Inhaltsverzeichnis
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Definition
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Arten, Sorten, Beispiele
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Laubhecken
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Nadelhecken
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Vorteile und Nachteile
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Tipps zu Pflege, Pflanzen, Schneiden
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Weitere Bilder und Detailfotos
Definition
Was sind langsam wachsende Hecken? Der Begriff der „langsam wachsenden Hecke” (englisch: slow-growing hedges) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache.
Er bezeichnet in diesem Lexikon Hecken, die aus Heckenpflanzen bestehen, welche im Mittel einen Zuwachs pro Jahr von bis zu 30 cm aufweisen. Allerdings ist eine Angabe zum Wachstum von Heckensträuchern stets als ein ungefährer Wert zu verstehen:
Dieser ist abhängig von den Standort-Bedingungen im Garten wie Boden-Beschaffenheit, Klima- und Licht-Verhältnisse, benachbarte Pflanzen oder Schädlinge.
Ein weiteres Merkmal von langsam wachsenden Gartenhecken ist, dass ihr Wachstum jedes Gartenjahr relativ gleichmäßig bis zum Erreichen der maximalen Heckenhöhe verläuft.
Bild: Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus), Foto: Losch
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Arten, Sorten, Beispiele
Die folgende Liste enthält Beispiele für langsam wachsende Hecken, wie man sie auch in der Baumschule und Gärtnerei, vom Pflanzenversand oder im Gartencenter kaufen kann.
Nach der Blätterart können sommergrüne und immergrüne Laubhecken mit Blättern unterschieden werden sowie ganzjährig immergrüne Nadelhecken mit Nadeln.
In der Übersicht ist zu jeder Pflanze in Klammern der durchschnittliche Zuwachs pro Jahr angegeben.
Laubhecken
Mit den folgenden Heckenpflanzen kann eine langsam wachsende Laubhecke im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz gepflanzt werden:
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Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Zuwachs bis zu 20 cm pro Jahr
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Faulbaum (Rhamnus frangula)
Zuwachs bis zu 20 cm pro Jahr
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Rote Glanzmispel (Photinia fraseri)
Zuwachs 20 bis 30 cm pro Jahr
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Hartriegel/Hornstrauch (Cornus)
Zuwachs 20 bis 30 cm pro Jahr
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Heckenkirsche/Geißblatt (Lonicera)
Zuwachs ca. 30 cm pro Jahr
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Echte Mehlbeere (Sorbus aria)
Zuwachs 20 bis 30 cm pro Jahr
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Hecken-/Busch-Rose (Rosa corymbifera)
Zuwachs 15 bis 30 cm pro Jahr
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Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus)
Zuwachs 20 bis 30 cm pro Jahr
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Schwarzdorn (Prunus spinosa), auch Schlehe, Schlehdorn
Zuwachs ca. 30 cm pro Jahr, in jungen Jahren Wachstum stärker
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Gewöhnlicher Spindelstrauch/Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
Zuwachs 15 bis 20 cm pro Jahr
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Salbei-/Ohr-Weide (Salix aurita)
Zuwachs 20 bis 30 cm pro Jahr
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Weißdorn (Crataegus)
Zuwachs 15 bis 25 cm pro Jahr
Hinweise zur Übersicht:
Einige der genannnten langsam wachsenden Heckenpflanzen können im Garten als Laubbaum gepflanzt werden. So wachsen Buchsbaum, Mehlbeere, Pfaffenhütchen und Weißdorn als Kleinbäume und die Mehlbeere wächst als mittelgroßer Baum.
Für eine immergrüne, langsam wachsende Hecke eignen sich Buchsbaum, Glanzmispel und wintergrüne Arten der Heckenkirsche (Geißblätter).
Innerhalb der Gattung der Heckenkirschen (Geißblätter) wächst besonders langsam die Böschungsmyrthe bzw. Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata) mit einem Zuwachs von 15 cm pro Jahr.
Ferner sind einige der langsam wachsenden Heckenpflanzen Giftpflanzen und haben giftige Früchte oder Pflanzengiftstoffe. Hierzu zählen Buchsbaum, Faulbaum, Lebensbaum und Pfaffenhütchen.
Alle anderen Heckenpflanzen sind bis auf Heckenrose, Ohrweide, Schwarzdorn und Weißdorn leicht giftig. Der Schwarzdorn und der Weißdorn zählen darüber hinaus zu den Arzneipflanzen bzw. Heilpflanzen.
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Nadelhecken
Mit den folgenden Heckenpflanzen kann eine langsam wachsende Nadelhecke im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz gepflanzt werden:
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Europäische/Gemeine Eibe (Taxus baccata): alle Pflanzenteile giftig (bis 20 cm)
Die Säulen-Eibe (Taxus x media 'Hillii') ergibt mit ca. 10 bis 15 cm Zuwachs pro Jahr eine speziell langsam wachsende Nadelhecke
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Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis): immergrünes Nadelgehölz (20 bis 25 cm)
Die Sorte Thuja occidentalis 'Smaragd' ergibt mit ca. 10 cm Zuwachs pro Jahr eine speziell langsam wachsende Thuja-Nadelhecke.
Der Lebensbaum 'Brabant' (Thuja occidentalis 'Brabant') zählt dagegen mit bis zu 30 cm Zuwachs pro Jahr zu den schneller wachsenden Thuja-Nadelhecken.
Hinweis zur Übersicht:
Beide genannten, langsam wachsende Nadelhecken können im Garten auch als Nadelbaum gepflanzt werden und weisen Pflanzengifte auf.
Bild: Lebensbaum-Hecke (Thuja occidentalis) Ende September, wächst auch als Giftbaum *
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Vorteile und Nachteile
Langsam wachsende Heckenpflanzen bieten den Vorteil, dass sie nach dem Pflanzen sehr pflegeleicht sind und seltener einen Form-Schnitt oder Rückschnitt erfordern als schnell wachsende Heckenpflanzen.
Deshalb müssen im Zeitablauf relativ wenige Äste und Zweige beim Schneiden der Heckenpflanzen entsorgt und abtransportiert werden.
Neben dem Vorteil der Pflegeleichtigkeit werden langsam wachsende Hecken gepflanzt, wenn ein Sichtschutz im Rahmen der Gartenarchitektur nicht gewünscht oder nicht notwendig ist. Denn es dauert relativ lange, bis aus den Solitär-Sträucher-Pflanzen eine hohe und dichte Hecke gebildet wird.
Wer einen schnellen und dauerhaften Sichtschutz im Garten benötigt, sollte besser schnellwachsende und immergrüne Pflanzen wie den Kirschlorbeer oder schneller wachsende Thujen-Sorten für eine Gartenhecke auswählen.
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Tipps zu Pflege, Pflanzen, Schneiden
Tipps zum Pflegen und Schneiden langsam wachsender Hecken finden sich auf der Hecken-Hauptseite:
Tipps zum Pflanzen einer langsam wachsenden Gartenhecke finden sich auf der Hecken-Hauptseite:
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Weitere Bilder und Detailfotos
Nachfolgend weitere Bilder von langsam wachsenden Hecken und Detailfotos:
Bild: Tatarischer Hartriegel 'Aurea' (Cornus alba 'Aurea'), auch Weißer oder Gelblaubiger Hartriegel/Hornstrauch, Mitte September *
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