Alle Blumen mit Zwiebeln (Blumenzwiebel)
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Frühlingsblüher
    2. Sommerblüher
    3. Herbstblüher
    4. Winterblüher
  3. Giftig für Menschen und Tiere
  4. Lichtverhältnisse am Standort
  5. Bedeutung der Frühblüher für Bienen / Insekten
  6. Ausgraben, Überwintern, Lagern
  7. Pflanzen / Pflanzzeit im Frühling oder Herbst
  8. Abstand und Pflanztiefe beim Setzen
  9. Tipps zum Gießen
  10. Richtig düngen
  11. Weitere Pflege-Maßnahmen

Definition

Was sind Zwiebelblumen (Blumenzwiebeln) ? Die Begriffe Blumenzwiebel (engl.: flower bulbs) und Zwiebelblume (engl.: bulb flowers) stammen nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache.

Alle Zwiebelblumen sind in diesem Lexikon mehrjährige Staudenpflanzen, die unterirdisch eine Zwiebel ausbilden als umgewandeltes Speicherorgan bestehend aus Sprossachse und Blättern.

Der Zwiebelkern mit der Blütenknospe wird von mehreren fleischigen Blätter-Schalen umhüllt, die Reservestoffe bzw. Nährstoffe enthalten.

Im Unterschied zur Blumenknolle ist bei der Blumenzwiebel bereits im Herbst alles für die Blüte des nächsten Frühjahrs im Inneren der Zwiebel vorhanden (→ vgl. dazu auch Unterschied zwischen Zwiebel und Knolle).

Bei bestimmten Zwiebelarten kann im Zwiebelkern bereits schon die fertige Blumen-Blüte ausgebildet sein.

 

Botanische Illustration der Blumenzwiebel von einem Gewöhnlichen bzw. Kleinen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé - Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - von 1885, Gera, Deutschland
Botanische Illustration: Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) mit Blumenzwiebel
Botanische Illustration der Blumenzwiebel einer Weißen bzw. Echten Narzisse (Narcissus poeticus), auch Dichter-Narzisse, aus dem Buch von Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé - Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - von 1885, Gera, Deutschland
Botanische Illustration: Weiße / Echte Narzisse (Narcissus poeticus), auch Dichter-Narzisse, mit Blumenzwiebel

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Welche heimischen und exotischen Zwiebelblumen-Arten gibt es und wann blühen sie ? Die folgende Übersicht zeigt alle Blumen mit Blumenzwiebeln mit der Blütenfarbe, Blütezeit, Wuchs-Höhe und Winterhärte.

Zum leichteren Bestimmen der Zwiebelblumen werden diese ferner nach Frühjahrsblüher, Sommerblüher, Herbstblüher und Winterblüher unterschieden.

Außerdem werden die verschiedenen Arten mit ihrem gärtnerischen (umgangssprachlichen) Namen und ihrem botanischen Namen mit Gattung und Art nach der → binären Nomenklatur benannt.

Frühlingsblüher

Welche Zwiebelblumen gibt es im Frühling ? Eine Liste von Blumenzwiebeln, die als Frühjahrsblumen blühen:

 

Blaustern (Scilla)

Blütenfarbe: verschiedene Sorten in blau, lila-blau, hellblau

Blütezeit: März bis April

Wuchs-Höhe: bis 50 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) ist heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: zur Nutzung in einem Steingarten geeignet

 

Violette Blüten von einem Wien-Blaustern, botanischer Name Scilla vindobonensis
Bild: Wien-Blaustern (Scilla vindobonensis) im Frühling (Ende März), auch Wiener Blaustern

 

Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta)

Blütenfarbe: blau-violett, seltener rosa oder weiße Blüten

Blütezeit: April bis Mai

Wuchshöhe: 20 bis 50 cm

Wuchstyp: mehrjährig, mit Zwiebel

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: große natürliche Bestände in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (z.B. Wald der blauen Blumen)

 

Blau-violett blühendes Atlantisches Hasenglöckchen, botanischer Name Hyacinthoides non-scripta, mit Großaufnahme der Blüten und der gesamten Pflanze
Foto: Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) im Frühjahr (Anfang Mai)

 

Spanisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica)

Blütenfarbe: blass-lila, rosa, weiß


Blütezeit: April bis Juni

Wuchs-Höhe: 25 bis 40 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart, mit Zwiebel

