Inhaltsverzeichnis
-
Definition, Eigenschaften, Merkmale
-
Arten und Beispiele
-
Frühblüher im Frühling
-
Sommerblüher
-
Herbstblüher
-
Winterblüher
-
Weitere Alpenpflanzen
-
Giftigkeit
-
Sehr giftig
-
Leicht giftig
-
Bestäubungsbiologie im Gebirge
-
Insektenbestäubung
-
Duftblumen in den Bergen
-
Pflanzenschutz in den Alpen
-
Alpengarten und Alpinum
Definition, Eigenschaften, Merkmale
Was sind Alpenblumen (Bergblumen) oder alpine Blumen? Der Begriff „Alpenblume” (englisch: alpine flower) bzw. „Bergblume” stammt aus der gärtnerischen Umgangssprache und nicht aus der Botanik.
In diesem Lexikon bezeichnet er Blumenarten, die in den Alpen und im Mittelgebirge natürlich vorkommen – sowohl unterhalb als auch oberhalb der Baumgrenze.
Sorten (kultivierte Züchtungen) kommen im Gebirge nicht natürlich vor. Dort wachsen Berg- und Alpenblumen ausschließlich als Ursprungsarten, Unterarten oder Varietäten, nicht jedoch als gärtnerisch erzeugte Sorten.
Ein natürliches Wachstum von alpinen Blumenarten im Garten und Vorgarten oder auf dem Balkon ist aus folgenden Gründen oft nicht möglich:
-
Der Boden ist zu wenig basisch und kalkhaltig oder zu wenig sauer und silikathaltig
-
Das Klima am Pflanzort entspricht nicht den Bedingungen im Gebirge
-
Der Boden ist nicht durchlässig, sodass Staunässe entstehen kann.
Daher findet man Berg- und Alpenblumen im Tiefland vor allem in einem Alpinum in Botanischen Gärten oder oberhalb der Baumgrenze in einem Alpengarten.
Allerdings gibt es in der Alpenflora Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auch schöne Berg- und Alpenblumen, die nicht zwingend auf die extremen Umweltbedingungen der Berge angewiesen sind und sich im Tiefland pflanzen lassen.
Diese alpinen Blumen eignen sich als Zierpflanzen in Blumenkästen auf dem Balkon, in Töpfen auf der Terrasse, als Steingartenpflanzen oder für Mauerfugen einer Trockenmauer im Garten und Vorgarten.
↑ Nach oben ↑
Arten und Beispiele
Welche Alpenblumen (Bergblumen) gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Welche Blumenarten wachsen in den Alpen und im Mittelgebirge?
Die folgende Übersicht zeigt typische mehrjährige Berg- und Alpenblumen mit ihrem botanischen Namen und natürlichen Vorkommen, ihren Standortbedingungen sowie ihrer Blütenfarbe und Wuchshöhe.
Zur einfachen Bestimmung ist die Übersicht der Gebirgsblumen zusätzlich nach ihrer Blütezeit im Frühling, Sommer, Herbst und Winter unterteilt. Die Angaben zu Standort und Verbreitung beziehen sich auf typische natürliche Bedingungen und können regional variieren.
Frühblüher im Frühling
Zahlreiche bekannte Alpenblumen sind Frühblüher nach dem Winter und blühen bereits im Monat April. Einige blühen dabei nicht nur im Frühling, sondern sind Dauerblüher bis weit in den Sommer hinein.
Nachfolgend eine Liste seltener Frühblüher-Bergblumen, die auch als Frühlingsblumen im heimischen Garten wachsen:
Berg-Alpenglöckchen (Soldanella montana)
Weitere Namen: Bergglöckchen, Berg-Troddelblume, Wald-/Alpen-Soldanelle
Blütenfarbe: blau-violett
Blütezeit: April bis Juni (Frühblüher)
Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: halbschattig bis absonnig, feucht (durchlässiger, nährstoffarmer, saurer Boden)
Verbreitung: alpine Nass-Wiesen, feuchte, lichte Fichten-Wälder
Sonstiges: unter Naturschutz stehende Bergblumen, als Steingartenpflanzen im Alpinum geeignet
Bild: Berg-Alpenglöckchen/Bergglöckchen/Alpen-/Wald-Soldanelle (Soldanella montana) im Frühjahr (Ende Mai) *
Aurikel/Immergrünes Alpenaurikel (Primula auricula)
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: April bis Juni (Frühblüher)
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig (ohne pralle Sonne), frisch (durchlässiger, kalkhaltiger Boden, auch Lehmboden)
Verbreitung: Bergweiden, Felsspalten, alpiner Rasen mit Polster-Seggen, Schutt
Sonstiges: geschützte Alpenblumen, für Alpinum und Steingarten geeignet
Bild: Aurikel/Immergrünes Alpenaurikel (Primula auricula) auf einer Alpen-Wiese im Frühling (Ende April)
Clusius-Enzian/Stängelloser Kalk-Enzian (Gentiana clusii)
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Dauerblüher von Mai bis August
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte, wintergrüne Frühlingsblumen und Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, mäßig trocken bis frisch (kalkhaltiger, magerer Boden, auch mit Kies-Grund)
Verbreitung: Kalk-Trockenrasen und Kies-Hänge in den Alpen
Sonstiges: unter Naturschutz stehende Bergblumen, als Steingartenpflanzen geeignet
Bild: Clusius-Enzian/Echter Alpenenzian (Gentiana clusii) im Berner Oberland im Frühling (Anfang Juni) *
Frühlings-Enzian/Schusternagerl (Gentiana verna)
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Frühblüher und Dauerblüher von März bis August, bisweilen erneute Blüte im Herbst
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, wintergrüne, winterharte Frühlingsblumen und Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig bis halbschattig (nicht vollsonnig), frisch (durchlässiger, magerer, kalkhaltiger Boden)
Verbreitung: Feuchtwiesen, lichte Laubbaum- und Nadelbaum-Wälder, Kalk-/Silikat-Alpenwiesen, Schutt
Sonstiges: geschützte Alpenblumen, für Steingarten geeignete Stieltellerblumen, Zeigerpflanze für stickstoffarmen Boden, der erste Enzian, der nach der Schneeschmelze auf den Bergen blüht
Bild: Frühlings-Enzian/Schusternagerl (Gentiana verna) im Engadin auf einer Bergwiese im Frühling (Ende Mai) *
Kochscher Enzian/Stängelloser Enzian (Gentiana acaulis)
Blütenfarbe: azur-blau
Blütezeit: Mai bis August
Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, wintergrüne, winterharte Frühlingsblumen und Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch (nährstoffarmer, silikathaltiger, kalkarmer, saurer Boden)
Verbreitung: Silikat-Alpenwiesen, Rasen, Weiden
