Yacon (Inkawurzel) - Allround-Nahrungsmittel und Superfood aus den Anden
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Beschreibung, Herkunft, Verbreitung

2. Namensherkunft und Trivialnamen

3. Wurzel-Aufbau und Knollen

4. Besonderheiten der Blätter

5. Besonderheiten der Blüten

6. Inhaltsstoffe und Nährstoffe als "Superfood"

7. Nutzung und Verwendung

8. Zubereitung in der Küche

9. Rezepte zum Essen und Trinken

10. Yacontee (Tee-Aufguss)

11. Yaconsirup (Yacondicksaft)

12. Geschichte in Europa

13. Anbau, Düngung, Standort-Bedingungen

14. Tips zur Ernte

15. Bekannte Schädlinge

16. Tips zur Lagerung

17. Tips zur Vermehrung

18. Bezugsquelle zum Kaufen und weitere Infos

19. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

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1. Beschreibung, Herkunft und Verbreitung

 

In der Botanik zählt die Yacon (botanisch: Smallanthus sonchifolius, Syn.: Polymnia edulis, Polymnia sonchifolia) zur Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) innerhalb der Samenpflanzen und ist eine der gegenwärtig 21 Pflanzenarten der Gattung Smallanthus (→ vgl. binäre Nomenklatur).

Neben Gemüsearten wie Artischocke, Schwarzwurzel und Topinambur ist die Yacon botanisch verwandt mit Blattsalaten wie Chicoree, Kopfsalat und Endiviensalat oder Heilkräutern wie Alant, Arnika, Beifuß, Kamille, Löwenzahn, Stevia und Wermut.

Yacon ist eine in den Anden heimische mehrjährige, krautige Pflanze, die ursprünglich in Südamerika wegen ihrer essbaren Knollen angebaut wird, v. a. in den warmen und gemäßigten (subtropischen) Anden-Tälern von Kolumbien bis zum Nord-Westen von Argentinien auf einer Höhe von 1.000 bis 3.500 Meter ü. d. M.9

Weil die Yacon sehr anpassungsfähig ist, erfolgt ihr Anbau heute auch außerhalb von Südamerika wie z.B. in Asien (China, Japan, Philippinen, Südkorea, Taiwan), Australien, Deutschland, Tschechien, Neuseeland (inklusive Tasmanien), Russland und den USA.

Die nicht frostfeste Yacon-Pflanze erreicht im deutschsprachigen Raum bei warmem und sonnigem Klima eine Wuchshöhe von etwa 2 Metern, in subtropischen Anbau-Gebieten auch bis zu 3 Metern.

Sie bildet unterirdisch grosse, längliche, essbare Speicher-Knollen zur Ernte aus (→ vgl. Kapitel 3) sowie oberirdisch sehr grosse Blätter (→ vgl. Kapitel 4) und zum Ende der Vegetationsperiode hin leuchtende, orange-gelbe Blüten (→ vgl. Kapitel 5), die nicht der Vermehrung dienen.

 

Foto von einem Yaconfeld im Sommer mit einem Gartenbau-Fachmann, der neben den gleichgrossen Pflanzen steht
Bild: Yacon-Feld (Smallanthus sonchifolius) Ende September in Oberbayern *

 

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2. Namensherkunft und Trivialnamen

 

Der Name "Yacon" leitet sich aus der Quechua-Sprache bzw. -Sprachfamilie der Ureinwohner des Anden-Raumes ab, die ursprünglich von den Inkas verwendet wurde.10

Die Inkas waren ein indigenes (eingeborenes) Volk, das vom 13. bis 16. Jahrhundert in grossen Teilen von Südamerika herrschte, bis zur Invasion der Spanier.

Im Quechua-Sprachraum bedeutete das Wort Yacu so viel wie Wasser und die für die Yacon namensgebenden Worte Llaqon, Ilacuma, Ilacum oder Yacumpi bedeuteten so viel wie "Wasser-Wurzel" oder "wässrige Wurzel", was sich auf die Saftigkeit der Wurzel-Knolle und ihre grosse Fähigkeit, Wasser zu speichern, bezieht.10

Heute gibt es in der Alltagssprache verschiedener, südamerikanischer Länder unterschiedliche Bezeichnungen für die Yacon-Pflanze, die z.T. in mehreren Ländern Verwendung finden:

So sind z.B. in Ecuador und Venezuela die Namen Chicama, Jicama, Jiquimilla oder Shicama gebräuchlich, in Kolumbien die Namen Arboloco, Arbolocao, Chicama, Colla oder Jiquima, in Argentinien Llacon, Llacjon oder Illagòn.

In Peru wird seit dem Jahr 1944 auf dem Gelände der ehemaligen Inka-Festung Sacsayhuamán nahe der Stadt Cusco (auch Cuzco) die religiöse Zeremonie der Inkas zum Fest der Sonne (auf Quechua: Inti Raymi) mit Theater-Aufführungen nachgespielt.

Bei diesen jährlich stattfindenden traditionellen Feierlichkeiten am 24. Juni kann man unter dem Namen Cocashka die Yacon kaufen.

In europäischen Sprachen wurde die Yacon mit landesspezifischen Bezeichnungen und Schreibweisen aufgenommen:

Im Französischen hat sie den Namen "Poire de Terre", im Englischen den Namen "Yacon Strawberry", im Tschechischen den Namen "Jakon", im Spanischen den Namen "Yacón" und im Deutschen den Namen "Inkawurzel" oder einfach "Yakon". Nicht zu vergessen wird in Japan der Name Yaakon verwendet.

 

Foto von der Landesgartenschau Landau 2015 mit bereits einem Meter hohen Yacon-Pflanzen auf dem Gründstück vom Kleingartenverein Am Ebenberg
Bild: Yacon-Pflanzen Anfang August mit bereits über einem Meter Wuchshöhe auf dem Grundstück vom Kleingartenverein 'Am Ebenberg' (Stadt Landau in Rheinland-Pfalz) vom Projekt "Landesgartenschau Landau 2015", wo die Yaconpflanze im Zuge ihrer steigenden Popularität einem größeren Publikum in Deutschland vorgestellt wurde *

 

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3. Wurzel-Aufbau und Knollen

 

Der Wurzelstock der Yacon-Pflanze besteht aus zwei Wurzel-Systemen. Dabei handelt es sich zum einen um die Vermehrungswurzel, ein Rhizom, mit den Vermehrungsknospen und zum anderen um die Speicher-Knollen.

Beide Wurzel-Teile sind im Raum Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Anbau nicht winterhart und müssen vor Frost geschützt werden (→ vgl. Tips zum Anbau).

Unterhalb der nicht essbaren Vermehrungswurzel, dem Rhizom, bilden sich nach dem Auspflanzen im Frühjahr in den darauf folgenden Monaten die essbaren Speicher-Knollen, welche nicht zur Vermehrung (→ vgl. weiter unten) der Yacon-Pflanze verwendet werden können.

Die länglichen, z.T. sehr dicken und langen Speicherknollen ähneln äußerlich der Süßkartoffel und können abhängig von den klimatischen Bedingungen am Anbau-Ort eine Länge bis zu 20 cm, einen Durchmesser bis zu 10 cm und ein Gewicht bis zu 1,5 kg erreichen. Das durchschnittliche Gewicht beträgt 200 bis 500 Gramm.

 

Foto von  einem Wurzelstock einer Yacon-Pflanze, einem Rhizom, das auch Vermehrungswurzel genannt  wird, und ein paar davorliegende kleine bis mittelgrosse, grau-braune  Speicherknollen
Bild: Yacon-Vermehrungswurzel (Rhizom) mit Knospen und separate kleine bis mittelgrosse Speicherknollen *

 

Jede Pflanze produziert etwa 2 - 3 kg essbare Wurzelknollen. Diese Ernte kann bei regelmässiger Bewässerung und Düngung sowie einem vollsonnigen Standort erreicht werden.

