Teekräuter für Kräutertee
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

3. Standort zum Pflanzen »

4. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde »

5. Tipps zur Zubereitung »

1. Definition

Was sind Teekräuter und Teepflanzen ? Der Begriff "Teekraut" stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Handels- und Umgangssprache.

Er bezeichnet in diesem Lexikon Kräuterpflanzen, deren Bestandteile sich frisch oder getrocknet durch Aufguss von heissem Wasser für die Zubereitung von Kräutertee (englisch: herbal tea) als Getränk eignen.

Streng nach der Wortsemantik und der ISO-Norm 3720 kann echter Tee nur durch Aufguss von heissem Wasser auf Blätter der chinesischen Teepflanze (Camellia sinensis) hergestellt werden.

Oder durch Varietäten der Teepflanze wie z.B. die indische Assamica-Teepflanze (Camellia sinensis var. assamica).

Dabei können verschiedene Teesorten bzw. Teearten unterschieden werden, die sich hauptsächlich durch den Grad der Oxidation der Teeblätter unterscheiden (→ vgl. Echter Tee).

Umgangssprachlich wird das Wort "Tee" auch für Aufguss-Getränke aus anderen Pflanzen als Kräutern verwendet. Im engeren Sinne handelt es sich aber um teeähnliche Getränke.

Bekannte Beispiele sind der Erkältungstee Isländisch-Moos, der aus einer getrockneten Flechte hergestellt wird (und nicht aus Moos wie man wegen des Namens vermuten könnte).

Ebenso der Kombucha-Tee, einer Symbiose von Hefe und Bakterien, der im Handel oft wissenschaftlich falsch als Teepilz bezeichnet wird.

In einer weiter umfassenden Definition des Teehandels sind Teekräuter nicht nur Pflanzen, bei denen die Blätter bzw. das Kraut für die Zubereitung von Kräutertee Anwendung finden, sondern auch andere Pflanzen-Teile wie z.B. Wurzel, Knolle, Blüte, Rinde oder Früchte.

   

Foto Teeset mit Teekanne, Teetasse, Untersetzer und Milchkanne
Bild: Teeset mit Teekanne, Teetasse, Untersetzer und Milchkanne

 

Die Wirtschaftsvereinigung Kräuter und Früchtetee e.V. (WKF) in Hamburg veröffentlich jedes Jahr einen Marktreport über den Absatz von Früchte- und Kräutertees der wichtigsten Hersteller in Deutschland.

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht typischer heimischer Teekräuter für einen Kräutertee unterteilt nach den verwendeten Pflanzen-Teilen:

 

  • Blättertee »: z.B. Blätter und Kraut von Brennessel, Ginkgo, Löwenzahn, Melisse, Salbei und Yacon

  • Blütentee »: z.B. Blüten von Baldrian, Hibiskus, Holunder, Kamille, Lavendel, Linde, Jasmin und Malve

  • Früchtetee »: z.B. Früchte von Anis, Apfel, Fenchel, Heidelbeere, Kirsche, Sanddorn und Wacholder

  • Rindentee »: z.B. Rinde von Birke, Eiche, Faulbaum, Katuaba, Jatoba, Lapacho, Weide und Zimt

  • Wurzeltee »: z.B. Wurzeln von Baldrian, Bai Zhi, Beinwell, Don Quai, Eibisch, Ginseng und Liebstöckel

 

In den jeweiligen Unterrubriken finden sich neben weiteren Kräuterpflanzen auch exotische Teekräuter, die in Deutschland, der Schweiz und Österreich nicht wachsen.

Beispiele hierfür sind Anis, Bambus, Eukalyptus, Ingwer, Mate, Noni, Rooibos/Rooibusch, Zimt und Echter Tee von der Teepflanze.

Aus der Teepflanze (Camellia sinensis) werden vor allem folgende Teesorten hergestellt:

 

 

Der Begriff "Fermentation von Tee" bezeichnet einen kontrollierten Vorgang, bei dem Pflanzenzellen der Teeblätter durch Rollen oder Walzen aufgebrochen werden und darin befindliche Stoffe wie Enzyme miteinander reagieren können, die ansonsten von einander getrennt sind.

Je nach Art der Fermentierung entstehen zusammen mit Sauerstoff verschiedene Geschmacksstoffe und Aromastoffe wie z.B. Polyphenole, die dem Tee einen individuellen Geruch und Geschmack verleihen.

Nachdem beim Fermentieren von Tee keine Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze zum Einsatz kommen wie bei der eigentlichen biotechnischen Fermentierung, ist der Begriff Oxidation von Tee die treffendere Bezeichnung.

