Wildsalate und Wildgemüse
 

Was sind Wildsalate? Eine Definition

 

Wildsalate (englisch: wild salad, wild lettuce) sind in diesem Lexikon einjährige oder mehrjährige Pflanzen, die wie heimische Wildkräuter, Wildsträucher, Wildfrüchte oder Wildblumen unkultiviert auf Wiesen, im Wald oder im Garten wachsen und deren essbare Blätter als Salat zubereitet werden können.

Der Begriff "Wildsalat" stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Küchen-, Rezept- und Umgangssprache. Ein synonymer Begriff für Wildsalat-Pflanzen ist auch Wildgemüse (englisch: wild vegetables).

Wildsalate empfehlen sich auch als gewollte Pflanzung im heimischen Kräutergarten oder als Kübelpflanzen und Topfpflanzen.

Denn wegen ihrem bitteren Geschmack sind viele Wildsalate resistenter gegen Wildfraß durch Blattläuse oder andere Klein-Tiere (z.B. Insekten, Schnecken) als Blattsalate.

 

Foto der Blätter einer Brennnessel
Bild: Brennnessel (Urtica dioica) auf einer Wiese bei München/Bayern, Foto: Olaf Fries

 

Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste und Übersicht zeigt typische Wildgemüse- und Wildsalat-Pflanzen in Deutschland:

 

  • Ackersenf (Sinapis arvensis)
  • Bachbunge (Veronica beccabunga)
  • Barbarakraut (Barbarea vulgaris): auch Echte Winterkresse
  • Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)
  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Borretsch/Boretsch (Borago officinalis): wichtiges Wildgemüse für die Grüne Sauce (Frankfurt, Kassel)
  • Brennessel (Urtica dioica): mehrere Arten, Heilpflanze des Jahres 1996
  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • Feinstrahl (Erigeron annuus): auch Einjähriges Berufkraut
  • Frauenmantel (Alchemilla)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Garten-Ampfer (Rumex patientia)
  • Gartenkresse (Lepidium sativum)
  • Giersch (Aegopodium podagraria): auch Geißfuß, Dreiblatt
  • Blassgelbe Goldnessel (Lamium flavidum)
  • Gundermann (Glechoma hederacea): auch Gundelrebe
  • Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
  • Hopfen-Triebe/-Sprossen (Humulus): Hopfensalat mit Bratwurst ist eine Spezialität in Nürnberg
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
  • Kletten-Labkraut (Galium aparine)
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
  • Kleinblütige Knopfkraut (Galinsoga parviflora): auch Kleinblütiges Franzosenkraut
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
  • Löwenzahn (Taraxacum officinale)
  • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
  • Margarite (Leucanthemum vulgare)
  • Portulak (Portulaca oleracea)
  • Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium): Heilpflanze des Jahres 2004
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis): Blume des Jahres 2006
  • Sumpfkohldistel (Cirsium oleraceum): auch Kohlkratzdistel
  • Taubnessel (Lamium maculatum, Lamium purpureum, Lamium album)
  • Vogelmiere (Stellaria media)
  • Wegerich-Arten:

    - Breitwegerich (Plantago major)
    - Krähenfuß-Wegerich (Plantago coronopus): auch Hirschhornwegerich
    - Mittlerer Wegerich (Plantago media)
    - Spitzwegerich (Plantago lanceolata): Heilpflanze des Jahres 1993
     
  • Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium)
  • Wiesenklee (Trifolium pratense)
  • Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris, syn. Chaerophyllum sylvestre): auch Wild-Kälberkropf

 

Foto der Blüten einer Blassgelben Goldnessel auf einer Wiese
Bild: Blassgelbe Goldnessel (Lamium flavidum) auf einer Wiese in Oberbayern, Foto: Olaf Fries

 

Von den genannten Wildsalat-Pflanzen haben Brunnenkresse, Gänseblümchen, Kapuzinerkresse und Löwenzahn essbare Blüten.

Einige Wildgemüse-Arten eignen sich darüber hinaus auch als Teekraut für die Zubereitung eines Blättertees wie z.B. Brennessel, Löwenzahn, Mädesüß oder Schafgarbe.

 

Bedeutung für die Gesundheit und Inhaltsstoffe

 

Die meisten Wildsalat-Arten gelten in Unkenntnis ihrer Inhaltsstoffe oder wegen ihrer geringen wirtschaftlichen Bedeutung als Unkraut.

Oft zu unrecht, denn viele von ihnen finden auch Anwendung als Arzneipflanzen, Heilpflanzen oder Heillräuter und sind sehr gesund:

Frische Wildsalate enthalten mehr Nährstoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine als der Gartensalat und seine Sorten (Lactuca sativa). Das gilt besonders, wenn die Blattsalate aus dem Treibhaus stammen.

Darüber hinaus haben die Wildpflanzen im Vergleich zu kultivierten Sorten mehr Bitterstoffe, die einer gesunden Verdauung förderlich sind.

 

Zubereiten und Verwendung beim Kochen

 

Die Zubereitung von einem frischen Wildsalat oder von Wildgemüse ist nicht anders als bei einem normalen grünen Blattsalat:

Nach dem Waschen werden die essbaren Pflanzen-Teile geschnitten und mit einem Salat-Dressing, Gewürzen und anderen Gemüse-Zutaten wie Küchenkräutern, Salatkräutern, Lauch (Schnittlauch, Knoblauch) oder Zwiebeln verfeinert.

Viele Rezepte empfehlen auch, die Wildsalate mit normalem Kopfsalat, Knollengemüse wie Karotten/Möhren und Radieschen oder Fruchtgemüse wie Kürbis, Paprika oder Tomaten zu mischen.

 

Was sollte beim Sammeln von Wildgemüse in freier Natur beachtet werden?

 

Beim Sammeln von Wildsalat in freier Natur sind besonders genaue Pflanzenkenntnisse notwendig, weil sonst die Gefahr einer Verwechselung mit Giftpflanzen viel zu groß ist.

Bekanntes Beispiel ist z.B. der Bärlauch, welcher der Herbstzeitlosen (Giftpflanze des Jahres 2010) oder dem Maiglöckchen (eine beliebte Duftblume und Schnittblume) äußerlich sehr ähnlich ist, die aber starke Pflanzengifte enthalten (speziell in der Blumenknolle bzw. der Blumenzwiebel).

Wie beim Bestimmen von Wildkräutern sollte Wildgemüse deshalb in freier Natur nur dann gesammelt werden, wenn man sich bei seiner Bestimmung 100 Prozent sicher ist.

Es versteht sich von selbst, dass keine Wildpflanzen als Wildgemüse oder Wildsalat Verwendung finden, die in ihrem Bestand gefährdet sind oder bereits unter Naturschutz stehen.

Ebensowenig sollten essbare Wildpflanzen an dichtbefahrenen Strassen, auf chemisch gedüngten Wiesen oder anderweitig durch Umweltverschmutzung belasteten Stellen geerntet werden.

 

↑  Nach oben  ↑

 

→ Hier geht es zum Verzeichnis für Gärtner, Gärtnermeister und Landschaftsgärtner in Deutschland