Yacon-Knollen sind verglichen mit anderen Knollengemüse-Arten sehr saftig, weil etwa 85 bis 90% des Gewichts von frisch geernteten Knollen aus Wasser besteht.5

Der Geschmack der Yacon-Knolle ist wegen ihres Fructose-Gehalts süßlich (→ vgl. Inhaltsstoffe) und vergleichbar mit einer Nashi, Melone oder Birne.

Deshalb gilt die Pflanze bei Feinschmeckern und Starköchen weltweit als Geheimtip für "unterirdisch wachsendes Obst". Eine Bezugsquelle zum Bestellen und Kaufen der Yacon-Knollen und -Pflanzen findet sich weiter unten in →  Kapitel 17.

 

Foto von Starkoch Alfons Schuhbeck auf einer Signierstunde mit einer Yacon-Knolle in der rechten Hand und einem in Cellophan-Papier verpackten Weihnachtsmann unter dem linken Arm haltend
Bild: Starkoch Alfons Schuhbeck bei einer Signierstunde in München im Dezember 2014 mit einer Yacon-Frucht *

 

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4. Besonderheiten der Blätter

 

Die Yacon-Pflanze bildet gegenständige, sehr grosse Blätter aus, die bis zu 20 cm lang und mehr als 35 cm breit werden können.

Klimatisch angepasste Sorten bilden im deutschsprachigen Raum bisweilen drei Blätter auf einer Ebene des Stängels aus anstelle von zwei gegenständigen Blättern (vgl. Foto weiter unten einer in der Gegend der Südlichen Weinstraße in Rheinland-Pfalz gezüchteten → dreiblättrigen Sorte).

Die beachtliche Größe der Yacon-Blätter erklärt sich durch ihre hohe Photosynthese-Leistung, welche zum unterirdischen organischen Wachstum der Speicher-Knollen beiträgt.

Für ein effektives Blatt-Wachstum der Yacon-Pflanze und eine ergiebige Ernte von Speicher-Knollen ist deshalb ein vollsonniger Standort und eine gleichmässig hohe Zufuhr von Wasser unabdingbar (→ vgl. Tips zum Anbau).

Im Gegensatz zu den süsslich schmeckenden Speicher-Knollen weisen die Yacon-Blätter einen sehr bitteren Geschmack auf, der mit dem von Tausendgüldenkraut (Centaurium) vergleichbar ist.

Ungeachtet der in Südamerika traditionellen medizinischen Nutzung von Yacon-Blättern als Kräutertee (→ vgl. Nutzung) kommt der Verzehr von Yaconblättern somit eher für Menschen in Frage, die sehr bittere Lebensmittel und Tee-Getränke bevorzugen.

 

Foto von einem Yaconblatt, auf dem  ein Meterstab liegt, der die Blatt-Breite von 35 cm darstellt
Bild: Yacon-Blatt (Smallanthus sonchifolius) mit einer Blattbreite von 35 cm Ende Juli in Oberbayern *

 

Trotz ihrer beeindruckenden Größe weisen Yacon-Blätter eine grosse Stabilität auf und können selbst starkem Unwetter standhalten.

Das folgende Foto zeigt ein Yacon-Blatt nach einem Gewitter mit bis zu 1 cm grossem Hagel-Niederschlag auf einem Anbau-Feld in Rheinland-Pfalz, der jedoch die Blatt-Struktur mit den Blattadern nicht beeinträchtigen konnte.

 

Foto von einem Yacon-Blatt mit Hagelschaden
Bild: Yacon-Blatt (Smallanthus sonchifolius) nach Hagelschaden am 13. August 2014 in der Pfalz mit Hagelkörnern von 1 cm Größe *

 

Nach dem ersten Kälteeinbruch Ende Herbst sterben die Blätter in Frost-Gegenden von Deutschland, Schweiz und Österreich ab und verfärben sich dunkel.

Die Verfärbung der Blätter ist ein sicheres Merkmal dafür, dass die frostempfindliche Vermehrungswurzel mit den Speicherknollen der Yacon-Pflanze in Kürze aus dem Boden geholt werden sollten.

 

Foto von einer dunklen Verfärbung von Yaconblaettern nach dem ersten Frost
Bild: Dunkle Verfärbung von Yaconblättern (Frost-Schaden) nach dem ersten Frost Anfang Dezember auf einem Yacon-Feld in Deutschland *

 

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5. Besonderheiten der Blüten

 

Neben den grossen Blättern fallen oberirdisch im Erscheinungsbild der Yacon auch die leuchtend gelben oder orangen Blüten mit körbchenförmigen Blütenständen auf, in denen sowohl Röhrenblüten als auch Zungenblüten enthalten sind.

Die Blüten können sich Ende September oder Anfang Oktober bei sog. Kurztag bilden, wenn die Lichtphase des Tages weniger als 12 Stunden beträgt, d.h. die Tage kürzer werden.

Bis auf die Größe erinnert das Erscheinungsbild der Yacon-Blüten stark an die Blüten der mit ihr botanisch verwandten Sonnenblume (Helianthus annuus).

Die nachfolgenden beiden Fotos zeigen eine noch nicht vollständig geöffnete und eine vollständig geöffnete Yaconblüte:

 

Foto einer noch nicht vollständig geöffneten Yaconblüte mit gelben Blütenblättern und schwarz gepunkteter Blütenmitte
Bild: Noch nicht vollständig geöffnete Yaconblüte (Smallanthus sonchifolius)

Foto von einer Yaconpflanze in einem Gemüsegarten mit orangen Blüten und den markant großen Blättern
Bild: Blühende Yacon mit Blütenstand im September in Deutschland *

 

Die Yacon-Blüten produzieren größtenteils keinen fruchtbaren Blütenstaub bzw. keine fruchtbaren Pollen mehr zum Zwecke der Bestäubung durch Tiere oder den Wind.

Das liegt vermutlich daran, weil die Yacon bereits Jahrhunderte lang in Südamerika kultiviert wurde. Aus diesem Grund kann die Yacon-Pflanze nur über ihren Wurzelstock vermehrt werden und nicht über Samen oder Saatgut (→ vgl. Tips zum Vermehren).

Die in Anbetracht der Wuchsgrösse der Yacon-Pflanze eher kleinen Blüten entstehen gegen Ende der Vegetationszeit.

 

Foto von Yacon-Pflanzen mit ihren relativ kleinen, orangen Blüten auf einem Gemüsefeld
Bild: Blühende Yacon-Pflanzen (Smallanthus sonchifolius) mit ihren relativ kleinen Blüten im Oktober *

 

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6. Gesunde Inhaltsstoffe und präbiotische Nährstoffe als "Superfood" ?

 

Die Yacon-Pflanze lagert in ihrer Knolle Kohlenhydrate-Speicherstoffe nicht als Stärke ein, sondern überwiegend in Form von Inulin wie auch viele andere Korbblütler (→ vgl. weiter oben).5

Inulin ist ein unverdaulicher Zucker, der zu den sog. Fruktanen zählt, einer Gruppe von Mehrfachzucker (Oligo- oder Polysaccharide), die vom menschlichen Körper im Dünndarm nicht mit Verdauungsenzymen verarbeitet werden können.

Fruktane oder Fructooligosaccharide (FOS) gehen als Ballaststoffe in den Dickdarm über und bewirken folglich keinen Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Deshalb scheint die präbiotische Yacon-Knolle für Diabetiker geeignet zu sein, weil sie die Zufuhr von Kohlenhydraten bei niedriger Blutglukose-Konzentration ermöglicht.1

Außerdem sollen die unverdaulichen Kohlenhydrate der Yacon-Knolle die Wirkung haben, dass sie den Stoffwechsel anregen, das Hungergefühl reduzieren und als sog. Präbiotika (Prebiotika) den Aufbau einer gesunden Darmflora fördern.2

Der Verzehr von Yacon kann außerdem eine Möglichkeit darstellen, gesund abzunehmen im Rahmen einer inulinhaltigen Diät, denn das in den Knollen enthaltene Inulin ist kalorienarm: ein Gramm Inulin stellt gerade mal eine Kalorie bereit.

