Welche Blumen haben Knollen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Winterhärte
  3. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Frühlingsblüher
    2. Sommerblüher
    3. Herbstblüher
    4. Winterblüher
  4. Tipps zur Überwinterung und Lagerung
  5. Pflanzen und Düngen
  6. Standort-Bedingungen

Definition

Was sind Knollenblumen? Es handelt sich um mehrjährige Pflanzen (Stauden), die eine unterirdisch verdickte, knollenförmige Speicherstruktur ausbilden – umgangssprachlich als Blumenknollen bezeichnet.

Der Begriff Knollenblume (englisch: tuberous flowering plants) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache und wird häufig für knollenbildende Blumenarten verwendet.

Die meist unregelmäßig geformte Blumenknolle – je nach Art eine Sprossknolle (englisch: corm) oder eine Wurzelknolle (englisch: tuberous root) – ist ein umgewandeltes, nährstoffhaltiges Speicherorgan.

Man spricht von einer Sprossknolle, wenn das Speicherorgan aus Teilen der Sprossachse hervorgeht, und von einer Wurzelknolle, wenn es aus der verdickten Wurzel entsteht.

Sie dient in erster Linie der Speicherung von Reservestoffen wie beispielsweise Stärke (vgl. → Unterschied zwischen einer Knolle und Zwiebel). Die Blumenknollen ermöglichen es der Pflanze, für sie ungünstige Jahreszeiten zu überdauern und im Frühjahr wieder neu auszutreiben.

Im Unterschied zu Blumenzwiebeln ist in Blumenknollen im Herbst meist noch keine vollständige Blüte oder kein fertiger Blütenstand für das kommende Frühjahr angelegt.

Der Grund dafür ist, dass die Knollen den Blumen vor allem zur Speicherung von Nährstoffen dienen und nicht als vorgefertigtes Überdauerungsorgan für die Blütenanlage.

Botanische Illustration mit Blumenknolle und Blüte einer Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale)
Botanische Illustration: Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) mit der Blumenknolle und der Blüte, aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé (1885): Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Gera
Botanische Illustrationen von Safran-Krokus (Crocus sativus) und Frühlings-Krokus (Crocus vernus)
Botanische Illustrationen: Safran-Krokus (Crocus sativus) und Frühlings-Krokus (Crocus vernus), aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé (1885): Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Gera

Gut zu erkennen sind die typischen Merkmale einer Blumenknolle – etwa ihre kompakte, feste Struktur, ihre unregelmäßige Form sowie Austriebsstellen (Augen), aus denen neue Triebe entstehen können.

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Winterhärte

Sind alle Knollenblumen winterhart? Nicht alle Blumenknollen sind frostsicher. Einige exotische Arten wie Dahlien oder Gladiolen sind nicht winterhart, während die meisten heimischen Knollenblumen – mit Ausnahme der Sumpf-Gladiole – winterhart sind.

Deshalb entscheidet die Winterhärte darüber, ob die Pflanzen ganzjährig im Freien verbleiben können.

Mehrjährige, nicht winterharte Knollenblumen-Arten müssen vor dem Winter ausgegraben und bis zum Frühjahr in einem kühlen, frostfreien, trockenen und dunklen Raum gelagert werden – etwa im Keller oder Treppenhaus.

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Arten, Sorten, Beispiele

Welche Blumen haben Knollen? Die nachfolgenden Knollenblumen-Arten werden in diesem Lexikon nach Blütenfarbe, Blütezeit, Wuchshöhe, Knollentyp, Standort-Anforderungen, Pflanzentyp, Vorkommen und Winterfestigkeit unterteilt.

Darüber hinaus werden sie mit Detail-Fotos sowie ihrem gärtnerischen, umgangssprachlichen und zweiteiligen botanischen Namen nach binärer Nomenklatur dargestellt.

Bei Blumen mit Knollen bestimmt ihre Wuchshöhe, ob man sie im Blumenkasten oder Pflanzkübel auf dem Balkon und der Terrasse oder nur in einem Blumenbeet im Garten pflanzen kann.

Niedrige Arten eignen sich gut für Blumenkästen auf dem Balkon oder für Kübel, Pflanztröge und Töpfe auf der Terrasse, höhere Arten eher für Blumenbeete.

