Inhaltsverzeichnis
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Definition und Funktion
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Arten, Liste, Beispiele
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Frühling
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Sommer
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Herbst
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Winter
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Zucht-Formen (Gewächshaus)
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Sonderfälle: Rosen, Hortensien und Flieder
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Vorsicht vor giftigen Schnittpflanzen
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Floristik versus Bundware
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Tipps zum Konservieren und Trocknen
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Verwendung
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Pflegehinweise zum Verlängern der Haltbarkeit
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Vorbereitung zum Frischhalten
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Richtig aufbewahren
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Richtig anschneiden
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Frischhaltemittel
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Täglich Wasser wechseln
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Bedeutung von Hausmitteln
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Sorten mit Schleimbildung
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Tipps zum Pflegen nach Jahreszeiten
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Kritik an Produktion und Import von Schnittblumen
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Fair-Trade-Siegel
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Bio-Blumen
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Schnittblumenarten für Friedhof und Grab
Definition und Funktion
Was sind Schnittblumen? Der Begriff „Schnittblume” (englisch: cut flowers) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus dem Blumenhandel und der gärtnerischen Umgangssprache.
Er bezeichnet in diesem Lexikon Blumenarten, deren Anbau für die Verwendung als Blumenstrauß und Bouquet, Vasenblumen, Blumengedeck, Blumengesteck, Blumenkranz, Brautschmuck oder Grabschmuck erfolgt.
Wegen ihrer schönen und farbintensiven Blüten werden Schnittblumen traditionell zur Dekoration genutzt und in Vasen mit Wasser frisch gehalten. In dieser Funktion sollen Schnittblumen vor allem die Schönheit der Natur und Farbenfreude in geschlossene Räume bringen.
Eine weitere Funktion haben Schnittblumen bei der Vermittlung nonverbaler Botschaften insbesondere in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Dabei spielt die Symbolik (vgl. Blumensymbolik) und die Blütenfarbe (vgl. Blumenfarben) eine große Rolle, um Gefühle unmissverständlich zum Ausdruck bringen.
Bild: Anbau verschiedener Blumenarten auf einem Schnittblumenfeld im Sommer (Ende August) *
Kaufen kann man Schnittblumen entweder im Blumenladen, Blumengrosshandel und Onlineversand oder auf einem Schnittblumenfeld, wo man die Blumen selber pflücken kann.
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Arten, Liste, Beispiele
Welche Blumen eignen sich als Schnittblumen? Die folgende Liste zeigt einheimische und exotische Schnittblumen mit botanischem Namen, Blütenfarbe und Blütezeit im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.
Frühling
Nachfolgend eine Übersicht von typischen Schnittblumenarten im Frühling (Frühlingsblumen):
Kronen-Anemone (Anemone coronaria), auch Garten-Anemone
Blütenfarbe: blau, rosa, rot, violett, weiß
Blütezeit: April bis Juni
Wuchshöhe: 25 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, bedingt frostfeste Frühlingsblumen (Stauden) mit Knollen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: bienenfreundlich, für Steingarten geeignet, beliebteste Anemone in der Floristik
Bild: Garten-/Kronen-Anemone (Anemone coronaria) in einem Gartenbeet Anfang April
Bartnelke (Dianthus barbatus)
Blütenfarbe: rosa, rote, schwarze, violette und weiße Blüten, auch mehrfarbig
Blütezeit: Dauerblüher von Mai bis August/September
Wuchshöhe: 40 bis 70 cm
Pflanzentyp: zweijährige, winterfeste Frühlingsblumen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: stark duftend, mit essbaren Blüten, verwildert unter Naturschutz
Foto: Bartnelken-Blüten (Dianthus barbatus) in einem Blumenbeet im Frühjahr (Ende Mai) *
Gerbera-Hybriden (Gerbera)
Blütenfarbe: gelbe, rosa, weiße Blüten
Blütezeit: Dauerblüher von Mai bis September (als Topfpflanze)
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, nicht frostharte Frühlingsblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: Gerbera-Hybriden zählen weltweit zu den beliebtesten Schnittblumenarten