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: eine der wenigen Zwiebelblumen im Frühling für Schatten und Halbschatten

 

Eine Biene auf einem blau-violett blühenden Spanischen Hasenglöckchen, botanischer Name Hyacinthoides hispanica
Foto: Eine Biene auf einem Spanischen Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica) Ende April

 

Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis), auch Hundszahn

Blütenfarbe: purpur, seltener weiß

Blütezeit: März bis April

Wuchs-Höhe: niedrig von 10 bis 15 cm

Wuchstyp: mehrjährig, relativ winterfest

Vorkommen: heimisch in Österreich (Burgenland, Kärnten, Steiermark) und der Schweiz

Sonstiges: eine der wenigen Frühlingsblüher-Zwiebelblumen für Schatten und Halbschatten

 

Blass violette Blüte einer Hundszahnlilie, botanischer Name Erythronium dens-canis, mit braun-grün gescheckten Blättern
Bild: Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis) Ende April
Cremfarben-gelbliche Blüte einer Garten-Hyazinthe, botanischer Name Hyacinthus orientalis, in einem Staudenbeet, im Hintergrund blühende rote Tulpen
Foto: Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis) Anfang Mai

 

Garten-Hyazinthe (Hyacinthus orientalis) ↑ vgl. Foto oben ↑

Blütenfarbe: blau-violette oder weiße Blüten

Andersfarbige Sorten: blau, gelb, orange, rosa, rot

Blütezeit: April bis im Mai

Wuchs-Höhe: 15 bis 40 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die stark duftende, leicht giftige und exotische Zwiebelblume wird seit der Antike gezüchtet

 

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)

Blütenfarbe: gelb oder hellorange bis dunkelorange

Blütezeit: April und Mai

Wuchs-Höhe: groß von 50 bis 150 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimische Zierpflanze

Sonstiges: stark giftig, die bekannte orange Zwiebelblume soll Wühlmäuse vertreiben

 

Hängende orange Blüte von einer Kaiserkrone, botanischer Name Fritillaria imperialis, mit üppiger Krause aus spitzen, in die Höhe ragenden grünen Blättern
Bild: Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) im Frühling (Mitte April), eine sehr hohe Zwiebelblume

 

Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum)

Blütenfarbe: leuchtend orange-rot

Blütezeit: Mai bis im Juli

Wuchshöhe: groß von 30 bis 90 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: am weitesten in Europa, v.a. in den Alpen (vgl. Alpenblumen), verbreitete wildwachsende Lilie

 

Leuchtend orange-rot blühende Feuer-Lilie, botanischer Name Lilium bulbiferum
Foto: Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum) im Juni, eine hohe Zwiebelblume

 

Weiße Lilie (Lilium candidum), auch Madonnen-Lilie

Blütenfarbe: weiß

Blütezeit: Mai bis im Juli

Wuchshöhe: groß von 80 bis 120 cm (selten bis 150 cm)

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die hohe Zwiebelblume war im Mittelalter eine bedeutende Klostergarten-Pflanze, ein Symbol der Reinheit und als "heilige Lilie" der Jungfrau Maria geweiht

 

Großaufnahme der weißen Blüten einer Madonnen-Lilie, botanischer Name Lilium candidum, und Foto der ganzen hohen Blume
Bild: Weiße Lilie (Lilium candidum), auch Madonnen-Lilie, Ende Juni

 

Märzenbecher/Märzbecher (Leucojum vernum), auch Frühlings-Knotenblume

Blütenfarbe: weiß mit hellgrünen Flecken

Blütezeit: März bis April

Wuchs-Höhe: klein von 10 bis 30 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: eine der wenigen Zwiebelblumen für Schatten und Halbschatten, steingarten-tauglich

 

Weiße Blüte einer Frühlings-Knotenblume, botanischer Name Leucojum vernum, die an den Blütenspitzen hellgrün getupft ist
Bild: Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum) im Frühling (Mitte März), auch Märzenbecher oder Grosses Schneeglöckchen

 

Gelbe Narzisse / Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus)

Blütenfarbe: gelb

Blütezeit: März bis April um Ostern herum

Wuchs-Höhe: bis 50 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: hautreizend (Kontaktdermatitis), soll im Frühjahr Wühlmäuse vertreiben

