Inhaltsverzeichnis
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Definition, Merkmale und Eigenschaften
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Botanische Einteilung
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Beispiele wichtiger Arten
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Wissenswertes über Namensvetter
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Rekorde und Superlative
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Moosbeseitigung
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Bedeutung im Ökosystem
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Zeigerpflanzen (Bioindikatoren)
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Nutzung in Medizin und Naturheilkunde
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Duftmoose im Duftgarten
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Vorkommen als Pionierpflanzen
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Wirtschaftliche Verwendung
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Symbolik im Zen-Garten
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Sind Moose giftig oder essbar?
Definition, Merkmale, Eigenschaften
Was sind Moose? Wie auch Farne und Flechten sind Moose (englisch: Bryophytes) blütenlose Sporenpflanzen, die sich durch einen Generationswechsel fortpflanzen.
D.h. der Lebenszyklus und die Vermehrung von Moospflanzen besteht immer aus zwei aufeinander folgende Generationen, die sich auch äußerlich unterscheiden.
Dieser Nachweis geht auf den deutschen Botaniker Wilhelm Hofmeister (1824–1877) zurück, dem die Entschlüsselung der bis dahin unbekannten Fortpflanzung der Moose 1851 erstmals gelang.
Moose werden nur wenige Zentimeter hoch und besitzen keine Wurzeln, sondern Zellfäden (Rhizoide). Die Rhizoide dienen nicht der Leitung von Wasser, sondern haben eine reine Haltungsfunktion.
Der Wasserhaushalt der Moose wird durch die Feuchtigkeit ihrer Umgebung bestimmt, d.h. sie können Wasser nur aus der Luft oder durch Niederschläge aufnehmen und mangels eines Wasserleitungssystems durch Wurzeln nicht aus dem Boden.
Moose zählen wie die Farnarten und Flechtenarten zu den ältesten, lebenden Pflanzen auf der Erde: Sie können mehrere tausend Jahre alt werden wie ein Fund von ca. 10.000 Jahre altem Rindenmoos in der Antarktis 1981 belegte.
Bild: Schönes Widertonmoos/Frauenhaarmoos (Polytrichum formosum), das häufigste Moos in Wäldern
Weltweit werden in der Bryologie, der Wissenschaft von den Moosen, ca. 16.000 verschiedene Moosarten unterschieden, wobei in Europa etwas über 1.100 vorkommen.
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Botanische Einteilung
Welche botanische Einteilung von Moosen gibt es? Unterteilt nach Wuchsform und Aufbau kann man nach folgender Liste drei wichtige Gruppen bzw. Abteilungen der Moose bestimmen:
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Hornmoose (Anthocerotophyta)
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Laubmoose (Bryophyta)
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Lebermoose (Marchantiophyta)
Hinweise zur Übersicht:
Das Verhältnis dieser drei Abteilungen von Moosen zueinander und zu den Gefäßpflanzen (Tracheophyta) ist in der Botanik noch nicht abschließend geklärt. Hornmoose sind nur selten in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Form der Gattungen Anthoceros oder Notothylas anzutreffen.
Die meisten anderen Arten der Hornmoose haben ihre Heimat in tropischen Klimagebieten.
Bild: Moosbedeckter Waldboden mit Zypressenmoos (Hypnum cupressiforme)
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Beispiele wichtiger Arten
Die folgende Übersicht enthält ein Auswahl wichtiger Moose in Deutschland, Österreich und der Schweiz:
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Silber-Birnmoos (Bryum argenteum), auch Silbermoos
Standortbedingungen: Sonnig bis halbschattig, sehr trockenheitsverträglich, basenreich bis kalkhaltig
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Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha)
Standortbedingungen: Halbschattig bis schattig, sehr feucht (verträgt Staunässe), nährstoffreich und kalktolerant
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Goldenes Frauenhaarmoos (Polytrichum commune): auch Gewöhnliches Widertonmoos
Standortbedingungen: Halbschattig, dauerfeucht bis nass, kalkfrei und stark sauer
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Hübsches Goldhaarmoos (Orthotrichum pulchellum)
Standortbedingungen: Halbschattig, mäßig feucht (oft an Rinden/Felsen), basenreich
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Polster-Kissenmoos (Grimmia pulvinata)
Standortbedingungen: Sonnig, trocken (sehr regenerationsfähig), kalkhaltig (oft auf Mauern)
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Großes Kranzmoos (Rhytidiadelphus triquetrus)
Standortbedingungen: Halbschattig bis schattig, frisch bis feucht, kalkliebend
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Sparriges Kranzmoos (Rhytidiadelphus squarrosus): auch Sparriger Runzelbruder oder Runzelpeter
Standortbedingungen: Sonnig bis halbschattig, frisch bis feucht, kalkarm bis mäßig sauer
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Gemeines Kurzbüchsenmoos (Brachythecium rutabulum): auch Kurzkapselmoos, Kegelmoos
Standortbedingungen: Halbschattig, feucht, nährstoffreich und basen- bis kalktolerant
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Gewöhnliches Quellmoos (Fontinalis antipyretica)
Standortbedingungen: Sonnig bis halbschattig, untergetaucht in fließendem/stehendem Wasser, kalktolerant
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Torfmoose (Sphagnum spec.)