Sonstiges: unter Naturschutz stehende Bergblumen, als Steingartenpflanzen geeignete Trichterblumen
Bild: Stängelloser Enzian/Kochscher Enzian (Gentiana acaulis) im Spät-Frühling (Anfang Juni) im Engadin (Schweiz) *
Berg-Flockenblume (Centaurea montana)
Blütenfarbe: zweifarbig - rosa-rot und blau-violett
Sorten: schwarz bis dunkel-violett
('Black Sprite')
Blütezeit: Mai bis Juni
Wuchshöhe: 25 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig bis halbschattig, mäßig trocken bis frisch (durchlässiger, mäßig nährstoffhaltiger Boden)
Verbreitung: Felsmatten, Fettwiesen, Gehölzrand, Hochstaudenflure, lichte Wälder
Sonstiges: geschützte Alpenblumen mit Röhrenblüten
Bild: Berg-Flockenblume (Centaurea montana) in Südtirol (Österreich) im Frühling (Ende Mai) *
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
Blütenfarbe: rosa-violette Körbchenblume
Blütezeit: Dauerblüher von Mai bis Oktober
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen, Sommerblumen und Herbstblumen (Stauden)
Standort: sonnig, mäßig trocken bis frisch (durchlässiger, sandig-lehmiger, humusarmer Boden)
Verbreitung: Halbtrockenrasen, Bergwiesen, lehmhaltige Wegränder, Weiden
Sonstiges: wegen ihrer violetten Blüten werden die Bergblumen gerne von Schmetterlingen aufgesucht, beispielsweise im Umfeld von Schmetterlingshecken
Bild: Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) mit Feuchtwiesen-/Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena trifolii) im Spät-Frühling (Anfang Juni) in einem Schmetterlingsgarten
Gewöhnlicher Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)
Blütenfarbe: gelbe Schmetterlingsblüten
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, wintergrüne, winterharte Frühlingsblumen und frühe Sommerblumen (Stauden) aus der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler
Standort: sonnig bis halbschattig, trocken bis frisch (kalkhaltiger, nährstoffhaltiger Boden)
Verbreitung: lichte Kiefern-Wälder, Magerrasen/Trockenrasen, Magerweiden, Schotter, Weg-Ränder
Sonstiges: bei Schafen als Futterpflanzen beliebte Alpenblumen auf Bergweiden, für Steingarten geeignet
Bild: Gewöhnlicher Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) auf einer Alpen-Wiese im Frühling (Mitte Mai)
Männliches Knabenkraut (Orchis mascula)
Blütenfarbe: violett bis purpurrot
Blütezeit: Frühblüher von April bis Juni
Wuchshöhe: 30 bis 70 cm (die Blüte selbst kann bis 20 cm hoch werden)
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) aus der Pflanzenfamilie der Orchideen
Standort: sonnig bis halbschattig, trocken bis frisch (durchlässiger Boden mit oder ohne Kalk)
Verbreitung: lichte Laubbaum-Wälder mit Buchen, Eichen, Eschen oder Hainbuchen sowie Bergwiesen, Gebüsche und Magerrasen in den Alpen
Sonstiges: die Bergblumen erhielten die Auszeichnung „Orchidee des Jahres 2009”
Bild: Männliches Knabenkraut (Orchis mascula) auf einer Bergwiese im Frühling (Anfang Mai) *
Alpen-Kuhschelle/Küchenschelle (Pulsatilla alpina), auch Alpen-Anemone
In Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren folgende drei bekannte Arten:
-
Große Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. alpina): auf kalkhaltigen Grundgestein in den Alpen und dem Schweizer Jura
-
Kleine Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. austriaca): auf kalkarmen Grundgestein in den Ostalpen und im Mittelgebirge (Harz)
-
Gelbe Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina subsp. apiifolia): auf kalkarmen Grundgestein in den Allgäuer und Schweizer Alpen, gelbe Blüten
Blütenfarbe: weiß oder gelb
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 20 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch (magerer Boden, Große Alpen-Kuhschelle kalkhaltig, Kleine und Gelbe Alpen-Kuhschelle kalkarm)
Verbreitung: steinige Wiesen, felsige Steilhänge und Weiden
Sonstiges: geschützte, leicht giftige Alpenblume (enthält Protoanemonin wie alle Hahnenfußgewächse)
Bild: Alpen-Kuhschelle/-Küchenschelle (Pulsatilla alpina) im Frühjahr (Ende Mai) in den Dolomiten *
Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum)
Blütenfarbe: leuchtend orange-rot
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 30 bis 90 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden) mit Zwiebeln
Standort: sonnig bis halbschattig, frisch bis mäßig feucht ohne Staunässe (kalkhaltiger oder schwach saurer Boden)
Verbreitung: Bergwiesen, Felsen, Wald- und Gebüsch-Ränder
Sonstiges: geschützten Bergblumen für Steingarten geeignet, für Katzen sehr giftig, in Europa die meist verbreiteten, vor allem in den Alpen, wild wachsenden Lilien
Bild: Orange Feuer-Lilie/Berg-Ilga (Lilium bulbiferum) im Spät-Frühling (Mitte Juni) im Allgäu *
Feder-Nelke (Dianthus plumarius)
Blütenfarbe: rosa, rote oder weiße Stieltellerblüten (jeweils stark duftend nach Nelken)
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig, mäßig trocken bis frisch (nährstoffreicher, durchlässiger, kalkhaltiger Boden)
Verbreitung: Kalk-Magerrasen, Bergwiesen, Böden mit feinem Schutt
Sonstiges: unter Naturschutz, stark duftende Alpenblumen mit essbaren Blüten, für Steingarten geeignet
Bild: Feder-Nelke (Dianthus plumarius) im Frühjahr (Mitte Mai) zwischen Felsen mit im Gebirge
Mannsschild-Steinbrech (Saxifraga androsacea)
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Dauerblüher von Mai bis August
Wuchshöhe: bis 5 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne, winterharte Frühlingsblumen und Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch (nährstoffarmer, gut durchlässiger, kalkhaltiger Boden)
Verbreitung: bei mittlerer Feuchtigkeit meist über der Baum-Grenze (Felsen-Schutt-Hänge, Schneetäler)
Sonstiges: die Bergblumen eignen sich als Steingartenpflanzen
Bild: Mannsschild-Steinbrech (Saxifraga androsacea) im Frühjahr in den Allgäuer Alpen
