1. Was sind Bäume ? Eine Definition
In der Botanik ist ein Baum eine holzige, mehrjährige Samen-Pflanze mit einem dominierendem Spross bzw. Stamm. Bäume sind die größten Lebewesen auf der Welt und können mehrere tausend Jahre alt werden.
Außerdem verfügen Bäume (englisch: trees) über ein sekundäres Dickenwachstum, das parallel zu ihrem Längenwachstum für eine Durchmesserzunahme von Spross bzw. Stamm sorgt, um den Baum im Wachstum statisch zu stabilisieren.
Nach allgemeiner Definition sind Bäume in diesem Lexikon langlebige holzige Pflanzen, deren Aufbau man daran erkennen kann, dass sie über einen aus der Wurzel nach oben wachsenden astfreien Stamm verfügen, der sich nach oben hin verjüngt und die Baumkrone aus stärkeren Ästen und dünneren Zweigen trägt.
Die Baum-Krone befindet sich zwischen dem ersten (begrünten) Ast und dem Baumwipfel. Die Baumkrone kann entweder Nadeln oder Blätter-Laub enthalten.
Die Zweige der Bäume verlängern sich jedes Jahr durch Austreiben von Endknospen, die in der Folge verholzen und laufend an Dicke und Umfang zunehmen. Die jüngst gewachsenen Baum-Zweige werden oft als Triebe bezeichnet.
Bäume zählen botanisch zu den Samenpflanzen und sind in der Pflanzen-Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida) zu finden wie z.B. Laubbäume und in der Pflanzen-Klasse der Nacktsamer (Gymnospermae) wie z.B. Nadelbäume.
Auf der Erde gibt es etwa 30.000 verschiedene Baum-Arten; aufgrund der Eiszeit in Mitteleuropa etwa 300 Arten, die etwa ein Drittel der Erde mit Wald bedecken.
Baumartige Pflanzen wie Palmen und Baumfarne (vgl. Farne) zählen in diesem Baumlexikon nicht zu den Bäumen, weil sie kein echtes Holz ausbilden und auch kein sekundäres Dickenwachstum mit einem sich nach oben verjüngenden Baumstamm besitzen.

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2. Beispiele und Einteilung von Arten
Die nachfolgende Übersicht enthält eine Liste verschiedener Unterteilungen für einheimische Bäume bzw. deutsche Baumarten, wie man sie auch in den meisten Baumschulen und größeren Gartencentern in Deutschland kaufen kann.
Beispiele von Kriterien für eine Einteilung von Bäumen zeigt das folgende Inhaltsverzeichnis:
2a) Einteilung nach Blätterarten
Einheimische Bäume können zum Beispiel in zwei verschiedene Blätter-Arten eingeteilt werden:
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Laubbaum (Ahorn, Amberbaum, Birke, Blauglockenbaum, Buche, Eberesche, Eiche, Erle, Esche, Gingko, Hainbuche, Linde, Pappel, Platane, Robinie, Roßkastanie, Rotbuche, Ulme, Weide)
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Nadelbaum (Douglasie, Eibe, Fichte, Föhre/Kiefer, Goldlärche, Hemlocktanne, Lärche, Lebensbaum, Mammutbaum, Scheinzypresse, Sicheltanne, Tanne, Wacholder, Zeder, Zypresse)
Bei der Blätterart der Laubbäume ist die Blattfläche (auch Blattnerven, Blattspreite, Lamina) im Verhältnis zur Blattdicke relativ groß und sie weisen eine Netzaderung auf.
Dagegen sind bei den Nadelbäumen "die Blätter" nadelförmig und weisen eine Streifenaderung (Paralleladerung) auf. Ferner ist die Blattfläche bei diesen Nadelblättern im Verhältnis zur Blattdicke sehr klein.
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2b) Einteilung nach Früchten
Einheimische Bäume können auch danach unterteilt werden, ob sie für Menschen essbare Obst-Früchte tragen. Dabei werden die folgenden beiden Baumarten unterschieden:
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Nussbaum (z.B. Hasel-Nuss, Kastanie, Marone, Mandel, Schwarznuss, Walnuss)
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Obstbaum (z.B. Apfelbaum, Birnbaum, Kirschbaum, Pflaumenbaum, Speierling)
Diese Unterscheidung der Bäume ist jedoch sehr unscharf und hat ihre Wurzel in der (gärtnerischen) Umgangssprache. Denn Nussbäume tragen Schalenobst (Nüsse) und sind somit ebenfalls Obstbäume.
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2c) Einteilung nach Zierwert und Giftigkeit
Einheimische Baumarten können zum Beispiel auch nach ihrem besonderen Zierwert im Garten oder nach ihrer Giftigkeit für Lebewesen eingeteilt werden:
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Giftbaum (giftige Bäume, deren Blätter, Früchte oder Rinde Pflanzengifte enthalten)
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Zierbaum (z.B. Gingko-Baum, Hänge-Ulme, Kugel-Ahorn, Magnolie, Säulen-Birke)
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2d) Einteilung nach Wuchshöhe
Nach der folgenden Liste können einheimische Bäume außerdem nach ihrer Wuchshöhe unterteilt werden in:
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2e) Einteilung nach Wurzeltiefe bzw. Wurzeltypen
Eine Bestimmung der Baumarten ist außerdem nach der Wurzel-Tiefe und -Form möglich:
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Tiefwurzelnde Bäume (Tiefwurzler): Eibe, Eiche, Esche, Kiefer, Kiri, Lärche, Tanne, Wacholder, Zeder
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Flachwurzelnde Bäume (Flachwurzler): Ahorn, Apfelbaum, Birke, Douglasie, Eberesche/Vogelbeere, Fichte, Hainbuche, Hasel-Baum, Lebensbaum/Thuja, Silberweide
Tiefwurzler-Bäume zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine dominante Hauptwurzel oder Pfahlwurzel bilden, die meist senkrecht sehr tief in den Boden reicht und es dem Baum ermöglicht, auch an mehrere Meter tiefes Grundwasser zu gelangen.
Flachwurzler-Bäume weisen dagegen ein weit verzweigtes Seitenwurzelsystem mit gleichmässigen und kleineren Wurzeln auf, die sich in den oberen Schichten des Erdbodens verteilen.