Standortbedingungen: Sonnig bis halbschattig, sehr nass (Moore), sauer und kalkfrei
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Gemeines Weißmoos (Leucobryum glaucum), auch Echtes Weißmoos, ein Deko-Moos im Modellbau
Standortbedingungen: Schattig, feucht (Waldboden), streng kalkmeidend und stark sauer
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Schönes Widertonmoos (Polytrichum formosum), auch Schönes Frauenhaarmoos
Standortbedingungen: Schattig, frisch bis feucht, kalkfrei und sauer
Ein Steckbrief mit einer Liste von Merkmalen zum Bestimmen der Moose folgt in Kürze. Beim Anlegen eines Gartens ist zu beachten, dass zahlreiche Moosarten, insbesondere Torfmoose, unter Naturschutz stehen und nicht im Wald gesammelt werden dürfen.
Für die Verwendung im Garten sollten Moose aus spezialisierten Moos-Gärtnereien oder aus dem Gartenfachhandel bezogen werden, um den Wildbestand zu schonen.
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Wissenswertes über Namensvetter
Entgegen ihrem Namen sind das Baummoos (Pseudevernia furfuracea), das Eichenmoos (Evernia prunastri) und das Islandmoos (Cetraria islandica) bzw. Isländisches Moos/Lichen Islandicus keine Moosarten, sondern Flechten.
Das Irländische Moos (Chondrus crispus) ist ebenfalls keine Moosart, sondern eine Alge (Rotalge), die zu den kleinsten Pflanzen auf der Erde zählt. Auch das Sternmoos (Sagina subulata) ist entgegen seinem Namen keine Moosart, sondern zählt in der botanischen Taxonomie zu den Samenpflanzen.
Wegen seinem moosartigen Aussehen wird es im Steingarten, am Rand einer Trockenmauer oder zwischen Steinplatten gepflanzt.
In Bayern bzw. Süddeutschland wird der Begriff „Moos” regional nicht nur für die damit meist in Verbindung gebrachte Baum-, Rasen- und Waldpflanzen verwendet, sondern auch für Moore und Moorgebiete.1
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Rekorde und Superlative
In Deutschland sind die Mehrheit der über 1.100 vorkommenden Moosarten Laubmoose. Das Silbermoos ist eine der häufigsten Moosarten, die man in Innenstädten finden kann. Das in Wäldern am häufigste Moos (und Laubmoos) auf dem Waldboden ist das Widertonmoos bzw. das Schöne Frauenhaarmoos.
Das Brunnenlebermoos ist das häufigste Lebermoos und häufigste Moos der Marchantiopsida, einer Klasse innerhalb der Lebermoose. Zu den häufigsten Moosen im Gartenrasen und auf Wiesen zählen das Kurzbüchsenmoos und das Sparrige Kranzmoos.
Bei den Laubmoosen (Bryophyta) ist das größte Moos, das in Deutschland (und in Europa) frei wächst, das Goldene Frauenhaarmoos aus der Familie der Frauenhaarmoose (Polytrichaceae). Diese höchsten Moose in Mitteleuropa erzielen eine Wuchshöhe von etwa 30 cm.
Noch höher wachsen die Vertreter der Gattung Dawsonia. So gilt das vorwiegend in Neuseeland und Neu-Guinea vorkommende Dawsonia superba als den größten Moose der Welt. Ihr Vegetationkörper kann bis zu 70 cm hoch werden und ihr Wuchs erinnert an junge Nadelgehölze.
Bei den Lebermoosen (Marchantiophyta) finden sich die größten Moose auf der Erde in der botanischen Familie der Schistochilaceae, die auf Neuseeland heimisch sind.
Die größte Moosart dort ist Schistochila appendiculata mit einer Länge von gut einem Meter und einer Stammhöhe von etwa 10 cm.