Gegenblättriger Steinbrech (Saxifraga oppositifolia), auch Roter Steinbrech
Blütenfarbe: rosa bis purpurrot
Blütezeit: Dauerblüher von Mai bis August
Wuchshöhe: bis 5 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne, winterharte Frühlingsblumen und Sommerblumen (Stauden)
Standort: Halbschatten, frisch bis mäßig feucht (kalkhaltiger Boden)
Verbreitung: Bachläufe, Wasserabläufe, Felsspalten, Geröll, Gesteinsschutt, Schotter, steinige Bergrasen und Moränen bis über 4.500 m. ü. M.1
Sonstiges: die polster-bildenden Alpenblumen sind die höchststeigenden Blütenpflanzen in Europa und als Bodendecker und für einen Steingarten geeignet
Bild: Gegenblättriger Steinbrech (Saxifraga oppositifolia) auf einem Bergrasen im Frühling (Mitte Mai) *
Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare)
Blütenfarbe: dunkelblau-lila
Blütezeit: Mai bis August
Wuchshöhe: 10 bis 50 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen und Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch bis mäßig feucht (Boden nährstoffarm, kalkhaltig, basenreich, durchlässig)
Verbreitung: die Bergblumen besiedeln Magerrasen, magere Wiesen und Weiden, Kiefern-Wälder
Bild: Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare) auf einer Alpen-Wiese im Frühling (Mitte Mai)
Trollblume (Trollius europaeus)
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 20 bis 60 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig, nass-feucht bis sumpfig (wenig durchlässiger bis lehmiger, nährstoffreicher Boden)
Verbreitung: Feuchtwiesen, dauerfeuchte Hochstaudenfluren, am Rand von Bächen oder Teichen
Sonstiges: geschützte, leicht giftige Alpenblume für Menschen – Weidetiere meiden die Pflanze meist
Bild: Trollblume (Trollius europaeus) im Frühling (Ende Mai) in den bayerischen Alpen *
Akeleiblättrige Wiesenraute/Amstelraute (Thalictrum aquilegiifolium)
Blütenfarbe: hellviolett/rosa, selten weiß
Blütezeit: Mai bis Juni
Wuchshöhe: 100 bis 120 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen (Stauden)
Standort: sonnig bis halbschattig, frisch bis feucht (Boden basisch, stickstoffreich, mäßig nährstoffreich)
Verbreitung: Auwälder, Bachränder, feuchte Gebüsche, Gehölzränder, subalpine Hochstaudenflure
Sonstiges: leicht giftige Bergblumen
Bild: Akeleiblättrige Wiesenraute/Amstelraute (Thalictrum aquilegiifolium) im Spät-Frühling in den Allgäuer Alpen
Narzissen-Windröschen/Alpen-Berghähnlein (Anemone narcissiflora)
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Frühlingsblumen und frühe Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig bis halbschattig, frisch bis feucht (Boden durchlässig, kalkhaltig, sollte kühl bleiben)
Verbreitung: Bergwiesen, Felsspalten, lichte Gebüsche, Schutt-Hänge, steinige Rasen-Flächen
Sonstiges: geschützte, leicht giftige Alpenblume (enthält Protoanemonin wie alle Hahnenfußgewächse)
Bild: Narzissen-Windröschen/Alpen-Berghähnlein (Anemone narcissiflora) im Mai in einem Steingarten
Hinweis:
Die Blütenfarbe, die Blütedauer und die Blütezeit von Bergblumen kann regional und abhängig von der Höhenlage variieren. So kann der Blütenbeginn von Frühblühern sich vom Frühling bis in den Sommer hinein verzögern.
↑ Nach oben ↑
Sommerblüher
Nachfolgend eine Übersicht seltener, heimischer Alpenblumen, deren Blütezeit im Sommer liegt, mit ihrem botanischem und umgangssprachlichen Namen. Viele dieser alpinen Sommerblumen sind Dauerblüher bis zum Herbst:
Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens)
Blütenfarbe: rosa-violett
Blütezeit: Juli bis September
Wuchshöhe: bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden) mit Knollen
Standort: Halbschatten bis Schatten, trocken bis frisch (Boden durchlässig, kalkhaltig, mäßig Nährstoffe)
Vorkommen: Laubwälder mit Buchen und Eichen, Mischwälder mit Buchen, Kiefern und Tannen
Sonstiges: geschützte, giftige Bergblumen und sehr starke → Giftpflanzen, für Steingarten geeignet
Bild: Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) im Früh-Sommer Ende Juni auf einem Wald-Boden
Alpen-Aster (Aster alpinus)
Blütenfarbe: violett
Blütezeit: Juli bis September
Wuchshöhe: 5 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne, trocken bis frisch (durchlässiger, nährstoffarmer, kalkhaltiger Boden)
Vorkommen: oft zusammen mit dem Alpen-Edelweiß auf Bergwiesen
Sonstiges: geschützte Alpenblumen, bienenfreundlich
Foto: Alpen-Aster (Aster alpinus) im Spätsommer (Anfang September) in Osttirol (Österreich)
Alpen-Distel/Berg-Distel (Carduus defloratus)
Blütenfarbe: violett
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 20 bis 80 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, wintergrüne, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, trocken bis frisch (Boden basisch, mäßig Nährstoffe, kalkhaltig)
Vorkommen: oberhalb der Baum-Grenze auf Felsen-, Schutt- oder Stein-Wiesen und darunter auf Halbtrockenrasen und Trockenrasen oder in nadelbaum-dominierten Mischwäldern und Kiefernwäldern
Sonstiges: geschützte Alpenblumen, selten als Garten-Pflanzen zu kaufen
Gewöhnliches Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale subsp. alpinum)
Blütenfarbe: weiß-gelb
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 5 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, wintergrüne, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne (Südlage), frisch (nährstoffarmer, stickstoffarmer, kalkhaltiger Boden)
Vorkommen: Kalksteinfelsen, alpiner Rasen, steinige Bergiesen
Sonstiges: geschützte und sehr bekannte, symbolhafte Bergblumen
Foto: Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale subsp. alpinum) im Sommer (Mitte August) in Graubünden (Schweiz)
Unter den Alpenpflanzen gilt das unter Naturschutz stehende und seltene Alpen-Edelweiß (Leontopodium) traditionell als die „Königin der Alpenblumen”.