Das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie hat zudem im Jahr 2000 in einer Studie mit verschiedenen Tiermodellen erforscht, dass eine inulinhaltige Diät ein wirksamer Schutz gegen die Entstehung von Dickdarmtumoren sein kann.3

Zukünftige Studien werden zu zeigen haben, ob die inulinhaltige Yacon-Knolle als Lebensmittel ebenfalls über Krebs verhindernde (antikarzinogene) Fähigkeiten für Menschen verfügt.

Die Inhaltsstoffe der Yacon-Knollen bestehen aus Eisen, Magnesium, Kalium, Kalzium, Natrium, Phosphor und den Vitaminen B1, B2 und C sowie anderen Kohlenhydraten und Antioxidantien.

Yacon-Blätter enthalten das Lacton Enhydrin, eine organisch-chemische Verbindung, die in einer Studie aus dem Jahr 2010 bei Tieren mit Diabetes eine Blutzucker senkende Wirkung entfaltet hat.4

Auch hier werden zukünftige Studien zu zeigen haben, ob und inwieweit Yacon-Blätter für eine Behandlung von Diabetes bei Menschen geeignet sind (z.B. in Form von Yacontee).

 

Foto von zwei Diagrammen zum glykämischen Index, welche die Wirkung von Traubenzucker und von einem unbekannten Nahrungsmitteln auf den Blutzucker-Anstieg zeigen
Bild: Glykämischer Index (Blutzucker-Anstieg) bei Traubenzucker und unbekanntem Nahrungsmittel

 

Aufgrund ihres hohen Anteils an wertvollen Inhaltsstoffen spricht also vieles dafür, dass die Yacon-Pflanze (wie auch Yacon-Sirup, vgl. weiter unten) zu den sog. Superfoods gezählt werden kann.

Mit dem englischen Begriff "Superfood" werden Lebensmittel bezeichnet, die als sehr gut für die Gesundheit erachtet werden und die unter bestimmten medizinischen Bedingungen hilfreich sein können.6

 

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7. Nutzung und Verwendung

 

Traditionell ist die Yacon-Pflanze in Südamerika wie auch die Maca-Pflanze und die Yamswurzel ein wertvolles Grundnahrungsmittel. Genutzt werden die Knollen und die Blätter der Yacon-Pflanze für Menschen und Tiere.

So bereiten z.B. die Einheimischen die Knollen als Frucht, als rohes und gekochtes Gemüse oder als Salat zu (→ vgl. auch in Kapitel 16 weitere Rezepte).

Nach der Ernte muss die Wurzelknolle der Yacon vor dem Verzehr geschält werden, weil die Knollen-Haut einen harzigen Geschmack aufweist, der das obstartige Aroma ansonsten überdecken würde.

Die Knollen sind seit Jahrhunderten ein wertvolles präbiotisches Nahrungsmittel im Hochland der Anden, wo sie vermutlich vom 13. bis zum 16. Jahrhundert durch die Inkas als Nutzpflanze und Heilpflanze verbreitet wurden.

Darüber hinaus kann man in Südamerika Yacon-Nahrungsergänzungsmittel kaufen zum Abnehmen im Rahmen einer Diät. Angeboten werden Kapseln und Pulver, die aus Yacon-Knollen hergestellt werden.

Aus den Knollen läßt sich außerdem Yacon-Sirup (Yacondicksaft) herstellen, der nicht nur zum Süssen von Desserts, Getränken und Speisen Verwendung findet, sondern dem vor allem in Südamerika verschiedene medizinische Wirkungen zugesprochen werden (→ vgl. nachfolgendes Kapitel).

Ferner kann aus frischen oder getrockneten Blättern der Yacon ein Blättertee zubereitet werden. Yacontee wird in Südamerika bei Diabetes eine Blutzucker senkende Wirkung nachgesagt (→ vgl. Inhaltsstoffe und → Tee-Aufguss).

 

Foto von einer grau-braunen Yacon-Gemüse-Knolle geschält und aufgeschnitten sowie als ganzes Stück auf einem weissen Teller
Bild: Geschälte und aufgeschnittene Yacon-Knollen (Smallanthus sonchifolius) *

 

Im Convenience-Food-Bereich ist die Yacon-Pflanze wegen ihrer unkomplizierten Handhabung und leichten Verarbeitung bislang nicht zu finden.

 

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8. Zubereitung in der Küche

 

Yacon-Knollen haben einen frisch-süsslichen Urgeschmack und lassen sich mit dem Geschmack einer Birne, Melone oder Nashi vergleichen. Wenn man sie schält, kann man sie sofort essen wie Karotten, Gurken, Rettich oder Topinambur.

Allerdings ähneln die Yacon-Knollen in ihrer stofflichen Beschaffenheit einem Apfel und sind dabei so zart im Biss wie Radieschen. Aus diesem Grund lassen sich die Knollen sehr gut raspeln und reiben oder in Würfel, Stifte und Chips-Scheiben schneiden.

Wenn man die Knollen schält und sie nicht umgehend verbraucht, werden sie durch Oxidation braun. Das kann verhindert werden, indem man sie in etwas Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft taucht. Die Braunfärbung ist allerdings nur optischer Natur und bewirkt keine Geschmacksveränderung.

Allgemein kann der Geschmack der Yacon versüsst werden, wenn man die Knollen vor dem Verzehr einige Tage dem Tageslicht aussetzt. Dadurch wird eine Nachreifung erzielt und die Knollenhaut verliert etwas an Spannkraft.

 

Foto von zwei dunkelbraunen am Licht nachgereiften Knollen der Smallanthus sonchifolius auf einem Küchen-Handtuch, eine davon am Ende angeschnitten mit braun oxidierter Anschnittfläche
Bild: Mit Tageslicht nachgereifte Yacon-Knollen (Smallanthus sonchifolius) mit oxidierter Anschnittfläche *

 

Verwenden kann man die Wurzelknollen zum Backen, Braten, Dünsten, Grillen und Kochen oder in roher Form für Salate oder Mix-Getränke, was die Yacon auch für Veganer und Rohköstler interessant macht.

Die Yacon-Wurzel enthält natürliche Glutaminsäure, deren den Geschmack verstärkende Eigenschaft man beim Kochen von anderen Gemüsearten bzw. Rezepten für eine Gemüsepfanne nutzen kann.

In der Küche sind der Verwendung von Yacon als Allroundwurzel praktisch keine Grenzen gesetzt und so vielseitig sind auch die Rezepte und Koch-Ideen. Einige Beispiele für Kochrezepte und mögliche Arten der Zubereitung von Yacon-Knollen werden weiter unten vorgestellt (→ vgl. Rezepte zum Essen und Trinken).

 

Foto von einer weissen Porzellan-Schale mit Eiern, Zwiebeln, Knoblauch- und Kohlrabi-Knollen sowie einer reifen grau-braunen Yacon-Knolle
Bild: Eier und Gemüse-Zutaten (Zwiebeln, Knoblauch, Kohlrabi, reifer Yacon) in der Küche *

 

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9. Rezepte zum Essen und Trinken

 

Die Yacon-Knolle kann man für einen Kuchen-Belag verwenden oder als Bestandteil in Gemüse-Suppen und -Pfannen oder Salaten wie einem Kartoffelsalat oder Rohkostsalat (z.B. grüner Salat, Waldorfsalat, Karottensalat mit Wasabi) mit anderen Gemüsearten kombinieren.

 

Foto von einer Gemüsepfanne mit Yacon, Tomaten und Austernpilzen
Bild: Gemüsepfanne mit Yacon-Scheiben, Tomaten und Austernpilzen *

 

Ebenso lassen sich große Yacon-Scheiben mit etwas Öl (Bratöl) wie ein leckeres paniertes "Steak" in einer Grillpfanne zubereiten wie das folgende Rezept-Foto zeigt:

 

Foto von einem weissen Porzellanteller mit Herzoginkartoffeln und in der Grillpfanne als Steak gebratene Yacon-Scheiben, auf denen mit Frischkäse gefüllte rote Kirschpaprika mittig gelegt wurden
Foto: Menü-Teller bestehend aus Herzoginkartoffeln (Pommes duchesse) mit in der Grillpfanne als "Steak" gebratene Yacon-Scheiben (Polymnia sonchifolia) und mit Frischkäse gefüllte Kirschpaprika *

 

Dieses Yacon-Steak-Rezept wurde auch bei Chefkoch.de veröffentlicht. Dort werden die Zubereitung und die Zutaten detailliert beschrieben. → Zur Chefkoch-Seite

Durch ihren Gehalt an natürlicher Glutaminsäure ist die Yacon-Knolle ein echter Geheimtip, um den Geschmack von anderen Gemüse-Arten beim Kochen zu verstärken.

