Blumen-Lexikon und Blumen-Katalog
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition von Blumen

2. Blüten

3. Blumenblätter

4. Arten, Sorten, Beispiele

5. Weltweite Bedeutung (Religion, Anlässe, Dekoration)

6. Bedeutung in der Heraldik (Wappenblumen)

7. Blumensprache / Blumensymbolik

8. Blumenfarben und ihre Bedeutung

9. Bedeutung als Duftpflanzen

10. Bedeutung in Medizin und Naturheilkunde

11. Blumen-Rekorde (größte Blume der Welt)

12. Bedeutung als Lebensmittel in der Küche

13. Blumen des Jahres

14. Die beliebtesten Blumen und Gartenblumen

 

1. Was sind Blumen ? Eine Definition

 

Der Begriff Blumen (englisch: flowers) stammt nicht aus der Botanik, sondern aus der Umgangssprache und dem Blumenversand bzw. -handel.

Eine Blume ist in diesem Lexikon der Stengel mit Blüten von überwiegend krautigen Pflanzen aus der Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida), deren Triebe im Unterschied zu den Sträuchern nicht verholzen.

Als bestimmendes Pflanzen-Merkmal bringen Blumen mindestens eine Blüte oder einen Blütenstand, d.h. eine Gruppierung mehrerer Blüten, hervor.

Die Größe, Farbe oder Blühzeit der Blumen (Frühjahrsblüher, Sommerblüher, Herbstblüher, Winterblüher) spielt nach dieser Definition keine Rolle.

Es werden überwiegend solche Pflanzen als Blumen bezeichnet, deren Blüten sich durch einen besonderen Schmuckwert auszeichnen. Sei es durch leuchtende Farben und Farbmuster oder durch auffallende Formen und Größe.

Aus diesem Grund gelten umgangssprachlich auch Rosen wegen ihrer auffallenden und schönen Blüten als Blumen, obwohl sie verholzende Sträucher sind.

Farne sind zwar ebenfalls krautige Pflanzen (mehrjährige Stauden) und verholzen nicht (von Baumfarnen abgesehen). Sie zählen aber in diesem Blumenlexikon nicht zu den Blumen, weil sie keine Blüten haben.

In der Blütenökologie / Bestäubungsökologie werden als Blumen einzeln stehende Blüten sowie dichte Blütenstände bezeichnet, die auf die Bestäuber wie eine Einheit wirken. Die Blumen haben vielerlei Formen und sind auf unterschiedlichste Weise an ihre Bestäuber angepaßt.

Blumen werden im Garten und Vorgarten (z.B. im Blumenbeet) oder im Steingarten gepflanzt und je nach Größe als Topfpflanzen (Blumentopf) und Kübelpflanzen (Blumenkübel) auf dem Balkon oder der Terrasse.

 

Foto von einem Blumenbeet mit Küchenschelle oder auch Kuhschelle, Stiefmütterchen und Tulpen
Bild: Blumenbeet mit Küchenschelle, Stiefmütterchen, Traubenhyazinthe, Tulpen Mitte April *

 

"Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig."
(William Shakespeare, englischer Dichter, 1564 - 1616)

 

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2. Blüten der Blume

 

Die Blüten sichern wie bei allen Wildpflanzen den Fortbestand und die Vermehrung der Blumen-Arten und haben durch Farbe, Duft oder Form die Funktion, Insekten anzulocken für die Bestäubung.

Insekten suchen die Blüten der Blumen auf, weil sie sich vom süßen Blüten-Nektar oder den Pollen (auch Blütenstaub) ernähren, die sich im Inneren der Blüte befinden. Dabei streifen die Insekten an den Staubgefäßen der Blüte entlang und etwas vom Blütenstaub bleibt am Körper der Insekten haften.

Wenn das Insekt die nächste Blumenblüte aufsucht, kommt der Blütenstaub dort auf die Narbe und in der Blüte kann sich neuer Samen entwickeln.

Die Blüte ist Teil vom Pflanzen-Spross und eigentlich ein stark modifizierte Blatt. Die Farbe ist dabei eines der wichtigsten Merkmale zum Bestimmen einer Blumen-Blüte.

Die Blütenfarbe von Blumen muß in der Blütezeit nicht konstant bleiben. Sie ändert sich z.B. beim Vergissmeinnicht und beim Echten Lungenkraut von rosa/rosarot zu blau.