Ferner symbolisiert das Alpen-Edelweiß in der Blumensprache Glück, Mut, Tapferkeit und Liebe, weil es in den Bergen in schwer zugänglichen Lagen wächst und es einer Mutprobe gleich kam, sie für die Liebste zu pflücken.
Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica)
Blütenfarbe: hellblau bis blau
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Halbschatten, frisch oder feucht (Boden nährstoffarm, kalkhaltig, neutral bis schwach sauer)
Vorkommen: feuchter Gesteinsschutt, Bachränder, Wasserläufe, Schneetäler in den Alpen
Sonstiges: geschützte Bergblumen
Foto: Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica) im Sommer (Anfang August) auf einer Felsen-Wiese in den Alpen *
Deutscher Enzian/Fransenenzian (Gentianella germanica)
Blütenfarbe: rot-violett
Blütezeit: Mai bis Oktober
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Pflanzentyp: einjährige oder zweijährige Sommerblumen und Herbstblumen (Dauerblüher)
Standort: Halbschatten/Sonne, feucht (durchlässiger Lehm-/Kalk-Boden)
Verbreitung: Felsmatten, Flachmoore, Magerrasen, Weiden, Wiesen
Sonstiges: geschützte Bergblumen, für Steingarten geeignete Stieltellerblumen
Bild: Deutscher Enzian/Fransenenzian (Gentianella germanica) im Sommer (Ende August) auf einer Bergwiese *
Schwalbenwurz-Enzian/Herbst-Enzian (Gentiana asclepiadea)
Blütenfarbe: blau bis rot-violett
Blütezeit: August bis Oktober
Wuchshöhe: 30 bis 60 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen und Herbstblumen (Stauden)
Standort: Halbschatten, frisch bis feucht (durchlässiger Lehm-/Kalk-Boden)
Verbreitung: Flachmoore, nährstoffreiche Hochstaudenflure, Latschenkiefer-Büsche, Waldränder, Wiesen
Sonstiges: geschützte Alpenblumen
Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata)
Blütenfarbe: violett-blau
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne, trocken bis frisch (durchlässig)
Verbreitung: nährstoffarme Heiden, Gehölz-Ränder, steinige Wiesen
Sonstiges: geschützte, wintergrüne Bergblumen, geeignet für Steingarten und Pflanzenkübel
Alpen-Frauenmantel/Alpen-Silbermantel (Alchemilla alpina)
Blütenfarbe: gelb-grün
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, mäßig trocken bis frisch (durchlässiger, saurer, kalkhaltiger Boden)
Verbreitung: nährstoffarme Felsflure, Heiden, Steinwiesen-Matten, lichte Nadelwälder
Sonstiges: bislang nicht gefährdete und daher nicht geschützte Alpenblumen
Alpen-Glockenblume (Campanula alpina)
Blütenfarbe: lila-blau
Blütezeit: Juli bis August
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch (durchlässiger Boden)
Verbreitung: Felsmatten, Magerrasen, Heiden, saure und kalkhaltige Böden
Sonstiges: eine Glocken-/Trichterblume, potentiell gefährdet, noch nicht geschützte Bergblumen
Foto: Alpen-Glockenblume (Campanula alpina) Anfang August in Kärnten (Österreich)
Bärtige Glockenblume (Campanula barbata)
Blütenfarbe: himmelblau, weiß oder blau-violett
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch (durchlässiger, saurer Boden)
Verbreitung: Felsmatten, Weiden und lichte Wälder mit nicht kalkhaltigem Boden
Sonstiges: potentiell gefährdet, noch nicht geschützte Alpenblumen
Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
Blütenfarbe: blass violett-blau
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen und Herbstblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, trocken bis frisch (durchlässiger, saurer Boden)
Verbreitung: Magerwiesen, Felsmatten, Waldränder, Weiden, trockene, lichte Wälder
Sonstiges: Glockenblüten, noch nicht geschützte Bergblumen
Golddistel (Carlina vulgaris)
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juli bis August
Wuchshöhe: 15 bis 50 cm
Pflanzentyp: zweijährige, winterharte, wintergrüne Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, trocken (durchlässiger, saurer Boden)
Verbreitung: nährstoffarmer, kalkhaltiger Magerrasen, Gebirgswiesen, Ton- und Lehmboden
Sonstiges: geschützte Alpenblumen und Heilpflanzen
Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis)
Blütenfarbe: weiß-gelb, später rosa, dunkelrot
Blütezeit: Juli bis August
Wuchshöhe: 5 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte, giftige Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch (humusarmer, kalkarmer, nährstoffarmer, saurer Boden)
Verbreitung: Felsen, Geröll, Moränen, Schutt (Schuttkriecher)
Sonstiges: geschützte, sehr giftige Bergblume (enthält mehr Protoanemonin als andere Hahnenfußgewächse im Tiefland), besonders kälteresistent im Hochgebirge oberhalb der Baum-Grenze ab 2.300 m ü. M., eine der höchststeigenden Blütenpflanze in den Alpen, die Pionierpflanze wächst in der Schweiz auf über 4.200 m ü. M., wie beispielsweise am Finsteraarhorn oder Matterhorn
Foto: Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis) im Juli in einem Steingarten
Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum)
Blütenfarbe: dunkelrot bis rot-violett
Blütezeit: Juli bis September
Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne, winterharte, sukkulente Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, trocken (durchlässiger, saurer Boden)
Verbreitung: Felsen, Felsschutt, Heiden und Weiden
Sonstiges: die Alpenblumen duften nach Harz und eignen sich für eine Trockenmauer
Himmelsherold (Eritrichium nanum)
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: bis 5 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch (saurer, kalkarmer, nährstoffarmer, durchlässiger Boden)
