Farne - Der Farn
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

2. Aufbau, Merkmale und Bestimmung

3. Unterteilung

4. Arten und Beispiele

5. Sind Farne giftig ?

6. Vermehrung und Generationswechsel

7. Selbst vermehren oder kaufen ?

8. Alte, kleine und große Farnarten (Riesenfarne)

9. Bedeutung auf Neuseeland

10. Bedeutung im Film

11. Bedeutung in der Medizin

12. Pflege-Tipps im Garten

13. Mythologie und mystische Bedeutung

14. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

1. Was sind Farne ? Eine Definition

 

Der Farn (botanisch: Filicinophyta, Polypodiopsida), deren Vertreter auch Farnkraut oder farnartige Pflanzen genannt werden, zählt zu den ältesten Pflanzen auf der Erde und existierte als vorherrschende Landpflanze bereits in der Karbon-Erdgeschichte vor 350 Millionen Jahren.

Farne (englisch: fern) waren damals bis zu 30 Meter hohe Bäume und bildeten zusammen mit baumartigen Bärlapppflanzen und Schachtelhalmen große Wälder, deren Biomasse nach ihrem Absterben die Grundlage für Steinkohle bereitstellte.

Farne sind also wie der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), der Ginkgo-Baum (Ginkgo biloba) oder der Taubenbaum (Cathaya argyrophylla) lebende Fossilien.

Von den heute weltweit über 10.000 Farn-Arten mit meist mehreren Sorten wachsen die meisten in den Tropen. In Europa sind etwa 200 Farne heimisch, in Deutschland etwas über 40, wobei nur etwa 20 heimische Farn-Arten im Garten angepflanzt werden können.

Die meisten Farne sind nichtverholzende Schattenpflanzen und wachsen bevorzugt an schattigen, kühlen und dauerhaft feuchten Standorten, also z.B. unter Bäumen. Lediglich Baumfarne, die nur noch in den Tropen und Subtropen wachsen, verholzen.

 

Foto von fossilen Farnwedel eines Baumfarns aus der Karbonzeit
Bild: Fossile Farnwedel von einem Baumfarn (Senftenbergia plumosa), der in der Karbonzeit auch in Deutschland wuchs, Fotomotiv: Fossilien-Sammlung der Universität Utrecht (NL)

 

In Abhängigkeit vom guten Aufbau ihres Wasserleitungssystems können bestimmte Farnarten wie z.B. der Adlerfarn aber auch an sonnigen Plätzen gedeihen.

Es gibt sogar Farn-Arten, die sonnige und trockene Standorte bevorzugen wie z.B. Mauer-Streifenraute / Mauerraute, Milzfarn (Apothekerfarn, Schriftfarn), Ruprechtsfarn und Braunstieliger Streifenfarn, die auch auf Mauern, Trockenmauern, Steinen und in Steingärten wachsen können. Diese Mauerfarne sind aber eine Ausnahme unter den heimischen Farnen.

 

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2. Aufbau, Merkmale und Bestimmung

 

Der Bau der Farne unterteilt sich in Wurzel, Sprossachse bzw. Stängel mit einem Wasserleitungssystem und Blätter.

Die gefiederten Blätter der Farne bestehen aus Blattspreite und Blattstiel und werden beim Farn "Wedel" genannt. Die Farnwedel sind beim Austrieb aufgerollt und werden wegen ihrer charakteristischen Form und ihrem Aussehen auch Bischofsstab oder Geigenkopf genannt.

Als blütenlose Sporenpflanzen haben Farne die Eigenschaft, dass sie nicht blühen und auch keine Früchte bilden. Ganz im Gegensatz zu Samenpflanzen bzw. Blütenpflanzen, die sich über Samen und Blüten vermehren. Beide Pflanzenarten zählen jedoch zur gleichen Gruppe der Gefäßpflanzen (Tracheophyta).

