Kiefern (Föhren) - Kiefernbäume - Kiefernarten
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

3. Anteil an deutscher Wald-Fläche »

4. Unterschied von Fichten-, Tannen-, Kieferzapfen »

5. Nadeln, Rinde und Wurzel im Vergleich »

6. Bedeutung als Pionierbaum »

7. Ökologische Bedeutung »

8. Bedeutung in der Forstwirtschaft »

9. Bedeutung als Nutzholz und Möbel-Holz »

10. Verwendung als Brennholz und Kaminholz »

11. Krankheiten und Schädlinge »

12. Bedeutung in der Gartenkunst »

13. Bedeutung in Medizin und Naturheilkunde »

14. Baumsymbolik und Mythologie »

15. Tipps zum Pflanzen, Standort, Schneiden »

16. Weitere Bilder und Detail-Fotos »

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale

 Was ist ein Kiefernbaum bzw. eine Föhre ? Die Kiefer (botanisch: Pinus) zählt zur Pflanzen-Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) in der Ordnung der Koniferen (Coniferales, Pinales) und ist ein immergrüner Nadelbaum oder Strauch, von dem es weltweit über 100 Arten gibt.

Kiefern-Bäume (englisch: pines) wachsen bis auf wenige spezielle Sorten als mittelgroße Bäume oder tiefwurzelnde Großbäume mit einer Wuchshöhe von über 50 Metern und sind vor der Tanne die häufigsten und artenreichsten Nadelbäume in Europa.

Verschiedene Kiefernarten und -sorten können ein Alter von bis zu 1.000 Jahren erreichen (z.B. Zirbelkiefer) und blühen zum ersten Mal nach etwa 40 bis 60 Jahren (z.B. Waldkiefer). Im Freistand ist eine Kiefernblüte auch schon nach 15 bis 20 Jahren möglich.

In Deutschland ist etwas ein Viertel der Waldfläche im Durchschnitt mit Kiefernbäumen bewachsen. Regional ist die Kiefer sogar noch stärker vertreten (z.B. in Berlin und Brandenburg mit über zwei Drittel Wald-Anteil) und sie ist damit nach dem Fichtenbaum der zweithäufigste Baum in Deutschland.

 

Freistehende Latschenkiefer im Sommer in einem Garten in Oberbayern
Bild: Bergkiefer/Latschenkiefer (Pinus mugo) im Sommer in Oberbayern *

 

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Die folgende Liste zeigt ein Übersicht von Kiefern-Arten in Deutschland, die man als Setzlinge in den meisten Baumschulen kaufen kann:

 

  • Berg-Kiefer (Pinus mugo): auch Krummholzkiefer, Latschenkiefer, Latsche

  • Drehkiefer (Pinus contorta): auch Küstenkiefer, Murraykiefer

  • Grannen-Kiefer (Pinus aristata): in Nordamerika beheimateter, langsam wachsender Baum

  • Schlangenhaut-Kiefer/Schlangenhautkiefer (Pinus heldreichii, Pinus leucodermis)

  • Schwarz-Kiefer (Pinus nigra): bekannt auch die Österreichische Schwarzkiefer (Pinus nigra austriaca)

  • Silberkiefer (Pinus sylvestris 'Watereri'): auch Strauch-Waldkiefer, kleinwüchsige Kiefernart

  • Tränen-Kiefer (Pinus wallichiana): Kiefernart mit auffallend eleganter Erscheinung

  • Wald-Kiefer/Waldkiefer (Pinus sylvestris): regional auch Föhre, schnellwachsende Baumart

  • Weymouth-Kiefer (Pinus strobus): Kiefernart, die hauptsächlich in Nordamerika wächst

  • Zirbelkiefer (Pinus cembra): die Kiefernart heißt in Bayern und Österreich auch Zirbe

 

Hinweise:

 

Von der Berg-Kiefernart Pinus Mugo gibt es spezielle Züchtungen, die als kleine Kiefern (Zwergkiefern) im Garten gepflanzt werden können.