Wird die Yacon z.B. zusammen mit Kartoffeln oder Kohlrabi gekocht, kann man dadurch den Geschmack der Kartoffel oder Kohlrabi anheben, was empfehlenswerter ist als die Verwendung künstlicher Geschmacksverstärker.

Zu beachten ist dabei, dass kleingeschnittene Yaconstücke nicht verkochen und in ihrer weichen Konsistenz erhalten bleiben.

 

Foto von einem Teller mit einem gekochten Gemüse-Salat bestehend aus Kohlrabi- und Yacon-Stücken, Soße Hollandaise mit Kräutern und darauf liegend ein gebratenes Cordon Bleu
Bild: Schmackhaftes Kochrezept für gebratenes Cordon Bleu mit gekochtem Gemüse, bestehend aus gestückeltem Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) und Yacon-Knollen (Smallanthus sonchifolius) zur Geschmacksverstärkung, verfeinert mit Sauce Hollandaise und Kräutern *

 

Auch als Zutat für einen Obstsalat eignet sich die Yacon wegen ihrem fruchtigen Geschmack vorzüglich. So ist ein typisches Rezept in Südamerika Salpicón, ein tropischer Obstsalat mit Ananas, Roten Bananen, Mango, Orangen, Papaya, Zitronensaft und Yacon.

Und aufgrund des milden, süsslichen Geschmacks sind auch Yacon-Rezepte mit Obst und Gemüse gemischt denkbar wie das folgende Foto zeigt:

 

Foto von einem Glas-Teller mit gemischtem Fruchtgemüse, Obst und Yacon
Bild: Leckerer Inkawurzel-Teller mit gebratenen Yacon-Scheiben, rohen Tomaten- und Apfel-Scheiben, Weintrauben und Pfirsichen, garniert mit Kräutern, Schafskäse, Dressing - ein fruchtig-frischer Gourmet-Gaumenschmaus *

 

Der aus dem Saft der Knollen hergestellte Yacon-Sirup (Yacondicksaft) kann als Süßungsmittel für Müsli, Cornflakes und Joghurt, für Desserts und Süßspeisen wie Kuchen, Obstsalat, Pfannkuchen und Waffeln oder für Getränke wie Fruchtsäfte, Kaffee und Tee verwendet werden.

Ein hoher Wassergehalt und gemäßigtes Eigenaroma, das fremdes Aroma zulässt, prädestinieren die Yacon zudem für Rezepte zum Aufbereiten von leckeren Mixgetränken wie z.B. Lassis (Shakes mit Milch oder Yoghurt) oder Smoothies (Ganzfruchtgetränke).

 

Foto von einem Yacon-Frucht-Cocktail-Rezept zubereitet mit einem Hochleistungsmixer in einer Küche und den Zutaten grau-braunen Yaconknollen, Ananassaft und Orangensaft, die neben dem Mixer aufgereiht sind, und dem fertigen Shake oder Smoothie in einem Glas, auf das eine Weintraube gesteckt ist
Bild: Rezept für einen Frucht-Cocktail (auch Smoothie, Shake oder Juice) mit ganzen Knollen einer Yacon (Smallanthus sonchifolius), Ananas-Direktsaft, Orangensaft, Wasser und einem Schuss Öl (z.B. Olivenöl) *

Foto von einem Glas Smoothie mit Strohhalm bestehend aus Yacon-Knollen und Burgunder-Wein dekoriert mit Weintrauben und Plätzchen
Bild: Smoothie (Fruchtgetränk) aus Yacon-Knollen und Burgunder-Wein dekoriert mit Weintrauben und Plätzchen *

 

In diversen Smoothie-Rezepten werden bisweilen neben Yacon-Knollen und Wasser auch weitere Obstarten wie Ananas, Bananen oder Erdbeeren als Zutaten für ein Fruchtmixgetränk empfohlen.

Ebenso können die Yacon-Speicherknollen mit Fruchtsäften wie z.B. Ananas-, Orangen- oder Mangosaft zu einem Smoothie gemixt werden. Veredelt kann der Yacon-Smoothie ferner mit einem Löffel Olivenöl und/oder Zimt.

 

Foto von einem Fruchtmixgetränk in einem Glas auf einem weissen Teller dekoriert mit Plätzchen und frischen Goji-Beeren, der Smoothie besteht aus Yacon, Ananas, Goji-Beeren und einem Löffel Olivenöl
Bild: Smoothie (Fruchtmixgetränk) aus Yacon-Speicherknollen, Ananas, einem Löffel Olivenöl und frischen Goji-Beeren (Gemeiner Bocksdorn) aus dem Garten *

 

Dabei gilt es zu beachten, dass durch Beimengung von Fructose-haltigen Frucht-Säften und Früchten zu einem Yacon-Shake die präbiotische Wirkung der Knollen (vgl. Präbiotika) verringert werden kann.

Gleiches gilt für das Einkochen von Yacon-Marmelade, wenn diese zusätzlich mit Zucker versetzt wird, was aufgrund der natürlichen Süsse der Knollen nicht zwingend notwendig ist.

 

Foto von einem weissen Frühstücks-Set und einer Porzellan-Untertasse mit -Tasse gefüllt mit Kaffee, einem Porzellan-Teller, auf dem zwei Butter-Brötchen beschmiert mit gold-brauner Yacon-Marmelade liegen und dahinter ein geöffnetes Glas gefüllt mit Yaconmarmelade
Bild: Frühstücksteller mit Kaffee, Brötchen mit Butter und Marmelade aus Yacon (Polymnia sonchifolia) *

 

Werden größere Yacon-Knollen in etwa 2 bis 3 mm dicke Scheiben geschnitten, kann man diese in einer Fritteuse als leckere Chips zubereiten.

Durch das Frittieren gewinnt die reife Yacon an angenehmer Süsse. Es ist also nicht wie bei anderen Rezepten für süsse Chips notwendig, den Yaconchips zusätzlich Zucker beizumengen. Dadurch würde auch die prebiotische Wirkung der Knollen verringert werden.

 

Foto von braun frittierten Yacon-Chips
Bild: Frittierte Yacon-Chips *

 

Abgewandelt von einem Rezept für Kartoffel-Waffeln kann man die Yacon sehr fein geraspelt auch in einem herkömmlichen Waffeleisen als leckere Yaconwaffeln zubereiten.

 

Foto von einer Yacon-Waffel auf einem Teller bestreut mit Puderzucker
Bild: Yacon-Waffel zubereitet in einem Waffeleisen *

 

Tip: Auch ohne spezielle Zubereitung in der Küche sind rohe Yacon-Knollen ein gesunder, nicht dick machender Ersatz für Süssigkeiten und Knabbergebäck bei Menschen, die gerne nebenbei etwas naschen oder knabbern.

 

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10. Yacontee (Yacon-Blätter Tee)

 

Aus frischen oder getrockneten Blättern der Yacon-Pflanze kann ein Blättertee zubereitet werden. Yacon-Tee weist einen bitteren Geschmack auf, der mit dem von Tausendgüldenkraut (Centaurium) vergleichbar ist, und eignet sich als Teeaufguss eher für Menschen, die bittere Tee-Getränke bevorzugen.

Yacontee wird traditionell in Südamerika bei Diabetes getrunken, weil ihm medizinisch eine Blutzucker senkende Wirkung nachgesagt wird (→ vgl. Inhaltsstoffe).