Dadurch ist der Baum sehr gut für Gegenden mit hohem Grundwasserspiegel oder reichlich verfügbarem Oberflächenwasser durch Regen sowie flachgründige Böden (sog. Rendzina) geeignet.
Ein tiefwurzelnder Baum hat den Vorteil, dass er besser im Boden verwurzelt ist als ein flachwurzelnder Baum und dadurch Windbruch (Windwurf) besser widerstehen kann.
Außerdem beschädigt die Pfahlwurzel-Form in ihrer Ausbreitung selbst bei hausnaher Pflanzung nicht das Fundament und die Drainage oder Terrassen und Wege.
Demgegenüber bieten flachwurzelnde Bäume den Vorteil, dass sie leichter umgepflanzt werden können als tiefwurzelnde Bäume mit ihren sehr tief liegende empfindliche Wurzelspitzen, die noch dazu sehr leicht beschädigt werden können.
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2f) Unterteilung nach Lichtbedarf
Nach dem Lichtbedarf der Bäume an ihrem Standort können ferner Lichtbäume und Schattenbäume unterschieden werden:
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Lichtbaumarten: Birke, Eiche, Erle, Esche, Espe, Kiefer, Kirsche, Lärche, Nussbaum, Weide
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Halbschattenbaumarten: Bergahorn, Douglasie, Hainbuche, Spitzahorn, Ulme
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Schattenbaumarten: Feldahorn, Buche (Rotbuche), Eibe, Fichte, Linde, Tanne
Lichtbaumarten benötigen ca. 10 bis 20 Prozent vom Außenlicht bzw. Sonnenlicht, um wachsen zu können, während Schattenbaumarten während des Wachstums kein volles Sonnenlicht vertragen und auch mit 1 bis 10 Prozent des Außenlichts wachsen können.
Lichtbaumarten weisen in der Jugend im Gegensatz zu den Schattenbaum-Arten ein schnelles Wachstum auf, das nach etwa 15 bis 20 Jahren dann rasch zurückgeht. Bei guter Versorgung mit Nährstoffen und Wasser ist diese Eigenschaft noch ausgeprägter.
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2g) Einteilung nach Wuchsgeschwindigkeit
Und zu guter Letzt kann man Bäume auch nach ihrer Wuchsgeschwindigkeit bestimmen:
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Schnellwachsende Bäume: z.B. Birke, Blauglockenbaum, Eberesche/Vogelbeere, Erle, Esche, Gemeine Fichte, Vogel-Kirsche, Espe/Pappel, Robinie, Weide
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Sehr langsam wachsende Bäume: Amberbaum, Buchsbaum, verschiedene Ahornarten (z.B. Fächerahorn, japanischer Ahorn, Spitzahorn-Arten), Eibe, Eiche, Baum-Hasel, Grannen-Kiefer, verschiedene Zypressen
Allerdings ist es schwierig, den schnellst wachsenden Baum oder den langsamst wachsenden Baum zu bestimmen, weil immer die Frage ist, nach welchem Zeitraum gemessen wird:
Viele Bäume erreichen erst nach vielen Jahren ihre größte Höhe, während andere in den ersten Jahren sehr schnell wachsen (z.B. neue Baumsorte Paulownia 'Nordmax21', der vermutlich "am schnellsten wachsende Baum der Welt"), aber insgesamt nicht so hoch werden.
Einen Steckbrief, Bilder und eine Baum-Beschreibung für die verschiedenen Arten und zur Bestimmung der Sorten finden Sie in den jeweiligen Unterkategorien auf der linken Seite.
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3. Sträucher und Bäume: Was ist der Unterschied ?
Sträucher kann man daran erkennen, dass sie im Unterschied zu Bäumen keinen durchgehenden Stamm haben.
Sträucher können entweder direkt mit ihren Ästen aus der Erde wachsen oder sich bereits sehr bodennah verzweigen.
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4. Blüten und Samen
Die Blüten der Bäume haben die Funktion, die Fortpflanzung der Arten und Sorten zu sichern. Die Blüte besteht bei allen Bäumen aus einem Stempel mit Samenanlagen und den Staubgefäßen, in denen die Pollen (der Blütenstaub) enthalten ist.
Die Befruchtung der Blüten für die Vermehrung der Bäume erfolgt durch Windbestäubung oder Bestäubung durch Insekten.
a) Insekten-Bestäubung
Bei der Bestäubung durch Insekten haben die Blüten der Bäume wie bei den Blumen die Funktion, durch Farbe, Duft oder Form Insekten anzulocken für die Bestäubung.
Die Insekten suchen die Baumblüten aber auch auf, weil sie sich vom süßen Blüten-Nektar ernähren, der sich im Inneren der Blüte befindet. Dabei streifen die Insekten an den Staubgefäßen der Blüte entlang und etwas vom Blütenstaub bleibt am Körper der Insekten haften.
Wenn das Insekt nun die nächste Baum-Blüte aufsucht, kommt der Blütenstaub dort auf die Narbe und in der Blüte kann sich neuer Samen entwickeln.
Die optisch auffälligsten Baum-Blüten findet man beim Apfelbaum, Kastanienbaum und Kirschbaum, die deshalb auch gerne als dekorative Blütenbäume im Garten angepflanzt werden.
Speziell für Schmetterlinge interessant sind Hainbuche (Carpinus betulus), Hängebirke/Weißbirke (Betula pendula), Rotbuche (Fagus sylvatica), Schwarz-Pappel (Populus nigra) oder Zitterpappel/Espe (Populus tremula).
b) Wind-Bestäubung
Bei der Windbestäubung der Bäume übernimmt der Wind die Funktion, den Blütenstaub von der männlichen Blüte in die weibliche Blüte zu transportieren. Bei diesen Bäumen besitzen die männlichen Blüten die Staubgefäße mit dem Blütenstaub und die weiblichen Blüten die Samenanlagen.
Unterschieden werden dabei sog. einhäusige Blüten und zweihäusige Blüten:
Bei Baum-Arten mit einhäusigen Blüten befinden sich männliche und weibliche Blüten auf dem gleichen Baum (z.B. Birke, Buche, Eiche, Erle, Fichte, Hainbuche, Lärche, Kiefer, Nussbaum).
