Alpenblumen und Bergblumen
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition, Eigenschaften, Merkmale
  2. Arten, Sorten, Beispiele
  3. Pflanzen-Schutz in den Alpen
  4. Alpengarten und Alpinum
  5. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was sind Alpenblumen und alpine Blumen ? Der Begriff "Alpenblume" (englisch: alpine flowers) oder "Bergblume" stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache.

Er bezeichnet in diesem Lexikon Blumen-Arten, die natürlich in den Alpen (Mittelgebirge, Hochgebirge) vorkommen, also überhalb der Baumgrenze.

Ein Wachstum zahlreicher Alpenblumen ist im Garten unter normalen Umständen nicht möglich, weil der Boden dort zu nährstoffhaltig ist und sich Nässe stauen kann.

Aus diesem Grund findet man Berg- und Alpenblumen im Tiefland hauptsächlich in einem Botanischen Garten oder Alpengarten.

In der Alpenflora von Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es allerdings eine Vielzahl von sehr schönen alpinen Blumen, die bzgl. Boden und Nährstoffen eher anspruchslos sind.

Diese Alpenpflanzen sind auch als Zierpflanzen für Mauerfugen, einen Steingarten oder eine Trockenmauer im Garten geeignet.

 

Blaue Enzian-Blüte
Bild: Blauer Enzian (Gentiana acaulis) im Sommer (Ende Juli)

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt typische mehrjährige Alpenblumen (alpine Stauden) mit Angabe der Blütenblätter-Farbe zum einfachen Bestimmen:

 

  • Alpen-Aster (Aster alpinus): violette Blüten

  • Aurikel (Primula auricula): auch Alpenaurikel, Alpenschlüsselblume, gelbe Blüten

  • Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale): weiß-gelbe Blüten

  • Enzian (Gentiana): überwiegend blaue Blüten

  • Berg-Flockenblume (Centaurea montana): rosarote und violette Blüten

  • Frauenmantel (Alchemilla): gelbe und grüne Blüten

  • Gämsheide (Loiseleuria procumbens): rosa bis dunkelrote Blüten

  • Alpen-Glockenblume (Campanula alpina): lila-blaue Blüten

  • Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis): weiße, rosa, dunkelrote Blüten

  • Berg-Hauswurze (Sempervivum montanum): rote Blüten

  • Himmelsherold (Eritrichium nanum): blaue Blüten

  • Knöllchen-Knöterich (Bistorta vivipara): weiße bis hellrosa Bürstenblume

  • Kohlröschen/Männertreu (Nigritella):  überwiegend purpurn bis schwarze Blüten

  • Krautweide (Salix herbacea): rote Blüten

  • Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina):  weiße Blüten

  • Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum): leuchtend orange-rote Blüten

  • Alpen-Mannsschild (Androsace alpina): weiße bis rosa Blüten

  • Alpen-Mohn (Papaver alpinum): gelbe, weiß-gelbe und weiße Blüten

  • Rote Felsen-Primel (Primula hirsuta): leuchtend rosa- bis purpurfarbene Blüten

  • Schneerose/Christrose (Helleborus niger): weiß-gelbe Blüten

  • Silberdistel (Carlina acaulis): weiße bis braun-rote Blüten

  • Weiße Silberwurz (Dryas octopetala): weiß-gelbe Blüten

  • Steinbrech (Saxifraga): weiß-gelbe Blüten

  • Steinröserl (Daphne striata): stark giftig, weiß-rosa Blüten

  • Trollblume (Trollius europaeus): gelbe Blüten

 

Hinweise zur Übersicht:

 

Unter den Alpfenpflanzen gilt traditionell das Edelweiß (Leontopodium) als die "Königin der Alpenblumen".

Bis in Höhenlagen von über 2.500 Metern wächst die immergrüne Schneeheide oder Winterheide (Erica carnea).

Die in großen weiß bis rot blühenden Beständen wachsende Alpenpflanze wird oft den Alpenblumen zugeordnet.

Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen bodendeckenden Strauch, genauer um einen → Zwergstrauch,

 

Weisse Blüten vom Alpen-Edelweiß
Bild: Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale subsp. alpinum), Mitte August

 

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Pflanzen-Schutz in den Alpen

Durch den Massentourismus und damit verbundenen Bau von Liften, Skilift-Anlagen, Seilbahnen und Strassen werden/wurden Alpen- und Bergblumen immer mehr in ihrem natürlichen Lebensraum bedrängt.

Das natürliche Vorkommen vieler Alpenblumen ist deshalb bedroht und sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste für gefährdete Pflanzen vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn (Nordrhein-Westfalen).