Ferner gibt es Blumen, die gleichzeitig mehrere Blütenfarben aufweisen, wie z.B. beim Hohlen Lerchensporn (rötlich und weiss) oder beim Leberblümchen (hellblau bis rötlich-violett).

Je nach Standort und Bodenbeschaffenheit ist es außerdem möglich, dass Blumen verschiedene Blühfarben aufweisen.

In beiden Fällen erhöht die Mehrfarbigkeit der Blüten das "Anlockungspotential" für bestäubende Insekten. Die Blüten gliedern sich in Blütenhülle, Staubblätter und Fruchtblätter.

 

Foto von einem bunten, mehrjährigen Stauden-Beet
Bild: Buntes mehrjähriges Blumen- und Stauden-Beet im Juni *

 

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3. Blumenblätter

 

Die Blätter der Blumen haben die Funktion, möglichst viel Licht für die Photosynthese im Rahmen der Energiegewinnung einzufangen, um das Wachstum und das Gedeihen zu ermöglichen.

Damit sich die Blumen-Blätter nicht gegenseitig Licht wegnehmen, sind die oberen Blätter der Pflanze meistens kleiner als die unteren Blätter.

 

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4. Wie viele Blumenarten gibt es ? Beispiele für Blumensorten

 

Die Frage, wie viele verschiedene Blumenarten es z.B. in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt, läßt sich nur schwer beantworten und eine Pflanzen-Auswahl aus den weltweit über 200.000 existierenden Bedecktsamern innerhalb der Samenpflanzen (Spermatophytina) ist schwierig.

Wie eingangs (vgl. →  Definition) ausgeführt ist eine eindeutige Blumen-Definition nicht möglich, weil sich Blumen nach ihrem besonderen Schmuckwert bestimmen, den sie für Menschen haben. Dieser unterliegt regelmässig dem Zeitgeist und dem regional geltenden Geschmack.

Hinzu kommt, dass es von vielen Pflanzen mittlerweile eine Vielzahl von Züchtungen gibt, was sich wiederum durch eine Vielzahl von Sorten (Kultivare) und Hybriden ausdrückt.

Nicht zu vergessen, dass es bei den Rosen Hunderte von Arten gibt, die als verholzende Pflanzen streng genommen nicht zu den Blumen zählen dürften, aber trotzdem umgangssprachlich oder aufgrund der gängigen Verkaufspraxis von Blumenläden und dem Blumenversand dazugezählt werden.

Die ca. 3.000 heimischen Blumen-Arten werden in diesem Blumenlexikon nach ihrer Blüten-Gestalt, ihrer Blütezeit, ihren Eigenschaften (Duft, Giftigkeit), ihrer Einsatzart oder ihrem Standort unterschieden.

Die meisten dieser Blumen kann man auch im Blumenladen oder Online-Blumenversand (z.B. Fleurop, Floraprima, Blumen Risse) kaufen.

Die folgende Liste zeigt Blumenarten nach Eigenschaften, Einsatzarten und Standorten:

 

 

Die folgende Liste untergliedert Blumen nach ihrer Blütezeit:

 

 

Eine Blumenbestimmung kann nach den individuellen Standort-Anforderungen der Gartenblumen wie folgt vorgenommen werden:

 

 

Nach ihrer Gestalt kann man nach folgender Übersicht diese Blumenarten bestimmen (auch Blumentypen oder Blumenformen genannt):

 

 

Nicht zu vergessen, daß man Blumen auch danach bestimmen kann, ob sie eine Blumenknolle bzw. Blumenzwiebel ausbilden oder nicht.

Die symbolische Bedeutung von blauen, gelben, orangen, roten, violetten oder weißen Blumen wird im Abschnitt → Blumenfarben erklärt.

 

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5. Weltweite Bedeutung als Dekoration und für festliche und religiöse Anlässe

 

Blumen haben weltweit eine nicht wegzudenkende Bedeutung bei religiösen Anlässen (Blumenopfer, Fronleichnamsprozession, Beerdigung) und weltlichen Festen (z.B. Brautstrauß bei der Hochzeit oder Blumenstrauß bei Ehrungen und Jubiläen).