Bei Baum-Arten mit zweihäusigen Blüten befinden sich männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Bäumen (z.B. Gingko-Baum, Pappeln, Wacholder oder Weiden).
Obstbäume und Rosskastanien besitzen sog. Zwitterblüten, in denen sich sowohl die Staubgefäße für die Pollen-Produktion als auch der weibliche Fruchtknoten befinden.
Bei den Nadelbäumen erfolgt die Bestäubung nur durch den Wind und ihre Blüten haben die Form von Zapfen, deren Samen- und Deckschuppen verholzen, wenn sie reif sind.

"Nur der Einsame findet den Wald. Wo ihn mehrere suchen, da flieht er.
Und nur die Bäume bleiben zurück."
(Baum-Gedicht von Peter Rossegger, 1843-1918, österreichischer Dichter)
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5. Stamm und Rinde
Der Aufbau von einem Baumstamm setzt sich von innen nach außen zusammen aus Mark, Kernholz, Splintholz, Kambium und Rinde (bestehend aus Bast und Borke).
Das alte und dunklere Kernholz wird nicht mehr aktiv für die Wasserleitung von den Wurzeln zu den Ästen eingesetzt und ist sog. totes Holz. Das Kernholz entsteht durch Einlagerung von Lignin in die Zellwände und ist zuständig für die statische Stabilität der Bäume.
Das junge und hellere Splintholz speichert Stärke und Zucker und leitet Nährstoffe und Wasser von den Wurzeln in die Baumkrone weiter.
Das Kernholz der Bäume ist härter, schwerer und trockener als das äußere, weiche Splintholz.
Das Kambium ist die drittäußerste Stamm-Schicht und zuständig für das sekundäre Dickenwachstum der Bäume sowie für die Reparatur von Verletzungen mit Hilfe des Kallus-Gewebes. Der Kambiumring verläuft zwischen Holz und Rinde und ist der Ort für die Zellteilung.
In Richtung des Baum-Inneren entsteht im Kambium das Holz (das sog. Xylem) und in Richtung des Baum-Äußeren der Bast (das sog. Phloem).
Als zweitäußerste Stamm-Schicht transportiert die Bastschicht mit Hilfe von Siebröhren assimilierte Nährstoffe aus den Blättern von der Baumkrone nach unten in den Stamm und die Wurzeln.
Als äußerste Schutz-Schicht umgibt den Stamm die Borke. Bei der Borke handelt es sich um abgestorbene Zellen, die besonders das Kambium vor UV-Licht, Hitze, Pilz-Befall, Insekten oder mechanischer Beschädigung schützen.
Bast und Borke zusammen werden auch als Rinde oder Baumrinde bezeichnet. Und schließlich gibt es noch die sog. Markstrahlen, die der Speicherung und dem horizontalen Transport von Nährstoffen zwischen Mark und Rinde dienen.
Bäume, die sich im Wachstum befinden, bilden jedes Jahr im Innern des Stammes eine neue Ring-Schicht (Jahresring). In der sog. Dendrochronologie (von griechisch dendron = Baum) wird das Alter von einem Baum an der Anzahl der in seinem Stamm gebildeten Jahresringe abgelesen.
Bäume sind ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer Rinde ansiedeln.
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6. Warum fressen Tiere im Wald die Rinde der Bäume ?
Durch zu große Wildbestände und fehlende Biotope kommt es zu Wildschäden an Waldbäumen, weil Wild-Tiere wie Biber, Hasen, Mäuse, Hirsche (Damhirsch, Rothirsch, Sikahirsch), Mufflon oder Rehe nicht mehr genügend andere Nahrung finden und die Rinde, Blätter oder Knospen junger Bäume abfressen.
Dabei ist das Abnagen von Rinde (Schälung) durch Hirsche gerade im Winter durch die lange Jahre betriebene Monokultur bei der Aufforstung der Wälder mit Fichten- und Kiefer-Bäumen begünstigt worden.
Wer einmal durch einen reinen Nadelwald geht, kann erkennen, dass Nadelwälder den Boden stärker austrocknen als Laubwälder oder als ein Laubmischwald. In der Folge können um den Nadelbaum herum weniger Sträucher und andere Futter-Pflanzen wachsen.
Deshalb verwundert es nicht, daß es den größten Schälschaden an Bäumen in Deutschland bei Fichten, Kiefern und Douglasien gibt, die überwiegend von Rotwild (Rothirsche) in Staatsforsten verursacht wird.³
Ist die Baumrinde durch starken Wild-Verbiss verletzt, dann verliert ein Baum seine natürliche Schutzschicht und kann z.B. leichter von Parasiten wie dem Borkenkäfer oder auch von Pilzen befallen werden. Man sagt auch der Baum wird "krank". Er muß dann zum Schutz der umstehenden Bäume gefällt werden.
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7. Blätter und Photosynthese
Das Blatt spielt eine wichtige Rolle für das Wachstum der Bäume. Im Rahmen der Assimilation oder Photosynthese nehmen Blätter durch kleine Spaltöffnungen anorganisches Kohlendioxid (CO2) aus der Luft auf, die sich in den Hohlräumen der Blattzellen verteilt.
Das Kohlendioxid wird dann mit Hilfe
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vom Blattgrün (Chlorophyll) der Blätter,
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der Energie vom Sonnenlicht, die auf das Blatt strahlt und
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von Wasser und Mineralstoffen aus der Baumwurzel
in Sauerstoff, Kohlenhydrate (Zucker) und Wasserdampf umgewandelt. Der Baum "atmet".
Während das Blatt den Sauerstoff an die umgebende Luft abgibt, werden die Kohlenhydrate als Traubenzucker (Assimilate) und Stärke in den Baum-Bast weitergeleitet, wo sie für das Wachstum des Baumes und den Aufbau weiterer organischer Substanz und Biomasse zum Einsatz kommen.
Allgemein werden beim Vorgang der Fotosynthese also aus anorganischen, energiearmen Stoffen (Luft, Wasser) mit Hilfe von Licht und lichtabsorbierenden Stoffen organische, energiereiche Stoffe (Stärke) aufgebaut.
