Inhaltsverzeichnis
-
Definition
-
Arten, Sorten, Beispiele
-
Informationsquellen zur Giftigkeit von Sträuchern
-
Weitere Bilder und Detail-Fotos
Definition
Was sind Giftsträucher? Der Begriff „Giftstrauch” (englisch: poisonous bush) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache. Er bezeichnet in diesem Lexikon einen Strauch innerhalb der Samenpflanzen, der für Menschen giftige Inhaltsstoffe aufweist.
Sträucher können giftige Blätter oder Nadeln, giftige Blüten, giftige Samen, giftige Früchte oder Beeren oder eine giftige Rinde aufweisen. Beim Pflanzen von Sträuchern im Garten gilt es nicht nur darauf zu achten, ob eine Pflanze giftige Früchte trägt, sondern um alle ihre Bestandteile.
Es gibt fruchtfreie Sträucher, die trotzdem sehr giftig sind und giftige Blätter/Nadeln, Blüten oder Samen tragen wie der Goldregen und Oleander. Giftsträucher zählen wie die Giftbäume, Giftblumen, Giftkräuter oder Farne zu den Giftpflanzen im Garten.
Die giftigen Früchte verschiedener Sträucher stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel oder Schmetterlinge und deren Raupen dar. Diese Giftsträucher eignen sich deshalb zum Anlegen einer Schmetterlingshecke oder Vogelhecke.
Bild: Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) mit reifen, schwarzen Früchten im Sommer (Mitte August) *
↑ Nach oben ↑
Arten, Sorten, Beispiele
Die nachfolgende Liste enthält Beispiele für einheimische für den Menschen giftige Gartensträucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Übersicht beschränkt sich dabei auf Sträucher mit sehr auffälligen Früchten, weil gerade diese Giftfrüchte auf Kinder sehr anziehend wirken.
Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen im Ernstfall keinen ärztlichen Rat oder den Kontakt zum Giftnotruf.
-
Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Schnellwachsender immergrüner Busch oder Kleinbaum, der das Alkaloid Cyclobuxin D vor allem in den Blättern enthält
-
Eibe (Taxus baccata)
Essbares Fruchtfleisch, die Samen der Konifere sind zerkaut sehr giftig und enthalten wie auch die Nadeln Taxin
-
Faulbaum (Rhamnus frangula)
Die Früchte können speziell für kleine Kinder giftig sein, die Rinde eignet sich für Rindentee und enthält Anthraglykoside
-
Ginster (Genista)
Alle Pflanzen-Teile sind giftig und enthalten Cytisin
-
Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)
Die Schmetterlingsblüten und Samen dieser Hülsenfrüchtler sind giftig und enthalten Cytisin
-
Gewöhnliche/Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
Schwach giftig durch den Bitterstoff Xylostein und geringer Mengen Alkaloide und Saponine
-
Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
Die Früchte sind sehr giftig durch Anthraglykoside
-
Liebesperlenstrauch/Schönfrucht (Callicarpa bodinieri)
Der nicht einheimische Strauch enthält Sesquiterpene
-
Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)
Die Beeren enthalten leicht giftige Glycoside wie Ligustrosid, Oleuropein und Syringin (auch in den Blättern enthalten), die für Pferde, Rinder und Schafe giftiger sind als für Menschen.
-
Lorbeerkirsche/Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Schnellwachsend, Frucht weniger giftig als Blätter und Samen mit cyanogenem Glycosid Amygdalin
-
Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus)
Gifitig sind vor allem die Beeren, die Saponine (besonders Ruscogenin)
-
Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)
Alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem die Samen mit Alkaloiden und Steroidglykosiden
-
Sadebaum (Juniperus sabina): auch Gift-Wacholder, Stink-Wacholder
Der Strauch ist in allen Pflanzenteilen giftig wegen dem ätherischen Sadebaumöl
-
Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus)
Die Früchte werden auch Knallerbsen genannt und sind in größeren Mengen giftig
-
Echter Seidelbast (Daphne mezereum) und Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum)
Beide Sträucher enthalten sehr starke Pflanzengifte, besonders Rinde und Samen der Stieltellerblüten
-
Europäische/Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium)
Die Blätter und Beeren sind giftig
-
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
Nur die Beeren sind giftig bei einer größeren Verzehrmenge
-
Zwergmispeln (Cotoneaster)
Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Früchte
Hinweise:
Umgangssprachlich werden die beerenförmigen Zapfen von Sadebaum und Wacholder oder der Samenmantel der Eibe als Beeren oder Früchte bezeichnet.
Botanisch zählen diese Pflanzen jedoch zur Klasse der Nacktsamer (Gymnospermen), die wie Nadelbäume keine Früchte, sondern freie Samen bilden, die von einem Samenmantel (Arillus) umgeben sind.
Früchte werden botanisch nur von Bedecktsamern (Angiospermen) gebildet, also von Pflanzen mit geschlossenem Fruchtknoten, der die Samen bis zu ihrer Reife enthält. Zu beachten ist, dass Buchsbaum-Früchte für Tiere wie Hunde, Hasen/Kaninchen, Pferde oder Katzen stärker giftig sind als für Menschen.
Vergiftungen treten meist bei hoher Dosierung auf durch Verwendung des Buchsbaums als Heilpflanze.
↑ Nach oben ↑
Sollten Zweifel darüber bestehen, ob ein Strauch im heimischen Garten oder im Wald giftig ist oder nicht, empfiehlt es sich, fachkundigen, medizinischen Rat bei Spezialisten für Vergiftungen einzuholen.
Zu nennen ist beispielsweise die 24-Stunden-Telefonhotline der Giftinformationszentrale-Nord (GIZ) in Göttingen für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Ferner informiert der Giftpflanzen-Ratgeber vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf über giftige Früchte oder giftige Bestandteile von exotischen und einheimischen Sträuchern.
In Österreich ist hierfür die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) in Wien und in der Schweiz das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox Info Suisse) in Zürich zuständig.
↑ Nach oben ↑
Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend weitere Bilder von giftigen, heimischen Sträuchern mit Früchten und Fotos von Giftfrüchten:
Bild: Frucht der Gewöhnlichen Schneebeere (Symphoricarpos albus) im Winter (Ende Februar) *
Bild: Gewöhnliches Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus) im Sommer (Mitte August) *
Bild: Beeren der Europäischen Eibe (Taxus baccata) im Herbst (Ende September) *
↑ Nach oben ↑