Gemüselexikon mit Liste der Gemüsearten und Gemüsesorten
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

3. Sommergemüse und Wintergemüse

5. Sind Pilze Obst oder Gemüse ?

7. Welches Gemüse entwässert ?

9. Ökologischer Anbau (Biogemüse)

11. Soll man Gemüse kochen oder roh essen ?

13. Tipps zur Lagerung

15. Das beliebteste Gemüse in Deutschland

 

 

2. Arten, Sorten, Beispiele

4. Unterschied von Obst und Gemüse

6. Inhaltsstoffe, Nährstoffe und Nährwerte

8. Bedeutung für Diäten

9. Alte Gemüsesorten

12. Welche Gemüse / Gemüsesorten blähen ?

14. Gemüse des Jahres

 

1. Was sind Gemüsepflanzen ? Was ist Gemüse ? Eine Definition

 

Mit dem Begriff "Gemüse" (englisch: vegetables) sind in diesem Lexikon einjährige oder zweijährige krautige Pflanzen (Stauden) gemeint, die weder zu Obst noch zu Getreide zählen.

Dabei wird Gemüse in dieser Übersicht danach gegliedert, welche Pflanzenteile einer Pflanze (Blätter, Blüten, Früchte, Hülsenfrüchte, Knollen, Sprossen, Stängel, Wurzeln oder Zwiebeln) roh oder gekocht essbar sind.

Das Wort Gemüse stammt historisch von dem Wort "Mus" ab, was gleichbedeutend ist mit "gekochter Brei".

Der Hintergrund dieser Wort-Entstehung ist, dass in früheren Zeiten aus hygienischen Gründen Gemüse-Pflanzen stets zu Mus-Brei verkocht wurden, um sicher alle Bakterien und Pilze abzutöten, die sich durch das Abwaschen mit meist unreinem Wasser noch ggf. an den Pflanzen befanden.

Mit zunehmender Wasser-Hygiene und -Qualität wurde Gemüse schließlich als Rohkost immer beliebter.

Gemüse-Pflanzen werden entweder kultiviert auf dem Feld, im Garten und Gewächshaus (Treibhaus) angebaut oder wachsen als Wildgemüse in freier Natur. Der Gemüseanbau erfolgt dabei sowohl in der Landwirtschaft als auch im Gartenbau (vgl. auch Biogemüse).

 

Foto einer Obst- und Gemüseabteilung
Gemüse-Bilder: Obst- und Gemüseabteilung, Foto: Mike Gallus

 

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2. Gemüse-Übersicht: Sorten, Arten und Beispiele

 

Eine Unterscheidung der verschiedenen Gemüsearten und Gemüsesorten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erfolgt in diesem Gemüselexikon nutzungsorientiert danach, welche Pflanzen-Teile für Gemüsegerichte verwendet werden.

Nach folgender Liste sind das zum Beispiel Blattgemüse, Blütengemüse, Frucht-Gemüse, Hülsenfrüchte (Leguminosen), Sprossen-Gemüse, Stängelgemüse und Wurzelgemüse.

Auf exotische Gemüsesorten wird dabei nur im Einzelfall hingewiesen und der Schwerpunkt der Übersicht liegt bei "altem" deutschem Gemüse.

 

1. Blattgemüse
 

1a) Kohlgemüse

  • Blumenkohl (und Romanesco-Sorte)

  • Brokkoli

  • Chinakohl

  • Grünkohl

  • Palmkohl

  • Pok Choi/Bok Choy (Asia-/China-Gemüse)

  • Rosenkohl

  • Rotkohl

  • Spitzkohl

  • Weißkohl

  • Wirsing

  • Zierkohl

1b) Lauchgemüse

  • Ackerlauch

  • Bärlauch

  • Porree / Lauch

  • Schnittlauch

1c) Blattsalate

  • Chicoree

  • Chinakohl

  • Eichblattsalat

  • Eisbergsalat/Eissalat

  • Endivie

  • Feldsalat

  • Garten-Salat

  • Kopfsalat

  • Rucola (in Deutschland ursprünglich Rauke)