Bäume sind dabei autotroph, d.h. nicht auf andere Lebewesen angewiesen, weshalb diese Ernährungsweise auch Autotrophie genannt wird. Im Gegensatz dazu sind z.B. Menschen auf die Biomasse andere Lebewesen (z.B. Pflanzen) angewiesen und ernähren sich heterotroph.
Die Bäume haben als Blätter entweder Laubblätter oder schmale, harte Nadeln (Nadelblätter), die sie laufend (immergrüne Bäume) oder am Ende ihrer Vegetationsperiode (sommergrüne Arten) abwerfen.
Die sommergrünen Baum-Arten können ihre Blätter im Herbst oder nach dem Winter abwerfen.
Eine Mischform stellen die halbimmergrünen Baum-Arten dar, die am Ende der Vegetationsperiode nur einen Teil ihrer Blätter abwerfen und diese dann durch neue Triebe ersetzen.
Laubbäume wie Ahorn, Birke, Buche, Eberesche, Eiche und Linde sowie einige Nadelbäume wie die Lärche können unterm Jahr einen zweiten Blatt-Trieb bilden (auch sog. Johannistrieb). Durch diesen "zweiten Frühling" können sich diese Bäume z.B. von Fraßschäden durch Tiere regenerieren.
Durch die größere Oberfläche von Laubblättern gegenüber Nadeln können Laubbäume eine größere Photosynthese umsetzen und wachsen im Durchschnitt schneller als Nadelbäume. Dafür benötigen sie aber auch nährstoffreichere und feuchtere Böden als Nadelbäume.
Die Gestalt der Blätter wie Form, Aufbau, Anordnung oder Blattrand ist eines der wichtigsten Merkmale zur Bestimmung von Bäumen.
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8. Warum verlieren Bäume im Herbst und Winter ihre Blätter ?
Erst durch das Abwerfen der Blätter können viele Bäume überwintern, weil die Wurzeln im kalten Boden kein Wasser mehr aufnehmen können, um damit die Blätter für die Photosynthese zu versorgen.
Ohne den Blatt-Abwurf würden viele Bäume austrocknen. Gemeint sind dabei Laubbäume sowie die Lärche, die als einziger nicht-wintergrüner Nadelbaum im Herbst ihre Nadeln abwirft.
Hinzukommt, dass das in den Blättern gespeicherte Wasser bei Frost das Blatt zerstören würde. Deshalb entziehen die Laubbäume den Blättern Wasser, Nährstoffe und das Chlorophyll (Blattgrün), wodurch sich auch die Gelb- und Rotfärbung der welken Blätter im Herbst erklärt.
Die aus den Blättern abgezogenen Nährstoffe werden dann im Baumstamm und in der Baum-Wurzel bis zum Frühjahr gespeichert.
Der Laubabwurf zum überwintern ist außerdem bei vielen Laubbäumen ein Schutz vor Schneebruch.
Nadelbäume müssen abgesehen von der Lärche nicht ihre Nadeln im Winter abwerfen. Nadeln haben im Vergleich zu den Blättern der Laubbäume eine kleinere Oberfläche und sind so besser gegen Frost und Kälte geschützt.
Außerdem sind Nadeln robuster als Blätter, benötigen weniger Nährstoffe und sind durch eine Harz- und Wachsschicht (Cuticula) besser vor Frost und Verdunstung geschützt.
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9. Warum werfen Bäume ihre Blätter im Herbst früher oder später ab ?
Beim Laubabwurf ist zu beachten, dass es Bäume gibt, die im Herbst ihre Blätter abwerfen durch den Aufbau von Trenngewebe an den Blattstielen. Zu dieser Gruppe zählen die meisten Laubbäume.
Innerhalb dieser Gruppe ist der Zeitpunkt des Blattabwurfes vom Feuchtigkeitsbedarf des Baumes abhängig, d.h. Bäume mit einem geringeren Wasserbedarf können es "sich leisten", auch länger ihre Blätter an den Ästen zu lassen.
Eine weitere Rolle spielt der Baum-Standort und dessen Schutz vor starkem Wind, denn dieser trocknet den Baum über die Blätter nicht nur weiter aus, sondern bewirkt auch ein stärkeres Abfallen der Blattstiele vom Trenngewebe.
Daneben gibt es aber auch Bäume wie die Hainbuche oder die Eiche (Stieleiche), die bis zum Frühjahr ihre welken Blätter behalten.
Sie bilden kein Trenngewebe an den Blattstielen, sondern verstopfen lediglich die Nährstoffbahn zu den Blättern mit sog. Thyllen, weshalb die letzten Blätter oft erst bei größeren Stürmen im Frühjahr abfallen.
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10. Warum treiben Bäume im Frühjahr unterschiedlich schnell ihre Blätter aus ?
Damit ein Baum Blätter austreiben kann, muß er mit Hilfe der Wurzeln und speziellen Zellen im Splintholz (sog. Tracheen) Wasser und gelöste Nährstoffe aus der Erde zu den Ästen nach oben transportieren.
Je nach der Holzstruktur des Splintholzes kann das unterschiedlich schnell und effektiv passieren. Bäume mit einer ringporigen Holzstruktur wie Eiche, Esche, Kastanie (Edelkastanie), Maulbeere, Robinie oder Ulme nutzen für den Wassertransport nur den äußersten und jüngsten Jahresring, der im Frühjahr zuerst gebildet werden muß.
Die Bäume mit einer ringporigen Holzstruktur treiben deshalb später im Frühjahr ihre Blätter aus, wobei die Esche sich von allen einheimischen Laubbäumen am längsten bis Juni Zeit läßt und als letzter Laubbaum austreibt.
Bäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Birne, Buche (Hainbuche, Rotbuche), Linde, Pappel, Roßkastanie oder Weide nutzen für den Wassertransport den gesamten Jahresring und treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.
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11. Bedeutung der Bäume für den Wald, das Welt-Klima und Ökosystem
Durch die Umwandlung von Kohlendioxyd in Sauerstoff bei der Assimilation oder Fotosynthese sind Bäume und Wälder unverzichtbare Sauerstoffspender im weltweiten Ökosystem.
