Fichten - Fichtenbäume - Fichtenarten
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition und Merkmale

3. Anteil an deutscher Wald-Fläche

5. Unterschiede von Tannen- und Fichten-Zapfen

7. Ökologische Bedeutung

9. Symbolische und mythologische Bedeutung

11. Bedeutung in der Forstwirtschaft

13. Verwendung als Brennholz und Kaminholz

15. Tipps zum Pflanzen, Standort und Schneiden

 

 

2. Arten, Sorten und Beispiele

4. Nadeln, Rinde und Wurzel im Vergleich

6. Gefährdung, Krankheiten und Schädlinge

8. Bedeutung in der Gartenkunst

10. Bedeutung als Weihnachtsbaum

12. Holz-Eigenschaften und Nutzung (Nutzholz)

14. Wirkung in der Medizin und Naturheilkunde

16. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

1. Was ist ein Fichtenbaum ? Definition und Merkmale

 

Die Fichte (botanisch: Picea) zählt zur Pflanzen-Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) in der Ordnung der Koniferen (Coniferales, Pinales) und ist ein immergrüner Nadelbaum, von dem es weltweit über 35 Arten gibt.

Fichtenbäume (englisch: spruce) wachsen als mittelgroße und große Bäume mit einer Wuchshöhe von 20 bis 70 Metern und werden je nach Art bis zu 600 Jahre alt. Von einigen Arten ausgenommen zählen sie zu den schnell wachsenden Baumarten.

Einige Züchtungen wie die Zuckerhutfichte wachsen auch als Kleinbäume und Topfpflanzen. Außerdem kommen Fichten im Garten auch als immergrüne Heckenpflanzen (Fichtenhecke) zum Einsatz.

Die meisten Fichtenbäume sind sehr winterhart, weil sie bei Frost ihre Photosynthese mehr oder weniger einstellen. Aufgrund von diesem Merkmal ist die Fichte ein typischer Baum für kalte Klimazonen.

Sie blüht abhängig vom jeweiligen Klima erstmals nach etwa 20 bis 40 Jahren. In der Blütezeit von April bis Juni können die männlichen Blüten-Pollen ganze Landstriche überdecken.

Die Fichte zählt zu den einhäusigen, windblütigen Samenpflanzen, d.h. an jedem Baum befinden sich sowohl männliche als auch weibliche Blüten-Organe und die Vermehrung erfolgt durch Windbestäubung.

 

Foto von freiwachsenden Gemeinen Fichten in den oberbayerischen Alpen
Bild: Europäische Fichte (Picea abies)

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste zeigt ein Übersicht von Fichten-Arten, die man als Setzlinge in den meisten Baumschulen in Deutschland kaufen kann:

 

  • Europäische/Gemeine Fichte (Picea abies): einzige in Europa heimische Fichtenart, auch Rotfichte

  • Kaukasus-Fichte (Picea orientalis): hat unter allen Fichtenarten die kürzesten Nadeln

  • Serbische Fichte (Picea omorika): Fichtenbaum-Art, die in den USA als Christbaum verwendet wird

  • Stech-Fichte/Blaufichte (Picea pungens): die Fichtenart ist Staatsbaum von Colorado und Utah

  • Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana 'Conica'): sehr langsam wachsender kleiner Baum, eine Zucht-Varietät der Weiß-Fichte (Picea glauca)

 

Hinweise:

 

Die Gemeine Fichte wird wegen ihrer rötlich-braunen Rinde auch Rot-Tanne/Rottanne genannt, weil in früheren Zeiten noch nicht zwischen Tannen und Fichten unterschieden wurde, nachdem die beiden Nadelbäume sehr viele gemeinsame Eigenschaften aufweisen.

In Österreich wählte das "Kuratorium Wald" und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft die Fichte zum Baum des Jahres 1997. Dabei wurde die gesamte Pflanzen-Gattung mit den exotischen und einheimischen Fichten-Arten gekürt.

Ein Steckbrief und Bilder der genannten Fichten mit Beschreibung und Eigenschaften und Tipps zum Veredeln folgt in Kürze.