Bild: Gelbe Gerbera-Hybride im Herbst (Ende September) in einem Blumentopf
Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta)
Blütenfarbe: blau-violette, seltener rosa oder weiße Blüten
Blütezeit: April bis Mai
Wuchshöhe: 20 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Schnittblumen
Sonstiges: natürliche Bestände in Nordrhein-Westfalen („Wald der blauen Blumen”) und Niedersachsen
Bild: Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) im Frühjahr (Ende April)
Hyazinthen (Hyacinthus orientalis Hybriden)
Blütenfarbe: blaue, gelbe, orange, rosa, rote, violette oder weiße Blüten
Blütezeit: April bis Mai
Wuchshöhe: 15 bis 40 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebel
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: giftige und stark duftende Zierpflanzen
Bild: Blumenbeet mit Gartenhyazinthen (Hyacinthus orientalis) im Frühling (Mitte April)
Garten-Levkoje (Matthiola incana)
Blütenfarbe: blass-gelbe, rosa, rote, violette, weiße Blüten
Blütezeit: April bis Juni
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm
Pflanzentyp: einjährige Frühlingsblumen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: stark duftende Blumen für einen Aromagarten
Bild: Weisse Levkoje (Matthiola incana) in einem Blumenbeet im Frühling (Mitte Mai) *
Oster-Lilie (Lilium longiflorum)
Blütenfarbe: weiße Blüten
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 50 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebel
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: stark duftend, die beliebteste und ganzjährig gehandelte Lilienart mit Sorten wie 'Snow Cap', 'Snow Queen' oder 'White Europe'
Bild: Oster-Lilien (Lilium longiflorum) in einem Blumenladen
Magerwiesen-/Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
Blütenfarbe: weiße Blüten mit goldgelbem Blütenkorb
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Schnittblumen
Sonstiges: Bienenweide, Wildkraut und Wildsalat, eine der bekanntesten, langlebigen Wiesenblumen
Bild: Blüte einer Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) im Frühsommer (Ende Juni)
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Blütenfarbe: weiße Blüten
Blütezeit: Mai bis Juni
Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Schnittblumen
Sonstiges: sehr giftig, stark duftend, Heilpflanze mit bis zu 50 cm tiefem Wurzelstock (Rhizom)
Foto: Maiglöckchenstrauß (Convallaria majalis) in einer Blumenvase im Frühjahr (Anfang Mai)
Narzissen/Osterglocken (Narcissus)
Blütenfarbe: gelbe, orange, weiße Glocken-/Trichterblüten
Blütezeit: um Ostern von März bis April
Wuchshöhe: bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln
Herkunft: die Gelbe Narzisse/Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus) ist heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Sonstiges: hautreizende, giftige Schnittblumen, wildwachsend unter Naturschutz
Bild: Großkronige Narzisse (Narcissus 'Flower Record') im Frühling (Anfang Mai)
Echte/Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis), auch Garten-Päonie
Blütenfarbe: rosa oder rote Blüten (Sorte 'Alba Plena' mit weißen Blüten)
Blütezeit: Mai bis Juni
Wuchshöhe: 50 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Schnittblumen
Sonstiges: stark duftend, die großen Blüten sind sehr langlebig
Foto: Echte Bauern-Pfingstrosen (Paeonia officinalis) im Frühjahr (Ende Mai) *
Holländische Schwertlilie (Iris x hollandica)
Blütenfarbe: blaue, gelbe, lila, violette, weiße Blüten oder zweifarbig
Blütezeit: Ende April bis Mai
Wuchshöhe: bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Knollen
Herkunft: Zucht-Schnittblumen (Hybride)
Bild: Holländische Schwertlilie (Iris x hollandica) in einem Frühlingsbeet (Anfang Mai)
Tulpen (Tulipa, verschiedene Arten und Sorten)
Blütenfarbe: gelbe, grüne, lila, orange, rosa, rote, violette, weiße Blüten, auch mehrfarbig
Blütezeit: März bis Mai, es gibt Frühblüher- und Spätblüher-Sorten
Wuchshöhe: 15 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebel
Herkunft: die Wilde Tulpe (Tulipa sylvestris) ist die einzige in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Tulpenart und steht unter Naturschutz
Sonstiges: giftig, stark duftend, Tulpen zählen weltweit zu den beliebtesten Schnittblumen
Bild: Tulpenstrauß (Tulipa) mit z.T. geöffneten Blüten
Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)
Blütenfarbe: hellblau, zahlreiche andersfarbige Sorten in blau, rosa und weiß
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 15 bis 45 cm
Pflanzentyp: zweijährige, winterfeste Frühlingsblumen, selbst aussäend
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimische, langlebige Schnittblumen
Sonstiges: mit essbaren Blüten, traditionelle Bauerngarten-Pflanze, Bedeutung in der Blumensprache und als Trauerblumen dem Namen entsprechend so viel wie „Vergiss mich nicht”, ewige Treue und Liebe