Beim Bestimmen der Farne spielt die Farbe, Textur und Fiederung der Wedel (einfach, zweifach, dreifach) eine entscheidende Rolle neben der Wuchshöhe.

 

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3. Unterteilung

 

Die Farn-Arten in Deutschland können nach Jahresezeiten unterteilt werden in winterharte und nicht winterharte Farne. Der winterharte Farn kann als Staude zusätzlich unterteilt werden in: sommergrüner Farn und wintergrüner Farn (immergrüner Farn).

Bei dem Begriff immergrün oder wintergrün geht es um die Frage, ob die Blätter der Farne bzw. die Farnwedel beim überwintern eintrocknen und braun werden oder nicht.

Allerdings können extreme Trockeheit im Sommer oder Winter in Kombination mit viel trockenem Wind auch bei immergrünen/wintergrünen Arten zu einem Vertrocknen der Farnwedel führen.

Die meisten Farnarten wachsen zwar im Garten, können aber auch als Balkonpflanzen, Kübelpflanzen, Topfpflanzen und Zimmerpflanzen gehalten werden.

Eine weitere Unterscheidung der Farne kann daher auch nach dem Standort vorgenommen werden in Gartenfarne und Zimmerfarne. Bei geeigneten klimatischen Bedingungen (Feuchtigkeit, Licht, Temperatur) eignen sich auch tropische Farne als Zimmerpflanzen.

 

Foto von einem Zimmerfarn im Kübel im Wellnessbereich mit Liegestühlen
Bild: Zimmerfarn im Kübel in einem Wellness-Bereich *

 

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4. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste zeigt Beispiele für einheimische Farne in Deutschland und ihre Eigenschaften:

 

  • Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

  • Buchenfarn (Phegopteris connectilis)

  • Dornfarn (Dryopteris dilatata)

  • Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris)

  • Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina)

  • Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium)

  • Königsfarn (Osmunda regalis)

  • Milzfarn (Asplenium ceterach)

  • Rippenfarn (Blechnum spicant): immergrün

  • Schildfarn (Polystichum aculeatum): immergrün

  • Straußfarn (Matteuccia struthiopteris):
    auch Trichterfarn, winterhart

  • Streifenfarn (Asplenium)

  • Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)

  • Mauerraute/Mauer-Streifenfarn (Asplenium ruta-muraria)

  • Wurmfarn (Dryopteris filix-mas): immergrün

 

Ein typischer japanischer Farn ist der Athyrium niponicum, der auch Japanischer Regenbogenfarn genannt wird und winterhart, aber nicht immergrün ist. Ebenso der Japanische Straußfarn (Matteuccia orientalis), der nur bedingt winterhart ist und zum Überwintern mit Laub abgedeckt werden sollte.

 

Foto von einem Regenbogenfarn im Herbst
Bild: Regenbogenfarn (Athyrium nipponicum 'Metallicum') *

 

Die beliebtesten und häufigsten Farn-Arten in Deutschland sind:

 

  • Hirschzungenfarn/Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium): immergrün und eine beliebte Zierpflanze

  • Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris): diese Farnart wird gerne auch als Bodendecker verwendet

  • Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes): immergrüner Farn

  • Waldfrauenfarn (Athyrium filix-femina)

  • Echter/Gemeiner Wurmfarn (Dryopteris filix-mas): diese immergrünen Farne sind in Europa die häufigsten Wurmfarn-Arten

 

Ein Steckbrief der einzelnen Farne mit Wuchshöhe, Winterhärte, Farbe, Besonderheiten der Farnwedel und weiteren Merkmalen folgt in Kürze.

Wegen starker Biotop- und Standortzerstörung (Baumaßnahmen, Rohstoff-Abbau) stehen einige Farnarten wie z.B. der Hirschzungenfarn oder der Königsfarn auf der Roten Liste für gefährdete Pflanzen vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn (Nordrhein-Westfalen).

 

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5. Sind Farne giftig ?

