Kälberhalde (Altoberndorf)
 

Das Naturschutzgebiet Kälberhalde im Naturraum Obere Gäue ist 4,1 ha gross und befindet sich südöstlich der Stadt Oberndorf am Neckar und östlich der Stadt Altoberndorf im Landkreis Rottweil.

Dort befindet sich eine für das obere Neckartal typische Flora mit seltenen und z. T. vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten wie einer Wacholderheide.

Früher gab es im oberen Neckartal zahlreiche Wacholderheiden, von denen heute nur noch wenige vorhanden sind.

Die Wacholderheiden im Naturschutzgebiet Kälberhalde gelten als die typischsten und schönsten im Raum Oberndorf.

Das z.T. sehr steile Hang-Gebiet der Kälberhalde ist bunt und mosaikartig bewachsen mit Bäumen, HaIbtrockenrasen, Gebüsch-Gruppen und Sträuchern.

Auf dem Halbtrockenrasen wachsen Pflanzen, die sich an die jahrhundertelange, ehemalige Beweidung mit Schafen und ohne Düngung angepasst haben.

Diese Pflanzen haben verschiedene Abwehrmechanismen entwickelt, um sich vor Fraßschäden zu schützen

Sei es durch spitze Stacheln, einen Geschmack, den Schafe nicht mögen, oder durch Pflanzengiftstoffe.

 

Giftige Pflanzen (Giftpflanzen):

 

  • Nieswurz (Helleborus foetidus)

  • Schwalbwurz (Vincetoxicum hirundinaria)

 

Distel-Pflanzen mit Stacheln:

 

  • Golddistel (Carlina vulgaris)

  • Stengellose Kratzdistel (Cirsium acoulon)

  • Wollköpfige Kratzdistel (Cirsium eriophorum)

  • Silberdistel (Carlina acaulis)

 

Pflanzen mit bitterem Geschmack oder würzig-scharfem Geruch:

 

  • Enzian (Gentiana), verschiedene Arten

  • Dost (Origanum vulgore)

  • Quendel (Thymus serpyllum)

  • Schafgarbe (Achillea millefohum)

  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

 

Im Naturschutzgebiet Kälberhalde bei Altoberndorf und Oberndorf gibt es eine wärmeliebenden Blutstorchschnabel-Hirschhaarstrang-Saumgesellschaft (Geranio-Peucedanetum) mit folgenden Pflanzen:

 

  • Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)

  • Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)

  • Kalkaster (Aster amellus)

  • Schwalbwurz (Vincetoxicum hirundinaria)

 

Zu den botanischen Sehenswürdigkeiten auf der Kälberhalde zählen z.T. sehr seltene, besonders geschützte und vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten:

 

  • Akelei (Aquilegia vulgaris)

  • Rauhes Berufskraut (Erigeron acris)

  • Deutscher Enzian (Gentiana germanica)

  • Fransen-Enzian (Gentiana ciliata),

  • Frühlings-Enzian (Gentiana verna)

  • Händelwurz (Gymnadenia conopea)

  • Mittleres Leinblatt (Thesium linophyllon)

  • Ohnsporn (Aceras anthropophorum)

  • Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera)

  • Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)

  • Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora)

  • Weißes Waldvögelein (Cephalanthera domasonium)


Wegen der mittlerweile fehlenden Beweidung haben sich im gesamten Naturschutzgebiet Kälberhalde v.a. dicht wachsende Kiefern (Pinus) und Wacholder (Juniperus) ausgebreitet.

Vereinzelt wachsen noch wärmeliebende Gebüsch-Arten und Natur-Hecken bestehend aus Liguster (Ligustrum) und Schlehe (Prunus spinosa).

Im Naturschutzgebiet Kälberhalde sind die Gebüsch-Gruppen innerhalb der Wacholder-Heide wichtig als Brutstätte und Lebensraum für seltene Vogelarten wie den Neuntöter (Lanius collurio).

 

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