Die Zwiebelblume (Blumenzwiebel)
 

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Arten, Sorten, Beispiele
    1. Frühblüher/Frühjahrsblüher
    2. Sommerblüher
    3. Herbstblüher
  3. Giftigkeit
  4. Tipps zum Überwintern
  5. Pflanzzeit im Frühling und Herbst
  6. Bodenbeschaffenheit, Pflanzen, Standort
  7. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Definition

Was sind Zwiebelblumen bzw. Blumenzwiebeln ? Der Begriff "Zwiebelblume" (englisch: bulb flowers) bzw. "Blumenzwiebel" (englisch: flower bulbs) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der gärtnerischen Umgangssprache.

Zwiebelblumen sind in diesem Lexikon mehrjährige Staudenpflanzen, die unterirdisch eine Zwiebel ausbilden als umgewandeltes Speicherorgan (Rhizom) aus Sprossachse und Blättern bzw. Blätterbasis (→ vgl. dazu auch Unterschied zwischen Zwiebel und Knolle).

Der Zwiebelkern mit der Blütenknospe wird von mehreren fleischigen Blätter-Schalen umhüllt, die Reserve- bzw. Nährstoffe enthalten.

Im Unterschied zur Blumenknolle ist bei der Blumenzwiebel bereits im Herbst alles für die Blüte des nächsten Frühjahrs im Inneren der Zwiebel vorhanden.

Bei bestimmten Zwiebelarten ist im Zwiebelkern auch schon die Blüte ausgebildet.

Zahlreiche Zwiebelblumen sind typische Frühjahrsblumen und Frühblüher, die man im Blumenbeet oder Topf pflanzen kann. 

 

Blüten von weißen Narzissen mit orange umrandeter Blütenmitte
Bild: Echte / Weiße Narzissen (Narcissus poeticus), auch Dichter-Narzissen Anfang Mai

 

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Arten, Sorten, Beispiele

Die nachfolgende Übersicht zeigt eine Auswahl von Zwiebelblumen bzw. Blumenzwiebeln mit Angabe der Blütenfarbe und Winterhärte, unterschieden nach Frühjahrsblüher und Sommerblühern wie man sie auch in der Gärtnerei oder dem Online-Pflanzenhandel kaufen kann:

Frühblüher/Frühjahrsblüher

  • Blaustern (Scilla - verschiedene Sorten von Zwiebelblumen in blau/lilablau/hellblau): winterhart

  • Hundszahn/Hunds-Zahnlilie (Erythronium dens-canis - purpur, seltener weiss): relativ winterfest

  • Hyazinthen (Hyacinthus, Zwiebel-Sorten in blau, gelb, orange, rosa, rot, violett, weiss): winterhart

  • Kaiserkrone (Fritillaria imperialis - gelb oder hellorange bis dunkelorange): winterhart

  • Frühlings-Knotenblume/Märzbecher (Leucojum vernum - weiss mit hellgrünen Flecken): winterfest

  • Riesen-Lauch (Allium giganteum - violett): Zierpflanze und winterfestes Ziergemüse

  • Maiglöckchen (Convallaria majalis - weiß): sehr winterfest

  • Puschkinie (Puschkinia scilloides - weiss oder blass hellblau mit blauem Längsstreifen): winterhart

  • Narzissen (Narcissus, verschiedene Arten und Sorten - weiß/gelb/rot): winterfest

  • Schachbrettblume (Fritillaria meleagris - purpur-weiss oder grünlich-weiss gefleckt): winterhart

  • Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis - weiß): winterfest

  • Netzblatt-Schwertlilie (Iris reticulata - blau mit gelb-weissem Muster): winterhart

  • Traubenhyazinthen (Muscari - blau oder violett): winterhart

  • Tulpen (Tulipa, verschiedene Arten und Sorten - weiß/gelb/orange/rot/violett): winterhart

Sommerblüher

  • Echte Amaryllis/Belladonnalilie (Amaryllis belladonna - hellrosa bis dunkelrosa): bedingt winterfest