 

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3. Anteil an der deutschen Wald-Fläche

 

Die Gemeine Fichte (Picea abies) besiedelt etwa 26% der deutschen Waldfläche. Sie ist damit vor der Föhre (Pinus sylvestris) der häufigste Nadelbaum in deutschen Wäldern.¹

Vergleicht man den Besiedelungsanteil der Fichten mit dem der häufigsten Laubbäume in deutschen Wäldern, dann ist die Gemeine Fichte vor der Rotbuche (Fagus sylvatica) und der Eiche (Stieleiche und Traubeneiche), auch die häufigste Baumart bzw. der häufigste Baum in Deutschland`s Wäldern.¹

 

Foto einer schmal-kegeligen Kleinen Serbischen Fichte im Winter auf einer schwach mit Schnee bedeckten Wiese vor anderen Nadelbäumen
Bild: Omorika-Fichte/Kleine Serbische Fichte (Picea omorika 'Nana') im Winter in Bayern, Foto: Mike Gallus

 

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4. Vergleich von Nadeln, Rinde und Wurzel mit anderen Nadelbäumen

 

Fichtenbäume sind flachwurzelnde Bäume und bilden wie auch die Douglasie keine tiefen Pfahlwurzeln aus. Flachwurzler sind bei starken Stürmen im Vergleich zu Tiefwurzlern wie dem Tannenbaum deutlich windempfindlicher und können leichter am Standort umfallen.

Im Unterschied zu Tannennadeln sind die vierkantigen, dunkelgrünen Fichtennadeln wie auch Kiefernnadeln spitz und nicht flach.

 

"Die Fichte sticht, die Tanne nicht"

(Gängiges Sprichwort zum Unterschied von Tannennadeln und Fichtennadeln)

 

Wie kann man Fichtenbäume und Tannen noch unterscheiden? Die Rinde der Fichte ist im Vergleich zur Rinde vom Tannenbaum nicht glatt, sondern eher rissig und im Fall der "Rottanne" (Picea abies), der häufigsten Fichtenart in Deutschland, hat die Rinde einen rötlichen Farbton.

Dagegen bekommen Tannenbäume im Alter Harzblasen auf ihrer grauen Rinde, die sich dann silber oder weiss verfärbt wie z.B. bei der Edel-/Silbertanne und Weißtanne.

Ein weiterer Unterschied zwischen Fichte und Tanne besteht in der Form ihrer Baumkrone. Diese ist beim Tannenbaum eher nach oben abgerundet und beim Fichtenbaum spitz und kegelförmig zulaufend.

 

Foto einer rauh-schuppigen Fichtenrinde von Picea abies
Bild: Fichtenrinde einer Gemeinen Fichte (Picea abies) im Frühling

 

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5. Unterschied von Tannen- und Fichten-Zapfen

 

Fichtenzapfen wachsen zunächst aufrecht und hängen nach der Befruchtung an den Ästen herunter, während Tannenzapfen generell aufrecht wachsen (und Kiefernzapfen generell hängend wachsen).

Ein weiterer Unterschied zwischen Tannenzapfen und Fichtenzapfen betrifft ihr Abfallen: die Zapfen der Fichte fallen im Unterschied zur Tanne nicht schuppenweise vom Baum, sondern fallen nach Freisetzung der Samen als Ganzes zum Boden und zerfallen dort.

Aus diesem Grund sind im Wald auch keine Tannen-Zapfen zu finden, sondern überwiegend Fichten-Zapfen.

 

Foto von einem Fichtenzapfen mit Harz von Picea abies
Bild: Fichtenzapfen mit Harz an einer Europäischen Fichte (Picea abies), Foto: Olaf Fries

 

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6. Gefährdung, Krankheiten und Schädlinge

 

Weil speziell die Gemeine Fichte pro Baum sehr viel Nutz-Holz liefert (ca. doppelt so viel wie Buchen), wurden Fichten seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland und Mitteleuropa verstärkt im Wald angepflanzt.

Das einseitige Aufforsten der Wälder mit Fichtenbäumen, oft an völlig unpassenden Standorten, hat jedoch wesentlich zum sog. Waldsterben beigetragen, einem Sammelbegriff von unterschiedlichen Schadensursachen und Schäden in Wald-Gebieten.

Ursache sind die bekannten Nachteile einer Monokultur mit Nadelbäumen wie z.B. die Übersäuerung der Böden sowie die verstärkte Anfälligkeit für Schädlinge, Windbruch und Sturmschäden.

 

"Willst Du einen Wald vernichten, dann pflanze nichts als lauter Fichten."