Bild: Gewöhnliches Wimpernmoos/Haarblatt-Lebermoos (Blepharostoma trichophyllum)
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Moosbeseitigung
Moose kann man je nach Bodenbeschaffenheit mit Hilfe von Kalk auf Rasenflächen beseitigen oder durch Auflockerung des Bodens (Vertikulieren), um eine bessere Luftzirkulation zu erreichen.
Um festhaftende Moospolster wie vom Silber-Birnmoos zu vernichten, reicht das Vertikulieren allerdings oft nicht aus und die Pflanzen müssen mit einem Ausstechwerkzeug herausgerissen werden. Die entstehenden Löcher und Vertiefungen im Rasen sollten dann mit Humus und Saatgut aufgefüllt werden.
Eine weitere Möglichkeit sind Moosvernichter auf der Basis von Eisensulfat, die allerdings nur kurzfristig wirken, weil sie an grundsätzlichen Standortbedingungen nichts ändern können.
Die Moosvernichtung auf Rasenflächen ist oft nicht nötig, wenn bei der Rasenpflege darauf geachtet wird, dass kein dauerhafter Lichtmangel für die Gräser herrscht.
Weiter sollten ein Stickstoff- oder Nährstoffmangel und Staunässe im Garten nach Möglichkeit vermieden werden. Das bereits erwähnte schnelle Schließen von Kahlstellen durch Nachsäen kann ebenfalls die Moosbildung verhindern.
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Bedeutung im Ökosystem
Als unterste Bodenschicht spielen Moose neben Pilzen, Sauerklee und Haselwurz eine wichtige Bedeutung im Ökosystem. Sei es als Lebensraum, Versteck oder Nahrungsquelle für viele Insekten, Reptilien und Kleintiere wie Mäuse oder Igel.
Viele Moosarten sind zudem von Bedeutung bei der Speicherung und langsamen Abgabe von großen Wassermengen in Heiden, Mooren, Wäldern und Wiesen bei Niederschlägen.
Denn Moose können das Zigfache von ihrem Gewicht an Nebelnässe und Regenwasser speichern. Ohne die hohe Saugfähigkeit von Moos würde das Oberflächenwasser schneller abfließen, anstatt langsam im Boden zu versickern.
Der Boden würde vom Regen allmählich ausgewaschen werden und eine Bodenerosion wäre die Folge. Außerdem sind viele Moosarten in der Lage, Nährstoffe aus dem Niederschlag zu filtern und ihrer Umgebung zur Verfügung zu stellen.
Moose wachsen in freier Natur auf Felsen, Steinen sowie auf Holz und auf der Baumrinde von Laubbäumen, Nadelbäumen oder Obstbäumen, ohne diesen als Parasiten zu schaden. Aus diesem Grund sollte Moos auch nicht von Pflanzen bzw. Gartenbäumen entfernt werden.
Eine Ausnahme stellt die Pflege von Obstbäumen dar, bei der lockere Teile der Borke zusammen mit Flechten und Moosen entfernt wird, damit sich darunter keine Schädlinge ansiedeln können.
„Sei wie das Veilchen im Moose, bescheiden, sittsam und rein und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.” (Poesiealbum-Spruch)
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Zeigerpflanzen (Bioindikatoren)
Moose sind natürliche vorkommende Zeigerpflanzen und Bioindikatoren, die Schadstoffe in der Umwelt und im Ökosystem anzeigen können: Beispiele sind die Übersäuerung von Böden und Gewässern, der Schwefel-Gehalt in der Luft oder insbesondere Schwermetalle.
Im Vergleich zu Samenpflanzen oder Farnen reagieren Moose auf Umweltverschmutzungen schneller, weil sie keine Wurzeln haben und Schadstoffe aus der Luft oder durch Niederschläge sehr gut mit ihrer relativ großen Oberfläche bezogen auf ihre Masse und Größe aufnehmen können.
Diese Fähigkeit teilen sie mit anderen natürlich vorkommenden Zeigerpflanzen und Bioindikatoren wie Flechten und vielen Unkraut-Arten. Auch diese können durch ihr Vorkommen den Zustand von Böden anzeigen wie Feuchtigkeit, Säuregehalt oder Stickstoffgehalt.
Durch die intensive Forstwirtschaft und Landwirtschaft mit Totholz-Beseitigung, Reduzierung von Feuchtgebieten, Schadstoffimmissionen und das Absinken des Grundwasserspiegels sind viele Moose in ihrer Existenz gefährdet. Sie stehen deshalb unter Naturschutz.
