Gräser und Gräserarten
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

3. Bedeutung als Sichtschutz und Solitär

5. Bedeutung als Nahrungsmittel

7. Tipps zum Schneiden und Teilen

 

 

2. Arten, Sorten und Beispiele

4. Bedeutung als Allergene bei Gräserallergie

6. Bedeutung als Rohstoff

8. Tipps zum Pflanzen

 

1. Was sind Gräser ? Eine Definition

 

Gräser (englisch: grass, grasses) sind ausdauernde (mehrmalsblühende), mehrjährige und krautige Pflanzen, die mit Ausnahme einiger Bambus-Grasarten nicht verholzen.

Gräser sind wie die Nadelbäume windblütig, d.h. ihre Bestäubung findet nur mit Hilfe des Windes statt.

Die in der deutschen Sprache mit "Gras" bezeichneten Pflanzen sind Samenpflanzen und gehören botanisch zu den Süßgrasartigen (Poales), einer Ordnung der Einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen) innerhalb der Bedecktsamer (Magnoliopsida).

Durch ihre feinen Halme und filigranen Blütenrispen vermitteln Gräser eine gewisse Leichtigkeit im Garten und lockern ihn optisch auf.

Als das kleinste Gras der Welt gilt das in Deutschland stark gefährdete Zwerggras (Mibora minima). Diese Grasart erreicht nur eine Wuchshöhe von 2-3 cm.

Als das größte Gras der Welt gilt der Riesenbambus (Dendrocalamus giganteus). Diese Grasart kann eine Wuchshöhe von bis zu 40 Meter erreichen; ist jedoch in Deutschland nicht winterhart.

 

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Foto Schilfgräser an der Mangfall in Oberbayern
Bild: Schilfgräser (Phragmites) an der Mangfall in Oberbayern

 

2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten zwei Haupt-Gräserarten im Garten und auf der Wiese, die gleichzeitig auch Pflanzen-Familien innerhalb der Süßgrasartigen (Poales) sind:

 

  • Sauergräser/Sauergrasgewächse (Cyperaceae)

  • Süßgräser (Poaceae)

 

Die Gräserbestimmung und -unterscheidung gestaltet sich dabei relativ leicht: Süßgräser haben einen durch Knoten (Nodien) gegliederten, meist marklosen, hohlen und runden Halm (Stängel), während die Halme der Sauergräser markhaltig, knotenlos und von eher 3-kantiger Form sind.

Als Zierpflanzen für den Garten, Steingarten und Vorgarten und als älteste Nutzpflanzen in der Landwirtschaft sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz besonders die Gruppe der Süßgräser und deren Grassorten von Bedeutung.

Innerhalb dieser Gruppe kann man nach folgender Liste vier wichtige Gräser-Arten bestimmen:

 

 

Bambus- und Schilf-Gras sowie die verschiedenen Ziergräser kann man in großer Auswahl im Pflanzenverkauf, in der Staudengärtnerei und in der Baumschule kaufen oder online bestellen.

Eine weitere Gräserbestimmung kann für winterharte bzw. immergrüne Grassorten oder Wildgräser und Wiesengräser vorgenommen werden. Einige dieser Grasarten gelten jedoch als "Unkraut" im Garten.

Die Getreidearten sind zum Anbauen im heimischen Garten eher ungeeignet, weil die Ernte der Körner ohne die technischen Hilfsmittel wie in der Landwirtschaft eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit wäre.

 

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3. Bedeutung als Solitärpflanzen und als Sichtschutz im Garten

 

In der Familie der Süßgräser sind als Solitär-Gräser für den Garten z.B. das Chinaschilf, das Lampenputzergras, das Pampasgras oder Solitärgräser wie das Reitgras oder das Pfeifengras geeignet.

Gräser-Pflanzen finden im Garten als Sichtschutz oder auf der Terrasse und dem Balkon als Topfpflanzen und Kübelpflanzen Verwendung. Ebenso können sie als Zimmerpflanzen in der Wohnung gehalten werden.

 

Bild von einem Riesen-Chinaschilf in einem Reihenhaus-Garten
Foto: Riesen-Chinaschilf (Miscanthus × giganteus) in einem Reihenhaus-Garten in Oberbayern

 

"Gräser sind das Haar der Mutter Erde"
(Karl Foerster, deutscher Gärtner, Staudenzüchter, Garten-Philosoph, 1874-1970)

 

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4. Bedeutung als Allergene bei einer Gräserallergie

 

Im Pollenflug vieler Gräser sind Allergene enthalten, die bei anfälligen Menschen eine Allergische Rhinitis (Heuschnupfen oder auch allergischer Schnupfen genannt) auslösen können.

Bei einer Allergie gegen Gräser aktivieren Gräserpollen im Körper Abwehrmoleküle, sog. Immunglobulin E, die Entzündungen in den oberen Luftwegen hervorrufen.

Außerdem sind in den Samen vieler Kornarten sog. Gluten enthalten, die in Verbindung mit Wasser ein Klebereiweiß bilden.

