Was ist Rindentee ? Eine Definition
Der Begriff "Rinden-Tee" stammt nicht aus der Botanik und wird in diesem Lexikon für Bäume verwendet, deren Rinde sich nach dem Trocknen durch Aufguss von heissem Wasser für die Zubereitung von Tee eignen.
Bei den meisten der nachfolgend genannten Bäume wächst die Rinde relativ schnell wieder nach, so daß bei ökologisch nachhaltiger Ernte von Rindentee die Bäume als "Kräuterpflanzen" erhalten bleiben.
Arten, Sorten, Beispiele
Die folgende Liste zeigt eine Übersicht von heimischen Kräuter-Pflanzen bzw. Laubbäumen in Deutschland, deren Rinde (Cortex) sich für Tees eignen:
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Eichenrindentee von der Deutschen Eiche (Quercus robur), ein beliebter Garten-Baum
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Faulbaum (Rhamnus frangula bzw. Frangula alnus)
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Weide (Salix alba)

Exotischer Rindentee, überwiegend aus den tropischen Regenwäldern von Südamerika (Argentinien, Brasilien), wird zum Beispiel aus folgenden Kräuter-Pflanzen gewonnen:
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Catuaba/Katuaba (Erythroxylum catuaba, Syn. Erythroxylon catuaba): auch Guter Baum
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Jatoba (Hymenaea courbaril): auch Holzfäller-Tee (engl. Lumberjack-Tea")
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Lapacho (Handroanthus impetiginosus, Syn. Tabebuia impetiginosa): auch Roter Tee oder Inka-Tee
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Zimt vom Ceylon-Zimtbaum oder Echtem Zimtbaum (Cinnamomum verum)
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Inhaltsstoffe und Eigenschaften
Rindentees sind reich an Mineralien, Mineralstoffen und Spurenelementen wie Calcium, Eisen, Kalium und Magnesium. Das gilt vor allem für die roten Rindentee-Teesorten aus Südamerika (Argentinien, Brasilien) wie Jatoba und Lapacho.
Zu den Wirkungen der Rindentees im Einzelnen:
Der Weidenrinde wird in der Naturmedizin traditionell eine schmerzlindernde Wirkung nachgesagt und als Heilpflanze kommt sie auch bei Erkältungen und Fieber als Rindentee zum Einsatz.
Die Eichenrinde gilt in der Volksmedizin als blutungs- und entzündungshemmende Arzneipflanze, wobei der Rindentee überwiegend äußerlich für Umschläge genutzt wird.
Der Faulbaumrinde wird als Tee zubereitet vor allem eine verdauungsfördernde und abführende Wirkung zugeschrieben. Die faulig riechende frische Rinde muss jedoch mindestens ein Jahr gelagert werden, da sie vorher die Pflanzengifte Anthron und Anthranol enthält und zu den Giftpflanzen zählt.
Der Catuaba-Tee aus den tropischen Regenwäldern geniesst in Brasilien den Ruf, dass er neben seiner erfrischenden Wirkung auch die Energie und Durchblutung fördern und als "Liebeszauber aus dem Urlaub" eine potenzsteigernde Wirkung haben soll.
"Zeugt ein Mann bis zum Alter von 60 Jahren ein Kind, war er es selbst.
Passiert es später, dann war es Catuaba."
(Brasilianisches Sprichwort)
Der Lapacho-Rindentee aus der inneren, roten Rinde vom Lapachobaum gilt in Südamerika wegen seiner stimulierenden und immunisierenden Wirkung als "Baum des Lebens" und hat z.B. in Argentinien, Bolivien und Peru etwa die gleiche Bedeutung wie der Ginseng in China.

Der Jatoba-Tee (auch Holzfäller-Tee oder Lumberjack-Tea) wird aus der inneren Rinde des Jatoba-Baumes im Amazonas-Regenwald gewonnen und ihm wird eine stark vitalisierende und energetisierende Wirkung zugeschrieben.
Jatoba- und Lapachorindentee enthalten im Gegensatz zu vielen anderen Tees kein Teein und werden von Ureinwohnern in Südamerika auch als Heilpflanze z.B. für die Haut, die Verdauung, den Darm oder auch zur Steigerung der Immunkräfte verwendet.
Bei allen genannten Wirkungen sollte allerdings stets beachtet werden, dass Rinden-Tee wie alle Tee-Sorten je nach getrunkener Menge und Dosierung Nebenwirkungen haben kann und deshalb nicht ohne einschlägige Kenntnisse oder Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker als normales Getränk zum Durstlöschen getrunken werden sollte.
Das gilt besonders für Zimt, dessen Wirkung als Rindentee je nach Zimtart kontrovers diskutiert wird.
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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)