Bei der Herstellung von günstigerem Puh-Erh-Tee werden seit den 1970er Jahren allerdings zusätzlich Mikroorganismen zur Hilfe genommen, um den ansonsten jahrelangen Reifungsvorgang zu verkürzen.

Aus Sicht der Biologie / Biotechnik wird nicht traditionell hergestellter Puh-Erh-Tee somit tatsächlich fermentiert.

 

Foto von dunkelgrünen, getrockneten Blättern des grünen Tees
Bild: Getrockneter grüner Tee

 

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3. Standort zum Pflanzen

Teekräuter kann man im Garten als Gartenpflanzen im Kräuterbeet/Hochbeet oder in Kräuterspiralen pflanzen.

Nachdem sich in der Umgangssprache und im Handel der Begriff "Tee" oder "Kräutertee" nicht nur auf die Blätter der Teepflanze (Camellia sinensis) bezieht, sondern auch auf andere Pflanzen und Pflanzenbestandteile, können Teekräuter auch durch Bäume, Hecken oder Sträucher im Garten angebaut werden.

Bei entsprechender Pflanzenpflege ist eine Ernte bestimmter Teekräuter aber auch auf dem Balkon oder in der Wohnung im Topf oder Kübel als Balkonpflanzen und Zimmerpflanzen möglich.

Einige Teekräuter kann man bei entsprechender Pflanzen-Kenntnis auch in freier Natur sammeln.

Saatgut und Jungpflanzen für Teekräuter wie Bäume, Bodendecker, Stauden und Sträucher kann man in der Gärtnerei, Baumschule, dem Pflanzenversand oder in Sämereien kaufen.

 

 

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4. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

Viele Teekräuter finden wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe von jeher in der Naturmedizin als Arzneipflanzen und Heilpflanzen gegen Krankheiten Verwendung.

Hierzu zählen z.B. Pfefferminze und Salbei bei Erkältungen oder Tausendgüldenkraut bei Magenverstimmungen und Verdauungsproblemen.

Die Wirkung vieler Teekräuter als Heilpflanzen lässt sich aber nicht immer wissenschaftlich nachweisen.

Zu beachten ist außerdem, dass bestimmte Teekräuter bei entsprechender Dosierung auch Nebenwirkungen aufweisen können.

Aus diesem Grund sollte man sich vor der Zubereitung von einem selbstgemachten Kräutertee genau über die Inhaltsstoffe und deren Wirkung informieren.

Sei es bei einem Arzt, Heilpraktiker, Apotheker oder in der einschlägigen medizinischen Fachliteratur.

 

Foto einer Teekanne aus Glas zur Hälfte gefüllt mit grünem Tee
Bild: Glas-Teekanne mit grünem Tee

 

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5. Tipps zur Zubereitung (Ziehzeit, Temperatur)

In allen Naturprodukten können Keime wie Bakterien und Schimmelpilze enthalten sein.

Um diese zu beseitigen, sollten Teekräuter bei der Zubereitung möglichst mit kochendem Wasser übergossen werden und der Tee anschließend mindestens 5 Minuten ziehen.

Bestimmte Teesorten wie Grüner Tee und Weisser Tee profitieren allerdings nicht immer von einer langen Ziehzeit und einer hohen Wassertemperatur des Aufgusses.

Der Grund hierfür ist, dass Grüntees je nach Sorte bei einer Ziehzeit von mehr als einer halben Minute (Bancha) zwei Minuten (Sencha) oder zwei einhalb Minuten (Gyokuro) mehr bittere Gerbstoffe in die Tee-Lösung abgeben.

Außerdem werden bei hoher Temperatur wertvolle Inhaltsstoffe wie z.B. Antioxidantien oder Vitamine) abgebaut.

Nicht zu vergessen, dass die Wirkung von Schwarztee bei einer Ziehzeit von bis zu drei Minuten belebend und bei einer Ziehzeit von mehr als fünf Minuten beruhigend ist.

Für eine optimale Entfaltung von Aroma und Geschmack der Teekräuter empfiehlt es sich, möglichst kalkarmes, chlorfreies und weiches Wassser für den Tee-Aufguss zu verwenden.

 

Foto einer weissen  Porzellan-Teetasse mit Goldrand und einer aufgestellten weissen  Porzellan-Untertasse mit Goldrand, die jeweils bemalt sind mit einer  Frau und einem Mann auf dem Land im Gespräch
Bild: Porzellan-Teetasse mit Untertasse vom belgischen Künstler Fidele Duvivier (1740-1817)

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)