Alle Knollenblumen sind empfindlich gegen Staunässe. Die meisten Arten bevorzugen einen durchlässigen Boden und einige wenige vertragen auch einen feuchten Standort, wenngleich auch in diesem Fall ohne Staunässe, da sonst Fäulnisgefahr für die Knollen besteht.

Frühlingsblüher

Welche Knollenblumen gibt es im Frühjahr? Die folgende Liste zeigt mehrjährige Arten, die im Frühling auf dem Balkon, im Garten oder als Kübelpflanzen auf der Terrasse als Frühjahrsblumen wachsen:

Garten-Anemone (Anemone coronaria)

Blütenfarbe: blau, rosa, rot, violett, weiß

Blütezeit: April bis Juni

Wuchshöhe: bis 30 cm

Knollentyp: Wurzelknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Frühlingsblume (Staude)

Vorkommen: nicht einheimisch

Überwinterung: nicht winterfest, Blumenknollen im Herbst ausgraben und frostfrei lagern

Sonstiges: Geeignet als Steingartenpflanze und Schnittblume, bevorzugt warme Standorte

Leuchtend rote Blüten von bodennah wachsenden Garten-Anemonen, botanischer Name Anemone coronaria
Bild: Garten-Anemone (Anemone coronaria) im Frühling (Mitte Mai) im Vorgarten

Frühlings-Krokus (Crocus vernus)

Blütenfarbe: gelb, violett, weiß

Blütezeit: März bis Juni

Wuchshöhe: bis 15 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Frühlingsblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Überwinterung: winterhart, keine Maßnahmen im Herbst zum Überwintern nötig

Sonstiges: Sonne fördert die Blüte und Halbschatten verringert sie, geeignet für Steingarten, große natürliche Bestände gibt es in Zavelstein (Nordschwarzwald, Baden-Württemberg) und Husum (Nordfriesland, Schleswig-Holstein), die als wildwachsende Knollenblumen unter Naturschutz stehen

Weiße Blüte von einem Frühlings-Krokus, botanischer Name Crocus vernus, in einem Vorgarten
Foto: Frühlings-Krokus/Frühlings-Safran (Crocus vernus) in einem Blumen-Beet im Frühling (Anfang April) *

Gold-Krokus (Crocus flavus)

Blütenfarbe: goldgelb

Blütezeit: März bis April

Wuchshöhe: 5 bis 10 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Frühlingsblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: nicht einheimisch

Überwinterung: winterhart, keine Maßnahmen im Herbst zum Überwintern nötig

Sonstiges: Sonne fördert die Blüte und Halbschatten verringert sie, Nutzung im Steingarten, wildwachsend unter Naturschutz stehende Knollenblumen

Gelbe Blüten von einem Gold-Krokus, botanischer Name Crocus flavus, in einem Frühlings-Beet
Bild: Gold-Krokus (Crocus flavus) in einem Frühlings-Beet (Ende April) in Oberbayern

Frühlings-Scharbockskraut/Feigwurz (Ficaria verna)

Blütenfarbe: gelb

Blütezeit: März bis Mai

Wuchshöhe: bis 20 cm

Knollentyp: Wurzelknolle

Standort: halbschattig bis schattig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Frühlingsblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Überwinterung: winterhart, keine Maßnahmen im Herbst zum Überwintern nötig

Sonstiges: eine typische Waldblume und Wiesenblume

Gelbe Blüte von einem Scharbockskraut, botanischer Name Ficaria verna oder Ranunculus ficaria
Foto: Frühlings-Scharbockskraut (Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria) im Frühling (Mitte März)

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Sommerblüher

Die folgende Übersicht zeigt mehrjährige Knollenblumen, die im Sommer als Sommerblumen im Gartenbeet, auf dem Balkon oder als Kübelpflanzen auf der Terrasse wachsen:

Europäisches/Sommer-Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens)

Blütenfarbe: pink-violett

Blütezeit: Juli bis September

Wuchshöhe: bis 15 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: halbschattig bis schattig, humoser, frischer bis leicht feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Überwinterung: winterhart, keine Maßnahmen im Herbst zum Überwintern nötig

Sonstiges: stark giftig, geeignet für Steingarten, verträgt Trockenheit schlecht, wächst in Bergwäldern