 

Gelbe Blüte einer Gelben Narzisse bzw. Osterglocke, botanischer Name Narcissus Pseudonarcissus
Foto: Osterglocke/Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) in einem Staudenbeet im Frühling (Mitte April)

 

Weiße Narzisse (Narcissus poeticus): auch Dichter-Narzisse

Blütenfarbe: creme-weiße Blüten

Blütezeit: April bis Mai

Wuchs-Höhe: 40 bis 50 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die rein weiße Zwiebelblume soll im Frühling Wühlmäuse vertreiben

 

Blüten von weißen Narzissen, botanischer Name Narcissus poeticus, mit orange umrandeter Blütenmitte
Bild: Echte / Weiße Narzissen (Narcissus poeticus), auch Dichter-Narzissen im Frühling (Anfang Mai)

 

Puschkinie (Puschkinia scilloides), auch Kegelblume

Blütenfarbe: weiß oder blass hellblau mit blauem Längsstreifen

Blütezeit: März bis April

Wuchs-Höhe: klein von 10 bis 15 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

 

Puschkinie, auch Kegelblume, botanischer Name Puschkinia scilloides, mit weißen Blütenblättern, die mittig einen blauen Streifen aufweisen
Bild: Puschkinie/Kegelblume (Puschkinia scilloides) in einem im Staudenbeet im Frühling (Mitte März)

 

Schachbrettblume / Schachblume (Fritillaria meleagris)

Blütenfarbe: lila-purpur mit weißen Flecken, grünlich-weiß gefleckt

Blütezeit: April bis Mai

Wuchs-Höhe: 25 bis 35 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: die meist purpurfarbenen bis lila Zwiebelblumen eignen sich für einen feucht-nassen Standort und sollen Wühlmäuse vertreiben

 

Weiße Blüte mit hellgrünen Punkten an den Blütenspitzen einer Schachbrettblume / Schachblume, botanischer Name Fritillaria-meleagris, auch Kiebitzei genannt
Bild: Weiße Schachblume (Fritillaria meleagris) im Frühjahr (Anfang Mai), auch Schachbrettblume oder Kiebitzei genannt, eine Becherblume

 

Traubenhyazinthen (Muscari, verschiedene Arten und Sorten)

Blütenfarbe: dunkelblaue Blüten

Blütezeit: April bis Mai (Juni)

Wuchs-Höhe: niedrig bis 25 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die Zwiebel der Frühlingsblume soll Wühlmäuse vertreiben, als Steingartenpflanze geeignet

 

Violette Blüte einer Kleinen Traubenhyazinthe, botanischer Name Muscari botryoides
Bild: Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) im Frühjahr (Ende April)

 

Tulpen (Tulipa, verschiedene Arten und Sorten)

Blütenfarbe: gelb, grün, lila, orange, rosa, rot, violett, weiß

Blütezeit: März bis Mai, es gibt Frühblüher- und Spätblüher-Sorten

Wuchs-Höhe: sehr verschieden von 15 bis 50 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: die Wilde / Weinberg Tulpe (Tulipa sylvestris) ist die einzig heimische Tulpen-Art

Sonstiges: stark giftig

 

Orange-gelbe Blüte einer Tulpe, botanischer Name Tulipa
Bild: Orange-gelbe Tulpen-Sorte (Tulipa) im Frühling (Ende April)

 

Zierlauch (Allium spec.)

Blütenfarbe: blau, gelb, rosa, rot, violett, weiß

Blütezeit: Mai bis September (auch kürzere Blütedauer je nach Sorte und Art)

Wuchs-Höhe: sehr verschieden von 15 bis 150 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die Zwiebeln vom Riesen-Lauch (Allium giganteum) sind essbar, weshalb er zum Ziergemüse zählt (wie die meisten Allium-Zwiebelblumen)

 

Kugelförmige Blüten von einem Kugel-Zierlauch bzw. einer Sorte vom Riesenlauch, botanischer Name Allium giganteum, mit grünen und dunkel-violetten Blütenenden
Foto: Kugel-Zierlauch (Allium spec.), eine Riesen-Lauch-Sorte (Allium giganteum) im Sommer (Ende August)

 

