Tipps zur Pflanzenwelt in Niederbayern
 

Die nachfolgenden Kapitel enthalten Attraktionen, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten der Pflanzenwelt (Flora) in Niederbayern für Pflanzen-Interessierte und Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner).

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Nationalpark Bayerischer Wald
    1. Definition
    2. Tourismus-Regionen
    3. Urwald
  2. Glashütten und Glasmanufakturen
  3. Verwaltungsgliederung
    1. Kreisfreie Städte
    2. Landkreise
  4. Die größten Orte

Nationalpark Bayerischer Wald

Definition

In Niederbayern liegt ein Großteil des Bayerischen Waldes bzw. des Bayerwaldes, einem etwa 100 km langen und dicht bewaldeten Mittelgebirge. Nur der nördliche Teil des Wald-Gebietes befindet sich in der Oberpfalz.

Das Schutzgebiet Bayerischer Wald liegt in den beiden niederbayerischen Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen entlang der Grenze zu Tschechien und erstreckt sich seit seiner Erweiterung 1997 auf einer Fläche von rund 25.000 ha.

Es zählt zusammen mit dem benachbarten Böhmerwald mit einer Fläche von rund 68.000 ha zu den größten zusammenhängenden Waldflächen in Mitteleuropa.

Der Bayerische Wald wurde im Jahr 1970 als erster Nationalpark in Deutschland gegründet, weil sein ökologischer Wert und landschaftlicher Reiz als besonders schützenswert erachtet wurde.

Deutschland folgte damit sehr spät dem Vorbild anderer europäischer Länder, die bereits seit Jahrzehnten Nationalparks bzw. Schutzgebiete ausgewiesen hatten.

So wurde der erste Nationalpark 1909 in Schweden gegründet (Nationalpark Sarek) und kurz darauf 1914 in der Schweiz (Schweizerischer Nationalpark Parc Naziunal Svizzer im Kanton Graubünden).

 

Grenzschild aus braunem Holz mit weissem Schriftzug vom Nationalpark Bayerischer Wald
Bild: Grenzschild vom Nationalpark Bayerischer Wald in Niederbayern

 

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Tourismus-Regionen

Im Tourismus-Bereich wird der Bayerische Wald in sechs Regionen unterteilt:

 

Naturpark Oberer Bayerischer Wald

Im Landkreis Cham am Drachensee, einem rund 180 ha großen Stauseebereich des Flusses Chamb ca. 1,5 km nordöstlich von Furth im Wald, wurde eine Naturerlebnis- und Umweltbildungszone eingerichtet.

Pflanzen-Interessierte können in dieser ökologischen Regenerationszone an Führungen teilnehmen, die über eine große Anzahl seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten informieren.

In der Flora gibt es zum Beispiel seltene Blumen wie Arnika, Fieberklee, Orchideen, Trollblumen oder Wollgras; alles typische Blumen-Arten in schützenswerten und geschützten Biotopen.

 

Arberland Bayerischer Wald

Ein touristisches Highlight im Arberland ist das 2006 eröffnete Haus zur Wildnis im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal im Nationalpark Bayerischer Wald.

Hier werden neben einer interaktive Ausstellung über die verborgene Welt der Wildnis regelmässig wissenschaftliche Naturschutz-Vorträge angeboten.

Weiter bietet ein Kurpark mitten im Dorf Bischofsmais im Landkreis Regen auf einer Fläche von 2,8 ha Erlebnisstationen, Naturgenuss, Ruhe und Erholung.

 

Urlaubsland Straubing-Bogen und Sankt Englmar

Zwischen Steinburg und Neukirchen gibt es den etwa 2 km langen Natur- und Erlebnispfad Perlbachtal mit zahlreichen Hinweistafeln zu Baum-Arten, Alter und Wachstum von Bäumen, seltenen Pflanzen wie Springkräuter (Impatiens) oder den Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris) und Wiesenbächen.