  • Schnittsalat

1d) Wildsalate (auch Wildgemüse, Wildkräuter): → nur Auswahl

  • Brennessel/Brennnessel

  • Brunnenkresse

  • Garten-Ampfer

  • Garten-Kresse

  • Kapuzinerkresse

  • Löwenzahn

1e) Spinatgemüse

  • Blattspinat (Spinat)

  • Gartenmelde

  • Erdbeerspinat

  • Mangold

2) Blütengemüse

  • Artischocke

  • Blumenkohl (und Romanesco-Sorte)

  • Brokkoli

  • Zucchini

3) Fruchtgemüse

  • Avocado

  • Aubergine

  • Chili

  • Essiggurke (Gewürzgurke)

  • Flaschenkürbis

  • Garten-Kürbis

  • Kapern/Riesenkaper (exotisches Gemüse)

  • Riesen-Kürbis (→ das größte Gemüse der Welt)

  • Okra (exotisches Gemüse)

  • Paprika

  • Salatgurke

  • Schwammkürbis

  • Tomate

  • Zucchini

4) Hülsenfrüchte/Leguminosen

  • Bohnen

  • Erbsen

  • Linsen

 5) Sprossengemüse

  • Sprossen aus Hülsenfrüchten (z.B. Bohnen, Erbsen, Linsen)

  • Sprossen aus Getreide (z.B. Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Roggen, Weizen)

  • Sonstige Keimsprossen (z.B. Buchweizen, Kresse, Rettich, Senf, Sonnenblumen)

6) Stängelgemüse

  • Mangold

  • Rhabarber

  • Stangensellerie

  • Spargel (→ der "König der Gemüse")

7) Wurzelgemüse
 

7.1 Knollengemüse

  • Ackerlauch

  • Herbstrübe 

  • Ingwer (exotisches Gemüse)

  • Kartoffel

  • Knollensellerie

  • Kohlrabi

  • Meerrettich

  • Möhren/Karotten

  • Pastinaken

  • Yacon

  • Petersilienwurzel

  • Radieschen/Radies

  • Rettich/Garten-Rettich

  • Rote Bete/Rote Beete/Rote Rübe

  • Schwarzer Winter-Rettich

  • Schwarzwurzel: "Spargel des Winters"

  • Steckrübe

  • Süßkartoffel (exotisches Gemüse)

  • Topinambur (exotisches Gemüse)

7.2 Zwiebelgemüse
 

7.2.1 Zwiebeln

  • Küchenzwiebel

  • Perlzwiebel

  • Schalotte

  • Silberzwiebel

  • Winterzwiebeln

7.2.2 Sonstige Zwiebelgewächse

  • Bärlauch

  • Knoblauch

  • Riesen-Lauch

  • Fenchel (vgl. Unterschied Knolle und Zwiebel)

  • Kugelköpfiger Lauch

 

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Foto von Tellern mit geschnittenem Brot und verschiedenen Getreide-, Obst- und Gemüsesorten wie Brokkoli, Bohnen, Erdbeeren, Reis, Rüben sowie einer Birne und einem Maiskolben
Bild: Teller mit geschnittenem Brot sowie verschiedenen Getreide-, Obst- und Gemüsesorten

 

Neben der Verwendung als Nahrungsmittel für die menschliche Ernähung kann Gemüse auch als Zierpflanze im Garten verwendet werden.

Zu nennen sind hier z.B. besonders schön blühende Gemüsesorten wie Kartoffeln oder Zucchini oder auch spezielle Ziergemüse-Züchtungen mit besonderen Farben und Formen wie z.B. Zierkohl und Zierpaprika.

Aus den meisten Gemüsearten kann mit Ausnahme einiger Blattgemüse-Sorten auch ein gekochter Gemüse-Salat zubereitet werden.