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Sommerblüher

Welche Zwiebelblumen gibt es im Sommer ? Eine Liste von Blumenzwiebeln, die als Sommerblumen blühen:

 

Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)

Blüten-Farbe: rötlich-rosa bis dunkel-violett

Blütezeit: Juni bis August

Wuchshöhe: groß von 60 bis 90 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Sonstiges: die einzigen Zwiebelblumen, die erst im Sommer zu blühen beginnen

 

Rosa Blüten, dunkel-violett getupft, von einer Türkenbund-Lilie, botanischer Name Lilium martagon, in einem Steingarten
Bild: Türkenbund-Lilie (Lilium martagon) in einem Steingarten im Sommer (Anfang August)

 

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Herbstblüher

Welche Zwiebelblumen gibt es im Herbst ? Eine Liste von Blumenzwiebeln, die als Herbstblumen blühen:

 

Herbst-Goldbecher (Sternbergia lutea): auch Goldkrokus, Sternbergie, Winternarzisse

Blütenfarbe: gold-gelb

Blütezeit: September bis Oktober

Wuchs-Höhe: klein von 10 bis 15 cm

Wuchstyp: bedingt winterhart bis -15 Grad, Abdecken z.B. mit Rindenmulch vor dem Winter empfehlenswert

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die einzigen Zwiebelblumen, die erst im Herbst zu blühen beginnen

 

Gold-gelbe Blüten von Goldkrokussen, botanischer Name Sternbergia lutea, die auch Sternbergien oder Winternarzissen genannt werden
Bild: Sternbergien bzw. Winternarzissen/Goldkrokusse (Sternbergia lutea) im Herbst (Ende September)

 

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Winterblüher

Welche Zwiebelblumen gibt es im Winter ? Eine Liste von Blumenzwiebeln, die als Winterblumen blühen:

 

Echte Amaryllis/Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)

Blütenfarbe: hellrosa bis dunkelrosa

Blütezeit: Februar bis April

Wuchs-Höhe: groß von 60 bis 80 cm

Wuchstyp: mehrjährig, nur winterfest bis +10 Grad und frostempfindlich

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: stark giftig

 

Rosa-rot bluehende Belladonnalilie mit trompetenfoermiger Bluete auf einem langen Stengel
Foto: Belladonnalilie / Echte Amaryllis (Amaryllis belladonna) im Spät-Winter (Anfang März) in einem Vorgarten

 

Alpenveilchen-Narzisse (Narcissus cyclamineus)

Blütenfarbe: gelb

Blütezeit: ab Ende Februar bis April

Wuchshöhe: bis 25 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: für Steingarten geeignet

 

Gelb blühende Alpenveilchen-Narzisse, botanischer Name Narcissus cyclamineus, vor Laubbäumen im Spät-Winter ohne Blätter
Foto: Alpenveilchen-Narzisse (Narcissus cyclamineus) im Spät-Winter (Ende Februar) vor Laubbäumen ohne Blätter

 

Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Blütenfarbe: weiß

Blütezeit: Februar bis März, teilweise ab Dezember

Wuchs-Höhe: niedrig bis 15 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterfest

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

 

Weiß blühende Kleine Schneeglöckchen, botanischer Name Galanthus nivalis
Bild: Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) im Winter (Ende Februar) in einem Balkon-Blumenkasten *

 

Netzblatt-Schwertlilie (Iris reticulata)

Blütenfarbe: verschiedene Blau-Töne von hellblau bis purpur-violett-blau mit gelb-weißem Muster

Blütezeit: Februar bis März

Wuchs-Höhe: klein bis 15 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: nicht einheimisch

Sonstiges: die blauen Zwiebelblumen eignen sich für einen Steingarten

 

Blau blühhende Netzblatt-Schwertlilie, botanischer Name Iris reticulata, mit blauen Haupt-Blüten und gelbem Muster am Blütenschlund zum Vorziehen in einem Blumen-Topf
Bild: Netzblatt-Schwertlilie (Iris reticulata) mit blauen Blüten zum Vorziehen in einem Topf im Winter (Ende Februar)

 

Gewöhnliche Sternhyazinthe (Chionodoxa luciliae): auch Schneeglanz, Schneestolz

Blütenfarbe: blau, violett, weiß

Blütezeit: Februar (März) bis April

Wuchshöhe: niedrig bis 15 cm

Wuchstyp: mehrjährig, winterhart

Vorkommen: heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz (eingebürgert / verwildert)