Im Handel kann man Tee-Pulver und Teefilter aus getrockneten Yacon-Blättern kaufen oder von Juni bis Oktober auch frische Yacon-Blätter zum Aufgiessen oder Trocknen (vgl. → Bezugsquelle in Deutschland).

 

Foto von einem Glas Yacon-Tee in einer Glas-Teetasse mit Unterteller, daneben eine volle Glas-Teekanne mit aufgegossenen Yacon-Blättern sowie ausgebreiteten frischen und getrockneten Yaconblättern auf einer rot-weiss karierten Tischdecke
Bild: Yacon-Tee sowie frische und getrocknete Blätter *

 

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11. Yaconsirup / Yacondicksaft

 

Aus dem Saft der Yacon-Speicher-Knollen kann man einen dunkelfarbigen Sirup oder Dicksaft herstellen. Deren leicht fruchtiger Geschmack lässt sich vergleichen mit Honig, Karamell oder Melasse und ist nicht so süss wie Zucker, Xylit, Stevia, Honig, Ahornsirup, Birkensirup oder Dicksäfte aus Äpfeln oder Birnen.

Wie Ahornsirup oder Birkensirup kann man auch Yacon-Sirup kaufen als Süßungsmittel für Desserts und Speisen wie Cornflakes, Joghurt, Kuchen, Müsli, Obstsalat, Pfannkuchen oder Waffeln und Getränke wie Kaffee, Fruchtsäfte und Tee.

Allerdings enthält Yacon-Sirup wie schon die Knollen, aus denen er gewonnen wird, auch zahlreiche Mikro-Nährstoffe (Vitalstoffe) wie die Vitamine B1, B2 und C sowie Mineralstoffe (Mineralien) wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium und Phosphor.

Yacon-Sirup ist ein neues Produkt mit einem sehr hohen Anteil an FOS oder Fructo-Oligosacchariden, die bis zur Hälfte seines Inhalts ausmachen und nur 25 bis 35 % an Kalorien enthalten wie andere Zucker-Arten bzw. Kohlenhydrate.5

Yacondicksaft und -sirup bewirken keinen Anstieg des Blutzuckerspiegels, weil ihre FOS-Mehrfachzucker nicht durch Enzyme der Verdauung verarbeitet werden können (→ vgl. gesunde Inhaltsstoffe).5

Demzufolge weist Yacon-Sirup auch einen sehr niedrigen Glykämischen Index von Eins auf, der im Bereich der Süßungsmittel nur noch von Stevia und den z.T. umstrittenen künstlichen Süßstoffen Acesulfam K, Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Neotame und Sucralose mit einem Wert von Null unterboten wird.7

Das scheint Yacon-Sirup als Süßungsmittel für Menschen mit Diabetes zu prädestinieren.1 Neben seiner Eignung für Diabetiker werden Yacon-Sirup nicht nur in Südamerika weitere gesunde Eigenschaften nachgesagt wie eine Anregung des Stoffwechsels oder eine Reduzierung des allgemeinen Hungergefühls.

Aus diesem Grund könnte Yacon-Sirup und -Dicksaft eine interessante Möglichkeit darstellen, um eine Diät positiv zu unterstützen.

In Anbetracht dessen, dass Yacon-Sirup und Dicksaft zu den Präbiotika (Prebiotika) zählen, weil sie im Dickdarm das Wachstum von Bakterien fördern, die der Gesundheit dienen 2, stellen sie ein Süssungsmittel nicht nur für Diabetiker und Diäten dar und ein mögliches Superfood 6 mit enormen Marktpotential zu einem interessanten Preis.

Das Herstellen von Yacondicksaft sollte bei niedrigen Temperaturen erfolgt sein, damit im Dicksaft alle Enzyme und Nährstoffe erhalten bleiben.

Beim Bestellen von Yacon Sirup oder Dicksaft sollte darauf geachtet werden, dass die Herstellung aus Knollen erfolgte, die ohne Pestizide und Herbizide angebaut wurden.

Zu beachten ist ferner, dass beim Kochen von Sirup Nährstoffe abgebaut werden, weshalb rohe Yacon-Knollen bzgl. des Nährstoffgehalts zu bevorzugen sind.

 

 

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12. Geschichte der Yaconwurzel in Europa

 

Obwohl die Yacon-Knolle im gesamten Anden-Gebiet von Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru verbreitet ist, fand sie ihren Weg nach Europa erst im 19. Jahrhundert. Dort ist sie als Nutzpflanze nur Kennern und Feinschmeckern ein Begriff.

Ab dem 16. Jahrhundert gelangten mit den englischen, italienischen, spanischen und portugiesischen Seefahrern  zwar etliche südamerikanische Pflanzen wie z.B. Bohnen, Kartoffeln, Mais, Paprika und Tomaten nach Europa, jedoch nicht die Yaconwurzel.

Was eigentlich schade ist, denn die Yacon schmeckt nicht nur hervorragend, sondern den Inhaltsstoffen in ihren Knollen und Blättern werden in Südamerika auch die Wirkung nachgesagt, dass sie den Blutzuckerspiegel aktiv senken sollen.

Ferner sollen Yacon-Produkte und -Knollen eine Hunger dämpfende Wirkung haben und somit eine Diät positiv unterstützen. Aus diesem Grund ist die Pflanze in Südamerika nicht nur ein Allround-Nahrungsmittel, sondern zählt dort auch zu den Heilpflanzen.

Bis Mitte 2014 waren Vertrieb und Verkauf von Yacon-Knollen und Yaconprodukten im Rahmen der sog. "Novel-Food-Verordnung" in der EU ohne Zulassungsverfahren verboten.8 Seit Mitte 2014 fällt die Yacon allerdings nicht mehr unter die "Novel-Food-Verordnung".9

Die Yacon, das Heilgemüse der Inkas, wird in Europa noch sehr wenig angebaut, setzt sich langsam aber sicher durch. Sehr zum Nutzen der Menschen aufgrund ihrer Vorteile, Wirkung und positiven Eigenschaften.

Im Zuge der gestiegenen Popularität kann man mittlerweile auch eine Rotschalige Yacon (Smallanthus sonchifolius 'Morado', Syn.: Polymnia edulis 'Morado', Polymnia sonchifolia 'Morado') kaufen, die etwas früher blüht als die gewöhnliche Art.

Die Speicher-Knollen der Rotschaligen Yacon weisen nach der Ernte eine leuchtend rote Schale auf, die im Verlauf der Lagerung dunkel wird und ihre Inhaltsstoffe wie auch ihr Geschmack gleichen der herkömmlichen, gelbschaligen Yacon.

 

In Europa wurde der Yacon-Anbau wissenschaftlich bislang wenig erforscht. Allerdings hat das Institut für Kulturpflanzenwissenschaften an der Universität Hohenheim für das Sommer-Semester 2015 einen Feldversuch gestartet, bei dem ein Yacon-Anbau in Deutschland erstmals wissenschaftlich begleitet wird.

Untersucht werden auf dem Versuchsfeld in Stuttgart unter Leitung von Prof. Dr. agr. Simone Graeff-Hönninger und Dr. Benjamin Mast eine gelbschalige und rotschalige Yaconsorte.

Der Projekt-Schwerpunkt liegt dabei auf der Erfassung, fachgerechten, qualitativen Beurteilung (Bonitierung) und Auswertung wichtiger Entwicklungsparameter (z.B. Zahl der Triebe, Wuchshöhe und Blattgröße je Pflanze) und Ertragsparameter (z.B. Anzahl und Gewicht von Knollen je Pflanze).

 

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13. Anbau, Standort-Bedingungen, Düngung

 

Die Yacon-Pflanze ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Anbau nicht winterhart. Deshalb muß ihr zweiteiliger Wurzelstock (vgl. Kapitel 2) vor dem Winter aus der Erde ausgegraben und die Vermehrungswurzel (das Rhizom), nach Ernte der Speicherknollen an einem frostfreien, nicht zu trockenen Ort gelagert werden.

Im darauffolgenden Frühjahr können die Vermehrungswurzeln (Rhizome) dann wieder je nach vorherrschendem Klima ab April oder Mai in einen tiefgründig-gelockerten Boden mit einem Pflanzabstand-Radius von 1 Meter ausgepflanzt werden.