Als Kleinbäume wachsen z.B. Kugelkiefer (Pinus mugo 'Varella'), Kriech-Kiefer (Pinus mugo 'Pumilio'), Kegel-Bergkiefer (Pinus mugo 'Columnaris') oder Wintergelbe Zwergbergkiefer (Pinus mugo 'Carstens Wintergold').

Sie eignen sich auch als Kübelpflanzen für den Balkon oder die Terrasse.

In Japan zählt die Japanische Rotkiefer (Pinus densiflora) und in Nordamerika die Küsten-Kiefer (Pinus contorta) zu den häufigsten Kiefernarten.

 

Drehwüchsigen Föhre Pinus sylvestris im Herbst
Bild: Drehwüchsige Waldkiefer/Föhre (Pinus sylvestris) in Erlenbach am Main (LK Miltenberg, Unterfranken)

 

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3. Anteil an der deutschen Wald-Fläche

Die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris) ist mit einem Besiedelungsanteil von etwa 23% der zweithäufigste Nadelbaum in deutschen Wäldern nach der Gemeinen Fichte (Picea abies).¹

Vergleicht man den Besiedelungsanteil der Gemeinen Kiefer mit dem der häufigsten Laubbäume in deutschen Wäldern, dann ist sie vor der Rotbuche (Fagus sylvatica) und der Eiche (Stieleiche, Traubeneiche) auch die zweithäufigste Baumart bzw. der zweithäufigste Baum in Deutschland`s Wäldern. ¹

 

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4. Unterschied von Fichten-, Tannen-, Kieferzapfen

Die meisten Kiefern sind (bis auf wenige zweihäusige Arten) einhäusige Samenpflanzen, d.h. an jedem Baum befinden sich sowohl weibliche als auch (überwiegend) männliche Kiefern-Zapfen.

Diese Eigenschaft teilen sie mit Fichten und Tannen und die Vermehrung von allen drei Nadelbäumen erfolgt durch Windbestäubung.

Bei den Zapfen hört die Übereinstimmung allerdings auf, denn Kiefernzapfen, Fichtenzapfen und Tannenzapfen unterscheiden sich in wesentlichen Merkmalen:

Kiefernzapfen benötigen etwa 2 Jahre bis zur Samen-Reife und fallen, nachdem sie ihren Samen freigegeben haben, als Ganzes vom Baum.

Im Unterschied zur Tanne wachsen Kiefernzapfen nicht aufrecht, sondern hängend.

Die Zapfen der Fichte vereint beide Eigenschaften von Tanne und Kiefer, weil sie zunächst aufrecht wachsen und nach der Befruchtung an den Ästen hängen.

 

Reifer Zapfen einer Küstenkiefer bzw. Drehkiefer Pinus contorta
Bild: Reife Zapfen einer Küsten-Kiefer/Dreh-Kiefer (Pinus contorta) im September in Bayern *

 

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5. Nadeln, Rinde und Wurzel im Vergleich

Kiefernarten mit leichten Samen wie die Grannenkiefer sind windblütig, d.h. ihre Vermehrung erfolgt durch Windbestäubung, während Kiefernarten mit schwereren Samen mit Hilfe von Kleintieren und Vögeln bestäubt werden (z.B. Zirbelkiefer).

Die Kiefer/Föhre bildet als tiefwurzelnder Baum mehrere Meter tiefe Pfahl-Wurzeln aus.

Als Tiefwurzler ist sie wie die Eiche und Tanne (sowie der Esche mit Abstrichen) im Unterschied zu Flachwurzlern wie der Fichte oder der Douglasie deutlich standfester bei starken Stürmen.

Die Nadeln der Kiefer sind im Vergleich zu anderen Nadelbäumen sehr lang und wachsen nicht einzeln an den Zweigen, sondern in einer Scheide, die je Kiefernart zwischen zwei und fünf Nadeln umschließen kann.