Die Blätter der Farne (z.B. Adlerfarn) werden in diesem Lexikon jedoch nicht zu den Blattgemüse-Arten gezählt, weil die meisten Farne krebserregende und giftige Inhaltsstoffe enthalten.

 

Typische mediterrane und italienische Gemüsesorten

 

Zum typischen mediterranen Gemüse aus Italien zählen Auberginen, Artischocken, Bohnen, Brokkoli, Oliven, Paprika, Tomaten, Zucchini oder italienischer Radicchio. Die italienische Küche kennt traditionell eine Vielzahl von Rezepten für diese Gemüsesorten.

 

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3. Sommergemüse und Wintergemüse

 

Zum typischen "Winter-Gemüse", das hauptsächlich im Winter geerntet wird, sehr vitaminreich ist und eine relativ lange Lagerung ermöglicht, zählen in der obigen Liste speziell die Kohlsorten (Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl, Weisskohl).

Weitere Wintergemüse sind Lauch, Pastinaken, Schwarzwurzel, Steckrüben oder Topinambur.

Beim Sommergemüse ist die Auswahl wesentlich umfangreicher als beim Wintergemüse. Sommergemüse ist meistens nicht lange lagerbar. Allerdings gibt es Ausnahmen:

So kann man beispielsweise in einem kühlen, trockenen und dunklen Keller auch Gelbe Rüben, Kartoffeln, Rettich, Rote Beete und Zwiebeln für mehrere Monate lagern. Eine Sommergemüse-Liste finden Sie unter Gemüsearten und Sorten, abzüglich der unter Wintergemüse genannten Gemüsepflanzen.

 

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4. Unterschied zwischen Obst und Gemüse

 

Die Unterscheidung und Definition von Obst und Gemüse verläuft fliessend, je nachdem, ob der Blickwinkel der Botanik oder der Lebensmittel-Kunde/Warenkunde herangezogen wird.

So sind z.B. Gemüse-Sorten wie Gurken, Auberginen, Paprika, Tomaten, Kürbisse oder Zucchini eigentlich Früchte (Obst), werden aber aufgrund ihrer fehlenden Säure und Süße mit einem Mischnamen, dem Fruchtgemüse, benannt.

Zum Frucht-Gemüse zählen auch die sog. Hülsenfrüchte wie z.B. Bohnen, Erbsen und Linsen, die allerdings in diesem Gemüse-Lexikon der Übersicht halber in einer eigenständigen Rubrik zu finden sind (vgl. Navigation).

Eine ausführlichere Diskussion zur schwierigen Definition und dem Unterschied von Gemüse und Obst findet sich in der Rubrik → Fruchtgemüse. Ein Patent-Rezept für eine Gemüse-Definition, die allen Standpunkten gerecht wird, kann jedoch auch in diesem Gemüselexikon nicht geliefert werden.

 

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Bild von einem Bio-Gemüse-Stand in einem Biomarkt
Foto: Frisches Bio-Gemüse in einem Biomarkt in Oberbayern

 

5. Was sind Pilze ? Sind Pilze Obst oder Gemüse ?

 

Pilze zählen weder zu Obst noch zu Gemüse, da sie keine Pflanzen sind. Dazu fehlen dem Pilz wesentliche Eigenschaften:

Pilze haben genau wie Tiere oder Menschen kein Chlorophyll (Blattgrün) zur Aufnahme von Sonnenlicht für die Photosynthese und Herstellung von Kohlendioxid und Zucker.

Pilze können also im Unterschied zu Pflanzen nicht selbst aus anorganischen Verbindungen wie Licht Energie gewinnen oder selbst organische Nährstoffe (z.B. Kohlenhydrate, Zucker) bilden.