(Erkenntnis in der Forstwirtschaft und Forstwissenschaft seit dem 19. Jahrhundert)

 

Eine Gefährdung von Fichten durch Sturmschäden ist besonders dann gegeben, wenn die Waldbestände nicht rechtzeitig und regelmässig durchforstet werden und deshalb zu viele Fichtenbäume auf zu engem Raum wachsen mit einem Gesamt-Kronendach bestehend aus kleinen und schwachen Baumkronen.

Auch Fichten-Schädlinge wie der Buchdrucker, Fichtenborkenkäfer, Fichtenrüsselkäfer oder die Weißwollige Fichtenstammlaus, Fichten-Gespinstblattwespe sowie Pilze (z.B. Hallimasch) werden durch Monokultur begünstigt und können zu großen Krankheiten und Schäden an Fichten-Beständen führen.

 

Foto von einem abgefallenen Zapfen von Picea omorika
Bild: Abgefallener Fichtenzapfen einer Serbischen Fichte (Picea omorika)

 

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7. Ökologische Bedeutung

 

Fichtenbäume bieten einigen Kleintieren einen Lebensraum und Nahrungsgrundlage. Zu nennen ist z.B. der Kiefernschwärmer, eine Schmetterlingsart, dessen Raupen sich von Fichtennadeln, Kiefernnadeln und Lärchennadeln ernähren.

Aus diesem Grund ist der Fichtenbaum einer der wenigen Nadelholzgewächse, die sich als Heckenpflanzen für eine Schmetterlingshecke eignen.

Ökologisch von Bedeutung ist die Fichte außerdem für Flechten wie die Bartflechte (Usnea barbata), die bevorzugt an den Ästen und am Stamm von Lärchen- und Fichtenbäumen wächst und auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen steht.

 

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8. Bedeutung in der Gartenkunst

 

In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine traditionelle Form der Gartenkunst.

Dabei wird ein Baum oder Strauch mit kleinen Blättern oder Nadeln als Kübelpflanze durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt klein gehalten.

Für Bonsai kommen neben Laubbaumarten wie Ahornbäume, Buchen oder Ulmen auch Nadelbaumarten wie Fichtenbäume, Hemlocktannen, Lärchen, Kiefernbäume (Föhren) und Wacholder-Bäumen in Frage.

Unter den verschiedenen Fichtenarten eignen sich als Bonsai-Fichten (Picea bonsai) besonders die Ajan-Fichte (Picea jezoensis) aus Japan, die Blaufichte (Picea pungens), die Weiß-Fichte (Picea glauca) und die Sachalin-Fichte (Picea glehnii).

 

"Ein Fichtenbaum steht einsam im Norden auf kahler Höh’.
Ihn schläfert; mit weißer Decke umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme, die, fern im Morgenland,
einsam und schweigend trauert auf brennender Felsenwand."
(Heinrich Heine, 1797 - 1856, deutscher Dichter, in: Buch der Lieder von 1827, S. 137)

 

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9. Mystische, mythologische und symbolische Bedeutung

 

Bei den alten Römern sollen Fichten aufgrund ihrer starken Wuchskraft und hohen Wuchsgeschwindigkeit ein Hoffnungs-Symbol bei Trauer und Tod gewesen sein.

Aus diesem Grund wurden im alten Rom bei Todes- und Trauerfällen z.B. Fichtenzweige an die Haustür gehängt oder die Scheiterhaufen zur Totenverbrennung mit Fichtenholz und Fichtenzweigen ausgestattet.

In der griechischen Mythologie findet sich die Fichte als der Baum, mit dem der Straßenräuber Sinis in der Nähe der Stadt Korinth vorbeiziehende Wanderer getötet haben soll, in dem er sie an zwei heruntergebogene Fichtenbäume band.

Seine Opfer wurden dann von den hochschnellenden Fichten in der Luft zerrissen, bis der berühmte Held der griechischen Mythologie, Theseus, diesem Treiben ein Ende setzte und Sinis auf die gleiche Weise vernichtete wie dieser die Wanderer.

Im alten Griechenland soll die Fichte außerdem dem mystischen Meeresgott Poseidon geweiht gewesen sein, weil sie der bevorzugte Baum zum Bau von Schiffen war.

