Amberbäume
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale »

2. Arten, Sorten und Beispiele »

3. Bedeutung als Rohstoff, Holz und Werkstoff »

4. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde »

5. Bedeutung als Duftstoff »

6. Bedeutung in Baumsymbolik und Mythologie »

7. Tipps zu Standort, Pflanzen, Schneiden, Pflege »

8. Weitere Bilder und Detail-Fotos »

1. Definition, Eigenschaften, Merkmale

Was ist ein Amberbaum ? In der Botanik zählen die Amberbäume (Liquidambar) zur Pflanzen-Gattung der Altingiaceae (Zaubernussgewächse).

Es handelt sich um sommergrüne Laubbäume, die natürlich in Nordamerika, Kanada und Asien vorkommen.

In Europa waren die Amberbäume vor etwa 2,5 Millionen Jahren einheimisch bis zum Beginn der Eiszeit bzw. dem Ende der Tertiär-Zeit mit wärmeren Klima als heute.

Das beweisen z.B. fossile Blätter, die im Tagebau Hambach in Nordrhein-Westfalen gefunden wurden.

Der Amberbaum (englisch: sweetgum) ist wie die Pinie in Italien oder die Eiche in Deutschland ein typischer Baum in Nordamerika.

Seit dem 17. Jahrhunderts wird der Amberbaum aber auch in Deutschland und Europa als winterharter Zierbaum in Gärten und Parks kultiviert.

Die typische Blütezeit der Amberbäume mit ihrer pyramidenförmigen Krone und den gelbgrünen Blüten ist im Monat Mai.

Besonders in jungen Jahren zählt der Amberbaum zu den langsam wachsenden Bäumen.

Als Wurzeltyp bilden Amberbäume eine herzförmige Wurzel (auch Herzwurzel) aus. Was die Wurzeltiefe betrifft zählen sie zu den tiefwurzelnden Bäumen.

Im Herbst gibt es kaum einen anderen Laubbaum wie den Amberbaum, der durch ein so leuchtendes Rot (Karminrot) seiner 10 bis 15 cm breiten und langen sowie fünf- bis siebenlappigen Blätter auffällt, die etwas den Ahornblättern ähneln.

 

Gelb-rot leuchtende siebenlappige Blätter eines Amerikanischen Amberbaumes Liquidambar styraciflua im Herbst
Foto: Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) im Herbst

 

↑  Nach oben  ↑

2. Arten, Sorten, Beispiele

In Deutschland ist nur eine Art der Amberbäume frosthart und winterhart:

 

  • Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua): auch Storaxbaum oder Seesternbaum wegen seiner Seestern-artigen Blätterform

 

Der Amerikanische Amberbaum wird als Großbaum zwischen 20 und 45 Meter groß und bis zu 10 Meter breit.

Wie Bergulme, Gemeine Esche, Gingko, Ahornblättrige Platane, Silberpappel, Sommerlinde und Stieleiche zählt er damit zu den höchsten Laubbäumen in Europa.

 

In der Baumschule kann man verschiedene Kleinbaum-Züchtungen und -Sorten von diesem Amberbaum auch als Hochstamm kaufen, wie z.B. die Sorte

 

  • 'Oktoberglut' (Liquidambar styraciflua 'Oktoberglut'): wird 3 Meter gross

  • 'Gumball' (Liquidambar styraciflua 'Gumball'): auch Kugelamberbaum, bildet eine Kugelform aus und wird 5 Meter gross

 

Andere Arten benötigen ein mildes und dauerhaft warmes Klima und sind in Deutschland nur im Botanischen Garten zu finden:

 

  • Taiwanesicher Amberbaum (Liquidambar formosana): in China, Laos, Korea, Taiwan, Vietnam heimisch

  • Chinesischer Amberbaum (Liquidambar acalycina): in China heimisch

  • Orientalischer Amberbaum (Liquidambar orientalis): in Griechenland und der Türkei heimisch

 

Vom Preis her zählt der Amberbaum zu den teureren Laubbaumarten, deshalb sollten vor dem Kauf die Standort-Bedingungen im heimischen Garten sorgfältig geprüft werden.

 

↑  Nach oben  ↑

3. Bedeutung als Rohstoff, Holz und Werkstoff

Als Werkstoff wird das Holz des Amberbaumes für Furnier und Kunsttische verwendet, nicht zuletzt aufgrund seines lange anhaltenden und würzigen Geruches.

Ebenso wegen seiner Farbe, die mit ihrem rötlichem Nuss-Satin dem Mahagoni-Holz und dem Walnussholz ähnelt.

Im Handel wird Amberbaumholz deshalb auch unter dem Namen "Satin Walnut" verkauft.

Das Amberbaumholz zählt mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von 560 kg pro Kubikmeter zum Hartholz.

Die Zweige von Amberbäumen eignen sich auch in den Grenzwissenschaften als Wünschelrute.

Das Harz des Amberbaumes dient außerdem als Grundstoff für die Kaugummi-Herstellung, weshalb die Baumart in Amerika auch Sweetgum genannt werden.