Kiefernnadeln weisen außerdem einen sehr starken, würzig-aromatischen Duft auf, dem eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird.

Im Unterschied zu Tannennadeln werden Kiefernnadeln nur etwa zwei bis drei Jahre alt.

Die Rinde von jungen Kiefern ist glatt und graugelb bis fuchsrot. Im Unterschied dazu ist die Rinde älterer Bäume eher rotbraun bis graubraun und weist tiefrissige Furchen mit dicken, groben Schuppen-Platten auf.

 

Ast einer Waldkiefer mit den grünen Nadeln
Bild: Ast mit grünen Nadeln von einer Waldkiefer (Pinus sylvestris) *

 

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6. Bedeutung als Pionierbaum

Kiefern sind (wie auch Sal-Weiden und Birken) typische Pionierbäume, die dank ihrer großen Samen-Bildung und Anspruchslosigkeit an Erde und Wasser relativ schnell freie Flächen (z.B. nach Bränden oder Naturkatastrophen) besiedeln und Wälder bilden können.

Hinzukommt, dass Kiefern Tiefwurzler sind und dadurch relativ gut Stürmen widerstehen können.

Auf diese Weise entstehen relativ schnell Reinbestände von Kiefernwäldern, die aber nach und nach durch andere Baumarten wie Birken, Buchen und Eichen besiedelt und übernommen werden.

Die Existenz größerer Bestände an Kiefernwälder ist stets dadurch zu erklären, dass diese Bestände durch den Menschen angelegt wurden.

Denn über lange Zeitperioden können Kieferbäume nur auf Extremstandorten mit wenig Erde oder Wasser existieren, weil sie dort von konkurrierenden Baumarten nicht verdrängt werden können.

Bei von Menschen geschaffenen Wäldern mit Rein-Kieferbeständen besteht die Gefahr, dass der Waldboden durch die sauren Nadeln der Kiefer übersäuert, wodurch auch die Gefahr von Schädlingen steigt.

Bei nachhaltiger Forstwirtschaft wird deshalb kein reiner Föhrenwald, sondern ein Wald mit Mischbeständen aufgebaut, in dem man Kiefernbäume mit Buchen oder Eichen mischt.

 

Zwerg-Weymouthskiefer der Sorte Radiata mit langen Nadeln und dicht geschlossener, kugeliger Verzweigung
Bild: Zwerg-Weymouthskiefer (Pinus strobus 'Radiata') im Februar in Bayern *

 

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7. Ökologische Bedeutung

Die Kiefernbäume bieten einigen Kleintieren einen Lebensraum und Nahrungsgrundlage. Als Beispiele zu nennen sind Schmetterlinge wie Kiefernschwärmer, Kiefernspinner, Klosterfrau, Nadelholz-Rindenspanner oder Nonne, deren Raupen sich von Fichtennadeln, Kiefernnadeln und Lärchennadeln ernähren.

Aus diesem Grund sind Kiefern eine der wenigen Nadelholzgewächse, die sich auch als Heckenpflanzen für eine Schmetterlingshecke eignen.

Nachfolgend die Bedeutung einzelner Kiefernarten in der Natur: Die Zirbelkiefer bietet, wie auch die Europäische Lärche, einen wichtigen Lebensraum für Flechten wie die Wolfsflechte (Letharia vulpina), die für fleischfressende Wirbeltiere wie Füchse und Wölfe giftige Pflanzengifte enthält.

Eine wichtige Funktion in den Alpen hat die Bergkiefer (Pinus mugo), die auch Latschenkiefer (oder kurz: Latsche) genannt wird. Die Kiefernart wächst dort an Steilhängen auf über 2.500 Höhenmetern und schützt den Berg sehr wirkungsvoll vor Erosion und Lawinen.

