Zierpflanzen

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Zierstauden
    2. Ziergemüse
    3. Ziergehölze
  3. Die ältesten Zierpflanzen
  4. Zierpflanzenbau
  5. Beispiele aus der Pflanzenwelt

Definition

Was sind Zierpflanzen? Der Begriff „Zierpflanze” stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Pflanzen, die sich durch einen besonderen Zier- und Schmuckwert auszeichnen.

Sei es als Bodenpflanzen im Garten und in öffentlichen Anlagen, als Kübel- und Topfpflanzen auf dem Balkon und der Terrasse oder als Zimmerpflanzen in geschlosenen Räumen.

Zierpflanzen werden wie auch Nutzpflanzen kultiviert und können sowohl mehrjährige verholzende Pflanzen (Ziergehölze) als auch einjährige oder mehrjährige krautige Pflanzen (Zierstauden) sein.

Buntnessel-Hybride der Sorte Kingswood Torch, botanischer Name Coleus, mit dunkelroten Blättern, die in der Mitte hellrot gemustert sind
Bild: Buntnessel-Hybride (Coleus 'Kingswood Torch') *

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Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht typischer Zierpflanzen (Zierstauden, Ziergehölze) aus der Gruppe der Samenpflanzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Zierstauden

Folgende mehrjährige, oberirdisch nicht verholzende Zierstauden (englisch: ornamental perennials) können unterschieden werden:

Die Blumenarrten mit einem besonderen Schmuck- und Zierwert können wie folgt unterschieden werden:

Einige Blumen, Gemüsepflanzen und Kräuter wachsen nur einjährig oder zweijährig und zählen deshalb nicht zu den mehrjährigen Zierstauden. Knollenblumen und Zwiebelblumen bilden mehrjährige, unterirdische Speicherorgane aus und zählen deshalb typischerweise zu den Zierstauden.

Auch Farne wie der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) oder der Frauenfarn (Athyrium) sind als mehrjährige Zierpflanzen hervorragend geeignet:

Während der Hirschzungenfarn mit seinen breiten, glatten, wintergrünen Blättern eine klare, ruhige Form in den Garten bringt, setzt der Frauenfarn mit seinen fein gefiederten, beweglichen Wedeln einen leichten, filigranen Akzent.

Beide Arten decken damit das gestalterische Spektrum von markanter Form bis zu feiner Struktur ab.

Weiß-rosa, glockenförmige Blüten einer Riesen-Glockenblume, botanischer Name Campanula lactiflora
Bild: Riesen-Glockenblume (Campanula lactiflora) Mitte Juni, eine Glocken-/Trichterblume

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Ziergemüse

Wer neue Zierpflanzen und Zierstauden für den Garten sucht, wird wegen der dekorativen Blätter, Blüten, Früchte und Stängel auch beim Gemüse fündig. Viele Gemüsepflanzen lassen sich wegen ihrer Farben und Formen hervorragend mit Blumen in einem Staudenbeet kombinieren.

Als Ziergemüse eignen sich Blattgemüse-Arten wie das Kohlgemüse (Grünkohl, Rotkohl) und Spinatgemüse wie der Mangold mit seinen kontrastreichen gelben oder roten Stielen.

Ferner kommen auch Blütengemüse wie die Zucchini, eine gelbblühende Zierpflanze, oder Fruchtgemüse wie die leuchtend roten Tomaten und der Zierpaprika als Ziergemüse in Frage.

Ebenso dekorativ wachsende Knollengemüse wie der adrette Kohlrabi, die Kartoffel mit ihren schmucken Blüten oder die Yacon mit ihren auffallend großen Blättern.1

Auch einige Zwiebelgemüse-Arten bilden dekorative Blüten aus wie der Riesen-Lauch oder die Küchenzwiebel/Gartenzwiebel und eignen sich als Ziergemüse.

Durch die Entdeckung neuer Sorten mit beeindruckenden Blütenfarben finden sich mittlerweile auch exotische Zierpflanzen wie die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) in der Gartengestaltung.

Allerdings sind nicht alle dieser neuen Zierpflanzen essbar. Wer auf essbares Ziergemüse Wert legt, sollte sich vor dem Kauf beim Pflanzenhandel, dem Gartencenter oder der Gärtnerei genau informieren.

Ziergarten mit Gemüse als Bepflanzung von einem Garten-Teich mit einem Gelbstieligen Mangold (Beta vulgaris ssp.vulgaris 'Bright Yellow') und einem Rotblättrigen Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica 'Redbor') sowie Sonnenhut (Rudbeckia fulgida)
Bild: Ziergarten mit Gartenteich mit Gelbstieligem Mangold (Beta vulgaris ssp.vulgaris 'Bright Yellow'), Rotblättrigem Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica 'Redbor') und Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) im Spätsommer (Ende August) *

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Ziergehölze

Folgende sommergrüne und immergrüne Ziergehölze (englisch: ornamental trees) können unterschieden werden:

Verholzende Zierbäume kommen als Bäume mit Blättern (Laubbäume und Obstbäume) oder als Bäume mit Nadeln (Nadelbäume) vor. Verholzende Ziersträucher kommen als Sträucher mit Blättern (Laubsträucher, Nusssträucher und Obststräucher) oder als Sträucher mit Nadeln (Nadelsträucher) vor.