Neben der Fauna (Gesamtheit aller Tierarten) und Flora (Gesamtheit aller Pflanzen) stellen Pilze daher per Definition eine eigene Lebensform in der Natur dar: die Funga (Gesamtheit aller Pilze).

 

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6. Inhaltsstoffe, Nährstoffe und Nährwerte von Gemüse für die Gesundheit

 

Frisches Gemüse zu essen ist gesund und gilt in der Ernährung des Menschen als sog. Beikost roh oder gekocht als wahrer Jungbrunnen: Im Lebensmittel-Bereich weist Gemüse die höchste Dichte an Nährstoffen auf.

Die folgende Übersicht zeigt Inhaltsstoffe und Nährstoffe von Gemüse-Pflanzen, die in der Ernährung wichtig sind: Mineralsalze, Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium), Ballaststoffe, Enzyme, ätherische Öle und Spurenelemente (z.B. Eisen, Phosphor).

Die meisten einheimischen Gemüsearten enthalten auch viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Aminosäuren, Bitterstoffe, Carotinoide, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenole, Saponine und Sulfide. Neben Obst ist Gemüse zudem eine der wichtigsten natürlichen Quellen für Vitamine wie z.B. Vitamin C, Vitamin A/Betacarotin, B-Vitamine).

Nicht umsonst werden viele Gemüse-Pflanzen als Arzneipflanzen und Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde verwendet.

Wer besonders faserreiches Gemüse mit viel Ballaststoffen (z.B. zur Darmreinigung) sucht, wird bei der folgenden Übersicht von Gemüsearten fündig: frische Blattsalate, Weisse Bohnen, Karotten, Kartoffeln, Kohl, Lauch, Sellerie, Spargel, Spinat und Topinambur.

Für Vegetarier und Veganer ist die Zubereitung von Gemüse ein unverzichtbarer Bestandteil in der Ernährung, um lebensnotwendige Nährwerte (z.B. Eiweiss aus Hülsenfrüchten) und Inhaltsstoffe zuzuführen, die z.B. in Fleisch enthalten sind.

In der vegetarischen Küche sind nicht daher nicht umsonst viele Gemüse-Rezepte und Kochrezepte für Gemüse-Gerichte zu finden.

Zu beachten ist ferner, dass die Nährstoffe in bestimmten Gemüse-Sorten und -Arten in der Ernährung nur aufgenommen werden können, wenn sie mit Fett oder Öl verzehrt werden (z.B. Karotin/Vitamin A bei Karotten).

 

Bild von einer Holz-Tischplatte mit Zutaten für eine Obst- und Gemüse-diät
Foto: Zutaten für eine Obst- und Gemüse-Diät

 

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7. Welches Gemüse entwässert ?

 

Ein Wirkstoff, der eine verstärkte Ausscheidung von Wasser aus dem menschlichen Körper bewirkt, wird als Diuretikum bezeichnet. Die folgenden Gemüse-Arten entwässern aufgrund ihrer Inhaltsstoffe und zählen somit zu den Diuretika:

 

Fruchtgemüse: Artischocken, Gurken und Paprika

Wurzelgemüse: Knoblauch, Meerrettich und Zwiebeln

Stielgemüse: Sellerie und Spargel

 

Hinweis: Wie bei allen Pflanzen, die den Körper entwässern, ist zu beachten, daß in der Folge mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird als aufgenommen wurde.

Deshalb sollte beim Genuss von Gemüse, das entwässert, reichlich reines Wasser getrunken werden, um einer Austrocknung vorzubeugen.

Neben den oben genannten Gemüse-Arten entwässern auch Kräutertees aus Birkenblättern, Brennessel, Goldrute, Habichtskraut, Liebstöckel, Löwenzahn, Schachtelhalm, Wacholder oder Zinnkraut. Ebenso Gewürzkräuter wie Petersilie und exotische Getreidearten wie Reis.