Foto: Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) im Frühling (Ende April)
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Sommer
Nachfolgend eine Übersicht von typischen Schnittblumenarten im Sommer (Sommerblumen):
Garten-Dahlie (Dahlia x hortensis)
Blütenfarbe tausender Sorten: gelb, lila, orange, purpur, rosa, rot, weiß und mehrfarbig
Blütezeit: Dauerblüher von Juli bis Oktober
Wuchshöhe: 30 bis 180 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Sommerblumen (Stauden) mit Knollen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: essbare Blüten
Bild: Einfache Dahlie (Dahlia Hybride 'Hypnose') im Früh-Herbst (Ende September) in einem Gartenbeet *
Duftwicke/Edelwicke (Lathyrus odoratus), auch Duftende Platterbse, Gartenwicke
Blütenfarbe: rosa, purpurfarbene, violette oder weiße Blüten
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 50 bis 160 cm
Pflanzentyp: einjährige Sommerblumen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: stark duftend, eine Fahnenblume und Leguminose (Hülsenfrüchtler)
Bild: Edelwicke (Lathyrus odoratus), auch Duftwicke, Duftende Platterbse, im Sommer (Mitte Juli)
Fackellilien (Kniphofia-Hybriden)
Blütenfarbe: gelb, grün-weiß, orange, rot und mehrfarbige Blüten
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 80 bis 160 cm
Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: die meisten Arten und Sorten sind immergrün und winterfest
Foto: Rote Fackellilie (Kniphofia-Hybride) im Sommer (Mitte Juli) vor einer immergrünen Laubhecke
Garten-Gladiole (Gladiolus x hortulanus)
Blütenfarbe: gelbe, grüne, orange, rote, violette, weiße Blüten (außer in blau, braun und schwarz)
Blütezeit: Dauerblüher von Ende Juni bis Oktober
Wuchshöhe: 50 bis 150 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Sommerblumen (Stauden) mit Knollen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: zahlreiche Sorten zum Züchten, unterteilt in Nanus-, Primulinus- und Grandiflorus-Gruppe
Bild: Weiß-dunkelrote und gelbe Garten-Gladiolen (Gladiolus x hortulanus)
Inkalilien (Alstroemeria-Hybriden)
Blütenfarbe: gelbe, orange, rosa, rote, violette, cremefarbene, weiße oder mehrfarbige Blüten
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, nicht frostsichere Sommerblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: sehr elegant
Bild: Inkalilien-Hybride (Alstroemeria 'Casablanca') im Sommer (Mitte August) in einem Blumenbeet
Kokardenblume (Gaillardia)
Wichtige Arten: Großblumige Kokardenblume (Gaillardia x grandiflora), Prärie-Kokardenblume (Gaillardia aristata)
Blütenfarbe: mehrfarbige gelb-orange-rote oder einfarbige gelbe, orange-rote oder rote Körbchenblüten
Blütezeit: Juli bis September oder Oktober
Wuchshöhe: 30 bis 70 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: große Blüten, die lange halten in der Vase (bis 2 Wochen), bienenfreundlich (Bienenweide)
Bild: Prärie-Kokardenblume (Gaillardia aristata) im Sommer (Anfang August) in einem Blumenbeet
Edel-Nelke (Dianthus caryophyllus), auch Landnelke, Gartennelke
Blütenfarbe: rosa bis rote Blüten, einige Sorten auch gelbe oder weiße Blüten
Blütezeit: ab Mitte Juni bis September
Wuchshöhe: 40 bis 50 cm
Pflanzentyp: einjährige Sommerblumen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Wichtige Sorte: Spraynelke mit vielen kleinen Blüten
Sonstiges: essbare Blüten, Edelnelken zählen weltweit zu den meistverkauften Schnittblumenarten
Foto: Edel-/Garten-Nelke (Dianthus caryophyllus), auch Landnelke, im Sommer (Mitte Juli)
Ringelblume (Calendula officinalis)
Blütenfarbe: gelbe oder orange Körbchenblüten
Blütezeit: Dauerblüher von Juni bis Oktober
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Pflanzentyp: einjährige Sommerblumen (bei mildem Klima auch zweijährig)
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimische Schnittblumen
Sonstiges: essbare Blüten, bienenfreundlich, traditionelle Arzneipflanze, sehr beliebte Gartenblumen 1
Bild: Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) im Sommer Mitte August in einem Blumenbeet
Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus)
Blütenfarbe: blaue, violette oder weiße Blüten
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 20 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, immergrüne, nicht winterfeste Sommerblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Auswahl geeigneter Sorten: 'Albus', 'Arctic Star' und 'Peter Pan' (weiße Blüten), 'Blue Giant' und 'Blue Triumphator' (blau-violette Blüten), 'Donau' (blaue Blüten)
Bild: Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus) im Sommer (Ende Juli)
Sommeraster/Gartenaster (Callistephus chinensis, zahlreiche Sorten-Gruppen)
Blütenfarbe: blaue, gelbe, lila, pinke, rosa, rote, violette oder weiße Blüten
Blütezeit: Dauerblüher von Juli/August bis Oktober