 

Sternhyazinthe, botanischer Name Chionodoxa luciliae, mit blau-violetten Blüten und weißer Blütenmitte auf einer Garten-Wiese
Bild: Gewöhnliche Sternhyazinthe (Chionodoxa luciliae): auch Schneestolz, Schneeglanz in Baden-Württemberg im April

 

Hinweise zur Übersicht:

 

Alle Zwiebelblumen kann man in einem Topf oder einem Kübel pflanzen, weshalb man sie in der Gärtnerei oder dem Online-Pflanzenhandel in großer Auswahl als Topfpflanzen und Kübelpflanzen kaufen kann.

Dabei eignen sich hohe bzw. große Zwiebelblumen-Arten weniger für einen Balkonkasten auf dem Balkon und bevorzugt für ein Staudenbeet im Garten oder einen großen Pflanz-Kübel auf der Terrasse.

 

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Giftig für Menschen und Tiere

Zu beachten ist, dass die meisten Zwiebelblumen-Arten für potentielle "Fraßfeinde" wie Tiere und Menschen z.T. starke Pflanzengifte speziell in der Zwiebel enthalten und deshalb zu den Giftpflanzen zählen.

Dieser giftige "Fraßschutz"-Mechanismus schützt speziell die Blumenzwiebel, in der Stärke (Vielfachzucker) und die überwinternden Pflanzenteile für den Neuaustrieb im Frühjahr gespeichert sind.

In der weiter oben stehenden Übersicht zählen Amaryllis/Belladonnalilie, Kaiserkrone und Tulpe zu den besonders giftigen Zwiebelblumen für Menschen und viele Tier-Arten.

Deren toxischen Wirkungen und giftige Inhaltsstoffe werden auf der Seite → Giftblumen mit Zwiebel genauer beschrieben. Allerdings sind nicht alle Zwiebelpflanzen generell giftig.

Im Gemüse-Bereich gibt es eine Reihe von bekannten → Zwiebelgewächsen und → Zwiebelsorten, die man essen kann und deren Verzehr sogar sehr gesund für den Menschen ist.

 

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Lichtverhältnisse am Standort

Als Standorte für alle Zwiebelblumen eignen sich offene und sonnige Plätze im Garten oder Vorgarten mit wenig Schatten oder Halbschatten.

Denn die meisten Zwiebelblumen stammen ursprünglich aus warmen Regionen (z.B. Mittelmeer-Gebiet) und bevorzugen einen Standort mit viel Sonne.

Eine Ausnahme stellen das Hasenglöckchen, der Hundszahn und der Märzenbecher dar, die einen halbschattigen bis schattigen Standort bevorzugen.

 

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Bedeutung der Frühblüher für Bienen / Insekten

Die meisten beliebten Zwiebelblumen für den Garten sind Frühblüher oder Winterblüher (vgl. weiter oben) und haben für Bienen und für weitere Insekten wie Hummeln und Wildbienen eine große Bedeutung.

Denn im Übergang vom Winter zum Frühjahr ist in freier Natur das Angebot von blühenden Pflanzen mit Blüten-Nektar und Pollen wie Blumen, Blütenbäume oder Blütensträucher noch nicht sehr groß.

Daher stellen Frühblüher-Zwiebelblumen für Insekten (Bienen, Hummeln) eine erste wichtige Nahrungsgrundlage dar, die sie in der Übergangszeit im Frühjahr zum Aufbau eines Volkes benötigen.

Durch das Pflanzen von insekten- bzw. bienenfreundlichen Zwiebelblumen im Frühjahr kann ein ökologischer Beitrag gegen das Bienensterben in heutigen Zeiten geleistet werden.

Allerdings sind Zwiebelblumen nur bienenfreundlich, wenn im Garten keine Pestizide (Pflanzenschutzmittel) wie Herbizide gegen sog. Unkraut, Insektizide gegen Insekten oder Fungizide gegen Pilze Verwendung finden.