 

Rötlich-braunes Furnier-Holz von einem Amerikanischen Amberbaum
Foto: Furnier-Holz von einem Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua)

 

↑  Nach oben  ↑

4. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

Das Harz aus dem Hochstamm der Amberbäume (Balsamum Liquidambar), auch Storax (Styrax) genannt, ist in der Medizin und Volksheilkunde von Bedeutung als entzündungshemmendes und schleimlösendes Mittel.

Deshalb wurde und wird der Amberbaum als Heilpflanze bei Erkältungen und Husten verwendet.

Um Storax (Styrax) herzustellen, wird zunächst die Rinde und das Splintholz ausgekocht und daraus ein Rohbalsam gewonnen.

Der aus dem Rohbalsam hergestellte Alkoholextrakt wird dann als Storax bezeichnet.

 

 

↑  Nach oben  ↑

5. Bedeutung als Duftstoff

Als Duftpflanze liefert der Orientalische Amberbaum den süßlich, vanille-artig duftenden und beruhigenden Balsam Storax (Styrax), der dem Harz-Geruch vom Storaxbaum (Styrax officinalis) ähnelt.

Das intensive Aroma des Balsams resultiert aus seinen Inhaltsstoffen wie Zimtsäure und Vanillin.

Storax (Styrax) kommt z.B. in der Aromatherapie, in Tabak-Mischungen oder als Duftbinder und Grundstoff bei der Seifen- und Parfum-Herstellung zum Einsatz.

Weiter wird Storax (Styrax) für die Aromatisierung von Backwaren und Kaugummi verwendet.

Auch zum Räuchern spielt Storax (Styrax) in der griechisch-orthodoxen Kirche neben dem Weihrauch eine wichtige Rolle.

Es wird vermutet, dass er einer der vier heiligen Räucherstoffe ist, die im Alten Testament Erwähnung finden.

 

↑  Nach oben  ↑

6. Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

In der Baumsymbolik steht der Amberbaum allgemein für Schutz. In der griechischen Mythologie und Spätantike sind die Baum-Harze der Amberbäume der Göttin Hekate zugeordnet.

Hekate war die Göttin der Zauberkunst und Hexen, der Zauberpflanzen, der Magie, der Giftpflanzen, des Spuks, der Totenbeschwörung sowie eine Symbolik für Wegkreuzungen.

Der flüssige Baumharz (Storax, Styrax) der Amberbäume soll im alten Griechenland besondere symbolische Bedeutung als magisches Räuchermittel für Hekate gehabt haben.

 

Rinde eines Liquidambar styraciflua im Winter
Bild: Rinde von einem Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua) im Winter

 

↑  Nach oben  ↑

7. Hinweise zu Standort, Pflanzen, Schneiden und Pflege-Tipps

Wo wachsen Amberbäume? Einen Amberbaum sollte man an sonnigen Plätzen pflanzen und dazu möglichst im Frühjahr, damit die Wurzeln sich bis zum Winter-Beginn ausreichend im Boden verankern können.

Als Frostschutz sollte nach Möglichkeit bei jungen Bäumen auch das Laub im Herbst liegen gelassen werden.

Die Amberbäume bedürfen kaum Pflege, denn sie sind nahezu resistent gegen Schädlinge. Nur die Wurzeln reagieren bisweilen empfindlich auf Trockenheit.

Schneiden muss man den Amberbaum ebenfalls nicht. Allerdings sollte er bei einem niederschlagsarmen und heissen Sommer regelmäßig gegossen werden.

Nach sehr kalten und frostreichen Wintern kann es passieren, dass der Amberbaum-Austrieb später als gewöhnlich im Mai stattfindet.

Um zu verhindern, dass neue Triebe nicht bis zum Winter ausreifen, sollte man bis spätestens August den Amberbaum düngen mit etwas Kompost oder Mineraldünger.

 

↑  Nach oben  ↑

8. Weitere Bilder und Detail-Fotos

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Amberbäumen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Leuchtend rote sieben-lappige Blätter eines Taiwanesischen Amberbaumes Liquidambar formosana im Herbst
Bild: Taiwanesischer Amberbaum (Liquidambar formosana) im Herbst

Großes Blatt am Ast eines Amerikanischen Amberbaums im Oktober mit beginnender Herbst-Färbung
Bild: Großes Blatt von einem Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua) im Oktober in der Region Friaul-Julisch Venetien in Italien mit beginnender Herbst-Färbung

Grüne Sommer-Blätter eines Amerikanischen Sweetgums
Foto: Blätter von einem Amerikanischen Sweetgum (Liquidambar styraciflua)

Fünf etwa 8 bis 10 mm lange und 2 mm breite hellbraune bis dunkelbraune Samen von einem Amerikanischen Amberbaum zum Ziehen oder für die Vermehrung
Bild: Samen von einem Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar formosana) zum Ziehen im Topf oder für die Vermehrung im Garten

 

↑  Nach oben  ↑

 

→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)