Immergrüne Hecken, Nadelhecken und winterharte Heckenpflanzen
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

2. Arten, Sorten, Beispiele

2.1 Laubgehölze für Laubhecken

2.2 Nadelgehölze für Nadelhecken

3. Schnellwachsende Heckenpflanzen

4. Tips zum Pflanzen, Schneiden, gesetzlichen Naturschutz 

 

1. Was ist eine immergrüne Hecke ? Eine Definition

 

Immergrüne Hecken (englisch: evergreen or wintergreen hedges) sind Nadelgehölze oder Laubgehölze, die auch im Winter ihre Blätter oder Nadeln mit überwiegender Grünfärbung behalten.

Der Begriff "immergrüne Hecke" bedeutet, dass eine Hecke ihre Blätter oder Nadeln erst nach mehreren Wachstumsphasen bzw. Vegetationsphasen abwirft, das heisst frühestens nach 2 Jahren oder später.

Ein immergrüner Eindruck entsteht deshalb, weil nicht alle Blätter oder Nadeln gleichzeitig abfallen und diese sich vorher auch nicht verfärben. Anders als bei sommergrünen Gehölzen mit ihrer leuchtenden Herbstfärbung fällt der Blatt- und Nadel-Abwurf daher optisch nicht auf.

Meistens werden dabei gleiche oder verschiedene immergrüne Sträucher als Formgehölze linienförmig, dicht und langgestreckt angepflanzt.

Eine immergrüne Hecke wird in der Gartengestaltung überall dort gepflanzt, wo das ganze Jahr über ein dichter Sichtschutz oder Rückzugsort bestehen oder etwas durch eine Hecke im Garten verdeckt werden soll.

Einen Sonderfall stellen die Hainbuche und Rotbuche dar: Sie sind zwar keine immergrüne Heckenpflanzen, behalten aber auch im Winter wie die Eiche ihre braunen Blätter und bieten so einen gewissen Sichtschutz im Garten.

 

Bild einer Thujahecke an einem sonnigen September-Tag im Vorgarten einer Wohnsiedlung
Bild: Thujahecke im Vorgarten einer Wohnsiedlung im September *

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele für immergrüne Heckenpflanzen

 

Die folgende Liste zeigt Heckensträucher, die sich zum Anlegen von winterharten und immergrünen Hecken als Sichtschutz eignen:

 

2.1 Immergrüne Laubgehölze für Laubhecken:

 

  • Immergrüne Berberitze (Berberis): verschiedene Arten z.B. Julianes Berberitze (Berberis julianae)

  • Buchs/Buchsbaum (Buxus sempervirens): Sorte 'Blauer Heinz' gut für Beeteinfassungen geeignet

  • Feuerdorn (Pyracantha coccinea): viele Mischformen (Hybride) eignen sich als immergrüne Laubhecke

  • Frasers Glanzmispel (Photinia x fraseri ): schnell wachsende, immergrüne Laubhecke

  • Immergrünes Geißblatt (Lonicera henryi): schnell wachsende, immergrüne Laubhecke

  • Heckenkirsche (Lonicera nitida): auch Immergrünes Geißblatt: schnell wachsende Laubhecke

  • Kirschlorbeer/Aufrechte Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus): verschiedene schnellwachsende Sorten

  • Wintergrüner Liguster (Ligustrum vulgare 'Atrovirens'): schnell wachsende Heckenpflanze

  • Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium): niedrig wachsende Laubhecke, einzeln ein Kleinstrauch

  • Rhododendren (Rhododendron): verschiedene Sorten sind immergrün (z.B. von der Firma Inkarho)

  • Stechpalme (Ilex aquifolium): für sehr hohe Gartenhecken, einzeln auch als Großstrauch pflanzbar

 

Foto von gezackten Blättern einer Julianes Berberitze mit den typischen Blattdornen im Hintergrund
Bild: Julianes Berberitze (Berberis julianae) mit Blattdornen im September *

 

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2.2 Immergrüne Nadelgehölze für Nadelhecken:

 

  • Abendländischer Lebensbaum (Thuja occidentalis 'Smaragd' oder 'Brabant'): immergrüne Nadelhecke

  • Amerikanischer Lebensbaum (Thuja plicata): immergrüne schnellwachsende Nadelhecke

  • Bergkiefer (Pinus mugo): sehr langsam wachsende immergrüne Gartenhecke

  • Eibe (Taxus baccata): immergrüne Nadelhecke

  • Fichte (Picea abies): schnellwachsende Nadelhecke

  • Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana): immergrüne Nadelhecke, auch als Kleinbaum pflanzbar

  • Wacholder (Juniperus): nur Sorten, die keine Bodendecker sind, eignen sich als Nadelhecke

  • Leyland-Zypresse (x Cupressocyparis leylandii): schnellwachsende Nadelhecken

 

Soll die immergrüne Hecke ungiftig sein, lohnt es, sich vor dem Kauf in der Baumschule, der Gärtnerei oder beim Pflanzenversand und Gartencenter genau über die jeweiligen Pflanzen zu informieren.