 

Hochzeitsstrauss-Foto mit weissen Callas, orangen und rosa-weissen Rosen
Bild: Hochzeitsstrauss mit weissen Callas, orangen und rosa-weissen Rosen *

 

Wegen ihrer auffallenden und farbenprächtigen Blüten werden Blumen gerne als Dekoration (z.B. Gesteck oder Blumenkränze) im Haus oder Garten verwendet oder dienen als Vorlage für Gartendekoration wie z.B. Glasblumen.

Ferner ist das Blumen-Verschenken (z.B. Blumenstrauß aus Schnittblumen) an privaten oder gesellschaftlichen Anlässen (Einladung, Geburtstag, Muttertag oder Valentinstag) fast schon ein fester Bestandteil des täglichen Lebens.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass jede Religion, Gesellschaft oder Kultur ihre eigene Blumensymbolik hat. So ist es z.B. unüblich, in China Blumen als Geschenk mitzubringen oder in der jüdischen und islamischen Religion eine Beerdigung mit umfangreichen Blumenarrangements auszustatten.

 

"Die Blume ist das Lächeln der Pflanze."
(Peter Hille, deutscher Schriftsteller, 1854-1904, in: Ausgewählte Dichtungen)

 

Als die "Königin der Blumen" gelten seit dem Altertum die Orchidee oder auch die Rose aus der Gattung der Rosengewächse (Rosaceae).

Rosen sind im Park, Garten, Vorgarten oder auf der Terrasse und dem Balkon anzutreffen. Sie zählen zu den beliebtesten Schnittblumen und Gartenpflanzen bei Floristen und Gartencenter in Deutschland.

 

Foto von einer pinken Phalaenopsis-Orchideen-Sorte
Bild: Orchidee (Phalaenopsis-Sorte), die Königin der Blumen, im Mai

 

Bereits im Altertum hatten Blumen eine große Bedeutung, so daß ihnen sogar Gottheiten zugeteilt wurden. In der Römischen Mythologie war z.B. Flora (von lateinisch floris/flos = Blume, Blüte) die Göttin der Blumen, der Blüten (v.a. der Getreide-Blüten) und des Frühjahrs.

Nach dem fünften Buch des antiken Lehrgedichts Fasti des antiken Dichers Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.) wurde die Nymphe Chloris durch Zephyr, den Gott des Westwindes in der Griechischen Mythologie, in die Göttin Flora verwandelt, der insbesondere die Frühlingsblumen und die blühende Natur zugeordnet waren.

Ferner gibt es in der sog. heiligen Geometrie, d.h. der Geometrie für religiöse Symbole und Formen, die "Blume des Lebens", ein Symbol, das weltweit in Kirchen, Pyramiden und heiligen Stätten wie z.B. dem Tempel der Osiris zu finden ist und schon im Altertum bei den Ägyptern oder Assyrern bekannt war.

Die Blume des Lebens ist eine symmetrisch aufgebaute Figur aus mehreren sich überlappenden Kreisen, in deren Mitte sich sechs kreisförmig angeordnete spitze Blütenblätter befinden mit einer bikonvexen und länglichen Form.

In der Symbolik steht die Blume des Lebens für die Schöpfung der Welt und das harmonische Muster von allem Leben. Als starkes Schwingungsmuster soll die Blume des Lebens positive Energie ausstrahlen und bisweilen werden ihr auch magische Kräfte nachgesagt.

 

Foto einer  der Zeichnungen geometrischer Strukturen von Leonardo da Vinci, die im  Zusammenhang steht mit der ornamentartigen Struktur der Blume des  Lebens
Foto: Zeichnung aus dem Codex Atlanticus, einer Sammlung von Notizen und Skizzen geometrischer Strukturen Leonardo da Vinci's (1452–1519), die im Zusammenhang mit der Ornament-Struktur der Blume
des Lebens (Flower of Life) steht
Bild von der Saat des Lebens, auch Samen des Lebens genannt, mit sieben sich überlappenden Kreisen, wobei sich sechs äußere Kreise in der Mitte eines inneren Kreises treffen
Bild: Saat des Lebens (Seed of life), auch Samen des Lebens, eine Vorstufe der Blume des Lebens in der heiligen Geometrie. Sechs äußere Kreise, die sechs Schöpfungstage symbolisieren, treffen sich in der Mitte eines inneren Kreises als Symbol des ersten Schöpfungstages

 

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6. Bedeutung in der Heraldik (Wappenblumen)

 

Als Gemeine Figuren sind Blumen in der Heraldik ein wichtiges Gestaltungsmittel für das Wappenschild. Zu den wichtigsten Wappenblumen zählt dabei die Lilie.