Von Bedeutung an Berghängen ist speziell die Unterart Pinus mugo subsp. mugo. Sie wächst überwiegend als krumme Strauch-Form mit einer Wuchshöhe von 1 m bis 3 m und am Boden liegenden oder in Bogenform aufsteigenden Ästen.
 

Zwei Steinböcke in den Alpen hinter einer Latsche bzw. Legföhre
Bild: Latsche (Pinus mugo subsp. mugo), Latsche, auch Bergföhre, Krummholzkiefer, Latschenkiefer, Legföhre, Legkiefer oder Zunter, und Steinböcke in den Alpen im August *

 

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8. Bedeutung in der Forstwirtschaft

Kiefern bzw. Föhren zählen weltweit zu den wichtigsten Baumarten in der Forstwirtschaft wie auch die Fichtenarten und Tannenarten.

Das ist darin begründet, weil Föhren ohne große Ansprüche an den Standort was Nährstoffe und Feuchtigkeit/Wasser betrifft schnell und gerade wachsen.

Wegen ihres schnellen Wuchses und ihrer Anspruchslosigkeit werden viele Kiefernarten auch bevorzugt zum Aufforsten von gerodeten Flächen oder nach größeren Wald-Schäden durch Unwetter, Luftverschmutzung oder Schädlinge gepflanzt.

 

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9. Bedeutung als Nutzholz und Möbel-Holz

Das dekorative und leicht spaltbare Massivholz der Kiefer eignet sich im Innenbereich besonders für die Herstellung von Landhaus-Möbeln z.B. als

 

  • Schrank (Eckschrank, Kleiderschrank, Schlafzimmerschrank, Wohnzimmerschrank, Bauern-Schränke),

  • Stuhl und Tisch (Couchtisch, Esstisch, Friesenbank, Nachttisch, Ess-Stühle, Schreibtisch),

  • Board (Highboard, Sideboard),

  • Wand (Anbauwand, Wohnwand) oder als

  • Anrichte, Bücherregal, Garderobe, Kommode, Sekretär und Vitrine.

 

Weil sich das Holz der Kiefern (Föhrenholz) auch gut als Furnierholz verarbeiten und bearbeiten läßt, wird es für Möbel oder im Innenausbau z.B. gelaugt, geölt, weiss gestrichen oder natur und unbelassen verwendet.

Wer sich unbehandelte Kiefernholzmöbel kaufen möchte, sollte berücksichtigen, dass sie Terpene ausdampfen können, was bei empfindlichen Menschen zu Schleimhaut-Reizungen führen kann. Das gilt besonders für Kiefernholzbetten im Schlafzimmer.

Im Vergleich zu Fichtenholz weist Kiefernholz bessere mechanische Eigenschaften auf und findet durch seine gute Witterungsbeständigkeit wie auch Tannenholz als Bauholz oder Konstruktionsholz Verwendung. Sei es in Form von Brettern, Masten, Pfosten oder Pfählen.

Kiefernbretter eignen sich durch ihre geringe Wiederverkeimung auch gut als hygienische Schneidebretter.

 

Kiefernholz-Brett als Fußboden-Diele hergestellt aus dem Holz einer Waldkiefer
Bild: Kiefernholz-Fußbodenbrett (Dielenboden) aus dem Holz einer Waldkiefer (Pinus sylvestris)

 

Im Aussenbereich ist Kiefernholz z.B. eine verbreitete Holzart für Terrassen-Böden, Gartenmöbel, Fahrrad- und Fußgänger-Brücken, Kinderspielplätze, Lärmschutzwände, Palisaden oder im Hausbau für Balkone, Fassaden, Fenster, Tore und Türen.

Die Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) der Kiefer liegt etwa bei 510 kg pro Kubikmeter, wodurch sie gerade noch zum Weichholz zählt.

Eine Ausnahme stellt die Schwarzkiefer dar, welche die höchste Darrdichte unter allen Kiefernarten von 560 kg pro Kubikmeter aufweist. Kiefernbalken aus dem Holz der Schwarzkiefer kommen deshalb wie auch Eichenholz als Hartholz für U-Bahn- und Eisenbahnschwellen in Frage.

