Was sind Schnittblumen? Eine Definition
Der Begriff "Schnittblume" stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Blumen-Arten, deren Anbau speziell für die Verwendung als Blumengedecke, Blumenkränze oder Blumensträuße erfolgt.
Schnittblumen (englisch: cut flowers) werden aufgrund ihrer schönen und farbintensiven Blüten gerne zur Dekoration genutzt und als Zierpflanzen in Vasen mit Wasser frisch gehalten.
Auch bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten, Trauerfällen (Beerdigungen), Valentinstag, Muttertag, religiösen Zeremonien oder als Vorboten für den Frühling ist die Schnittblume sehr beliebt und hat auch als Geschenk symbolische Bedeutung (vgl. Blumensymbolik).
Außerdem spielen Schnittblumen von jeher in der Blumenbinderei bzw. Floristik (z.B. Hochzeitsfloristik und Trauerfloristik), d.h. der künstlerischen Gestaltung von Blumenschmuck, eine wichtige Rolle.
Die Beliebtheit durch ihren besonderen Zier- und Schmuckwert teilen sich die Schnittblumen mit den Zierbaum-, Ziergemüse-, Ziergras-, Zierkraut und Zierstrauch-Arten.
Auch in der Gartenkunst, künstlerischen Gartengestaltung und als Kübelpflanzen und Topfpflanzen sind sie deshalb ein beliebtes Gestaltungselement.
Deutschland zählt zu den weltweit größten Märkten für Schnittblumen, weshalb man sie in großer Auswahl in Blumenläden oder dem Online-Pflanzenversand und Großhandel bestellen und kaufen kann.

Sorten, Arten, Beispiele
Die folgende Liste zeigt eine Übersicht von beliebten (und z.T. exotischen) Schnittblumen in Deutschland mit botanischen Namen und Blütenfarben:
- Belladonnalilie (Amaryllis belladonna): auch Echte Amaryllis, rosa Blüten
- Chrysanthemen (Chrysanthemum): Herbstblume, gelbe, grüne, rosa, rote, violette, weiße Blüten
- Dahlien (Dahlia): typische Sommerblumen mit sehr breitem Spektrum von Farben und Mehrfarbigkeit
- Drachenwurz (Calla palustris): auch Kalla, Sumpf-Calla, weiße Blüten, Blume des Jahres 1988
- Duftwicke/Duftende Platterbse (Lathyrus odoratus): Kletterpflanze und Hülsenfrüchtler
- Fackellilie (Kniphofia): die meisten Arten sind immergrün, mehrfarbig Blüten von rot nach weiss/gelb
- Freesien (Freesia): weiße, gelbe Blüten (selten rosa bis rote Blüten)
- Funkien (Hosta, syn.: Funkia): weiße bis blaue oder violette Blüten
- Gerbera (Gerbera): ein Korbblütler, weiße, gelbe, rosa Blüten
- Gladiolen (Gladiolus): Blüten in fast allen Farben außer blau, braun und schwarz
- Goldmelissen (Monarda didyma): rote Blüten
- Atlantische Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta): rosa, blaue, weiße Blüten
- Hortensie (Hydrangea): rosa, rote, blaue, lila oder weisse Blüten
- Hyazinthen (Hyacinthus): gelbe, orange, rosa, rote, violette oder weiße Blüten
- Inkalilien (Alstroemeria): gelbe, orange, rosa, rote, violette oder weiße Blüten
- Kokardenblume (Gaillardia): rot-gelbe Blüten, sehr lange in der Vase haltbar (bis 2 Wochen)
- Korallenranke (Euphorbia fulgens): auch Leuchtende Wolfsmilch, weiße, gelbe, orange, rote Blüten
- Levkojen (Matthiola): z.B. Garten-Levkoje (Matthiola incana), rosa, violette, weiße Blüten
- Lilien (Lilium): verschiedene Schnittblumenarten wie die Oster-Lilie blühen in nahezu allen Farben
- Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare): auch Wiesen-Margerite, weiße Blüten
- Maiglöckchen (Convallaria majalis): weiße Blüten