Warum ist Pflanzen-Schutz in den Alpen von so großer Bedeutung für die Alpenflora ?

Viele geschützte Alpenblumen benötigen oft mehrere Jahre, bis sie blühen und sollten deshalb in den Bergen nicht gepflückt werden.

Durch das Pflücken fehlen in der Folge Blüten-Samen am jeweiligen Wuchsort und die Entwicklung dieser Alpenblume verschiebt sich um Jahre.

Bedeutende Alpen-Gebiete mit seltenen und geschützten Alpenblumen findet man in Deutschland z.B. in Bayern im Raum Bad Tölz (Tölzer Land) und Lenggries (Isarwinkel).

Sehr seltene und geschützte Bergblumen gibt es ferner im Mangfallgebirge rund um Schliersee, Spitzingsee, Tegernsee oder dem Vorkarwendel und Karwendel-Gebirge an der Grenze zu Österreich.

 

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Alpengarten und Alpinum

Wer die Welt der Alpenblumen ohne deren Gefährdung erkunden will, kann das in speziell ausgewiesenen Gebieten wie den Alpengärten tun.

Beispiele hierfür sind der Alpenblumengarten Kitzbühel (Kitzbüheler Horn) oder der Alpenblumengarten am Hahnenkamm bei Reutte in Tirol.

Weitere Alpengärten und Alpinen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen die Schönheit und Vielfalt alpiner Blumen bestaunt werden kann, finden sich auf folgenden Unterseiten:

 

» Deutsche Alpengärten und Alpinen

» Österreichische Alpengärten und Alpinen

» Schweizer Alpengärten und Alpinen

 

Umgangssprachlich werden die Begriffe "Alpengarten" und "Alpinum" häufig gleichbedeutend verwendet.

Wie beide Begriffe voneinander unterschieden werden können (z.B. Standort der Anlage in den Bergen oder im Botanischen Garten), wird auf der Unterseite "Alpengärten" im Kapitel → Definition von Alpinum und Alpengarten erläutert.

 

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von Alpenblumen bzw. Bergblumen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Violette Blüten von Alpen-Astern, die auch Blaues Bergsternkraut, Alpen-Sternblume oder Blaue Gamsblüh genannt werden
Bild: Alpen-Aster (Aster alpinus) im August, auch Alpen-Sternblume, Blaues Bergsternkraut, Blaue Gamsblüh

 

Alpen-Kuhschellen bzw. Küchenschellen mit weissen Blüten und gelben, mittig zentrierten Staubblättern
Bild: Alpen-Kuhschelle/Alpen-Küchenschelle/Alpenanemone (Pulsatilla alpina, Syn.: Anemone alpina) *

 

Schusternagerl bzw. Frühlings-Enzian mit kurzem Stängel und enzianblauer Blüte
Bild: Schusternagerl / Frühlings-Enzian (Gentiana verna) im September *

 

Blüten von einem  Gelben Alpen-Mohn, der auch Rhätischer Alpenmohn genannt wird
Bild: Rhätischer Alpenmohn/Gelber Alpen-Mohn (Papaver alpinum subsp. rhaeticum), gelbe Sorte/Unterart der Alpenblumen, im August *

 

Leuchtend orange-rote Blüte einer Feuer-Lilie bzw. Berg-Ilga, Feldlinlie oder Rot-Ilgä auf einer Bergwiese
Bild: Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum) Mitte Juni, auch Berg-Ilga, Feldlinlie, Rot-Ilgä, in Europa ist die Feuerlilie die häufigste Wildlilie *

 

Noch nicht geöffnete weisse Blüten einer Weihnachtsrose unterhalb eines Felsen, botanisch auch Helleborus niger
Bild: Christrose/Schneerose/Weihnachtsrose (Helleborus niger) im Frühling (Anfang März) eine Giftpflanze mit Saponin-Pflanzengift *

 

Blühende Berg-Flockenblume mit rosaroten Innenblüten und blauen Außenblüten
Bild: Berg-Flockenblume (Centaurea montana) mit rosaroten bis violetten Blüten Ende Mai *

 

Gelb blühende Trollblumen auf einer Bergwiese
Bild: Trollblume (Trollius europaeus) Ende Mai in den bayerischen Alpen *

 

Dunkelblau-lila blühender Clusius-Enzian
Bild: Clusius-Enzian (Gentiana clusii), auch Echter Alpenenzian, im Juni *

 

Lila-blaue, glockenförmige Blüten einer Alpen-Glockenblume
Bild: Alpen-Glockenblume (Campanula alpina) Anfang August, eine Glocken-/Trichterblume

 

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