Das Holz der Kiefer kommt ferner zum Einsatz in der Papierherstellung, wenn es ausreichend getrocknet wurde. Gemahlene Kiefernborke findet als geruchsbindender Stoff für Komposttoiletten Verwendung.

 

Drehkiefer Pinus contorta in Oberbayern
Bild: Drehkiefer (Pinus contorta) im September in Oberbayern *

 

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10. Verwendung als Brennholz und Kaminholz

Trotz oder gerade wegen des hohen Harz-Anteils eignet sich Kiefernholz auch als Brennholz, weil es beim Abbrennen einen angenehmen Harz-Duft verbreitet.

Wegen dem hohen Harzgehalt kommt es zu dem typischen Knistern und lauten Knacken von Kiefernholz beim Abbrennen.

Wenn infolge der Hitze des Feuers Harzeinschlüsse aufplatzen, können auch Funken sprühen (Funkenflug).

Das ist bezüglich einer Brandgefahr von brennbaren Gegenständen um den Kamin herum zu beachten, wenn kein geschlossener Ofen verwendet wird.

Die bei der vollständigen Verbrennung von Kiefernholz freigesetzte Energie (Volumen-Brennwert) liegt bei mittleren 1700 kwh/rm.

 

 

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11. Krankheiten und Schädlinge

Die häufigsten Krankheiten der Kiefer werden durch Pilze ausgelöst wie Lophodermium seditiosum (Kiefernschütte) und Doihistroma setospora. Diese Pilz-Krankheiten sind erkennbar durch eine Braunfärbung der Nadeln.

Allerdings gibt es auch Pilze wie den Kiefernbaumschwamm oder der Kiefern-Braunporling, die Fäulnis im Holz und in den Wurzeln der Kiefer hervorrufen können.

Schädlinge der Kiefern sind der unter der Kiefernborke lebende Kiefernborkenkäfer oder die Raupen der folgenden Schmetterlinge, die sich von den Nadeln der Kiefernbäume ernähren:

Kiefernspinner, Kiefernharzgallenwickler, Kiefernschwärmer, Kiefernspanner, Kiefernknospenwickler, Nonne, Forleule, Kieferntriebwickler und Kiefernknospentriebwickler.

Die genannten Schmetterlinsraupen sind überwiegend Schädlinge in Wäldern mit Kiefern-Monokultur, wenn sie massenhaft auftreten und wenn zu wenig natürliche Feinde vor Ort vorhanden sind.

Gleiches gilt für die Kiefernbuschhornblattwespe, ein unter diesen Voraussetzungen gefährlicher Forstschädling.

Wenn gehäuft gelbliche Flecken an den Kiefernnadel auftreten, kommen als Schädlinge oft Läuse in Betracht wie z.B. die Kiefernwollaus (Schmierläuse) oder auch Nadelschildläuse.

 

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12. Bedeutung in der Gartenkunst

Seit Hunderten von Jahren ist in China und Japan der Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") eine Form der chinesischen und japanischen Gartenkunst.

Dabei werden als Topfpflanze Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern oder kurzen Nadeln durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt klein gehalten.

Für Bonsai kommen neben Laubbaumarten wie Ahornbäumen, Buchen oder Ulmen auch Nadelbaumarten wie Fichten, Hemlocktannen, Lärchen, Wacholder-Bäume und Kiefernbäume (Föhren) in Frage.

Unter den verschiedenen Kiefernarten eignen sich als Bonsai-Kiefern (Pinus bonsai) mit kurzen Nadeln zum Beispiel bestimmte Sorten der Japanischen Mädchenkiefer (Pinus parviflora „Glauca“) oder der Japanischen Kiefer (Pinus thunbergii 'Banshoho').