Europäisches Alpenveilchen, botanischer Name Cyclamen purpurascens, mit pink-violetter Blüte
Bild: Europäisches/Sommer-Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) im Sommer (Juli) im Vorgarten

Efeublättriges Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium)

Blütenfarbe: rosa-violett, weiß

Blütezeit: Dauerblüher (Ende August) September bis November

Wuchshöhe: bis 20 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: halbschattig, humoser, frischer bis leicht feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: nicht einheimisch

Überwinterung: im ersten Pflanzjahr nicht winterhart und Abdecken im Herbst mit Laub, Reisig oder Vlies zum Überwintern nötig

Sonstiges: stark giftig, geeignet für Steingarten, wächst in der Natur in lichten Wäldern

Wild wachsende, weiß blühende Efeublättrige Alpenveilchen, botanischer Name Cyclamen hederifolium
Foto: Wild wachsendes Efeublättriges Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) im Sommer (Juli) in der Natur

Herbst-Anemone (Anemone hupehensis)

Blütenfarbe: purpur, rosa, rot, weiß

Blütezeit: Dauerblüher von Juli bis Oktober

Wuchshöhe: bis 90 cm

Knollentyp: Wurzelknolle

Standort: halbschattig bis sonnig, humoser, frischer Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: nicht einheimisch, geeignet für Steingarten

Überwinterung: winterhart, keine Maßnahmen nach der Blüte im Herbst zum Überwintern nötig

Sonstiges: wächst in der Natur an Gehölzrändern

Rosa Blüten von einer Herbst-Anemone, botanischer Name Anemone hupehensis, in einem Staudenbeet
Bild: Herbst-Anemone (Anemone hupehensis) im Herbst (Ende Oktober) in einem Staudenbeet

Indisches Blumenrohr (Canna indica)

Blütenfarbe: gelb, gelb-orange, rot

Blütezeit: Dauerblüher von Juli bis Oktober

Wuchshöhe: je nach Sorte 80 bis 200 cm

Knollentyp: verdicktes Rhizom, keine klassische Knolle

Standort: sonnig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblume (Staude)

Verbreitung: nicht einheimisch

Überwinterung: nicht frostfest, im Herbst nach der Blüte ausgraben und frostfrei lagern

Sonstiges: hoher Wasserbedarf, bevorzugt Feuchtigkeit und Wärme

Orange-rot blühendes Indisches Blumenrohr, botanischer Name Canna indica, in einem Blumenbeet
Foto: Indisches Blumenrohr (Canna indica) im Spät-Sommer (Mitte September) in einem Blumenbeet

Garten-Dahlie (Dahlia x hortensis)

Blütenfarbe: gelb, purpurn, rosa, rot, orange, violett, weiß

Blütezeit: Dauerblüher von Juli bis Oktober

Wuchshöhe: 30 bis 180 cm

Knollentyp: Wurzelknolle

Standort: sonnig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: reine Zucht-Sorten mit vielen Hybriden,

Überwinterung: nicht frosthart, nach der Blüte im Herbst die Knollen ausgraben und frostfrei lagern

Sonstiges: Dahlien vertragen auch Halbschatten, doch dann bilden sich weniger Blüten

Dunkelrot blühende Gartendahlien der Sorte Glow im Blumenbeet, botanischer Name Dahlia x hortensis
Bild: Garten-Dahlien (Dahlia x hortensis 'Glow') im Spät-Sommer (Ende August) in einem Blumen-Beet *

Garten-Gladiole (Gladiolus x hortulanus)

Blütenfarbe: gelb, grün, orange, rot, violett, weiß (nicht in blau, braun, schwarz erhältlich)

Blütezeit: Dauerblüher von Ende Juni bis Oktober

Wuchshöhe: 50 bis 150 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: viele Zucht-Sorten unterteilt in Nanus-, Primulinus- und Grandiflorus-Gruppe

Überwinterung: nicht frostfest, im Herbst nach der Blüte die Knollen ausgraben und frostfrei lagern

Sonstiges: auf für Halbschatten geeignet, dann jedoch weniger stabiler Stand, Nutzung als Schnittblume

Weiß-rosa und pink-violette Blüten der Garten-Gladiole, botanischer Name Gladiolus x hortulanus
Foto: Garten-Gladiole (Gladiolus x hortulanus) im Früh-Sommer (Ende Juni)