Ferner gibt es im Landkreis Straubing-Bogen den 5,5 km langen Naturlehrpfad Elisabethszell in der Gemeinde Haibach, der einen Rundweg bietet durch die Elisabethszeller Obstwiesen mit mehr als 500 Obstbäumen.

Außerdem erwarten Besucher auf dem Naturlehrpfad der seltene Feuersalamander, ausgedehnte Natur-Hecken wie Ahorn-Eschen-Hasel-Hecken, Erlen-Eschen-Weiden-Hecken und Haselnuss-Schlehen-Rosen-Büsche oder seltene Wildblumen wie Arnika, Sonnentau oder Geflecktes Knabenkraut, eine Ochideenart.

Im Naturschutzgebiet Brandmoos in der Gemeinde Wiesenfelden, einer etwa 20 Hektar großen Moor-Landschaft, sind seltene Pflanzen zu finden wie Gräser (Binsen, Sauergräser), Fieberklee, Fettkraut, Sonnentau, Enziane, Moosbeere, Rauschbeere, Siebestern, Wollgras, Läusekräut oder Moospflanzen wie das Torfmoos.

 

Nationalpark-Ferienland Bayerischer Wald

Der Baumwipfelpfad im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau ist etwa 1,3 km lang und bietet einen tollen Ausblick über Täler und Berge des Bayerischen Waldes wie Lusen (1373 m ü. NHN), Kleiner Rachel (1.399 m ü. NHN) und Großer Rachel (1452 m ü. NHN) an der Grenze zu Tschechien, Österreich und dem Böhmerwald.

Eine Attraktion im Baumwipfelpfad ist der 44 m hohe Baumturm, in dessen Inneren sich drei sehr alte Buchen und Tannen befinden, die einen Einblick in die Waldentwicklung gewähren.

Eine weitere Attraktion ist der Auenpark Freyung an der Wildbachklamm-Buchbergerleite, die vom Bayerischen Umweltministerium das Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" verliehen bekam.

Im Auenpark Freyung können Besucher zwischen Biotopen und angelegten Wasserflächen auf Holzstegen und Rasenflächen spazieren gehen und die Kneippanlage erkunden.

 

Deggendorfer Land

Im Deggendorfer Land gibt es zwei alte Linden, die als Baumsymbole in der Kulturgeschichte die Tradition der Linde als Friedensbaum, Freudenbaum, Gerichtsbaum und Baum des Volkes wiederspiegeln.

Eine ist die Dorf-Linde in Schaufling (Landkreis Deggendorf), die bis heute ein vielgenutztes Wahrzeichen der Gemeinde Schaufling ist, und die andere ist die 750 Jahre alte und 30 Meter hohe Euschertsfurther Linde in Euschertsfurth (Gemeinde Lalling), die zu den ältesten und größten Linden in Europa zählt.

Lindenbäume sind in der Baumsymbolik von jeher ein Symbol des Dorfes und wegen ihrer herzförmigen und weichen Blätter auch ein Symbol der Liebe.

Am Ortsrand der Gemeinde Lalling (Landkreis Deggendorf) befindet sich ferner ein Feng-Shui-Kurpark mit einem 3.000 qm grossen Kursee, einem Störzonen-Lehrpfad, einem Chakra- und Organg-Weg sowie verschiedenen Themengärten wie eine Obst- und Wildkräuter-Wiese.

Der Feng-Shui-Kurpark ist in Deutschland der erste Kurpark mit dem Schwerpunkt-Thema Feng Shui und Altes Wissen als Verbindung zwischen östlicher und westlicher Natur-Philosophie.

Außerdem blüht am südlichen Ortsrand von Lalling im Frühling die Schneeglöckerlwiese mit tausenden von Schneeglöckchen (Leuccium vernum).

Diese auch Märzenbecher oder Frühlingsknotenblume genannten Glocken- und Trichterblumen werden in der Roten Liste für bedrohte Farn- und Blütenpflanzen als gefährdet gelistet.

