Heilkräuter - Das Heilkraut
 

Was sind Heilkräuter ? Eine Definition

 

Der Begriff "Heilkraut" stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Kräuter, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und Wirkstoffe in der Medizin und Naturmedizin zur Heilung von Krankheiten oder zum Erhalt der Gesundheit Anwendung finden.

Sei es z.B. zur Senkung von Bluthochdruck, gegen Erkältungen (Halsweh, Husten, Schnupfen), Rheuma oder Kopfschmerzen. Zudem werden Heilkräuter zur besseren Verdauung bei Magenbeschwerden (Stärkung von Leber und Magen, Darmreinigung), zur Entwässerung, für Fruchtbarkeit, gegen Entzündungen verwendet.

Eingenommen werden Heilkräuter dabei als Gewürze, Aufguss/Tee (Kräutertee), frisch, getrocknet oder als Saft, Tinktur oder äußerlich auch als entzündungshemmende Salbe.

Wichtig bei dieser Definition ist die Dosierung, weil viele Heilkräuter überdosiert auch giftig sein können. Die Unterscheidung der Heilkräuter und Giftkräuter verläuft deshalb fliessend, weil erst die verabreichte Dosis von Pflanzengiften eine Pflanze zu einer Giftpflanze macht.

Heilkräuter (englisch: medicinal herbs, medicinal herbage) sind auch die Grundlage für die Herstellung und Entwicklung vieler Naturheilmittel und Medikamente. Unmittelbar aus Heilkräutern gewonnene Medikamente werden als Phytopharmaka bezeichnet.

 

Foto von den blass-gelben Blüten sowie den Blättern von einem Knoten-Beinwell
Bild: Knoten-Beinwell (Symphytum tuberosum) mit Blütenform der Glocken-/Trichterblume, Foto: Olaf Fries

 

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Arten, Sorten, Beispiele

 

Die nachfolgende Liste zeigt einige ausgewählte heimische und exotische Heilkräuterarten:

 

Deutsche Heilkräuter

 

Die folgende Liste zeigt die wichtigsten heimischen Heilkräuter in Deutschland, von denen man die meisten im Kräuter-Laden oder in der Apotheke kaufen bzw. im Versand-Shop bestellen kann.

Viele natürliche Heilkräuter kann man aber auch selbst im Garten pflanzen oder als Kübelpflanzen und Topfpflanzen ziehen, um so die Frische nach dem Ernten sofort nutzen.

 

  • Echter Alant (Inula helenium)

  • Arnika (Arnica)

  • Bärlapp (Lycopodium)

  • Bärlauch (Allium ursinum)

  • Beifuß (Artemisia vulgaris)

  • Beinwell (Symphytum)

  • Bertram (Anacyclus pyrethrum)

  • Bibernelle (Pimpinella saxifraga)

  • Brennessel (Urtica)

  • Beinwell (Symphytum)

  • Brunnenkresse (Nasturtium)

  • Eberraute (Artemisia abrotanum)

  • Eisenkraut (Verbena officinalis)

  • Angelika-Engelwurz (Angelica archangelica):
    auch Angelikawurzel

  • Frauenmantel (Alchemilla)

  • Galgant (Alpinia officinarum)

  • Gänse-Fingerkraut (Potentilla anserina)

  • Goldrute (Solidago): Goldrutenkraut

  • Huflattich (Tussilago farfara)

  • Johanniskraut (Hypericum perforatum)

  • Kamille (Matricaria chamomilla)

  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum)

  • Karde/Kardenwurzel (Dipsacus fullonum)

  • Echter Koriander (Coriandrum sativum)

  • Lavendel (Lavandula)

  • Liebstöckel/Maggikraut (Levisticum officinale)

  • Löwenzahn (Taraxacum)

  • Lungenkraut (Pulmonaria)

  • Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)

  • Melisse (Melissa officinalis)

  • Mistel (Viscum)

  • Pfefferminze (Mentha x piperita)

  • Quendel-Sandkraut (Arenaria serpyllifolia)