Als heraldische Lilie wird eine Schwertlilie (Iris) mit dreiteiliger Blüte stilisiert, die ein Symbol für Reinheit und Unschuld ist sowie ein Sinnbild der Heiligen Maria.

Eine weitere häufige Wappenblume ist neben der Lilie die Rose, bei der eine fünfblättrige, geöffnete Blüte einer Heckenrose stilisiert wird. Bekannte Sonderformen der Wappenrose sind z.B. Lippische Rose, Lutherrose und Tudor-Rose.

Die weiße Rose ist eine historische Wappenblume in England und Irland. Als Symbol ist sie zu finden im Wappen der englischen Grafschaft Yorkshire oder der irischen Grafschaft Londonderry/Derry (Nordirland).

Weitere häufige Wappenblumen sind die Distel (Edeldistel), die Kornblume, die Mohnblume, die Sonnenblume, die Tulpe und das Veilchen.

 

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7. Blumensymbolik und Blumensprache

 

Blumen und Blumengrüße werden als Botschaften der nonverbalen zwischenmenschlichen Kommunikation verwendet, wobei man in diesem Zusammenhang auch von Blumensprache oder Blumensymbolik spricht.

In der Blumensymbolik stehen Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Veilchen (Viola) für Bescheidenheit, Demut, Reinheit und Unschuld sowie als Symbol für den Frühling und für Fruchtbarkeit. Der Goldlack (Erysimum cheiri) ist ein Symbol für Sehnsucht oder "Ich sehne mich nach Dir".

Edelweiß und Enzian symbolisieren ein Kompliment für einzigartige Schönheit. Vergissmeinnicht (Myosotis) zu schenken bedeutet in der Blumensprache (wie schon der Name der Blumen aussagt) so viel wie "Vergiss mich nicht" oder auch ewige Liebe, Treue und Verbundensein.

Wer sicherstellen will, dass er beim Verschenken von Blumen nicht ungewollt eine Botschaft übermittelt, der sollte am besten einen möglichst bunten und gemischten Blumenstrauß zusammenstellen, um die einzelnen Blumenarten und Blumenfarben zu neutralisieren.

Allerdings ist die Blumensprache in der heutigen Zeit nicht mehr so bedeutend wie früher und der persönliche Geschmack fernab jeglicher Symbolik ist in den Vordergrund getreten.

 

Foto zusammenstehender, kelchförmiger, stängelloser, blauer Enzian-Blüten
Bild: Stängelloser Kalk-Enzian (Gentiana clusii) Ende Mai in den bayerischen Alpen *

 

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8. Bedeutung der Blumenfarben

 

Die Farbe einer Blume hat wie auch die Blumenart eine Bedeutung zum Wiederspiegeln von Gefühlen und Stimmungen. Nachfolgend einige wichtige Blumenfarben und ihre Bedeutung:

 

Welche Bedeutung haben rosa Blumen ?

 

Die Farbe rosa symbolisiert zarte Gefühle, Jugend, Schönheit, Weiblichkeit und Romantik. Rosa Blumen eignen sich besonders gut als Geschenk zu Beginn einer Beziehung, wenn sich die junge Liebe gerade entwickelt.

Das Schenken von einem Blumenstrauß mit rosa Blumen ist im Unterschied zur Farbe rot eine unaufdringliche Liebeserklärung und ein Kompliment für die Schönheit der geliebten Person z.B. bei einem ersten Treffen/Date.

Mit der Blumenfarbe rosa kann man aufkommende romantische Gefühle und Zärtlichkeit dezent mitteilen und der Hoffnung respektvoll Ausdruck verleihen, dass sich eine Beziehung entwickeln könnte.

 

Welche Bedeutung haben rote Blumen ?

 

Das Schenken von roten Blumen wie z.B. roten Rosen (Rosa) und roten Nelken (Dianthus) gilt nach der Blumensprache als ein Symbol für Liebe ("Ich liebe Dich"), Leidenschaft und Zuneigung.