 

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8. Bedeutung von Gemüse für Diäten

 

Gemüse hat im Vergleich zu Getreide wenig Kalorien (kcal) und Kohlenhydrate (vgl. Kalorientabelle), ist energiearm und enthält wenig Eiweiß oder Fette.

Die Zubereitung von Gemüse eignet sich daher vorzüglich für eine Diät (sog. Gemüse-Diät) und cholesterin-arme Ernährung, denn es sättigt und macht nicht dick.

Eine Ausnahme bilden die Avocado oder auch Hülsenfrüchte wie die Sojabohne, die sogar den höchsten biologischen Nährstoff-Wert unter allen pflanzlichen Eiweiß-Stoffen für Menschen und Tiere hat.

Stärkearmes bzw. stärkefreies Gemüse wie Blumenkohl, Brokkoli, Gurken, Karotten, Knoblauch, Kohl, Paprika, Salat oder Tomaten spielen auch eine besondere Rolle bei der sog. Logi-Methode, bei der es um eine Ernährung mit möglichst wenig Kohlenhydraten geht.

Der Genuß muss allerdings nicht zu kurz kommen bei einer (Obst-) und Gemüse-Diät. Gibt es doch viele schmackhafte Rezepte für die heimische Küche wie z.B. Gemüseauflauf (Kartoffelauflauf), Gemüsebrühe, Gemüselasagne/-quiche, Gemüsepfanne oder Gemüsesuppe.

Die meisten Gemüsesorten können auch mit würzigen Dips (kalten Saucen) zubereitet werden.

 

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9. Was ist Bio-Gemüse im ökologischen Anbau ?

 

Nach Definition der EG-Öko-Verordnung Nr. 834/2007 müssen in der ökologischen Landwirtschaft im Unterschied zum konventionellem Anbau alle Gemüse-Arten besonders naturbelassen und naturschonend angebaut, aufbereitet und vertrieben werden.¹

Danach wird bei Biogemüse deshalb auf Monokulturen, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (Pestizide) wie Fungizide gegen Pilze oder Herbizide gegen Unkraut, Kunstdünger (mineralische Stickstoffdünger), radioaktive Bestrahlung oder gentechnisch verändertes Saatgut verzichtet.

Der Begriff "Bio"-Gemüse ist in Deutschland (und der EU) geschützt und entsprechende Bioprodukte werden über das staatliche Bio-Siegel oder noch strengere Prüfsiegel der Bio-Anbauverbände wie z.B. Bioland, Demeter und Naturland vertrieben.

Viele regionale Bio-Bauern und Naturkost-Betriebe bieten außerdem einen regelmäßigen Lieferservice für sog. Gemüsekisten mit individueller Zusammensetzung an. Das Gemüseabo für ihre persönliche Gemüsekiste können die Kunden in den meisten Fällen auch online bestellen und kaufen.

Natürlich kann der Anbau von Bio-Gemüse auch im heimischen Gemüsebeet oder als Kübelpflanzen und Topfpflanzen auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Wintergarten erfolgen.

 

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Bild saisonales Gemüse
Foto: Saisonales Gemüse

 

10. Was sind alte Gemüsesorten ? Eine Definition

 

Der Begriff "alte Gemüsesorten" bezeichnet Gemüsepflanzen, die von anderen Gemüsepflanzen verdrängt wurden und dadurch in Vergessenheit gerieten.

So wurden zum Beispiel durch Kartoffeln und Karotten etwa bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts etliche Gemüse-Arten von der Speisekarte verdrängt und Kartoffeln und Karotten dominieren seither den Gemüse-Anbau in Deutschland.

Verdrängt wurden z.B. die Pastinaken, die bereits bei alten Römern und Germanen als Grundnahrungsmittel beliebt waren. Oder auch Knollengewächse wie die kalorienarme Topinambur, der Schwarze Rettich und die Petersilienwurzel.

Im Zuge der ökologischen Landwirtschaft und dem Anbau von Biogemüse fand eine Rückbesinnung auf diese alten Gemüsesorten statt, so daß sich Pastinaken mittlerweile wieder wachsender Beliebtheit erfreuen.

