Schutzhecken - Undurchdringbare Hecken - Dornenhecken
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Unterschied zwischen Dornen und Stacheln
  3. Arten, Sorten, Beispiele
  4. Wildrosenhecken
  5. Bedeutung im Kindermärchen: Dornröschen
  6. Vorteile und Nachteile
  7. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition

Was ist eine Schutzhecke oder eine Dornenhecke ? Der Begriff "Dornenhecke" (englisch: thorn hedge) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache.

Damit gemeint sind in diesem Lexikon Hecken-Arten, die aus mehreren Dornensträuchern bestehen.

Von einer Schutzhecke wird gesprochen, wenn eine Hecke möglichst undurchdringbar und unüberwindbar ist.

Hierfür empfehlen sich Heckenpflanzen, die mit ihren Ästen ein möglichst undurchdringbares und unüberwindbares dichtes Geflecht bilden.

Eine besonders undurchdringbare Hecke lässt sich mit Straucharten realisieren, deren Äste spitze Dornen (Blattdornen, Sprossdornen) oder Stacheln aufweisen.

Eine dichte Schutz- oder Dornen-Hecke wird auch als Ersatz für einen echten Zaun oder als Sichtschutz im Garten gepflanzt.

 

Rote Heckenberberitze oder auch Blutberberitze mit dunkelroten Blättern und Blattdornen
Bild: Blutberberitze/Rote Heckenberberitze (Berberis thunbergii 'Atropurpurea') *

 

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Unterschied zwischen Dornen und Stacheln

Der botanische Unterschied zwischen Dornen und Stacheln liegt darin, dass Stacheln auf der Außenhaut einer Pflanze, der sog. Epidermis, gebildet werden und relativ leicht abbrechen.

Bei Dornen handelt es sich dagegen um umgewandelte Sprossachsen bzw. Blätter oder Nebenblätter, die fest mit dem Pflanzenkörper verbunden sind und aus diesem herauswachsen.

Im Unterschied zu Stacheln können Dornen deshalb nicht abgebrochen werden, ohne den zugehörigen Zweig abzubrechen.

Die Schutz-Wirkung von Heckensträuchern mit Dornen ist in einer Schutzhecke daher größer als mit Stacheln.

Umgangssprachlich werden die Begriffe Stachel und Dorn synonym verwendet, obwohl das botanisch falsch ist.

So haben Rosen statt Dornen eigentlich Stacheln und Stachelbeeren haben statt Stacheln eigentlich Dornen.

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Liste enthält Beispiele von Heckenpflanzen, die für eine Sicherungshecke oder eine Dornenhecke geeignet sind, wobei das Vorhandensein von Stacheln und Dornen jeweils genannt wird:

 

  • Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris): auch Sauerdorn, mit Blattdornen

  • Julianes Berberitze (Berberis julianae): auch Großblättrige Berberitze, mit Blattdornen

  • Rote Hecken-Berberitze (Berberis thunbergii 'Atropurpurea'): auch Blutberberitze, mit Blattdornen

  • Feuerdorn-Arten (Pyracantha): schnell wachsend, mit Dornen, immergrün

  • Himbeere (Rubus idaeus): mit Stacheln

  • Liguster (Ligustrum vulgare 'Atrovirens'): immergrün

  • Mahonie (Mahonia aquifolium): immergrün

  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides): auch Weidendorn, mit Dornen

  • Schlehdorn (Prunus spinosa): auch Schlehe, Schwarzdorn, mit Dornen

  • Stechpalme (Ilex aquifolium): immergrün, mit Blattdornen

  • Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna): schnell wachsend, mit Dornen und ein Heilkraut

  • Zierquitte (Chaenomeles): auch Scheinquitte, mit Dornen

- Chinesische Zierquitte (Chaenomeles speciosa)

- Japanische Zierquitte (Chaenomeles japonica)

 

Hinweise zur Übersicht:

 

Zu beachten ist, dass dornige Heckenpflanzen wie der Liguster oder die Stechpalme giftige Früchte oder Pflanzengifte aufweisen und zu den Giftpflanzen zählen.

Der Schwarzdorn und der Weißdorn zählen zu den Arzneipflanzen bzw. Heilpflanzen.

Eine immergrüne Dornenhecke kann mit den Feuerdorn-Arten oder der Stechpalme gepflanzt werden.

Für eine wintergrüne, undurchdringbare Schutzhecke (ohne Dornen oder Stacheln) eignen sich Liguster und Mahonie, wobei der Liguster erst nach Jahren undurchdringbar wird.

Wird die Hecke an einem Standort mit Kletterhilfen gepflanzt, an der sich auch Kletterpflanzen emporranken können, dann kommen auch Brombeeren (Rubus sectio Rubus) als Schutzhecke in Frage.

Das ist zum Beispiel der Fall an einer Hauswand, an einem Zaun oder innerhalb einer Hecke.