Der Boden muss gelockert werden, damit sich nach dem Pflanzen das weitreichende Wurzel-System mit den Speicher-Knollen bilden kann. Alternativ ist die Yacon auch als Kübelpflanze geeignet, wenn der verwendete Pflanz-Container einen Durchmesser und eine Tiefe von mind. 60 bis 80 cm aufweist.

Wann ist die beste Zeit zum Yacon pflanzen ? Eine neue Anbau-Saison der Yacon kann erst beginnen, wenn kein Spätfrost mehr zu erwarten ist, weil dieser das Wachstum der Pflanze verzögern würde. Eine geeignete Pflanzzeit ist, wenn auch Tomaten gepflanzt werden können.

In der Anbau-Saison ist die Yacon-Pflanze im Frühjahr, Sommer und Herbst auf sehr grosse Wasser-Mengen angewiesen. Das erklärt sich sowohl durch die hohe Wasser-Speicherfähigkeit ihrer Knollen als auch durch ihre grossen Blätter, die täglich enorme Wassermengen verdunsten im Rahmen der Photosynthese.

Dazu benötigt sie sehr viel Sonne und einen Standort ohne Schatten, an dem die Sonne von morgens bis abends verfügbar sein sollte.

Dank der grossen Blätter, die einen dichten Schatten werfen, muss man den Boden um die Yacon-Pflanze herum nur wenig jäten.

Zum Düngen der Yacon-Pflanze eignet sich organischer Dünger wie z.B. Brennesseljauche, Gesteinsmehl, Kompost oder geschnittenes Gras. Bei Verwendung von künstlichen Düngemitteln besteht die Gefahr, dass diese in die Knollen eingelagert werden.

 

Foto von einem Bewässerungssystem mit grauem Kunststoffrohr auf dem Boden von einem Yacon-Feld im Bereich der Stengel
Bild: Bewässerungssystem auf einem Yacon-Feld (Polymnia sonchifolia) im August *

 

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14. Tipps zur Ernte der Knollen

 

Die Ernte der Yacon-Knollen erfolgt im Raum Deutschland, Österreich und Schweiz abhängig vom lokalen Klima von Oktober bis November nach dem ersten Reif oder leichtem Frost, wenn die Blätter mit dunkler Farbe absterben und trocken werden.

Zu diesem Zeitpunkt steigt das Risiko, dass die Vermehrungsknollen (Rhizome) und die Speicher-Knollen beim nächsten stärkeren Frost Schaden nehmen, weil ein Wärmeschutz durch die grossen Yacon-Blätter nicht mehr gegeben ist.

Auch wenn die Yacon-Pflanze an sich sehr robust ist, kann man sie dennoch nicht maschinell ernten, weil die spröden Knollen sehr leicht brechen.

Aus diesem Grund empfiehlt sich für die Ernte von Yacon-Knollen ein stabiler Aushebespaten oder eine langzinkige Gartengabel, um die Pflanze mit ihren Knollen vorsichtig aus der Erde herauszuhebeln.

 

Foto von einem silbernen, stabilen Aushebespaten vor einer Yakon-Pflanze mit einer Höhe von 1,45 Meter und massivem Stahlrohr-Griff
Bild: 1,45 Meter hoher Aushebespaten mit stabilem Stahrohr-Griff vor einer Yakon-Pflanze (Polymnia sonchifolia) *

 

Nach der Ernte müssen die spröden Yacon-Knollen in kleineren luftdurchlässigen Behältern abtrocknen, um sie vor dem Verderben zu schützen. Dafür eignet sich ein frostfreies, luftiges und möglichst sonniges Zwischenlager.

Durch das Tageslicht wird ein Prozeß in Gang gesetzt, durch den das süsse Aroma der bislang unter der Erde ohne Licht existierenden Knollen gefördert wird. Dabei verfärbt sich die nach der Ernte helle Knollen-Haut dunkel und verliert etwas an Spannkraft.

 

Foto von Yacon-Knollen unmittelbar nach der Ernte auf einem Feld mit einem Traktor, auf dem die helle Haut erkennbar ist und aufgrund des Einsatzes von Maschinen einige zerbrochene, spröde Knollen
Bild: Spröde Yacon-Knollen (Smallanthus sonchifolius) mit heller Haut unmittelbar nach einer mechanischen Ernte Ende Oktober in Parma (Italien) mit einem Traktor und zum Teil zerbrochenen Knollen *

 

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15. Bekannte Schädlinge im deutschsprachigen Raum

 

Die Yacon-Pflanze ist bei der gartenbaulichen Pflanzenproduktion durch Gärtnereien, landwirtschaftlichen Ackerbau oder Hobby-Gärtner nahezu frei von Schädlingen und Krankheiten.

So sind im Raum Deutschland, Österreich und der Schweiz im Moment nur Schnecken und Wühlmäuse als gravierende Schädlinge bekannt.

 

Foto von einem Wühlmaus-Schaden auf einem Yacon-Feld mit beschädigter Pflanze und Wühlmausloch
Bild: Wühlmaus-Schaden auf einem Yacon-Feld mit beschädigter Pflanze ganz links, deren Wurzel angenagt wurde, und Wühlmausloch rechts *

 

Diese können den Anbau allerdings zu einer zeitintensiven Angelegenheit machen, wenn z.B. auf den Einsatz von Schneckenkorn verzichtet wird und die Schädlinge von Hand von der Pflanze entfernt werden.

Um die wertvollen Inhaltsstoffe der Yacon-Pflanze nutzen zu können und zur Sicherstellung einer Bio-Ernährung verbietet sich der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln jedoch von selbst.

Wie bei der Verwendung von künstlichem Dünger (→ vgl. weiter oben) besteht auch hier die Gefahr, dass diese chemischen Stoffe in die Knollen eingelagert und letztlich nach der Ernte mitverzehrt werden.

In diesem Zusammenhang sollte speziell bei Bezugsquellen der Yacon-Knollen von Ländern aus Fernost wie z.B. China nach dem Einsatz von Pestiziden gefragt werden. Die Erfahrung lehrt, dass auch der Preis von Yacon-Knollen niedriger ist, wenn Herbizide und Pestizide beim Anbau zum Einsatz kommen.

 

Foto von Yaconblättern mit zwei Nacktschnecken-Arten, dem Schwarzen Schlegel und der Spanischen Wegschnecke sowie einer Weinbergschnecke mit Schneckenhaus
Bild: Yaconblätter (Smallanthus sonchifolius) mit zwei Nacktschnecken-Arten, dem Schwarzen Schnegel (Limax cinereoniger) und der Spanischen Wegschnecke (Arion vulgaris) sowie einer Weinbergschnecke (Helix pomatia) im August am Bodensee *

 

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16. Tips zur Lagerung

 

Nach der Ernte kann die Lagerung unbeschädigter Yacon-Knollen wie bei der botanisch verwandten Dahlie ohne Konservierungsmittel an einem kühlen Ort mit einer mittleren Temperatur von 16 Grad Celcius ganzjährig erfolgen.

Durch längeres Lagern mit Tageslicht-Einwirkung wird der Geschmack der Yaconknolle verfeinert und sie wird süßer. Je nach der Länge der Sonnenlicht- oder Lichteinwirkung kann die Yacon-Haut ihre Straffheit verlieren.

Deshalb sollte auf ausreichend Feuchtigkeit in der Umgebung des Lagerplatzes geachtet werden, um ein vorschnelles Austrocknen der Speicherknollen zu verhindern.

Dazu kann beispielsweise unter einem Lagerbrett, Regalbrett oder einer Kiste aus Holz, wo die Yacon-Knollen gelagert werden, eine Schale mit Wasser platziert werden, die regelmäßig während der Lagerung aufgefüllt wird und durch das verdunstete Wasser die Feuchtigkeit der Knollen erhält.

Eine weitere Möglichkeit die Yacon-Knollen zu lagern, ist sie in einem Eimer mit leicht feuchter Erde oder leicht feuchtem Sand zu stecken, was verhindert, dass die Knollen Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben und austrocknen.