 

Alle Farne sind grundsätzlich giftige Pflanzen und zählen wie Giftblumen, Giftbäume, Giftkräuter, Giftsträucher und verschiedene Flechten zu den Giftpflanzen, wobei der Adlerfarn in Deutschland der giftigste Farn ist:

Seine Sporen sollten nicht eingeatmet werden, weil das darin enthaltene hochgiftige Enzym Thiaminase im Verdacht steht, das Knochenmark anzugreifen und krebserregend zu sein.

Das Gleiche gilt für den Verzehr der jungen grünen Blätter des Adlerfarns, die für Weidetiere wie Kühe, Pferde, Rinder oder Schafe sehr giftig sind. Bereits ein halbes Kilo Adlerfarn kann bei einem ausgewachsenen Rind lebensbedrohliche Vergiftungen bewirken.

Nicht nur wegen seiner Giftigkeit, sondern auch wegen seiner wuchernden Eigenschaften gilt der Adlerfarn wie die Brennessel in Deutschland als Unkraut in der Landwirtschaft.

Ungeachtet dieser Merkmale gilt gebietsweise in Japan, Neuseeland oder auch den USA junger Adlerfarn, der noch keine Sporen ausgebildet hat, als Delikatesse. Er wird dort als Wildsalat oder gekochtes Blattgemüse gegessen.

Tumore der Speiseröhre und Magen-Krebs, die in diesen Gegenden verstärkt auftreten, werden damit in Verbindung gebracht, weil die krebserregenden Inhaltsstoffe (Pflanzengifte) des Adlerfarns auch nicht durch Kochen auflösbar sind.

Auch Wurmfarne (Dryopteris) sind durch ihre giftigen Inhaltsstofe (Aspidinol, Filicin, Thiaminase) bekannt geworden und wurden früher als Heilpflanzen gegen Bandwürmer eingesetzt wurden. Aufgrund der schwierigen Dosierbarkeit verliefen einige Wurmkuren allerdings tödlich.

Bei dringenden Fragen bzgl. der Giftigkeit von Farnen empfiehlt es sich, unverzüglich Kontakt zu einer Giftzentrale aufzunehmen wie z.B. der Hotline der Giftinformationszentrale-Nord (GIZ) in Göttingen für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Über giftige Farne und Pflanzen informiert außerdem der Ratgeber vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

 

Foto der Sporenkapseln auf der Unterseite der Farnwedel von einem Königsfarn
Bild: Sporenkapseln auf der Unterseite der Farnwedel von einem Königsfarn (Osmunda regalis)

 

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6. Wie vermehren sich Farne ? Der Generationswechsel

 

Der Farn zählt wie die Bärlapp-Arten und Schachtelhalme zu den Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta), deren Vermehrung durch Sporen und einen Generationswechsel stattfindet, d.h. die geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflanzung wechselt sich von Generation zu Generation ab.

Auf der Unterseite der Farnwedel bilden sich kleine, braune/rotbraune, ungeschlechtliche Sporenkapseln, die bei trockenem Wetter aufreißen und die Sporen herausschleudern.

Bei günstigen Standort-Bedingungen (z.B. Feuchtigkeit und Schatten) keimen die Farn-Sporen und bilden einen kleinen Vorkeim, das sog. Prothallium.

Auf dem Vorkeim bilden sich dann wie bei den Moosen weibliche und männliche Geschlechtszellen. Die männlichen Geschlechtsteile sind dabei begeißelt und können nur schwimmend die Eizellen der weiblichen Geschlechtsorgane erreichen.

Dieser Generationswechsel erklärt, warum fast alle Farne einen feuchten und schattigen Standort bevorzugen.

Der Lebenszyklus und die Vermehrung von Farnpflanzen besteht deshalb immer aus zwei aufeinander folgenden Generationen, die sich auch äußerlich unterscheiden.