Ein alter, gesunder und großer Baum kann problemlos die Sauerstoff freisetzen, die 10 Menschen zum atmen benötigen. Neben den Weltmeeren kann man Bäume daher auch als die grüne "Lunge der Erde" bezeichnen.
Bäume sind Luftreiniger besonders in Ballungsräumen, Industriegebieten und Städten, denn ein Baum filtert giftige Abgase, radioaktive Stoffe, Ruß und Staub aus der Luft.
Zudem verbessern Bäume die Atemluft, weil sie z.T. mehrere hundert Liter Wasser am Tag verdunsten. In der Stadt gleichen sie Temperaturunterschiede aus und dämpfen den Lärm von Haushalten, Menschen und Strassenverkehr.
In Form der Wälder verhindern Bäume speziell in Steillagen durch ihre Wurzeln zudem Boden-Erosion, d.h. einen zu starken Abtrag von Boden durch Wasser, Lawinen und Wind. Die Hinterlassenschaft gerodeter Tropenwälder spricht hier eine deutliche und erschreckende Sprache.
Bäume haben außerdem eine große Bedeutung im Wald zum Erhalt von sauberem Grundwasser und einem hohen Grundwasserspiegel als Schutz vor Überschwemmungen:
Durch die hohe Speicherfähigkeit von Waldböden regulieren Bäume den natürlichen Wasserhaushalt in der Natur und verhindern einen Oberflächenabfluss von Regenwasser, das dann gefiltert ins Grundwasser abfließen kann.
Und nicht zu vergessen sind Baum-Wälder und insbesondere die tropischen Regenwälder eine unverzichtbare Grundlage für die Artenvielfalt von Flora (Gesamtheit aller Pflanzen-Arten) und Fauna (Gesamtheit aller Tier-Arten), denen sie einen Lebensraum bieten oder ermöglichen.
Dem stetig zurückgehenden Baum-Bestand auf der Welt durch Abholzung der Wälder, Baum-Krankheiten, Raubbau der Tropenwälder sowie Waldschäden durch Schadstoffe sollte der Mensch deshalb in seinem eigenen Interesse Einhalt gebieten.
Auch wenn der bei der Photosynthese entstehende Sauerstoff "nur" ein Abfallstoff der Bäume ist; Menschen und Tiere sind auf ihn angewiesen.
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12. Bedeutung der Bäume als Holz-Lieferant und Rohstoff
In der Geschichte der Menschheit spielte der Baum als wichtigster Lieferant vom umweltfreundlichen und nachwachsenden Rohstoff Holz eine bedeutende Rolle für den Bau von Häusern, Schiffen, Waffen, Werkzeugen, Anhänger, Wagen und natürlich als Lieferant von Brennholz zum heizen und kochen.
Bäume werden heute besonders in Entwicklungsländern als Brennholz genutzt, aber auch in Europa gewinnt das alternative Heizen mit dem regenerativen Energieträger Holz und Holzkohle wieder an Bedeutung (neben der traditionellen Nutzung als Kaminholz für das Kaminfeuer).
Bezüglich Kohlendioxid und Schwefeldioxid weist richtig abgelagertes und getrocknetes Brennholz sehr geringe Schadstoffwerte auf. Umweltfreundliche Heizsysteme mit sog. Holzpellets werden daher in Zeiten steigender Öl- und Gaspreise immer beliebter.
Als Brennholz wird bevorzugt das Holz der folgenden Baumarten eingesetzt: Ahornbaum, Birke, Buche, Douglasie, Eiche, Erle, Esche, Fichtenbäume, Kiefer, Lärche, Robinie, Ulme und Weide.

Als Werkstoff werden Bäume heute z.B. beim Bau von Musikinstrumenten eingesetzt. So liefern z.B. der Ahorn, die Ebenaceae/Diospyros (Ebenholz) und die Fichte das Holz bzw. den Klangkörper für Geigen.
Als natürlicher Baustoff kommt das in der Forstwirtschaft gewonnene Baum-Holz z.B. für Holzhäuser, Möbel, Fenster, Türen, Holzobjekte, Holzbeläge und Holzverkleidungen zum Einsatz.
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13. Hartholz, Weichholz und deren Darrdichte
Die Holzhärte der Bäume kann man z.B. nach dem Fällen anhand der Darrdichte bestimmen, d.h. der Rohdichte des Holzes bei null Prozent Holzfeuchtigkeit. Um so höher die Rohdichte bzw. um so enger die Gefäßstruktur ist, um so härter ist das Holz.
Ab einer Darrdichte größer als 550 kg pro Kubikmeter spricht man von Hartholz, bei weniger von Weichholz. Die meisten Laubbaumarten zählen zum Hartholz und die meisten Nadelbaumarten zum Weichholz.
Das weicheste Holz (sog. Weichholz) der einheimischen Bäume in Deutschland findet sich in absteigender Reihenfolge bei Zirbelkiefer (Darrdichte 400 kg³), Tanne, Pappel, Fichte, Espe, Douglasie, Erle, Kiefer, Kastanie, Linde, Weide und Lärche (Darrdichte 550 kg³).
Das härteste Holz (sog. Hartholz) der einheimischen Bäume in Deutschland findet sich in absteigender Reihenfolge bei Hainbuche (Darrdichte 750 kg³), Robinie, Buche, Eiche, Esche, Ulme, Birke, Ahorn, Hasel-Baum und Schwarzkiefer (Darrdichte 560 kg³).
Eine noch höhere Holzhärte weisen einige Tropenhölzer auf: Die höchste Darrdichte unter allen Holzarten hat das Holz der tropischen Guajak-Bäume (Guaiacum) mit 1200 kg pro Kubikmeter.
Weil die Späne dieser Bäume ein Öl enthalten, das früher auch medizinisch gegen Pocken eingesetzt wurde, wird es auch Pockholz genannt.
Beim Kauf von Brennholz lohnt es sich, die spezifischen Holz-Eigenschaften der angebotenen Baumarten beim Preisvergleich und der Wahl der Holzart zu berücksichtigen:
Aufgrund der höheren Dichte brennt Hartholz langsamer ab als Weichholz. Es weist jedoch einen geringeren Brennwert pro kg als Weichholz auf durch seinen geringeren Harz-Anteil und wärmt den Wohnraum langsamer auf.