  • Lilien (Lilium - viele Arten und Sorten mit breitem Farbspektrum): überwiegend winterhart

Herbstblüher

  • Sternbergie (Sternbergia lutea - goldgelb): auch Goldkrokus, Winternarzisse, bedingt winterhart

 

 

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Giftigkeit

Zu beachten ist, dass die meisten Zwiebelblumen-Arten für potentielle "Fraßfeinde" wie Tiere und Menschen z.T. starke Pflanzengifte speziell in der Zwiebel enthalten und deshalb zu den Giftpflanzen zählen.

Dieser "Fraßschutz"-Mechanismus schützt speziell die Blumenzwiebel, in der Stärke (Vielfachzucker) und die überwinternden Pflanzenteile für den Neuaustrieb im Frühjahr gespeichert sind.

Das Maiglöckchen und die Tulpe zählt dabei zu den besonders giftigen Zwiebelblumen für Menschen. Allerdings sind nicht alle Zwiebelpflanzen generell giftig.

Im Gemüse-Bereich gibt es eine Reihe von Zwiebelgewächsen und (Speise-) Zwiebelsorten, deren Verzehr sogar sehr gesund für den Menschen ist.

 

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Tipps zum Überwintern

Bedingt winterharte Blumenzwiebeln können in klimatisch milden Gegenden im heimischen Gartenbeet überwintern, wenn sie z.B. mit Reisig oder Laub abgedeckt werden.

Nicht winterharte Zwiebelblumen sollten zum Überwintern im Spät-Herbst an einem trockenen, kühlen und frostsicheren Platz bei ca. 5 bis 7 Grad gelagert werden; idealerweise auf Zeitungspapier in einer luftdurchlässigen Holzkiste, um Fäulnis der Zwiebeln zu vermeiden.

Vor der Einlagerung der Zwiebelblume empfiehlt es sich, die Stängel der Pflanze ca. 5 cm überhalb der Zwiebel abzuschneiden.

Dabei sollte noch vorhandene Erde auf der Blumenzwiebel nicht komplett entfernt werden, weil diese einen Schutz vor Austrocknung darstellt.

Nach der Einlagerung der Zwiebelblumen sollten die Zwiebeln den Winter über regelmässig auf Schimmel und Fäulnis kontrolliert werden.

Der ideale Zeitpunkt, um Blumezwiebeln im Garten auszugraben, ist, wenn sich die Pflanzen in die Zwiebel zurückgezogen haben und alle Blätter gelb geworden sind.

Zu diesem Zeitpunkt ist sichergestellt, dass ausreichend Nährstoffe in die Blumenzwiebel eingelagert wurden vor der Überwinterung.

Dann ist auch später keine Düngung der Zwiebelblumen notwendig. Nur falls der Boden sehr nährstoffarm ist, kann ggf. ein stickstoffarmer Dünger wie z.B. Hornspäne oder Rinderdung verwendet werden.

 

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Pflanzzeit im Frühling und Herbst

Das Pflanzen winterharter Zwiebelblumen sollte im Herbst in den Monaten September und Oktober erfolgen.

Der Grund für diesen Termin zum Einpflanzen ist der, dass die Pflanzen vor dem Winter noch ausreichend ihre Wurzeln entwickeln können.

Diese Pflanzzeit gilt für alle Frühblüher-Zwiebelblumen, die ab Februar, März oder April blühen, wie z.B. der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia), der Hundszahn (Erythronium dens-canis), die Garten-Hyazinthe (Hyacinthus orientalis).

Überwinterte und nicht winterfeste Zwiebelblumen werden im Frühling gepflanzt. Dazu zählen Sommerblüher wie z.B. die ab August blühende Belladonnalilie.

Es empfiehlt sich, eine Zwiebelblume nach dem Kaufen zeitnah zu pflanzen, um einem Austrocknen der Blumen-Zwiebeln entgegen zu wirken.