Verbreitung: Felsspalten, Fels-Grate, Kuppen
Sonstiges: die Bergblumen wachsen polsterförmig und ähneln dem Alpen-Vergissmeinnicht
Knöllchen-Knöterich (Bistorta vivipara)
Blütenfarbe: weiße bis hell-rosa blühende Bürstenblume
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 5 bis 25 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch bis feucht (nährstoffarmer, schwach saurer Boden)
Verbreitung: Flachmoore, Rasen, Steingrund, Weiden, Wiesen, Schneetäler
Sonstiges: Verwendung der Alpenblumen im Alpinum, Steingarten oder feuchten Garten-Bereichen
Alpen-Mannsschild/Gletscher-Mannsschild (Androsace alpina)
Blütenfarbe: weiß bis rosa
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: bis 5 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, feucht (kalkarmer, saurer, sehr nährstoffarmer Boden)
Verbreitung: Felsen, Schutt, Moränen, lange mit Schnee bedeckte Böden
Sonstiges: die Bergblumen kommen nicht in Bayern vor und zählen mit ihrem Vorkommen bis 4.200 m ü. M. am Schweizer Matterhorn zu den am höchsten steigenden Alpenpflanzen
Alpen-Mohn (Papaver alpinum)
In Deutschland (nur in Hochlagen der Bayerischen Alpen), Österreich und der Schweiz existieren folgende drei bekannte Arten:
-
Nordost-Alpen-Mohn (Papaver alpinum subsp. alpinum), auch Bursers Alpen-Mohn
-
Gelber Alpen-Mohn (Papaver alpinum subsp. rhaeticum), auch Rhätischer Alpen-Mohn
-
Weißer Alpen-Mohn (Papaver alpinum subsp. sendtneri), auch Sendtner/Salzburger Alpen-Mohn
Blütenfarbe: gelb, weiß-gelb oder weiß
Blütezeit: Juli bis August
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte, immergrüne Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne, trocken bis frisch (durchlässiger, nährstoffarmer, kalkhaltiger Boden)
Vorkommen: Felsspalten, Felssteppen, Grobschutthalden, Kalkgeröll, Steinschuttflure
Sonstiges: die seltenen, geschützten Alpenblumen sind Schuttkriecher
Foto: Rhätischer Alpenmohn/Gelber Alpen-Mohn (Papaver alpinum subsp. rhaeticum), gelbe Sorte/Unterart der Alpenblumen, im Hoch-Sommer (Anfang August) in einem Steingarten *
Alpen-Nelke (Dianthus alpinus)
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: bis 10 cm
Pflanzentyp: zweijährige oder mehrjährige, winterharte, immergrüne Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne, frisch bis mäßig trocken (durchlässiger, kalkhaltiger Boden)
Verbreitung: steinige Almwiesen, Felsspalten, Geröllhalden
Sonstiges: die Bergblumen stehen unter Naturschutz und sind polsterbildend
Gold-Pippau (Crepis aurea)
Blütenfarbe: orange
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 5 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte, wintergrüne Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne, frisch (durchlässiger, nährstoffreicher, kalkarmer Boden)
Verbreitung: Schneetäler, Weiderasen, Wiesen, Lägerfluren,
Sonstiges: die Alpenblumen sind wertvolle Futterpflanzen auf Almen
Rote Felsen-Primel (Primula hirsuta), auch Behaarte Primel
Blütenfarbe: leuchtend rosa bis purpurfarben
Blütezeit: Juni bis Juli
Wuchshöhe: bis 10 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte, immergrüne Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, frisch bis mäßig feucht (saurer, kalkarmer, nährstoffarmer Boden)
Verbreitung: Felsflure, Felsspalten, Geröll, Rasen im Hochgebirge
Sonstiges: geschützte Bergblumen
Hoher Rittersporn (Delphinium elatum)
Blütenfarbe: blau bis violett
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 80 bis 200 cm (die langen Halme sollten gestützt werden, um Wind standzuhalten)
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, feucht bis frisch (Boden lehmig, kalkhaltig/silikathaltig, durchlässig)
Vorkommen: Bachrand, Schuttflure, Grünerlen-Gebüsch, Gehölzrand, Hochstaudenflure, lichte Wälder
Sonstiges: es gibt zahlreiche Hybriden der giftigen Alpenblumen für den Staudengarten und Steingarten
Bild: Hoher Rittersporn (Delphinium elatum) im September in Oberbayern *
Silberdistel (Carlina acaulis)
Blütenfarbe: weiß bis braun-rot
Blütezeit: Juli bis September
Wuchshöhe: bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: sonnig, trocken bis frisch (Boden basisch, kalkhaltig, durchlässig, mäßig humus-/lehmhaltig)
Vorkommen: Weide-Magerrasen, Halbtrocken-Rasen, Steppenweide
Sonstiges: bis zu 1 Meter tiefe Wurzeln, die bekannten Bergblumen sind geschützt
Bild: Silberdistel (Carlina acaulis) mit einer Biene auf einer Bergwiese im Sommer (Mitte August)
Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
Blütenfarbe: blau-violett bis purpurfarben (Sorten auch weiß oder dunkelblau)
Blütezeit: Juni bis Juli
Wuchshöhe: 40 bis 60 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: halbschattig bis schattig, frisch bis feucht (nährstoffreicher, ph-neutraler Lehm-Boden)
Verbreitung: Felshänge, Hochstaudenflure, Hecken- und Gebüsch-Säume, Gewässer-Ufer, Wald-Ränder (z.B. Birken-Wälder), Alpen-Wiesen
Sonstiges: die Alpenblumen sind Scheibenblumen vom Typ Nektarblumen
Bild: Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) im Sommer (Mitte Juli) auf einer Alpen-Wiese
Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris)
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten (durchlässiger Boden, silikathaltig oder kalkhaltig)
Verbreitung: Bergrasen, Schuttflure und feuchte Flächen von 1.300 bis 3.000 m ü. M.