Sumpf-Gladiole/Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris)

Blütenfarbe: purpur-rot

Blütezeit: Mitte Juni bis Juli

Wuchshöhe: 30 bis 60 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Überwinterung: bedingt frosthart, als Winterschutz mit Laub, Reisig, Mulch oder Vlies abdecken

Sonstiges: unter Naturschutz, die Knollenblumen eignen sich für feuchte Standorte (Gartenteich-Rand)

Botanische Illustrationen der Sumpf-Gladiole/Sumpf-Siegwurz, botanischer Name Gladiolus palustris
Botanische Illustrationen der Sumpf-Gladiole/Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris) aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé (Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885) und dem Buch von Johann Georg Sturm (Deutschlands Flora in Abbildungen, 1796)

Knollenbegonien (Begonia x tuberhybrida)

Blütenfarbe: weiß, gelb, orange, rosa, rot

Blütezeit: Juni bis November

Wuchshöhe: 20 bis 30 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: halbschattig, humoser, frischer bis leicht feuchter, aber durchlässiger Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: reine Zucht-Sorten mit zahlreichen Hybriden, Überwinterung der Blumenknollen im Herbst

Überwinterung: winterhart, keine Maßnahmen nach der Blüte im Herbst zum Überwintern nötig

Sonstiges: ein heller Standort, jedoch ohne direkte Mittagssonne ist ideal

Orange Blüte einer Knollenbegonie, botanischer Name Begonia x tuberhybrida, in einem Blumenbeet
Foto: Knollenbegonie (Begonia x tuberhybrida) im Oktober in einem Blumenbeet

Zantedeschien/Calla-Lilien (Zantedeschia)

Blütenfarbe: weiß, selten gelb oder rot

Blütezeit: Juni bis August

Wuchshöhe: 80 bis 100 cm

Knollentyp: verdicktes Rhizom, keine klassische Knolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährige Sommerblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: nicht heimisch (alle Arten stammen aus Afrika)

Überwinterung: nicht frosthart (mind. +10 Grad), im Herbst ausgraben und frostfrei lagern

Sonstiges: eher als Kübelpflanze und Zimmerpflanze geeignet

Weiß blühende Calla-Lilie, auch Zantedeschie, botanischer Name Zantedeschia, in einem Garten
Foto: Zantedeschie/Calla-Lilie (Zantedeschia) im Hoch-Sommer (Juli) im Garten

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Herbstblüher

Die folgende Liste enthält mehrjährige Knollenblumen, die im Herbst als Herbstblumen im Garten, auf dem Balkon oder als Topfpflanzen auf der Terrasse wachsen:

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Blütenfarbe: rosa, violett

Blütezeit: September bis Oktober

Wuchshöhe: 10 bis 25 cm

Knollentyp: Sprossknolle (botanisch ein Sonderfall einer Kormus-Bildung)

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Herbstblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Überwinterung: winterfest, nach der Blüte im Herbst keine Maßnahmen zum Überwintern nötig

Sonstiges: stark giftig, Trichterblume, geeignet für Steingarten, verträgt Feuchtigkeit schlecht, volle Sonne fördert die Blüte, wächst in der Natur auf mageren, trockenen Wiesen

Rosa-violett blühende Byzanzer/Türkische Herbstzeitlose, botanischer Name Colchicum byzantinum
Bild: Türkische/Byzanzer Herbstzeitlose (Colchicum byzantinum) in einem Herbst-Beet (Ende September) *

Duft-Herbst-Krokus (Crocus longiflorus)

Blütenfarbe: blass-violett

Blütezeit: Oktober bis November

Wuchshöhe: 5 bis 15 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Herbstblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: nicht einheimisch, geeignet für Steingarten

Überwinterung: winterhart bis ca. -15 Grad, in kälteren Regionen mit Laub, Reisig oder Vlies abdecken

Sonstiges: Sonne fördert die Blüte und Halbschatten verringert sie, stark duftende Duftpflanze, wild wachsend unter Naturschutz stehende Knollenblumen

Blass-violett blühender Duft-Herbst-Krokus, botanischer Name Crocus longiflorus, auf Gartenwiese
Foto: Duft-Herbst-Krokus (Crocus longiflorus) auf einer Garten-Wiese im Herbst (Oktober)