Gleiches gilt für den Anbau von Topinambur, der mittlerweile wieder in Baden-Württemberg, Brandenburg und Niedersachsen erfolgt.

Auch die gehobene Küche (Haute Cuisine) in Deutschland hat in den letzten Jahren die alten Gemüsesorten neu entdeckt und führt Pastinaken, Petersilienwurzel, Schwarzer Rettich oder Topinambur wieder auf ihren Speisekarten.

Ebenfalls zu den alten Gemüsesorten zählt der Erdbeerspinat mit seinen verschiedenen Arten, die etwa ab dem 16. Jahrhundert vom Echten Spinat verdrängt wurden und heute wegen ihrer erdbeer-ähnlichen leuchtend roten Früchten als Zierpflanzen genutzt werden.

 

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11. Welches Gemüse sollte man nicht roh essen bzw. kochen ?

 

Es gibt verschiedene Ansichten darüber, ob man Gemüse kochen (grillen), dünsten oder roh essen sollte.

Wird Gemüse gekocht oder gedünstet, dann sollte allerdings beim Garen, Dünsten oder Dämpfen darauf geachtet werden, dass dabei nicht zu hohe Temperaturen beim Kochen herrschen.

Warum sollte man Obst und Gemüse keinen hohen Temperaturen aussetzen ?

Zu große Hitze zerstört viele Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe (Phytamine) und Vitamine, was für Obst und Gemüse gleichermaßen gilt und insbesondere auch bei der Zubereitung einer Gemüse-Suppe.

Speziell der Gartensalat (Lactuca sativa) mit seinen Sorten wird nicht gekocht, weil die darin enthaltenen Vitamine und Inhaltsstoffe für die Gesundheit sehr hitzeempfindlich sind. Diese Salate sollte man also lediglich gründlich waschen.

Hülsenfrüchte sollte dagegen vor dem Essen kochen, weil sie in roher Form sog. Hämagglutinine enthalten, d.h. Inhaltsstoffe wie zum Beispiel das Pflanzengift Phasin, das eine Verklumpung der roten Blutkörperchen bewirkt.

Aus diesem Grund zählen z.B. Grüne Bohnen in roher, ungekochter Form zu den Giftpflanzen und können in größerer Verzehrmenge die Gesundheit beeinträchtigen.

Essbare Nachtschattengewächse wie Auberginen, Kartoffeln und Tomaten enthalten speziell in unreifer Form Solanin, das in größeren Mengen giftig ist. Grüne Tomaten und Kartoffeln mit grünen Stellen sollte man generell nicht essen. Auch nicht gekocht.

Der Solaningehalt von Auberginen und Kartoffeln kann durch Kochen reduziert werden, wobei das Solanin dann ins Kochwasser übergeht.

Spinat-Gemüse wie Mangold und Spinat enthalten Nitrate und Oxalsäure, die durch Blanchieren, also kurzes Eintauchen in kochendes Wasser, weitgehend reduziert werden können.

Wenn in einem Gemüseanbau-Gebiet eine Belastung durch Bakterien wie Escherichia coli bekannt ist, welche zur Darmerkrankung Ehec (Enterohämorrhagische Escherichia coli) führen können, sollte man Gemüse und Obst nur dann roh essen, wenn Herkunftsland und Anbau als unbedenklich gelten.

 

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Bild von einem chinesischen Gemüse-Shop in Peking mit Bohnen, Grünkohl, Kohlrabi, Paprika, Pilzen und Rettich
Foto: Gemüse-Shop in Peking (China) u.a. mit Bohnen, Grünkohl, Kohlrabi, Paprika, Pilzen, Rettich

 

12. Welche Gemüsesorten blähen nicht ?

 

Verschiedene Gemüsesorten enthalten Inhaltsstoffe, die zu Blähungen führen können. Blähende Gemüsesorten sind z.B. Zwiebeln, Sauerkraut, Kohl, Kohlrabi und Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen.