 

Rötliches Rundbild auf dem Boden einer alt-griechischen Trinkschale vom Kampf des Sinis mit Theseus unter einer Fichte in der griechischen Mythologie
Bild: Rundbild (Tondo) des Malers Elpinikos in einer antiken Trinkschale (Kylix) aus der Region Attika bei Athen (ca. 490-480 v. Chr.) in den Staatlichen Antikensammlungen München (Inv. 8771) vom Kampf des Sinis mit Theseus unter einer Fichte in der griechischen Mythologie

 

Allgemein wurde der Fichte und besonders Fichtenwäldern eine düstere und mystische Bedeutung zugeschrieben, was speziell in Märchen wie "Das tapfere Schneiderlein" und "Hänsel und Gretel" zum Ausdruck kommt. In deren Symbolik sind die Riesen bzw. die Hexe in einem Fichtenwald zu Hause.

Speziell in Bayern werden als Maibaum am 1. Mai traditionell Fichtenbäume verwendet, die durch ihren schnellen, geraden Wuchs und die große Winterhärte ein Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit sowie die Selbsterneuerungskräfte der Natur darstellen.

Hinweis: im Rheinland (Rheinland-Pfalz) wird dagegen beim Maibaum-Aufstellen die frühaustreibende Birke bevorzugt als ein betonendes Symbol für den Frühling und das Wiedererwachen der Natur.

 

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10. Bedeutung zu Weihnachten und als Weihnachtsbaum

 

Im Christentum ist die Fichte ein traditioneller Weihnachtsbaum, allerdings werden heute eher Tannen als Christbäume verwendet, weil ihre Nadeln länger am Baum bleiben und nicht so spitz sind im Vergleich zu Fichten.

Als Weihnachtsbaum haben Fichten den Vorteil, dass sie meist günstiger zu bekommen ist als z.B. die mittlerweile sehr populäre Nordmanntanne, denn sie wächst heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz und es fallen geringere Transportkosten an.

Beliebte Weihnachtsbäume sind die Gemeine Fichte (Picea abies) und die etwas teurere Blaufichte bzw. Blaue Stech-Fichte (Picea pungens 'Glauca'), die wegen ihrer bläulichen Nadeln mit dem ausgeprägten Tannennadel-Duft auch Blautanne genannt wird.

 

Foto von einem beleuchteten Fichten-Christbaum beim Rathaus am Marienplatz in München
Bild: Fichten-Christbaum beim Rathaus am Marienplatz in München im Dezember, Foto: Mike Gallus

 

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11. Bedeutung in der Forstwirtschaft

 

Weltweit zählen Fichten (wie auch die Kiefernarten und Tannenarten) zu den wichtigsten Baumarten in der Forstwirtschaft.

Entscheidend dafür sind die geringen Ansprüche von Fichtenbäumen an Boden-Nährstoffe, ihr gerader Wuchs sowie die gute und vielseitige Verwertbarkeit von Fichtenholz (vgl. Holzeigenschaften weiter unten).

Insbesondere die Europäische Fichte (Picea abies) gilt wegen folgender Eigenschaften als "Brotbaum" der Forst-Wirtschaft:

 

  • relativ schnelles Wachstum (abhängig von Standort-Bedingungen wie Klima und Platz),

  • niedrige maschinelle Erntekosten durch geraden Wuchs und schwache Äste,

  • breites Einsatzgebiet von Brettern über Holzbalken bis hin zum Christbaum (vgl. Fichtenholz) sowie

  • relativ ertragreiche, stabile und hohe Holz-Preise (verglichen z.B. mit Buche, Eiche oder Kiefer).

 

Die meisten Fichtenarten benötigen allerdings ein feucht-kühles Klima und vertragen keine Staunässe (vgl. Pflanztipps weiter unten), weshalb sie nicht an allen Standorten forstwirtschaftlich nutzbar sind.

 

Foto von einem mit Schnee bedeckten Fichtenwald im Winter in den bayerischen Alpen
Bild: Fichtenwald im Winter in den bayerischen Alpen (Eng, Vorderriß, Schafreuter), Foto: Olaf Fries

 

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12. Holz-Eigenschaften und Nutzung (Nutzholz)

 

Das relativ weiche, bei einer Jahresring-Breite ab 0.6 cm trotzdem mechanisch stabile, Fichtenholz zählt mit einer Darrdichte (= Dichte/Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von 470 kg pro Kubikmeter zum Weichholz.

Wie der Birnbaum, die Buche, die Linde und die Tanne ist die Fichte ein Reifholzbaum, d.h. ihr Holz bildet keinen Farbkern aus und das hellere Kernholz und Splintholz kann man farblich nicht unterscheiden.