Wuchshöhe: 20 bis 90 cm
Pflanzentyp: einjährige Sommerblumen
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: essbare Blüten, als Schnittblumen geeignet
Bild: Sommeraster/Gartenaster (Callistephus chinensis) im Sommer (Mitte August) in einem Blumenbeet
Gewöhnliche Sonnenbraut (Helenium autumnale), auch Herbst-Sonnenbraut
Blütenfarbe: gelbe Blüten
Blütezeit: Juli bis September (einige Sorten auch von August bis Oktober)
Wuchshöhe: 60 bis 150 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Foto: Herbst-Sonnenbraut (Helenium autumnale) in einem Blumenbeet im Herbst (Ende September)
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Herbst
Nachfolgend eine Übersicht von typischen Schnittblumenarten im Herbst (Herbstblumen):
Garten-Chrysantheme/Winteraster (Chrysanthemum x grandiflorum)
Blütenfarbe tausender Sorten: gelbe, grüne, lila, orange, purpurne, rosa, rote, weiße Blüten
Blütezeit: September bis Dezember
Wuchshöhe: 60 bis 100 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, bis ca. -15 Grad frostharte Herbstblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: essbare Blüten, als Blütentee und Blättertee geeignet, das Züchten erfolgt seit Hunderten von Jahren in China und Japan
Bild: Garten-Chrysanthemen (Chrysanthemum x grandiflorum) im Herbst (Ende Oktober) in einem Blumenbeet
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Winter
Nachfolgend eine Übersicht von typischen Schnittblumenarten im Winter (Winterblumen):
Belladonnalilie/Echte Amaryllis (Amaryllis belladonna)
Blütenfarbe: rosa Blüten
Blütezeit: Februar bis April
Wuchshöhe: 60 bis 80 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Winterblumen (Stauden) mit Zwiebeln
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: giftig, vor allem die Blumenzwiebel
Foto: Belladonnalilie (Amaryllis belladonna), auch Echte Amaryllis, im Frühling (Anfang März)
Hohe Schlüsselblume (Primula elatior)
Blütenfarbe: helle gelbe Tellerblüten
Blütezeit: März bis April
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm (an guten Standorten bis 30 cm)
Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Winterblumen/Frühlingsblumen (Stauden)
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Schnittblumen
Sonstiges: ein Heilkraut und als Kräuter für einen Blütentee geeignet, wildwachsend unter Naturschutz
Foto: Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) im Frühling (Mitte April) auf einer Wiese *
Schneerose/Christrose (Helleborus niger)
Blütenfarbe: weiße oder rötlich-weiße Blüten
Blütezeit: Februar bis April (z.T. auch schon ab November)
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, immergrüne, winterharte Winterblumen (Stauden)
Herkunft: in Deutschland, Österreich und der Schweiz einheimische Schnittblumen
Sonstiges: stark giftig
Foto: Schneerose/Christrose (Helleborus niger) im Spät-Winter (Anfang März) *
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Nachfolgend Beispiele für Schnittblumenrten, die es für das Gewächshaus zum Züchten gibt:
Orchideen (Orchidaceae)
Blütenfarbe: sehr farbkräftige blaue, gelbe, grüne, rote, weiße Blüten, z.T. mehrfarbig
Wuchshöhe: breites Sortiment von 15 bis 100 cm Höhe
Pflanzentyp: mehrjährig, nicht winterhart
Herkunft: exotische Schnittblumen
Wichtige Gattungen: Cymbidium, Dendrobium, Phalaenopsis
Sonstiges: Orchideen zählen nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den beliebtesten Schnittblumenarten, sondern auch auf der Welt
Foto: Orchideen (Phalaenopsis-) im Herbst (Ende September)
Paradiesvogelblume/Königs-Strelitzie (Strelitzia reginae)
Blütenfarbe: gelbe und leuchtend orange Blüten
Blütezeit: im Sommer, an warmen Standorten auch im Winter etwa 4 bis 6 Wochen lang
Wuchshöhe: 80 bis 200 cm
Pflanzentyp: mehrjährig, immergrüne, nicht winterfeste Sommerblumen oder Winterblumen (Stauden)
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: als Zimmerpflanzen oder Kübelpflanzen im Wintergarten geeignet, Blüte nach vier Jahren
Bild: Paradiesvogelblume/Königs-Strelitzie (Strelitzia reginae) im August
Zantedeschien (Zantedeschia), auch Calla-Lilien
Blütenfarbe: cremefarben, weiß, selten gelb oder rot
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 80 bis 100 cm
Pflanzen-Typ: mehrjährig, nicht winterharte Sommerblumen (Stauden), winterfest nur bei mind. 10 Grad
Herkunft: exotische Schnittblumen
Sonstiges: eher als Kübelpflanzen und Zimmerpflanzen geeignet
Bild: Zantedeschie/Calla (Zantedeschia aethiopica) im Sommer (Anfang Juli)
Hinweise zur Übersicht:
Im deutschsprachigen Raum lassen sich im Garten und auf dem Balkon alle genannten Schnittblumenarten anbauen. Nicht winterfeste Schnittblumen muss man im Haus überwintern.
Zantedeschien (Zantedeschia) werden im Blumenhandel oft als Calla oder Kalla bezeichnet und deshalb als Schnittblumenart mit der Drachenwurz (Calla palustris) verwechselt.