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Die ältesten Zierpflanzen

Zu den ältesten Zierpflanzen zählen Blumen wie die Chrysanthemen (Chrysanthemum), Lilien (Lilium), Lobelien (Lobelia), Oleander (Nerium oleander), Tulpen (Tulipa) und natürlich Rosen (Rosa).3

Rote Rosen, botanischer Name Rosa, umgeben vom Weißen Großen Löwenmaul
Bild: Rote Rosen (Rosa) im Mai, re. Großes Löwenmaul (Antirrhinum majus), eine Maskenblume
Creme-weiß-gelbe Blüte einer Viridiflora-Tulpe der Sorte Spring Green, botanischer Name Tulipa, mit vertikal markant verlaufendem, grünem Streifen
Bild: Grüne Tulpe (Tulipa 'Spring Green‘) im Mai, eine sogenannte Viridiflora-Tulpe mit grünen Blüten
Rote Blüte einer Lilie, botanischer Name Lilium, deren Sorte oder Art unbekannt ist
Bild: Rote Lilie (Lilium) im Sommer (Juli)
Weiße Blüten von einem Oleander / Rosenlorbeer, botanischer Name Nerium oleander
Foto: Weißer Oleander (Nerium oleander) im Spät-Frühling (Anfang Juni), ein Dauerblüher-Strauch
Pinkfarbene Blüten von Garten-Chrysanthemen, botanischer Name Chrysanthemum x grandiflorum
Foto: Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum x grandiflorum) im Oktober mit Körbchenblüte

Chrysanthemen, Lilien und Tulpen zählen zu den ältesten Zierpflanzen für den Friedhof oder fürs Grab. Sie sind traditionelle Grab- und Trauerblumen mit kultureller oder religiöser Bedeutung und weitreichender Blumensprache.

Auch Rosen wird besonders im Christentum eine tiefergehende Symbolik zugesprochen, allerdings sind sie keine krautig wachsende Blumen, sondern verholzende Dornensträucher.

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Zierpflanzenbau

Die Herstellung von Zierpflanzen erfolgt in der Baumschule, der Staudengärtnerei und dem Zierpflanzenbau, eine Untersparte im Gartenbau. Bei ökologisch orientierten Produktionsbetrieben werden dabei keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Wie wichtig der Markt für Zierstauden und Zierpflanzen in Deutschland ist zeigt der Umstand, dass für den Blumen- und Zierpflanzenbau eine spezialisierte Ausbildung angeboten wird: Sei es als Gärtner, Gärtnergehilfe oder Gärtnermeister der Fachrichtung Zierpflanzenbau.

In den Gärtner-Fachrichtungen zeichnet sich außerdem eine weitere Spezialisierung in Produktion oder Beratung und Verkauf im Bereich Zierpflanzen ab.

So können Kunden im Gartencenter oder Gewächshaus beste Produkte und eine optimale Verkaufspräsentation für die Auswahl von Nutz- und Zierpflanzen angeboten werden.

Nicht zu vergessen eine qualifizierte Beratung über die Bekämpfung von Krankheiten und Schädlinge an Zierpflanzen, Pflanzenschutz, Pflege, Dünger oder Standort.

Orange Blüte einer Paradiesvogelblume, botanischer Name Strelitzia reginae
Bild: Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae)

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Beispiele aus der Pflanzenwelt in Deutschland

Hobbygärtner und Pflanzeninteressierte können Beispiele und Ideen, wie man Sortimente aus dem Zierpflanzenbau in der Gartengestaltung verwenden kann, in Botanischen Gärten finden.

Diese werden von Landschaftsgärtnern angelegt und gepflegt. Weitere Attraktionen und Sehenswürdigkeiten werden auf den Seiten zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland vorgestellt:

Zahlreiche gelb-weiße Blüten einer Mutterkraut-Staude, botanischer Name Tanacetum parthenium oder Chrysanthemum parthenium, mit gänseblümchenähnlichen Blüten
Bild: Mutterkraut-Staude (Tanacetum parthenium, Syn.: Chrysanthemum parthenium), stark duftende Sommerblumen *

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[1] Die zu den Nachtschattengewächsen zählende Kartoffel (Solanum tuberosum) stammt ursprünglich aus Südamerika und verbreitete sich durch die Seefahrt ab dem 16. Jh. von Spanien aus in Europa, wo sie sich zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel entwickelte. Allerdings wurde die Kartoffel zunächst nicht als Knollen- und Wurzelgemüse genutzt, sondern fand wegen ihrer prächtigen Blätter und Blüten als Zierpflanze Verwendung. Die Kartoffel enthält in allen Pflanzenteilen das giftige Alkaloid Solanin, dessen Giftigkeit von den Keimen über die Blüten, Früchte, Blätter und Knollen abnimmt, weshalb sie nicht nur zu den Giftpflanzen, sondern auch zu den Giftblumen gezählt werden kann.