Bezogen auf Volumeneinheiten ist der Brennwert von Weichholz dagegen niedriger als der von Hartholz wegen der geringeren Dichte.
Bezogen auf die mechanischen und statischen Eigenschaften ist das Holz verschiedener Bambusarten vergleichbar mit dem von Bäumen und bzgl. Elastizität, Leichtigkeit und Zähigkeit sogar überlegen.
Die exakte Holzhärte wird heute nicht mehr mit der Darrdichte ermittelt, sondern nach einem Verfahren des schwedischen Ingenieurs Johan August Brinell (1849 - 1925) aus dem Jahre 1900 (sog. Brinell-Härte).
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14. Bedeutung der Bäume für chemische Rohstoffe
Das Holz der Bäume ist nicht nur weltweit ein wichtiger nachwachsender Energielieferant, sondern es dient auch der Gewinnung chemischer Rohstoffe wie Terpentin, Kautschuk, Campher, Balsame, Alkaloide (z.B. Chinin), Zucker, Fette oder ätherische Öle.
Nicht zu vergessen werden aus Bäumen die Rohstoffe
gewonnen. Die Äste, Blätter und Rinde verschiedener Bäume liefern außerdem Gerbstoffe zum Gerben von Leder oder Farbstoffe, Harze, Kork und Latex.
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15. Bedeutung der Bäume als Lebensmittel und Medizin
In der Landwirtschaft werden Bäume zur Gewinnung von essbaren Samen, Blüten, Früchten, Nüssen und Obst (z.B. Äpfel, Birnen, Oliven, Feigen, Quitten, Kirschen, Zitronen, Aprikosen, Pflaumen, Orangen, Mispeln) verwendet.
Auch Bitterstoffe sowie Gewürze wie Zimt, Muskat und Nelken werden aus Bäumen gewonnen.
Und nicht zu vergessen werden viele Bäume in der Medizin als Arzneipflanzen und Heilpflanzen verwendet (z.B. Ahornsirup, Eichen-Rinde, Lindenblüten der Sommerlinde oder Gingko-Blätter).
Einige Baum-Arten wie die Eibe oder der Lebensbaum sind Giftbäume und zählen aufgrund von giftigen Inhaltsstoffen ihrer Blätter, Blüten, Früchte oder Rinde zu den Giftpflanzen.
Daneben kommen verschiedene Bestandteile von Bäumen auch als Teekräuter (Blättertee, Blütentee, Früchtetee oder Rindentee) zum Einsatz.
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16. Kulturelle Bedeutung der Bäume und Baumsymbole
Bäume und Baumsymbole haben von jeher eine besondere Bedeutung im Leben der Menschen. Traditionelle Beispiele sind z.B. der Weihnachtsbaum, der Maibaum, der Ostereierbaum, der Richtbaum beim Richtfest (beim Neubau eines Hauses) oder auch Garten-Bäume, die bei der Geburt eines Kindes oder bei einer Hochzeit gepflanzt werden.

In Bayern gibt es in bestimmten Gebieten die Tradition vom sog. Hungerbaum: Einer Frau und einem Mann, die seit 7 Jahren unverheiratet zusammenleben, werden von ihren Freunden als Hungerbaum ein junger, geschmückter Baum in den Garten gepflanzt. Bis zu ihrer Hochzeit muß das Paar dann an jedem Jahrestag eine Feier oder eine Brotzeit für ihre Freunde ausgeben.
Und während der Laubbaum durch seine stetige Lauberneuerung ein Symbol für den Sieg über den Tod und die Wiedergeburt des Lebens ist, symbolisiert der immergrüne Nadelbaum die Unsterblichkeit.
Einzelnen Bäumen werden in der Baumsymbolik traditionell bestimmte Eigenschaften zugeordnet:
So steht z.B. die majestätische deutsche Eiche als Baumsymbol für Werte wie "Standfestigkeit, Härte, Ehre, Kraft, Männlichkeit, Unsterblichkeit und Unbeugsamkeit". Die Eiche gilt auch als der "König der Bäume" und "weise Vaterbaum", der den Menschen hilft, die Herrschaft über ihre Emotionen zu gewinnen.
Vielen Bäumen wurden im germanischen Glauben magische Eigenschaften zugeschrieben sowie eine Nähe zu den Göttern. Deshalb gab es typische Gerichtsbäume wie die Linde, die Eiche, die Esche, die Ulme oder auch die Fichte, unter denen unter freiem Himmel Gericht gehalten wurde.
"Wie der Geist in den Blumen ist, so ist er auch in den Bäumen."
(Philipp Otto Runge, 1777-1810, bedeutendster deutscher Maler der Frühromantik)
Wichtigster Gerichtsbaum war dabei die Linde und noch heute finden sich in Deutschland zahlreiche ehemalige Gerichtslinden wie z.B. die Linde in Schenklengsfeld (Schenklengsfelder Dorflinde) in der Nähe von Bad Hersfeld (Hessen).
Der Lorbeer-Baum (der Lorbeerkranz) steht von jeher als Baumsymbol für Sieg, Triumph und Unsterblichkeit.
In der Bibel haben verschiedene Bäume wie der Olivenbaum oder der Feigenbaum eine Schlüsselrolle: So heißt es in der Genesis im 1. Buch Moses, dass sich Adam und Eva im Garten Eden mit Feigenblättern vom Feigenbaum bedeckten, als sie, angestiftet durch die Schlange, vom Baum der Erkenntnis den Apfel aßen.
Nach diesem Sündenfall war den Menschen fortan auch der Zugang zum Baum des Lebens im Garten Eden ¹ versperrt, dessen Früchte ewiges Leben schenken sollten. Der "Baum des Lebens" war als Symbol nicht nur im Christentum, sondern auch bereits bei den alten Ägyptern und anderen Religionen bekannt.
Nussbäume und ihre Früchte, die Nüsse, waren schon bei den Germanen, Griechen und Römern ein Symbol für Fruchtbarkeit.