- Narzissen/Osterglocken (Narcissus): typische Frühlingsblumen mit gelben, orangen, weißen Blüten
- Nelken (Dianthus): purpurfarbene, rosa, rote, weiße Blüten, bisweilen gefleckt oder innen dunkler
- Orchideen (Orchidaceae): sehr farbkräftige blaue, gelbe, grüne, rote, weiße Blüten, z.T. mehrfarbig
- Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae): auch Königs-Strelitzie, gelbe und leuchtend orange Blüten

- Pfingstrosen (Paeonia): auch Päonien, gelbe, rosa, rote oder weiße Blüten
- Elina-Rosen (Rosa 'Elina'): weisse und gelbe Blüten, Welt-Rose des Jahres 2006
- Ruhmeskrone (Gloriosa superba): gelbe bis rote Blüten
- Hohe Schlüsselblumen (Primula elatior): gelbe Blüten
- Schmucklilien (Agapanthus): blaue, violette oder weiße Blüten
- Schneerosen/Christrosen (Helleborus): rötliche oder weiße Blüten
- Schwertlilien (Iris): z.B. Holländische Schwertlilie (Iris × hollandica), gelbe oder blau-violette Blüten
- Sonnenbraut (Helenium autumnale): gelbe Blüten, Staude des Jahres 2008
- Tulpen (Tulipa): gelbe, orange, rote, schneeweiße, bis fast schwarze Blüten, auch mehrfarbig
- Vergissmeinnicht (Myosotis): blaue bis violette Blüten (selten gelb, rosa oder weiß)
- Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima): cremeweiße, gelbe, lachsrosa, rote Blüten
- Windröschen (Anemone): ein Hahnenfußgewächs (Ranunkel) mit blauen, gelben, grünen, rosa, roten, violetten oder weißen Blüten
- Zantedeschien (Zantedeschia): im Handel auch Calla/Kalla, die Schnittblumenart wird bisweilen mit der Drachenwurz (Calla palustris) verwechselt und besitzt eine große Bandbreite an Blütenfarben
Ebenfalls beliebte Schnittblumenarten sind die verschiedenen Rosensorten und -arten, die wegen ihrer besonderen Schönheit als "Königin der Blumen" gelten (wie auch die Orchideen), obwohl sie nicht zu den krautigen Pflanzen zählen.
Die Rose, die Orchidee und die Tulpen zählen zu den meistverkauftesten Schnittblumen-Arten in Deutschland. Im Winter, wenn die Temperaturen unter Null Grad liegen, werden Schnittblumen wie Chrysanthemen, Nelken oder Rosen auch gerne als Friedhofsblumen verwendet, weil sie bei Frost auch mehrere Wochen haltbar sind.
Im Versand und im Blumengroßhandel werden auch Sträucher wie der Flieder (Syringa) als Schnittblumen verkauft, obwohl das nach der Floristik (Wissenschaft der Pflanzenwelt) keine korrekte Bezeichnung für verholzende Pflanzen ist.
Die Blüten von Chrysantheme, Lilie, Vergissmeinnicht und einiger Rosensorten sind essbar und eignen sich z.B. für einen Blütensalat.
Vorsicht vor giftigen Schnitt-Pflanzen
Zu beachten ist, dass einige der oben genannten Schnittblumen giftig sind. So enthalten z.B. Christrose bzw. Schneerose, Maiglöckchen, Narzisse, Ruhmeskrone oder Tulpen verschiedene Pflanzengiftstoffe und zählen zu den Giftpflanzen.
Gerade wenn Kinder oder Haustiere in die Nähe der Schnittblumen kommen können, sollte man sich also vor dem Kauf genau informieren, ob die Pflanzen giftig sind oder nicht.
Unabhängig von der Giftigkeit bestimmter Blumenarten kommen im Schnittblumenanbau vielfach grosse Mengen von Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz.
Deshalb kann auch ein Blumenstrauß aus ungiftigen Blumen mit Giftstoffen belastet sein. Darauf sollte speziell beim Kauf von Schnittblumen aus dem Import und Großhandel geachtet werden.

