Knollenblumen (Blumenknollen)
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
  3. Tipps zur Überwinterung
  4. Pflanzen und Düngen
  5. Standort-Bedingungen
  6. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition

Was sind Knollenblumen bzw. Blumenknollen ? Der Begriff "Knollenblume" (englisch: tuber flowers) bzw. "Blumenknolle" (englisch: flower corm) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache.

Knollenblumen sind in diesem Lexikon mehrjährige Staudenpflanzen, die unterirdisch eine Verdickung bzw. Knolle bilden.

Die unregelmäßig geformte Knolle ist ein umgewandeltes, nährstoffhaltiges Speicherorgan (Rhizom) aus Sprossachse und Wurzel (→ vgl. dazu auch Unterschied zwischen einer Knolle und Zwiebel).

Bei Blumenknollen ist im Unterschied zu Blumenzwiebeln die Blüte bzw. der Blütenstand für das nächste Frühjahr noch nicht im Herbst innerhalb der Knolle fertig ausgebildet, weil die Knollen nur der reinen Speicherung von Nährstoffen dienen.

Nicht alle Blumenknollen sind frostsicher. Sie müssen vorm Winter aus dem Blumenbeet im Garten ausgegraben werden und bis zum Frühling an einen wärmeren und trockenen Ort ohne Frost gebracht werden (z.B. Keller, Treppenhaus, Garage).

 

Lila Blüte einer Deutschen Schwertlilie
Bild: Deutsche Schwertlilie (Iris × germanica) im April
Weiß, rosa umrandete Blüten einer Garten-Gladiole
Bild: Garten-Gladiole (Gladiolus × hortulanus) im Mai

 

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Liste mit Angabe der Blütenfarbe und Winterhärte enthält einen Auswahl von Knollenblumen bzw. Blumenknollen wie man sie auch in der Gärtnerei oder dem Online-Pflanzenhandel kaufen kann:

 

  • Alpenveilchen (Cyclamen): weiß, rosa purpur, einige Arten sind winterhart

  • Garten-Anemone (Anemone coronaria): blau, rosa, rot, violett, weiss, nicht winterfest

  • Herbst-Anemone (Anemone hupehensis): weiß, rosa, purpur, rot, winterhart

  • Indisches Blumenrohr (Canna indica): gelb, gelb-orange, rot, nicht winterfest

  • Garten-Dahlie (Dahlia x hortensis): gelb, purpur, rosa, orange, weiss, nicht winterhart

  • Gladiolen (Gladiolus): bis auf blau, braun und schwarz gibt es sie in allen Farben, nicht winterfest

  • Herbstzeitlose (Colchicum, verschiedene Arten): rosa/violett, winterhart

  • Knollenbegonien (Begonia x tuberhybrida): weiss, gelb, orange, rosa, rot, nicht winterfest

  • Krokus (Crocus): überwiegend gelbe, lila, violette und weiße frühlingsblühende Blumen, winterhart

  • Garten-Montbretie (Crocosmia x crocosmiiflora): gelb, orange, rot, nicht winterhart ohne Winterschutz

  • Scharbockskraut (Ficaria verna): auch Feigwurz, gelbe Blüten, winterhart

  • Deutsche Schwertlilie (Iris x germanica): gelb, violett, bedingt winterhart bei starkem Frost

  • Winterling (Eranthis hyemalis): gelb, eine winterfeste Winterblume

  • Zantedeschien (Zantedeschia): auch Calla-Lilien, weiss, selten gelb oder rot, nicht winterfest

 

Einige Knollenblumen zählen wegen der in Blättern, Blüte oder Knolle enthaltenen Pflanzengiftstoffe zu den Giftpflanzen wie z.B. Alpenveilchen, Herbstzeitlose oder Winterlinge.

Im Gemüse-Bereich gibt es eine Reihe von essbarer Knollenpflanzen, die sich großer Beliebtheit in der Küche erfreuen und deren Verzehr als sehr gesund für den Menschen gilt.

Sie sind zu finden auf der Unterseite → Knollengemüse.

 

Dunkelrote Blüten von Garten-Dahlien x hortensis der Sorte Glow
Bild: Garten-Dahlien (Dahlia x hortensis 'Glow') Ende August *

 

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Tipps zur Überwinterung

Bedingt winterharte Blumenknollen können bei mildem Winter-Klima auch im Blumenbeet überwintern, wenn sie mit Laub und Reisig abgedeckt werden.

Nicht winterharte Knollenblumen sollten für die Überwinterung an einem dunklen, trockenen, kühlen und frostfreien Ort bei etwa 5 bis 7 Grad aufbewahrt werden.