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Sonderfälle: Rosen, Hortensien und Flieder
Umgangssprachlich und im Schnittblumenhandel gehören verschiedene Rosen-Arten wie die Elina-Rosen (Rosa 'Elina') oder Baccara-Rosen (eine der meistverkauften Rosensorten weltweit) zu den Schnittblumenarten.
Wie die Orchidee gilt die Rose wegen ihrer besonderen Schönheit als „Königin der Blumen”, obwohl Rosen botanisch keine krautigen Pflanzen, sondern verholzende Dornensträucher sind.
Diese fehlerhafte, botanische Zuordnung gibt es auch beim Flieder (Syringa), dessen prächtigen Blütenzweige man bisweilen im Blumenversand und im Blumengroßhandel als Schnittblumen kaufen kann.
Der Flieder ist jedoch ein verholzender Blütenstrauch bzw. findet im Garten als Blütenhecke Verwendung und zählt somit wie Rosen per Definition nicht zu den Blumen.
Im Schnittblumenverkauf kann man ferner Dauerblüher-Hortensien (Hydrangea) als Schnittblumen kaufen, die jedoch zu den sog. Halbsträuchern zählen (→ vgl. Was sind Halbsträucher?).
Bild: Blumenvase mit Rosen und Deko-Beiwerk wie Blätter und Gräser
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Vorsicht vor giftigen Schnittpflanzen
Zu beachten ist, dass einige der genannten Schnittblumenarten giftig sind und zu den Giftpflanzen zählen. So enthalten Christrose bzw. Schneerose, Hyazinthe, Maiglöckchen, Narzisse, Ruhmeskrone oder Tulpe verschiedene Pflanzengiftstoffe.
Gerade wenn Kinder oder Haustiere wie Hunde und Katzen in die Nähe der Schnittblumen kommen können, sollte man sich also vor dem Kauf genau informieren, ob die Pflanzen giftig sind oder nicht.
Unabhängig von der Giftigkeit bestimmter Blumenarten kommen im Schnittblumenanbau vielfach grosse Mengen von Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln (Pestizide) zum Einsatz.
Dann trügt der schöne Schein und ein Blumenstrauß aus eigentlich ungiftigen Blumen kann durch Schadstoffe belastet sein. Darauf sollte speziell beim Kauf von Schnittblumen aus dem Import und Großhandel geachtet werden.
Zudem stellt das Schenken kontaminierter oder giftiger Schnittblumen wahrlich keinen Liebesbeweis an den Beschenkten dar. Die Folge von derartigem Schnittblumenanbau können zudem erhebliche ökologische Belastungen für Mensch und Natur sein (→ vgl. Kritik an Import und Produktion von Schnittblumen).
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Floristik versus Bundware
Schnittblumen werden professionell arrangiert in der handwerklichen Floristik wie ein Hochzeitsfloristik oder Trauerfloristik. Dabei handelt es sich um die künstlerische Gestaltung von Blumen- und Pflanzen-Teilen für Gedecke, Gestecke, Kränze und Sträuße.
Der Begriff „Floristik” leitet sich vom lateinischen Namen der Göttin Flora in der römischen Mythologie ab (von lateinisch flos, floris = Blume, Blüte). Bei der Dekoration von Blumensträußen oder einem Blumengesteck werden in der Floristik zwischen die Schnittblumen auch andere Pflanzen geflechtet.
Das können Moose, spezielle Ziergräser und anderes Beiwerk wie z.B. Peddigrohr aus Rattan sein, die der optischen Auflockerung dienen. Werden Schnittblumen nicht von einem Floristen als Strauß gestaltet, sondern nur als Bund einzelner Arten oder Sorten verkauft, spricht man in der Floristik von Bundware.
Anders ausgedrückt bezeichnet der Begriff Bundware so viel wie Schnittblumen zum selber dekorieren:
Die Käufer können ihren Blumenstrauß in der Vase oder ihren Blumenschmuck aus der Schnittblumen-Bundware selber gestalten, sei es durch Beiwerk und/oder durch Kombination mit anderer Bundware.
Durch das fehlende und sehr zeitaufwendige Arrangieren der Blumen gibt es Bundware im Vergleich zu Schnittblumen relativ günstig zu kaufen.
Bild: Blumengesteck mit Rosen, Lilien, Margeriten und Gräsern vor einem Altar in einer Kirche
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Tipps zum Konservieren und Trocknen von Schnittblumen
Zum Herstellen von Trockenblumen lässt man Schnittblumen idealerweise in einem dunklen Raum trocknen und befestigt sie mit den Blütenköpfen nach unten an einer Schnur oder Stange.
Schneller können Schnittblumen im Backofen bei einer Temperatur von etwa 35 bis 40 Grad getrocknet werden. Das Dunkel-Lagern von Schnittblumen trägt dazu bei, dass die Blüten-Farben beim Trocknen erhalten bleiben.
Eine hängende Befestigung hat im Vergleich zur liegenden Lagerung den Vorteil, dass es keine unten liegenden Schnittblumen gibt, die zerdrückt oder vorzeitig welk werden können.