  • Ringelblume (Calendula officinalis)

  • Salbei (Salvia)

  • Schachtelhalm (Equisetum arvense): Zinnkraut

  • Schafgarbe (Achillea)

  • Schöllkraut (Chelidonium majus)

  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

  • Taubnessel (Lamium)

  • Tausendgüldenkraut (Centaurium)

  • Echter Thymian (Thymus vulgaris)

  • Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

  • Weinraute (Ruta graveolens)

  • Wermut/Wermutkraut (Artemisia absinthium)

  • Weissdorn (Crataegus)

  • Graubehaarte Zistrose (Cistus incanus)

  • Ysop (Hyssopus officinalis): Josefskraut

  • Zitronenverbena (Aloysia citrodora)

 

Viele dieser Heilkraut-Arten finden auch Anwendung in der Küche als Blattgemüse oder Blattsalat und eignen sich für die Zubereitung von Tees wie z.B. Blättertee, Blütentee und Früchtetee.

Einige der genannten Heilkräuter waren auch Arzneipflanzen des Jahres wie die Echte Kamille (1987), die Zitronenmelisse (1988), die Arnika (2001), die Pfefferminze (2004) und der Thymian (2006). Ein Großteil zählt ferner zu den Heilkräutern nach Hildegard von Bingen.

Heilpflanzen des Jahres waren Huflattich (1994), Johanniskraut (1995), Brennnessel (1996), Kamille (2002), Lavendel (2008), Zitronenmelisse (2006), Salbei (2003), Acker-Schachtelhalm (1997), Schafgarbe und Tausendgüldenkraut (2004), Thymian (2001) und Weissdorn (1990).

 

Foto von der purpur-farbenen Blüte von einer Gefleckten Taubnessel mit purpur-weiss gefleckter Unterlippe
Bild: Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)

 

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Heilkräuter aus China, Japan und Korea

 

Die folgende Übersicht zeigt koreanische, japanische und chinesische Heilkräuter der fernöstlichen Medizin:

 

  • Cilantro/Culentro (Eryngium foetidum): auch Langer Koriander

  • Ginkgo (Ginkgo biloba): auch Ginko

  • Ginseng-Wurzel (Panax ginseng)

  • Jiaogulan (Gynostemma pentaphyllum)

  • Kalmegh (Andrographis paniculata)

 

Wegen ihrer gesundheitlichen Wirkung haben Heilkräuter aus China in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), Ernährung und chinesischen Phytotherapie von jeher eine große Bedeutung und man kann sie mittlerweile in fast jeder Apotheke in Deutschland bestellen.

 

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Heilkräuter aus Schweden

 

Im Handel gibt es alkoholische Heilkräuter-Mischungen zu kaufen, die unter dem Namen Schwedenkräuter, schwedische Heilkräuter oder Kleiner und Großer Schwedenbitter bekannt sind.

Deren Rezepte sollen auf die schwedischen Ärzte Claus Samst und Urban Hjärne aus dem 17. Jahrhundert zurückgehen und wurden besonders durch die österreichische Kräuterkundige Maria Treben (1907 - 1991) in ihrem Buch "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" bekannt gemacht.

Schwedenkräutern werden als Hausmittel viele Wirkungen zugeschrieben und sie finden in verdünnter Form äußerlich oder innerlich gegen verschiedene Beschwerden Anwendung.

Ähnliche Heilkräuter-Mischungen zur Förderung der Verdauung bei Verstopfung und zur Verlängerung des Lebens soll auch bereits im ausgehenden Mittelalter der Arzt und Naturforscher Paracelsus hergestellt haben.

 

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Heilkräuter aus Tibet

 

Die folgende Übersicht zeigt typische tibetische Heilkräuter in der tibetischen Medizin:

 

  • Akelei-Kraut (Aquilegia)

  • Aloen (Aloe)

  • Goldfinger-Kraut (Potentilla aurea)

  • Isländisches Moos (Cetraria islandica): eine Flechte

  • Safran (Crocus sativus): eine Knollenblume

  • Schafgarbe/Schafgarbenkraut (Achillea)

  • Schlafbeere (Withania somnifera)

  • Sidakraut/Sandmalve (Sida cordifolia)

  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

  • Vogelknöterich (Polygonum aviculare)

 

Weitere Informationen zur tibetischen Medizin in Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es z.B. beim Informationszentrum in Telfs.