Empfindliche Menschen können durch den Verzehr von gluten-haltigen Lebensmitteln eine Entzündung der Darmschleimhaut bekommen als eine Überempfindlichkeitsreaktion ihres Immunsystems.

 

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5. Bedeutung als Nahrungsmittel

 

Gräser sind Nahrung für eine Vielzahl von Tieren, speziell in der Landwirtschaft und Milchwirtschaft. Sie dienen dort als Ackergräser, Wiesengräser und Wildgräser z.B. der Ernährung von Pferden, Rindern (Kühe, Stiere) und Schafen.

Für Menschen sind Gräser ebenfalls ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Von besonderer Bedeutung sind dabei einige Vertreter der Süßgräser, die auch als Getreidepflanzen bezeichnet werden wie z.B. Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Roggen und verschiedene Weizen-Arten.

 

Foto von einer asiatischen Porzellan-Schaale mit gekochtem Reis und Löffel
Bild: Asiatische Porzellan-Schale mit gekochtem Reis (Oryza sativa) und Löffel

 

Einige diese Grasarten können direkt verspeist werden (z.B. als Getreide-Müsli), andere werden zu Nahrungsmitteln verarbeitet wie z.B. Brot, Teig-Produkte oder Bier, das speziell in Bayern "als Grundnahrungsmittel" gilt.

Die jungen Pflanzen-Triebe (Schösslinge) einiger Getreidegräser wie Dinkel, Gerste oder Weizen können auch vor der Knotenbildung, dem Zeitpunkt ihres höchsten Nährstoffgehalts, auf unbelasteten Wiesen geerntet und als ausgepresster Saft oder getrocknet verzehrt werden.

Diese Getreidegräser gibt es ferner als Nahrungsergänzungen (z.B. Dinkelgras, Gerstengras oder Weizengras) in Form von Saft, Pulver oder Presslinge/Kapseln im Handel zu kaufen.

Und indirekt gehen auch menschliche Nahrungsmittel wie Milch oder alle Milchprodukte (z.B. Käse oder Joghurt) auf Gräser zurück, weil diese Rindern oder Schafen als Futter dienen.

 

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6. Bedeutung als Rohstoff

 

Ausgedroschene und getrocknete Halme von Getreide-Gräsern (speziell Mais, Roggen, Weizen) finden unter dem Begriff Stroh als Baustoff, Dämmstoff und Werkstoff Verwendung.

Sei es in der Strohflechterei zur Herstellung von Bienenkörben, Hüten, Körben, Matrazen, Möbeln, Schuhen, Boden-Matten, Wänden oder zum Bau von Hütten oder als Dächer im Hausbau (in Deutschland mittlerweile aus Brandschutzgründen nicht mehr zulässig).

Auch viele Bambusarten sind besonders in asiatischen Ländern ein beliebter Baustoff und Werkstoff aufgrund ihrer Festigkeit, die dem Holz von Bäumen entspricht.

 

Bild von einem Lampenputzergras im Spätsommer
Bild: Lampenputzergras mit Stauden im Spätsommer, Foto: Mike Gallus

 

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7. Tipps zum Teilen und Schnitt

 

Wann sollte man Garten-Gräser schneiden? Prinzipiell muß man die meisten Grasarten nicht schneiden und kann auch nur regelmäßig die vertrockneten Halme abzupfen.

Wer aus optischen Gründen seine Gräser zurückschneiden möchte (etwa auf eine Handbreite Bodenhöhe), sollte das am besten im Frühjahr nach dem Spätfrost tun und nicht im Herbst:

Denn vergilbte und vertrocknete Halme bieten einen Schutz für die Pflanzen-Wurzeln vor Kälte, Eis und Schnee.

Der Frühling ist auch der beste Zeitpunkt, um Gräser zu teilen und sie als kleinere Büschel neu zu setzen.

Hohe Grasarten wie der Chinaschilf oder das Pfeiffengras und Zebragras sollten mit einer dickeren Schnur vor dem Winter zusammengebunden werden, damit sie nicht umknicken können.

Je nach Klimagebiet kann man die Gräser-Wurzeln als Winterschutz noch zusätzlich mit Laub und Reisig abdecken.

 

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8. Tipps zum Pflanzen

 

Beim Pflanzen von Gräsern sollte beachtet werden, dass es Gräserarten wie z.B. verschiedene Bambus-Arten gibt, die stark wuchern und sich sehr leicht unkontrolliert ausbreiten können.

Eine Ausnahme unter den Bambusarten ist der Muriel-Bambus (Fargesia murielae), der keine Ausläufer bildet.

Damit diese Grasarten nicht zu einer Plage im Garten werden, können sie mit einer Rhizomsperre oder Wurzelsperre eingegrenzt werden, die man im Gartencenter oder bei Gärtnereien kaufen kann.

 

Bild von einem Beet mit blühender Mähnengerste
Bild: Nicht winterharte blühende Mähnengerste (Hordeum jubatum) Ende Juni, Foto: Mike Gallus

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)