Wer keinen kühlen Lagerort zur Verfügung hat, kann die Yacon-Knollen in dünne Scheiben bzw. Chips schneiden und durch Trocknen haltbar machen. Dadurch wird den Wurzelscheiben bzw. Yacon-Chips die Feuchtigkeit entzogen und sie werden um ein Vielfaches süsser.

 

Foto von vier grünen Gemüsekisten aus Kunststoff zur Lagerung von grau-braunen Yacon-Gemüse-Knollen
Bild: Lagerung von grau-braunen Yacon-Gemüse-Knollen (Polymnia sonchifolia) in grünen Gemüsekisten *

 

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17. Tipps zur Vermehrung

 

Die Yacon lässt sich nicht vermehren mit Samen oder Saatgut (vgl. Besonderheiten der Blüten), sondern nur durch Aufteilung der Vermehrungsknollen (Rhizome), die sich nach der Ernte der Pflanze im Herbst überhalb der Speicher-Knollen befinden.

Dazu werden gegen Ende des Winters am frostfrei gelagerten Wurzelstock (Rhizom) jeweils die hellen Knospen in einer Größe von etwa 2 bis 3 cm als Stücke herausgeschnitten.

Diese Stücke können abhängig vom Standort anschließend mit etwas Kohlestaub eingerieben werden, um die frischen Schnittflächen vor Keim-Befall zu schützen.

 

Foto eines Yacon-Wurzel-Systems auf einer weissen Unterlage zum Vermehren nach der Lagerung im Winter mit braunen Speicherknollen und darüber liegender Vermehrungswurzel
Bild: Über Winter gelagertes Yacon-Wurzel-System zum Vermehren im April mit Speicher-Knollen und darüber liegender Vermehrungswurzel (Rhizom) *

 

Die Knospen-Stücke können schließlich in kleinen Töpfen mit einem Durchmesser von etwa 10 cm in einem frostfreien und warmen Raum ab Februar/März vorgezogen werden.

Wenn die Yacon-Pflanzen eine Höhe von 10 bis 15 cm erreicht haben, sollten sie in einen größeren Topf von etwa 30 cm Durchmesser umgepflanzt werden, weil die Wurzel ab dieser Wuchshöhe mehr unterirdischen Platz benötigt.

 

Foto von zwei Dutzend  Töpfen auf einer Lagerfläche im Freien mit Yacon-Jungpflanzen, die  zur Vermehrung den Winter über vorkultiviert wurden
Bild: Töpfe mit Yacon-Jungpflanzen (Smallanthus sonchifolia) im Frühjahr, die zur Vermehrung den Winter über vorkultiviert wurden *

 

Im Frühling nach dem letzten Frost etwa wenn es Zeit ist, Tomaten zu pflanzen, können die vorgezogenen Jungpflanzen in das Freiland ausgepflanzt werden (→ vgl. Tips zum Anbau).

Wem das Garten-Glück wohl gesonnen ist, der kann sich durch diese Art der Vermehrung neue Yacon-Pflanzen zu Beginn des Gartenjahres erzeugen.

 

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18. Weitere Informationen und Bezugsquelle zum Kaufen

 

Trotz ihrer zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten und gesundheitlichen Vorteile (vgl. → Inhaltsstoffe) kann man die Yacon-Speicherknollen in Europa und speziell im deutschsprachigen Raum nur sehr selten kaufen. Das liegt an ihrem noch geringen Bekanntheitsgrad.

Wer also nicht die Möglichkeit hat, die Yacon-Pflanze selbst anzubauen, der kann sie nur zufällig auf einem Wochenmarkt finden oder muss eine der seltenen Bestell-Möglichkeiten kennen.

In Deutschland gibt es z.B. eine alteingesessene Gärtnerei in der Pfalz, bei der man die essbaren Yacon-Wurzeln kaufen und bestellen kann. Außerdem kann man dort frische Blätter zur Herstellung von einem Tee (vgl. → Yacontee) bestellen.

 

YACON-ANGEBOT

2,7 kg inclusive Versand für 25,00 €

Email zum Bestellen: rosen.garten@web.de

Bei: Gärtnerei Rosengarten, 76768 Berg, Am Waldeck 1

Weitere Informationen per Telefon: 0049 (0) 171 4398509

 

Foto von verschieden grossen Yacon-Knollen in einer grünen Gemüsekiste und einem braunen Versand-Karton zum kaufen oder bestellen
Foto: Ein Versand-Karton mit Yakon-Knollen zum Kaufen *

 

WICHTIGER HINWEIS:

Damit die Speicherknollen und Blätter für einen Yacontee ihre optimale Größe und Saftigkeit erreichen, sind eine Reihe von Maßnahmen notwendig, durch die sich der Anbau im Vergleich zu anderen Knollengemüse-Arten aufwendiger gestaltet:

 

  • Die Vermehrungswurzeln (Rhizome) müssen den Winter über an einem frostfreien Ort sorgfältig gelagert werden und werden im Frühjahr zunächst in Töpfen vorgezogen, um sie optimal für das Auspflanzen im Freiland vorzubereiten.

  • In den Monaten Mai bis Oktober werden die Yakon-Pflanzen wegen ihres hohen Wasserbedarfs täglich z.T. mehrmals bewässert.

  • An Regentagen müssen Schnecken, welche die Blätter der Yacon geradezu lieben, von Hand entfernt werden, um den Pflanzen eine optimale Photosynthese zu ermöglichen.

  • Die bis zu 15 Minuten dauernde Ernte der fest im Boden verankerten Knollen vor Einsetzen des ersten starken Frosts erfolgt größtenteils manuell, weil bei einem Einsatz von Ernte-Maschinen die Gefahr besteht, dass die spröden Speicherknollen brechen oder ihre empfindliche Schutzhaut verletzt wird.

 

Die Gärtnerei pflanzt die Yacon seit vielen Jahren auf heimischen Boden in aufwendiger Handarbeit an ohne den gerade in Asien vielfach anzutreffenden Einsatz von Herbiziden und Pestiziden (vgl. → Anbau).

Fragen zu Preisen und Versand innerhalb von Europa, zu Yaconteeblättern zum Trocknen oder zu Yacon-Jungpflanzen und -Vermehrungswurzeln (Rhizome) richten Sie bitte ebenfalls an die Gärtnerei Rosengarten.

 

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19. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Yacon-Bilder und Detail-Fotos von Pflanze, Blättern, Anbau, Ernte, Verwendung und Produkten:

 

Foto vom Blatt-Spross einer dreiblättrigen Yacon-Sorte
Bild: Dreiblättrige Yacon-Sorte (Smallanthus sonchifolius 'Tres') im September in Rheinland-Pfalz *

Foto einer vollständig geöffneten, leuchtend gelben Yaconblüte
Bild: Vollständig geöffnete Yacon-Blüte (Smallanthus sonchifolius)

Foto von einem Yacon-Acker zur Ernte-Zeit mit zwei Meter hohen Pflanzen im Herbst mit einem kleinen Mädchen, das ein paar frische Knollen in den Händen hält
Bild: Acker mit über zwei Meter hohen Yakon-Pflanzen (Smallanthus sonchifolius) kurz vor der Ernte-Zeit Ende September in Parma (Italien) *

Foto von vier frischen Yacon-Früchten, die von einem Kind mit türkisem T-Shirt und Blue-Jeans in den Händen gehalten wird vor dem Hintergrund von Pflanzen mit Blättern
Bild: Frische Yakon-Früchte (Smallanthus sonchifolius) Ende September *

Foto von Yaconblättern mit zwei Weinbergschnecken
Bild: Yaconblätter (Smallanthus sonchifolius) mit Weinbergschnecken Ende Juli in Schleswig-Holstein *

Foto von einem Yacon-Feld nach einem Gewitter mit Hagel und teilweise durchlöcherten Blättern mit intakten Blattadern
Bild: Yacon-Blatt (Polymnia sonchifolia) nach Hagelschaden mit Hagelkörnern von 1 cm Größe *