 

Foto von Safran
Bild: Safran (Crocus sativus)

 

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Gesundheit durch Heilkräuter ?

 

Heilkräuter finden Anwendung in der Alternativmedizin, Naturheilkunde, Naturmedizin, Traditionellen Tibetischen Medizin (TTM) und Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) im Rahmen der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde).

Allerdings ist die Wirkung vieler Heilkräuter-Rezepte für die Gesundheit oft nicht wissenschaftlich belegt. Deshalb spielen Heilkräuter und Heilpflanzen in der Schulmedizin eher eine untergeordnete Rolle und sind Domäne der Heilpraktiker und ganzheitlichen Heilkunde.

In der Kosmetik gewinnen Heilkräuter wieder an Bedeutung für Hautcremes (z.B. Aloe vera) und Naturkosmetika.

Nachdem Heilkräuter bei entsprechend hoher Dosierung auch Nebenwirkungen haben können, sollte man sich vor einer Verwendung genau bei einem Arzt oder Apotheker über deren Inhaltsstoffe informieren.

 

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Geschichtliche Bedeutung

 

Heilkräuter wurden von jeher wegen ihrer Heilwirkung in der Geschichte der Menschheit genutzt. Im Verlauf der Hexenverfolgung im Mittelalter und der Frühen Neuzeit wurde jedoch der Anbau der Heilkräuter im Garten als Hexenzauber oder Aberglaube abgelehnt und verboten.

Leider ging durch diese Hexen-Jagd in der Folge viel Pflanzen- und Kräuterwissen in Deutschland und Europa verloren.

Dieses Schicksal teilten die Heilkräuter mit anderen Pflanzen und verbotenen "Zauberpflanzen" wie den Farnen oder den Nachtschattengewächsen, deren psychoaktive Wirkung sich die Menschen in früheren Zeiten nicht erklären konnten.

Wichtige Kräuterkundige, die im 19. und 20. Jahrhundert in Deutschland und Europa die Kräuterheilkunde bekannt machten, waren z.B. Sebastian Kneipp (1821 - 1897), Maria Treben (1907 - 1991) oder auch der britische Arzt Edward Bach (1886 - 1936) mit der nach ihm benannten Bachblüten-Therapie.

Auf der Unterseite zur Geschichte der Heilpflanzen finden sich weitere Meilensteine in der Heilkräuter-Lehre von Hildegard von Bingen im Mittelalter bis zurück in die Antike.

 

Foto  Briefmarke der Deutschen Post von 1979 mit Motiv von Hildegard von  Bingen
Bild: Briefmarke der Deutschen Post von 1979 mit Motiv von Hildegard von Bingen

 

"Die Seele ist wie der Wind, der über die Kräuter streicht."
(Hildegard von Bingen, Pionierin der Heilkräuter-/Naturheilkunde, ca. 1098 - 1179)

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend finden Sie weitere Bilder von Heilkräuter-Pflanzen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Foto von Huflattich mit gelben Blüten und Blättern
Bild: Huflattich (Tussilago farfara) mit Blättern und gelben Blüten, Foto: Olaf Fries

Foto von Blättern einer Garten-Salbei-Pflanze
Bild: Garten-Salbei (Salvia officinalis) Mitte September in Oberbayern, Foto: Mike Gallus

Foto von einem Gewöhnlichen Wasserdost mit Blüten
Bild: Gewöhnlicher Wasserdost/Kunigundenkraut (Eupatorium cannabinum), eine Bürstenblume

Foto von den weiss-grünen Trieben der Flechte Cetraria islandica
Bild: Lichen Islandicus/Isländisches Moos (Cetraria islandica)

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)