Nach Feststellung des Bundes für Naturschutz Bayern e.V., ist ein so großflächiges Vorkommen dieser Frühlingsblumen bzw. in milden Klimazonen auch Winterblumen einmalig in Bayern, weshalb die Schneeglöckerlwiese auch unter Naturschutz steht.

Weiter gibt es im Deggendorfer Land das Naturdenkmal Gundelau in der Gemeinde Niederalteich (Teil der Niederalteich-Osterhofener Donauniederung) mit 300 verschiedenen Farnen und Samenpflanzen, zahlreichen gefährdeten Pflanzenarten und rund 100 Vogelarten.

Das knapp 60 ha grosse Gebiet "Donaualtwasser Staatshaufen" in der Gemeinde Niederalteich steht seit 1983 unter Naturschutz und ist seit 2004 durch die europäische Vogelschutzrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützt.

Bei dem Naturschutzgebiet handelt es sich um ein ökologisch bedeutendes Donau-Altwasser zwischen den niederbayerischen Städten Straubing und Vilshofen, das dazu beitragen soll, bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Die Auengebiete sind gekennzeichnet durch niederwüchsige Schilf-Röhrichte, Seggen-Gräser (Großseggen-Sümpfe bzw. Großseggenriede), Weiden-Büsche (Mandel-Weide, Purpur-Weide, Korb-Weide) und höherwüchsige Auwälder bestehend aus Stiel-Eiche, Esche, Hainbuche, Silberweide oder Ulme.

Ein weiteres Schutzgebiet im Deggendorfer Land ist das 64 ha grosse Naturschutzgebiet Donaualtwasser Winzerer Letten, das Lebensraum für in Bayern gefährdete Pflanzenarten und Vogelarten bietet.

Eine Rundwanderung auf dem 6 km langen Donau-Naturwanderweg zeigt seltene Pflanzen wie die Schwanenblume (Butomus umbellatus), das Büchsenkraut (Lindernia) oder das Zypergras (Cyperus alternifolius).

 

Passauer Land

Das Hochmoor Wilde Aue in der Gemeinde Sonnen (Landkreis Passau) im Wegscheider Land, ist eines der letzten, ursprünglichen Hochmoore mit seltenen Pflanzen wie Heidekraut, Heidelbeeren, Latschen-Kiefern, Moosglöckchen, Rauschbeere oder Wachtelweizen und verschiedenen Moosen.

Das gut 400 ha grosse Naturschutzgebiet Donauleiten zwischen Passau und der Felseninsel Jochenstein an der deutsch-österreichischen Grenze steht seit 1986 unter Naturschutz.

Dort gibt es an Südhängen Eichen- und Buchen-Wälder sowie Feuchtwälder mit seltenen Reptilienarten und Pflanzen des Alpenvorlandes wie z.B. das Wilde Alpenveilchen (Cyclamen purpurescens).

Diese unter Naturschutz stehende Alpenblume, zählt wegen ihres Pflanzengiftstoffes Cyclamin, ein Saponin, zu den Giftblumen bzw. Giftpflanzen.

 

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Urwald

Im Nationalpark Bayerischer Wald können interessierte Besucher verschiedene Urwälder entdecken, in denen nicht aktiv in den Lebensraum Wald eingegriffen wird.

Bei einer Urwaldwanderung im Nationalpark Bayerischer Wald zeigen aufgeklappte Wurzelteller oder umgestürzte Bäume, dass schon länger keine wirtschaftliche Nutzung des Waldes mehr stattgefunden hat.

Folgende Urwaldwanderungen und Erlebniswege bietet der Bayerische Wald:

 

  • Urwaldsteig in der Gemeinde Bayerisch Eisenstein (Landkreis Regen) mit seinem Erlebnisweg, der in urwaldartige Gebiete mit vielen absterbenden und toten Bäume führt.