Fichtenholz kann man gut behandeln und verarbeiten und läßt sich leicht bemalen, spalten oder verleimen. Allerdings ist das Holz der Fichten im Gegensatz zu Eichenholz nicht sehr witterungsbeständig und muss deshalb im Außeneinsatz mit Holzschutzmitteln imprägniert werden.

Fichtenholz kommt in der Papier-/Zellulose-Herstellung zum Einsatz und Fichtenharz fand schon im alten Griechenland Verwendung bei der Terpentin-Herstellung.

Sehr vielseitig ist die Nutzung der Fichte als Bauholz und Konstruktionsholz (Nutzholz) wie z.B. Balken, Bretter, Bohlen, Dachbalken, Holzwolle, Kisten, Masten, Paletten, Pfähle und Stangen.

Auch als Klangkörper für Musikinstrumente eignet sich das Holz vom Fichtenbaum und es wurde z.B. von einem der besten Geigenbauer der Geschichte, Antonio Stradivari, zum Bau seiner Geigen verwendet.

Das rötlich-gelbe Fichtenholz zählt außerdem zu einem wichtigen Holzwerkstoff im Bereich Faserplatten, Leimholz, Sperrholz und Spanplatten.

Im Innenbereich wird Fichten-Holz z.B. für Decken- und Wandverkleidungen, Geländer, Fenster, Fußböden, Tore, Treppen, Türen und Herstellung einfacherer Möbel verwendet.

Wer sich unbehandelte Fichtenholzmöbel fürs Schlafzimmer kaufen möchte, sollte berücksichtigen, dass sie Terpene ausdampfen können, was bei empfindlichen Menschen zu Schleimhaut-Reizungen führen kann.

Allerdings ist im Wohnbereich das harzreiche Holz der Zirbelkiefer genau wegen seines lang anhaltenden aromatisch-süßen Duftes eines der beliebtesten Hölzer aus dem Alpen-Raum.

Stammt Fichtenholz aus Alaska, Skandinavien oder Russland wird es auch "Nordische Fichte" genannt und gerne im Sauna-Bau genutzt.

Das im Vergleich zur Gemeinen Fichte höherwertige Holz der "Nordischen Fichte" zeichnet sich durch einen angenehmen Duft aus und verbreitet durch seine vielen, kleinen Asteinschlüsse eine angenehme Raumatmosphäre im Sauna-Raum.

 

Foto von einem Fichtenholz-Brett als Fußboden-Diele hergestellt aus dem Holz einer Rotfichte
Bild: Fichtenholz-Fußbodenbrett (Dielenboden) aus dem Holz einer Rotkiefer (Picea abies)

 

13. Verwendung als Energieholz, Kaminholz und Brennholz

 

Eine wichtige Bedeutung als Energieholz hat die Fichte für Energieprodukte wie Anzündholz, Brennholz, Hackschnitzel, Holzbriketts, Holzpellets, Grillholz und Kaminholz.

Als Brennholz kann man Fichtenholz auch zusammen mit Tannenholz als gemischtes Sortiment im Handel kaufen.

Der Volumen-Brennwert von Fichtenholz ist durch den hohen Harz-Anteil mit etwa 1500 kwh/rm eher gering. Misst man dagegen das Fichtenholz nach Gewicht ist der Brennwert wie bei den meisten Nadelbäumen hoch.

Das Holz der Fichten neigt wegen aufplatzender Harzblasen zum Funkenflug und ist deshalb nicht als Kaminholz für offene Kamine geeignet. Außerdem brennt Fichtenholz relativ schnell ab. Besser als Kaminholz geeignet sind Birkenholz, Buchenholz und Eschenholz.

Wegen seiner leicht entzündbaren Eigenschaften eignet sich Fichtenholz jedoch sehr gut als Brennholz zum Anheizen und Anbrennen von Öfen.

Nachdem Fichtenwälder in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet sind, kann man Fichtenholz im Handel zu einem günstigen Preis kaufen.

 

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14. Wirkung und Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Fichten werden wegen der Inhaltsstoffe ihre Harze, Nadeln und Zweige traditionell in der Volksmedizin z.B. bei der Benediktinerin und Kräuter-Gelehrten Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) oder beim Arzt Paracelsus (ca. 1494 - 1541) als Heilpflanze verwendet.