Pracht-Herbst-Krokus (Crocus speciosus)

Blütenfarbe: blau-violett und weiße Sorte Albus

Blütezeit: Oktober bis November

Wuchshöhe: 5 bis 15 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Herbstblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: nicht einheimisch

Überwinterung: winterhart, nach der Blüte im Herbst kein Winterschutz nötig

Sonstiges: Sonne fördert die Blüte und Halbschatten verringert sie, verwildert stehen die Knollenblumen unter Naturschutz, geeignet für Steingarten

Weiß blühender Pracht-Herbst-Krokus der Sorte Albus, botanischer Name Crocus speciosus Albus
Bild: Pracht-Herbst-Krokus (Crocus speciosus 'Albus') im Herbst (Oktober) auf einer Garten-Wiese

Safran-Krokus (Crocus sativus)

Blütenfarbe: violett mit langen rot-orangen Blüten-Griffeln

Blütezeit: September bis Oktober

Wuchshöhe: 5 bis 10 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährige Herbstblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: nicht einheimisch

Überwinterung: winterhart, nach der Blüte im Herbst kein Winterschutz nötig

Sonstiges: Sonne fördert die Blüte und Halbschatten verringert sie, aus den Blüten-Griffeln wird das Heilkraut und Gewürzkraut Safran gewonnen, geeignet für einen Steingarten, wildwachsend stehen die Knollenblumen unter Naturschutz

Violette Blüte von einem Safran-Krokus, botanischer Name Crocus sativus, in einem Gartenbeet
Foto: Safran-Krokus (Crocus sativus) im Herbst (Mitte Oktober) in einem Garten-Beet

Yacon (Smallanthus sonchifolius)

Blütenfarbe: honig-gelbe Körbchenblüte

Blütezeit: Oktober bis November

Wuchshöhe: bis 200 cm

Knollentyp: Wurzelknolle, gebildet werden zwei Knollentypen (essbare Speicherknollen, Vermehrungsknolle)

Standort: sonnig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe (hoher Wasserbedarf)

Pflanzentyp: mehrjährige Herbstblume (Staude) mit Knollen

Überwinterung: nicht frosthart, Ausgraben der Knollen und trockene, frostfreie Lagerung

Verbreitung: nicht einheimisch (aus Südamerika)

Sonstiges: verträgt Trockenheit schlecht, Yacon wird in der Küche als vielseitiges Knollengemüse verwendet, bildet eine Scheinblüte aus, die nicht der Vermehrung dient und wird durch Teilung der Vermehrungswurzel vermehrt

Yacon-Blüte, botanischer Name Smallanthus sonchifolius, mit honiggelben Zungenblüten
Bild: Blühende Yacon (Smallanthus sonchifolius) im Herbst (Mitte Oktober), eine Wurzelgemüse-Pflanze

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Winterblüher

Die folgenden mehrjährigen Knollenblumen wachsen im Winter und Vorfrühling als Winterblumen auf dem Balkon, im Garten oder als Kübelpflanzen auf der Terrasse. In diesem Fall kann auf die Angabe der Winterfestigkeit und von Maßnahmen zum Überwintern verzichtet werden.

Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum)

Blütenfarbe: rosa, magenta/violett, weiß

Blütezeit: Januar bis März

Wuchshöhe: bis 10 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: halbschattig bis schattig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährig, winterharte Winterblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: nicht einheimisch

Sonstiges: stark giftig, geeignet für Steingarten, wächst in der Natur in lichten Wäldern und Gebüschen

Rosa blühendes Vorfrühlings-Alpenveilchen, botanischer Name Cyclamen coum subspecies caucasicum
Bild: Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum subsp. caucasicum) im Spät-Winter (Anfang März)

Elfen-Krokus/Dalmatiner Krokus (Crocus tommasinianus)

Blütenfarbe: blass-violett oder blass-lila

Blütezeit: Februar bis März

Wuchshöhe: 5 bis 15 cm

Knollentyp: Sprossknolle

Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, durchlässiger und eher trockener Boden

Pflanzentyp: mehrjährig, winterfeste Winterblumen (Stauden) mit Knollen

Vorkommen: nicht einheimisch, geeignet für Steingarten, wildwachsend unter Naturschutz stehende Knollenblumen

