Küchenkräuter und Gewürzkräuter
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

2. Arten, Sorten, Beispiele

3. Das beliebteste Küchenkraut

4. Tips zu Anbau, Pflanzen und Pflege

5. Bedeutung für Insekten

6. Trocknen, Konservieren und Lagern

7. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

1. Was sind Küchenkräuter oder Gewürzkräuter ? Eine Definition

 

Der Begriff "Küchenkraut" oder "Gewürzkraut" (englisch: pot-herbs, aromatic herb) stammt nicht aus der Botanik und steht in diesem Lexikon für Pflanzen aus kultiviertem Anbau, deren aromatische Blätter, Blüten oder Früchte in der Küche als Gewürze Verwendung finden.

Der Begriff "Gewürze" bezieht sich in aller Regel auf getrocknete Pflanzenteile der Gewürzpflanzen.

Küchenkräuter werden als frische oder getrocknete Gewürzverstärker verwendet bei der Zubereitung von Speisen wie zum Beispiel Fisch- und Fleischgerichte, Soßen und Suppen oder für die leichte Bekömmlichkeit von schwerverdaulichen Gerichten (z.B. Kümmel).

Ebenso als Zutaten für Salate wie Blattsalate und Wildsalate, wobei frische Küchenkräuter ein stärkeres Aroma aufweisen als getrocknete.

Küchen- und Gewürzkräuter findet man in der Natur an krautigen Pflanzen, Laubbäumen, Stauden und Sträuchern.

 

Bild von einem grünen Salbei-Blatt des Küchensalbeis
Bild: Ein Blatt vom Echten Salbei (Salvia officinalis), auch Küchensalbei *

 

↑  Nach oben  ↑

 

2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste enthält eine Übersicht der wichtigsten Küchenkräuter und Gewürzkräuter im Garten, die man in Deutschland pflanzen kann:

 

  • Basilikum (Ocimum basilicum): auch Deutscher Pfeffer oder Königskraut, einjährig

  • Bärlauch (Allium ursinum): mehrjährig

  • Beifuss (Artemisia vulgaris): mehrjährig

  • Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis): einjährig

  • Winter-Bohnenkraut (Satureja montana): auch Berg-Bohnenkraut, immergrün, mehrjährig

  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale): mehrjährig

  • Currykraut (Helichrysum italicum): auch Italienische Strohblume, mehrjährig

  • Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus): immergrün, mehrjährig

  • Dill (Anethum graveolens): einjährig

  • Echte Engelwurz (Angelica archangelica): mehrjährig

  • Fenchel (Foeniculum vulgare): zweijährig bis mehrjährig

  • Gartenkresse (Lepidium sativum): auch Kresse, einjährig, beliebte Keimsprossen

  • Gewürznelken-Baum (Syzygium aromaticum)

  • Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)

  • Kerbel (Anthriscus cerefolium): einjährig

  • Koriander (Coriandrum sativum): einjährig

  • Kümmel (Carum carvi): zweijährig

  • Kreuzkümmel (Cuminum cyminum): einjährig

  • Liebstöckel / Maggikraut (Levisticum officinale): mehrjährig, ein Maggi-Bestandteil

  • Echter Lorbeer (Laurus nobilis): auch Gewürzlorbeer, immergrün, mehrjährig

  • Majoran (Origanum majorana): einjährig

  • Krause Minze (Mentha spicata): auch Grüne oder Ährige Minze, mehrjährig

  • Oregano (Origanum vulgare): mehrjährig

  • Petersilie (Petroselinum crispum): auch Blattpetersilie, Schnittpetersilie, immergrün, mehrjährig

  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis): immergrün, mehrjährig

  • Rukola/Garten-Senfrauke (Eruca sativa): einjährig bis zweijährig

  • Echter Salbei / Küchensalbei (Salvia officinalis): immergrün, mehrjährig

  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum): auch Graslauch, immergrün, mehrjährig

  • Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum): auch Würzsellerie, mehrjährig

  • Echter Thymian (Thymus vulgaris): auch Gartenthymian, immergrün, mehrjährig

  • Wurzelpetersilie/Petersilienwurzel (Petroselinum crispum subsp. tuberosum): zweijährig

  • Zitronenmelisse/Melisse (Melissa officinalis): immergrün, mehrjährig

 

Ein beliebtes Gewürzkraut ist auch der Schabzigerklee (Trigonella caerulea), der in der Schweiz Zigerklee oder Zigerkraut genannt wird und in Italien (Südtirol) Zigainerkraut.

