Was ist Blättertee ? Eine Definition
Der Begriff "Blätter-Tee" stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Kräuterpflanzen, deren Blätter bzw. Kraut sich nach dem Trocknen durch Aufguss von heissem Wasser für die Zubereitung von Tee eignen.
Im Teehandel und Kräuterhandel sind auch viele Blättertees als Teemischungen erhältlich, um die Wirkung der Teekräuter zu verstärken oder eine Geschmacksverbesserung zu erzielen.

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Arten, Sorten, Beispiele
Die folgende Liste zeigt eine Übersicht von heimischen Kräuter-Pflanzen, deren Blätter sich für die Herstellung von Tee eignen:
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Bartflechte (Usnea barbata)
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Basilikum (Ocimum basilicum)
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Gewöhnlicher/Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris)
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Beinwell (Symphytum officinale)
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Birke (Betula alba)
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Brennessel (Urticaria diodica)
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Brombeere (Rubus sectio Rubus)
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Eisenkraut (Verbena officinalis)
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Ginkgo/Ginko-Baum (Ginkgo biloba): die Ginkgoblätter eignen sich als Tee
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Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
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Himbeere (Rubus fruticosus/fructicosus)
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Huflattich (Tussilago farfara)
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Johanniskraut (Hypericum perforatum)
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Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia, Syn.: Taraxacum officinale)
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Mädesüß (Filipendula ulmaria): Verwendung finden die jungen Blätter
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Melisse (Melissa officinalis)
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Minze (Mentha): verschiedene Sorten wie z.B. Pfefferminze (Mentha piperita)
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Isländisches Moos (Cetraria islandica): auch Lichen Islandicus
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Salbei (Salvia officinalis)
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Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
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Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
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Tausendgüldenkraut (Centaurium)
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Feld-Thymian (Thymus serpyllum)
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Weide (Salix)
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Weißdorn (Crataegus): verwendet werden Blätter und Blüten
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Wermut (Artemisia absinthium)
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Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana L.)
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Zinnkraut (Equisetum arvense): auch Acker-Schachtelhalm
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Zitronenmelisse/Melisse (Melissa officinalis)
Teekraut-Arten wie Brennessel, Löwenzahn, Schafgarbe oder Spitzwegerich finden auch Anwendung in der Küche als Blattgemüse und Salat wie z.B. Blütensalate und Wildsalate.

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Exotische Teekräuter
Als Blätter-Tees eignen sich auch die folgenden exotischen Teekräuter:
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Anisblätter-Tee von der Anis-Pflanze (Pimpinella anisum)
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Bambusblätter-Tee von Bambuspflanzen (Bambuseae): als Bambustee eignet sich Sasa-Bambus
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Eukalyptusblätter-Tee vom Eukalyptus-Baum (Eucalyptus globulus)
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Mateblätter-Tee vom Mate-Strauch (Ilex paraguariensis)
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Noni-Blättertee vom Noni-Baum (Morinda citrifolia): z.B. Herstellung durch Tahitian Noni International
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Papayablätter-Tee von der Papaya-Staude (Carica papaya)
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Rosmarinblätter-Tee vom Rosmarin-Strauch (Rosmarinus officinalis)
Nicht zu vergessen die Blätter der Teepflanze (Camellia sinensis), die auch als Echter Tee bezeichnet wird. Je nach Fermentierung (Oxidation) wird aus der Teepflanze Schwarzer Tee (Schwarztee), Weißer Tee und Grüner Tee in verschiedenen Sorten hergestellt.
Eine Unterart der Teepflanze ist außerdem der sog. Pu-Erh-Tee, der aus der gleichnamigen Stadt Pu-erh in der chinesischen Provinz Yunnan stammt und wegen seiner rötlichen Farbe auch roter Tee genannt wird.

Hinweis: Rosmarin, Salbei und Thymian verholzen teilweise und zählen zu den sog. Halbsträuchern.
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Anbau
Die meisten Blättertees können selbst im Garten angebaut und geerntet werden. Sei es in einem Kräuterbeet oder auch als Bodendecker, Laubbäume, Sträucher (Blütensträucher, Obststräucher, Vogelsträucher) oder Hecken (Blütenhecken, Schmetterlingshecken, Vogelhecken).
Viele Pflanzen, die sich für die Zubereitung von einem Blättertee eignen, wachsen aber auch in freier Natur als Flechten, Wildblumen, Wildkräuter und Wildsträucher.
Exotische Blättertee-Pflanzen, die im Freiland-Beet nicht winterhart wachsen, können im Gewächshaus angebaut werden oder ab Mai als Topfpflanzen auf den Balkon oder die Terrasse gestellt werden. Im Herbst bringt man die Töpfe dann zum überwintern an einen frostsicheren Ort.
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Zur Anwendung und Wirkung von Blätter-Tees
Viele der genannten Blätter-Tees werden wegen ihrer Inhaltsstoffe in der Medizin und Naturheilkunde als Heilkräuter und Phytopharmaka verwendet.
So waren z.B. Pfefferminze (2004), Thymian (2006) und Zitronenmelisse (1988) die Arzneipflanzen des Jahres in Deutschland.
Heilpflanzen des Jahres waren außerdem Weissdorn (1990), Spitzwegerich (1993), Huflattich (1994), Johanniskraut (1995), Brennessel (1996), Salbei (1998), Thymian (2001), Schafgarbe (2004), Melisse (2006) und Rosmarin (2011)
Allerdings ist die Heilwirkung vieler Blättertees wie auch bei anderen Teekräutern wissenschaftlich nicht immer eindeutig nachweisbar.
Teekräuter können außerdem bei zu hoher Dosierung Nebenwirkungen bewirken. Besonders bei innerlicher Anwendung sollte man sich deshalb vor der Zubereitung von einem Gesundheitstee genau über die Inhaltsstoffe informieren (z.B. bei einem Arzt oder Apotheker).
Das gilt auch für Kräutermischungen und Heiltees, die im Kräuterladen, Kräuterversand oder beim Teeversand erhältlich sind. Denn kein Tee, auch nicht Blätter-Tee, sollte einfach so als normales Getränk zum Durstlöschen getrunken werden.
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Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend weitere Bilder von Blättertee-Pflanzen und Detail-Fotos von Kräuterblättern:




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