 

Gelb-grüne Blumen-Blüte, auf der eine Biene sitzt und Nektar saugt
Bild: Nektar-saugende Biene auf einer gelb-grünen Blumenblüte im Sommer *

 

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Ausgraben, Überwintern, Lagern

Bedingt winterharte Blumenzwiebeln können in klimatisch milden Gegenden im heimischen Staudenbeet bis zum nächsten Frühling überwintern, wenn sie z.B. mit Reisig oder Laub abgedeckt werden.

Es empfiehlt sich, Blumenzwiebeln, die nicht zum Verwildern geeignet sind, nicht jahrelang im Boden zu lassen.

Denn mit jeder Blütesaison können sich diese Blumenzwiebeln immer tiefer eingraben und irgendwann schaffen sie es nicht mehr, mit ihrem Spross aus dem Boden heraus zu wachsen.

Alle nicht winterharte Zwiebelblumen sollte man zum Überwintern im Spät-Herbst ohnehin ausgraben und an einem trockenen, kühlen und frostsicheren Platz bei ca. 5 bis 7 Grad lagern.

Der ideale Termin zum Ausgraben von Zwiebelblumen läßt sich äußerlich daran erkennen, dass alle Blätter gelb geworden und verwelkt sind, weil sich die Pflanzen in die Blumezwiebel zurückgezogen haben.

Zu diesem Zeitpunkt ist sichergestellt, dass ausreichend Nährstoffe aus dem in den Blättern und dem Stengel befindlichen Saft in die Blumenzwiebel eingelagert wurden vor der Überwinterung.

Idealerweise erfolgt die Lagerung der Blumenzwiebeln auf Zeitungspapier in einer luftdurchlässigen Holzkiste, um eine Fäulnis der Zwiebeln zu vermeiden.

Vor der Einlagerung sollte man die Stängel der Zwiebelblumen etwa 5 cm überhalb der Zwiebel abschneiden.

Dabei kann noch vorhandene Erde ruhig auf der Blumenzwiebel gelassen werden, weil die Erde einen gewissen Schutz vor Austrocknung darstellt.

Nach der Einlagerung der Zwiebelblumen sollten die Zwiebeln den Winter über regelmässig auf Schimmel und Fäulnis kontrolliert werden.

 

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Pflanzen / Pflanzzeit im Frühling oder Herbst

Das Pflanzen oder das Setzen winterharter Zwiebelblumen sollte im Herbst in den Monaten September oder Oktober erfolgen, wenn der Boden noch vollständig frostfrei ist.

Der Grund für diesen Termin zum Einpflanzen ist der, dass die Pflanzen vor dem Winter noch ausreichend ihre Wurzeln im noch etwas warmen Boden entwickeln können.

Eine Pflanzzeit im Herbst gilt für alle Frühlingsblüher-Zwiebelblumen, die ab Februar, März oder April im Frühling blühen wie z.B. Zweiblättriger Blaustern, Hundszahn und Garten-Hyazinthe.

Dagegen werden überwinterte, nicht winterfeste Zwiebelblumen erst im Frühling bei frost-freiem Wetter gepflanzt. Hierzu zählen Frühlingszwiebelblumen wie z.B. die ab Februar blühende Belladonnalilie (Amaryllis).

In Wetter-Lagen, die bzgl. spätem Frost nicht sicher abzuschätzen sind, kann man frühe Zwiebelblumen auch im Topf oder im Kübel drinnen im Haus vorziehen.

Allgemein empfiehlt es sich, eine Zwiebelblume nach dem Kaufen zeitnah zu pflanzen, um einem Austrocknen der Blumenzwiebeln entgegen zu wirken.

 

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Abstand und Pflanztiefe beim Setzen

Wie tief sollte man Zwiebelblumen setzen ? Abhängig von der späteren Pflanzen-Höhe werden Blumenzwiebeln zwischen 5 und 20 cm tief in die Erde gesetzt.

Zum Bestimmen der richtigen Pflanztiefe gilt als Faustformel etwa die zweifache bis dreifache Höhe der Zwiebeln (von Ausnahmen abgesehen wie der Madonnen-Lilie, die man flach pflanzen kann).

In welchem Abstand soll man Zwiebelblumen setzen ? Hier gilt als Faustformel etwa die doppelte Zwiebel-Breite Abstand voneinander.

Diese Werte für Pflanztiefe und Abstand beim Setzen der Blumenzwiebeln sollten nicht überschritten werden.