Sonstiges: Leichte Verwechselbarkeit mit dem Himmelsherold, geeignet für Kübel und Töpfe
Bild: Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris) zum Sommeranfang (Ende Juni) in den Bergen
Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
Blütenfarbe: rosa-rot
Blütezeit: Juni bis August
Wuchshöhe: 50 bis 150 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch bis trocken (durchlässiger, kalkarmer, nährstoffreicher Boden)
Verbreitung: Böschungen, Brachflächen, Felsen, Hochstaudenflure, Mauern, Kahlschläge, Steinbrüche, Steinschutt-Flure, Trümmergrundstücke, Waldbrandgebiete, Waldschläge
Sonstiges: Pionierpflanzen („Trümmerblumen” auf städtischen Trümmerflächen), die als Bergblumen bis 2.500 m ü. M. in den Alpen steigen können
Bild: Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium) auf einer Anhöhe im Gebirge im Sommer
Alpen-Wollgras/Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri)
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Juni bis September
Wuchshöhe: 30 bis 40 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, winterharte Sommerblumen (Stauden)
Standort: Sonne, feucht-nass (mäßig basischer, kalkarmer, nährstoffarmer Boden mit Humus oder Torf)
Vorkommen: Flachmoor, flache Alpensee-Ufer, Verlandungszonen stehender Gewässer (Seen, Tümpel)
Sonstiges: die Alpenblumen sind wichtig für die Verlandung alpiner Gewässer
Bild: Scheuchzers-/Alpen-Wollgras (Eriophorum scheuchzeri) auf einer Alpenwiese nach einer Überschwemmung
Hinweis: Der Beginn der Blütezeit, die Blütedauer und die Blütenfarbe der Bergblumen kann abhängig von der Höhenlage und regional variieren.
↑ Nach oben ↑
Herbstblüher
Alpenblumen, die noch im September oder sogar im Oktober blühen, werden in den Alpen wegen dem früher einsetzenden Herbst-Beginn als Herbstblumen wahrgenommen.
Reine Herbstblüher gibt es bei den folgenden seltenen Bergblumen nicht: es handelt es sich um Dauerblüher, deren Blüte bereits im Frühjahr oder Sommer begann und bis in den Herbst hineinreicht.
Blau blühende Alpenblumen im Herbst
Bayerischer Enzian (Gentiana bavarica): hellblaue bis blaue Blüten, echter Alpenenzian
Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea): blaue Blüten, spätblühend, montan–subalpin
Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata): blaue Blüten, wächst eher montan
Weiß blühende Alpenblumen im Herbst
Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale subsp. alpinum): weiß mit gelben Röhrenblüten
Silberdistel (Carlina acaulis): weiße bis braun-rote Blüten
Alpen-Wollgras (Eriophorum scheuchzeri): weiße Blüten
Rosa blühende Alpenblumen im Herbst
Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens): rosa-rote Blüten
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea): rosa-violette Blüten
Alpen-/Gebirgs-Thymian (Thymus praecox subsp. polytrichus): rosa-violette Blüten
Alpen-Leinkraut (Linaria alpina): intensiv violette Lippenblüten
Rot blühende Alpenblumen im Herbst
Deutscher Fransenenzian (Gentianella germanica): rot-violette Blüten
Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum): dunkelrot bis purpurfarbene Blüten
Krautweide (Salix herbacea): sehr kleine, rote Blüten
Violett blühende Alpenblumen im Herbst
Alpen-Aster (Aster alpinus): violett mit gelben Röhrenblüten
Alpen-Distel/Berg-Distel (Carduus defloratus): violette Blüten
Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia): violett-blaue Blüten
Gelb blühende Alpenblumen im Herbst
Gewöhnlicher Hufeisenklee (Hippocrepis comosa): gelbe Blüten
Herbst-Löwenzahn (Scorzoneroides autumnalis): goldgelbe Blüten
Orange blühende Alpenblumen im Herbst
Gold-Pippau (Crepis aurea): orange Blüten mit gelben Röhrenblüten
Hinweis:
Bei vielen heimischen Alpenblumen findet im Spät-Herbst eine erneute kurze Blütezeit statt, die sogenannte „späte Blütezeit”, die bis zum Winter-Anfang reichen kann.
Die Liste enthält nur heimische Herbst-Bergblumen und keine exotischen Arten wie die Yacon, eine Knollengemüse-Pflanze mit gelb-orangen Blüten, deren Vorkommen in den südamerikanischen Anden liegt.
↑ Nach oben ↑
Winterblüher
Folgende seltene Alpenblumen blühen bereits im Winter in den Alpen und werden auch ihrem Namen nach den Winterblumen zugeordnet:
Christrose/Schneerose (Helleborus niger), auch Weihnachtsrose
Blütenfarbe: weiß-gelb
Blütezeit: Winterblüher von Februar bis April
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Pflanzentyp: mehrjährige, immergrüne Winterblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch (durchlässiger, nährstoffreicher Boden)
Verbreitung: Gebüsch-Hänge, lichte Alpen-Wälder mit Buchen, Eichen oder Fichten
Sonstiges: typische, besonders geschützte Bergblumen und Giftblumen
Bild: Schneerose/Christrose (Helleborus niger) im Spät-Winter (Anfang März) im Gebirge *
Die Schneerose/Christrose enthält das starke Pflanzengift Saponin und zählt zu den sehr giftigen Alpenblumen.
Huflattich (Tussilago farfara)
Blütenfarbe: gelb
e Körbchenblüte
Blütezeit: Winterblüher von Februar bis April
Wuchshöhe: 10 bis 30 cm
Pflanzentyp: winterharte, mehrjährige Winterblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch bis feucht (Boden mäßig nährstoffreich, neutral bis basisch)
Verbreitung: Baustellen, Brachflächen, Erdablagerungen, Gewässerufer, Sandgruben, Steinbruch
Sonstiges: die Bergblumen sind auch Pionierpflanzen und Heilpflanzen, geeignet als Blättertee
Bild: Blühender Huflattich (Tussilago farfara) im April am Rand einer Almwiese *
Hohe Schlüsselblume (Primula elatior), in der Schweiz auch Wald-Schlüsselblume
Farbe: gelbe Stieltellerblüten
Blütezeit: ab Anfang März bis April
Wuchshöhe: 10 bis 20 cm, hoch (an günstigen Standorten bis 30 cm)
Pflanzentyp: winterharte, mehrjährige Winterblumen (Stauden)
Standort: Sonne bis Halbschatten, feucht bis frisch (Boden durchlässig, humus-/nährstoffreich, basisch)
Verbreitung: Bergwiesen, Gebüsche und Wälder mit Ahorn, Buche, Eiche, Esche, Hainbuche, Linde, Ulme, Vogelkirsche, Walnuss, Wildbirne
Sonstiges: unter Naturschutz stehende Bergblumen, Heilkraut für Blütentee
Bild: Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) im Frühling auf einer Bergwiese *
↑ Nach oben ↑
Weitere Alpenpflanzen
Welche Blumen wachsen noch in den Alpen und Bergen? Alpenpflanzen wie Alpenrosen und Schneeheiden/Winterheiden werden oft den Alpenblumen zugeordnet.