Wer eine empfindliche Verdauung hat, sollte für Gemüsegerichte auf nicht blähendes Gemüse zurückgreifen. Nach der folgenden Liste sind das z.B.: Auberginen, Blattsalate, Gurken, Karotten/Möhren, Kartoffeln, Kürbis, Mangold, Sellerie, Spinat, Tomaten oder Zucchini.

Tendenziell gilt außerdem, daß rohes Gemüse mehr bläht als gedünstetes, gegartes und gekochtes Gemüse.

 

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13. Tipps zur Lagerung von Gemüse

 

Beim Lagern von Gemüse ist darauf zu achten, dass die verschiedenen Gemüsearten unterschiedliche Temperaturen benötigen, um den Alterungsprozess hinauszuzögern.

Kühl gelagert werden sollten nach folgender Liste zum Beispiel: Artischocken, Blumenkohl, Broccoli, Erbsen, Karotten, Kohl, Kohlrabi, Lauch, Radieschen, Rosenkohl, Rote Rüben, Salat, Sellerie, Spargel und Spinat.

Im Unterschied dazu sollte man Gemüsearten wie zum Beispiel Auberginen, Grüne Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Paprika, Tomaten, Zucchini und Zwiebeln nicht im Kühlschrank lagern.

Am besten ist es, Gemüse möglichst schnell nach dem kaufen zu verzehren, um Aroma, Nährwert und Vitamine zu erhalten. Das gilt besonders für Blattsalate und wasserreiches Gemüse.

Für eine lange Lagerung kann man Gemüse auch einfrieren, wenn es vorher gründlich gewaschen und blanchiert wurde. Blanchieren hat die Wirkung, daß Aroma, Farbe, Geschmack und Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben. Zudem werden Enzyme deaktiviert, die für das Verderben verantwortlich sind.

Allerdings ist nicht jedes Gemüse zum Einfrieren geeignet. Das gilt speziell für wasserhaltige Gemüsearten, weil das enthaltene Wasser sich beim Einfrieren ausdehnt und die Zellwände zerstört, was sich negativ auf die Struktur und Festigkeit auswirkt.

Informationen darüber, welche Gemüsesorten und -arten zum Einfrieren geeignet sind und welche nicht, finden sich in den Unterkategorien der jeweiligen Gemüse-Lexika.

Als weiterer Tip empfiehlt es sich, bei der Lagerung Äpfel von allem anderen Gemüse (und Obst) getrennt zu halten, weil sie das Reifegas Ethylen ausströmen, welches die Fruchtreifung in der Umgebung erhöht. Wird Gemüse also in der Nähe von Äpfeln gelagert, dann verdirbt es schneller.

 

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Bild von einem Teller gekochtem Reis mit Gemüse-Brokkoli und rotem Paprika
Foto: Gekochter Reis mit Gemüse (Brokkoli, Paprika)

 

14. Gemüse des Jahres

 

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) in Schandelah (Niedersachsen) ruft seit 1999 das Gemüse des Jahres online aus. Gemäß der folgenden Auflistung war das Gemüse

 

  • des Jahres 1999 die Ackerbohne (Vicia faba)

  • des Jahres 2000 die Gartenmelde (Atriplex hortensis)

  • des Jahres 2001 die Tomate (Solanum lycopersicum)

  • des Jahres 2002 der Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria)

  • des Jahres 2003 die Kartoffel (Solanum tuberosum)

  • des Jahres 2004 die Garten-Bohne (Phaseolus vulgaris)

  • des Jahres 2005 die Zichorie (Cichorium)

  • des Jahres 2006 der Gemüsekohl (Brassica oleracea)

  • des Jahres 2007/2008 der Gartensalat (Lactuca sativa)

  • des Jahres 2009/2010 die Erbse/Garten-Erbse (Pisum sativum)

  • des Jahres 2011/2012 der Pastinak/die Pastinake (Pastinaca sativa)

  • des Jahres 2013/2014 die Lauch-Arten (Allium)

  

Ziel ist es, die Öffentlichkeit, Gärtner und Hobbygärtner auf besonders gefährdete Pflanzen und ihre Bedeutung aufmerksam zu machen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf heimischen und nicht auf exotischen oder tropischen Gemüsearten und Gemüsesorten.