Schabzigerklee zählt zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler und ist ein typisches Gewürzkraut zum Würzen von Brot (Vinschgauer/Vinschgerl, Roggenbrot, Schüttelbrot) und dem schweizer Schabziger-Käse aus dem Kanton Glarus. Aus diesem Grund wird Schabzigerklee auch Brotklee oder Käseklee genannt.

Einige der erwähnten Küchen- und Gewürzkräuter werden nicht nur beim Kochen für die Zubereitung von Gerichten verwendet, sondern finden wegen ihrer Inhaltsstoffe auch als Heilpflanzen Anwendung wie z.B. Bärlauch und Koriander.

Wegen ihrer Inhaltsstoffe wurden Salbei (1998), Thymian (2001), Melisse (2006) und Rosmarin (2011) als  Heilpflanzen des Jahres ausgezeichnet.

Gewürzpflanzen wie z.B. Ackersenf, Bärlauch, Brunnenkresse, Gartenkresse oder Wiesenkerbel, die in freier Natur wachsen und beim Kochen als Gewürze verwendet werden, zählen in diesem Lexikon auch zu den Wildkräutern.

Einige Gewürzkräuter finden zudem als Teekräuter Verwendung. So z.B. Basilikum-, Beifuß-, Melisse- und Thymian-Blätter als Blättertee, Salbei-Blüten für einen Blütentee, Fenchel als Früchtetee und Liebstöckel als Wurzeltee.

Ferner waren Zitronenmelisse (1988), Thymian (2006) und Fenchel (2009) die Arzneipflanzen des Jahres.

 

Bild von einem Echten Basilikum in einem Kräuterbeet
Bild: Echter Basilikum (Ocimum basilicum) *

 

Das Basilikum wird auch als Königin der Gewürzkräuter bezeichnet und spielt als Küchengewürz vor allem in der italienischen Küche eine wichtige Rolle.

In der obigen Liste sind typische italienische Küchenkräuter Basilikum, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian. Winterharte Küchenkräuter in der Übersicht sind Winter-Bohnenkraut, Estragon, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Thymian und Melisse.

 

↑  Nach oben  ↑

 

3. Das beliebteste Küchenkraut - die Petersilie

 

Nach einer Studie vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) und der Universität Kassel in deutschen Kleingärten von 2003 bis 2008 war die Petersilie das beliebteste deutsche Küchenkraut und Gewürzkraut.

Bei der Petersilie ist zu beachten, dass es zwei Unterarten gibt: die Blattpetersilie (Petroselinum crispum subsp. crispum) und die Wurzelpetersilie/Petersilienwurzel (Petroselinum crispum subsp. tuberosum). Als Küchenkräuter finden vor allem die Blätter der Blatt-Petersilie Verwendung, die zum Blattgemüse zählt.

Die Wurzelpetersilie ist wegen ihrer schmackhaften unterirdischen Knollen in erster Linie ein Kochgemüse und zählt zum Wurzelgemüse/Knollengemüse. Aber auch ihre Blätter können als Gewürzkräuter in der Küche verwendet werden.