  • Urwaldgebiet Mittelsteighütte hinter der Ortschaft Zwieslerwaldhaus in der Gemeinde Lindberg, dessen Baumbestand größtenteils aus Laubbäumen wie der Rotbuche oder Nadelbäumen wie der Weiß-Tanne und Gemeinen Fichte besteht.

  • Urwalderlebnisweg Hans-Watzlik-Hain westlich der Ortschaft Zwieslerwaldhaus in der Gemeinde Lindberg, wo sich die Dicke Tanne (Westhütter Tanne) befindet (mit einem Stamm-Durchmesser von 2 m und einer Höhe von über 50 m stärkster Baum des Bayerischen Waldes) sowie weitere große Bäume wie Fichte, Buche und Tanne.

  • Urwaldgebiet Höllbachgspreng bei Scheuereck in der Gemeinde Lindberg mit Ahornbäumen (Bergahorn), Fichten (Gemeine Fichte), Buchen (Rotbuche), Tannen (Weißtanne) und Ulmen (Bergulme) sowie seltenen Sporenpflanzen wie Farnen (Gebirgs-Frauenfarn) und Flechten (Schwefelflechte), Heilpflanzen wie dem Sonnentau (Drosera) oder Duftblumen und Zwiebelblumen wie dem Türkenbund (Lilium martagon).

 

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Glashütten und Glasmanufakturen

Ab dem 16. Jahrhundert entstanden in waldreichen Gebieten von Deutschland mehrere Glasmanufakturen und Glashütten, weil die Beheizung der Glasöfen sehr holzintensiv war.

Wie im Schwarzwald, Pfälzerwald, Thüringer Wald, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Odenwald und Spessart etablierten sich auch in Niederbayern im Bayerischen Wald sog. Waldglashütten.

Einige dieser Glashütten gibt es bis heute im Landkreis Regen wie die Glasmanufaktur Poschinger und die Glashütte Eisch in Frauenau oder in Zwiesel den Kristallglashersteller Zwiesel Kristallglas.

Sie sind z.T. Hersteller besonders hochwertiger Gartendekoration aus Glas wie handbemalten Glaskugeln oder Glasblumen für den Garten.

 

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Verwaltungsgliederung

Der bayerische Regierungsbezirk Niederbayern gliedert sich in die drei folgenden kreisfreien Städte und neun Landkreise:

Kreisfreie Städte

  • Landshut

  • Passau

  • Straubing

 

Die kreisfreie Stadt Landshut liegt etwa 70 km nordöstlich der bayerischen Landeshauptstadt München.

Sie ist Regierungssitz und Verwaltungssitz bzw. Sitz der Bezirksverwaltung von Niederbayern sowie des Landkreises Landshut.

 

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Landkreise

  • Deggendorf

  • Dingolfing-Landau

  • Freyung-Grafenau

  • Kelheim

  • Landshut

  • Passau

  • Regen

  • Rottal-Inn

  • Straubing-Bogen

 

Das Wappen vom Regierungsbezirk Niederbayern
Wappen von Niederbayern
Die Flagge vom Regierungsbezirk Niederbayern
Flagge von Niederbayern

 

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Die größten Orte

Die nachfolgende Übersicht enthält eine Liste der größten Orten im Regierungsbezirk Niederbayern:

 

Abensberg, Altdorf (Niederbayern), Bad Abbach, Bad Griesbach im Rottal, Bogen, Deggendorf, Dingolfing, Eggenfelden, Ergolding, Essenbach, Freyung, Geiselhöring, Grafenau, Hauzenberg, Kelheim, Landau an der Isar, Landshut, Mainburg, Neustadt an der Donau, Osterhofen, Passau, Pfarrkirchen, Plattling, Pocking, Regen, Riedenburg, Rottenburg an der Laaber, Simbach am Inn, Straubing, Viechtach, Vilsbiburg, Vilshofen an der Donau, Waldkirchen und Zwiesel.

 

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