 

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13. Bedeutung in Medizin und Naturheilkunde

Die Nadeln und Zweigspitzen der meisten Kiefernarten enthalten ätherische Öle, denen eine lindernde Wirkung bei Entzündungen nachgesagt wird.

Aus diesem Grund werden sie z.B. als Heilpflanzen in der Naturheilkunde bei Hautentzündungen, Rheuma, Muskelschmerzen sowie Husten und Erkrankung der Bronchien (Bronchitis) verwendet.

Oder auch als Arzneipflanzen zur Herstellung von Mitteln gegen verschiedene Erkältungen (z.B. Eukalyptus-Kiefernbalsam).

Darüber hinaus wurden die jungen Triebe von Kiefern in früheren Zeiten auch zur Blutreinigung verwendet.

Die ätherischen Öle aus Ästen, Nadeln und Zweigspitzen der Latschenkiefer (Latsche) eignen sich wegen ihres frischen, würzigen Aromas sowie ihrer desinfizierenden und schleimlösenden Heilwirkung als Aufguß in der Sauna oder für ein Erkältungsbad.

Bei Stirn- und Kieferhöhlenentzündung können Dampfbäder mit Essenzen aus Kiefernnadeln (wie auch Fichtennadeln) zum Inhallieren hilfreich sein.

 

 

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14. Baumsymbolik und Mythologie

In der Baumsymbolik sind die immergrünen Kiefern ein Symbol für Ausdauer, Bescheidenheit, Beständigkeit, Unsterblichkeit und langes Leben.

Diese Symbolik gilt besonders in Asien (Korea, Japan) und dort speziell in China, wo die Kiefer besonders häufig in Tempel-Anlagen und Gärten zu finden ist.

In der Feng-Shui-Kunst in China zählt die Kiefer (Föhre) neben den immergrünen Bambusarten und der Pflaume auch zu den "Drei Freunden der kalten Jahreszeit".

 

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15. Tipps zum Pflanzen, Standort, Schneiden

Wenn Kiefern zu gross gewachsen sind im Garten, kann man sie grundsätzlich an den jungen Trieben schneiden. Allerdings verändert der Kiefernbaum dann seine Wuchsform.

Er verzweigt sich an den Schnittstellen, wird bauchig-runder und vor allem man muß ihn dann künftig jährlich schneiden.

Wo wachsen Kiefern? Alle Kiefernarten zählen zu den Lichtbaumarten und bevorzugen einen relativ freien und sehr sonnigen Standort im Garten.

Beim Pflanzen sollte daher stets darauf geachtet werden, dass der Kiefernbaum empfindlich auf Schatten durch andere Bäume reagiert.

Bei nährstoffreichem und (nicht zu) feuchtem Boden sowie einem niederschlagsreichen Klima gedeihen Kiefernbäume zwar besser, aber sie können im Gegensatz zu den meisten Baumarten auch ohne diese Faktoren auskommen (vgl. weiter oben → Pionierbaum).

Als günstiger Zeitpunkt zum Pflanzen von Kiefern empfehlen sich frostfreie Tage zwischen Herbst-Anfang und Frühlingsanfang, so lange der Boden noch nicht gefroren ist.

 

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16. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Kiefern/Föhren in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Zwerg-Schwarzkiefer der Sorte Helga mit Schnee-Umgebung
Bild: Zwerg-Schwarzkiefer (Pinus nigra 'Helga') Anfang März in Südbayern *

Nahaufnahme von den Nadeln einer Schwarzkiefer
Bild: Nadeln einer Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) Anfang März in München *

Ast mit Zapfen und Nadeln einer Latsche
Bild: Zapfen einer Latsche/Bergkiefer (Pinus mugo) Ende September *

Freistehende mittelgroße Waldkiefer Pinus sylvestris
Bild: Freistehende Waldkiefer (Pinus sylvestris) im Herbst

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

 

¹ Quelle: Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.6, 8, 13, 16 (→ zum PDF).

* Foto © Oliver Fries