Anwendungsgebiete sind z.B. Hexenschuss, Husten, Muskelschmerzen, Rheumatismus oder Verschleimung.

Sei es als Bonbons, Branntwein (Fichtennadel-Franzbranntwein), Fichtennadelhonig, Fichtennadellikör, Hustensaft, Salbe, Fichtensirup (Fichtennadelsirup) oder Tee (Fichtennadeltee).

Dampfbäder mit Fichtennadeln kommen zum Einsatz bei Kiefer- und Nebenhöhlen-Entzündungen.

Als Duftpflanze findet der Fichtenbaum mit seiner anregenden, kräftigenden und desinfizierenden Wirkung auch in der Aromatherapie und als Räuchermittel oder Fichtennadel-Tabak Verwendung.

Speziell Fichtennadelöl eignet sich zum Inhalieren bei Erkältungen, weil es Ester enthält, das beruhigend auf die Atemwege und die Psyche wirkt.

Außerdem sind die ätherischen Öle der Fichtennadeln und -zweige mit ihrem frischem harzig-waldigen Aroma ein beliebter Aufguß in der Sauna und sind auch in Badezusätzen, Parfüms und Seifen zu finden. Fichtentriebe sind reich an Vitamin C.

  Foto einer Fichtennadel-Schnupftabak-Dose
Bild: Fichtennadelschnupftabak vom Hersteller Bernard mit fein gemahlenem Tabak, leichtem Menthol und frischem Fichtenöl

 

 

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15. Tipps zum Pflanzen, Standort und Schneiden

 

Wo wachsen Fichten? Die meisten Fichtenarten stellen keine besonderen Standortbedingungen und wachsen sowohl auf feuchten Böden wie auch auf nährstoffarmen Standorten und Lehmböden, vorausgesetzt diese sind gut durchlüftet und ohne dauerhafte Staunässe.

Allerdings sollte das Klima nicht zu warm sein und ein Standort mit ergiebigem bis hohem Niederschlag und konstanter Wasserversorgung gewählt werden, damit die Fichte auch längere heiße und trockene Sommer-Monate übersteht.

Als ideale Fichten-Standorte in Deutschland gelten daher die kühlen und niederschlagsreichen Lagen der Mittelgebirge wie zum Beispiel Bayerischer Wald, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Harz, Oberpfälzer Wald, Rhön, Schwarzwald, Taunus oder Thüringer Wald mit einer Höhenstufe von mind. 500 Metern.

Für den Standort einer Fichte im Garten ist daher eher eine kühlere Nordlage mit Halbschatten als eine Südlage mit praller Sonne zu bevorzugen.

Im Unterschied zu anderen Nadelbaum-Arten wie der Kiefer zählt der Fichtenbaum zu den Schattenbaumarten, d.h. er ist wie der Tannenbaum sehr schattentolerant und kann im Schatten größerer Bäume wachsen.

Als günstiger Zeitpunkt zum Pflanzen von Fichten empfehlen sich frostfreie Tage zwischen Herbst-Anfang und Frühlingsanfang, so lange der Boden noch nicht gefroren ist.

Durch Schneiden werden Fichtenbäume zu Verzweigung angeregt, allerdings treiben sie nur an den Enden der Zweige aus. Bei einem tieferen Schnitt treiben die Bäume daher nicht mehr aus und einmal geschnittene Löcher in der Form bleiben bestehen.

 

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16. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Fichten in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Makroaufnahme von  einem Zweig mit grünen Nadeln und Winterknospen einer Serbischen  Fichte
Bild: Winterknospen einer Serbischen Fichte (Picea omorika) Anfang März in München, Foto: Mike Gallus

Foto von Zweigen mit Nadeln an einer Weiß-Fichte
Bild: Zweige mit Nadeln an einer Weiß-Fichte (Picea glauca), Foto: Mike Gallus

Foto von einem Zweig mit grünen Nadeln einer jungen Rotfichte
Bild: Zweig mit grünen Nadeln von einer jungen Rotfichte (Picea abies), Foto: Mike Gallus

Foto von Zweigen mit blau-grünen Nadeln an einer Serbischen Fichte
Bild: Zweige mit Nadeln einer Serbischen Fichte (Picea omorika) Anfang März in Bayern, Foto: Mike Gallus

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹ Quelle: Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.6, 8, 13, 16 (→ zum PDF).