Bei den Germanen und in der nordischen Mythologie wurde die Esche als heiliger Baum bzw. Weltenbaum Yggdrasil verehrt.
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17. Bedeutung der Bäume in der Gartengestaltung und Gartenkunst
Genau wie Sträucher sind auch Bäume ein wichtiges Gestaltungselement von Gärten. Ein Baum bringt durch seine Größe, seine Wuchsform, seine Blüten oder das jahreszeitliche Farbenspiel seiner Blätter eine stimmungsvolle Atmosphäre in jeden Garten.
Größere Gärten wirken ohne Bäume meistens kahl und fast vereinsamt. Kleine Bäume wie der Fächer-Ahorn (Acer palmatum) oder mediterrane Bäume wie der Zitronenbaum (Citrus limon) werden auch gerne als mobile Kübelpflanzen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten eingesetzt.
In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine spezielle Form der Gartenkunst, bei der Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern, Früchten und Nadeln durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt klein gehalten werden.
Für Bonsai und das entsprechende Schneiden der Bäume eignen sich z.B. Laubbaumarten wie verschiedene Ahornbäume, Buchen und Ulmen oder auch Nadelbaumarten wie Fichten, Hemlocktannen (Tsuga), Kiefernbäume/Föhren, Lärchen und Wacholder.

Eine einzigartige künstlerische Pflanzung verschiedenster z.T. exotischer Bäume (und Blütensträucher) findet sich auf der gut 2 km langen Lichtentaler Allee im Stadtkreis Baden-Baden (Region Mittlerer Oberrhein), die auch als "Straße der Bäume" weltweit bekannt ist.
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18. Baum des Jahres in Deutschland
Seit 1989 wird jedes Jahr im Herbst von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung "Menschen für Bäume" und dem Verein "Kuratorium Baum des Jahres (KBJ)" in Marktredwitz (Oberfranken, Bayern) der Baum des Jahres in Deutschland gewählt.
Am Anfang wurden nur bedrohte bzw. seltene Baumarten ausgezeichnet. Später kamen dann noch die Kriterien Beliebtheit, Schönheit, landschaftliche oder ökologische Bedeutung dazu.
Ziel der Auszeichnung "Baum des Jahres" ist das Wissen über bekannte, seltene oder vom Aussterben bedrohte Baumarten zu verbessern und wieder bekannter zu machen.
Gemäß der folgenden Übersicht war der Baum
- des Jahres 1989 die Stiel-Eiche (Quercus robur)
- des Jahres 1990 die Rotbuche (Fagus sylvatica)
- des Jahres 1991 die Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
- des Jahres 1992 die Berg-Ulme (Ulmus glabra)
- des Jahres 1993 der Speierling (Sorbus domestica)
- des Jahres 1994 die Europäische Eibe (Taxus baccata)
- des Jahres 1995 der Spitzahorn (Acer platanoides)
- des Jahres 1996 die Hainbuche (Carpinus betulus)
- des Jahres 1997 die Eberesche (Sorbus aucuparia)
- des Jahres 1998 die Wild-Birne (Pyrus pyraster)
- des Jahres 1999 die Silber-Weide (Salix alba)
- des Jahres 2000 die Sand-Birke (Betula pendula)
- des Jahres 2001 die Esche (Fraxinus excelsior)
- des Jahres 2002 der Gemeine Wacholder (Juniperus communis)
- des Jahres 2003 die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
- des Jahres 2004 die Weiß-Tanne (Abies alba)
- des Jahres 2005 die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
- des Jahres 2006 die Schwarzpappel (Populus nigra)
- des Jahres 2007 die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)
- des Jahres 2008 die Walnuss (Juglans regia)
- des Jahres 2009 der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)
- des Jahres 2010 die Vogel-Kirsche (Prunus avium L.)
- des Jahres 2011 die Elsbeere (Sorbus torminalis)
- des Jahres 2012 die Europäische Lärche (Larix decidua)
- des Jahres 2013 der Wild-Apfel (Malus sylvestris)
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18b) Baum des Jahrtausends
Im Jahr 2000 wählte die KBJ-Stiftung den aus China stammenden Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) zum Baum des Jahrtausends als Mahnmal für Umweltschutz und Frieden.
Der zweihäusige Ginko-Baum ist die einzige Art einer ca. 300 Millionen Jahre alten fossilen Pflanzen-Gattung, die bis zum Beginn der Eiszeit auch in Europa einheimisch war.
Die Langlebigkeit des grossen Baumes, der weit über 1.000 Jahre alt werden kann, seine Robustheit gegenüber Schadstoffen aus der Umwelt wie auch die medizinische Heilwirkung seiner Samen und Wurzeln und fächerförmigen Blätter waren die Gründe für seine Wahl als Baum des Jahrtausends.
Mitglieder des KBJ sind z.B. Bund deutscher Baumschulen, Bund Deutscher Forstleute, Bundesamt für Naturschutz, Bundesverband Garten, Landschafts- und Sportplatzbau, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutscher Forstverein, IG Bauen-Agrar-Umwelt, Institut für Baumpflege, Robin Wood, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald oder Umweltstiftung WWF Deutschland.

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19. Baumrekorde
Eine Reihe von Beispielen für Baumrekorde zeigt das folgende Inhaltsverzeichnis:
a) Die ältesten Bäume auf der Erde
Die ältesten Bäume und Baumarten der Welt, die bisher gefunden wurden, sind
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Old Tjikko, ein stetig nachwachsender Baumklon einer Gemeinen Fichte im Nationalpark Fulufjället in Schweden in der Provinz Dalarna (Alter: ca. 9500 Jahre),
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Methuselah, eine Langlebige Grannenkiefer (Pinus longaeva) vom Methuselah Grove des Inyo National Forest im kalifornischen White-Mountains-Hochgebirge (Alter: ca. 4700 - 5000 Jahre) und
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einige ca. 4000 Jahre Jahre alten Sahara-Zypressen (Cupressus dupreziana Camus) im Tassili n'Ajjer-Gebirge in Algerien.
Ferner gibt es einige Mammutbaum/Riesenmammutbaum-Exemplare in den USA (bis zu 3000 Jahre alt) oder auch die Zeder, die bis zu 2500 Jahre alt werden kann.