 

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Abstand und Tiefe beim Setzen

Wie tief sollte man Zwiebelblumen setzen ? Abhängig von der späteren Höhe der Pflanzen werden Blumenzwiebeln zwischen 5 und 20 cm tief in die Erde gesetzt.

Zum Bestimmen der richtigen Pflanztiefe gilt als Faustformel etwa die zweifache bis dreifache Höhe der Zwiebeln.

In welchem Abstand soll man Zwiebelblumen setzen ? Hier gilt als Faustformel etwa die doppelte Zwiebel-Breite Abstand der voneinander.

Zu beachten ist, dass diese Werte für Tiefe und Abstand beim Setzen der Blumenzwiebeln nicht überschritten werden sollten.

Denn zu tief und zu dicht gepflanzte Zwiebelblumen wachsen und blühen schlechter, falls die Pflanzen das nicht selbst mit sog. Zugwurzeln korrigieren können.

Mit diesen auch als Kontraktionswurzeln bezeichneten Wurzeln können Zwiebelblumen zu tief oder zu flach gesetzte Zwiebeln am jeweiligen Standort in die optimale Bodentiefe bringen.

 

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Standort und Gießen

Nach dem Pflanzen sollte man die Blumenzwiebeln ausreichend gießen, damit sich die Zwiebelblumen an ihrem Standort gut entwickeln können.

Vor dem Gießen sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Boden gut durchlässig ist und keine Staunässe aufweist, weil die Blumenzwiebel sonst verfaulen kann.

Das gilt besonders beim Pflanzen von Zwiebelblumen in einem Topf, weil sich dort überschüssiges Wasser durch Giessen oder Regenfälle im Freien sehr schnell stauen kann.

Empfehlenswert sind deshalb Töpfe mit Löchern, in denen sich Wasser von vornherein nicht sammeln kann.

Als Standorte eignen sich offene und nicht zu schattige Plätze im Garten, weil die meisten Zwiebelblumen ursprünglich aus warmen Regionen (z.B. Mittelmeer-Gebiet) stammen und sonnige Standorte bevorzugen.

 

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend eine Liste weiterer Bilder zum Bestimmen von Zwiebelblumen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Rosa Blüten, violett getupft, von einer Türkenbund-Lilie
Bild: Türkenbund-Lilie (Lilium martagon) im Schweizer Oberengadin Anfang August

 

Orange-gelbe Blüte einer Tulpe
Bild: Orange-gelbe Tulpen-Sorte (Tulipa) Ende April

 

Hängende orange Blüte von einer Kaiserkrone mit üppiger Krause aus spitzen, in die Höhe ragenden grünen Blättern
Bild: Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) im April

 

Gelbe Blüte einer Gelben Narzisse bzw. Osterglocke
Foto: Osterglocke/Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) im April

 

Violette Blüte einer Kleinen Traubenhyazinthe
Bild: Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) Ende April

 

Weiße Blüte mit hellgrünen Punkten an den Blütenspitzen einer Fritillaria-meleagris, auch Kiebitzei genannt
Bild: Schachblume/Kiebitzei (Fritillaria meleagris) im Mai, auch Schachbrettblume, eine Becherblume

 

Gold-gelbe Blüten von Goldkrokussen, die auch Sternbergien oder Winternarzissen genannt werden
Bild: Sternbergien bzw. Winternarzissen/Goldkrokusse (Sternbergia lutea) im September, typische Herbstblumen

 

Gartenhyazinthe mit weißen Blütenblättern, die mittig einen blauen Streifen aufweisen
Bild: Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis) Mitte März

 

Violette Blüten von einem Wien-Blaustern
Bild: Wien-Blaustern (Scilla vindobonensis) Ende März, auch Wiener Blaustern

 

Weiße Blüte einer Frühlings-Knotenblume, die an den Blütenspitzen hellgrün getupft ist
Bild: Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum) Mitte März, auch Märzenbecher oder Grosses Schneeglöckchen

 

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