Optisch sehen sich die Blätter der beiden Peteresilie-Unterarten sehr ähnlich und sind daher nicht leicht zu unterscheiden, wie die beiden nachfolgenden Fotos zeigen:

 

Foto von grünen Blättern einer Wurzelpetersilie oder Petersilienwurzel in einem Gemüsebeet
Bild: Wurzelpetersilie/Petersilienwurzel (Petroselinum crispum subsp. tuberosum) im Juni *

Foto von Petersilie, auch Gemeine Blattpetersilie, in einem Gemüsebeet
Bild: Blatt-Petersilie (Petroselinum crispum subsp. crispum) im Juni *

 

↑  Nach oben  ↑

 

4. Tips zu Anbau, Pflanzen und Pflege

 

Der Anbau der Gewürz- und Küchenkräuter kann sowohl im Garten (z.B. Beete, Kräuterspirale oder Rabatte) als auch auf dem Balkon oder auf der Terrasse als Kübelpflanzen erfolgen. Man kann Küchenkräuter-Samen aber auch als Topfpflanzen auf der Fensterbank anbauen und züchten.

Das Ziehen der Küchenkräuter in Töpfen bietet den Vorteil, dass man das ganze Jahr über frische Küchenkräuter aus eigenem Anbau geniessen kann.

Empfindliche Gewürz- und Küchenkräuter aus dem Mittelmeerraum wie z.B. Basilikum, Majoran und Oregano oder von Halbsträuchern wie Rosmarin, Salbei und Thymian sollte man im Garten an einem windgeschützten Standort pflanzen, wo sie viel Sonne bekommen.

Heimische Gewürz- und Küchenkräuter wie z.B. Brunnenkresse, Kerbel, Petersilie oder Schnittlauch sind dagegen robuster gegenüber Kälte und wachsen auch im Halbschatten oder Schatten.

Generell sollte eine Anpflanzung von Gewürz- und Küchenkräutern, die für den Verzehr bestimmt sind, in der Nähe von Strassen mit hohem Verkehrsaufkommen und Luftverschmutzung vermieden werden.

Als Pflege genügt den meisten Gewürz- und Küchenkräutern eine regelmäßige Lockerung des Boden, damit die Pflanzen ausreichend Luft und Wasser erhalten.

Ebenfalls sollte der Boden regelmäßig durch Jäten von Unkraut befreit werden und nur mäßig gedüngt werden, weil zu viel Dünger schadet dem Aroma.

Ferner kann man Küchen- und Gewürzkräuter wie den Basilikum zu verstärktem Blatt-Wachstum anregen, wenn die Blüten der Pflanzen regelmäßig abgeschnitten werden.

 

 

↑  Nach oben  ↑

 

5. Bedeutung für Insekten

 

Küchen- und Gewürzkräuter wie z.B. Petersilie, Rosmarin, Salbei oder Thymian sind auch ein Magnet zum Anziehen vieler Schmetterlinge und eine verlockende Nahrungsquelle für ihre Raupen.

Deshalb eignen sie sich im Garten oder auf dem Balkon gut als Ergänzung einer Schmetterlingshecke in einem Schmetterlingsgarten, um Leben in die heimische Pflanzenwelt zu bringen.

 

Bild von den grünen Blättern einer Maggikraut- oder auch Liebstöckl-Pflanze in einem Beet
Bild: Liebstöckel (Levisticum officinale) Anfang Mai, auch Maggikraut genannt *

 

↑  Nach oben  ↑

 

6. Trocknen, Konservieren und Lagern

 

Will man Küchenkräuter aus dem Kräutergarten selbst trocknen, so benötigt man dazu einen trockenen, dunklen und relativ kühlen Raum (bis 30 Grad), um die Duft-, Geschmacks- und Wirkstoffe am besten zu erhalten.

Das Trocknen der einzelnen Pflanzen kann in Sträußchen auf einem Gitter, Sieb, in Papiertüten oder auch in einem Kräuterring erfolgen, der an die Decke gehängt wird.

Die getrockneten Gewürzkräuter können dann in einem Leinenbeutel oder geschlossenen Gefäss (z.B. Einmachglas) dunkel und trocken gelagert werden.

Für eine längerfristige Konservierung und Lagerung der Küchenkräuter kommt auch das Einfrieren im Gefrierbeutel in Betracht. Bei diesem Verfahren bleiben Geschmack, Aroma und Inhaltsstoffe am besten erhalten.