Auskunft über den aktuellen Gefährdungsgrad von Moosarten in Deutschland geben die Roten Listen der Landesämter für Natur und Umweltschutz in den jeweiligen Bundesländern. Ebenso die Rote Liste für gefährdete Pflanzen vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn (Nordrhein-Westfalen).
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Nutzung in Medizin und Naturheilkunde
Wegen seiner desinfizierenden (antiseptischen) Heilwirkung wird Torf-Moos in der Medizin und Naturheilkunde für Torfbäder und Torfpackungen genutzt. Viele Moose können außerdem Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze reduzieren oder deaktivieren.
Sie wurden deshalb früher als Wundkompressen und für die Herstellung von Wundsalben verwendet. Im Mittelalter sogar als Toilettenpapier und Windeln. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden viele Moosarten wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung als Heilkräuter und Heilpflanzen genutzt.
Aus ihnen wird eine Moostinktur hergestellt, die einen Nutzen bei Halsentzündung, Mandelentzündung, Ohrentzündung bringen soll. Ferner verspricht man sich in der TCM durch Moose eine Heilwirkung bei Hautkrankheiten und Hautschädigungen wie Ekzemen oder Verbrennungen.
Bild: Vermooster Baumstamm mit Zypressenmoos (Hypnum cupressiforme)
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Duftmoose im Duftgarten
Obwohl Moose im Gegensatz zu Blütenpflanzen keine ätherischen Öle zur Anlockung von Insekten produzieren, besitzen einige Arten duftende Inhaltsstoffe, die sie für ein Dufterlebnis in einem Duftgarten prädestinieren.2
Lebermoose duften von allen Moosarten am stärksten. Die folgenden drei Arten sind die am stärksten duftenden Moose:
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Duftendes Lebermoos (Lophocolea heterophylla)
Das intensiv würzige Aroma erinnert an Baldrian und einen feuchten Wald. Es gilt als eines der am stärksten duftenden Moose Mitteleuropas.
Standortbedingungen: Schattig bis halbschattig, frisch bis feucht, humusreich, kalkmeidend.
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Brunnenlebermoos (Marchantia polymorpha)
Der markante Duft dieser wohl bekanntesten Lebermoosart wird als würzig–erdig wie frischer Waldboden, krautig und pilzig beschrieben.
Standortbedingungen: Halbschattig bis schattig, sehr feucht, nährstoffreich, kalktolerant.
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Thujamoos (Thuidium tamariscinum)
Dieses Laubmoos verströmt ein intensives Waldaroma mit einer harzigen und nadelholzartigen Note. Es erinnert an Nadelbäume wie die namensgebende Thuja.
Standortbedingungen: Halbschattig bis schattig, frisch bis feucht, humusreich, kalkmeidend.
Ergänzend zu diesen Duftmoosen eignen sich folgende drei Moosarten mit ihrem mittelstarken Geruch:
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Welliges Sternmoos (Plagiomnium undulatum, Syn. Mnium undulatum)
Bei hoher Luftfeuchtigkeit und leichter Berührung verströmt dieses Laubmoos einen angenehm frischen Duft, der an Grünen Tee oder frisch geschnittenes Gras erinnert.
Standortbedingungen: Schattig bis halbschattig, frisch bis feucht, humusreich, bevorzugt Kalkböden.
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Magellans Torfmoos (Sphagnum magellanicum), auch Mittleres Torfmoos
Wie bei anderen Torfmoosen ist das Aroma mild-torfig und erinnert an feuchtes Moor oder Humus. Wegen der antibakteriellen Wirkung und des leicht medizinischen Geruchs wurde das Duftmoos früher als Wundauflage genutzt.
Standortbedingungen: Sonnig bis halbschattig, sehr nass (Moorstandorte), sauer, strikt kalkfrei.
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Zypressenmoos (Hypnum cupressiforme)
Der Duft ist erdig, leicht harzig, pilzig und waldig. Das Aroma des Duftmooses erinnert an einen Nadelwald und wird eher subtil als klassischer Moosgeruch wahrgenommen.
Standortbedingungen: Halbschattig bis schattig, frisch bis mäßig feucht, nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich, kalktolerant.
Hinweis: Moosduft entsteht meist erst bei Feuchtigkeit oder wenn man das Moos zerreibt und zerdrückt.
Somit eignen sich Duftmoose als dezente Ergänzung anderer Duftfpflanzen wie Duftblumen, Duftkräutern, Dufthecken und Duftsträuchern oder blühenden Obstbäumen und Obststräuchern im Garten.