 

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15. Das beliebteste Gemüse in Deutschland

 

Allgemein zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten bzw. Gemüsearten in Deutschland neben den sog. Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Paprika und Tomaten auch Karotten (Möhren), Gurken, Spargel (→ der "König der Gemüse"), die Kohlarten und Zwiebeln.

Detaillierte Zahlen lieferte z.B. der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) e. V. in Berlin, der von 2003 bis 2008 zusammen mit der Universität Kassel eine Studie über die beliebtesten Pflanzen in deutschen Kleingärten erstellte. Danach war die Tomate das beliebteste Gemüse der Deutschen.²

Daneben wurde vom BDG als beliebtestes Küchenkraut die Petersilie, als beliebteste Blume die Ringelblume, als beliebtester Obststrauch die Rote Johannisbeere und als beliebtester immergrüner Blütenstrauch der Echte Lavendel unter den fünf häufigsten Pflanzen in deutschen Kleingärten ermittelt.²

Weitere detaillierte Zahlen zum beliebtesten Gemüse in der pflanzlichen Landwirtschaft in Deutschland stellt auch das Deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) zur Verfügung:

Bezogen auf die Freiland-Anbaufläche war 2012 das häufigste angepflanzte Gemüse in Deutschland die Kartoffel, gefolgt von Erbse, Spargel, Möhre/Karotte, Weisskohl, Speisezwiebel inkl. Schalotte, Blumenkohl, Frischerbse, Eissalat, Buschbohne, Radies, Spinat, Lauch, Speisekürbis, Einlegegurke und Feldsalat.³

Bezogen auf die Erntemenge waren die häufigsten Gemüsearten in Deutschland 2012 Kartoffeln gefolgt von Möhren/Karotten, Speisezwiebeln inkl. Schalotten, Weisskohl, Einlege-Gurken, Eissalat, Blumenkohl, Erbsen, Rotkohl, Lauch/Porree, Winterzwiebeln, Spargel, Radieschen, Kohlrabi, Knollensellerie und Spinat.³

 

Foto von leuchtend roten Strauch-Tomaten
Foto: Strauchtomaten (Solanum lycopersicum)

Foto von neun lustig geformten frischen Karotten oder Möhren auf einem Verkaufstisch aus Holz
Lustiges Gemüse-Bild: Karotten (Möhren) auf einem Bauern-Markt bei München (Bayern), Foto: Mike Gallus

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹ Die Definition von Biogemüse im biologischen Anbau von Pflanzen in der Landwirtschaft bestimmt sich nach den Artikeln 2, 4, 5, 6, 9, 10, 12 der EG-Öko-Verordnung Nr. 834/2007 (→ Zur Verordnung)

² Broschüre vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. 2008 "Artenvielfalt: Biodiversität der Kulturpflanzen in Kleingärten", Studie über 83 Kleingarten-Standorte in 62 Regionen in allen 16 Bundesländern, S. 57 (→ Zur Studie)

³ Online-Publikation im Wirtschaftsbereich Landwirtschaft & Forstwirtschaft vom Statistischen Bundesamt Wiesbaden: Statistik zum beliebtesten Gemüse in Deutschland 2011 nach Bodennutzung und Ernte: Anbau-Flächen, Hektarerträge und Erntemenge in Tonnen (→ Zur Statistik 1) (→ Zur Statistik 2 für Kartoffel und Erbsen)