Eine weitere Konservierungsmethode, um Gewürz- und Küchenkraut für einige Wochen haltbar zu machen, ist das Einlegen in Öl, da die in den Kräutern enthaltenen ätherischen Öle sehr gut fettlöslich sind.

 

↑  Nach oben  ↑

 

7. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder von Gewürz- und Küchenkräuter-Pflanzen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Foto der grünen Blätter einer Zitronenmelisse
Bild: Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) *

Foto von Winter-Bohnenkraut in einem Kräuterbeet
Bild: Winter-Bohnenkraut (Satureja montana) *

Foto von einer Oregano-Topfpflanze auf einem Marmor-Fensterbrett
Bild: Oregano (Origanum vulgare) *

Foto von einem Rosmarin-Zweig ohne Blüten mit Blättern
Bild: Rosmarin (Rosmarinus officinalis) *

Foto von dunkelgrünen Blättern einer Lorbeer-Topfpflanze
Bild: Blätter vom Echten Lorbeer (Laurus nobilis) *

Foto von Bio-Gartenkresse an einem Gemüsestand
Bild: Bio-Gartenkresse (Lepidium sativum) an einem Gemüsestand *

Foto von Fenchel-Blättern in einem Gemüsebeet
Bild: Fenchel (Foeniculum vulgare) Ende Juni *

Foto einer Koriander-Pflanze in einem schwarzen Kräutertopf auf einem Marmor-Fensterbrett mit grünen, gefiederten und fein zerteilten Blättern
Bild: Echter Koriander (Coriandrum sativum) *

Foto einer Großen Kapuzinerkresse mit gold-gelben Blüten sowie oranger Blüte im Hintergrund und rundlichen, grünen Blättern in einem Kräuterbeet
Bild: Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) mit gelben und orangen Blüten im Juni, die Kapuzinerkresse ist ein scharfer Gewürz-Ersatz für Pfeffer oder Knoblauch *

Foto von den dunkelgrünen Blättern vom Deutschen Estragon
Bild: Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus) Ende Juni *

Foto von den gelbgrünen Blättern vom Echten Lorbeer oder Gewürzlorbeer
Bild: Gewürzlorbeer/Echter Lorbeer (Laurus nobilis) Ende Juni *

Foto von einer Krausen Minze mit grünen, gegenständig angeordneten Laubblättern
Bild: Krause Minze (Mentha spicata var. crispa), auch Grüne oder Ährige Minze, im Juni *

Foto von einem Gartenthymian oder Echtem Thymian mit blass-dunkelgrünen Blättern
Bild: Echter Thymian/Gartenthymian (Thymus vulgaris) in einem Kräuterbeet Ende Juni *

Foto von Schnittsellerie oder Würzsellerie-Jungpflanzen mit petersilienähnlichen Blättern
Bild: Schnittsellerie/Würzsellerie (Apium graveolens var. secalinum) im Juni, Blätter erinnern an Petersilie *

Foto von einem Kräuterbeet mit Schnittlauch oder Graslauch und violett-purpurfarbenen Blüten
Bild: Schnittlauch/Graslauch (Allium schoenoprasum) mit violett-purpurfarbenen Blüten im Juni *

Foto von gerippten Kümmel-Früchten mit dunkelbrauner bis hellbrauner Färbung
Bild: Kümmel-Früchte (Carum carvi), die botanisch Fructus carvi genannt werden

Foto von hellgrünen, länglichen und gefiederten Kümmelblättern
Bild: Kümmelblätter (Carum carvi) Ende Juni *

Foto von olivgrünen bis dunkelbraunen Kreuzkümmel-Früchten
Bild: Kreuzkümmel-Früchte (Cuminum cyminum)

Foto von lang gestielten, zwei- bis dreifach gefiederten Blättern einer Echten Engelwurz
Bild: Echte Engelwurz (Angelica archangelica) im Juni, auch Arznei-Engelwurz, Angelikawurzel *

Foto von fiederteiligen Beifuß-Blättern mit grüner Oberseite und heller Unterseite
Bild: Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris) Ende Juni *

* Foto © Oliver Fries

↑  Nach oben  ↑

 

→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)