Bei der Fortpflanzung der Farne werden in der Biologie heterospore und isospore Farne sowie leptosporangiate und eusporangiate Farne unterschieden. Echte Farne (Polypodiopsida) sind leptosporangiat mit einschichtiger Sporangienwand, während Farne mit mehrschichtiger Sporangienwand eusporangiat sind.

 

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7. Farne selbst vermehren oder kaufen ?

 

Die Vermehrung der Farne ist sehr kompliziert und langwierig. Dementsprechend empfiehlt es sich, die Anzucht von Jungpflanzen Fachbetrieben zu überlassen.

Einen Kauf pflanzfertiger Farne ist bei Baumschulen, Gärtnereien oder dem spezialisierten Online-Pflanzenversand möglich.

 

Foto von einem Braunstieligen Streifenfarn in einer Trockenmauer
Bild: Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes) in einer Trockenmauer *

 

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8. Alte, kleine und große Farne (Riesenfarne)

 

Farne können im Gegensatz zu den Moosarten und Flechtenarten Wurzeln ausbilden und deshalb bis zu mehrere Meter hoch werden.

Die größten und höchsten Farne in Deutschland und Europa sind die Adlerfarne, die bis zu 2 Meter und bei günstigem Standort sogar 3 bis 4 Meter hoch werden können.

Weitere große Farne, die bis zu 1 Meter Höhe wachsen können, sind Frauenfarne, Goldschuppenfarne, Königsfarne, Straußfarne/Trichterfarne, Wurmfarne, Zimtfarne und größere Sorten der Schildfarne.

Die größten, ältesten und höchsten Farne auf der Welt sind die etwa 15 bis 20 Meter hohen Baumfarne (Cyatheales) im tropischen Regenwald von Australien, Malaysia, Neuseeland und Tasmanien.

Baumfarne sind wie der Schachtelhalm oder der Ginkgo-Baum lebende Fossile, die sich seit Hunderten von Millionen Jahren nur wenig verändert haben. Bereits im Jura-Zeitalter der Erde vor ca. 200 Millionen Jahren gab es Baumfarne, die eine Nahrungsgrundlage der pflanzen-fressenden Dinosaurier waren.

Der größte Farn der Welt ist der Norfolk-Baumfarn (Cyathea brownii) auf der Norfolkinsel, der bis zu 30 Meter hoch wird.

Der kleinste Farn auf der Erde ist mit einer Wuchshöhe von 10 - 25 cm der braune Streifenfarn (auch Steinfeder genannt). Ebenfalls kleine Farne sind die graziösen Tüpfelfarne, die zwischen 20 und 40 cm groß werden.

 

Foto von einem Farnwedel vor dem Ausrollen eines Baumfarns auf Neuseeland
Bild: Farnwedel vor dem Ausrollen von einem Baumfarn auf Neuseeland

 

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9. Bedeutung auf Neuseeland

 

Durch die urzeitliche Abtrennung von anderen Erdteilen vor etwa 80 Millionen Jahren konnten sich auf Neuseeland viele Pflanzen aus dieser Zeit erhalten.

So auch der Farn, der aufgrund seiner Verbreitung und Vielzahl nationale Bedeutung auf Neuseeland hat.

Speziell der Silberfarn ist die Nationalpflanze in Neuseeland und die Blätter dieser Farnart bestimmen als Symbol das Landeswappen sowie viele Logos und Embleme wie z.B. vom Tourismus-Büro "New Zealand Tourism Board" oder der Fluggesellschaft "Air New Zealand".

 

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10. Bedeutung im Film

 

Eine traurige Rolle spielen Farne in dem Film "Wo der rote Farn wächst" (englischer Originaltitel auf DVD: Where the Red Fern Grows) nach dem Buch von Wilson Rawls. Auf der Jagd nach einem Berglöwen verliert ein Junge seine beiden geliebten Jagdhunde:

Einer der beiden Hunde erliegt seinen Wunden nach dem Kampf mit dem Berglöwen und der andere stirbt aus Trauer über diesen Verlust.

