Ein sehr berühmter Schloßgarten ist der Schlosspark Sanssouci in Potsdam, der seit 1990 zusammen mit den Schlössern und Gärten der Potsdamer Kulturlandschaft zum UNESCO Welterbe gehört.

Bekannt ist ferner der Schlosspark Caputh von Schloss Caputh in der Gemeinde Schwielowsee mit der 3,5 Hektar großen, barocken Parkanlage und einer Vielzahl von Skulpturen (Steinskulpturen, Stahlskulpturen) am Ufer des Templiner Sees.

Weitere Parks gibt es in folgenden Schlössern Brandenburgs:

  • Schlossgarten Babelsberg von Schloss Babelsberg in Potsdam
  • Lustgarten Rheinsberg von Schloss Rheinsberg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin)
  • Schlosspark Sacrow von Schloss Sacrow in Potsdam (am Ufer der Havel)
  • Schlossgarten Wusterhausen von Schloss Königs Wusterhausen
  • Schlossgarten Paretz von Schloss Paretz/Ketzin (20 km von Potsdam entfernt)
  • Schlossgarten Oranienburg von Schloss Oranienburg (Landkreis Oberhavel).

In den Schlossgärten und Parks finden sich neben vielen Bäumen, Hecken und Sträuchern auch Blumenrabatte mit unzähligen Blumenarten, die von Gartenarchitekten geometrisch angelegt wurden.

Je nach Jahreszeit werden diese Rabattenblumen das ganze Gartenjahr über als Frühlingsblumen, Sommerblumen, Herbstblumen und vereinzelt auch als Winterblumen gärtnerisch kultiviert.

Ferner schmücken die Schlossgärten eine Vielzahl von Zierpflanzen wie Zierbäume, Ziergräser, Zierkräuter, Ziersträucher und bisweilen auch Ziergemüse in Nutzgarten-Bereichen.

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Rosengärten

In der Stadt Forst (Lausitz) im Landkreis Spree-Neiße gibt es den Ostdeutschen Rosengarten, in dem auf einer Fläche von 17 ha über 700 Rosensorten auf zehntausende Rosenstöcke verteilt sind.

In der Park- und Gartenanlage, die zu den beliebtesten Ausflugszielen in Brandenburg zählt, werden jährlich die Rosengarten-Festtage mit einer Präsentation von Schnittrosen veranstaltet und die Forster Rosenkönigin gekürt.

In direkter Nähe kann man die Wehrinsel über eine Brücke erreichen, auf der es einen Duftgarten mit verschiedenen Knollenblumen, Zwiebelblumen und Topfblumen in Kombination mit Duftrosen gibt.

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Gemüseanbau

Brandenburg zählt in Deutschland neben Baden-Württemberg und Niedersachsen zu den wichtigsten Anbaugebieten von Topinambur (Helianthus tuberosus).

Das Knollengemüse war bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts durch den Siegeszug von Kartoffeln (Solanum tuberosum) und Karotten (Daucus carota subsp. sativus) von der Speisekarte verdrängt worden.

Im Zuge der ökologischen Landwirtschaft bzw. dem Anbau von Biogemüse fand auch wieder eine Rückbesinnung auf alte Gemüsesorten statt.

Hierzu zählen neben Topinambur auch Wurzelgemüsearten wie Petersilienwurzel (Petroselinum crispum subsp. tuberosum), Pastinaken (Pastinaca sativa) und Schwarzer Rettich (Raphanus sativus var. niger).

Alte Gemüsearten erfreuen sich wieder steigender Beliebtheit in Deutschland. Auch die noch weniger bekannte Yacon (Smallanthus sonchifolius) kann dazu gezählt werden.

Außerdem wird seit dem Jahr 2000 im Spreewald wieder Hirse (Panicum miliaceum) angebaut, eine alte Getreideart, die im 16. Jahrhundert ebenfalls durch die neuen Wurzelgemüsearten Kartoffeln und Karotten verdrängt wurde.

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Naturschutzgebiete

Der Spreewald ist eine historische Kulturlandschaft und Flusslandschaft im Südosten von Brandenburg mit einem von der Unesco geschützten fast 1.000 km langen Netz von Fließgewässern.

Das 100 Kilometer südöstlich von Berlin liegende Biosphärenreservat und Naturschutzgebiet erstreckt sich auf die Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Der Spreewald teilt sich auf in den nördlichen Unterspreewald und den südlichen Oberspreewald.

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Verwaltungsgliederung

Das Bundesland Brandenburg, mit der Landeshauptstadt Potsdam, unterteilt sich in zwei Regionen mit jeweils drei und zwei Planungsregionen, die sich aus den folgenden 14 Landkreisen und 4 kreisfreien Städten zusammensetzen:

Region Brandenburg-Nordwest-Nordost:

Planungsregion Prignitz-Oberhavel

  • Landkreis Oberhavel
  • Landkreis Ostprignitz-Ruppin
  • Landkreis Prignitz

Planungsregion Oderland-Spree

  • kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder)
  • Landkreis Märkisch-Oderland
  • Landkreis Oder-Spree

Planungsregion Uckermark-Barnim

  • Landkreis Barnim
  • Landkreis Uckermark

Region Brandenburg-Südwest-Südost:

Planungsregion Lausitz-Spreewald

  • kreisfreie Stadt Cottbus
  • Landkreis Dahme-Spreewald
  • Landkreis Elbe-Elster
  • Landkreis Oberspreewald-Lausitz
  • Landkreis Spree-Neiße

Planungsregion Havelland-Fläming

  • kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel
  • kreisfreie Stadt Potsdam
  • Landkreis Havelland
  • Landkreis Potsdam-Mittelmark
  • Landkreis Teltow-Fläming
Wappen vom deutschen Bundesland Brandenburg
Wappen von Brandenburg
Flagge vom deutschen Bundesland Brandenburg
Flagge von Brandenburg

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Dort finden Pflanzeninteressierte viele Vorschläge zur Gartengestaltung und Tipps für die Pflanzenauswahl in Baumschulen und Fachbetrieben im Garten- und Landschaftsbau in Brandenburg.

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