Tatsächlich handelt es sich bei ihnen nicht um krautige Blumen-Pflanzen, sondern um verholzende bodendeckende Sträucher (Zwergsträucher) oder um Halbsträucher.
Gebirgs-Rose (Rosa pendulina), auch Alpen-Rose/-Heckenrose, Berg-Rose
Blütenfarbe: rosa bis purpurrot
Blütezeit: Mai bis Juni
Wuchshöhe: 100 bis 200 cm
Pflanzentyp: sommergrüner, winterharter Dornenstrauch und Frühlingsblüher
Standort: Sonne bis Halbschatten, frisch (kiesiger, steiniger, lehmiger Boden, leicht sauer oder kalkhaltig)
Vorkommen: alpine Grasmatten, Felsflure, Gebüsch, Hochstaudenflur, Waldrand, Zwergstrauchheide
Sonstiges: essbare Hagebutten, geeignet als Schutzhecke und Weide für Bienen und Vögel
Bild: Gebirgs-/Alpen-Rose (Rosa pendulina), auch Alpen-Heckenrose, Berg-Rose, im Frühling (Mitte Mai) *
Schneeheide/Winterheide (Erica carnea)
Blütenfarbe: weiß oder hell-rosa bis rosa-rot
Blütezeit: Dezember bis März
Wuchshöhe: ca. 30 cm
Pflanzentyp: sehr winterharter, immergrüner Zwergstrauch und Winterblüher
Standort: Sonne bis Halbschatten, mäßig trocken bis frisch (lehmhaltiger, kalkhaltiger, saurer, durchlässiger Boden ohne Staunässe)
Vorkommen: Bestände mit Bergkiefer-/Latschen, Dolomit-Steine, Wälder mit Lärchen-, Schwarzkiefer und Waldkiefer, Zwergstrauchheiden
Sonstiges: polsterbildender/teppichbildender Bodendecker und Flachwurzler
Bild: Blühende Winterheide/Schneeheide (Erica carnea) im Winter (Ende Februar)
↑ Nach oben ↑
Giftigkeit
Viele Alpenpflanzen schützen sich mit Giftstoffen vor Fraßfeinden und extremen Umweltbedingungen. Daher ist auch beim Sammeln oder Berühren von Bergblumen grundsätzlich Vorsicht geboten.
Unter den zuvor genannten Alpen- und Bergblumen gibt es mehrere Arten, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als giftig bis stark giftig gelten.
Besonders gefährlich sind Pflanzen, die Protoanemonin, Diterpen-Alkaloide oder Saponine enthalten. Diese Stoffe können bei Hautkontakt Reizungen und beim Verschlucken Vergiftungen verursachen.
Sehr giftig
Folgende Arten zählen zu den giftigsten Alpenpflanzen und sollten nicht berührt und verzehrt werden:
-
Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens): enthält stark giftige Saponine
-
Christrose/Schneerose (Helleborus niger): hochgiftig durch Helleborin und Herzglykoside
-
Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis): sehr hoher Gehalt an Protoanemonin
-
Hoher Rittersporn (Delphinium elatum): hochgiftige Diterpen-Alkaloide
Diese Arten sind stark giftig für Menschen und Tiere und sollten im Garten mit Vorsicht kultiviert werden.
↑ Nach oben ↑
Leicht giftig
Einige Alpenblumen sind nicht hochgiftig, können aber bei empfindlichen Personen oder bei Verzehr größerer Mengen Beschwerden verursachen:
-
Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum): für Katzen hochgiftig, für Menschen leicht giftig
-
Alpen-Kuhschelle/Küchenschelle (Pulsatilla alpina): reizend durch Protoanemonin
-
Trollblume (Trollius europaeus): reizend, vor allem für Weidetiere
-
Akeleiblättrige Wiesenraute(Thalictrum aquilegiifolium): leicht giftige Alkaloide
-
Narzissen-Windröschen (Anemone narcissiflora): reizend durch Protoanemonin
Diese Arten sollten nicht in größeren Mengen verzehrt und möglichst nicht mit der Haut berührt werden.
↑ Nach oben ↑
Bestäubungsbiologie im Gebirge
Die Bestäubungsbiologie von Pflanzen in den Bergen bzw. in den Alpen ist allgemein geprägt von kühlen Temperaturen, starken Winden, hoher UV-Strahlung und kurzen Vegetationsperioden.
Diese extremen Umweltbedingungen beeinflussen auch, welche Bestäubungsstrategien für Alpen- und Bergblumen erfolgreich sind. Mögliche Bestäubungsmechanismen unterscheiden sich danach, wie stark sie von äußeren Faktoren abhängig sind:
-
Selbstbestäubung (Autogamie)
-
Fremdbestäubung durch Wind (Anemophilie)
-
Fremdbestäubung durch Tiere, insbesondere Insekten (Zoophilie)
Nachfolgend werden die spezifischen Schwierigkeiten der Insektenbestäubung näher erläutert, denen Berg- und Alpenblumen im Gebirge ausgesetzt sind.
↑ Nach oben ↑
Insektenbestäubung
Im Gebirge sind die Vegetationsperioden aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen deutlich kürzer, da sie in höheren Lagen oft später beginnen und früher enden als im Tal.
Ebenso ist die Anzahl potentieller Bestäuber und möglicher erfolgreicher Kontakte zwischen Gebirgspflanzen und Bestäubern in großen Höhen geringer als im Tal.
Viele Alpen- und Bergblumen nutzen daher auffällige, leuchtende Blütenfarben und relativ große Blüten, die auch bei starkem Sonnenlicht gut erkennbar sind, um die wenigen potentiellen Bestäuber auf sich aufmerksam zu machen.
Die Strategie, durch Blütenduft Bestäuber auf sich aufmerksam zu machen, ist in den Höhenlagen der Alpen selten, da sie insbesondere wegen der starken Winde nur einen geringen Erfolg erwarten lässt.
Zudem ist die Produktion intensiver Duftstoffe energieaufwendig und bietet Pflanzen unter alpinen Bedingungen allgemein keinen evolutionären Vorteil.