Zwischen den beiden Grabhügeln der beiden Jagdhunde wächst schließlich ein roter Farn, den nach einer alten indianischen Legende nur ein Engel pflanzen kann. Dieses Zeichen hilft dem Jungen bei der Überwindung seines Verlustschmerzes, weil der Platz nun heilig ist.

Der Film "Wo der rote Farn wächst" zählt zu den gefühlvollsten Hunde- und Jugendfilmen und wurde bis heute zwei Mal verfilmt.

 

 

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11. Medizinische Bedeutung

 

In der Medizin fanden Farne innerlich Anwendung als Entwurmungsmittel (→ Wurmfarn) oder bei Heiserkeit und Husten zur Schleimlösung (→ Engelsüßfarn) sowie äußerlich in Form von Umschlägen als Schmerzmittel gegen Gicht, Hexenschuss, Krämpfe, Rheuma oder Rückenschmerzen.

Auch als Liebeszauber und Aphrodisiaka war der Farn in früheren Zeiten beliebt.

Weil Farne giftig und nur schwer dosierbar sind, ist heute aber von medizinischen Selbstversuchen mit der Pflanze unbedingt abzuraten.

Giftige Farnarten wie der Wurmfarn und der Adlerfarn werden deshalb heute nicht mehr als Heilpflanzen verwendet. Der Wurmfarn erhielt 1993 sogar eine Negativmonographie und wurde auf die Negativliste nicht verordnungsbarer Phytopharmaka gesetzt.

 

Foto von Gemeiner Wurmfarn
Bild: Gemeiner Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) *

 

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12. Bedeutung und Pflege-Tipps im Garten

 

Der Farn erfreut sich als Pflanze großer Beliebtheit in der Gartengestaltung, weil er sehr anspruchslos und langlebig ist sowie wenig Pflege benötigt: Unter günstigen Voraussetzungen können Farne mehrere hundert Jahre alt werden.

Besonders gerne werden die immergrünen/wintergrünen Farn-Arten in der Gartenkunst gepflanzt, weil sie auch auf schattigem Boden, an dunklen Plätzen und im Winter (bei immergrüner Art) ein kräftiges Grün und einen besonderen Charme der Urzeit in den Garten bringen.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Farn-Rhizome im Garten nicht zu starkem Frost oder Wind ausgesetzt sind und nicht austrocknen. Es empfiehlt sich daher, die Rhizome von der Laubschicht nahegelegener Laubbäume und Sträucher bedeckt zu lassen oder zusätzlich mit Kompost zu schützen.

Wenn die Farnwedel (bzw. das Laub) von sommergrünen Farnen im Herbst vertrocknen und eine rotbraune bzw. braune Farbe bekommen, sollte man sie nicht abschneiden, weil sie die Triebknospen schützen.

Im Frühjahr können dann die braunen Farnwedel an der Spitze des Sprosses nicht zu nahe am Vegetationskegel (Apex) abgeschnitten werden.

Bei der Gartengestaltung werden Farne wie auch Gräser gerne wegen ihrer Leichtigkeit gepflanzt. Gräser und Farne beindrucken besonders durch ihr graziles Aussehen und ihre dekorativen Blätter.

Farne können auch zur Reinigung und Entgiftung von Böden eingesetzt werden. So kann z.B. der bis zu 1,5 Meter hohe und in Afrika, Amerika (USA), Asien und Australien wachsende Saumfarn "Pteris Vittata" dem Boden Arsen entziehen.

Und nicht zu vergessen halten Farne im Garten Schnecken und andere Schädlinge fern, wenn sie um Pflanzen herum gepflanzt werden. Diese Eigenschaft haben die Farnarten gemeinsam mit Begonien, Knoblauch, Lavendel, Rosen, Tomaten oder Zwiebeln.

 

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13. Mythologie und mystische Bedeutung

 

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entschlüsselte der deutsche Botaniker Wilhelm Hofmeister (1824 - 1877) den Generationswechsel der Farne, Moose, Flechten und Nacktsamer (Nacktsamige Pflanzen).

