Giftbäume
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition »

2. Arten, Sorten, Beispiele »

2.1 Kleinbäume »

2.2 Mittelgroße Bäume »

2.3 Großbäume »

3. Umfang der Giftigkeit von Bäumen »

4. Weitere Bilder und Detail-Fotos »

1. Definition

Was sind Giftbäume ? Der Begriff "Giftbaum" (englisch: poisonous tree) stammt nicht aus der Botanik , sondern aus der Umgangssprache.

Er bezeichnet in diesem Lexikon einheimische, giftige Bäume, deren Blätter, Früchte (Beeren), Rinde oder Samen Pflanzengiftstoffe enthalten.

Diese Giftstoffe können bei Lebewesen (Menschen, Tiere) zu leichten oder schweren Vergiftungen führen.

Giftbäume zählen wie auch Giftblumen, Giftkräuter, Giftsträucher, Farne sowie verschiedene allergene Flechten zu den Giftpflanzen.

 

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

Im folgenden werden giftige Bäume in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit den jeweiligen Giftstoffen vorgestellt, gegliedert nach Baumgröße.

Einige der genannten Baumarten wie Eibe, Goldregen oder Wacholder können auch als Großstrauch im Garten wachsen.

 

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2.1 Giftige kleine Bäume (Kleinbäume)

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht von giftigen, kleinen Bäumen und Bäumchen für den Garten:

 

  • Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Immergrüne Heckenpflanze, der giftige Baum ist in allen Pflanzen-Teilen giftig, speziell die Blätter sind mit Vorsicht zu behandeln und enthalten das Alkaloid Cyclobuxin D
 

  • Faulbaum (Rhamnus frangula)

Alle Pflanzen-Teile sind giftig durch Anthra-Glykoside bzw. Anthranoide von Emodin (z.B. Frangulin, Glucofrangulin), speziell die Beeren können für kleine Kinder giftig sein
 

  • Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides)

Die Blätter und Samen enthalten das Alkaloid Cytisin
 

  • Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Auch Gewöhnlicher Spindelbaum/Spindelstrauch, giftig ist der gesamte Baum, vor allem die roten Früchte und Samen. Sie enthalten z.B. das Herzglykoside Evonosid oder das Alkaloid Evonin.

 

Dunkelgrüne Blätter an einem Buchsbaum
Bild: Buchsbaum-Blätter (Buxus sempervirens) Ende September in Oberbayern *

 

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2.2 Giftige mittelgroße Bäume

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht von giftigen, mittelgroßen Bäumen für den Garten:

 

  • Europäische Eibe (Taxus baccata)

Holz, Nadeln, Rinde, Samen der immergrünen, kleinen Nadelbäume enthalten verschiedene Alkaloide wie z.B. Taxin
 

  • Japanische Eibe (Taxus cuspidata)

Vgl. giftige Wirkung von Europäischer Eibe
 

  • Europäische / Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium)

Beeren und Blätter sind sehr giftig und enthalten das Alkaloid Theobromin, Glykoside und giftige Farbstoffe, die Früchte zudem Triterpene und die Blätter Saponine
 

  • Lebensbaum (Thuja occidentalis)

Der immergrüne giftige Baum enthält das Monoterpen Thujon
 

  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Schwach giftig sind die Beeren, die bei Verzehr größerer Mengen Nierenschädigungen zur Folge haben können

 

 

Dunkelgrüne, elliptisch-förmige, glänzende Stechpalmenblätter am Rand mit Stacheln besetzt im unteren Bereich einer Gemeinen Stechpalme
Bild: Europäische / Gemeine Stechpalme (Ilex aquifolium) Ende August *

Hellgrüne Wacholderbeeren, unreif, an einem Ast mit hellgrünen Nadeln und Stomata-/Wachsstreifen, die als Wirtel oder Quirl angeordnet sind
Bild: Gemeiner Wacholder (Juniperus communis) im Juni, mit beerenförmigen Zapfen (Wacholderbeeren), unreif *

 

Die oben genannten kleinen und mittelgroßen giftigen Bäume eignen sich auch als immergrüne Heckenpflanzen im Garten. Vor dem Pflanzen sollten deshalb mögliche Gefahren für Kleinkinder und Tiere nicht außer Acht gelassen werden.

 

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2.3 Giftige große Bäume (Großbäume)

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht von giftigen, großen Bäumen für den Garten:

 

  • Gewöhnliche Robinie/Scheinakazie (Robinia pseudoacacia)

Borke und Samen von dem giftigen Baum enthalten Lektine (Phasin, Robin) und verschiedene Glycoside, wobei die Giftstoffe in der Borke höher konzentriert sind.

Die Robinie ist auch für Hunde, Katzen, Nagetiere, Pferde, Vögel (Wellensittiche) und andere Haustiere ein giftiger Baum.

 

Weisse Blütenfarbe einer Gewöhnlichen Robinie
Bild: Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) Ende April

 

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3. Umfang der Giftigkeit von Bäumen

Die Frage, welcher Baum giftig ist, hängt stets vom Alter (Erwachsene oder Kinder), vom individuellen Körpergewicht und Gesundheitszustand sowie vom Lebewesen ab (Mensch oder Tier).¹

Von großer Bedeutung für die Zuordnung von Bäumen zu den Giftbäumen ist außerdem die Dosis und/oder absolute Menge der aufgenommenen giftigen Pflanzenteile.

Nicht zu vergessen, dass in der Medizin bestimmte Inhaltsstoffe von giftigen Pflanzen in geringer Dosierung auch zur Behandlung von Krankheiten oder für Operationen und zur Betäubung verwendet werden.

Aus diesem Grund verläuft die Grenze zwischen giftigen Pflanzen und Heilpflanzen/Arzneipflanzen meistens fliessend.

Bei Unklarheiten über giftige Bäume und deren Bestimmung informiert z.B. das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ) in Göttingen für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Das GIZ führt rund um die Uhr telefonische Beratungen über giftige Pflanzen und Toxikologie durch.

Weiterführende Informationen über einheimische, giftige Baumarten gibt auch die Giftpflanzen-Broschüre vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

In Österreich steht hierfür die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) in Wien und in der Schweiz das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (Tox Info Suisse) in Zürich zur Verfügung.

 

 

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4. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder von giftigen Bäumen und Detail-Fotos von Blättern, Früchten oder Rinde:

 

Orange-rote, giftige Früchte einer Europäischen Eibe
Bild: Europäische Eibe (Taxus baccata) im September

Rötlich-dunkelgrüne Blätter, rosa-rote Früchte und dunkelgelbe Samen vom Europäischen Pfaffenhütchen, auch Spindelbaum genannt
Bild: Blätter, Früchte und Samen vom Spindelbaum/Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Rote, runde Früchte und grüne Blätter von einem Faulbaum
Bild: Faulbaum (Frangula alnus) mit Blättern und Früchten im Juli

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

* Foto © Oliver Fries