Nach dem Trocknen kann man Schnittblumen durch eine Konservierung weiter haltbar machen:
So lässt sich durch Glycerin oder Klarlack eine Schnittblume konservieren oder indem sie in einem etwa 60 Grad heißen Wasserbad mit Wachs geschwenkt wird. Zu beachten ist, dass Wachs als Konservierungsmittel die Blumen starr macht, während Glycerin sie biegsam und elastisch konserviert.
Bisweilen wird zur Schnittblumenkonservierung auch Haarspray verwendet, was nicht optimal ist. Denn durch Haarspray wird die Blumenoberfläche klebrig und die Trockenblumen zu wahren Staubfängern.
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Verwendung
Kaum wegzudenken sind ist die Verwendung von Schnittblumen bei Einladungen, Ehrungen, Begrüßungen, Verabschiedungen, Festen, Jubiläen und als Vorboten für den Frühling.
Fest etabliert sind Schnittblumen auch bei christlichen Feiertagen wie Allerheiligen, Ostern, Pfingsten, Weihnachten und der Taufe oder religiösen Zeremonien im Buddhismus oder Hinduismus.
Von Bedeutung sind Schnittblumen ferner bei Trauerfällen wie Beerdigungen (vgl. Symbolik von Trauerblumen) oder als Blumengruß. Insbesondere finden Schnittblumen Verwendung als Geschenk bei Anlässen wie Geburtstagen, Valentinstag, Muttertag, Hochzeiten oder in der Liebe und Romantik.
Bild: Brautstrauß zur Hochzeit mit Rosen (Rosa) und Moos-Deko als Floristik-Beispiel
Ihre Beliebtheit durch den besonderen Zier- und Schmuckwert teilen sich Schnittblumen mit anderen Zierpflanzen wie den Zierbaum-, Ziergemüse-, Ziergras-, Zierkraut und Zierstrauch-Arten.
Deutschland zählt zu den weltweit größten Märkten für Schnittblumen, weshalb man sie dort in großer Auswahl im Blumenladen, im Online-Pflanzencenter oder Großhandel kaufen kann.
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Pflegehinweise zum Verlängern der Haltbarkeit
Normalerweise werden Schnittblumen nach ein paar Tagen welk und lassen „ihre Köpfe hängen”. Denn sobald Blumen abgeschnitten wurden, ist ihre Lebensdauer und Haltbarkeit nur noch eine Frage der Zeit:
Pflanzen altern deutlich schneller, wenn ihnen nicht mehr ihre natürliche Versorgung mit Mineralien und Glucose durch den Erdboden zur Verfügung stehen. Wie halten Schnittblumen länger? Um die Haltbarkeit von Schnittblumen zu verlängern, kann die folgende Liste von Pflegetipps hilfreich sein:
Vorbereitung zum Frischhalten
Zum Frischhalten sollten Schnittblumen nach dem Abschneiden im Garten so schnell wie möglich in kalkfreies Wasser mit Zimmertemperatur gestellt werden. Weiter können Fäulnisbakterien und Pilze bereits im Vorfeld durch sorgfältiges Reinigen der Vase und der Stängel verringern werden.
Schnittblumen halten zudem länger, wenn das Vasen-Wassers mit pH-wert-senkendem Essigsaft, Zitronensaft oder Frischhaltemitteln angereichert wird (vgl. weiter unten).
Wurden Schnittblumen für den Transport mit Folie verpackt, so sollte diese zu Hause möglichst schnell entfernt werden. Denn durch Temperaturschwankungen bildet sich Schwitzwasser in der Verpackung, das zu Fäulnis führen kann.
Schnittblumen halten zudem besonders lange, wenn möglichst alle Blätter an den Stängeln entfernt werden, um die Verdunstung zu verringern. Ferner sollte darauf geachtet werden, dass die Blumenblätter nicht ins Vasen-Wasser hängen, weil deren Zersetzung ebenfalls den Fäulnisprozess beschleunigen.
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Richtig aufbewahren
Neben der zuvor beschriebenen Vorbereitung der Vase und des Vasenwassers gibt es weitere Pflegetipps zum richtigen Aufbewahren von Schnittblumen. So sollte eine Vase mit Schnittblumen nicht unmittelbar der Sonne, Heizung oder Zugluft ausgesetzt werden, weil diese die Verdunstung fördern.
Außerdem sollten Schnittblumen zum Frischhalten nicht in die Nähe von Obst gestellt werden, weil Äpfel Reifegase ausströmen, die den Fäulnisprozess der Blumen beschleunigen.
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Richtig anschneiden
Bevor man Schnittblumen in Vasen stellt, sollte man sie mit einem scharfen und sauberen Messer anschneiden. Dadurch wird so wenig wie möglich Zellsaft im Wasser gebildet, der wiederum ein Nährboden für Bakterien ist.
