Was sind Fallenblumen? Eine Definition
Fallenblumen sind Blumentypen, bei denen sich überwiegend Insekten meist unfreiwillig in den Blütenständen der Pflanze aufhalten und von der Blume zum Zwecke der Bestäubung eingeschlossen oder eingeklemmt werden.
Die Insekten werden also von der Fallenblume regelrecht "in die Falle gelockt" und kommen erst nach der Bestäubung wieder frei.
Abhängig vom Fangmechanismus werden Kesselfallenblumen und Klemmfallenblumen unterschieden. Andere Ausdrücke für die Fallenblume sind Gleitfallenblumen oder Insektenfallenblumen. Sie wachsen überwiegend in freier Natur und selten im heimischen Garten.
Kesselfallenblumen
Bei einer Kesselfallenblume wird das bestäubende Insekt (z.B. kleine Fliegen, Mücke) mit Duftstoffen und der Wärme im Inneren der Blüte angelockt, rutscht durch eine glatte Blütenröhre in einen "Kessel" im Blüteninneren, wo sich der Blüten-Stempel befindet.
Nach unten stehende Haare (Reusenhaare) versperren den Rückweg, so daß die Insekten bis zur vollständigen Bestäubung kurzfristig in der Blüte (einem "Kessel") eingeschlossen sind.
Nur wenn die Insekten Pollen mitgebracht haben, bestäuben sie den weiblichen Stempel. Dann reifen die Staubblätter und die Pollensäcke der männlichen Blüte öffnen sich, um die Insekten mit Blütenpollen zu überschütten.
Danach verwelken bzw. erschlaffen die Reusenhaare, so daß die mit Pollen beladenen Insekten wieder aus der Blüte nach draußen kriechen können, wo sie eine neue Kesselfallenblume aufsuchen und deren Blüte bestäuben.
Diese Bestäubungsmethode verhindert Selbstbefruchtung der Kesselfallen-Pflanzen, weil der männliche Blütenpollen erst ausgeschüttet wird, wenn die Befruchtung der weiblichen Blütenorgane stattgefunden hat.
Typische heimische Kesselfallenblumen sind der frühlingsblühende Gefleckte Aronstab (Arum maculatum), der Italienische Aronstab (Arum italicum) und der Europäische / Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus), eine Orchideen-Art.
Weitere Kesselfallenblumen finden sich in der Pflanzen-Gattung der Pfeifenblumen (Aristolochia), von der z.B. die Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis) in wärmeren Gebieten Mitteleuropas wächst.



Das Prinzip der Kesselfalle wird auch von fleischfressenden Pflanzen angewendet, die Insekten jedoch nicht zur Bestäubung anlocken, sondern um sich von ihnen zu ernähren.
Klemmfallenblumen
Bei einer Klemmfallenblume werden die angelockten Insekten vorrübergehend mit dem Rüssel oder den Beinen eingeklemmt.
Wenn sich die Insekten losreissen, ziehen sie den Klemmkörper heraus, an der sich Pollen befinden, die sie dann auf andere Blüten bei ihrem Besuch übertragen.
Eine typische heimische Klemmfallenblume ist die Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), die mit ihrem fischartigen Geruch vor allem Fliegen anlockt.
Der Klemm-Mechanismus ist allerdings recht stark, so dass sich schwächere, kleinere Mücken nicht mehr aus der Klemmfalles befreien können und dort untergehen.

Weitere Klemmfallenblumen finden sich bei den Stapelien (Stapelia), einer in Südafrika beheimateten saftreichen Pflanzen-Art (Sukkulenten), und bei den in Nord- und Süd-Amerika beheimateten Seidenblumen (Asclepias).



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