Gleiches gilt für das Verschicken roter Tulpen (Tulipa) als Symbolik für die ewige Liebe. Um so kräftiger der Farbton ist, um so stärker soll die Liebe zum Ausdruck gebracht werden.

Eine intensive rote Blumenfarbe ist auch der intensivste Ausdruck von romantischer und leidenschaftlicher Liebe.

 

Foto von rosa und roten Tulpen im Frühling
Bild: Tulpen (Tulipa) im Frühling (Anfang Mai) mit rosa und roter Blumenfarbe

 

Welche Bedeutung haben weisse Blumen?

 

Die Blumenfarbe weiß ist traditionell ein Symbol für Reinheit und Unschuld, aber auch für Trauer und Tod. Aus diesem Grund ist es bei Geburten, Hochzeiten, Trauerfällen und Todesfällen üblich, weisse Blumen zu versenden oder zu verschenken.

Demzufolge sind auch weiße Lilien (Lilium) und weiße Rosen seit dem Altertum ein Symbol für Reinheit und Schönheit, aber auch für den Tod. Das Schenken von einem Blumenstrauss mit weissen Nelken (Dianthus) bedeutet in der Blumensprache so viel wie "Ich bin noch zu haben".

Weisse Callas (auch Calla-Lilien, Zantedeschien, Calla Lily) als Brautstrauß oder Geschenk sind ein Ausdruck von Bewunderung und Schönheit.

Als elegante Trauer-Blume ist die weisse Calla bei Beerdigungen und zum Schmücken von Gräbern von Bedeutung, um Unsterblichkeit und Bewunderung über den Tod hinaus zu symbolisieren.

 

Welche Bedeutung haben blaue Blumen?

 

Blaue Blumen zu verschenken und zu verschicken bedeutet in der Blumensprache, daß man dem Empfänger gegenüber Beständigkeit ausdrücken möchte und je nach Tiefe der Beziehung auch romantische Treue.

Die eher kühle Blumenfarbe blau hat aber auch eine beruhigende, heilende und kreative Wirkung, denn blau als Farbe des Wassers und des Himmels ist ein Symbol für Reinigung, Tiefe, Grenzenlosigkeit und Entspannung.

Abhängig vom Anlass kann das Schenken von blauen Blumen also bedeuten, daß man das Unterbewusstsein des Beschenkten positiv mit Erholung, Klarheit, Ruhe und Kreativität stärken will.

In der Kultur-Epoche der Romantik vom Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die blaue Blume ein Symbol für das Streben nach Unendlichkeit und Ewigkeit in der Metaphysik. Außerdem nach Freiheit, Selbsterkenntnis und Erkenntnis über die tieferen Zusammenhänge der Natur und der Welt.

Zurückzuführen war die Sonderstellung der Blumenfarbe blau in der Romantik durch den Umstand, daß in der Natur blaue Blumen eher selten sind und andere Blumenfarben dominieren.

 

Welche Bedeutung haben lila/violette Blumen?

 

Lila Blumen unterstreichen in der Blumensymbolik, dass Schenker und Beschenkter phantasievolle und charmante Menschen sind. Die Blumenfarbe lila soll auch sensible Menschen kennzeichnen.

Dunkel-violette Blumen stellen stets etwas Geheimnisvolles, Würdevolles und Individuelles dar, womit z.B. ein spiritueller Anlass gewürdigt werden kann. Neben dieser spirituellen Bedeutung steht die Blumenfarbe violett auch für eine Verführung oder eine tiefe mystische Beziehung.

 

Welche Bedeutung haben gelbe Blumen ?

 

Gelb als helle Farbe der Sonne ist in der Blumensprache ein Symbol für Energie, Lebensfreude und Wärme. Ein gelber Blumenstrauß wird daher gerne als Zeichen der Freude, Freundschaft und als Glückwunsch zur baldigen Genesung bei Krankheiten geschenkt.

Gelbe Blumen übermitteln dem Beschenkten also Aktivität, Kraft, Heiterkeit, Licht und Lebendigkeit.

Doch Vorsicht: In einer Beziehung kann die Blumenfarbe gelb auf nachlassende Gefühle hindeuten.

 

Welche Bedeutung haben orange Blumen ?