 

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Wildrosenhecken

Ebenfalls als undurchdringbare Schutzhecke geeignet sind die stacheligen Wildrosen-Arten aus der Pflanzen-Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Als undurchdringbare Rosenhecke mit Stacheln kommen dabei z.B. die folgenden Rosen-Pflanzen in Frage:

 

  • Filzrose (Rosa tomentosa)

  • Hecken-Rose (Rosa corymbifera): weitgehend ohne Stacheln

  • Hunds-Rose (Rosa canina): auch Hundsrose, Heckenrose, Hagrose

  • Weinrose (Rosa rubiginosa)

  • Wilde Rose (Rosa rugosa): auch Apfel-, Japan- oder Kartoffel-Rose

 

Hinweis zur Übersicht:

 

Die Wilde Rose gilt in einigen Gegenden von Deutschland, Österreich und der Schweiz als → invasiver Neophyt.1

 

Stachel einer Hundsrose oder Heckenrose
Bild: Stachel einer Hundsrose (Rosa canina) Ende Februar

 

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Bedeutung im Kindermärchen: Dornröschen

Die Dornenhecke spielt eine zentrale Rolle in dem bekannten Kinder-Märchen "Dornröschen" der Brüder Grimm (vgl. Urfassung 1. Auflage von "Grimms Märchen" bzw. "Kinder- und Hausmärchen" aus dem Jahre 1812).

Im Original-Text wird die schöne Königstochter Dornröschen verflucht, dass sie sich an ihrem fünfzehnten Geburtstag an einer Spindel stechen wird.

Als das tatsächlich passiert, verfällt sie in ihrem Schloss zusammen mit dem gesamten Hofstaat in einen hundertjährigen Schlaf.

Das Schloss wird fortan von einer undurchdringbaren Dornenhecke umgeben, die von niemandem überwunden werden kann.

Erst nach hundert Jahren gelingt es einem Prinzen, die dornige Schutzhecke zu überwinden, nachdem diese sich in Blumen verwandelt hat.

Als der Prinz im Schloss Dornröschen findet und küsst, erwacht die Prinzessin sowie der gesamte Hofstaat aus ihrem hundertjährigen Schlaf und der Prinz und Dornröschen heiraten.

 

Schwarzweisses Bild des französischen Malers Gustave Doré mit einer Szene aus Dornröschen als der Prinz auf das Himmelbett  mit der schlafenden Prinzessin im Schloss zugeht
Bild: Szene aus Dornröschen des französischen Malers Gustave Doré (1832 - 1883)

 

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Vorteile und Nachteile

Der Vorteil einer Dornenhecke im Garten liegt nicht nur in ihrer Undurchdringbarkeit von außen, sondern auch in ihrer Funktion als Vogelschutzhecke.

Denn Sicherheitshecken mit Dornen oder Stacheln schützen Vögel vor Angreifern und Frassfeinden wie z.B. Katzen, Marder und größere Raubvögel.

Allerdings stehen den Vorteilen dieser Heckenart auch Nachteile gegenüber:

So müssen z.B. Garten-Besitzer wegen der z.T. sehr scharfen und spitzen Dornen (Stacheln) sehr genau darauf achten, dass ihre Dornenhecken kein Verletzungsrisiko für Kinder oder Passanten auf Gehwegen darstellen.

Nicht zu vergessen, dass man nur mit dicken Handschuhen und fester Kleidung eine Dornenhecke schneiden sollte, um sich dabei nicht zu verletzen.

Wegen der z.T. sehr tief reichenden Wurzeln von Dornenhecken wird deren Entfernen bisweilen zu einer sehr zeitaufwendigen Arbeit.

Denn ein Nachwachsen kann nur durch das vollständige Ausgraben aller Wurzeln verhindert werden.

 

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von Dornenhecken in freier Natur und Detail-Fotos von Blättern mit Stachel-Zähnen bzw. Blattdornen:

 

Blattdornen und dunkelgrüne, ledrige, gesägte Blätter einer Großblättrigen Berberitze Blättern
Bild: Julianes Berberitze (Berberis julianae), auch Großblättrige Berberitze, mit Blattdornen *

 

Ast einer Kartoffel-Rose mit kurzen, starken Stacheln und ersten Frühjahrs-Knospen
Bild: Stacheln einer Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) Ende Februar mit Frühlings-Knospen

 

Heckenrose mit Dornen und pinkfarbener Blüte
Bild: Heckenrose (Rosa corymbifera) als Beispiel für eine Dornenhecke *

 

Dunkelgrüne, ledrige Dornen-Blätter einer Europäischen Stechpalme
Bild: Immergrüne Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) mit Blattdornen im März *

 

Äste von einem Sanddorn oder Weidendorn mit gelb-orangen Früchten sowie einigen Dornen oder verdornten Kurztrieben
Bild: Sanddorn/Weidendorn (Hippophae rhamnoides) mit Früchten und Dornen (verdornten Kurztrieben) Ende Oktober, wegen des hohen Vitamin-Gehalts auch "Zitrone des Nordens" genannt

 

Himbeersträucher-Stacheln an einem Ast mit grünen Blättern und zwei roten Himbeeren
Bild: Detailaufnahme einer Himbeersträucher-Hecke (Rubus idaeus) mit feinen Stacheln und Beeren im Juli

 

[1] Definition: Unter einem invasiven Neophyt wird in diesem Lexikon eine sich stark ausbreitende, gebietsfreme Pflanzenart verstanden, die andere einheimische Pflanzen verdrängt und dadurch die Artenvielfalt verringert

 

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