Sonstiges: Sonne fördert die Blüte und Halbschatten verringert sie, verwildert besonders gut auf durchlässigen und trockenen Böden

Violett blühender Elfen-/Dalmatiner-Krokus, botanischer Name Crocus tommasinianus, mit Winterlingen
Bild: Elfen-/Dalmatiner Krokus (Crocus tommasinianus) umgeben von gelben Winterlingen (Eranthis hyemalis) im Spätwinter (März)

Winterling (Eranthis hyemalis)

Blütenfarbe: gelb

Blütezeit: Februar bis März

Wuchshöhe: 5 bis 10 cm

Knollentyp: Wurzelknolle

Standort: halbschattig, humoser, frischer bis feuchter Boden ohne Staunässe

Pflanzentyp: mehrjährig, frostharte Winterblumen (Stauden) mit Knollen

Verbreitung: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz (verwilderte Bestände)

Sonstiges: stark giftig, geeignet für Steingarten, typische Wald- und Gehölzrandpflanze, die Trockenheit schlecht verträgt

Winterlinge, botanischer Name Eranthis hyemalis, mit gelben Blüten in einem Blumenbeet
Bild: Winterlinge (Eranthis hyemalis) im Spät-Winter (Anfang März) in einem Balkon-Blumenkasten *

Weitere Hinweise:

Einige der genannten Blumen mit Knollen sind Giftpflanzen, deren Blätter, Blüten oder Knollen sehr starke Pflanzengiftstoffe für Menschen und Tiere enthalten.

Hierzu zählen die Alpenveilchen-Arten, die Herbstzeitlose und der Winterling, deren vergiftungs-relevante Inhaltsstoffe und Wirkungen auf der Unterseite → Gifblumen beschrieben werden.

Es gibt auch eine Reihe essbarer Knollenpflanzen, die – wie die Yacon – in der Küche als Gemüse verwendet werden. Sie sind zu finden auf der Unterseite → Knollengemüse.

Trockenheitsliebende und zugleich trockenheitsresistente Knollenblumen sind Dahlien, Gladiolen, Herbstzeitlose und Krokusse.

Feuchtigkeitsliebende Knollenblumen – jeweils ohne Staunässe – sind Alpenveilchen, Herbst-Anemone, Sumpf-Gladiole, Frühlings-Scharbockskraut, Winterling, Yacon und Zantedeschia.

Sie wachsen natürlicherweise in feuchten Wäldern, Auen, Gehölzrändern oder feuchten Wiesen, vertragen Trockenheit und Staunässe schlecht.

Alle der zuvor genannten Knollenblumen-Arten (Blumenknollen) kann man in der Gärtnerei oder im Online-Pflanzenhandel kaufen.

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Tipps zur Überwinterung und Lagerung

Bedingt winterharte Blumenknollen können bei mildem Winterklima auch im Blumenbeet überwintern. Sie können im Boden bleiben, wenn sie mit Laub, Mulch, Reisig oder Vlies abgedeckt werden.

Winterharte Blumenknollen benötigen keinen Winterschutz und können im Boden bleiben. Nicht winterharte Blumenknollen werden idealerweise vor dem ersten Frost im Gartenbeet ausgegraben, wenn die Blätter verwelkt sind und die Pflanzen sich eingezogen haben.

Dieser Zeitpunkt stellt sicher, dass die Knollen vor dem Überwintern genügend Nährstoffe eingelagert haben. Vor dem Einlagern sollten die Stängel der Pflanze etwa 5 cm knapp oberhalb der Knolle abgeschnitten werden.

Es empfiehlt sich, die Knollen vor der Einlagerung vollständig trocknen zu lassen, da Restfeuchtigkeit bei der Lagerung Fäulnis bewirken kann.

Idealerweise erfolgt die Lagerung auf Zeitungspapier in einer offenen, luftdurchlässigen Holzkiste, um Fäulnisprozesse zu vermeiden. Nach der Einlagerung können die Blumenknollen mit Zeitungspapier locker bedeckt werden, um sie zusätzlich vor Licht zu schützen.

Noch vorhandene Erde auf den Blumenknollen sollte nicht komplett entfernt werden, weil sie einen Schutz vor Austrocknung bietet. Um empfindliche Knollen vor Fäulnis zu schützen, können diese zusätzlich mit speziellen Mitteln aus der Gärtnerei oder dem Gartencenter behandelt werden.