Stark duftende Berg- und Alpenblumen sind somit aufgrund der extremen Bedingungen in luftigen Höhen die Ausnahme. Einige dieser seltenen Duftblumen im Gebirge werden im nächsten Abschnitt vorgestellt.
↑ Nach oben ↑
Dufblumen in den Bergen
Die folgenden Arten zählen zu den seltenen Duftblumen in den Bergen, die trotz der dort extremen Lebensbedingungen und kurzen Vegetationsperioden erfolgreich Duft als Bestäubungsstrategie einsetzen:
-
Schwarzes Kohlröschen (Nigritella rhellicani) – eine kleine Orchideenart, die zu den bekanntesten Duftpflanzen der Alpen zählt und intensiv nach Vanille oder Schokolade duftet.
-
Wucherndes Leimkraut (Silene vulgaris) – eine alpine Duftblume, die als botanische Besonderheit ihren kleeartigen Duft nur nachts verbreitet, um Nachtfalter anzulocken.
-
Berg-Klee (Trifolium montanum) – eine von Bienen sowie Tag- und Nachtfaltern bestäubte alpine Duftblume, die einen sehr angenehmen und honigartigen Duft verströmt.
-
Alpen-Nelke (Dianthus alpinus) – eine alpine Duftblume, die wie viele andere Nelkenarten einen typischen, süßlich-würzigen Nelkenduft besonders an sonnigen Tagen besitzt.
-
Alpen-Thymian (Thymus praecox subsp. polytrichus) – eine alpine Duftpflanze, die einen intensiven Duft mit einem würzig-herben Aroma über alpine Rasenflächen hinweg freisetzt.
Eine weitere intensive Duftpflanze im Gebirge ist das Steinröslein (Daphne striata), das einen süßen, parfümähnlichen Duft verbreitet, der an Flieder erinnert. Anders als bei den zuvor genannten stark duftenden Alpen- und Bergblumen handelt es sich hierbei jedoch um einen verholzenden, niedrigen Zwergstrauch.
↑ Nach oben ↑
Pflanzenschutz in den Alpen
Durch den Massentourismus und den damit verbundenen Bau von Skiliften, Seilbahnen und Straßen werden Alpenpflanzen, insbesondere Alpen- und Bergblumen, zunehmend in ihrem natürlichen Lebensraum bedrängt.
Das natürliche Vorkommen vieler Gebirgsblumen ist dadurch bedroht. Zahlreiche Arten wurden deshalb in die Rote Liste gefährdeter Pflanzen des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Bonn (Nordrhein-Westfalen) aufgenommen.
In Österreich führt das Bundesamt für Umwelt (UBA) in Wien und in der Schweiz das Bundesamt für Umwelt BAFU in Bern eine entsprechende Rote Liste für geschützte Berg- und Alpenblumen.
Warum ist Pflanzenschutz in den Alpen so wichtig?
Viele geschützte Berg- und Alpenblumen mit Fremdbestäubung benötigen mehrere Jahre, bis sie erstmals blühen. Wenn sie bei Wanderungen in den Bergen gepflückt werden, hat dies gravierende Folgen:
Durch das Pflücken geschützter Gebirgsblumen fehlen am jeweiligen Standort Blüten und Samen, und die natürliche Vermehrung dieser seltenen Arten kann sich um Jahre verzögern.
Im Ergebnis würde sich die Alpenflora – also der Bestand aller Pflanzenarten, die im Bereich der Alpen oberhalb der Baumgrenze wachsen – langfristig verringern.
Bedeutende Schutzgebiete in Deutschland
In der Bundesrepublik Deutschland finden sich bedeutende Schutzgebiete für seltene und geschützte Alpenblumen in Bayern entlang des gesamten Alpenbogens – beginnend im Westen bei den Allgäuer Hochalpen, über das Ammergebirge (Ammergauer Alpen) bis hin zum Isarwinkel (Raum Lenggries/Bad Tölz).
Östlich daran finden sich seltene und geschützte Bergblumen im bayerischen Karwendel (einschließlich Vorkarwendel) an der Grenze zu Österreich und im benachbarten Mangfallgebirge (Region Schliersee, Tegernsee, Spitzingsee), bevor die Alpenkette im Südosten mit dem Nationalpark Berchtesgaden endet.
Bedeutende Schutzgebiete in Österreich
In Österreich konzentriert sich der Schutz seltener Bergblumen besonders auf den Nationalpark Hohe Tauern – das größte Schutzgebiet der Alpen – sowie auf die kalkreichen Regionen der Nördlichen Kalkalpen, darunter der Nationalpark Kalkalpen und Naturpark Gesäuse.
Bedeutende Schutzgebiete in der Schweiz
In der Schweiz gelten der Schweizerische Nationalpark im Engadin sowie floristisch reiche Täler wie das Val Fex oder die Region um Zermatt als herausragende geschützte Rückzugsgebiete für seltene Gebirgsblumen der alpinen Flora.
Wer die Welt der Alpenpflanzen und Alpenblumen aus nächster Nähe erleben möchte, ohne sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu gefährden, kann dies in speziellen Alpengärten oder einem Alpinum tun.
↑ Nach oben ↑
Alpengarten und Alpinum
Alpengärten und Alpinen bieten die Möglichkeit, alpine Blumenarten in naturnah gestalteten Anlagen zu erleben, ohne ihren natürlichen Lebensraum durch den Massentourismus zu gefährden.
Beispiele hierfür sind der Alpenblumengarten Kitzbühel (Kitzbüheler Horn) oder der Alpenblumengarten am Hahnenkamm bei Reutte in Tirol.
Weitere Alpengärten und Alpinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen die Schönheit und Vielfalt alpiner Blumen bestaunt werden kann, finden sich auf folgenden Unterseiten:
» Deutsche Alpengärten und Alpinen
» Österreichische Alpengärten und Alpinen
» Schweizer Alpengärten und Alpinen
Umgangssprachlich werden die Begriffe „Alpengarten” und „Alpinum” häufig gleichbedeutend verwendet.
Wie beide Begriffe unterschieden werden können – beispielsweise danach, ob sich der Standort der Anlage in den Bergen oder in einem Botanischen Garten befindet – wird auf der Unterseite „Alpengärten” im Kapitel → Definition von Alpinum und Alpengarten erläutert.
↑ Nach oben ↑