Damit die Schnittblumen frisch bleiben, sollte man sie schräg anschneiden, bevor sie ins Wasser gestellt werden. Auf diese Weise werden die Leitungsbahnen der Pflanze, die durch den Transport getrocknet sind, wieder freigelegt für die Nährstoff- und Wasseraufnahme (Ausnahmen: Calla oder Tulpe).
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Frischhaltemittel
Im Blumenladen oder Gartencenter gibt es spezielle Frischhaltemittel für Schnittblumen mit bakterien-abtötenden Substanzen (Bakterizide) und Schnittblumennahrung (Dünger, Pflanzen-Hormone, Traubenzucker).
Frischhaltemittel haben den Vorteil, dass man das Schnittblumenwasser nicht komplett wechseln, sondern nur nachfüllen muss. Natürlich sollte das Nachfüllwasser ebenfalls Bakterizide und Schnittblumennahrung enthalten, um deren Konzentration im Vasenwasser nicht zu verringern.
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Täglich Wasser wechseln
Neben Frischhaltemitteln trägt auch das tägliche Wechseln des Vasen-Wassers dazu bei, damit Schnittblumen länger haltbar bleiben. Vorausgesetzt, dass ein gründliches Reinigen der Vase erfolgt, wird durch frisches Wasser die Bildung von Bakterien wirksam begrenzt.
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Bedeutung von Hausmitteln
Um Schnittblumen frisch zu halten sind vorgeblich antibakteriell wirkende Hausmittel nur von geringer Bedeutung. Hierzu zählt, dem Blumenwasser Holzkohle, Aspirin, Backpulver oder aluminium- und kupfer-haltige Ein-Cent-Münzen beizulegen.
Auch gilt es als altes Hausmittel, das Vasenwasser mit Traubenzucker oder Zucker anzureichern. Davon ist abzuraten, weil Zuckerstotte auch den Fäulnisbakterien die Möglichkeit bieten, sich zu vermehren. Mit Traubenzucker oder Zucker werden nicht nur die Schnittblumen, sondern auch ihre Angreifer gestärkt.
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Sorten mit Schleimbildung
Auf eine Kombination von Schnittblumen, die nach dem Anschneiden schleimen wie Narzissen, mit nicht-schleimenden Schnittblumen sollte möglichst verzichtet werden.
Denn die Pflanzenmilch bzw. der Saft von schleimenden Schnittblumenarten beschleunigt den Fäulnisprozess bei nicht-schleimenden Arten, weil deren Leitungsbahnen verstopft werden.
Allgemein empfiehlt sich, die Stängel von stark schleimenden oder milchführenden Schnittblumenarten kurz in heißes Wasser zu tauchen. Auf diese Weise werden die Stängel der Blumen versiegelt und es tritt in der Folge weniger Milchsaft ins Blumenwasser aus.
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Tipps zum Pflegen nach Jahreszeiten
Beim Kauf von Schnittblumen an kalten Winter- oder Herbsttagen sollte der Händler die Blumen besonders gut verpacken, um sie vor der Kälte beim Transport zu schützen.
Demzufolge sollte auch der Transport so kurz wie möglich dauern, was insbesondere beim Verschicken von Schnittblumen nach Online-Bestellungen zu beachten ist.
Tut man Schnittblumen im Frühling oder Sommer bei warmen Temperaturen kaufen, sollte der Blumenladen oder Händler die Blumen mit einem feuchten Tuch verpacken.
Dadurch können sie vor Hitze und Austrocknung beim Transport geschützt werden. Falls möglich, bietet sich auch ein Wassereimer zum Transportieren an. Das Versenden von Schnittblumen im Winter sollte nur an frostfreien Tagen erfolgen, um Frostschäden zu vermeiden (Ausnahme: winterharte Pflanzen).
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Kritik an Produktion und Import von Schnittblumen
Der Markt für Schnittblumen ist ein weltweites Milliarden-Geschäft, wobei der größte Teil der Produktion in Afrika (Kenia), Asien (China, Israel) und Südamerika (Kolumbien, Ecuador) erfolgt.
Der größte Exporteur der Welt für Schnittblumen ist Kolumbien und die größten Exporteure für Schnittblumen in Europa sind Holland („Tulpen aus Amsterdam”), Polen und Spanien.
Allerdings ist die intensive Blumenproduktion und der internationale Großhandel und Import von Schnittblumen aus ökologischen und sozialen Gründen in starke negative Kritik geraten.
Viele Beschäftigte in Blumenfarmen arbeiten unter schlechten Bedingungen (Arbeitslohn, Arbeitszeiten, Kinderarbeit) und sind durch Herbizide und Pestizide großen gesundheitlichen Gefahren bis hin zu Vergiftungen ausgesetzt.
Zudem belastet intensiver Schnittblumenanbau mit Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) die Böden und das Grundwasser im Anbaugebiet. Unter ökologischer Kritik steht auch der internationale Transport und Versand von Schnittblumen überwiegend mit Flugzeugen im Zuge der Globalisierung.