Denn wintergrüne Heckenpflanzen wie der Abendländische Lebensbaum, der Buchsbaum oder der Kirschlorbeer zählen zu den Giftpflanzen und weisen z.T. giftige Früchte oder Pflanzengifte auf. Dagegen gehören der Fichte (Rottanne), Föhre und Wacholder zu den Heilpflanzen.

 

Thuja im Winter mit Schnee
Bild: Thuja im Winter *

 

Zu beachten ist ferner, dass Nadelhecken und Koniferen eher zu einer Uniformierung der Gärten führen. Immergrüne Hecken haben auch kaum eine ökologische Wirkung für die Tierwelt, weil sie nur sehr wenig Insekten, Kleintieren und Vögeln Nahrung und Lebensraum bieten.

So ist z.B. eine Thuja-Hecke sehr ungeeignet, wenn es darum geht, einen Schmetterlingsgarten anzulegen.

 

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3. Schnellwachsende, immergrüne Hecken

 

Schnellwachsende, immergrüne Laubhecken und Koniferen werden gerne gepflanzt, wenn es darum geht, möglichst schnell einen dauerhaften Sichtschutz im Garten zu schaffen.

Bei ausreichendem Pflanzabstand kommt als schnellwachsende immergrüne Gartenhecke mit Nadeln die Lebensbaum-Sorte Thuja occidentalis 'Brabant' oder die Leyland-Zypressen in Frage.

Wer eine schnellwachsende immergrüne Hecke mit Laubgehölzen für seinen Garten sucht, der sollte die Glanzmispel, die Heckenkirsche, den Kirschlorbeer oder den Liguster in die engere Auswahl nehmen.

Schnellwachsende immergrüne Hecken haben jedoch den Nachteil, dass man sie oft und regelmäßig beschneiden und zurückschneiden muss.

Wer nicht häufig seine Hecke schneiden will, der sollte daher auf immergrüne Pflanzen wie die schlank wachsende Thuja occidentalis 'Smaragd' oder den Buchsbaum zurückgreifen.

 

 

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4. Tipps zum Pflanzen, Schneiden und gesetzlichen Naturschutz

 

Die beste Pflanzzeit für immergrüne Hecken ist von August bis September, damit sie vor dem Winter noch gut verwurzeln können.

Weil einige immergrüne Heckenpflanzen zu Laubbäumen oder Nadelbäumen hochwachsen würden, ist ein regelmäßiger Schnitt unverzichtbar, um eine Hecke entstehen zu lassen.

Wann sollte man immergrüne Hecken schneiden? Grundsätzlich sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG §29 Abs. 1) auch immergrüne Hecken geschützte Landschaftsbestandteile.

Gemäß §39 Abs. 5 Nr. 2 gilt in der Zeit vom 1. März bis 30. September ein Verbot zum Abschneiden oder "auf den Stock setzen" von Hecken.

Es sei denn, es handelt sich um einen schonenden Pflege- und Formschnitt zur Beseitigung des Zuwachses oder zur Gesunderhaltung der Gartenhecke sowie um behördliche Genehmigungen.

Je nach Bundesland gibt es außerdem auch ein Hecke-Schneiden-Verbot für wilde Hecken, die sich außerhalb von Wohngebieten und an deren Rändern befinden. Entsprechende Verbote gibt es z.B. in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Bei Unklarheiten über den gesetzlich festgelegten Naturschutz sollte man daher vor dem Rückschnitt einer immergrünen Hecke die zuständige Landschaftsbehörde um Auskunft über Schneideverbote bitten.

Unabhängig von den gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland finden sich allgemeine Tipps zum Pflegen und Schneiden von immergrünen Hecken unter Heckenschnitt, Schnittzeit und Heckenpflege. Tipps zum Pflanzen einer Nadelhecke finden sich unter Pflanzzeit und unter Pflanzabstand.

 

Bild einer Thuja-und Zypressen-Hecke mit Schnee im Winter
Bild: Thuja-und Zypressen-Hecke mit Schnee im Winter *

Bild von grün glänzenden Blättern einer Lorbeerkirsche oder eines Kirschlorbeers der Sorte 'Otto Luyken
Bild: Kirschlorbeer / Lorbeerkirsche der Sorte 'Otto Luyken' (Prunus laurocerasus 'Otto Luyken') Anfang März *

* Foto © Oliver Fries

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)