Foto von einem Yacon-Wurzelstock mit Vermehrungsknollen und verinzelten äußeren  Speicherknollen
Bild: Yacon-Wurzel mit Vermehrungsknollen (Rhizome) zur Vermehrung und äußeren Speicherknollen zur Ernte *

Foto von einem Yacon-Wurzelsystem, das bei der Ernte mit einem Spaten angehoben wurde
Bild: Yacon-Wurzelsystem, das bei der Ernte mit einem Spaten aus der Erde angehoben wurde *

Foto von Yacontee-Blätter in einer weissen Gemüsekiste
Bild: Yacontee-Blätter *

Foto von einer kompletten Yacon-Pflanze auf einem Asphalt-Boden mit allen drei Teilen; dem oberirdischen Teil mit Stängeln und Blättern sowie darunter liegend die unterirdische Vermehrungswurzel mit den daran wachsenden Speicherknollen
Bild: Komplette Yacon-Pflanze (Smallanthus sonchifolius) mit drei Teilen: den oberirdisch wachsenden Stängeln und Blättern sowie der unterirdisch darunter liegenden Vermehrungswurzel (Rhizom) mit den daran wachsenden Speicherknollen *

Foto einer Yacon-Topfpflanze Ende Mai
Bild: Größe einer Yacon-Topfpflanze (Jungpflanze) Ende Mai *

Foto von einer blauen Gemüse-Lagerkiste aus Kunststoff mit braunen Inkawurzel- oder  Yaconknollen
Bild: Inkawurzel/Yacon-Knollen aus deutscher Produktion in einer Gemüse-Lagerkiste *

Foto von der erreichbaren Yacon-Pflanzengröße Ende September
Bild: Pflanzengröße der Yacon Ende September bei ausreichender Versorgung mit Wasser und Sonnenlicht *

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)


1 Diabetiker oder Menschen, bei denen eine beginnende Diabetes diagnostiziert wurde, sollten grundsätzlich vor einer medizinischen Verwendung der Yacon-Pflanze ein Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker führen. Gleiches empfiehlt sich auch vor Beginn einer Yacon-Diät zum Abnehmen.

Unverdauliche Fructooligosaccharide kann man auch mit Gemüsearten kaufen wie Artischoken, Bananen, Chicorée-Wurzel, Knoblauch, Lauch, Löwenzahnblättern, Roggen, Spargel, Tomaten und Zwiebeln.

2 Die präbiotische Wirkung der Yacon-Knolle kommt wie bei anderen inulinhaltigen Lebensmitteln dadurch zustande, dass durch ihren Verzehr diverse im Dickdarm vorhandene Bakterienarten wie z.B. Bifidobakterien gefördert werden, die für das Darmmilieu gesund sind.

Ein Präbiotikum (Prebiotikum) kann von schädlichen Darmbakterien nicht verdaut werden, deshalb fördert auch Yacon als Nahrungsmittel die Ansiedlung und Vermehrung gesunder Bakterien im Darm.

3 Vgl. Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. vom 28. Juli 2000, wonach im Darm von Tieren, die mit Inulin gefüttert wurden, die Anzahl von Fäulnisbakterien zugunsten sog. Bifido- oder Säurebakterien zurückging und in der Folge die Produktion von Ammoniak sank, welches die Entstehung und das Wachstum von Dickdarmtumoren beschleunigt.

4 Vgl. Studie von Cabrera W.M., Catalán C.A., Genta S.B., Grau A., Mercado M.I., Sánchez S.S. (2010): Hypoglycemic activity of leaf organic extracts from Smallanthus sonchifolius: Constituents of the most active fractions, Chem Biol Interact. 185:143-52 (→ Zur veröffentlichenden Webseite)

5 Der Anteil an verschiedenen Zucker-Typen in der Yacon-Knolle bewegen sich etwa in folgenden Größen-Bereichen (bezogen auf Trockenbasis): 40-70% FOS, 5-15% Saccharose (Haushaltszucker bzw. kristalliner Zucker), 5-15% Fructose (Fruchtzucker) and weniger als 5% Glukose (Traubenzucker), vgl. Studie vom Centro Internacional de la Papa (CIP) in Peru von Iván Manrique, Adelmo Párraga, Michael Hermann: Yacon syrup - Principles and processing (2005), S. 1 - 5, ISBN: 92-9060-250-3

6 Vgl. Definition im englischen Online-Wörterbuch Macmillan Dictionary von Superfood: "A food that is considered to be very good for your health and that may even help some medical conditions". (→ Zur Webseite)

7 Definition Glykämischer Index (GI): Dabei handelt es sich um einen Wert, der je höher ist, umso stärker ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel nach der Verdauung den Blutzuckerspiegel über den Normalwert erhöht, weil es eine bestimmte Glukosemenge freisetzt.

So liegt z.B. der Glykämische Index von Pommes frites, glutenfreiem Weißbrot, Klebereis, Maltose und Glucose (Traubenzucker) etwa zwischen 90 und 100, von Ahornsirup, Ananas, Papaya, Chips, Cola, Müsli, Pizza, Haushalts-Zucker, Senf, Ketchup und Honig zwischen 50 und 60 sowie von Fructose bei 25 und von Xylitol bei 12.

Dagegen liegt der Glykämische Index von Yacon-Sirup und Inulin bei 1 und wird mit einem Wert von 0 nur noch unterboten von z.B. Fisch, Eiern, zuckerfreier Wurst und im Bereich von Süßungsmitteln von Stevia und den z.T. umstrittenen künstlichen Süßstoffen wie Acesulfam K, Cyclamat, Aspartam, Saccharin, Neotame oder Sucralose.

8 Die Novel-Food-Verordnung der EU besagt, dass "neuartige Lebensmittel" (englisch: novel food), die vor Inkrafttreten dieser Verordnung im Jahre 1997 nicht in nennenswertem Umfang in den Handel gebracht wurden, einem teuren Zulassungsverfahren unterworfen waren wie z.B. Noni-Blättertee.

Die hohen Kosten einer Zulassung hatte für kleinere Gärtnereien und Gartenbau-Betriebe bis Mitte 2014 die Wirkung, dass die Yacon faktisch "verboten" war im Verkauf, weil sich diese kleinen landwirtschaftlichen Unternehmen den hohen Preis einer Zulassung betriebswirtschaftlich nicht leisten konnten.

9 Vgl. Novel food catalogue der Europäischen Kommission, Department für Food Savety → Zur Internetseite

Klickt man dort auf den Buchstaben S in der Buchstaben-Reihe unterhalb des Suchfeldes, erscheint eine Pflanzen-Liste, in der "Smallanthus sonchifolius" enthalten ist. Nach dem Anklicken dieses Namens folgt ein Beschreibungstext mit den gebräuchlichen Pflanzennamen Yacon (DE) für Deutschland, polimnia jadalna (PL) für Polen oder jakon (CZ) für Tschechien und einem "grünen Häckchen" sowie einem Hinweis, dass sich der Eintrag im Novel-Food-Katalog nur auf die Yacon-Wurzel bezieht ("The request concerns tubers only").

Unterhalb des Symbols mit dem grünen Häckchen gibt es einen Link mit der Beschriftung "What does it mean ?", der nach dem Anklicken zu einem Popup-Menü führt, in dem vier verschiedene Symbole abgebildet werden, welche die Europäische Kommission verwendet. Das zuvor genannte "grüne Häckchen" wird wie folgt erklärt:

"This product was on the market as a food or food ingredient and consumed to a significant degree before 15 May 1997. Thus its access to the market is not subject to the Novel Food Regulation (EC) No. 258/97.

10 Vgl. Grau, Alfredo; Rea, Julio (1997): Yacon (Smallanthus sonchifolius (Poepp. & Endl.) H. Robinson), S. 203, in: Hermann, M./Heller J. (Hrsg., 1997) "Andean roots and tubers: Ahipa, Arracacha, Maca and Yacon. Promoting the conservation and use of underutilized crops, International Plant Genetic Resources Institute (IPGRI), Rom (Italien)

* Foto © Oliver Fries

 

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