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Vorkommen als Pionierpflanzen
Moose können an extremen Standorten vorkommen und sind seit Urzeiten Pionierpflanzen bei der Besiedlung neuer extremer Lebensräume wie Lehmboden, felsiger Untergrund oder verbrannter Boden.
Bestimmte Moose können sogar über mehrere Jahre hinweg extreme Trockenheit – auch bei Kälte – überdauern, indem sie in eine Art Trockenstarre fallen. Sobald wieder Feuchtigkeit in der Umwelt verfügbar ist, erwacht das Moos (wie Dornröschen) wieder zum Leben und setzt sein Wachstum fort.
Moose sind ferner Pionierpflanzen, weil sie im Unterschied zu Gefäßpflanzen auch bei sehr niedrigen Temperaturen und wenig Licht Photosynthese betreiben können.
Die Eigenschaften als Bodenpionier teilt sich das Moos mit der Flechte, die als Pionierpflanze sogar extreme Standorte wie Felsen in großer Höhe besiedeln und diese mit ihrer Flechtensäure zersetzen kann.
Ferner mit der Kiefer, einem tiefwurzelnden Pionierbaum, der besonders widerstandsfähig gegen Stürme ist. Oder auch mit der flachwurzelnden Birke und der Sal-Weide, die speziell auf trockenen, nährstoffarmen oder lehmigen Böden als Pionierbäume wachsen können.
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Wirtschaftliche Verwendung
Viele Moose wirken gegen Bakterien, Pilze oder Schnecken und eignen sich deshalb als alternative Pflanzenschutzmittel. Besondere wirtschaftliche Bedeutung unter allen Moosarten haben die Torfmoose, die im Garten und in Gärtnereien zur Auflockerung und Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verwendet werden.
Torf findet auch Verwendung als Blumenerde und Pflanzensubstrat für Kübelpflanzen und Topfpflanzen, weil sich Wurzeln darin besonders gut entwickeln. Denn Torf bzw. Torfmoos kann besonders viel Wasser speichern, weshalb es sich auch als Substrat beim Transport von Pflanzen anbietet.
Früher wurden Moosarten wie das Hängemoos, Torfmoos und Widertonmoos wegen ihrer stark aufquellenden Wirkung bei Feuchtigkeit als Material zur Abdichtung von Holzhäusern oder Holzbooten genutzt.
Torf war zudem bis zum 20. Jahrhundert ein wichtiger Brennstoff in der Industrie und für die Eisenbahn.
Bild: Torf-Brocken
Einige Moosarten wie das Weißmoos werden zur Dekoration von Architektur-Modellen, Weihnachts- und Blumenkränzen, im Eisenbahn-Modellbau oder für Weihnachtskrippen verwendet.
Auch im Aquarium werden Moose kultiviert, wie das in Südostasien heimische Javamoos (Taxiphyllum barbieri), das Christmas-Moos (Vesicularia montagnei) oder das Willow-Moos (Fontinalis antipyretica).
Diese Arten dienen in der naturnahen Aquariengestaltung (Aquascaping) nicht nur der ästhetischen Gestaltung von Steinen und Wurzeln, sondern erfüllen auch ökologische Aufgaben:
Sie verbessern durch ihre Nährstoffaufnahme die Wasserqualität oder bieten als dichte Polster einen unverzichtbaren Lebensraum und Laichplatz für Fische und Garnelen im Aquarium.
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Symbolik im Zen-Garten
Als eleganter und effektvoller Bodendecker ist Moos im japanischen Zen-Garten ein Pflanzensymbol für Ruhe, Stille und Dauerhaftigkeit. Mit Hilfe von Moospolstern wird dort die Illusion von bergigen Landschaften und Bergketten geschaffen, über die der Betrachter seinen Blick schweifen lassen kann.
Moos verdankt seine symbolische Bedeutung im Zen also der inneren Ruhe, die wie auf einem echten Berggipfel entsteht. Aus diesem Grund werden in Japan Moose als vertiefendes Element für die Zen-Meditation im Garten gepflanzt.
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Sind Moose giftig oder essbar?
Nach Auskunft der „Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn” sind bis heute noch keine Vergiftungen von Menschen mit Moosen bekannt geworden.
Moos gilt deshalb nicht als Giftpflanze. Daran schließt die Frage an: Sind Moose essbar? Die Antwort lautet: ja und nein. Wer Moos essen will, sollte beachten, dass Moose sehr gut Schadstoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen können.
In Gegenden mit starker Schadstoffbelastung ist deshalb von dem Verzehr von Moosen abzuraten.
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