 

Eine ähnliche Bedeutung wie gelb hat die Farbe orange in der Blumensymbolik. Auch orange Blumen sollen dem Empfänger Ausdauer, Energie, Aufmunterung, Lebenslust, Optimismus und Wärme vermitteln.

 

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Foto von einer gelben Rose mit Biene in einem Rosengarten
Bild: Gelbe Rose (Rosa) mit Biene in einem Rosengarten Ende Juni

 

9. Bedeutung als Duftpflanzen

 

Viele Blumen verströmen einen besonders intensiven Duft, um Insekten für die Bestäubung anzulocken und werden deshalb auch gerne als Duftpflanzen in Duftgärten oder Schmetterlingsgärten gepflanzt.

Allerdings gibt es auch sehr übel riechende Blumenarten wie die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) oder die größten Exemplare der Aronstabgewächse (Araceae) wie Gemeiner Drachenwurz (Dracunculus vulgaris), Aronstab (Arum) und Titanwurz/Titanenwurz (Amorphophallus titanum).

 

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10. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Eine wichtige Bedeutung haben Blumen auch in der Medizin als Heilpflanzen und Arzneipflanzen (z.B. Wald-Akelei, Alpenveilchen, Arnika, Johanniskraut, Löwenzahn, Ringelblume).

Daneben werden giftige Blumen wie der Blaue Eisenhut oder das Maiglöckchen in der Homöopathie und Naturheilkunde zur Behandlung verschiedenster Krankheiten eingesetzt.

Wie bei anderen Giftpflanzen (z.B. Belladonna aus den Inhaltsstoffen der Tollkirsche, einem Nachtschattengewächs) nutzt man auch hier die Pflanzengifte in homöopathischer Dosierung für die Therapie.

 

"Farben sind das Lächeln der Natur und Blumen sind ihr Lachen."
(James Henry Leigh Hunt, 1784 - 1859, englischer Schriftsteller)

 

 

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11. Rekorde und Superlative

 

Den Rekord als größte Blume der Welt hält die selten blühende und unangenehm riechende Titanwurz oder Titanenwurz (Amorphophallus titanum) aus dem Dschungel der Insel Sumatra (Indonesien).

Die exotische Blumenart wurde 1878 von dem Botaniker Odoardo Beccari aus Florenz (Italien) bei einer Expedition auf Sumatra entdeckt.

Den bislang bekannten Rekord als größte Blume in Deutschland hält eine Titanenwurz/Titanwurz in der Wilhelma (Zoologisch-Botanischer Garten in Stuttgart/Baden-Württemberg).

Ihr Blütenstand erreichte 2005 eine Höhe von 2,94 Metern und einen Umfang von 1,50 Metern.

Als Blume mit der größten Blüte der Welt, auch unter allen Pflanzen, mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter und einem Gewicht von bis zu 11 kg gilt die Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldii).

Die nach verwesendem Fleisch riechende tropische Pflanze ohne Blätter und Wurzeln wächst nur im Regenwald von Südostasien auf den Inseln Borneo und Sumatra.

 

Foto einer Titanwurz im Botanischen Garten in Washington
Bild: Titanwurz im Botanischen Garten in Washington im Juli

Neben der seltenen Titanenwurz gilt auch die Kärntner Wulfenie (Wulfenia carinthiaca) als seltenste Blume der Welt, weil sie nur auf einem kleinen Gebiet (ca. 10 km²) der Karnischen Alpen zwischen Österreich und Italien wächst.

 

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12. Bedeutung als Lebensmittel in der Küche

 

Viele Blumen-Blüten sind essbar und können z.B. für einen Blütensalat oder als Zutaten für Salate verwendet werden.

Allerdings sollte beim Anbau der Blumen im Garten wie bei allen essbaren Pflanzen auf starke Düngung oder Pflanzenschutzmittel verzichtet werden. Auch ein Anbau essbarer Blumen an stark befahrenen Strassen empfiehlt sich nicht wegen der dort auftretenden Schadstoffbelastung.

Aus den gleichen Gründen sind auch Blumen aus dem Blumenladen nicht für den Verzehr geeignet.