Denn zu tief und zu dicht gepflanzte Zwiebelblumen wachsen und blühen schlechter, falls die Pflanzen das nicht selbst mit sog. Zugwurzeln bzw. Kontraktionswurzeln korrigieren können.

Mit diesen speziellen Wurzeln werden z.B. die Blumenzwiebeln von Krokus und Türkenbund-Lilie, wenn sie zu tief oder zu flach gesetzt wurden, am jeweiligen Standort in die optimale Bodentiefe gezogen.

 

Tulpenzwiebel-Wachstum im Frühling nach dem Ausgraben mit brauner Zwiebel und weißem Spross
Bild: Tulpenzwiebel im Wachstum nach dem Ausgraben im Frühling mit Spross und Zwiebel

 

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Tipps zum Gießen

Nach dem Pflanzen sollte man alle Blumenzwiebeln richtig gießen, damit sich die Zwiebelblumen an ihrem Standort gut entwickeln können.

Vor dem Gießen ist darauf zu achten, dass der Boden gut durchlässig ist und keine Staunässe aufweist, weil die Blumenzwiebel sonst verfaulen kann.

Das gilt nicht nur im Staudenbeet, sondern auch besonders für Zwiebelblumen im Topf oder Kübel, weil sich dort durch Gießen oder Regenfälle im Freien überschüssiges Wasser sehr schnell stauen kann.

Empfehlenswert sind daher Blumen-Töpfe oder Blumen-Kübel mit Löchern, in denen sich Wasser von vornherein nicht sammeln kann.

Weiter empfiehlt es sich, bereits beim Pflanzen auf den Boden im Topf oder im Kübel etwa 1 bis 2 cm Sand zu geben, um zu verhindern, dass die Blumenzwiebeln faulen können.

 

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Richtig Düngen

Wenn Zwiebelblumen im Garten oder auf dem Balkon im Topf und im Kübel jedes Jahr blühen sollen, dann kann es erforderlich sein, sie zu düngen.

Ausnahmen sind die beliebten Schneeglöckchen und Traubenhyazinthen, die durch starkes Düngen mehr Blätter und weniger Blüten ausbilden.

Eine zu starke Düngung von Arten mit geringem Nährstoffbedarf kann somit zur Folge haben, dass in der nächsten Blüte-Saison die Zwiebelblumen nicht blühen.

Der richtige Zeitpunkt zum Düngen von Frühblüher-Zwiebelblumen ist, wenn im Spät-Winter kein Frost mehr herrscht und die Blumenzwiebeln die ersten Blätter austreiben.

Generell sollte man Zwiebel-Blumen nur in der Wachstumsphase düngen, bis sich die ersten Blüten zeigen, weil sich die Pflanzen ab diesem Zeitpunkt bereits wieder zurückziehen.

Erfolgt das Ausgraben der Blumenzwiebeln zum Überwintern erst nachdem die Blätter verwelkt sind, dann ist nach dem Einpflanzen in der neuen Blüte-Saison meistens keine Düngung der Zwiebelblumen notwendig.

Nur falls der Boden im Garten sehr nährstoffarm ist, kann ggf. ein organischer Blumendünger mit Langzeitwirkung verwendet werden, um den Stickstoffgehalt im Boden zu erhöhen.

Hierzu zählen z.B. Hornmehl, Hornspäne, Kompost oder Pferdemist (Pferdedung) und Rindermist (Rinderdung). Auch anorganischer, mineralischer Dünger wie Kalk kann sich eignen, um den pH-Werte des Bodens zu erhöhen.

 

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Weitere Pflege-Maßnahmen

Neben dem Gießen und Düngen empfiehlt sich zur Pflege von allen Zwiebelblumen das Abschneiden der Blüten- bzw. Samenstände nach der Blüte.

Auf diese Weise wird bewirkt, dass die Zwiebelblume keine Energie zur Bildung einer Samen-Anlage aufwendet.

Nicht zurückschneiden sollte man die Blätter und Stiele nach der Blüte, denn bis zu ihrem Verwelken liefert der in ihnen enthaltene Saft der Blumenzwiebel wichtige Nährstoffe zum Einlagern für die nächste Blüte-Saison.

Erst wenn die Blätter und Stiele eingetrocknet sind und gelb werden, kann man sie in Bodennähe abschneiden.

 

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