Rachenblumen (Rachenblüten)
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Frühlingsblumen
    2. Sommerblumen

Definition

Was sind Rachenblumen ? Bei diesem Blumentyp in der Botanik kriechen die Bestäuber durch einen relativ grossen Blütenschlund tief in die Blüte hinein.

Der Blütenschlund der Rachenblüten weist im Ansatz Lippen auf und der Griffel und die Staubblätter befinden sich im oberen Teil der Blume.

Kleinere Tiere wie zum Beispiel Fliegen werden bei der Rachenblume durch Sperrborsten bzw. -haare am Eindringen gehindert.

Größeren Insekten wie Bienen und Hummeln bietet dieser Gestalttyp der Biologie dagegen gute Landeplätze.

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Nachfolgend eine Übersicht typischer Rachenblumen im Garten und in freier Natur.

Frühlingsblumen

Folgende Arten von Blumen mit Rachenblüten wachsen im Frühling als Frühjahrsblumen:

 

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Blüten-Farbe: erst rosa-violett, dann blau

Blütezeit: Mai bis Oktober

Wuchs-Höhe: 30 bis 100 cm

Pflanzen-Typ: zweijährig, winterhart

Bestäubung: durch Bienen, Falter und Schwebfliegen

Verbreitung: einheimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Standort: Sonne, trocken bis mässig trocken, Steingarten, Sand- und Schotter-Flächen, Silikattrockenrasen

Sonstiges: beliebte Zierpflanze in einem Bauerngarten oder Wilfpflanzen-Garten

 

Rachenblüten mit blauvioletter Blüten-Farbe, aus denen der Griffel und die Staubblätter herausstehen, von einem Gewöhnlichen Natternkopf, botanischer Name Echium vulgare
Bild: Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), auch Starrer Hansl in Österreich, im Frühling (Ende Mai), die herausstehenden Griffel und Staubblätter sind eine Landestelle für Bestäuber

 

Deutsche Schwertlilie (Iris x germanica)


Blüten-Farbe: gelb, lila, violett
 und mehrfarbig

Blütezeit: Mai bis Juni

Wuchs-Höhe: 30 bis 80 cm

Pflanzen-Typ: bedingt winterharte Staude bei starkem Frost
, stark duftende Frühlingsblume

Bestäubung: durch Bienen, Hummeln und Schwebfliegen

Vorkommen: seit dem Mittelalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingebürgert

Standort: sonnig, trocken, Steingartenpflanze für Trockenmauern, Gebüsche, Trockenrasen, Halbtrockenrasen

 

Zwei Rachenblüten mit lila-violetter und weiß-lila Blüten-Farbe einer Deutschen Schwertlilie, botanischer Name Iris x germanica
Bild: Deutsche Schwertlilie (Iris x germanica) im Frühling (Mitte Mai)

 

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Sommerblumen

Folgende Arten von Blumen mit Rachenblüten wachsen im Sommer als Sommerblumen:

 

Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa), auch Knoten-Braunwurz

Blüten-Farbe: grün und braun-rot

Blütezeit: Juni bis August

Wuchs-Höhe: 50 - 100 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Staude

Bestäubung: durch Bienen und Wespen

Verbreitung: einheimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Standort: halbschattig und feucht, besiedelt feuchte Wälder, Flussufer, Wald-Ränder, Gebüsche

 

Rachenblüten mit grüner Blüten-Farbe und rotbrauner Krone einer Knotigen / Knoten-Braunwurz, botanischer Name Scrophularia nodosa
Bild: Knotige Braunwurz / Knoten-Braunwurz (Scrophularia nodosa) im Früh-Sommer (Ende Juni)

 

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Blüten-Farbe: lila-blau

Blütezeit: Juli bis September

Wuchs-Höhe: 50 - 100 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, winterharte Staude

Bestäubung: durch Hummeln, Käfer und Schwebfliegen

Verbreitung: einheimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Standort: feucht und halbschattig, besiedelt Bachufer, Feucht-Wiesen, lichte Auwälder

Sonstiges: die giftigste Blume in Europa

 

Lila-blaue Blüten von einem Blauen Eisenhut, botanischer Name Aconitum napellus, auf einer Wiese
Foto: Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) auf einer Wiese im Sommer (Anfang August)

 

Großblütiger Fingerhut (Digitalis grandiflora, Syn: Digitalis ambigua)

Blüten-Farbe: gelb

Blütezeit: Juni bis August

Wuchs-Höhe: 60 - 120 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, immergrüne, winterharte Staude

Bestäubung: durch Bienen und Hummeln

Verbreitung: einheimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Standort: Sonne, trocken bis frisch, Wald-Lichtungen, Waldränder, Wiesen, Gehölze-Rand

Sonstiges: sehr giftig, unter Naturschutz stehend

 