Wilhelm Hofmeister lüftete damit das Geheimnis der kleinen braunen Punkte auf der Unterseite der Farnwedel und um die Vermehrung der Farne durch Sporen (vgl. weiter oben). "Blühender Farn" als Mythos gehörte endgültig der Vergangenheit an.

Denn bis dahin war das Farnkraut und das Liebesleben der Farne den Menschen ein Rätsel, weil ihnen Blüten und Früchte fehlen und man sich die Fortpflanzung der Pflanze nicht erklären konnte.

Es verwundert also nicht, dass die Menschen in früheren Zeiten der Meinung waren, beim Farn "könne etwas nicht mit rechten Dingen zugehen".

 

Foto von einem Wurmfarn mit Sporen auf der Farnwedel-Unterseite
Bild: Gemeiner Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) mit Sporen auf der Farnwedel-Unterseite *

 

Den Farn umschwebte als Schattenpflanze und Hexenpflanze stets etwas Geheimnisvolles und Mystisches wie auch viele Nachtschattengewächse und Heilkräuter, deren Wirkung sich die Menschen nicht erklären konnten.

Im Mittelalter und dessen Hexenglauben schrieb man dem Farn deshalb eine ganze Liste besonderer Eigenschaften, Merkmale und übernatürlicher Kräfte zu.

Speziell um den "Farnsamen" rankten viele Mythen. So war man der Meinung, dass der Farn nur in der Johannisnacht blüht, der Nacht vor dem Johannistag am 24. Juni zum Gedenken der Geburt Johannes des Täufers.

Wem es in der Johannisnacht gelang, den Samen der Farne zu erlangen, der sollte übernatürliche Zauberkräfte haben. Farne sollten unverwundbar machen (man nähte Farnblätter in Jacken ein), sollten vor Unwetter wie Blitz und Hagel schützen sowie Dämonen, böse Geister und Hexen fernhalten.

Auch als Glücksbringer im Spiel und in der Liebe waren Farnsamen beliebt. Im Geldbeutel sollten die Samen dafür sorgen, dass dieser nie leer wurde und zu Wohlstand und Reichtum verhelfen.

Und dem nicht genug: Mit Hilfe von Farnsamen sollte man auch die Tiersprache verstehen, verborgene Schätze finden und sich unsichtbar machen können.

Dieser Aberglaube spiegelt sich auch in einem bekannten literarischen Drama dieser Zeit wieder:

 

"Wir gehen unsichtbar, denn wir haben Farnsamen bekommen"
(Szene in "Heinrich IV" von William Shakespeare, 1564 - 1616)

 

Auch glaubte man, wer im Wald aus Versehen auf einen Farn stieg oder wem beim Wandern aus Versehen Farnsamen in die Schuhe fielen, der würde die Orientierung verlieren und sich im Wald verirren. Diesem Mythos verdankte z.B. der Wurmfarn seine Beinamen Irrkraut oder Irrwurz.

Farne waren Hexenkraut und der Aberglaube um sie war in der Frühen Neuzeit so groß, dass Herzog Maximilian I. von Bayern (1573 - 1651) im Jahre 1611 das "Landgebot wider den Aberglauben, Zauberei, Hexerei und andere Teufelskünste" erliess, wonach das Holen von Farn-Samen unter Strafe gestellt wurde.

Im Jahre 1612 erliess dann das Konzil von Ferrara, eine Versammlung katholischer Bischöfe und Kirchen-Kleriker in Oberitalien, ebenfalls ein Verbot für das Sammeln von Farnsamen und Farnkraut in der Johannisnacht, um dem ausufernden Aberglauben in Europa um blühende Farne Einhalt zu gebieten.

 

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14. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder von Farnen und Detail-Fotos:

 

Foto von einem mexikanischen Baumfarn
Bild: Mexikanischer Baumfarn

* Foto © Oliver Fries

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)