 

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Foto von Schachbrettblumen mit purpur-rot-weißer und grün-weißer Blüten-Tüpfelung
Bild: Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris) mit purpur-rot-weißer und grün-weißer Blüten-Tüpfelung im Mai

 

13. Blumen des Jahres

 

Seit 1980 tut die Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt die Blume des Jahres bestimmen.

Gemäß der folgenden Übersicht mit Blumennamen war die Blume

 

  • des Jahres 1980 der Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe)

  • des Jahres 1981 die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)

  • des Jahres 1982 das Rote Waldvögelein (Cephalanthera rubra)

  • des Jahres 1983 die Wildtulpe (Tulipa sylvestris)

  • des Jahres 1984 die Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)

  • des Jahres 1985 die Wald-Akelei (Aquilegia vulgaris)

  • des Jahres 1986 die Arnika (Arnica montana)

  • des Jahres 1987 die Stranddistel (Eryngium maritimum)

  • des Jahres 1988 die Sumpf-Calla (Calla palustris): auch Drachenwurz

  • des Jahres 1989 die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

  • des Jahres 1990 das Sandknöpfchen (Jasione montana)

  • des Jahres 1991 die Rosmarinheide (Andromeda polifolia)

  • des Jahres 1992 der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia)

  • des Jahres 1993 die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)

  • des Jahres 1994 das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

  • des Jahres 1995 die Trollblume (Trollius europaeus)

  • des Jahres 1996 die Echte Küchenschelle, Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)

  • des Jahres 1997 die Silberdistel (Carlina acaulis)

  • des Jahres 1998 die Krebsschere, Wasseraloe (Stratiotes aloides)

  • des Jahres 1999 die Sumpfdotterblume (Caltha palustris)

  • des Jahres 2000 die Purpurblaue Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum)

  • des Jahres 2001 der Blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum)

  • des Jahres 2002 das Hain-Veilchen (Viola riviniana)

  • des Jahres 2003 die Kornrade (Agrostemma githago)

  • des Jahres 2004 das Alpenglöckchen (Soldanella alpina)

  • des Jahres 2005 der Große Klappertopf (Rhinanthus angustifolius)

  • des Jahres 2006 das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

  • des Jahres 2007 die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale)

  • des Jahres 2008 die Nickende Distel (Carduus nutans)

  • des Jahres 2009 die Wegwarte (Cichorium intybus)

  • des Jahres 2010 die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)

  • des Jahres 2011 die Moorlilie (Narthecium ossifragum)

  • des Jahres 2012 die Heide-Nelke (Dianthus deltoides)

  • des Jahres 2013 das Leberblümchen (Hepatica nobilis, Syn. Anemone hepatica)

  • des Jahres 2014 die Schwanenblume (Butomus umbellatus)

  • des Jahres 2015 der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis)

  • des Jahres 2016 die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)

 

Ziel der Stiftung in Hamburg ist es, mit den Blumen des Jahres die Öffentlichkeit auf gefährdete Biotope und deren Pflanzen und Blumenarten aufmerksam zu machen sowie sich aktiv für den Schutz und die Pflege der Biotope einzusetzen.

 

Bild von einem Blumenbeet mit einer Kornrade-Pflanzung weiß und purpurfarben blühend
Bild: Purpurfarben und weiß blühende Kornrade (Agrostemma githago) in einem Blumenbeet im Juni *

 

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14. Die beliebteste Blumen (Gartenblumen) der Deutschen

 

Nach einer Studie vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) e. V. in Berlin mit der Universität Kassel in deutschen Kleingärten von 2003 bis 2008 war die Ringelblume (Calendula officinalis) die beliebteste Garten-Blume in Deutschland.

Die Ringelblume zählte damit neben der Petersilie (Küchenkraut), der Tomate (Fruchtgemüse), der Roten Johannisbeere (Obststräucher) und dem Echten Lavendel (immergrüner Blütenstrauch) zu den fünf häufigsten Pflanzen in deutschen Kleingärten.

Zu den meistverkauftesten und beliebtesten Schnittblumenarten in Deutschland zählen Rosen, Orchideen und Tulpen.

 

"Blumen sind die schönen Symbole der Natur,
mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat."
(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 - 1832)

 

Foto von der orangen Blüte einer Ringelblume
Bild: Orange Blüte einer Ringelblume (Calendula officinalis) Anfang September

* Foto © Oliver Fries

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)