Wie halten Schnittblumen länger? Tipps zur Pflege und zur Haltbarkeit
Normalerweise werden Schnittblumen bereits nach ein paar Tagen welk und lassen "die Köpfe hängen". Denn sobald die Blumen von den Pflanzen abgeschnitten wurden, ist ihre Lebensdauer und Haltbarkeit nur noch eine Frage der Zeit:
Die Pflanzen altern deutlich schneller, weil ihnen nicht mehr ihre natürliche Versorgung mit Mineralien und Glucose durch den Boden und die Haupt-Pflanze zur Verfügung stehen.
Um die Haltbarkeit von Schnittblumen zu verlängern, sind die Tipps der folgenden Liste hilfreich:
- Schnittblumen so schnell wie möglich nach dem Abschneiden von der Haupt-Pflanze im Garten in kalk-freies Wasser stellen.
- Fäulnisbakterien und Pilze können verringert werden durch sorgfältiges Reinigen der Vase und der Stängel sowie Anreicherung des Vasen-Wassers mit Essigsaft oder Zitronen-Saft, deren Wirkung pH-wert-senkend ist.
Zudem sollte man Schnittpflanzen nur mit einem sehr scharfen und sauberen Messer anschneiden, damit so wenig wie möglich Zellsaft gebildet wird, der wiederum ein Nährboden für Bakterien ist.
Was kann man sonst noch machen, damit Schnittblumen länger halten und frisch bleiben?
Im Blumenladen oder Gartencenter gibt es spezielle Frischhaltemittel für Schnittblumen mit bakterien-abtötenden Substanzen (Bakterizide), Dünger, Pflanzen-Hormonen und Traubenzucker.
Ein weniger wirksames Hausmittel ist dem Blumenwasser Holzkohle oder ein paar aluminium- und kupfer-haltige Ein-Cent-Münzen beizulegen, die antibakteriell wirken.
Frischhaltemittel haben den Vorteil, dass das Schnittblumen-Wasser nicht mehr komplett gewechselt, sondern nur noch nachgefüllt werden muß (natürlich mit weiterer Schnittblumennahrung, um deren Konzentration nicht zu verringern).
Wenn diese Mittel nicht zur Verfügung stehen, trägt auch das zweitägliche Erneuern des Blumenwassers und gründliche Reinigen der Vase dazu bei, Bakterien zu begrenzen, damit die Schnittblumen länger haltbar bleiben.
Noch ein Tip: Von der Anreicherung des Vasenwassers mit Traubenzucker bzw. Zucker ist eher abzuraten, weil sie auch den Fäulnisbakterien die Möglichkeit bieten, sich zu vermehren. Mit Traubenzucker/Zucker werden nicht nur die Schnittblume, sondern auch ihre Angreifer gestärkt.
- Die Schnittblumen, bevor sie in eine Vase mit Wasser gestellt werden, schräg mit einem scharfen Messer anschneiden, um die Leitungsbahnen der Pflanze, die durch den Transport getrocknet sind, wieder freizulegen für die Nährstoff- und Wasseraufnahme (Ausnahmen: Calla oder Tulpe).
- Möglichst alle Blätter an den Schnittblumen entfernen, um die Verdunstung zu verringern und darauf achten, dass die Blumen-Blätter nicht ins Vasen-Wasser hängen, da ihre Zersetzung den Fäulnisprozeß beschleunigen.
- Die Vase mit Schnittblumen sollte nicht unmittelbar der Sonne, Heizungs- oder Zugluft ausgesetzt werden, weil diese die Verdunstung fördern.
- Schnittblumen sollten zum Frischhalten nicht in die Nähe von Obst wie z.B. Äpfel gestellt werden, weil Obst Reifegase ausströmt, die den Fäulnisprozess der abgeschnittenen Blumen beschleunigen.
- Auf eine Kombination von Schnittblumen, die nach dem Anschneiden schleimen, mit nicht-schleimenden Schnittblumen sollte möglichst verzichtet werden, weil die Pflanzenmilch den Fäulnisprozeß der nicht-schleimenden Blumen beschleunigt und ihre Leitungsbahnen verstopfen kann.