Ein höheres Transportaufkommen in Kauf nehmend, kann man Schnittblumen nicht nur in der Hauptsaison im Frühjahr und Sommer, sondern auch im Herbst und Winter bestellen und kaufen.
Bild: Tulpenfeld-Zucht mit roten Tulpen im Frühling
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Fair-Trade-Siegel
Als Folge der Kritik am Anbau und Transport von Schnittblumen haben sich Produktsiegel mit ökologischen und sozialen Mindeststandards auf dem Schnittblumenmarkt etabliert.
Denn dass die Schnittblumenproduktion trotz hoher Versand-Kosten mit dem Flugzeug im Ausland immer noch günstiger als im Inland ist, zeigt, wie niedrig die Arbeitslöhne in den exportierenden Ländern sind.
Die folgende Übersicht zeigt Fair-Trade-Siegel für Schnittblumen und Umweltzertifikate für Bioblumen-Hersteller:
Eine Initiative für nachhaltig produzierte Blumen und Pflanzen ist das 2006 gegründete Qualitätssiegel Fair Flowers Fair Plants (FFP).
Die bei FFP angeschlossenen Hersteller von Bioblumen sind sowohl zu einer Umweltzertifizierung als auch zu einer sozialen Zertifizierung verpflichtet.
Auf diese Weise sollen die Belange von Umweltschutz, Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen sichergestellt werden. Kunden können online die Herkunft und Produktionsbedingungen ihrer gekauften Blumen und Topfpflanzen nachverfolgen.
Bessere Arbeitsbedingungen auf Blumenfarmen im Ausland wie Äthiopien, Ecuador, Kenia, Sri Lanka, El Salvador, Tansania, Uganda und Zimbabwe sind seit 2005 das besondere Anliegen von Fairtrade.
Zu den häufigsten Mißständen zählen dabei niedrige Löhne, fehlender Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz, Kinderarbeit, Diskriminierung sowie mangelnde Transparenz und Unabhängigkeit von Kontrollen.
Durch die sog. Fairtrade-Prämie will das Öko-Siegel zusätzlich den fairen Handel mit Schnittblumen und umweltfreundliche, soziale Produktionsweisen ohne Einsatz von Gentechnik fördern.
Hinweis:
Wer Schnittblumen auch ohne Fair-Trade-Siegel im November, Dezember, Januar und Februar schenken will, kann die ökologische Wahrheit über sein Geschenk relativ einfach herausfinden.
Denn bei jedem Discounter oder Blumenhändler können Herkunft der Schnittblumen, damit verbundene Transportwege und Anbau-Methoden erfragt werden.
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Bio-Blumen
Biologische Schnittblumen (Bioblumen) werden von Öko-Schnittblumen-Betrieben und Gärtnereien hergestellt, die von Anbauverbänden wie Bioland, Demeter und Naturland zertifiziert wurden.
Diese zertifizierten Bioblumen tragen das Siegel „Bio-Zierpflanzen – natürlich schön”, das für Schnittblumen, Stauden und Topfpflanzen aus ökologischem Anbau Verwendung findet.
Mit einem ganzheitlichen Bioblumen-Ansatz soll den Kritikpunkten am konventionellen Schnittblumenanbau entgegengewirkt werden:
Sei es durch faire Bezahlung der Erzeuger und Arbeitskräfte oder den Verzicht auf Gentechnik und chemische Mittel beim Anbau wie Pestizide, synthetische Düngemittel und Herbizide.
Erst das Verschenken chemisch unbelasteter und „biologischer” Schnittblumen, die regional hergestellt wurden, garantieren den Beschenkten ungetrübte Freude.
Bild: Blumenstrauß im Blumenladen
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Schnittblumenarten für Friedhof und Grab
Im Winter, wenn die Temperatur unter Null Grad liegt, eignen sich Schnittblumen wie Chrysanthemen und Nelken oder Rosen sehr gut als Friedhofsblumen. Denn diese Schnittblumenarten und Ziersträucher sind auch bei Frost mehrere Wochen auf dem Friedhof haltbar, wenn sie auf ein Grab gelegt werden.
Allgemein ist bei der Wahl von Schnittblumen für den Friedhof zunächst die Vorliebe der/des Verstorbenen für bestimmte Blumenarten maßgeblich. Ist hierzu nichts Genaues bekannt, kann man Schnittblumen fürs Grab auch nach ihrer jeweiligen Symbolik bestellen.
Durch die Auswahl einer geeigneten Symbolsprache und Blumenfarbe lassen sich Emotionen transportieren, die das Verhältnis zur/zum Verstorbenen wiedergeben.
Weiter führende Informationen hierzu finden sich im Kapitel → Geeignete Symbol-Sprache von Trauerblumen und im Kapitel → Bedeutung der Farben von Grab- und Friedhofsblumen.
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