Den Winter über sollten die Knollen monatlich auf Schimmel und Fäulnis kontrolliert werden.

Knollenblumen, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht frostfest sind, sollten zum Überwintern an einem dunklen, trockenen, kühlen und frostfreien Ort bei etwa 5 bis 7 Grad aufbewahrt werden.

Es empfiehlt sich, die Knollen beim Einlagern zu beschriften, damit Sorten und Farben im Frühjahr nicht verwechselt werden. Darüber hinaus sollten die Knollen nicht länger als eine Wintersaison gelagert werden, da sie mit der Zeit an Triebkraft und Vitalität verlieren.

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Pflanzen und Düngen

Die Pflanzzeit für winterfeste Knollenblumen liegt im Herbst (September, Oktober), damit die Pflanzen noch ausreichend ihre Wurzeln entwickeln können. Nicht winterharte Knollenblumen werden im Frühjahr nach den Eisheiligen (Mitte Mai) gepflanzt, wenn kein Spätfrost mehr zu erwarten ist.

Herbstblühende Knollenblumen wie Krokusse und Herbstzeitlose werden im Spätsommer bis Frühherbst gepflanzt, während die Yacon nach dem letzten Frost im Frühjahr zu pflanzen ist.

Schwere Böden lassen sich mit Sand oder feinem Kies durchlässiger machen. Die Blumenknollen werden mit etwa der doppelten Knollenbreite Abstand voneinander und je nach späterer Wuchshöhe zwischen 5 und 20 cm tief in die Erde gesetzt.

Als Faustformel gilt die zwei- bis dreifache Knollenhöhe als richtige Pflanztiefe.

Sie sollte nicht überschritten werden, weil zu tief gepflanzte Knollenblumen schlechter wachsen und blühen. Um ein Austrocknen zu vermeiden, sollte man Knollenblumen nach dem Kaufen zeitnah pflanzen.

Bei einigen Knollen ist die Pflanzrichtung zu beachten, denn viele Knollen haben eine Ober- und Unterseite. Sie werden mit der Spitze bzw. den Austriebsaugen nach oben gepflanzt.

Nach dem Pflanzen sollten die Knollen reichlich gegossen werden, damit sich die Erde gut um die Knolle legt. Eine leichte, stickstoffarme Düngung nach dem Austrieb kann die Blütenbildung fördern.

Tipp: Es gibt Knollenblumen, die man ohne Erde pflanzen kann. Allerdings eignen sich diese exotischen Arten nicht für draußen, sondern nur als Zimmerpflanzen. Ein Beispiel ist die Eidechsenwurz (Typhonium venosum), deren „Wunderknolle” nicht nur ohne Erde, sondern auch ohne Wasser blühen kann.

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Standort-Bedingungen

Der Standort für Knollenblumen im Garten oder Vorgarten sollte einen geeigneten Boden aufweisen. Die meisten Knollenblumen bevorzugen durchlässige und eher trockene Böden.

Einige Arten wachsen jedoch natürlicherweise in frischen bis feuchten Standorten. Bei ihnen kann eine dünne Mulchschicht die Bodenfeuchte regulieren, sie sollte jedoch nicht direkt auf der Knolle liegen, um die Luftzirkulation nicht zu beeinträchtigen.

Alle Knollenblumen vertragen keine Staunässe, da die Knollen sonst leicht verfaulen. Stark verdichteter Boden wie Lehmboden lässt sich mit Sand und feinem Kies auflockern.

In den meisten Fällen fördern warme, sonnige Standorte die Blütenbildung der Knollenblumen.

Als Pflanzorte eignen sich überwiegend sonnige bis leicht schattige Plätze – insbesondere für Knollenblumen, die aus dem warmen Süden stammen und sich dort an intensive Sonneneinstrahlung angepasst haben.

Knollenblumen speichern in der Regel genügend Nährstoffe für ihre Blüte im Frühjahr, Sommer oder Herbst. Daher müssen Knollenblumen normalerweise nicht gedüngt werden.

Bei sehr nährstoffarmen Böden können spezielle, stickstoffarme Dünger wie beispielsweise Hornspäne oder Rinderdung Verwendung finden.

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