Die Stängel von stark schleimenden oder milchführenden Schnittblumen können ferner kurz in heißes Wasser getaucht werden, um die Stängel zu versiegeln, damit weniger Milchsaft ins Blumenwasser austritt.

Kritik an der Produktion und am Import
Der Markt für Schnittblumen ist ein weltweites Milliarden-Geschäft, wobei der größte Teil der Produktion in Afrika (Kenia), Asien (China, Israel) und Südamerika (Kolumbien, Ecuador) erfolgt.
Der größte Exporteur der Welt für Schnittblumen ist Kolumbien und die größten Exporteure für Schnittblumen in Europa sind Holland ("Tulpen aus Amsterdam"), Polen und Spanien.
Allerdings ist die intensive Blumenproduktion und der internationale Großhandel und Import von Schnittblumen aus ökologischen und sozialen Gründen in starke negative Kritik geraten.
So müssen viele Beschäftigte in Blumenfarmen unter schlechten Bedingungen arbeiten (Arbeitslohn, Arbeitszeiten, Kinderarbeit) und sind durch den Einsatz von chemischen Herbiziden und Pestizide großen gesundheitlichen Gefahren bis hin zu schweren Vergiftungen ausgesetzt.
Nicht zu vergessen, dass der intensive Schnittblumenanbau mit Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln die Böden und das Grundwasser belastet.
Unter ökologischer Kritik steht auch der internationale Transport und Versand von Schnittblumen überwiegend mit Flugzeugen im Zuge der Globalisierung, der längst dazu geführt hat, dass man die Schnittblumen das ganze Jahr über bestellen und kaufen kann. Nicht nur in der Saison.
Das Flower Label Programm (FLP) und Bioblumen
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Dass der Schnittblumen-Import trotz der hohen Kosten für den Versand mit dem Flugzeug immer noch günstiger ist, als die Schnittblumen in Deutschland zu pflanzen und zu züchten, zeigt im Rückschluß, wie niedrig die Arbeitslöhne in den exportierenden Länder sind.
Aus diesem Grund wurde 1998 das sog. Flower Label Programm (FLP) als Warenzeichen gegründet, das sich für die Einhaltung von ökologischen und sozialen Mindeststandards bei der Produktion und dem Import von Schnittblumen einsetzt.
→ Zur Webseite des Flower Label Programm (FLP)
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Auch biologisch hergestellte Blumen (Bioblumen) werden im Handel angeboten. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz soll den Kritikpunkten im konventionellen Schnittblumenanbau entgegengewirkt werden.
Sei es durch faire Bezahlung der Erzeuger und den dort Beschäftigten, den Verzicht auf chemische Mittel beim Anbau oder die Unterstützung von Klimaschutzprojekten, die z.B. CO2-Emissionen durch lange Transportwege von Schnittblumen ausgleichen sollen.
Nicht zu vergessen, dass das Schenken von "klimaneutralen" Schnittblumen, die noch dazu chemisch unbelastet sind, dem Beschenkten eine ungetrübte Freude garantieren.
Tipps zum Konservieren und Trocknen
Wer aus den Schnittblumen lieber Trockenblumen herstellen will, der kann das durch Trocknen der Blumen in einem farben-erhaltendem dunklen Raum oder schneller noch im Backofen erreichen.
Nach dem Trocknen kann man Schnittblumen durch eine Konservierung weiter haltbar machen:
Die Schnittblume kann z.B. durch Glycerin oder Klarlack konserviert werden oder auch dadurch, dass sie in einem etwa 60 Grad heissen Wasserbad mit Wachs geschwenkt wird. Als Konservierungsmittel macht Wachs allerdings die Blumen starr, während Glycerin sie biegsam und elastisch konserviert.
Bisweilen wird für die Konservierung von Schnittblumen auch Haarspray verwendet, was allerdings den Nachteil hat, dass die Oberfläche der Blumen klebrig wird und die Trockenblumen zu wahren Staubfängern werden.
Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend finden Sie weitere Bilder von Schnittblumen und Detail-Fotos:





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