Die älteste Baumart auf der Erde und das älteste lebende Fossil in der Pflanzenwelt ist der Gingko-Baum, dessen geschichtliche Wurzeln 180 Millionen Jahre zurückreichen und der über 1000 Jahre alt werden kann.
Als der Baum mit dem ältesten Wurzelsystem gilt die Kiefernart "Huon Pine" (auch Lagarostrobos franklinii) auf dem Berg "Mount Read" der australischen Insel Tasmanien. Aus den etwa 10.000 Jahre alten Wurzel der Kiefer wachsen immer wieder neue, genetisch identische Kiefern (Klone).
Der älteste lebende Baum von diesem Klon ist etwa 2000 Jahre alt. Der "Huon Pine" in Australien ist aber nicht die älteste Pflanze der Welt:
Ebenfalls auf Tasmanien wächst der Strauch "Lomatia tasmanica" (auch "King's Lomatia" oder "King's Holly" genannt nach ihrem Entdecker Deny King). Die "Lomatia tasmanica" ist die älteste Pflanze der Welt und besteht aus mehreren hundert Stämmen, deren 1,2 km langes Wurzelsystem über 43.000 Jahre alt sein soll.
Der älteste Baum der Schweiz ist vermutlich eine Lärche, deren Alter auf 1.500 Jahre geschätzt wird, und die im Dorf Obergesteln in der Gemeinde Obergoms im Wallis steht.
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b) Die ältesten Bäume in Deutschland
Unter den heimischen Bäumen in Deutschland sind die Alters-Spitzenreiter unter den alten Bäumen die Eiche, die Eibe und die Linde, die ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen können.
Einer der ältesten Bäume in Deutschland ist eine Linde in Schenklengsfeld (auch Schenklengsfelder Dorflinde oder Riesenlinde genannt), die etwa zehn Kilometer südöstlich von Bad Hersfeld zu finden ist. Ihr Alter wird auf 600 bis ca. 1200 Jahre geschätzt.
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c) Die größten und höchsten Bäume auf der Erde
Der vom Volumen her größte lebende Baum auf der Welt ist der etwa 2200 bis 2500 Jahre alte Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) "General Sherman Tree" im Sequoia-Nationalpark in Kalifornien.
Der hohe Baum hat einen Stammumfang von über 30 Metern und ist mit einer Höhe von 83,8 Meter allerdings noch nicht der höchste Baum auf der Welt.
Diesen Rekord halten zwei große Bäume aus der Gattung der Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens), die auch als höchste Nadelbäume auf der Erde und größten Pflanzen der Erde gelten:
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der "Stratosphere Giant" im Humboldt Redwoods State Park in Kalifornien - mit einer Stammhöhe von 112,87 Meter der zweithöchste Baum auf der Erde und
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der "Hyperion" im Redwood-Nationalpark in Kalifornien - mit einer Stammhöhe von 115,55 Meter der aktuell höchste Baum auf der Welt.
Der bis heute bekannte höchste Baum auf der Welt war ein Riesen-Eukalyptus bzw. Königs-Eukalyptus (Eukalyptus regnans), der 1872 in Australien gefällt wurde.
Der Eukalyptusbaum hatte eine Höhe von 132,58 Meter und einen Stammdurchmesser von 5,5 Meter. Dem Rieseneukalyptus wird die Fähigkeit zugeschrieben, dass er bis 150 Meter hoch werden kann.
Etwa die gleiche Höhe bzw. sogar ein wenig größer soll ein Baum im us-amerikanischen Sequoia-Nationalpark in der Sierra-Nevada gewesen sein. Der "Vater des Waldes" genannte Riesenmammutbaum soll eine Länge von 135 Meter gehabt haben, als er durch einen Sturm umstürzte.
Die Frage ist also, ob der Mammutbaum auch in der Zukunft der höchste Baum sein wird und den derzeitigen Rekord halten kann.
Der dickste Baum der Welt bzw. der Baum mit dem dicksten Stamm ist der "Árbol del Tule" (Baum von Tule), eine mexikanische Sumpfzypresse (Taxodium mucronatum, auch Ahuehuete-Baum) in der Stadt Santa Maria del Tule im Bundesstaat Oaxaca in Mexiko:
Die 42 Meter hohe Zypresse hat einen Stamm-Durchmesser von 14,05 Meter und einen maximalen Stamm-Umfang von 58 Meter.
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d) Die höchsten Bäume in Deutschland und Europa
Als höchste Bäume in Deutschland gelten drei Douglasien in Baden-Württemberg mit einer Wuchshöhe von über 63 Metern: Eine in Eberbach (Odenwald) und die anderen beiden (Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" und "Douglasie Nr. 3") in Freiburg im Breisgau (Schwarzwald).
Nach aktueller Laservermessung soll die Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" im Freiburger Stadtwald der höchste Baum in Deutschland sein.
Der höchste Baum in Europa ist die Weißtanne mit einer Wuchshöhe von bis zu 65 Metern; in Deutschland sind Exemplare bis zu 50 Meter Wuchshöhe bekannt.
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e) Die häufigsten Bäume in Deutschlands Wäldern
Buchen, Eichen, Fichten und Kiefern sind die häufigsten Bäume in Deutschland`s Wäldern: Dabei ist unter den Nadelgehölzen die Gemeine Fichte (Picea abies) mit 26% Waldfläche-Anteil der häufigste Nadelbaum und der häufigste Baum.²
Der zweihäufigste Nadelbaum und Baum in Deutschland ist die Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris) mit 23% Waldfläche-Anteil.²
Bei den Laubgehölzen besiedelt die Buche, genauer die Rotbuche (Fagus sylvatica), 16% der deutschen Wald-Fläche und ist damit der häufigste Laubbaum in Deutschland, gefolgt von der Eiche, genauer der Traubeneiche (Quercus petraea) und Stieleiche (Quercus robur), die 9% der deutschen Wälder besiedelt.²
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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)
¹ Die entsprechende Textpassage in einer Luther-Bibel im 1. Buch Mose, Kapitel 2 lautet: Und Gott pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und Gott gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des Todes sterben.
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