Blass-gelbe Rachenblüte mit dunkel-rot gepunktetem Blüten-Rachen von einem Großblütigen Gelben Fingerhut, botanischer Name Digitalis grandiflora oder Digitalis ambigua
Bild: Rachenblüte eines Großblütigen Fingerhuts (Digitalis grandiflora) im Sommer (Ende Juni)

 

Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora)

Blüten-Farbe: braun-rot

Blütezeit: Juli bis September

Wuchs-Höhe: 40 - 60 cm

Pflanzen-Typ: mehrjährig, immergrüne, winterharte Staude

Bestäubung: durch Bienen und Schwebefliegen

Verbreitung: nicht heimisch (ursprünglich aus Nord-Spanien)

Standort: Sonne bis Halbschatten, trocken bis frisch, Wald-Lichtung, Waldrand, Wiese, Gehölze-Rand

Sonstiges: sehr giftig

 

Rachenblüten mit orange-rostfarbener Blüten-Farbe von einem Kleinblütigen Fingerhut, botanischer Name Digitalis parviflora
Bild: Kleinblütiger Fingerhut (Digitalis parviflora) im Sommer (Ende Juli) in Bayern *

 

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Blüten-Farbe: purpur-rot bis violett

Blütezeit: Juni bis August

Wuchs-Höhe: 80 bis 150 cm

Pflanzen-Typ: zweijährig, immergrün

Bestäubung: überwiegend durch Hummeln

Verbreitung: einheimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Standort: Sonne bis Halbschatten, mässig feucht, Freiflächen, Waldwege, Wald-Lichtungen, Gehölze-Rand

Sonstiges: sehr giftig

 

Weiß-violette Rachenblüten mit purpur-farben gepunktetem Blüten-Rachen eines Roten Fingerhutes, botanischer Name Digitalis purpurea
Bild: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) im Sommer (Ende August) in Oberbayern *

 

Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

Blüten-Farbe: gelbe, orange, rote oder mehrfarbige, essbare Blüten

Blütezeit: Juli bis Oktober

Wuchs-Höhe: 15 bis 30 cm, als Liane auch höher

Pflanzen-Typ: einjährig

Bestäubung: durch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge

Verbreitung: als Hybride entstanden, Vorkommen nur als Zierkräuter und Nutzpflanzen

Standort: Sonne bis Halbschatten, mässig trocken

Sonstiges: Geeignet für Schmetterlingsgärten, Verwendung als Gewürzkraut und Salatkraut,

 

Großaufnahme von honig-gelben Kapuzinerkresseblüten, botanischer Name Tropaeolum majus, die als Rachenblüten ausgebildet sind mit fünf gelben Blüten-Blättern und orange-schwarz gemustertem Blütenrachen
Bild: Kapuzinerkresseblüten (Tropaeolum majus) im Sommer (Anfang Juli), eine Arzneipflanze *

 

Drüsiges / Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)

Blüten-Farbe: purpurrot, rosa, weiß

Blütezeit: Juni bis Oktober

Wuchs-Höhe: 200 cm und mehr

Pflanzen-Typ: einjährig

Bestäubung: durch Bienen und Hummeln

Verbreitung: nicht heimisch, eingewandert und sich z.T. stark ausbreitend

Standort: eher Schatten, nass-feuchte Gewässer-Ufer, feuchter Nadelbaum-/Au-Wälder, Au-Gebüsch, Acker-Rand

Sonstiges: auch wenn die Pflanze wertvoll als späte Nektar-Weide für Bienen und Hummel im Herbst ist, tritt sie vielerorts als invasiver Neophyt auf und wird als heimische Pflanzen verdrängendes Unkraut bekämpft

 

Rachenblüten mit rot-violetten Blütenrachen und und weiß-rosa Blüten-Blättern von einem Drüsigen Springkraut, botanischer Name Impatiens glandulifera
Bild: Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) im Herbst (Ende September) *

 

Großes / Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere)

Blüten-Farbe: gelb mit orangen Punkten im Inneren der Rachenblüte

Blütezeit: Juli bis September (oder bis Oktober bei sehr warmen Herbstwetter)

Wuchs-Höhe: 30 - 70 cm

Pflanzen-Typ: einjährig

Bestäubung: durch Bienen und Hummeln

Verbreitung: einheimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Standort: feucht und schattig, besiedelt nasse Wald-Stellen, Sumpf-, Schlucht- und Auwälder, Bach-Ränder, feuchte bis nasse Laubbaum-Wälder an Bachläufen, Fichten-Moorwälder und Standorte unter Bäumen

 

Hängende Rachenblüte mit gelber Blüte-Farbe von einem Echten / Großem Springkraut, botanischer Name Impatiens noli-tangere
Bild: Großes/Echtes Springkraut (Impatiens noli-tangere), auch Rühr-mich-nicht-an, im Sommer (Anfang Juli)

 

Zu beachten ist, dass von den genannten Pflanzenarten der Blaue Eisenhut sowie der Rote, Großblütige und Kleinblütige Fingerhut starke Pflanzengifte enthalten und zu den Giftpflanzen zählen.

 

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