Giftige Sträucher
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

3. Informationsquellen zur Giftigkeit von Sträuchern »

4. Weitere Bilder und Detail-Fotos »

1. Definition

Was sind Giftsträucher ? Der Begriff "Giftstrauch" (englisch: poisonous bush) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache.

Er bezeichnet in diesem Lexikon einen Strauch mit für Menschen giftigen Inhaltsstoffen.

Sträucher können giftige Blätter oder Nadeln, giftige Blüten, giftige Samen, giftige Früchte oder Beeren oder eine giftige Rinde aufweisen.

Beim Pflanzen von Sträuchern im Garten gilt es nicht nur darauf zu achten, ob eine Pflanze giftige Früchte trägt, sondern um alle ihre Bestandteile.

Es gibt frucht-freie Sträucher, die trotzdem sehr giftig sind und giftige Blätter/Nadeln, Blüten oder Samen tragen wie z.B. Goldregen und Oleander.

Giftsträucher zählen wie die Giftbäume, Giftblumen, Giftkräuter oder Farne zu den Giftpflanzen im Garten.

Die giftigen Früchte verschiedener Sträucher stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel oder Schmetterlinge und ihre Raupen dar.

Diese Giftsträucher eignen sich deshalb zum Anlegen einer Schmetterlingshecke oder Vogelhecke.

 

Foto der reifen, schwarzen Früchte sowie der Blätter von Lorbeerkirsche oder auch Kirschlorbeer
Bild: Reife, schwarze Früchte und Blätter von Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus) *

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Liste enthält Beispiele für einheimische für den Menschen giftige Gartensträucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Übersicht beschränkt sich dabei auf Sträucher mit sehr auffälligen Früchten, weil gerade diese Giftfrüchte z.B. auf Kinder sehr anziehend wirken.

 

  • Buchsbaum (Buxus sempervirens): schnellwachsender immergrüner Busch oder Kleinbaum, der das Alkaloid Cyclobuxin D vor allem in den Blättern enthält

  • Eibe (Taxus baccata): essbares Frucht-Fleisch, aber die Samen der Konifere sind zerkaut sehr giftig und enthalten wie auch die Nadeln Taxin

  • Faulbaum (Rhamnus frangula): Früchte können speziell für kleine Kinder giftig sein, die Rinde eignet sich für einen Rindentee und enthält Anthraglykoside

  • Ginster (Genista): alle Pflanzen-Teile sind giftig und enthalten Cytisin

  • Gemeine Goldregen (Laburnum anagyroides): Blüten und Samen sind giftig und enthalten Cytisin

  • Gewöhnliche/Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum): schwach giftig in größeren Mengen durch den Bitterstoff Xylostein sowie geringe Mengen von Alkaloiden und Saponinen

  • Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): die Früchte sind sehr giftig durch Anthraglykoside

  • Liebesperlenstrauch/Schönfrucht (Callicarpa bodinieri): nicht einheimisch, enthält Sesquiterpene

  • Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare): enthält leicht giftige Untergruppen von Glycosiden wie z.B. Ligustrosid oder Syringin, die für Pferde, Rinder und Schafe giftiger sind als für Menschen

  • Lorbeerkirsche/Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): schnellwachsend, Frucht weniger giftig als Blätter und Samen, enthält das cyanogene Glycosid Amygdalin

  • Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)

  • Sadebaum (Juniperus sabina)

  • Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus): die Früchte werden auch Knallerbsen genannt

  • Seidelbast (Daphne mezereum): der Strauch enthält sehr starke Pflanzengifte

  • Stechpalme (Ilex aquifolium)

  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

  • Zwergmispeln (Cotoneaster): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Früchte

 

Hinweise:

 

Umgangssprachlich werden die beerenförmigen Zapfen von Sadebaum und Wacholder oder der Samenmantel der Eibe als Beeren oder Früchte bezeichnet.

Botanisch zählen diese Pflanzen jedoch zur Klasse der Nacktsamer (Gymnospermen), die wie Nadelbäume keine Früchte, sondern freie Samen bilden, die von einem Samenmantel (Arillus) umgeben sind.

Früchte werden botanisch nur von Bedecktsamern (Angiospermen) gebildet, also von Pflanzen mit geschlossenem Fruchtknoten, der die Samen bis zu ihrer Reife enthält.

Zu beachten ist, dass Buchsbaum-Früchte für Tiere wie Hunde, Hasen/Kaninchen, Pferde oder Katzen stärker giftig sind als für Menschen.

Starke Vergiftungen treten in aller Regel erst bei sehr hohen Dosierungen auf, wenn der Buchsbaum z.B. als Heilpflanze verwendet wird.

 

 

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3. Informationsquellen zur Giftigkeit bzw. über Giftsträucher

Sollten geringste Zweifel darüber bestehen, ob ein Strauch im heimischen Garten oder im Wald giftig ist oder nicht, empfiehlt es sich, fachkundigen, medizinischen Rat bei Spezialisten für Vergiftungen einzuholen.

Zu nennen ist z.B. die 24-Stunden-Telefonhotline der Giftinformationszentrale-Nord (GIZ) in Göttingen für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Ferner informiert der Giftpflanzen-Ratgeber vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf über giftige Früchte oder giftige Bestandteile von exotischen und einheimischen Sträuchern.

In Österreich ist hierfür die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) in Wien und in der Schweiz das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox Info Suisse) in Zürich zuständig.

 

 

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4. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von giftigen, heimischen Sträuchern mit Früchten und Detail-Fotos von Giftfrüchten:

 

Foto einer blass-rosa farbenen Frucht der Gewöhnlichen Schneebeere
Bild: Frucht der Gewöhnlichen Schneebeere (Symphoricarpos albus) Anfang März *

Foto von  grünen Blättern und rosa Früchten mit gelben Samen von einem  Gewöhnlichen Spindelstrauch
Bild: Gewöhnliches Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus) *

Foto der roten Beeren einer Europäischen Eibe
Bild: Beeren der Europäischen Eibe (Taxus baccata) *

* Foto © Oliver Fries

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)