Idealerweise erfolgt die Lagerung auf Zeitungspapier in einer luftdurchlässigen Holzkiste, um Fäulnisprozesse zu vermeiden.

Nach der Einlagerung der Knollenblumen sollten die Knollen den Winter über regelmässig auf Schimmel und Fäulnis kontrolliert werden.

Nicht frostfeste Knollenblumen werden idealerweise vorm Winter im Gartenbeet ausgegraben, wenn die Blätter verwelkt sind und die Pflanzen sich eingezogen haben.

Dieser Zeitpunkt stellt sicher, dass die Blumenknollen zum Überwintern genügend Nährstoffe eingelagert haben.

Vor dem Einlagern sollten die Stängel der Pflanze etwa 5 cm knapp überhalb der Knolle abgeschnitten werden.

Noch vorhandene Erde auf den Blumenknollen sollte nicht komplett entfernt werden, weil sie einen Schutz vor Austrocknung bietet.

Um empfindliche Blumenknollen vor Fäulnis zu schützen, können diese mit speziellen Mittel aus der Gärtnerei oder dem Gartencenter behandelt werden.

 

Weiße Blüte von einem Frühlings-Krokus
Bild: Frühlings-Krokus/Frühlings-Safran (Crocus vernus) im April *

 

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Pflanzen und Düngen

Die Pflanzzeit für winterfeste Knollenblumen liegt im Herbst (September, Oktober), damit die Pflanzen noch ausreichend ihre Wurzeln entwickeln können.

Überwinterte bzw. nicht winterharte Knollenblumen werden im Frühjahr gepflanzt, wenn kein Spätfrost mehr zu erwarten ist.

Die Blumenknollen werden mit etwa der doppelten Knollen-Breite Abstand voneinander und je nach späterer Pflanzen-Höhe zwischen 5 und 20 cm tief in die Erde gesetzt.

Zur Bestimmung der richtigen Pflanztiefe gilt als Faustformel etwa die zwei- bis dreifache Knollenhöhe, die nicht überschritten werden sollte, weil zu tief gepflanzte Knollenblumen schlechter wachsen und blühen.

Um ein Austrocknen zu vermeiden, sollte man Knollenblumen nach dem Kaufen zeitnah pflanzen und die Blumenknollen nach dem Pflanzen gut giessen.

 

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Standort-Bedingungen

An einem für Knollenblumen geeigneten Standort sollte der Boden gut durchlässig sein und nicht zu Staunässe neigen.

Sonst kann die Blumenknolle verfaulen. Stark verdichteter Boden wie Lehmboden läßt sich mit Sand auflockern.

Als Pflanzorte kommen sonnige bis leicht schattige Plätze im Garten in Frage, da die meisten Knollenblumen aus dem warmen Süden stammen und an ihrem Standort Sonne bevorzugen.

Die Blumenknollen können im Normalfall ausreichend Nährstoffe speichern für ihre Blüte im Frühjahr, Sommer oder Herbst. Aus diesem Grund muss man Knollenblumen nicht düngen.

Nur bei sehr nährstoffarmen Böden können spezielle, stickstoffarme Dünger wie z.B. Hornspäne oder Rinderdung zum Einsatz kommen.

 

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Knollenblumen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Rosa Blüten von einer Herbst-Anemone
Bild: Herbst-Anemone (Anemone hupehensis) Ende Oktober, eine winterharte Herbstblume

 

Gelbe Krokus-Blüten
Bild: Gelber Krokus (Crocus) im Frühling (Ende April) in Oberbayern, eine winterharte Frühlingsblume

 

Rosa Blüten und dunkelgrüne Blätter eines freistehenden Alpenveilchens
Bild: Alpenveilchen (Cyclamen persicum) Anfang März

 

Weiße Blüte einer Calla-Lilie, die auch Zantedeschie genannt wird
Bild: Zantedeschie/Calla-Lilie (Zantedeschia) Ende April

 

Rosa-violette Blüten einer Byzanzer bzw. Türkischen Herbstzeitlosen
Foto: Türkische/Byzanzer Herbstzeitlose (Colchicum byzantinum) im September, eine Trichterblume *

 

Gelbe Blüte von einem Scharbockskraut
Bild: Scharbockskraut (Ficaria verna, Syn.: Ranunculus ficaria) im Frühling (Anfang März)

 

Orange-rote Blüten von einem Indischen Blumenrohr in einem Blumenbeet
Bild: Indisches Blumenrohr (Canna indica) Mitte September

 

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