Blattgemüse
 

Was ist grünes Blattgemüse? Eine Definition

 

Der Begriff Blattgemüse (englisch: leafy vegetables) stammt nicht aus der Botanik, sondern ist ein Sammelbegriff im Lebensmittel-Verkauf, der Warenkunde und der Nahrungsmittel-Hersteller.

Mit Blattgemüse sind in diesem Lexikon Gemüse-Arten gemeint, bei denen hauptsächlich die Blätter oder blattartigen Teile (z.T auch die Stiele/Stengel) der Pflanze zum Essen geeignet sind. Einige Blattgemüse-Arten eignen sich darüber hinaus auch als Teekraut für die Zubereitung eines Blättertees.

Üblicherweise ist Blattgemüse grün, aber es gibt auch Sorten und spezielle Züchtungen, die rote Blätter oder rötliche Färbungen haben wie z.B. der Rotkohl oder der italienische Radicchio-Salat.

 

Bild von einem Rotkohl in einer Holz-Gemüsekiste in einem Bio-Supermarkt
Foto: Rotkohl in einem Bio-Supermarkt bei München (Bayern)

 

Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste und Übersicht enthält typische (grüne) Blattgemüse-Arten und -Sorten:

 

  • Blattsalate

    (z.B. Chicoree, Eichblattsalat, Eissalat/Eisbergsalat, Endiviensalat, Feldsalat, Garten-Salat, Kopfsalat, Schnittsalat und italienisches Blattgemüse wie Lollo Rosso, Radicchio oder Ruccola
     
  • Kohlgemüse

    (z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Kopfkohl, Pok Choi, Rosenkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsing, Zierkohl und der ursprünglich aus Italien stammende Romanesco)
  • Lauchgemüse

    (z.B. Ackerlauch, Bärlauch, Porree/Lauch, Schnittlauch)
     
  • Spinatgemüse

    (z.B. Blattspinat/Spinat, Mangold)
     
  • Wildsalate/Wildkräuter

    (z.B. Brennessel/Brennnessel, Breitwegerich, Brunnenkresse, Garten-Ampfer, Gartenkresse, Kapuzinerkresse, Löwenzahn, Portulak, Spitzwegerich, Wiesenklee, Wiesen-Sauerampfer)

 

Blattgemüse, bei dem in erster Linie der Stiel gegessen wird, wird auch als Stängelgemüse bezeichnet (z.B. Rhabarber, Stangensellerie). Es wird aus Gründen der Übersicht in diesem Lexikon als eigenständige Unterkategorie von Gemüse geführt, obwohl es eigentlich zum Blattgemüse zählt.

Innerhalb des Blattgemüses sind verschiedene botanische Gattungen vertreten. So sind viele Blattsalate Baldriangewächse (Valerianaceae) und Korbblütler (Asteraceae, Compositae), während die meisten Kohl-Arten zur Gattung der Kreuzblütler (Brassicaceae) zählen.

Farn-Blätter werden in diesem Lexikon nicht zum Blattgemüse gezählt, weil Farn-Arten Pflanzengifte enthalten und zu den Giftpflanzen zählen.

 

Foto von grünem Eichblatt-Salat in einer Verkaufskiste mit Preisschild in einem Bio-Supermarkt
Bild: Grüner Eichblatt-Salat in einem Bio-Supermarkt in Oberbayern

 

Inhaltsstoffe und Nährwert für die Gesundheit

 

Blattgemüse hat wenig Kalorien und gilt in der Ernährung der Menschen als sehr gesundes Lebensmittel.

Es enthält viele wertvolle Inhaltstoffe wie Aminosäuren, Ballaststoffe, Chlorophyll, Vitamine (v.a. Vitamin A/Carotinoide, Vitamin C, B-Vitamine), Mineralien (z.B. Calcium, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor) und Spurenelemente (z.B. Eisen, Mangan, Zink).

Zahlreiche Wildsalate finden auch Verwendung als Arzneipflanzen und Heilpflanzen.

Vor dem Essen ist es ratsam, Blattgemüse gut zu waschen, weil gerade die äußeren Blätter Schadstoffe und Nitrate aus der Umwelt enthalten können.

 

Anbau

 

Der Anbau von Blattgemüse erfolgt in der Landwirtschaft, im Gartenbau, im heimischen Garten und bei günstigem Standort auch auf dem Balkon oder Fensterbrett als Kübelpflanzen und Topfpflanzen (z.B. Schnittlauch).

Grünes Blattgemüse kann ab dem frühen Sommer bis zum späten Herbst in vielen Sorten geerntet werden.

Wegen ihrer auffallend dekorativen Blätter und Stängel werden verschiedene Blattgemüse-Arten wie der Mangold und bestimmte Kohlarten auch gerne als Zierpflanzen im Garten angebaut.

 

Lagerung

 

Grünes Blattgemüse wie Blatt-Salate sollten nach der Ernte nur kurz gelagert werden, weil sie viel Wasser enthalten und schnell austrocknen. Sie sollten daher als Nahrungsmittel möglichst frisch gegessen werden.

Dagegen können die meisten Lauch- und Kohl-Arten im Kühlschrank problemlos bis zu einer Woche gelagert werden.

Eine Lagerung von mehreren Wochen und Monaten ist bei typischem Winter-Gemüse wie Rot- und Weißkohl möglich, wenn eine ausreichend kühle Umgebung im Gartenhaus oder Keller bereitgestellt wird.

 

Kann man Blattgemüse roh essen?

 

Ob man die Blätter roh essen, garen oder kochen kann, hängt von der jeweiligen Gemüse-Art ab. So sollten zum Beispiel Salate wie Blattsalat und Wildsalat nicht erhitzt werden, weil dabei wertvolle Inhaltsstoffe zerstört werden.

Spinat-Gemüse hingegen sollte man kurz blanchieren oder kochen, um den Nitrat- und Oxalsäure-Gehalt zu reduzieren.

Weiter gibt es Blattgemüse-Sorten, die erst gekocht ihren aromatischen Geschmack entfalten oder bekömmlicher zu essen sind wie z.B. Blumenkohl und Lauch.

Bei der Zubereitung und beim Kochen sollte Blattgemüse nicht zu stark erhitzt werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten.

Die schonenste Art für die Zubereitung von Blattgemüse mit Wärme ist dabei das Dämpfen: Hier liegt das Gemüse nicht im Wasserbad, sondern kommt beim Garen nur mit Wasserdampf in Berührung.

Deshalb bleiben beim Dämpfen die Inhaltsstoffe, Geschmacksstoffe, Mineralien und Vitamine weitgehend erhalten und werden nicht ins Kochwasser ausgelaugt.

 

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